Beiträge von Blizzard

    Hallo Der Wanderer,

    du befindest dich momentan in der Phase der Entscheidungsfindung. Du hast längst erkannt, das dein Alkoholkonsum problematisch ist, das er dich in psychische Krisen bringt. Deine Seele schreit danach befreit zu werden von diesem Teufel mit dem Namen Alkohol. Denn Dein Unterbewusstsein weiß genau, was zu tun wäre, um dich zu erlösen, um dich zurückzuführen auf den "richtigen" Weg, den du vor langer Zeit verlassen hast.

    Dein Verstand hat die Botschaft des Unterbewusstseins aufgenommen und weiß, das nur das Aufhören die Lösung ist. Doch du bist süchtig - und deswegen lässt sich diese Aufforderung Aufzuhören nicht so einfach in die Tat umsetzen. Du musst tagtäglich einen inneren Kampf durchstehen, einen Kampf pro & contra Alkohol - und hast dich bisher vom Alk nicht lossagen können, seinem Bedürfnis stets nachgegeben.

    Die Chance auf dauerhafte Veränderung und Besserung deiner Situation hast du erst, wenn du dich voll und ganz für ein abstinentes Leben entscheidest. Nur dann kannst du Schritt für Schritt in ein neues Leben eintreten. Am Anfang steht die Entscheidung für ein abstinentes Leben - mit all ihren (auch als schmerzlich empfundenen) Konsequenzen.

    Alles andere ist sinnlos. Hermeieiern, im Kreis Gerenne, nichts von Dauer.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Bernhard,

    ja, das ist schon alles ekelhaft. So schlimm wie bei dir, wars zwar bei mir nicht, aber die Gefühlslage, der Scham usw. war bei mir natürlich genauso vorhanden.

    Und Nein: Soetwas auch nur annährend in der Art will ich auch nicht mehr erleben.

    Ich muss gerade daran denken, wie ich bei meinen Verwandten, bei denen meine Freundin und ich jedes Jahr die Weihnachtsfeiertage verbringen, immer die Biervorräte heimlich nachgekauft habe, damit nicht auffällt, das ich jeden Tag 10 und nicht nur 2 Flaschen trinke - damits so aussieht, als ob wir mit 2 Kästen Bier von 22.12.-2.1. auskommen. :roll:

    Nein, das ist einfach nur schrecklich. Will ich auch auf keinen Fall mehr erleben. :x

    Hallo liebe Forumsgemeinde,

    wollte mich mal wieder melden. Mir geht es sehr gut. Die letzten Tage waren auch wieder sehr schön und ich merke, wie langsam wieder positives Denken in mein Leben einkehrt. Die Fragen über die ich mir die vor ein paar Wochen noch das Hirn zermartert haben, treten Stück für Stück ein bisschen mehr in den Hintergrund. Das angstvolle Dahinvegetieren in der Anfangszeit meiner Abstinenz entspannt sich langsam - also eigentlich das, was mir viele prophezeit haben, wo ich aber zu pessimistisch war, es zu glauben.

    Deshalb der Hinweis an dieser Stelle an alle, die neu dabei sind und gerade nur Leere, Sinnlosigkeit, Sorgen und Angst verspüren während ihrer ersten trockenen Schritte: Es geht vorbei! Wirklich. Die Zeit heilt zwar nicht alle aber viele Wunden - die Gedankengänge im Hirn werden mit der Zeit ruhiger und weniger verkrampft.

    In der Suchtberatungsstelle hat man uns mal erklärt, wie das aus neuro-chirurgischer Sicht im Gehirn abläuft. Aber ich will mich jetzt nicht dazu versteigern, diese Erklärung hier wahrheitsgemäß wiedergeben zu können.

    Mittlerweile fühle ich mich so gut, dass ich mich langsam auch wieder befähigt fühle, demnächst wieder arbeiten zu gehen. Die Pause hiervon hat mir die letzten Wochen sehr gut getan. Ich glaube nicht, dass ich so einen guten Grundstein für mein künftig trockenes Leben hätte setzen können, wenn ich weiterhin voll berufstätig gewesen wäre. Das ist aber sicher bei jedem Menschen anders. Meine letzte Tätigkeit hat mir einfach auch nicht besonders viel bedeutet.

    Ich darf nur nicht zu übermütig werden und die Dinge schleifen lassen. Ich werde weiterhin hart an mir arbeiten müssen, um eine stabile und glückliche Trockenheit zu erlangen. Aber ich bin auf einem guten Weg - das fühle ich.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Sylva,

    du solltest dir dringend einen neuen Arzt suchen, denn dein jetziger taugt nichts, und erzählt dir Lügen. Einen stationären Entzug bezahlt die Krankenhkasse. Eine eventuell notwendige anschließende Entwöhnungstherapie bezahlt entweder der Rentenversicherungsträger oder - wenn diese nicht - dann die Krankenkasse.

    Dein Arzt hat von unserer Krankheit offenbar keine Ahnung, was man bei einem Allgemeinmedizinier durchaus als schweren Vorwurf gelten lassen kann.

    Ich würde dir auch empfehlen dich in ein Krankenhaus zu begeben und dich vollkommen durchchecken zu lassen. Das du nach 2 Wochen noch auf einem lebensgefährlichen Entzug bist, möchte ich aber bezweifeln. Trotzdem wäre es natürlich klüger - und gegenüber deinen Kindern verantwortlicher - gewesen, gleich in einen klinischen Entzug zu gehen.

    Langjähriger Alkoholmissbrauch schädigt zahlreiche innere Organe. Von der Leber abgesehen (die über keine Schmerzrezeptoren verfügt - die Leber kann also nicht schmerzen) können sich diese geschädigten Organe durch Schmerzen Ausdruck verleihen. Nach deinen Sympthomen zu urteilen, solltest du dringend zu einem Internisten!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo mandy-candy,

    du solltest trotz deiner Vorbehalte Klartext reden, insbesondere dann, wenn du mit deinen Eltern regelmäßigen Umgang hast (wovon ich jetzt mal ausgehe). Sicherlich wird dir nach deinem Outing die eine oder andere Auseinandersetzung mit deiner Mutter nicht erspart bleiben, wenn sie in dem von dir beschriebenen Stil reagiert. Teile ihr dann deine Gedanken und Wünsche genauso mit wie uns jetzt hier.

    Um möglichst viele Konfrontationen zu ersparen, teile deiner Mutter am besten gleich beim Outing mit, dass du allergisch auf z.B. Kontrollen deiner Wohnung reagierst und das das euer Verhältnis stark belasten würde.

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    heute möchte ich nur eine kurze Anektote einbringen, die wiedermal beweist, wie widerwärtig Alkoholmissbrauch sein kann.

    Gestern Abend sitze ich mit meiner Verlobten gemütlich beim Tatort, also so etwa kurz nach halb zehn Uhr ein seltsames Geräusch zu vernehmen war. Es hörte sich so an, als ob es aus unserem Arbeitszimmer kam. Mein Frauchen schickte mich vor und ich entdeckte erst mal nichts. Dann ging ich Richtung Fenster - und was entdeckte ich da auf dem aussenliegenden Fensterbrett? Richtig, eine ordentliche Portion Kotze. Nicht alles Gute kommt von oben.

    Sofort hatte ich die 14-jährige Tochter unserer Nachbarn oberhalb in Verdacht - konnte eigentich auch sonst niemand gewesen sein, denn wir wohnen im 3. von 4. Stockwerken.

    Bin gleich hin um zu fragen ob alles in Ordnung ist, bekam aber keine Antwort. Jetzt eben war ich nochmal klingeln und da habe ich dem schon etwas älteren Vater des Mädchens Bericht erstattet. Er war sehr geknickt und sagte sofort, das das seine Tochter war. Er würde es gleich alles saubermachen. Wie unangenehm! Denn nicht nur mein Fensterbrett (das ich inzwischen selber gereinigt hatte) war betroffen, sondern auch die 3 Stück darunter.

    Hoffentlich steht mir ähnliches nicht mal mit meinen künftigen Kindern in der Pupertät ins Haus.

    Vor allem aber hoffe ich, das ich nie wieder selbst in so eine Situation komme, wo mir sowas passieren könnte - sprich das ich betrunken bin.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Jule,

    Respekt, so einen ausführlichen Text habe ich hier noch nicht gefunden :wink: ! Habe ihn aber gerne gelesen - Gott sei dank hast du nicht auf die Absätze vergessen.

    Tja, was kann man zu deinem Ex-Freund sagen? Ich lese aus deinen Darstellungen heraus, dass er seinen persönlichen Tiefpunkt noch lange nicht erreicht hat. Auch wenn ihn der Alkohol schon einschränkt, und er sicherlich auch oft ein schlechtes Gewissen wegen seinem Konsum hat (ich kenne das schließlich selber bestens), auch wenn er darüber nicht redet, geht es ihm insgesamt offenbar noch zu gut. Die Vorteile überwiegen bei ihm immer noch die Nachteile was das Trinken betrifft. Wenn das so ist, bleib jedes "ich würde für dich jetzt auch mit dem Trinken aufhören" nur ein nettgemeintes Lippenbekenntnis, denn: Momentan bedeutet der Gedanke mit dem Trinken aufzuhören für ihn in erster Linie Verzicht.

    Du hast natürlich richtig gehandelt, was du ja auch selber weißt. Soviel zum Thema Trinken.

    Was das Thema "Fremdgehen" anbelangt, wissen wir hier natürlich nicht, was für ein Typ dein Ex-Freund ist. Natürlich fallen unter Alkoholeinfluss jede Menge Hemmungen weg, ausserdem wird die Libido kurzfristig (sehr kurzfristig) stark gesteigert. Im Hirn ist dann nicht mehr viel Blut- wie ich während meiner Jahre als nasser Alkoholiker feststellen konnte oder musste gilt das sowohl für Männer als auch für Frauen.

    Wenn ich persönlich auch viel falsch gemacht habe in den letzten 12 Jahren, so bin ich trotzdem einigermaßen stolz darauf sagen zu können, das ich meine Lebensgefährtin (und demnächst Ehefrau) niemals betrogen habe, und auch nicht im Entferntesten darüber nachdachte es zu tun. Der Gedanke war für mich immer unendlich weit weg und so geht es glaube ich jeden, der seinen Partner aufrichtig von ganzem Herzen liebt. Ich denke, das hat auch viel mit Erziehung zu tun.

    Was die Filmchen und Fotos im Internet betrifft, habe ich eher eine beschwichtigende Einstellung. Ich gucke sowas auch regelmäßig und das hat mit Liebe oder Fremdgehen nichts zu tun. Glaube mir, wir Männer sind in dieser Hinsicht (die meisten von uns zumindest) ziemlich primitiv veranlagt. Das geben natürlich nur wenige zu, weil es in der Gesellschaft allgemein als unangenehmes, unanständiges Thema gilt. Aber das ist lächerlich. Pornos konsumiert man nur aus sexuellem Antrieb heraus, mit dem Herzen oder Gefühlen hat das nichts zu tun.

    In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute und hoffe, das du hier noch weiteren Feedback bekommst, der dir bei der Verarbeitung deiner Geschichte hilft.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Andi,

    ja, die Voraussetzungen für ein besseres Leben sind jetzt auch körperlich gegeben. Ich bin sehr froh, dass ich noch so gut davon gekommen bin. Hätte auch schlimmer sein können, nachdem ich vor 3 Jahren schon die gleichen Untersuchungen mit einem ungleich schlechteren Ergebnis hatte.

    Heute gings mir wieder gut, nachdem ich gestern einigermaßen down und durch den Wind war. Hatte vor allem wieder mal mit dem Thema "Arbeit und Zukunft" zu tun. Habe mir mal die Stellenanzeigen im Internet durchgelesen, die in meinem Berufsfeld zu finden waren, und davon gab es gar nicht so wenig. Aber je mehr ich diese Anzeigen durchlas, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich momentan nicht in der Lage wäre, den in der Arbeitswelt allgemein geforderten Ansprüchen gerecht zu werden.

    Mir graut immer noch vor der Vorstellung, dass ich nach der Aufnahme einer neuen Tätigkeit wieder in so eine Krise rutsche, wie zuletzt - und das möchte ich auf keinen Fall nochmal durchmachen. Glaube ich ja auch nicht, dass mir das nochmal passiert - schließlich hat sich seitdem in meinem Leben viel getan (Stichwort: Abstinenz), trotzdem bleibt da eine gewisse Versagensangst.

    Die Hochzeit rückt auch immer näher. Nur noch knappe 6 Wochen! Spätestens danach möchte ich wieder Bewerbungen schreiben und hoffe, dass ich mir bis dahin auch klarer darüber bin, was ich eigentlich machen will.

    Grüße an euch alle & ein schönes Wochenende!

    Herzlichst

    Blizzard

    Hallo chelsea,

    durch deine Beschreibung deines derzeitigen Zustandes fühle ich mich sehr stark an meine ersten Tage/Wochen im abstinenten Zustand zurückerinnert.

    Zwischendurch mal hinlegen und ein Nickerchen machen hat auch mir sehr geholfen (und tut es immer noch), die Gedanken zu beruhigen.

    Sport war und ist für mich auch sehr wichtig. Körperliche Aktivität, eine entspannende Dusche und das Gefühl aktiv gewesen zu sein - das alles kann sehr gut helfen, setzt Endorphine (Glückshormone) frei, die man in einer solchen Phase so dringend braucht.

    Wenn es dir in der nächsten Zeit wieder mal schlechter geht, dann sei zuversichtlich, dass diese Momente im Laufe der Zeit seltener werden. Wie man es oft hört in diesem Forum: Das wichtigste ist, nicht zu trinken. Das ist die Grundvoraussetzung für jede Besserung.

    Tja deutzia,

    das ist traurig, aber leider typisch für solche Situationen.

    An dieser Stelle musst du wohl einen Strich ziehen. Du kannst den beiden nicht helfen. Offensichtlich haben sie in ihrer Abhängikeit/Co-Abhängigkeit noch nicht den für sie notwendigen Tiefpunkt erreicht.

    Du solltest dich daher selbst schützen und dich zurückziehen, denn wie du ja schon selber festgestellt hast: Was du auch tust, du stößt auf taube Ohren.

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Malou,

    auch wenn ich deine Geschichte jetzt natürlich nur oberflächlich kenne, ist es für mich völlig nachvollziehbar dass du dich jetzt extrem unsicher fühlst.

    Schafft er es oder schafft er es nicht?
    Hat er sich nach der Therapie wirklich so verändert und gefestigt dass ich gefahrenlos für mich und mein Kind wieder eine enge - auch räumlich gemeint enge - Beziehung eingehen kann?

    Solche Fragen sind für dich momentan von existenzieller Bedeutung.

    Dein Freund hat den richtigen Schritt gemacht in eine Therapie zu gehen. Jedoch ist diese alleine kein Erfolgsgarant. "Erfolg" bedingt die richtige innere Einstellung wozu auch ein fester Wille gehört in Zukunft abstinent leben zu wollen und dies für sich selber als die einzige Lebensrealität anzuerkennen. Daran scheitern leider viele. Auch wenn sie eine Langzeittherapie hinter sich haben, gibt es da keine Garantie.

    Deshalb kann ich nur sagen, dass deine Sorgen absolut berechtigt sind.

    Nach der Therapie solltet ihr daher unbedingt in Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe gehen. Auch besteht die Möglichkeit einer ambulanten Nachsorge, wo oft und gerade auch die Lebenspartner/Ehepartner mit einbezogen werden. Denn nach einer Langzeittherapie gilt es für den Alkoholiker das in der Therapie erlernte in die Praxis umzusetzen und Fehler und Gefahren zu vermeiden, die einen Rückfall auslösen könnten.

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, das ihr das schafft.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Liebe Deutzia,


    Zitat von deutzia


    Nun habe ich mich nach vielen Vorkommnissen von meinem Bruder losgesagt, versuche meine Mutter aus der Ferne zu unterstützen und mache alles falsch. Ich sehe alles übertrieben, male den Teufel an die Wand. Kriege von meiner Mutter und Verwandschaft nur Vorwürfe, einen Kranken muß man doch helfen! Habe unendliche Wut und Schuldgefühle!

    LG deutzia

    du weißt selber, das du NICHT alles falsch machst - und das wird dir hier im Forum wohl so ziemlich jeder bestätigen. Deshalb sind Schuldgefühle deinerseits schon mal unangebracht - auch wenn sich das natürlich so leicht sagt.. :(

    Dein Bruder kann nur sich selbst helfen - und deshalb war es meiner Meinung nach völlig richtig von dir, dass du dich von ihm losgesagt hast, solange er dieses Leben mit dieser Problemignorierung führt und damit dir - und viel mehr noch deiner Mutter - schadet.

    Die Situation deiner Mutter ist offensichtlich schwierig, weil sie sich als schwer Co-Abhängige schwertut, einerseits die Alkoholkrankheit ihres Sohnes offiziell mit all ihren Konsequenzen anzuerkennen und weil sie andererseits - wenn sie dies doch tun würde - offenbar nicht viel Ahnung von der Materie (also von Krankheitsbild/Symptomen/Verlauf/Suchtverhalten usw.) hat - im Gegensatz zu dir!

    Wenn deine Mutter also sagt, dass ihr Sohn "ja krank sei und man ihm doch helfen müsste", dann muss man ihr irgendwie klar machen, dass der einzige Weg ihm zu helfen in der jetzigen Sitution der ist, ihn fallenzulassen. Nur er allein kann den Weg zurückfinden - und das wird er wahrscheinlich (so wie du die Sache beschreibst) nicht tun, solange es ihm halbwegs gut geht und er durch deine Mutter immer noch die notwendige Unterstützung erfährt um seine Trinkerei ungestört fortführen zu können.

    Hallo Karsten,

    im Prinzip sind Kontrolle der Blutwerte und Oberbauch (Leber-)Ultraschall schon die richtigen Maßnahmen um Schäden an den inneren Organen erstzudiagnostizieren. Dein Arzt wird das auch so sehen. Was man noch tun kann, ist eine Urinkontrolle, was dann aber mehr die Funktion der Nieren betrifft - und damit wohl wenig Aufschluss auf die von dir beschriebenen Schmerzen gibt.

    Ich kann dir nur raten: Beschreibe dem Arzt genau deine Schmerzen und lass dich zum Internisten überweisen. Bei der Blutabnahme durch den Hausarzt weiß dieser ja WAS genau im Blut untersucht werden soll, nämlich neben dem sogenannten "kleinen Blutbild", die Leberwerte und die Entzündungswerte. Das gibt dann schon einen guten Überblick.

    Und beim Oberbauchultraschall durch den Internisten wird jedes innere Organ im Oberbauch (also alles ausser Magen und Darm) "ausgeleuchtet": Leber, Galle, Nieren, Milz und Bauchspeicheldrüse.

    Hallo liebe Forumsgemeinde,

    hier bin ich wieder - gerade zurückgekommen von meinen Arztterminen. Der Oberbauchultraschall ergab ein sehr positives Ergebnis: Fettleber im Vergleich zu 2004 stark rückläufig, keine Bedenken seitens des Arztes; Bauspeicheldrüse, Milz und Nieren in Ordnung, keine Gallensteine. Da war ich schon mal erleichtert!

    Die Ergebnisse der Blutuntersuchung ergaben auch, das alle Werte im Normalbereich liegen. Mein Gamma-GT beträgt 0,42 (normal ist laut Ergebnisprotokoll alles unter 0,63). Jetzt bin ich nicht nur erleichtert sondern auch glücklich! :D

    Es ist also alles in Ordnung - und ich werde dafür sorgen, dass es auch so bleibt. Ich hatte Glück, mein Problem noch rechtzeitig erkannt zu haben und bin nun auf dem richtigen Weg. Hoffe das es so weiter geht. :)

    Wünsche euch allen einen wunderschönen Tag und trockene 24 Stunden!

    Euer Blizzard

    Zitat von Endlich

    Wahrscheinlich habe ich einfach auch Angst, das wieder zu verlieren und traue mir selber nicht so recht ueber den Weg.

    Richtig! Diese Angst ist eigentlich eine gute Sache. So signalisiert dir dein Unterbewusstsein "werde bloß nicht leichtsinnig!"

    Ich hatte in den vergangenen 7 Jahren immer wieder Trinkpausen, die bis zu 5 Monaten dauerten. Da habe ich mich dann nach anfänglichen Schwierigkeiten immer schon ziemlich bald pudelwohl gefühlt (eben auch, weils körperlich dann richtig bergauf ging), und wurde immer leichtsinniger. Gut, ich hatte mir damals auch nicht vorgenommen, dauerhaft abstinent zu leben - aber auch wenn ich das hätte, wärs mir nicht gelungen. Denn sobald es mir nach ein paar Wochen der Nüchternheit richtig gut ging, dachte ich "ist eh alles nicht so schlimm, Alkohol ist kein Problem für dich".

    In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder mit Alkoholikern unterhalten, die oft scon viele Jahre trocken waren, und dann einen Rückfall hatten. Nach dem "Warum?" gefragt, kam dann immer wieder sinngemäß die Antwort "Weil ich mich zu sicher fühlte". Und genau das ist es. Man darf sich als Alkoholiker nie zu sicher fühlen und muss immer wachsam bleiben. Der Alkoholteufel sitzt wohl auch noch nach Jahrzehnten der Trockenheit in uns und wartet nur auf einen Moment der Unachtsamkeit oder Leichtsinnigkeit von uns.

    Hallo endlich,

    für die Begriffs-Phrase "richtig Trocken sein", gibt es - glaube ich - keine allgemeingültige Definition.

    Ganz wichtig halte ich aber die Erarbeitung einer persönlichen, neuen Einstellung zum Alkohol. Die Frage ob ich wirklich trocken bin, hängt für mich ganz fest mit der Frage zusammen, was ich bezüglich des fehlenden Alkohols fühle. Fühle ich einen Verzicht? Bin ich traurig darüber, das ich jetzt, wo ich nichts mehr trinke, keinen wöchentlichen Rausch mit Freunden mehr "genießen" kann? Bin ich unglücklich darüber, wenn ich andere Menschen sehe, wie sie ihr Bier trinken und ich selber nicht "darf"? Ich denke, wenn man solche Gedankenmomente hat, ist man noch nicht wirklich "trocken" - und deshalb fühle ich mich auch noch nicht wirklich trocken, denn diese "Verzichtsgedanken" kommen auch bei mir immer mal wieder hoch - wenn auch immer seltener.

    Ich denke, "richtig Trocken" ist man, wenn der Alkohol im tagtäglichen Denken keine Rolle mehr spielt - natürlich bis auf die Vergewisserung der Tatsache, dass man als trockener Alkoholiker keinen Alkohol mehr trinken darf um keinen Rückfall zu riskieren.

    Hallo zusammen,

    Hallo Liv,

    vielen Dank für deine guten Wünsche, die ich selbstverständlich gerne auch an dich richte!

    Mir ging es auch in den letzten Tagen ziemlich gut, meine Gefühlslage hat sich insgesamt auch diese Woche wieder deutlich gebessert. Ich fühle mich lockerer und ruhiger als in den anstrengenden Tagen Ende März, den ganzen April und Anfang Mai. Ich merke wirklich, dass es jede Woche ein kleines Stückchen in meiner Gefühls- und Gedankenwelt bergauf geht und hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt! :D

    Am Mittwoch war ich in meiner Suchtberatungsstelle zu einer "Therapie-Vorbereitungs-Gruppe", wo Leute, die kurz vor Beginn einer ambulanten oder stationären Langzeittherapie stehen, offene Fragen stellen können usw. War sehr informativ.

    Am Donnerstag war ich bei meiner Hausärztin Blut abnehmen - wieder mal zur Kontrolle der Leberwerte, Creatin usw. Das Ergebnis erfahre ich am Dienstag. Passenderweise habe ich direkt davor im gleichen Ärztehaus bei einem Internisten einen Leberultraschall. Das wird also der "Tag der Wahrheit" werden. Da ich ja jetzt doch schon eine zeitlang trocken bin, hoffe ich, dass es nicht so schlimm wird. Körperlich bin ich top fit.

    Und was macht der schwarze Vogel auf der Schulter? Nun ja, er hält sich sehr bedeckt. Nur einmal kam es wieder zu einem "interessanten" Gedankengang: Ich habe im Fernsehen gehört, das (im Falle das Südafrika nicht mit den Vorbereitungen zur Fussball-WM 2010 rechtzeitig fertig wird), die WM dann wahrscheinlich wieder in Deutschland stattfinden wird (lt. Sepp Blatter). Worüber ich mich vor ein paar Monaten noch tierisch gefreut hätte, macht mir jetzt Sorgen. Ich war während der Fussball-WM fast täglich besoffen auf der Fanmeile - und habe das genossen. So ehrlich muss ich einfach sein. Ich habe mich gefragt, wie ich so ein Ereignis ohne Alkohol genießen könnte. - Tja und da war es wieder! Das Verzicht-Denken. Zeigt mir, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe, bis ich auch geistig richtig trocken bin.

    In der Hoffnung das Pfingsten nicht wie prognostiziert völlig ins Wasser fällt, verbleibe ich für heute mit lieben Grüßen und den besten Wünschen für 24 trockene Stunden!

    Blizzard

    Hallo Leuchtturm,

    ob du eine Entgiftung im Krankenhaus brauchst oder nicht, kann dir nur dein Arzt sagen. Aber mit Ärzten ist das allgemein so eine Sache. Meine Hausärztin ist eine sehr nette und kompetente Frau, aber mit Alkohol kennt sie sich nicht so besonders aus - und ich denke das geht vielen Ärzten so. Deshalb halte ich persönlich einen Besuch bei einer Suchtberatungsstelle als ersten Schritt für noch sinnvoller.

    Hier im Forum wird der stationären Entgiftung gegenüber der ambulanten Entgiftung der Vorzug gegeben. Das hat zweierlei Gründe: Einerseits können im Krankenhaus eventuell gefährliche werdende Entzugserscheinungen umgehend behandelt werden, andererseits wäre es auch für dich selbst ein konsequenter Schritt nach draussen, der erste Schritt in ein wirklich neues Leben.

    Wie gesagt: Lass dich beraten - von Arzt und/oder Suchtberatungsstelle.

    Nach der körperlichen Entgiftung kommt aber eigentlich erst die richtige Arbeit auf dich zu: Die Entwöhnungsphase. Du musst ein alltägliches Leben ohne Alkohol erstmal erlernen. Dieser Prozess nimmt viel Zeit in Anspruch (ich selber stecke wie viele hier mitten drin) und ist viel schwieriger als der rein körperliche Entzug. In dieser Phase gilt es auch, sich zu überlegen, ob eine eventuelle Therapie (ambulant oder stationär) Sinn machen würde.

    Bitte mach nicht den Fehler, den jetzt viele Leute in deiner Situation machen - nämlich zu denken, dass man selbst ja "gar nicht so schlimm dran ist", dass "andere Alkoholiker ja noch viel mehr trinken" usw.

    Dir geht es schlecht mit deinem Alkoholkonsum. Körperlich wie seelisch. Das nennt man bei uns "Leidensdruck". Dieser Leidensdruck hat dich auch hier her ins Forum geführt. Nimm diesen Leidensdruck ernst und unternimm was dagegen.

    Und denk dran: Um seine Alkoholabhängigkeit/krankheit in den Griff zu bekommen, ist wesentlich mehr notwendig, als einfach nur mit dem Trinken aufzuhören. Es bedeutet, ein neues Leben zu erlernen.

    Ich wünsche dir viel Glück dabei. In der Rubrik "Alkoholsucht im Alkoholikerforum" kannst du gerne mehr zu deiner persönlichen Geschichte schreiben.

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Leuchtturm,

    herzlich willkommen im Forum.

    Zuersteinmal: Versuche bloß nicht, "Rauchen aufhören" mit "Trinken aufhören" zu vergleichen. Diese beiden Drogen spielen in einer verschiedenen Liga.

    Ich habe auch vor ein paar Jahren problemlos mit dem Rauchen aufgehört. Das bedeutet jetzt aber im Bezug auf die Droge Alkohol rein gar nichts.

    Zweitens: Ich bin zwar kein Arzt, aber nach deiner Schilderung kann ich die Frage, ob du auch betroffen bist nur unumwunden mit "Ja" beantworten. Du betreibst seit Jahren permanenten Alkoholmissbrauch und die von dir beschriebenen Sympthome deuten auf eine starke Alkoholtoleranz hin, die jetzt womöglich in den ersten Entzugserscheinungen mündet. Das ist mein äußerer Eindruck und keine professionelle Diagnose.

    Aber gerade Schlafstörungen und nächtliches Schwitzen kennt hier ja fast jeder. Auch die psychischen Störungen die du beschreibst kommen oft vor. Ich hatte dieselben Probleme, v.a. was Besprechungen usw. betrifft. Alles bekannt.

    Also: Tu was! Geh zum Arzt oder noch besser zur Suchtberatungsstelle.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    hallo Phonix. Ja, ich lasse mittlerweile die Gefühle zu - ich kann vor ihnen auch gar nich weglaufen. Da ich momentan arbeitslos bin und meistens zu hause bin, kommen die unangenehmen Gefühle immer schubweise über den Tag verteilt und ich setze mich dann auch in aller Ruhe mit ihnen auseinander. Ich habe das subjektive Empfinden (von dem ich mir erhoffe, dass es sich in eine objektive Realität umwandelt), dass es bergauf geht. Aber irgendwie möchte ich es auch nicht verschreien. Zu oft wurde ich an diesem Punkt in der Vergangenheit enttäuscht. Diesmal werde ich vorsichtiger sein.

    Heute ging es mir wieder ziemlich gut. Das Wetter ist eine Wucht und ich kümmere mich um dies und jenes (Haushalt, Einkäufe usw.).

    Wenn da nur nicht diese beruflichen Sorgen wären :(

    Ich habe einfach keine Vorstellung was ich machen soll, was ich überhaupt machen will. Theoretisch könnte ich ziemlich viele Jobs machen. Dazu fehlt mir aber momentan einfach die Motivation den ersten Schritt zu gehen, was wohl daran liegt, dass ich immer noch Versagensängste (wegen meines letzten Jobs, während dem ich einen Alkohol-Rückfall mit herber persönlicher Psycho-krise hatte) habe.

    Naja, und dann kommen halt doch wieder die Fragen nach dem Sinn usw. Siehe frühere Beiträge von mir. Aber diese Momente der absoluten Beklemmung werden seltener und weniger intensiv. Und das gibt mir Mut.

    Der Blick wird wieder klarer. :)