Beiträge von Blizzard

    Zitat von Karsten

    Hallo Dania,

    wenn Du etwas über die AA wissen möchtest, frage es doch bitte in einem AA Forum.
    Wir haben hier nichts mit AA zu tun.
    Danke.

    Gruß
    Karsten

    Hallo Karsten,

    ich verstehe das nicht ganz. Ist es jetzt hier sogar schon verboten, sich über reale Angebote auszutauschen? Alles was der Nüchternheit und der sinnvollen, alkoholfreien Freizeitgestaltung dient, war doch hier immer Thema, oder? Ich kann mich jedenfalls noch an Zeiten erinnern, wo andere Vereine der Selbsthilfe nicht als "Konkurrenz" angesehen wurden, so wie es in deiner Erwiderung auf Dania rüberkommt.

    Konsequenterweise müsstest du jetzt ja dann alle möglichen Beiträge im Unterforum "Freizeitgestaltung" löschen, die auf andere Einrichtungen der Suchtselbsthilfe verweisen. Wo soll das enden?

    In den Selbsthilfegruppen in denen ich im realen Leben war, ist es jedenfalls nicht verboten, sich über Angebote anderer Träger auszutauschen.

    Bitte denke über diese Kritik nach, ohne mir gleich wieder den Abgang aus deinem Forum nahezulegen.

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Mandy,

    freue mich über dein Interesse. :D Bin derzeit noch am korrigieren. Ist recht mühsam, da ich derzeit beruflich auch schwer eingespannt bin. Aber der Text steht soweit, das Inhaltsverzeichnis, Gliederung, Vor- und Nachwort - alles fertig. Aber die eine oder andere Passage werde ich noch überarbeiten müssen. Ich hoffe, das ich Ende November das Manuskript rausschicken werde können. Dann werde ich auch ein paar Leseproben veröffentlichen. Ob das Buch dann aber jemals einen Verleger findet, das weiß ich natürlich nicht. :?:

    In diesem Sinne: Noch ein bisschen Geduld!

    Viele Grüße und weiterhin alles Gute!

    Blizzard

    Hallo Kalle-Theodor,

    ich möchte mich an dieser Stelle auch gerne als Bildungsfetischist äußern. Ich sehe die Sache ganz ähnlich wie du. Ich habe im letzten Jahr parallel zur Arbeit 2 Weiterbildungen gemacht, eine läuft noch die nächsten 3 Jahre...außerdem habe ich fast 100 Bücher gelesen, davon gut und gern 90 mal Fachliteratur.

    Das ist eine wunderbare, sinnvolle Art der Freizeitbeschäftigung und man kann sich selbst dabei fast zusehen, wie es einem im Leben vorwärtsbringt. Leben ist Bewegung. Leben ist Interesse an den Dingen die da draußen passieren und wie man sich da selbst am besten einbringen kann.

    Gruß,

    Blizzard

    Zitat von Frank2008

    Das ist genau das was ich zur Zeit erlebe. Lust gewinnen und Unlust vermeiden. Unser aller ureigenes Handlungsprinzip.


    Hallo Frank,

    ich fürchte hier unterliegst du einem Irrtum. Wenn wir prinzipiell nur nach Lust streben und Unlust vermeiden wollen würden, dann wäre das Leben ganz schön arm. Wir wären ja dann sozusagen "Sklaven der Lust". Ich bin überzeugt davon, dass unser ureigenes Handlungsprinzip "Sinn finden" heißt. Was wir suchen ist ein Sinn in unserem Leben, etwas für das es sich zu leben lohnt - denn allein so ein Sinn macht unser Leben lebenswert. Wie und wo dieser Sinn zu finden ist, dass ist die ureigene Aufgabe eines jeden Menschen - und es gibt tausende Antworten darauf.

    Haben wir einen Sinn, eine Aufgabe gefunden, stellen wir auch gerne mal unsere Lust zurück - und tun auch Dinge, zu denen wir vielleicht überhaupt keine Lust haben - wenn sie denn dafür nur sinnvoll sind.

    Wer sich nur nach Lust/Unlust orientiert, wird langfristig kaum glücklich werden. Der Mensch strebt halt nach mehr als nur nach Lustbefriedigung.

    Ich weiß, dass dieser Einwurf etwas off-topic ist, aber mir war diese Erwiederung einfach wichtig, da ich denke, dass dieser Gedanke der Vorrangigkeit von Sinn gegenüber von Lust zentral ist bei der Erreichung einer stabilen Abstinenz/Trockenheit.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    meine Postings werden, wie man sehen kann, immer seltener. Es hat wohl einfach damit zu tun, dass ich mich sehr sehr gut fühle und stabil im neuen Leben angekommen bin.

    Durch meinen Beruf bin ich jetzt immer mehr von der Position des Hilfesuchenden in die des Hilfeleistenden gerückt. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, auch wenn ich langsam merke, dass da deutlich mehr dahintersteckt, als ich in den ersten Wochen vermutet hätte. Die Anforderungen sind sehr anspruchsvoll und professionell. Kein "Wischi-waschi-08/15-wann ist Freitag-Job" mehr.

    Mein Buch ist so gut wie fertig, jetzt kommt die mühsame Arbeit des Fehler ausbessern, regriedieren, Erläuterungen einfügen, Fußnoten, Literaturhinweise usw. Anstrengende Kleinarbeit eben. Einen Verlag muss ich auch noch finden.

    Mit meiner Ausbildung in Logotherapie läuft es auch sehr gut - so gut sogar, dass ich nun vom Institutsdirektor gefragt wurde, ob ich nächsten Sommer einen (bezahlten) Vortrag halten würde - das Thema könne ich mir selbst aussuchen. Begeister habe ich zugesagt und werde über die Logotherapie als ergänzende Maßnahme zur Behandlung Süchtiger thematisieren. Das Konzept habe ich bereits geschrieben - ich freue mich darauf!

    Das Wochenende will ich nun zur aktiven Erholung nutzen, nachdem ich nun 12 Tage am Stück von früh bis spät gearbeitet, geschrieben, gesportelt habe und heute auch noch einen Weisheitszahn gezogen bekam. Bin doch einigermaßen groggy und freue mich jetzt auf einen ruhigen Abend mit meiner Frau.

    Herzliche Grüße an euch alle.

    Blizzard

    Hallo Leute,

    hier mein wöchentliches Update.

    Die Woche war wiederum sehr ereignis- und abwechslungsreich. Ich hatte seitens meines Arbeitgebers 2 Fortbildungen besucht, außerdem war diese Woche wieder Supervision. Ist echt interessant, was da so alles zum Vorschein kommt und wie sich die Dynamik in so einer Supervision entwickeln kann. Sehr produktiv, wie ich finde.

    Sportlich habe ich jetzt auch wieder begonnen, mich um mein Leichtathletik-Training zu kümmern, nachdem ich zuletzt nur noch Laufen und in der Kraftkammer war, aber nichts spezifisches mehr für den Zehnkampf gemacht habe.

    Gestern habe ich den autobiografischen Teil meines Buches beendet - soll heißen die "Rohfassung". Meine Frau wird sich die Sache nun in den nächsten Tagen durchlesen, verbessern und ihre Anmerkungen machen. Ich werde daneben an einem Anhang arbeiten, der mir persönlich sehr wichtig ist.

    Heute habe ich mich eigentlich auf einen ausgedehnten, langsamen Jogginglauf durch das herbstliche München gefreut, musste aber wegen starker Muskelbeschwerden im Bereich des rechten Fußgelenkes abbrechen. Danach habe ich der wohlverdienten Ruhe gefröhnt, machte ein Nachmittagsschläfchen und war anschließend in der Sauna. Jetzt bin ich wieder fit und freue mich schon auf die nächste Woche.

    Wenn ich selber so über die Frage nachdenke, was mich momentan so glücklich sein lässt - und in Hinsicht auf meine Trockenheit so stabil - dann ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Es geht echt was weiter. Alles wo ich irgendwie Energie rein stecke, bringt Ergebnisse - auch wenn man die nicht immer sofort sieht. Dadurch widerum macht es Spaß - die reingesteckte Energie ist SINNVOLL angelegt. Das Glück, habe ich rausgefunden, ist die Freude des Schaffenden an seiner Schöpfung. Und unter "Schöpfung" kann man nicht nur seine Arbeit verstehen, sondern natürlich auch seine Beziehung zu anderen Menschen. Auch diese müssen ja geschaffen und gepflegt werden. Es gibt soviele Möglichkeiten, sich in dieses Leben sinnvoll einzubringen - man muss sich nur überwinden und sich auf die Suche begeben. Offen und unvoreingenommen - sonst wird es nichts.

    Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich erstmal und wünsche allen Forumsmitgliedern einen guten Start in die neue Woche!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Zitat von Speedy53

    Hallo Blizzard,

    Speedy meldet sich zurück! :lol:

    Du liest Dich sehr gut und ich freue mich, dass Du Dich in der neuen Heimat so gut eingelebt hast! :lol:

    Wow... Marathon zu laufen ist schon eine Herausforderung! Wie ist es denn gelaufen?

    Hallo speedy,

    das freut mich aber, dass du wieder da bist. Möchtest du verraten, warum du zwischendurch so plötzlich weg warst? Musst aber natürlich nicht.

    Was den Marathon anbelangt: Wie gesagt, es war ja "nur" die 10 Kilometer Strecke, die ich Angriff nahm. Trotzdem war es schön - und anstrengend. München ist eine tolle Stadt, und der Streckenverlauf war Spitze.

    Apropos Marathon: Ich will jetzt nächstes Jahr in New York laufen. Dort wollte ich sowieso schon lange mal hin - und wo könnte es schöner sein, seinen ersten Marathon zu laufen, als im Big Apple? Das habe ich diese Woche beschlossen - wieder ein neues Ziel auf meinem Weg, auf das ich mich jetzt freue und das ich gewillt bin, in die Tat umzusetzen.

    Mit dem Buch geht es auch voran. Ich verarbeite darin meine persönliche Suchtgeschichte und meinen Weg in ein trockenes Leben. Es ist eine spannende Angelegenheit und macht auch viel Spaß.

    Das Wetter ist widerum sehr schön. Werde es gleich ausnutzen und mir gleich nochmal die Laufschuhe anziehen. Danach ist ein heißes Bad angesagt. Hach, gehts mir gut!

    Viele Grüße an euch alle!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    ich schreib mal wieder ein paar Zeilen.

    Die nun zu Ende gehende Woche war wiederum sehr gut. Ich habe in der Arbeit einige Fortschritte gemacht und die Gruppe an Klienten übernommen, die von Anfang an für mich vorgesehen war. Es lief sehr vielversprechend an, aber die Herausforderung ist trotzdem groß. Ich freue mich darauf und hoffe, erfolgreich zu sein.

    Sportlich läuft es auch ganz gut. Gleich mache ich mich auf zum München-Marathon, wo ich die 10km-Distanz in Angriff nehmen werde. Bin zwar nicht in Topform, aber das Wetter passt, die Stimmung wird gut sein - ich werde das Rennen einfach genießen. Der Zieleinlauf findet im Olympiastadion statt - das wird sicher ein ganz besonderes Erlebnis.

    Seit ich aufgrund der neuen Regeln nicht mehr im Vorstellungsbereich lesen kann, merke ich, dass meine Motivation zu schreiben sehr nachgelassen hat. Ich hatte dort immer das Gefühl mich am besten einbringen zu können, was nun nicht mehr möglich ist. Deshalb werde ich wohl in Zukunft hauptsächlich noch hier in meinem Thread schreiben.

    Viele Grüße + noch einen schönen Sonntag euch allen!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Micha,

    schön wieder mal von dir zu lesen! Ich gratuliere dir auch recht herzlich zu deinem 2. Trockenheitsgeburtstag.

    Gerade in den ersten Monaten, die für mich sehr schwierig waren, las ich sehr gerne und genau deine geistreichen, klar verständlichen und gut formulierten Postings. Ich möchte beinahe sagen: Von dir habe ich hier mitunter am meisten gelernt! Danke dafür!

    Und natürlich alles Gute für deinen weiteren Lebensweg!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    nun will ich mich mal endlich wieder melden, nachdem meine Einträge in letzter Zeit ja nun deutlich seltener geworden sind.

    Es geht mir gut. Nein, es geht mir hervorragend. Ich bin soweit zu sagen: Es ging mir in meinem ganzen Leben noch nie besser. Meine Tage sind ausgefüllt mit Arbeit, Sport, Fortbildung, Ehe und dem Verfassen meines ersten Buches. Alles macht sehr viel Freude. Der neue Job ist genau dass, wonach ich immer gesucht habe. Die Arbeitsbedingungen und das Team in dem ich gelandet bin, könnten besser kaum sein. Ich fühle mich da wirklich gut aufgehoben und zum ersten Mal in meiner beruflichen Karriere verdiene ich auch gutes Geld.

    Der einzige Wehrmutstropfen ist vielleicht der, dass ich durch die gute bayrische Küche seit meiner Ankunft schon mehr als 2 kg zugenommen habe. :shock:

    So verging der erste Monat mit neuem Job und neuer Wohnung wie im Fluge. Letzte Woche war ich mit meiner Frau im Möbelmarkt einkaufen - die Waren müssten am 7. Oktober geliefert werden - dann ist die Einrichtung auch endlich komplett.

    Interessant ist es vielleicht trotzdem zu erwähnen, dass ich weiterhin regelmäßig träume, wieder mit dem Trinken begonnen zu haben. Erst letzte Nacht sah ich mich im Traum in einem Speisewaggon eines Zuges stehen und eine Maß Bier bestellen. Dann überlegte ich die ganze Zeit (im Traum!) ob ich jetzt noch hier im Forum schreiben dürfe, wo ich doch eigentlich nicht mehr trocken bin. Es war sehr realistisch. Aber wie ich schon in der Vergangenheit betonte, zeigen mir diese Träume nur, wie nahe der Alkohol immer bleibt. Und sie bieten Gelegenheit, sich kritisch selbst zu reflektieren: Habe ich wirklich genug Abstand (auch geistig) zum Alkohol? Verändere ich unbewusst meine Verhaltensgewohnheiten im Vergleich zu den ersten Monaten meiner Abstinenz?

    Ein Thema ist hier in München natürlich momentan das Oktoberfest. Die "Wiesn" befindet sich keine 500m von meiner neuen Dienststelle im Zentrum Münchens entfernt. Immer wieder wird man mit dem Gedanken konfrontiert, ob man da auch einmal hingehen soll (ums einmal gesehen zu haben), oder eher nicht. Ich war dann auch einmal dort, jedoch natürlich nicht in den Sauf-Zelten, sondern auf dem ganz normalen Rummel. Trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack - war das jetzt richtig? Und vor allem: War das jetzt notwendig? Nein, war es definitiv nicht! Ich interessiere mich weder fürs Saufen, noch für irgendwelche Fahrgeschäfte, Geisterbahnen usw., noch für Lebkuchenherzen. Also, was habe ich dort verloren? Nach einem halbstündigen Spaziergang gingen meine Frau und ich dann schließlich wieder und investierten unser Geld lieber in eine zünftige Kalbshaxe.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    gerade musste ich etwas zucken...stimmt was mit meinem PC nicht? Warum ist speedy plötzlich nur noch als Gast aufgeführt? Gibt es eine Erklärung dafür???

    Bei mir läuft es weiterhin gut. Die neue Arbeit macht Spass und ich lerne dabei auch viel dazu. Zum Beispiel, wie professionelle, aber nicht selbst betroffene Suchthelfer viele Dinge mit etwas anderen Augen sehen. Gestern hatte ich einen tollen Arbeitstag mit einer großen Gruppe von Jugendlichen zum Thema Abstinenzentwicklung. Es war sehr spannend und - so hoffe ich - für alle gewinnbringend.

    Gleich ist Teamgespräch. Ich warte dabei mal auf die Reaktionen der anderen Kollegen und wie sie es empfunden haben. Vorher gehts aber noch zum Zahnarzt... :? Übrigens auch etwas, was ich mich während meiner nassen Zeit kaum getraut hatte. Jetzt, wo ich stabil trocken bin, habe ich davor keinerlei Ängste mehr - nur das übliche Unbehagen eben. Wer geht schon gerne zum Gebißschlosser?

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    oh, da habe ich wohl was verpasst.... :? .....herzlichen Glückwunsch zur künftigen Vaterschaft. Nüchtern und trocken wie du bist, wirst du sicherlich ein großartiger Papa werden. Ich freue mich für dich und wünsche euch alles Gute.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen und ein herzliches "Grüß Gott" aus Bayern,

    so - nun habe ich endlich wieder Telefon und Internetzugang. Hatte schon wieder nicht mehr richtig daran geglaubt ob das was wird mit der .......... Das ist der reinste Chaosverein....

    Bin also nun schon seit 2 Wochen in München. Es ist wirklich phänomenal hier. Die Arbeit, die Kollegen, die Trainingsbedingungen für den Sport, die Wohnung - alles könnte kaum besser laufen. Ich bin sehr zufrieden. Die Entscheidung von Berlin nach München zu wechseln war bisher goldrichtig.

    Werde von nun an auch wieder regelmäßíg hier im Forum schreiben. Habe ich die letzten Wochen auch einigermaßen vermisst.

    Ich freue mich auf die Zukunft! Viele Grüße an euch alle!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Erik,

    ich zähle mich zu den Alkoholikern, die äußerlich nicht besonders tief gestürzt sind und möchte dir daher gerne antworten.

    Für mich war das Trockenwerden unzertrennlich verbunden mit dem Aufbrechen alter Rituale, wo ich selber gerne getrunken habe. Dazu gehörte für mich z.b., das ich nicht mehr auf Fussballspiele im Stadion, Besuche von Kneipen (nicht Speiserestaurants!), Parties usw. Diese Veranstaltungen habe ich für mich gänzlich gestrichen - fühlte dabei aber auch keinerlei Verzicht - weil ich dort früher eh in erster Linie wegen des Saufens war und es mir gar nicht vorstellen konnte, in diesen Umgebungen nüchtern zu sein. Also habe ich es gemieden.

    Ansonsten habe ich gelernt zu unterscheiden. Wenn z.B. Freunde mit mir Essen gehen wollen, von denen ich weiß, dass sie unter Essen ein Schnitzel und 5 Flaschen Bier + Absacker verstehen, dann werde ich dieses Angebot nicht wahrnehmen. Wenn aber z.B. meine Schwiegereltern mit mir essen gehen wollen und meine Schwiegermutter nach Essen nebst Apfelschorle ein kleines Glas Wein trinken will, dann kann ich das mir selbst gegenüber verantworten.

    Und nur darauf kommt es an! "Dürfen" tust du alles? Aber was willst du dir selbst gegenüber verantworten? Was kannst du dir selbst gegenüber verantworten?

    Da man gerade am Anfang noch sehr unerfahren ist, was den Umgang mit dem Suchtgedächtnis betrifft, sollte man hier besonders vorsichtig sein und lieber einmal zu oft jemanden absagen, als einmal zu wenig. Mit der Zeit wirst du dann schon merken, was du langfristig tun kannst und was du bleiben lassen solltest. Unterschätze aber nicht die unsichtbare Wirkung des Alkohols auf dein Unterbewusstsein!! Jeder Eindruck, der von Aussen auf uns eintrifft, wird von unserem Hirn verarbeitet - und manchmal viel später erst in ganz anderem Zusammenhang wieder aufgetaut!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo sokid,

    Zitat von sokid

    Trotzdem hätte ich vor noch vor kurzem mir nicht vorstellen können, dass es mal wieder halbwegs normal geht ;)


    das ist ja gerade das Fatale! Wir (ich beziehe hier deutlich mich selber ein, weil ich da offensichtlich ähnlich wie du veranlagt bin) zweifeln manchmal, v.a. wenn es uns schlecht geht, total und vermuten in einem Anfall von purer Verzweiflung, dass es nie wieder gut werden wird. Was für ein Quatsch! So ging es mir allerdings die ersten 6 Monate in meiner Abstinenz auch oft - und noch heute merke ich hin und wieder (aber sehr selten zum Glück!), dass da eine Art "Mechanismus" in mir ist, der bei einer kleinen Krise sofort das große Unglück auf sich zukommen sieht.

    Ich denke einfach, dass hängt damit zusammen, dass man anfangs noch sehr labil ist und hinter negativen Gefühlen, die möglicherweise unvermutet auftreten, sofort einen psychischen Zusammenbruch auf sich zukommen sieht....zumindest mir ist es öfters so gegangen!

    Im Laufe der Zeit lernt man dann aber, dass solche psychischen Up and Downs völlig normal sind - und keine Grund zur Panik darstellen, sondern einfach zum Leben dazugehören. Und diese Erkenntnis wiederum führt zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, wodurch dann wiederum diese negativen Phase seltener und kürzer werden - weil man ihnen einfach nicht mehr die Bedeutung beimisst. Das ist dann sozusagen ein positiver Kreislauf nach oben!


    Zitat von sokid


    Gedanken mach ich mir noch viel was den Besuch einer SHG angeht bin aber letztendlich noch zu keiner Entscheidung gelangt wie ich es angehe. Das eine notwendig ist, ist mir natürlich bewußt.

    Diese Gedanken hatte ich letzten Sommer auch. Ich suchte nach einer passenden SHG, fand aber keine. Die wo ich war, sagten mir von der Art, bzw. vom Personenkreis bzw. Alter nicht zu. Dann habe ich erkannt, dass ich meine Selbsthilfegruppe bereits gefunden hatte - und zwar hier im Forum. Hier habe ich zwar keinen Blickkontakt, bin aber 100 % ehrlich und offen - was eine viel wichtigere Voraussetzung für wirkungsvolle Selbsthilfe ist, als die körperliche Anwesenheit.

    Mach dir also deswegen keine Sorgen - eine SHG hast du ja schon gefunden. Und die tagt jeden Tag fast rund um die Uhr!

    Solltest du doch noch eine andere SHG suchen - dann tue dies - mach dich aber nicht verrückt, wenn es nicht so schnell was wird.

    Viele Grüße,

    Blizzard