Hallo Leute,
nun will ich mich mal endlich wieder melden, nachdem meine Einträge in letzter Zeit ja nun deutlich seltener geworden sind.
Es geht mir gut. Nein, es geht mir hervorragend. Ich bin soweit zu sagen: Es ging mir in meinem ganzen Leben noch nie besser. Meine Tage sind ausgefüllt mit Arbeit, Sport, Fortbildung, Ehe und dem Verfassen meines ersten Buches. Alles macht sehr viel Freude. Der neue Job ist genau dass, wonach ich immer gesucht habe. Die Arbeitsbedingungen und das Team in dem ich gelandet bin, könnten besser kaum sein. Ich fühle mich da wirklich gut aufgehoben und zum ersten Mal in meiner beruflichen Karriere verdiene ich auch gutes Geld.
Der einzige Wehrmutstropfen ist vielleicht der, dass ich durch die gute bayrische Küche seit meiner Ankunft schon mehr als 2 kg zugenommen habe. 
So verging der erste Monat mit neuem Job und neuer Wohnung wie im Fluge. Letzte Woche war ich mit meiner Frau im Möbelmarkt einkaufen - die Waren müssten am 7. Oktober geliefert werden - dann ist die Einrichtung auch endlich komplett.
Interessant ist es vielleicht trotzdem zu erwähnen, dass ich weiterhin regelmäßig träume, wieder mit dem Trinken begonnen zu haben. Erst letzte Nacht sah ich mich im Traum in einem Speisewaggon eines Zuges stehen und eine Maß Bier bestellen. Dann überlegte ich die ganze Zeit (im Traum!) ob ich jetzt noch hier im Forum schreiben dürfe, wo ich doch eigentlich nicht mehr trocken bin. Es war sehr realistisch. Aber wie ich schon in der Vergangenheit betonte, zeigen mir diese Träume nur, wie nahe der Alkohol immer bleibt. Und sie bieten Gelegenheit, sich kritisch selbst zu reflektieren: Habe ich wirklich genug Abstand (auch geistig) zum Alkohol? Verändere ich unbewusst meine Verhaltensgewohnheiten im Vergleich zu den ersten Monaten meiner Abstinenz?
Ein Thema ist hier in München natürlich momentan das Oktoberfest. Die "Wiesn" befindet sich keine 500m von meiner neuen Dienststelle im Zentrum Münchens entfernt. Immer wieder wird man mit dem Gedanken konfrontiert, ob man da auch einmal hingehen soll (ums einmal gesehen zu haben), oder eher nicht. Ich war dann auch einmal dort, jedoch natürlich nicht in den Sauf-Zelten, sondern auf dem ganz normalen Rummel. Trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack - war das jetzt richtig? Und vor allem: War das jetzt notwendig? Nein, war es definitiv nicht! Ich interessiere mich weder fürs Saufen, noch für irgendwelche Fahrgeschäfte, Geisterbahnen usw., noch für Lebkuchenherzen. Also, was habe ich dort verloren? Nach einem halbstündigen Spaziergang gingen meine Frau und ich dann schließlich wieder und investierten unser Geld lieber in eine zünftige Kalbshaxe.
Herzlichst,
Blizzard