Beiträge von Ette

    Hallo,

    dieser Tage, als ich nach all der Hitze vollkommen ausgelaugt nach hause kam, wurde ich erwartet.

    Ein Eichhörnchen saß auf dem Weg vor meiner Haustür. Auf den Hinterbeinen sitzend, sah es mir mit schief gelegtem Kopf entgegen, so nach dem Motto: Wo bleibst du denn? Ich musst laut lachen, als ich es so erwartungsvoll sitzen sah. Na ja, damit hab ich es zwar vertrieben, aber es hat mich in den Genuss eines befreiten Lachens gebracht, obwohl ich an dem Tag nichts zu lachen gehabt hatte.

    kaltblut : Schön, dass du "bei mir" mal wieder vorbeischaust. Ich hatte schon gedacht, du wärest nicht mehr hier.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    ich lese hier und lese, und finde immer wieder einen Spiegel, der mir meine Vergangenheit zeigt. Teilweise bin ich erschrocken, weil ich mich in all meiner Realitätsfremde wiederfinde. Ich war eine Meisterin im Ignorieren von Tatsachen, die nicht meiner Sicht der Dinge entsprachen. Dieses Ignorieren und auch meine verschobene Realität konnte ich wortreich erklären und begründen. Im Nachhinein habe ich gemerkt, dass auch das viel Energie gefressen hat und mich nicht zur Ruhe kommen ließ. Unzufrieden wurde ich darüber, dass ich nicht überzeugen konnte, dass meine Sicht die richtige sei. Besonders meinem Ex gegenüber insistierte ich geradezu, wenn ich der Meinung war, ich wüsste, was für ihn der richtige Weg sei.

    Na ja, eigentlich begegnen mir jeden Tag und in allen möglichen Situation Menschen, die meiner Meinung falsch handeln. Dabei handeln sie nur auf IHRE Weise. Co-abhängiges Verhalten fällt mir nicht nur hier auf. Aber es muss jeder für sich selbst entscheiden, wann er die Realität akzeptiert und sich nicht mehr weiter in illusionären und verleugnenden Verhaltensmustern halten möchte. Oder die Opferrolle über hat und endlich für sich etwas verändert. Mir kommt dann immer ein Satz in den Sinn, der mir von trockenen Alkoholikern immer wieder gesagt wurde, wenn ich mich beklagte, dass mein Ex nicht wirklich trocken werden wollte: Er ist noch nicht soweit.

    Bei uns Co´s ist es ganz genauso. Die Realität ist oft zu schmerzhaft für uns selbst, dass wir sie noch nicht ertragen können und wollen und uns lieber in Illusionen und Verleugnung flüchten. Als ich das tat, war ich ganz einfach auch noch nicht so weit, etwas verändern zu wollen und zu können. Und mit Verändern meine ich nicht, ins Kino zu gehen oder sich einen neuen Partner zu suchen. Für mich hieß verändern, zu lernen, mit einem anderen Menschen aber auch alleine zufrieden zu leben. Ohne den Drang, ständig von Anderen anerkannt zu werden.

    Zu meiner Vergangenheit finde ich nicht nur hier den Spiegel, sondern auch in täglichen Situationen. Es ist mir inzwischen deutlich leichter geworden, einfach in den Spiegel zu sehen und zu akzeptieren. Ich muss nicht mehr alle Menschen davon überzeugen, dass meine Sicht der Dinge die richtige ist. Ich kann abwarten, ob sie vielleicht selbst drauf kommen. Na gut, Fragen kann ich stellen, aber die Antworten kann jeder sich selbst geben.

    LG
    Ette

    Zitat von Paddy


    Das bedeutet nicht für mich, dass ich jetzt wieder auf eien coabhängige Weise suche, warum mein Partner trinkt etc, sondern dass ich verstehe, was auch ICH in ihm auslöse. Warum hat er nach mir ge'sucht'.

    Guten Morgen Paddy,

    was löste denn dein Partner in dir aus? Warum hast DU nach IHM gesucht?

    LG
    Ette

    Zitat von Paddy

    heute kam ich mal wieder ins Grübeln. Stellte mir die Frage, warum wir coabhängige doch imemr anch den gleichen Msutern arbeiten. Uns für unsere Partner aufopfern, ihnen helfen und dann zum Schluß dafür zum Dank gedemütigt, beschimpft, ausgelacht, erniedrigt etc. werden.

    Hallo Paddy,

    ja, ich habe darüber schon nachgedacht. Allerdings gingen meine Gedanken nur zu der Zeit den gleichen Weg wie deine, als ich noch voll in meiner Co-Abhängigkeit steckte. Für meine Genesung ist es vollkommen irrelevant, warum mich mein trinkender Ex-Partner behandelte, wie er es tat. Viel wichtiger war für mich, herauszufinden warum ICH es mir gefallen ließ. Denn das ist der einzige Ansatzpunkt für mich gewesen, etwas für mich zu verändern.

    Warum sich mein Ex so verhielt, wie er es tat, wird mir als nicht Alkoholabhängige immer ein Rätsel bleiben. Genauso wenig, wie jemand, der nicht co-abhängig ist, versteht, warum wir Co´s uns soweit selbst aufgeben, dass wir nur noch durch sein Verhalten „gelebt werden“.

    Hast du denn schon mal darüber nachgedacht, warum du dir das alles gefallen ließest? Und darüber, dass man sich Liebe nicht verdienen kann?

    LG
    Ette

    Hallo Susanne,

    Kontrolle an sich ist ja nicht unbedingt negativ. Im Gegenteil, manchmal ist sie sogar sehr wichtig. Allerdings ist das Problem, dass das Kontrollverhalten in einer Suchtbeziehung auf den trinkenden Partner bezogen ist. Und da können wir kontrollieren so viel wir wollen, wir werden SEIN Leben nicht unter Kontrolle bekommen.

    Für mich selbst ist es schon wichtig, meine Verhaltensmuster immer mal wieder auf den Prüfstand zu stellen und zu kontrollieren, ob ich nicht wieder in alte Muster abtriffte. Kontrolle über mein eigenes Leben ist ebenfalls wichtig für mich. Die hatte ich ja aufgeben, um genug Zeit für die Kontrolle über das Leben meines trinkenden Ex zu haben. Für mich ist die Kontrolle über mein eigenes Leben und mein eigenes Verhalten ein Teil meiner Genesung.

    LG
    Ette

    Hallo StrayCat,

    herzlich willkommen hier im Forum. Es ist der erste Schritt zu einem zufriedenen Leben, das nicht mehr vom Alkohol bestimmt wird.

    Du schreibst an anderer Stelle, dass du dich als co-abhängig siehst. Woran erkennst du das für dich?

    LG
    Ette

    Hallo Caro,

    ich finde deine Selbstreflektionen sehr schön und treffend. Zudem finde ich mich in Vielem wieder. Wie ich grad schon beim currlinger geschrieben habe, das Seinlassen von allen Aktivitäten, die eine Beziehung lenken und lange Zeit auch aufrecht erhalten, hatte für mich den damals wichtigen Grund, die Kontrolle zu behalten. Und in meinerr realen SHG und auch hier sehe ich immer wieder, dass das der Knackpunkt ist, den es gilt, zu erkennen und sich einzugestehen.

    LG
    Ette

    Hallo,

    gestern hatte ich einen recht aufregenden Tag. Er dauerte auch bis in den Abend hinein. Ich war mit unterschiedlichen Menschen zusammen, hatte jede Menge neuer Eindrücke. Und am Abend, als ich gegen 21 Uhr nach hause kam, ein unbeschreiblich gutes Gefühl, in meine vier Wände zurück zu kommen. Nicht, dass mir der Tag keine Freude gemacht hätte, aber in die Stille, in der ich einfach nur ich sein kann, zurück zu kommen, waren ein schönes Gefühl. Früher hätte ich nur die Tatsache als positiv bewertet, dass jemand am Bahnsteig stand und mich abholte. Das Nachhausekommen in die leere Wohnung wäre ein Wermutstropfen gewesen. Heute sind diese Situationen beide schön. Dass ich es heute genießen kann, die Tür hinter mir zuzumachen, bis dahin war es ein ganz schön langer weg. Es hat mal jemand zu mir gesagt, ich würde einen geläuterten Eindruck machen. Ich finde das eine gute Beschreibung. Geläutert – durch schwierige Situationen stärker und unabhängiger werden. So empfinde ich es.

    LG
    Ette

    Hallo Hartmut,

    deine Frage ist für mich gar nicht so leicht zu beantworten. Denn sie berührt mein gesamtes Leben. Das Trinken meines Partners war nur die Spitze des Eisberges. Dass „darunter“ noch ganz viel im Argen lag, konnte ich erst annehmen, als es mir ziemlich schlecht ging und ich eine eigene Therapie machte.

    Die Strukturen, die mich helfen ließen, fast bis zum Umfallen, waren schon immer in mir vorhanden. Und doch hatte ich zu Anfang den Eindruck, dass mein Partner mich krank gemacht hat. Genau die gleiche Wut auf den Partner, die ich hier oft lesen kann, hatte ich als sich die Situation zuspitzte und er wieder richtig drauf war nach einem Rückfall. Erst in der Therapie begriff ich, dass ich ein eigenes Problem habe. Ein kleines Ego, dass sich hinter Ratschlägen für alle versteckt, das sich stärkt durch Helfen, ohne dass diese Hilfe konkret eingefordert wird. Leistung, etwas schaffen müssen, um anerkannt zu werden, waren ein weiterer Gesichtspunkt, den ich an mir feststellte. Ich wollte die Frau sein, mit der ER nicht mehr trinkt. Als er es doch wieder tat, hatte ich ein Versagensgefühl und Wut, weil er mir das antat.

    Zufrieden war ich im Grunde nie wirklich. War das eine Ziel erreicht, musste es gleich weiter gehen. Immer den Thrill des Neuen, nur keine Zeit alleine verbringen, denn das war für mich verlorene Zeit, mit der ich nicht wirklich etwas anfangen konnte. So, wie ein Alkoholiker trinkt, um seine Situation erträglich zu machen, so habe ich mich mit Menschen umgeben, um die für mich unerträgliche Situation des Alleinseins nicht ertragen zu müssen.

    Es war für mich ziemlich schwer, erkennen zu müssen, dass das, was ich ihm angekreidet habe, letztendlich schon ganz lange vor ihm da war. Ich musste mir eingestehen, dass meine Selbstsicherheit, die ich nach außen zeigte, so etwas wie ein Potemkinsches Dorf war. Aus diesem Grund fiel es mir auch sehr schwer, mit Kritik umzugehen, sie nicht persönlich zu nehmen sondern lediglich auf die Fakten zu reduzieren, die kritisiert wurden.

    All das hörte auch nicht schlagartig auf, als ich von ihm getrennt war. Aber dann hatte ich keinen „Schuldigen“ mehr. Das zu erkennen, dass alles in MIR liegt, war für mich wirklich heftig. Und endlich, nach fast einem halben Jahrhundert Leben, wurde es mein Ziel, das zu verändern. Souveränität, Zufriedenheit und die Fähigkeit, ohne meine Suchtmittel „Beziehungen“ klarzukommen, wurden nun endlich MEIN Ziel. Meine Schwachpunkte akzeptieren und daran zu arbeiten stellte ich mir zur Aufgabe. Und es ist eine langwierige Aufgabe. Lebenslänglich, vergleichbar mit der Alkoholkrankheit, die ja auch nicht aufhört, nur weil jemand mit dem Trinken aufhört.

    Keiner will gerne krank sein, und schon gar nicht in der Psyche. Abhängigkeiten basieren aber auf psychischen Problemen. Mir das einzugestehen, war für mich das schwerste. Aber erst als ich das getan hatte, konnte ich an mir selbst etwas verändern. Denn etwas, was ich nicht sehen will, kann ich nicht verändern. Eine Beziehung zu einem Alkoholiker ist eine hervorragende Möglichkeit, die eigenen Defizite auszublenden. Schließlich nimmt seine Krankheit einen breiten Raum im Familien- oder Paarleben ein. Und solange der Fokus auf seiner Krankheit, seinem Fehlverhalten liegt, brauch Frau Co im Leben nichts zu verändern. ER ist ja schließlich der Kranke, an dessen Verhalten alles hängt.

    LG
    Ette

    Zitat von Trauerkloss

    Hat von euch schon mal jemand seinen kranken Partner dazu bekommen, eine Familienaufstellung zu machen oder, falls Kinder und Jugendl. da sind, die auch zur Hilfe zu bewegen, oder die wollten keine Beratung.??
    So wie meine, die wollen noch keine Beratung.
    Was war der Knackpunkt bei den Alkoholiker-Partnern, falls sie den Weg weg vom Alkohol gesucht haben, Therapie....???
    Ich gehe nächste Woche evtl. zu einem Vortrag, was mit meinem kranken Mann mit dem Körper passiert, wenn er so weiter trinkt.
    Vielleicht finde ich dann den Mut, es ihm zu sagen, aber er möchte es dann wohl nicht verstehen.

    Hallo Trauerkloß,
    ich hab lang überlegt, ob ich dir überhaupt antworten sollten. Immer wieder machst du neue Threads auf mit Fragen, die in der Regel nicht dich selbst, sondern deinen Mann betreffen. Sag, liest du eigentlich unsere Antworten? Ich habe nicht wirklich den Eindruck. Aber du reklamierst, dass so und so viele Leute deine Frage gelesen haben und dir nicht antworten. Warum antworten sie dir wohl nicht? Also – ich hab mit meiner Zeit in der Regel Besseres zu tun, als jemanden zu antworten, der die Antwort im Grunde, so scheint es mir jedenfalls, gar nicht wirklich wissen will.

    Ich habe den Eindruck, nicht nur dein Mann möchte nicht verstehen. In der Zeit, in der du hier schreibst, sind dir schon etliche Tipps und Anregungen zuteil geworden. Was hast du damit angefangen? Weiter nach Möglichkeiten zu suchen, wie du deinen Mann dazu bringen kannst, dass er ein Problem einsieht, von dem du meinst, dass er es zu haben hat, ist nicht der Anspruch, den dieses Forum erfüllen kann.

    Hier liegt ganz klar der Fokus darauf, das zu ändern, was wir ändern können. Und das ist in deinem Fall ganz klar die Tatsache, dass DU SELBST für dich einen Weg finden solltest, wie dein Leben zufrieden sein kann, ganz egal, ob dein Mann trinkt oder nicht. Und hier sehe ich in deinem Agieren keinen Deut Unterschied zum Verhalten deines Mannes. Er sieht sein Alkoholproblem nicht und du ignorierst deine eigene Abhängigkeit. Wenn du jedoch lieber zu einem Vortrag gehst, in dem über die Schäden des abhängigen Trinkens referiert wird, als dich um deinen eigene Abhängigkeit zu kümmern, ist das DEINE Entscheidung. Zielführend für die Lösung DEINES Problems finde ich sie nicht.

    Ette

    Hallo Julchen,

    ich kann verstehen, dass dich das Trinken und Verhalten deines Mannes belastet. Aber wie Yvonne schon schreibt, was machst du, damit es DIR gut geht? Aus deinen Postings lese ich, dass du in deiner Stimmung sehr vom Verhalten deines Partners abhängig bist.

    Zitat von julchenazul

    Ich kann nicht mehr weiter so machen.... Wann hört das bloß alles auf???

    Fragst du wohl auch deshalb. Nun, die Antwort liegt in dir selbst. Denn es hört auf, wenn du für dich sagst, es ist genug. Es ist DEINE Entscheidung, ob es aufhört oder nicht.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Doro,

    schön, dass es dir gut geht.

    Bei mir war ein falscher Eindruck entstanden, weil du hier sehr wenig präsent warst. Nun ist mir das verständlich. Danke dir.

    Ja, unsere Helferstrukturen dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, sonst machen sie sich wieder breit.

    Ich wünsch einen schönen Tag

    LG
    Ette

    Guten Morgen Dagmar,

    es tut mir leid, was mit deiner Arbeitskollegin passiert ist und ich kann deine Fassungslosigkeit und Trauer nachvollziehen. Du hast über ihr schwieriges Leben geschrieben. In solchen Situationen beneide ich Menschen, die wirklich mit dem christlichen Glauben leben können. Denn diese hätte in der gleichen Situation gesagt, dass deine Kollegin von ihrem schweren, anstrengenden Leben befreit worden ist. Für dich ist das im Moment sicherlich ein schwacher Trost, weil du die Sinnlosigkeit dieses Todes wahrnimmst. Vielleicht hatte er aber doch einen Sinn - nur erkennen wir ihn nicht.

    LG
    Ette

    Zitat von loreen1

    ja das chaos, das wir um uns versammeln, das hält einen ganz doll in action.

    Hallo und guten Morgen,

    loreen1 : ich hab mir mal einen Satz von dir geklaut, den du bei Nancy geschrieben hast, weil er mich angerührt hat und etwas in mir zum Klingeln brachte.

    Ich halte den Satz nämlich für eine bezeichnende Tatsache, die gerne bei Co´s auftritt. Auch wenn ich in schweren Zeiten immer wieder über das Chaos in meinem Leben jammerte, hat es mir doch die Tage gefüllt. Ich hatte immer etwas, worum ich mich kümmern musste, fühlte mich immer beschäftigt und wichtig. Dann zog ich „meinen Alki“ aus der gemeinsamen Wohnung aus. Hmmm..... kein Chaos mehr? Denkste! Ich war die, die als erste im Büro war und als letzte raus. Jeden Abend eine Verabredung – Weiberstammtisch, Internet-Bekanntschaften, Blind dates, Gruppenstunde, Fortbildung. Kurz – nur keinen wachen Moment alleine verbringen. Wenn mir jemand sagte, dass ich ein chaotisches Leben führe, dann war ich noch stolz darauf, weil ich der Meinung war, ein ausgefülltes Leben zu führen. Schließlich hatte ich immer einen vollen Terminkalender, war immer in Action. Hatte ich diese Action nicht, tigerte ich recht ziellos durch die Wohnung, musste mich zwingen, notwendige Dinge zu erledigen.

    Okay, bei den notwendigen Dingen brauche ich immer noch recht lang, bevor ich sie in Gang schiebe. Aber mein Freizeitverhalten hat sich deutlich verändert. Und zwar in dem Maße, wie ich selbst mit mir besser klar kam. Ich habe gelernt, mich auszuhalten, auch wenn keine Action ist. So gesehen hat sich mein Leben sogar drastisch verändert. Ich nehme mir sehr viel Zeit für mich. Nun lebe ich auch alleine – ohne Mann, ohne Kinder. Aber genau das war es, was ich früher nicht ertragen konnte – allein sein. Noch immer koche ich lieber, wenn ich jemanden zum Essen eingeladen habe, aber ich esse auch allein gesünder und vollständiger als ich das früher getan habe. Sorge also besser für mich. Ich unternehme auch Dinge alleine, weil ich sie dann in meinem Rhythmus tun kann und keine Chaos habe.

    Inzwischen kann ich die „chaos-freie“ Zeit, mein entschleunigtes Leben, zufrieden genießen und fühle mich trotzdem lebendig. Ich habe gelernt, mich auszuhalten, ohne dass ich mich durch Action ablenken oder „berauschen“ muss. Ein leerer Terminkalender ist für mich nicht mehr das Synonym für ein leeres Leben.

    LG
    Ette

    Hallo Dani,

    du wirst es nicht glauben, aber ich krieg das mit der Zufriedenheit auch ohne deine Bügelwäsche hin. Tut mir ja leid für dich ;)

    Heute gibt es bei mir erst mal neue Rosen, damit es nächstes Jahr rote Rosen für mich regnen kann.

    LG
    Ette

    Hallo Doro und guten Morgen,

    mir fällt auf, dass du in sehr vielen Threads unterwegs bist, aber nur sehr wenig in deinem eigenen. Also uns wenig an deiner eigenen Weiterentwicklung teilhaben lässt. Schade!

    Oder hast du die Fürsorge, die du vorher deinem Partner angedeihen ließest, durch Schreiben in den anderen Threads ersetzt? Aber vielleicht hast du deinen eigenen Thread ja auch einfach nicht mehr gefunden, weil er so weit im Hintergrund verschwunden war. Ich hab ihn dir mal ein wenig nach vorn geholt.

    Zitat von Doro


    Tja, die Kunst im Umgang mit solchen armen, potenziell gewalttätigen Irren ist es wohl, einerseits die Bedrohung ernst zu nehmen aber andererseits keine Angst zu haben. :roll:

    Ganz ähnlich geht es uns schließlich mit uns selbst. Wir armen irren Co´s haben vor uns selbst und unserer inneren Leere so viel Angst, dass wir lieber helfen. Hilfe, die wir geben, in welcher Form auch immer, gibt uns schließlich die Legitimation, nicht auf uns selbst zu gucken.

    Ich wünsch dir einen sonnigen Sommertag.

    Ette

    Ach Leute,

    ich finde Urlaub und Sommer soooo toll! Auch wenn mich die Hitze ganz schön schlaucht. Aber dann genieße ich einfach meine Siesta in der Mittagszeit und die kühlere Luft in den frühen Morgenstunden oder den Gewitterregen am Abend. Herrlich!

    Danke, Gotti, für die guten Wünsche. Sie wirken schon :-).

    Selbst das frühmorgendliche Bügeln macht mich zufrieden. Eine Armada frisch gebügelter Blüschen hat schließlich auch etwas – etwas geschafft zu haben, vor dem ich mich immer wieder drücke.

    So, und jetzt verschwinde ich im Regenzimmer. Bügeln ist schließlich schweißtreibend.

    LG
    Ette

    Hallo coole crevette ;-),

    wie geht es dir denn inzwischen sonst so? Was macht deine Gefühlswelt?

    Das Thema mit den Nicks finde ich genauso spannend wie du. Manchmal sitz ich kopfschüttelnd vor dem Bildschirm und denke, dass so eine "Namensgebung" doch ne ganze Menge aussagt.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Neraa,

    hmm, eine vertrackte Situation, in der du da steckst, finde ich. Meine erste Frage: Warst du bei dem Arztbesuch dabei? Ansonsten bin ich der Meinung, dass selbst unsere Hausärzte in der Regel wenig Kenntnis über Alkoholismus haben. Mein eigener Hausarzt, den ich wirklich sehr schätze in all seinen Fähigkeiten, macht da keine Ausnahme. Deshalb hatten wir schon öfter mal längere Gespräche, die dieses Thema zum Inhalt hatten. Ich glaube nicht, dass du dich in etwas hineinsteigerst. Der Alkoholkonsum deines Mannes stört dich. Das ist das, was für dich zählen sollte, denke ich. Ich hatte damals immer das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, wenn er trank. Hab mich aber immer wieder „belatschern“ lassen. Irgendwann war es nicht mehr zu verbergen, dass er rückfällig war und als es dann endlich heraus war, war es für mich eine Art Erleichterung. Denn ich habe festgestellt, dass ich meinen Gefühlen diesbezüglich trauen kann.

    Andererseits, wenn ich lese, dass sich dein Mann zum einen Mühe gibt, sich wieder mehr mit der Familie zu befassen, auf der anderen Seite aber Bier trinkt, wenn es auch alkoholfrei ist und nur zwischendurch normales, dann habe ich so meine Bedenken, trotz normaler Leberwerte. Aber ich bin eben keine Ärztin, denke aber, dass sich Alkoholabhängigkeit nicht nur an Leberwerten festmachen lässt.

    Zudem lese ich aus deinen Zeilen, dass du letztendlich nicht genau weißt, was du in dieser Beziehung eigentlich erreichen möchtest bzw. ob überhaupt noch genug Gefühle vorhanden sind, sie aufrecht zu erhalten. Eine Paartherapie und auch deine eigene Therapie können dir sicherlich helfen, für dich hier Klarheit zu finden. Dazu ist es aber auch erforderlich, dass du den Fokus auf dich selbst richtest. Ich kann verstehen, dass du es als ungerecht empfindest, dass du nun an dir arbeiten sollst und es für deinen Mann ausreichend erscheint, deutlich weniger zu trinken. Bei seinem Trinkverhalten fällt mir als erstes „ruhig stellen“ ein. Aber das ist nur MEIN Eindruck. Deine eigene Therapie, dein an dir arbeiten birgt doch für dich den Vorteil der Weiterentwicklung. Du darfst und kannst an dir arbeiten. Das kann für dich nur positiv sein, egal, aus welchen Gründen du sie jetzt beginnst. Vielleicht ergeben sich dann weitere Schritte ganz von allein.

    LG
    Ette