Beiträge von Ette

    Zitat von Karotte

    Hallo Co./Co., ich habe mir die Stelle ja nicht ausgesucht. Es ist eine Abm und ich mache da eigentlich Projekte...aber es fand sich keine Person (es gibt 6 Abms) für das Büro. Und da ich ähnliches schonmal gemacht habe und die Leitung der Gruppe machen muß hängt das grad alles an mir.
    Ich habe eine Art Kunststudium gemacht und bin einfach nicht der Typ für so Bürokratenzeugs...Heute hat sich da einiges rauskristalisiert und ich muß da auf jeden Fall nochmal mit Cheffe reden....tja, so sieht es aus.

    Hmmm....Karotte, liegt es nicht vielleicht ein wenig an der Tatsache, dass du nun sagen musst: ich mache Bürokram? "Ich mache Projekte" klingt ja dann doch irgendwie besser. Wenn sich für den Bürokram keiner gefunden hat, warum musst ausgerechnet du es dann machen? Und dazu noch die Gruppenleitung! Hmmm, kann es sein, dass du vielleicht doch "hier" gerufen hast, für die Dinge, für die sich kein anderer fand? Es ist so ein Karma bei den Co´s. Sich für alles zuständig und verantwortlich fühlen, nur nicht für sich selbst.

    Darüber hinaus ist Leben einfach auch mit so unangenehmen Sachen wie Arbeit verbunden. Und die macht, weiß Gott, nicht immer Spaß. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der jeder diesen Anspruch hat, der in meinen Augen schon zu überdenken ist.

    Was ist denn eine "Art" Kunststudium? Und was kannst du damit beruflich anfangen? Bisher habe ich noch nicht gelesen, was du beruflich machst oder gelernt hast. Nun hast du die Möglichkeit, dich durch eine ABM ins Berufsleben zu integrieren. Ist doch im Grunde eine tolle Chance in Zeiten wie diesen. Aber von dir lese ich nur Negatives. Alles im Außen ist Mist. Wie sieht es denn mit deiner eigenen Einstellung dazu aus?

    LG
    Ette

    Zitat von Doro

    Er hat es eingefordert! Und es damit begründet: Nur wenn er sein Studium beendet und einen Beruf hat, können wir ein glückliches Familienleben führen. Ganz explizit hat er das so begründet und Druck aufgebaut.
    Deshalb hab ichs gemacht. Vor allem deshalb.

    Hallo doro,

    zum Missbrauch gehören immer zwei. Einer, der es tut und einer, der es zulässt, Es sei denn, es sind Minderjährige, die sich nicht wehren können.

    Du begründest, warum du seinen Forderungen entsprochen hast. Nun, weil du dir etwas davon versprochen hast. Wenn diese deine Hoffnung nun enttäuscht wird, hast DU DICH ge-täuscht. Hast für etwas, das vielleicht irgendwann kommt, deine Grenzen nicht gesteckt. Vordergründig sind seine Forderungen. Aber - MUSSTEST du ihnen entsprechen oder WOLLTEST du es?

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    manchmal denke ich, dass alte Threads immer wieder mal nach oben gekramt werden sollten. Gerade die Opferrolle ist für mich ein zentrales Thema, wenn es um Co-Abhängigkeit geht.

    In der Realität ist es mir passiert, dass sich eine Person beklagt hat, dass sie von ihrer eigenen Familie Vorwürfe bekam, weil sie ihren trinkenden Angehörigen verlassen hat. Es wäre die Schuld des trinkenden Angehörigen, weil dieser sie bei der Familie schlecht macht. Die Person selbst hat aber über Jahrzehnte ein Heile-Welt-Bild nach außen aufrecht erhalten, auch ihrer Familie gegenüber. Wie soll nun diese Familie das überein kriegen?

    Es ist schlimm, wenn Angehörige trinken. Es ist aber genauso schlimme, wenn Co´s aus EIGENEM Interesse, die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Betroffene weitertrinken kann. Co´s sind nur solange Opfer, wie sie sich selbst in dieser Opferrolle halten. Aber dies wird allzu gern hinter dem Zeigen auf den bösen Alki vergessen.

    LG
    Ette

    Zitat von Co./Co.

    "Lieben heißt niemals um Verzeihung bitten zu müssen" -

    Hmmmm - ich wusste gar nicht, dass dies ein Filmtitel ist. Ich kenne diesen Satz aus dem Film "Lovestory", wo er Teil des Dialoges ist.

    Für mich bedeutet dieser Satz, dass jeder so angenommen wird, wie er ist und sich für seine Art zu sein nicht entschuldigen muss. Ich glaube auch, dass wir Co´s ganz gut darin sind, dem trinkenden Partner immer wieder seine "Minderwertigkeit" vor Augen zu halten und das noch unter dem Mäntelchen des Helfen wollens, der Liebe. Schließlich sind wir, nach landläufiger Meinung, die Gesunden und der Alki der Kranke, der nichts wirklich auf die Reihe bekommt und nicht in der Lage ist, vom Alk zu lassen.

    LG
    Ette

    Zitat von Pandora

    doch ohne die erlebnisse mit meinem alkoholkranken partner,ich schreibe bewusst alkoholkrank und nicht alkoholiker,hätte ich diesen,meinen weg nicht gefunden und darum bin ich auch ihm dankbar.

    Hallo Kathrin,

    genauso geht es mir auch. Von daher war es für mich zwar anstrengend aber auch hilfreich, mit "meinem Alki" Bekanntschaft gemacht zu haben.

    LG
    Ette

    Hallo butterweich,

    vielleicht ist dies nun dein ganz persönlicher Tiefpunkt, der dich dazu motiviert etwas zu tun. So gesehen ist vielleicht der tätliche Angriff deines Partners auch zu etwas gut, obwohl es natürlich schlimm ist, was passierte. Allerdings ist das eben die Gefahr, wenn man Grundsatzgespräche führt, wenn der Andere betrunken ist. Ein denkbar ungünstiger Moment für solche Gespräche. Im günstigsten Fall hat er am nächsten Tag den Inhalt des Gespräches vergessen. In deinem Fall ist er ausgetillt. Wirklich nicht schön, aber das ist das Risiko, das du eingegangen bist, als du in betrunken zur Rede gestellt hast.

    Was hast du denn seit November für DICH getan? Du schreibst, dass dies schon deine zweite Sucht-Beziehung ist. Was hast du aus der ersten gelernt? Was nimmst du aus deiner therapeutischen Behandlung mit? Was ist dein eigener Anteil daran, dass euer System Alki-Co weiter Bestand hat? Sorry, aber ich kann mich den Chor meiner Vorschreiberinnen nicht einreihen, denn ich lese auch, dass du Angst hast – vor dem Alleinsein und deshalb lieber einen trinkenden Partner in Kauf nimmst, als gar keinen zu haben. Dass diese Partnerschaft nun eskalierte – ein Risiko, das besteht, wenn jemand trinkt. Niemand weiß, was das für Auswirkungen auf das Wesen eines Menschen haben kann. Aber um nicht alleine zu sein, nimmst du es auf dich.

    LG
    Ette

    Zitat von RenateO


    Ihn zieht es genauso zu mir wie umgekehrt,macht es evtl Sinn wenn wir beide eine Therapie machen??
    Er vom Alk und dann als Paar oder?

    Guten Morgen Renate,

    bei der Suchtberatung bei mir am Ort wird den Angehörigen empfohlen, ebenso eine Therapie zu machen wie dem Abhängigen. Nicht als Paar, sondern jeder für sich. Denn auch Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit. In Amerika ist sie auch als solche anerkannt, bei uns leider nicht. Dein Hausarzt kann dir sicherlich weiterhelfen, wenn du ihm deine Geschichte erzählst.

    LG
    Ette

    Zitat von Doppel


    Ich habe drei mir nahestehende Menschen durch Alkohol verloren, nicht aufgegeben, sondern verloren. Und die Partner haben jeweils auch stets zu Ihnen gehalten, obwohl es nie leicht war.

    Guten Morgen Doppel,

    der erste Gedanke, der mir bei diesem Absatz durch den Kopf schoss war: Wer weiß, ob diese Menschen nicht vielleicht doch noch die Kurve gekriegt hätten, wenn ihre Partner NICHT "ausgehalten" hätten. Dann wäre die geordnete Umgebung weg gewesen, vielleicht hätten die Betroffenen dann endlich ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht, der sie motiviert, etwas gegen ihre Krankheit zu unternehmen. So aber konnten sie, abgesehen von den Vorwürfen der Partner, ungestört weitertrinken bis zum bitteren Ende.

    Alkoholismus ist nicht heilbar durch Liebe und Ausharren, ganz im Gegenteil.

    LG
    Ette

    Moin Elo,

    GUTE Frage! Die ich mir selbst immer wieder stelle, wenn ich mich gehetzt fühle.

    Mir wurde beigebracht, dass Leistung und Fleiß sehr, sehr wichtig sind im Leben. Sich Ruhe gönnen, Musestunden genießen wurde gleichgesetzt mit Faulheit und die ist verachtenswürdig. Selbst Lesen galt als Hindernis, im Haushalt zu helfen und somit als nicht rechtens. Ich war schlampig und dick und musste froh sein, wenn ich überhaupt „einen abbekam“ – nach Meinung meiner Mutter. Wie sollte ich also Glück überhaupt verdient haben – mich ihm sogar verpflichtet fühlen? Ich musste mich immer anstrengen, um Anerkennung und Zuwendung zu bekommen. Wieso soll das jetzt plötzlich anders sein und ich kann einfach „sein“? Es ist schwer, aus diesen Strukturen heraus zu kommen, mich selbst wichtig zu nehmen und mein Glück zu gestalten und auch anzunehmen.

    Wenn ich das in Zusammenhang mit meiner Co-Abhängigkeit bringe, finde ich die Ursachen auch dort, wo ich aufgewachsen bin. Leistung, Anstrengung und Tun sind die einzigen Dinge, die mich etwas wert machen. Und natürlich das Stillschweigen über das, was in der Familie passiert. So war es nicht verwunderlich, dass ich immer Beziehungen hatte, in denen ich mich anstrengen und sorgen musste und die nach Außen topp wahren. Teilweise gab es auch in früheren Beziehungen schon Alkoholmissbrauch, was mir aber erst im Laufe meiner Co-Bearbeitung auffiel. Erst als ich dann mit einem abhängig trinkenden Mann zusammen war, kamen meine Co-Anteile RICHTIG zum Vorschein, sodass ich nicht mehr umhin kam, daran zu arbeiten. Ich lernte, dass ich nicht mit JEDEM auskommen, es JEDEM recht machen muss und mir auch Zeiten des „Faulseins“ nehmen darf. ICH bin die Person, die mir das erlauben kann. Inzwischen weiß ich, dass ich auch etwas wert bin, wenn ich nicht rackere wie ne Hafendirne und es mir mal gut gehen lasse. Aber das war ein langer Weg.

    LG
    Ette

    Sky : Da bin ich anderer Meinung als du. Wenn ich nämlich für mich die Ursachen nicht erkannt habe, kann ich auch nicht daran arbeiten, mich da heraus zu arbeiten.

    Zitat von Chanell

    Hallo Morgan!
    Dein Text hat mir heute sehr gut gefallen!!!! :D

    Das mit der Gefahr später selbst das problem haben zu können, stimmt!!!
    Da sieht man mal wieder°! Erst wird an die "Täter" gedacht und nicht an die "Opfer"! (In einer solch kranken Verbindung finde kann man das nicht anders sagen).... :wink:

    Chanell

    Wer ist denn, wenn zwei Menschen abhängige Strukturen leben, der Täter und wer das Opfer?

    Fragt sich

    Ette

    Zitat von Rosita


    Meine zweite Ehe möchte ich allerdings so schnell nicht aufgeben, da ich weiß, dass viele Frauen recht froh mit nassen Männern zusammenleben.
    Nur - wie das geht - muss ich noch lernen.

    Hallo Rosita,

    nun, wenn du gelernt hast, dich vollends aufzugeben, dann wirst du womöglich auch froh mit einem nassen Alki zusammenleben können. Allerdings ist hier nicht die Plattform, wo du dies lernen kannst. Ich bin zudem der Meinung, dass dies alles andere als ein lohnendes Lernziel ist. Die Menschen die hier schreiben, versuchen aus ihrer Abhängigkeit heraus zu kommen und nicht, sich dem abhängig Trinkenden vollkommen zu ergeben.

    Es ist ja schon deine zweite Ehe mit einem Abhängigen. Was hast du denn nach der Trennung von deinem ersten Mann für dich getan? Für deine Persönlichkeitsentwicklung, für dein eigenes Wachsen?

    LG
    Ette

    Guten Morgen Sunny,

    Zitat von Sunny45

    Er hat ja vor 8 Jahren eine 12 Wöchige Thera gemacht.und im Anschluss daran eben noch die ambulante Thera.

    Dies ist keine Garantie, dass dein Mann ein Leben trocken bleibt. In der Therapie werden lediglich die „Fundamente“ für eine zufriedene Abstinenz gelegt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einer lebenslangen Achtsamkeit bedarf, trocken zu bleiben. Nicht umsonst gibt es in SHGs Mitglieder, die 20 Jahre und mehr trocken sind und immer noch an sich arbeiten, um diesen Zustand zu erhalten.

    Und du schreibst, dass sich dein Mann benimmt, wie in der Zeit als er trank. Das kenne ich von meinem Ex-Partner. Er benahm sich nach seiner ersten LZT nicht anders, als wenn er trinken würde – dachte ich immer. Tatsache war, dass er trank. Heimlich, und erst als es unheimlich viel wurde und er es nicht mehr verbergen konnte, hat er sich zu einer weiteren Therapie entschlossen.

    Es gibt sicherlich verschiedene Gründe, warum dein Mann sich so verhält, wie du es beschreibst. Vielleicht ist er auf dem Weg in den Rückfall, vielleicht ist der Rückfall schon da oder vielleicht ist dein Mann einfach so, wie du ihn beschreibst.

    Letztendlich habe ich für mich gelernt, dass ich, egal ob er trinkt oder nicht, für mich selber sorgen muss. Für meine Zufriedenheit und mein Wohlfühlen selbst verantwortlich bin. Du kannst aber versuchen, ins Gespräch mit ihm zu kommen. Denn nur im Austausch könnt ihr etwas voneinander erfahren. Reden, reden, reden.....

    LG
    Ette

    Hallo natsch,

    können Co´s denn richtig lieben? (wie liebt man eigentlich "richtig"?) Oder brauchen sie den Alki, damit sie jemanden haben, den sie retten und damit ihre Nützlichkeit und ihren Wert beweisen können? Wenn du dich von deinem kranken Partner nicht richtig geliebt fühlst, ist das die eine Seite. Wann fühlst du dich denn geliebt? Wie sollte eine Liebe aussehen, die für DICH "richtig" ist? Was ist für deinen Partner "richtig" lieben? Vielleicht unterscheiden sich auch nur euere Vorstellungen.

    LG
    Ette

    Hallo koketterie,

    ich glaube, wir stecken in einem Teufelskreis. Wir haben selbst Angst davor, uns zu binden, weil wir dann verlassen werden könnten. Also suchen wir uns Menschen (Alkis?), die selbst nicht bindungsfähig sind. Somit haben wir ein Risiko schon mal ausgeschaltet. Zudem sind abhängige Menschen wenig liebevoll, wenn sie trinken. Also müssen wir uns bemühen, dass sie uns lieb haben. DAS KENNEN WIR! Denn in der Regel sind wir aufgewachsen mit der Erkenntnis, dass wir nur geliebt und angenommen sind, wenn wir etwas leisten. Oder aber wir kennen es, aufgrund unserer Leistung immer das brave Kind gewesen zu sein. Also auch hier wieder – Anstrengung. Wenn dann plötzlich ein „Anständiger“ kommt, der uns die Welt zu Füßen legen will, ohne dass wir uns anstrengen müssen, können wir das überhaupt nicht begreifen. Es ist uns fast langweilig, weil der Thrill des Anstrengens, des sich um den Andern Bemühen einfach nicht erforderlich ist. Und da wir uns selbst nicht wirklich lieben, können wir nicht begreifen, dass da jemand ist, der uns mag – einfach so, ohne dass wir uns dafür anstrengen müssen. Eine vollkommen ungewohnte Situation für einen Co-Abhängigen! Ich glaube, es ist nicht das Herz, das sich nicht angesprochen fühlt. Es sind deine alten Strukturen, die sich plötzlich absolut überflüssig fühlen und dir daher signalisieren, dass ein Mann, für den du dich nicht anstrengen musst, auf keinen Fall der Richtige sein kann. Mir geht es ganz ähnlich. Ich kann also nachvollziehen, was in dir vorgeht. Die Strukturen und ihre Wirkungsweise hab ich schon erkannt. Leider kann ich sie noch nicht einfach ad acta legen. Trotz jahrelanger Arbeit, aus der Co-Abhängigkeit heraus zu kommen.

    LG
    Ette

    Hi babsi,

    SHG - gehst du da für dich mit oder für ihn? Ist es eine gemischte Gruppe oder eine für Betroffene?

    Hier bei mir im Raum gibt es verschiedene Konstellationen. Reine Co-Gruppen, reine Betroffenen-Gruppen und auch gemischte. Ich selbst bin in einer gemischten Gruppe, die jedoch ein- bis zweimal im Monat getrennt "tagt". Dies hat sich als gut, richtig und wichtig erwiesen, denn es gibt immer wieder Situationen, in denen es gerade für Paare sinnvoll ist, auch einmal getrennt reden zu können. Zudem gibt es sowohl bei Alkohol- als auch bei Co-Abhängigkeit Bereiche, die sinnvoller Weise getrennt bearbeitet werden sollten. Wichtig ist es aber, überhaupt etwas zu tun. Manchmal braucht es auch ein paar Anläufe, bis man für sich die richtige Gruppe gefunden hat. Die ersten zwei, in denen ich war, taten mir nicht wirklich gut. Also habe ich weiter gesucht und bin dann fündig geworden.

    LG
    Ette

    Zitat von karlotta

    Hallo Leute!

    Kennt ihr dieses "Problem" der abwechselndes Distanz und Nähe?
    Wenn mein Partner aufgrund seines Alkohol-Absturzes wieder depressiv wird, steht mein Telefon nicht mehr still, bis ich antworte. Es gab schon Nächte, da hat er bestimmt über 40 mal angerufen. Von sms will ich gar nicht reden (hunderte...) Er sagt dann immer, wie sehr er mich braucht und dass ich das Wichtigste bin für ihn und "einfach da sein soll".


    Wenn er aber fit ist und ich vielleicht einen schlechten Tag habe, distanziert er sich.

    Das Ganze gibt mir so wenig Sicherheit. Ich weiß nie genau, wodran ich bin.

    Hallo Karlotta,

    hmmmm.....wenn dein Alki selbstmitleidig im Brausebrand nach dir verlangt, dann hat das meines Erachtens wenig mit einem echten Bedürfnis nach Nähe zu tun. Viel interessanter ist die Frage, warum du die Nähe für deine Sicherheit brauchst. Vor allem - wie willst du in der Beziehung mit einem abhängig Trinkenden Sicherheit bekommen? Und warum muss ER dir das Gefühl der Sicherheit geben? Ich glaube, das sind die Kernfragen, mit denen wir Co´s uns auseinander setzen sollten.

    LG
    Ette

    Zitat von karlotta


    Ich kann das ganz schlecht aushalten.

    Hallo Ihrs,

    ich konnte es auch ganz schlecht aushalten, wenn mit mir nicht geredet wurde und natürlich habe ich es auch begründet mit Vertrauen, Nähe und sich gegenseitig helfen. Es hat schon eine Weile gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass es einfach manchmal notwendig ist, Probleme eine Weile alleine zu durchdenken. Und - dass dieses Schweigen für mich so negativ ist, weil ich mich dann abgelehnt und ungeliebt fühle. Es ist MEIN Gefühl des Abgelehntseins, das mir das Schweigen des Anderen so schwer macht. Wenn ich mir selber sicher bin, kann ich dem Anderen den Raum geben, zu schweigen - solange, bis er von sich aus bereit ist, mit mir zu reden.

    LG
    Ette

    Zitat von desperateS


    Ich frage mich auch, ob ich mir die Männer nicht vielleicht nach einem bestimmten Muster aussuche..

    Hallo desparte,

    mit Sicherheit suchen wir uns unsere Partner nach einem bestimmten Muster aus. Nur ist uns dieses ganz lange nicht bewusst und solange Beziehungen funktionieren, ist es das auch nicht tragisch. Wenn wir aber immer wieder scheitern im Bemühen, Partnerschaft zu leben, lohnt es sich schon, einmal näher hinzugucken, wie unsere "Traumprinzen" gestrickt sind. Schließlich sagt das ganz viel über uns selber aus und dann können wir auch versuchen, uns da zu verändern, wo wir immer wieder gegen die Wand laufen.

    Wenn dein Partner mit dir nicht über seine Probleme reden will, ist dies seine Entscheidung, die du wohl oder über akzeptieren musst. Viel interessanter halte ich die Tatsache, dass dich dieses Schweigen traurig macht. Was ist genau der Grund für deine Traurigkeit?

    LG
    Ette

    Zitat von babsiline

    Ich sagte ihm auch das nur ich an diesem Problem kämpfe , darauf meinete er das stimme ja gar nicht , er hätte zu Weihnachte 3 Wochen nichts getrunken. ( Ich weiß es nicht mehr)
    Wieso weiß er das noch so genau? Macht er sich doch Gedanken über seinen Alkoholkonsum? Oder ist das nur so dahergesagt von ihm?

    ]Mag sein, dass er sich erinnert, mag auch sein, dass er dir nur ne Geschichte erzählt. Aber eins halte ich für sicher: Er MACHT sich Gedanken um seinen Alkoholkonsum. Ich kenne keinen, egal ob trocken oder nicht, der mir nicht erzählt hätte, dass er sich schon relativ früh im Klaren darüber war, dass sein Trinkverhalten problematisch ist. Das heißt aber noch nicht, dass er auch Schritte unternehmen wird, etwas zu verändern. Der Verdrängungsprozess läuft in der Regel noch eine ganze Weile. Ich glaube, deshalb sind abhängige Partner auch immer so wütend, wenn die Angehörigen den Konsum ansprechen. Schließlich wissen die Betroffenen meist genau, was falsch läuft und empfinden es deshalb noch mal so schlimm, wenn ihnen ein Außenstehender ihr "Illusionskuscheldeckchen" nehmen will.]


    Jedes mal wenn ich bei meiner Arbeitsstelle mit einem männlichen Kollegen spreche, denke ich immer , bei dem ist das sicher nicht so. Der trinkt gerade mal ab und zu, wenn es einen Anlass dazu gibt. Das erfüllt mich mit Traurigkeit, weil ich begreife das es bei meinem Mann nicht so ist und nie sein wird,ohne seine Einsicht.

    Weißt du babsi, wenn du erst einmal einen Blick dafür entwickelt hast, wirst du bei vielen Menschen ein Trinkverhalten feststellen, das alles nicht mehr so ganz koscher ist. Da relativieren sich dann die "Normaltrinker". Zudem wird dein Mann, sollte er zur Einsicht kommen, sein Leben nie mehr so führen können, wie du es bei deinem Arbeitskollegen vermutest. Wer abhängig getrunken hat, kann nie mehr nur zu besonderen Anlässen trinken. Die Sucht wäre recht schnell wieder auf dem Stand, auf dem sie jetzt ist. Das ist etwas, worüber du dir im Klaren sein solltest. Diese Krankheit behält dein Mann sein Leben lang und muss deshalb seine Lebensführung entsprechend gestalten.

    LG Babsiline

    Sorry, dass ich dazwischenschrieb. Aber so geht das Antworten am schnellsten.

    LG
    Ette