Beiträge von Ette

    Hallo trauerkloss,

    worüber bist du eigentlich traurig? Das frage ich mich schon die ganze Zeit. Du triffst doch deine eigene Entscheidung. So wie es aussieht, ist dir dein wirtschaftliches Auskommen wichtig, hast Angst vor Hartz IV und erträgst deshalb das Zusammenleben mit einem Alkoholiker. Alternativ zu Hartz IV könnte "frau" natürlich auch darüber nachdenken, arbeiten zu gehen. Mit 50 Jahren bist du dafür ja wohl noch nicht zu alt und gebrechlich. Allerdings ist wohl das Zusammenleben mit deinem trinkenden Mann immer noch bequemer, als für dich selbst zu sorgen. Was genau suchst du dann hier? Wie können wir dir helfen?

    Ette

    Hallo ri,

    da steckst du also mittendrin in der Co-Geschicht und weißt, nach deinen Worten, vom Kopf her, was richtig ist. Aber dann piekst es bei dir irgendwo im Gehirn oder im Herzen und schon telefonierst du hinter ihm her. Wenn du ihn endlich erwischt hast, hast du nichts besseres zu tun, als ihn zu fragen, ob er getrunken hat. Die Frage ist letztendlich überflüssig. Wenn er nein gesagt hätte, hättest du ihm sicherlich geglaubt. So „konnte er sich nicht mehr erinnern“, na ja, dadurch braucht er es weder zugeben noch abstreiten. Für ihn sicherlich der leichteste Weg, es dir zu sagen. Es ist aber gut, dass du erst mit ihm reden willst, wenn er wieder bei klarem Kopf ist.

    Mag sein, er versucht nur zum Schein, das Trinken dranzugeben, kann aber auch genauso gut sein, dass er nur noch nicht so weit ist, es mit aller Konsequenz durchzuziehen und sich selber deshalb ganz schön besch....... fühlt. Kann auch sein, dass er es nie aufgibt und du immer wieder, bei jeder Trinkpause, darauf hoffst – bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

    Selbst wenn du noch so sehr „abdrehst“, ist Alkoholabhängigkeit eine Krankheit mit ihren eigenen Gesetzen, die jemand, der selbst nicht abhängig trinkt, nicht nachvollziehen kann. Ich habs immer wieder versucht und musste irgendwann einfach kapitulieren, d. h. es so zu akzeptieren, wie es nun einfach mal ist. Da helfen weder gute Worte, noch Vorwürfe und auch die stärkste Liebe kann nicht dagegen angehen. Es ist nun mal so.

    Das Einzige, bei dem du handeln kannst, ist dein eigener Umgang mit der Geschichte. Wenn ich lese, wie schlecht es dir geht mit der Tatsache, dass er wieder getrunken hat, sehe ich schon, dass dein Wohlfühlen sehr davon abhängig ist, ob er etwas verändert oder nicht. Zorn, Bedauern, Trauer sind natürlich Gefühle, die auftauchen, wenn der Partner wieder trinkt. Wenn du aber diese Gefühle deine Empfindungen und dein Leben beherrschen lässt, wirst du, außer dich von IHM „leben zu lassen“, wenig eigenes Leben haben.

    Vielleicht hat dir dein Spaziergang ein wenig geholfen, Klarheit für dich zu finden. Ich wünsch es dir.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    ach, es fällt mir zur Zeit so unendlich schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Ich glaube, mein Winterschlaf hat sich verlängert. Mürrisch und unausgeschlafen schlage ich mich so durch die Tage. Ich bin sogar zu müde, um festzustellen, ob ich zufrieden bin oder nicht. Wie hinter einer luft- und schalldichten Verpackung scheine ich durch die Welt zu geistern. Ich hoffe nur, dass es bald ein wenig freundlicher, frühlingshafter wird, denn ich habe das Empfinden, in diesem grau-nassen Wetter geradezu abzusterben wie eine Pflanze, die zu wenig Licht und zuviel Wasser bekommt.

    Ich bin froh, dass ich nur auf mich achten muss und nicht noch für Andere zu sorgen habe. Das würde mich im Moment ziemlich überfordern. Immer wieder frage ich mich, wie ich das früher geschafft habe, mit einem abhängigen Partner alles auf die Reihe zu bekommen.

    In meiner realen SHG ging es dieser Tage um Kritik. Ein weites Feld, geradezu ein Minenfeld, durch das wir uns da geredet haben. Kritik und der Umgang damit ist für Menschen, die sich selbst nicht allzu viel wert sind, schon eine mächtig schwierige Aufgabe. Da zeigt sich dann, wie weit der ein oder Andere sich entwickelt hat. Ob die zur Schau gestellte Coolness auch Substanz hat oder nur Makulatur ist, hinter der sich das kleine Ego duckt. Und ganz deutlich konnte ich sehen, dass es nicht ausreicht, dass der Abhängige aufhört zu trinken. Weder für den Abhängigen noch für den Co-Partner. Noch nicht einmal, wenn die Trockenheit schon über Jahre praktiziert wird.

    Im Grunde finde ich es spannend in den Gruppengesprächen. Und besonders spannend finde ich dann meine Empfindungen, meine Reaktionen auf das, was da passiert. Immer wieder einmal packt mich etwas an. Dann merk ich: Ettchen, da musste aber noch dran arbeiten, denn letztendlich haste hier gar keinen Grund, dich angepackt zu fühlen. Aber alte Strukturen greifen immer wieder einmal ein in mein Bemühen um die Zufriedenheit.

    LG
    Ette

    Zitat von Dippche


    Aber der Reihe nach,ich war beim Psychologen.Nach unserm Gespräch sagte er zu mir ,ich kann ihnen nur helfen, wenn sie sich von ihrem Mann trennen.Das war sehr hart für mich,ich dachte ja er sagt,machen sie dies und das,dann wird alles gut.Aber so direkt das war ein Schock für mich.

    Guten Morgen Suse,

    ja, ich kann nachfühlen, dass die Aussage des Psychologen nicht das war, was du erwartet hast. Ich wollte auch lange nicht einsehen, dass es nur mit loslassen geht. Für ihn - und erst recht für mich. Hab auch immer die "Gebrauchsanweisung" gesucht, die es mir ermöglicht, "meinen Alki" auf den richtigen Weg zu bringen, da ich dachte, dann würde alles gut. So nach dem Motto: es muss doch irgendwie machbar sein. Die Trennung, das Loslassen, also das Akzeptieren der Machtlosigkeit dem Alkohol gegenüber, das war schon ein schwerer Schritt, den es zu tun galt. Aber im Nachhinein sehe ich ihn als den einzig richtigen an. Für ihn und erst recht für mich.

    Ich wünsch dir Kraft und Mut, dass du die für dich richtigen und wichtigen Schritte gehen kannst.

    LG
    Ette

    Zitat von Karotte

    "Ich liebe mich" und "es ist wie es ist" sind wirklich wichtige Sätze für mich.

    Hallo Karotte,

    stimmt, diese Sätze sind sehr wichtig, für jeden von uns. Allerdings reicht es nicht aus, sie uns nur immer wieder vorzusagen oder aufzuschreiben. Wir müssen dies auch empfinden und leben. Und das auch dann, wenn wir in Situationen sind, in denen wir kein Lob dafür bekommen. Hier im Forum gibt es ja immer wieder positive Rückmeldung, wenn wir formulieren, dass wir etwas für uns tun, dass wir auf uns achten und uns lieben. Das heißt aber immer noch nicht, dass wir diese Tatsache in unser Bewusstsein und Empfinden gelassen haben.

    LG
    Ette

    Hallo Käferchen,

    mein Suchtgedächtnis..... hmmmmm.... ich glaube auch, wie Karotte, dass es sich um Verhaltensstrukturen handelt und dass es sich schon ein wenig unterscheidet, ob ich stofflich oder nicht stofflich abhängig bin und es sich daher bei Co-Abhängigkeit eher um Verhaltensmuster handelt. Allerdings sind die dem Suchtverhalten schon ganz schön ähnlich.

    Beziehungsabhängigkeit liegt meines Erachtens zugrunde. Irgendwann (bis ca. zum 3. Lebensjahr) sollten sich Menschen so entwickeln, dass sie ihre Abhängigkeit von der Mutter „überlebt“ haben. Leider werden jedoch viel zu viele Kinder hier schon „verbogen“, sodass sie im Laufe ihres weiteren Lebens diese Beziehungsabhängigkeit mitschleppen und im Erwachsenenalter selber daran arbeiten müssen, sie zu überwinden. Das heißt, immer, wenn mir Verhaltensmuster begegnen, die ich aus der Co-Abhängigkeit kenne, muss ich mir gewusst machen, dass ich erwachsen bin und im Zweifel auch ohne jegliche Bezugsperson überleben kann. Als ich mit meinem Ex lebte, dachte ich, ich könne ohne ihn nicht mehr leben. Aber es geht, logisch! Wenn jetzt also Situationen auftauchen (Krankheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Alleinsein) und es mir schlecht geht, ich schlecht allein sein kann, ich fast so etwas wie Craving empfinde, weiß ich, dass Klein-Ettchen wieder wach geworden ist und nach Zuwendung und Liebhaben schreit. Vielleicht ist das mein Suchtgedächtnis, weil sich dieses Empfinden zu einer Zeit manifestiert hat, in der ich noch nicht kognitiv (mit dem Verstand) sondern in erster Linie emotional denken und lernen konnte. Meine Suchtstrukturen kommen meist dann zum Vorschein, wenn es mir nicht gut geht und ich keine Kraft und Energie habe, mich über den Kopf aus dem Gefühlssumpf zu ziehen. Für mich ist es wichtig, wahrzunehmen, was dann mit mir passiert. Also über eine Art Meta-Funktion (von auße oder oben) meine Gefühle zu betrachten und in Grenzen zu halten. So nach dem Motto: Dich kenn ich schon und weiß, dass ich dich überleben kann. Du wirst auch wieder verschwinden, spätestens morgen früh beim Aufwachen bist du weg. Wie gesagt, es ist ein aktives dagegen Angehen. Wenn ich mich den Sehnsüchten und Jammergefühlen überlasse, hab ich schon verloren. Dann könnte ich stundenlang heulen, so, wie ein Kleinkind, weil Mama nicht sichtbar ist. Ich glaube, unser Suchtgedächtnis ist der Teil unserer Persönlichkeit, der nicht in dem Maße erwachsen wurde, wie wir es aufgrund unseres Alters sein müssten. Wenn wir uns also auf so eine Kind-Ebene begeben.

    Ein wenig verworren, ich weiß. Aber besser geht’s grad nicht.

    LG
    Ette

    Zitat von Thelma

    Hallo Ihr,
    meinen letzten Thread habe ich beendet, weil unsere nasse Zeit vorbei ist.
    Ich hänge so zwischen den Leben rum und habe das Gefühl, dieser Schwebezustand macht mich immer nervöser.

    Hallo Thelma,

    mir ist grad beim Lesen dieser Teil deines Postings ins Auge gestochen. Warum hängst du zwischen den Leben rum? Das würde ja bedeuten, dass du wieder oder immer noch dein Leben, dein Wohlfühlen, davon abhängig machst, wie er sich nach seiner Therapie verhält. Für mich war es ganz wichtig zu lernen, dass mein Leben für mich in Ordnung ist, egal, ob "er" trinkt oder nicht. Ich glaube, wenn ich das für mich schaffe, kann ich auch dem Anderen die Freiheit geben, seine Trockenheit zu stabilisieren, weil ich nicht wieder voller Erwartungshaltung und Rumerziehen mit ihm umgehen kann. Wenn ich dich lese, lese ich: erst mal hat er aufgehört zu trinken, dann hat er seine Therapie gemacht - wenn er jetzt nach hause kommt, soll er seinen Kindern ein guter Vater sein, dir ein guter Partner, ach ja, und trocken soll er natürlich auch noch bleiben, damit deine Welt in Ordnung ist. Thelma, ich kann es wirklich absolut nachvollziehen, wie es dir geht. Aber dein Mann ist, wie er ist. Und womöglich ist er, auch wenn er jetzt nicht mehr trinkt, nicht so, wie du ihn dir wünschen würdest.

    Ich hatte damals das Gefühl, schon wieder an die zweite Stelle treten zu müssen. Zuerst war "ihm" seine Sucht immer wichtiger als Beziehung und ich, dann war ihm seine Trockenheit wichtiger als Beziehung und ich. Es war überhaupt kein schönes Gefühl, das sich bei mir aber nur einstellte, weil ich meine Zufriedenheit von ihm abhängig machte.

    Das wollte ich dir noch da lassen. Gute Nacht!

    LG
    Ette

    Hallo Thelma,

    dem, was Gotti zur Geduld schreibt, kann ich mich nur anschließen. Obwohl ich natürlich deine Vorfreude und Erwartungshaltung gut nachvollziehen kann. Wenn dein Mann aus der Therapie kommt, hat er jedoch noch jede Menge mit sich selbst zu tun. Das hatte ich damals übersehen. Und ich hatte auch übersehen, dass ich mich selbst auch verändern, d. h. meine abhängigen Strukturen ablegen muss. Ich habe nach wie vor gesorgt und gemacht.... obwohl es für ihn von elementarer Wichtigkeit war, für sich selbst verantwortlich zu sein. Vielleicht kannst du aus meinen Fehlern lernen.

    Inzwischen weiß ich, dass ich meine Entwicklung genauso ernsthaft betreiben hätte müssen, wie er sein trocken und stabil werden. Aber ich war der fälschlichen Annahme, es reicht, wenn er nicht mehr trinkt.

    LG
    Ette

    Hallo Ihrs,

    dieser Tage ist mir etwas aufgegangen, was ich mit Erstaunen und Freude wahrgenommen habe.

    Früher musst ich immer und immer vorwärts, immer mehr, immer besser, immer noch einen oben drauf. Ständig im Gange, ständig in Bewegung, in Action, im Machen. Nun habe ich ein ganzes Stück zurück geschraubt. Und irgendwann in den letzten Tage plötzlich das Gefühl: es passt! Hmmmm.... keine neue Bestätigung, keine neuen Erfolge, keine neue „Rettung“. Und siehe da: ich fühl mich wohl damit, ganz einfach zu „sein“. Ohne himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Vielleicht nennen Manche es nun langweilig. Für mich ist es gut, weil ich mich aus dem „immer mehr und nie genug“ verabschieden konnte, von dem ich letztendlich meinen eigenen Wert abgeleitet hatte.

    Ich bin, wer und was ich eben bin. Der eine kann damit umgehen und der Andere eben nicht. Ich bin nicht auf der Welt, damit ich es immer jedem recht mache. xxxBitte keine Zitate verwenden.S.Käferchen Hmmm... ich glaub, dann bin ich mutig.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Chanell,

    wie du an Andis Post gesehen hast, habe nicht nur ich dein Posting falsch interpretiert. Es tut mir leid, wenn dich hier missverstanden haben. Ansonsten stehe ich zu jedem Wort, das ich geschrieben habe. Zumal ich dir weder Vorwürfe machte noch du mir „nicht passt“. Jedoch werde ich nicht deine Opferrolle anerkennen. Genau wie du, reagierte ich auch dann am empfindlichsten, wenn mir jemand Tatsachen vor Augen hielt, die ich selbst nicht wahrhaben wollte. Aber das konnte ich mir erst nach einer ganzen Weile eingestehen.

    Meine Gedanken und Erfahrungen lasse ich dir quasi als Geschenk hier. Wenn dir Inhalt und Verpackung nicht gefallen, akzeptiere ich das. Ich werde aber nicht so schreiben, dass es dir gefällt.

    Einen schönen Tag wünsch dir
    Ette

    Hallo ri,
    willkommen hier im Forum. Lies dich hier durch und du wirst viel über Alkohol- und Co-Abhängigkeit lernen können.

    Wie du, bekam ich früher immer wieder von "ihm" zu hören, dass er nicht trinken würde, währenddessen mir mein Gefühl etwas ganz anderes sagte. Im nachhinein stellte sich heraus, dass mich mein Gefühl nicht getrogen hatte. Ich weiß auch, dass es schwer ist, Grenzen zu ziehen gegenüber jemanden, der abhängig ist. Denn in der Regel können "unsere Alkis" auch total liebenswerte Seiten zeigen. Es ist deine Entscheidung, ob du für ein paar angenehme Momente viele Stunden Sorge, Angst und immer wieder enttäuschte Hoffnung auf dich nehmen willst.

    LG
    Ette

    Zitat von Doro

    Hallo Ette, kannst du mir das nochmal erklären, was du dir genau vorstellst, wenn du sagst:
    Und ganz wichtig: NICHT NUR SAGEN; ICH BIN CO-ABHÄNGIG UND ARBEITE DARAN; sondern es auch WIRKLICH und AKTIV tun.

    Doro

    Hallo Doro,

    ganz einfach: Genauso, wie wir oft sagen, ich weiß ja, dass es falsch ist, helfen zu wollen, aber ich liebe ihn so, sagen wir auch gern den oben angeführten Satz. Und deshalb nur mein Hinweis, dass es nicht nur ein Lippenbekenntnis sein darf, unsere Co-Abhängigkeit anzuerkennen.

    LG
    Ette

    Zitat von Chanell


    Bin verzweifelt und bekomme schon wiedre so eine Wut das ER mir das zumutet!!!

    Was meint ihr???

    Chanell

    Chanell, die einzige Zumutung sehe ich darin, dass er dir zumutet, eine EIGENE Entscheidung zu treffen. Ich weiß, dass das für Co´s ziemlich schwer ist. Aber WIR DÜRFEN NEIN SAGEN, wenn wir etwas nicht wollen und müssen uns dafür nicht rechtfertigen. Wer uns mit einem Nein nicht leiden mag, der tut das auch sonst nicht wirklich.

    LG
    Ette

    Hallo chanell,

    er... er... er..... hmmm.... was willst DU denn bei dieser Geburtstagsgeschichte?

    Du schreibst, dass du bereits gesundheitliche Probleme hast. Das sind auch die EINZIGEN gesundheitlichen Probleme, mit denen DU dich befassen solltest. Sorry, wenn ich lese, dass "er noch so krank ist und du versuchst, zu heilen", kräuseln sich mir die Fußnägel! NIEMAND kann einen anderen Menschen heilen, oder bist du Ärztin oder Therapeutin? Wir Co´s sind ja schon manchmal ein wenig größenwahnsinnig oder wie sonst kämen wir auf die Idee, einen anderen Menschen heilen zu können? Und chanell, auf uns Co´s lastet nicht einfach eine Menge Verantwortung. Da sorgen wir schon selber für, indem wir all diese Verantwortung an uns ziehen und dann auch noch sagen, wir können gar nicht anders. Wir können wohl anders, aber das müssen wir aktiv tun und das wird uns auch nicht erspart bleiben, wenn der Andere nicht mehr trinkt. Unsere "Verantwortung" ist teilweise geradezu eine Entmündigung des trinkenden Partners. Wie eine Mutter für ihr unmündiges Kind, meinen wir immer wieder, für alles sorgen zu müssen. Aber auch wenn der Partner trinkt, ist er erwachsen. Nur vergessen wir das in unserer eigenen Abhängigkeit viel zu oft. Würden wir ihm die Verantwortung für sein Leben selbst überlassen, wären wir ja deutlich weniger wichtig für ihn, meinen wir.

    Vielleicht magst du ja in einem Thread schreiben. Es ist ziemlich umständlich, in deinen verschiedenen Threads hin und her zu springen, um die Zusammenhänge zu begreifen. Danke!

    LG
    Ette

    Hallo Käferschen,

    guter Ansatz, hier eine Art Werkzeugkiste gegen Co-Rückfälle zu starten. Ich gestehe, dass ich mir seinerseit die Anti-Rückfall-Werkzeugkiste der Betroffenen in meiner realen SHG zu eigen gemacht habe. Denn letztendlich waren meine Rückfälle bzw. die Zeit davor nix anderes als das Craving, dass die abhängig Trinkenden beim Trockenwerden immer wieder mal packt.

    - Die Situation verändern, d. h. nicht jammernd irgendwo in der Ecke sitzen, sondern spazierengehen, baden, kochen, laute Musik anmachen und tanzen, telefonieren, u.s.w.

    - Erinnerungsstücke eliminieren, Briefe und Bilder entweder in den Keller oder ganz wegwerfen. Andere Spazierwege gehen als mit ihm zusammen gegangen wurden.

    - Mit Gedankenstopp arbeiten und wirklich laut stopp sagen, wenn wieder einmal die wehmütigen Sehnsüchte auftauchen, die vorgaukeln, dass es so schlimm ja gar nicht war.

    - Mich mit meiner eigenen Abhängigkeit EHRLICH befassen. Nicht nur sagen, ich bin co-abhängig, sondern die Co-Abhängigkeit als Abhängigkeit ernst nehmen.

    - Mich nicht mehr als Opfer sehen dessen, was "er" mir angetan hat. Ich habs schließlich mit mir machen lassen, also die eigene Verantwortung an der ganzen Geschichte für mich annehmen, weil ich dann auch in der Lage bin, für mich anders zu entscheiden als bisher.

    - Mir immer wieder vor Augen halten, was ICH will und reflektieren, ob das das ist, was ich mit ihm kriegen konnte.

    - Mir, wie ein "Alki", darüber klarwerden, dass das Craving auch wieder weggeht und ich nur ein wenig aushalten muss, bis dieser Moment da ist.

    Das sind so für mich die wichtigsten Schritte gewesen, andere Gedanken und somit im Laufe der Zeit ein anderes Empfinden zu bekommen. Natürlich ging das nicht von heute auf morgen, aber jeder Tag wurde ein wenig leichter.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    schön, dass es nun morgens beim Aufstehen wieder hell ist. Dann fällt es leichter, mich aus dem Schlaf herauszuschälen.

    Montage sind mir schon immer ein Gräuel, denn Wochenenden kann ich gut haben. Zeit, die mir ganz alleine gehört und von niemanden, außer mir selbst, strukturiert wird. Aber heute morgen geht es halbwegs. Ich bin recht zufrieden. Wobei ich immer wieder merke, dass es eine Zeit gab, in der ich mir im Leben nicht hätte vorstellen können, dass ich es irgendwann in Ordnung finde, ja sogar genießen kann, ohne einen Mann in meinem Leben – und meiner Wohnung – zu leben.

    Wenn ich hier immer wieder die Geschichten lese, in denen es heißt, ich kann nicht ohne ihn, ich will ihn nicht verlassen, fallen mir all meine schlimmen Tage wieder ein, in denen ich wie ein Junkie auf Entzug hinter „meinem Alki“ herjammerte. Na ja, Entzug war es ja auch. Schließlich ist meine „Suchtmittel“ der Mensch gewesen, mit dem ich lebte.

    LG
    Ette

    Hallo Chanell,

    ja, eine reale SHG kann hilfreich sein, weil du dadurch die Möglichkeit von Freundschaften in der Realität haben kannst.

    Ich glaube dir, dass es schlimm für dich ist, dass du merkst, deine Form von heile Welt war nur eine Illusion. Aber es ist an dir, dies anzunehmen und dein Leben in die Hand zu nehmen. Dass du "Suchtdruck" hast und ihn trotz allem vermisst, kann ich nachfühlen, da es mir die erste Zeit genauso ging. Wenn du jedoch mit klarem Verstand auf deine Situtation schaust, wirst du selbst dein abhängiges Verhalten erkennen können. Und auch, dass nur du selbst für dich etwas verändern kannst.

    LG
    Ette

    Guten Morgen minchen,

    es ist schlimm, was du dir und deinen Kindern zumutest. Und ich kann nachfühlen, dass du dich alles andere als wohl fühlst. Ich denke aber, dass du schon selbst etwas unternehmen musst, dass sich etwas ändert. Dein Mann ist krank und hat, so wie es aussieht, seine Krankheit für sich nicht angenommen. Er kann nicht mehr einfach aufhören zu trinken, wenn er abhängig trinkt. Und auch du wirst ihn nicht dazu bringen können, aufzuhören. Er muss es selbst wollen. Du kannst nur an deiner eigenen Abhängigkeit, der von ihm, arbeiten und dich soweit lösen, dass du eigenständig leben kannst.

    Genauso wie DU SELBST nur für DICH etwas verändern kannst. Ich verstehe nicht, wie du die Kinder zu ihm lassen kannst, wenn du weißt, wie er sich verhält. Hast du dich beim Jugendamt schon erkundigt, was du für Möglichkeiten hast, die Kinder nicht zu ihm zu geben? Minchen, die Kinder können sich nicht wehren. Das musst du für sie tun! Wenn du hier mal bei den EKA´s liest, wirst du merken, was mit Kindern passiert, die in einem alkoholischen Umfeld aufwachsen.

    Der einzige Mensch, der die Situation für dich und deine Kinder verändern kann, bist du selbst. Hast du schon die Hilfe einer Suchtberatung für dich in Anspruch genommen? Was hindert dich, dich nach einer Wohnung für dich und die Kinder umzusehen? Hast du noch ein soziales Umfeld, das dir beistehen könnte (Familie, Freunde)? Hast du dich schon schlau gemacht, welche Möglichkeiten der Unterstützung du dir holen kannst, um die Situation für dich zu verbessern?

    LG
    Ette