Hallo junge Mutter,
ich hoffe, es geht dir gut. Erzähl doch mal, wie es dir in der Zwischenzeit ergangen ist.
LG
Ette
Hallo junge Mutter,
ich hoffe, es geht dir gut. Erzähl doch mal, wie es dir in der Zwischenzeit ergangen ist.
LG
Ette
Hallo furfur,
wie ist es dir in der vergangenen Woche ergangen? Geht es dir gut?
LG
Ette
Hallo wiki,
wie sieht es denn mit deiner Hoffnung aus? Wie war deine Woche? Erzähl doch mal.....
LG
Ette
Zitat von seinweib...entspannen und abschalten ist für mich ebenfalls noch oft schwer. Aber ich bin schon immer ein absolut quirliger Mensch gewesen. Immer 100% action.
Hallo weib,
ja, dieses 100% action kenn ich von mir auch. Energie bis zum Abwinken - dafür eingesetzt, die Leere nicht zu fühlen, die sich einstellte, wenn keine action war. Inzwischen kann ich prima ruhig und allein sein, ohne dass sich dieses leere Loch auftut. Ein Lernprozess..... wie alles, was mit meiner Abhängigkeit zu tun hat.
LG
Ette
Julchen,
ich weiß von mir, dass das A und O ein sich selbst immer wieder zu reflektieren ist. Will ich etwas für Andere regeln? Fühl ich mich nur wohl, wenn ich Ressonanz von Außen habe? Meine ich, immer alles schaffen zu müssen? Will ich Andere verändern? Das sind nur so ein paar Fragen, die ich mir immer wieder stelle. Ich weiß nicht, ob dies eine Hilfe für dich oder andere Leser sein kann. Mir hilfts. Aber ich such ja auch keine neue Beziehung.
LG
Ette
Zitat von Julchen148Meine Mutter kam aus einer Alkoholikerfamilie, heiratete einen Alkoholiker, als mein Vater starb war sie sieben Jahre allein , dann lernte sie einen Mann kennen, Alkoholiker! Wenn ich das alles sehe, dann bleib ich lieber allein, weil ich zu viel Angst hätte, wieder in so eine Beziehung zu rutschen.
Hallo Ihrs,
oftmals haben Frauen nicht nur eine Alk-Beziehung. Somit ist die Gefahr schon groß, dass sich Dinge wiederholen. Ich glaube, davor schützen kann nur eine weiter entwickelte Persönlichkeit. An sich selbst arbeiten, lernen, was es heißt, erwachsen zu sein und akzeptieren, dass niemand für unser Glück verantwortlich ist. Und natürlich diese Übermutter-Getue, dieses Glucken-Gehabe, was wir als Co-Abhängige leicht an den Tag legen, nicht mehr an uns zulassen. Ich denke, wenn wir viel über uns und unser Verhalten in der dysfunktionalen Beziehung lernen, haben wir eine Chance, es irgendwann besser zu machen. Es reicht nun einmal nicht, den "Alki" in die Wüste zu schicken.
LG
Ette
Hallo Elke,
hmmm.... so ganz verstehe ich deine Reaktion jetzt nicht. Warum sagst du ihm, es macht dir nix aus, wenn es doch nicht so ist? Worauf wartest du? Warum hältst du nach wie vor an deinem "Suchtmittel" fest und verlängerst so den Entzug? Warum fragst du uns, ob dein Verhalten in Ordnung war? Ist es für DICH in Ordnung? Was tust du, außer darauf zu warten, dass er für ein Gespräch bereit ist? Was erhoffst du dir von diesem Gespräch? Und was möchtest du damit erreichen?
LG
Ette
Hallo Ihrs,
ich habe immer wieder hier gelesen, dass es vielen von euch schwer fällt, Gedanken loszulassen und zu entspannen. Das Problem kenne ich auch. In der schlimmen Zeit hatte ich keinerlei Ruhe. Ständiges herumtigern, Buch auf, Buch zu. Alle fünf Minuten etwas Neues anfangen und nix fertig bekommen. Und natürlich am Abend kein Gedanke ans Einschlafen aufgrund des ständigen Gedankenkarussells. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir es lernen können, uns zu entspannen. Aber - wie bei allen Lernprozessen - ist es schon mit einem gewissen Aufwand verbunden.
Mir haben CD´s sehr geholfen, zu entspannen. Ich bin ein "Hör-Mensch" und konnte mich auf die Stimmen der Entspannungs-CD´s gut einlassen. Inzwischen schaffe ich es aber auch mit einem Spaziergang, Gemüseputzen, auspowern durch Laufen, Stricken oder einfach auf die Natur lauschen mich aus unliebsamen Gedankenspiralen zu lösen. Nicht jede Möglichkeit der Entspannung ist für jeden Tag gut. Vor allem muss ich mich immer wieder BEWUSST dazu bringen, Gedanken zu stoppen.
Vielleicht hat jemand noch den ein oder anderen Tipp, wie ihr euch aus dem Kopf-Kino verabschiedet, der für Andere hilfreich sein könnte.
LG
Ette
Hallo chanell,
okay, dann ist mir die Frage etwas klarer. Ja, ich denke schon, dass sich Verhaltensstrukturen, die denen der Co-Abhängigkeit ähneln, auch in anderen Beziehungen finden lassen. Ich habe gelernt, dass hinter einer Co-Abhängigkeit in der Regel eine Beziehungsabhängigkeit steht, die nur zur Co wird, weil sie im Zusammenleben mit einem abhängig trinkenden Angehörigen steht. Das Co-Verhalten kann jedoch auch durchaus in anderen Konstellationen zutage treten. Sei es, dass jemand in der Familie sehr krank ist oder aber sich einfach eine bestimmte Rollenverteilung etabliert hat. Beziehungsabhängigkeit ist gar nicht so selten. Folglich kann es schon sein, dass du bei deinen Eltern derartige Verhaltensmuster entdeckst. Für dich hat das den Vorteil, dass du gespiegelt bekommst, wie man es besser NICHT macht. Oftmals erkennen wir uns ja im Verhalten von Anderen wieder und können dadurch uns selbst besser in den Griff sprich aus der Co-Abhängigkeit bekommen.
LG
Ette
Guten Morgen,
hach, ist das schön! Wochenende und endlich einmal ausschlafen! Irgendwie habe ich das Empfinden, die ganze Woche über viel zu wenig Schlaf zu bekommen. Immer habe ich gehofft, dass im Laufe der Jahre mein Schlafbedürfnis weniger würde. Schließlich heißt es ältere Menschen brauchen weniger Schlaf. Aber wenn es danach geht, bin ich nach wie vor 20 oder so.
Allerdings sind es nicht mehr die Gedanken um einen trinkenden Angehörigen, die mich nicht schlafen lassen, sondern eher das Bedürfnis den Tag so lange als möglich zu genießen, das mich bis in die Nacht wachhalten.
LG
Ette
Hallo Elo,
auch von mir einen Glückwunsch zur Scheidung. Wieder einen Schritt geschafft! Besonders dass du das alleinige Sorgerecht bekommen hast, freut mich für dich.
LG
Ette
Hallo Chanell,
herzlich willkommen hier im Forum. Leider kann ich, wie auch sky, mit deiner Frage wenig anfangen und bitte dich ebenfalls darum, sie zu präzisieren.
Vielleicht magst du auch ein wenig mehr von dir schreiben. Hier fragst du wegen deiner Eltern. In anderen Threads hast du aber auch schon angedeutet, dass du selbst ein Co-Problem hast. Wie können wir dich hier im Forum unterstützen? Was ist es, was du dir hier erhoffst?
LG
Ette
Hallo Liese,
herzlich willkommen hier im Forum. Wenn du dich hier durch die Geschichten liest, wirst du Vieles finden, was du kennst. Und auch, wie andere Menschen mit einem ähnlich Problem damit umgegangen sind. Du kannst aus den Erfahrungen der Anderen profitieren, wenn du es möchtest.
Du schreibst, dass du mit dem Trinkverhalten deines Mannes ein Problem hast. Ich kann dir keinen Rat geben, wie du mit deinem Mann umgehen sollst, weil ich euch beide nicht kenne. Aber eine Frage habe ich: Was müsste sich verändern, damit dieses Problem für dich aus der Welt ist? Und worin genau, besteht das Problem für dich?
LG
Ette
Guten Morgen,
na ja, ob er gut ist, wird sich noch zeigen – aber der erste Eindruck war schon mal schlecht. Vogelgezwitscher (!) auch wenn es draußen noch recht dunkel ist und halbwegs ausgeschlafen habe ich auch. Außerdem nähert sich das Wochenende unaufhaltsam....
Dieser Tage habe ich viel Zeit, meine Gedanken wandern zu lassen und dabei gehen mir auch oft Dinge durch den Kopf, die ich hier lese.
„Ich kann ihn nicht verlassen, ich liebe ihn doch. Ich kann nicht weggehen, weil ich den Kindern den Vater nicht nehmen will. Ich kann nicht, weil.....“
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass „ich kann nicht“ dazu dient, ein klares „ich will nicht“ zu vermeiden. Und zum Anderen eine Art Machtausübung durch Schwäche ist. Schwach sind wir Co´s ja in der Regel nicht. Jedoch nutzen wir schon das Bild des „schwachen Weibchens“, wenn es uns dient. (Wie oft werden hier Nicks gewählt, die die Opfer-Rolle verbalisieren!) „Ich kann nicht“ soll unsere Machtlosigkeit und unser Ausgeliefertsein den Umständen gegenüber darstellen. Dabei versteckt sich hinter diesem „ich kann nicht“ oft, ganz oft, einfach nur die Tatsache „ich will nicht“. Denn wenn ich sage „ich kann“, worin liegt dann noch die Begründung, dass ich nichts verändere? Dass ich mich schlagen, erniedrigen, kurz einfach abwertend behandeln lasse? Entschuldigen, Begründungen werden gesucht, warum „frau“ nicht kann. Und wenn einem gar nix mehr einfällt, dann bleibt ja immer noch die Liebe. Manchmal denke ich, dass „Liebe“ das am meisten missbrauchte Wort ist. Liebe – als Entschuldigung, als Alibi, als Begründung, dafür sich weiter erniedrigen zu lassen und die Verantwortung für das eigene Wohlfühlen an einen anderen Menschen abzugeben.
Der kantige Spruch, den ich eine zeitlang als Motto hier stehen hatte, besagt, dass ich kann, wenn ich will, was ich muss. Und wenn ich zufrieden leben WILL, dann MUSS ich für mich und meine Gefühle selbst verantwortlich handeln. Wenn ich das WILL, dann KANN ich das auch, habe ich in der Vergangenheit festgestellt. Allerdings – „ich kann“ ist oft mit deutlich mehr alltäglichem Ungemach verbunden, weil ich für Vieles selbst und allein verantwortlich sein muss. Viel einfacher ist es da, „ich kann nicht“ zu sagen. Dann ist der Andere am Zug. So, wie er in einer abhängigen Beziehung ganz oft am Zug ist. ER ist dafür verantwortlich, dass es mir gut geht. Wenn ER nicht mehr trinkt, ist alles gut. Wenn ER nur endlich begreifen würde....NEIN! Wenn ICH, wenn WIR. endlich begriffen haben, was UNSERE Verantwortung ist, dann KÖNNEN wir – etwas verändern, zufrieden sein, uns etwas wert sein.
Puuhhhh.... das musste mal raus.
LG
Ette
Zitat von seinweibLiebes käferchen,
nun bin ich total verunsichert. Eiere ich denn in der Tat nur rum?. Ich war so stolz darauf mich neu entdeckt zu haben. Ich mache wieder vieles, was ich vor Monaten noch für unmachbar gehalten habe. Mir schwirrt der Kopf. War das denn alles verkehrt, oder in die falsche Richtung, oder warum hab ich nun das Gefühl am Ziel vorbei zu laufen????
Ich bin ratlos jetzt.
Gruss seinweib
Hallo Weib,
deine Ratlosigkeit kann ich nachvollziehen, denn ich war auch immer der Meinung, meine Co-Abhängigkeit im Griff zu haben. (Aber das meinen Alkis auch über ihre Sauferei bevor sie akzeptieren, dass sich süchtig sind.) Im Grunde habe ich mir selbst etwas vorgemacht. Jeden Satz, der meinen Forderungen an ihn entsprach, nahm ich als Zeichen dafür, dass er nun verstanden hatte und handeln wollte. Pustekuchen! Er handelt nur dergestalt, dass er GANZ GENAU wusste, was ICH hören wollte und genau das hat er dann gesagt, wenn die Situation sich zuspitzte und das für ihn bequeme Miteinander in Gefahr geriet. Das habe ich mir aber erst eingestehen können, als er schon eine ganze Weile weg war.
Dass dich dann jemand darauf aufmerksam macht, dass das Ganze eine einzige Eierei ist, ist im Grunde eine große Hilfe. Dir wird ein Spiegel vorgehalten, damit du dich und deine Situation von außen sehen kannst. Stell dir vor, du würdest DEINE Geschichte bei einer anderen Frau hier lesen. Wärest du dann der gleichen Ansicht wie jetzt über deine eigene Geschichte? Von außen sind wir viel besser in der Lage, klar zu sehen. Solange wir aber im System Alki/Co voll drin stecken, WOLLEN wir gar nicht klar sehen, denn eine klare Sicht der Dinge würde uns geradezu zwingen, etwas zu verändern. Und eine solche Veränderung scheuen wir Co´s ganz lange wie der Teufel das Weihwasser.
Wie gesagt - verstehen kann ich dich gut. Schließlich bin ich durch eine solche Geschichte durch.
LG
Ette
Hallo Heike,
ich kann mich gut an Zeiten erinnern, in denen ich wie du agierte. Wollte ihn hier oder dort hinbringen, nur damit ich sicher war, dass er auch dort hingeht, wohin er nach seinen Worten wollte. Kontrollverhalten per excellence - durch liebevolles Helfen bemäntelt. Und ich hatte immer eine Ausrede parat - vor allem für mich selbst - warum ich dies tue.
Ich kenne auch diese Nächte, in denen sich meine Gedanken und Gefühl nur um ihn drehten, ich nicht schlafen konnte und morgens vollkommen gerädert zur Arbeit ging. Bis es mir irgendwann zu dumm wurde und ich andere Saiten aufzog - mit mir. Irgendwo hatte ich gelesen, dass ich in solchen Situationen mal mit mir so reden solle, wie ich es mit einer guten Freundin in der gleichen Situation tun würde. Und richtig! Niemand von uns würde wortlos zusehen, wenn sich jemand anders so verhalten würde wie wir in unserem Co-Wahn. Also habe ich angefangen, in solch gedankenschweren Nächten spazieren zu gehen. Eine Stunde durch die dunklen Straßen. Manchmal liefen mir Tränen, weil ich so neidisch war auf hellerleuchtete Fenster hinter denen, nach meiner Vorstellung, nur glückliche, heile Familien lebten. Mit der Zeit lernte ich aber, aufmerksam durch die Nacht zu gehen. Die Sterne, Bäume wie Gespenster, eine verschlafene Amsel und im Sommer die unterschiedlichsten Düfte wahrzunehmen. Nach so einem Spaziergang war ich in der Regel deutlich ruhiger und müder als vorher, sodass ich gut einschlafen konnte.
Heike, ich denke, der bessere Ansatz, als ihn zur Klinik zu fahren ist der, dich selbst zur Ruhe zu bringen. Wie lange möchtest du noch deine Tage und Nächte in diesem Gedankenkarussell verbringen? Worüber denkst du nach, wenn du nicht an ihn denkst und daran, was er wohl macht? Es ist ein langer Weg, zur Ruhe und Zufriedenheit zu kommen, aber gehen musst du ihn selbst. Und dabei ist es vollkommen egal, ob er trinkt oder nicht.
LG
Ette
Zitat von VerzweiflungAlles anzeigener war der mann meines lebens...ja das wusste ich vom ersten tag an.und nun?ich darf nicht mit ihm zusammen sein weil er krank ist.
..wenn ich doch nur sein gehirn austauschen könnte,ich würde es machen und alles würde super gut werden.Ich kann dir versprechen, dass es auch nicht gleich supergut ist, falls er nicht mehr trinken sollte. Für mich war es ein sehr wichtiger Schritt, zu begreifen, dass das Trinken nur SEIN Part ist, den er zum Gelingen einer Partnerschaft beitragen kann. Meiner ist, für mich selbst verantwortlich zu agieren. D. h. es darf mir auch gutgehen, wenn er trinkt und nicht auf sich achtet. Wenn du sein Gehirn austauschen könntest, hättest du zudem genau den Menschen, den du dir wünscht, nach deinem Geschmack. Menschen sind jedoch ganz eigene Persönlichkeiten. Wir können sie nicht ummodeln nach unserem Gusto.
aber was soll ich noch weiter dazu sagen,ihr wisst selbst wie aussichtslos das ganze ist und ich,ja ich habs auch begriffen obwohl immer wieder ein funke hoffnung da ist
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Begreifen ist schon einmal der erste Schritt. Danach kommt, dieses Begriffene zu leben. Aber bis dahin ist es aus meiner Erfahrung noch ein ganz schön weiter Weg.
Hallo Heiki,
sorry, aber so ist das Antworten einfacher. Es soll keine "Korrektur" sein.
LG
Ette
Zitat von Verzweiflung
...aaaaaaber er ist doch ganz anders wenn er NICHT trinkt
Guten Morgen Heike,
ich heiße dich willkommen hier im Forum und frage dich, wie oft er denn nicht getrunken hat in der Zeit, seit du ihn kennst. Vier Monate? Drei Rückfälle? Ich würde dies nicht als Rückfälle bezeichnen, sondern lediglich als Abbruch seiner Trinkpausen. Du wirst ihn nicht "umdrehen" können. Den Anderen zu verändern, ist eine der Illusionen, denen sich Co-Abhängige allzu gern hingeben. Du möchtest ihn retten, ich weiß. Schließlich hast du schon deinen Vater an den Alk verloren. Aber du kannst bei deinem Freund nicht nachholen, was dir bei deinem Vater nicht gelungen ist.
Wenn ich lese, wie viel Zeit du gestern mit dem Thema verbracht hast, fällt mir meine schlimme Phase wieder ein. Es gab so gut wie keinen anderen Lebensinhalt. "Sein" Trinken beherrschte meine Tage. Und trank er nicht, war ich voll der Hoffnung und Träume, welche sich beim nächsten Rausch wieder in Verzweiflung und Tränen auflösten. Heike, DU KANNST NUR DIR SELBST HELFEN! Er wird trinken, solange er es will und für richtig hält, weil er nicht mehr anders kann. Wer 5,7 Promille aushält, kann nicht mehr einfach aufhören. Dem reichen auch keine zwei Tage Entgiftung. Aber diesen Weg anzugehen, ist SEINE Aufgabe.
Deine ist es, deine schon ziemlich heftige Selbstaufgabe in den Griff zu bekommen. Was ist dein Lebennsinhalt, außer ihm? Was tust gerne? Wie möchtest du leben? Wie soll für dich eine Beziehung aussehen? Wie lange willst du dich schlagen lassen? Was erhoffst du dir, wenn er nicht mehr trinkt? Woran machst du fest, dass dann alles gut sein würde?
Heike, es ist alles deine Entscheidung. Du selbst hast es in der Hand, zufrieden und glücklich zu leben. Dem, was dein Freund tut und vielleicht ändern sollte, stehst du machtlos gegenüber. Es ist nicht in deiner Macht und es ist nicht deine Aufgabe, ihn zu retten. Das muss er selbst tun und dies zu tun oder nicht, ist SEINE Entscheidung.
Ich hätte dir gern mehr Hoffnung gemacht, aber das wäre Augenwischerei.
LG
Ette
Hallo ihrs,
na, dafür dass hier so viele Leute schreiben, sind es ja doch relativ wenige, die sich trauen, ihre Stärken zu formulieren. Denn Stärken haben wir ALLE, nur haben wir oft vergessen, dass sie da sind. Sie "hervorzukramen" ist schon mal ein guter Weg, sie auch zu nutzen. Denn trotzdem wir diese Stärken haben, gibt es etwas, was uns daran hindert, sie für UNS einzusetzen. Irgend etwas lässt sie uns vergessen. Was meint ihr, was es sein könnte?
LG
Ette
@ Karl: Die Anker sind schon lange gelichtet, allerdings ist es noch eher ein Schlingerkurs, der sich daraus ergeben hat. Und das ganze System ist auf Abhängigkeiten aufgebaut. Die gilt es zu erkennen und zu differenzieren - das ist die Krux.
Hallo ihrs,
meine Zufriedenheit und mein Wohlfühlen hingen ganz lange davon ab, ob mein damaliger Partner trank oder nicht. Täglich war es ein Eiertanz auf dem Nachhauseweg, weil ich nicht wusste, wird es ein guter oder ein schlechter Abend. Hatte er getrunken, war er schlecht drauf. War er nüchtern, schien er euphorisch bis zu dem Zeitpunkt wo ihn vielleicht wieder das Craving erwischte. Ich war ständig bemüht, nichts zu tun, was seine Laune verschlechtern hätte können. Ich bedachte zwei, drei, vier Schritte im voraus, versuchte jeglichen Fettnapf zu umgehen und war dadurch ständig dabei, mein eigenes Empfinden und meine Bedürfnisse zu ignorieren. Vor lauter vorgeblicher Empathie in seine Empfindungen hatte nichts anderes mehr Platz. Ich meinte, seine Gedanken zu kennen, ohne dass er sie aussprach und erwartete das Gleiche natürlich auch von ihm. Sagte er mir etwas, war ich nicht in der Lage, seine Worte als Tatsache anzunehmen, sondern wollte dahinter immer das sehen, was er mir „eigentlich“ damit sagen wollte. War er unterwegs und meldete sich nicht mindestens einmal am Tag, ging ich davon aus, dass etwas Schreckliches mit ihm passiert war und er womöglich irgendwo total breit herumlag. Ich hatte das Gefühl, dass es mich schier zerreißen würde, wenn ich alleine und ohne ihn leben müsste. Darüber hinaus hatte ich noch den Anspruch, dass unser Zusammenleben so aussehen sollte, wie ich es mir erträumte. Lediglich seine Trinkerei schien diesen Traum zu verhindern.
Inzwischen weiß ich, dass ich mich vielen Illusionen hingegeben habe. Ich sah ihn, wie er meiner Meinung nach hätte sein können, ohne zu akzeptieren, dass er so nicht ist und nie sein wird, wollte nicht nur sein Trinken unterbinden sondern auch, dass er bestimmte Dinge sieht und handhabt so wie ich. Inzwischen leben wir beide, wie wir es für uns als gut empfinden, können aber trotzdem, oder gerade deshalb, gut miteinander umgehen.
Ich musste es loslassen, mein Kopfkino in Gang zu setzen und habe gelernt, gesprochene und geschriebene Worte als Fakt anzunehmen. Veränderungen habe ich nur noch an mir initiiert und versuche nicht mehr, IHN oder andere Menschen zu verändern. Ich lebe mein Leben, auch wenn es nicht immer einfach ist, weil ich merke, dass meine Strukturen im Zusammenleben mit einem alkoholabhängigen Menschen nur die Spitze des Eisberges waren. Darunter ist ganz viel, was nur mit mir alleine zu tun hat. Meine Empathie habe ich nicht verloren, muss sie aber sehr scharf im Auge behalten, weil sie mir sonst allzu leicht Streiche spielt und ich mehr in Situationen hineininterpretiere als mir und den Menschen um mich herum gut tut. Grenzziehung ist das, worauf ich mein Hauptaugenmerk richte. Und ich glaube, das ist auch der Hauptgrund, warum wir noch miteinander umgehen können. Ich lasse ihn und er lässt mich leben wie wir jeweils wollen.
Gestern beim Spazierengehen ist mir aufgegangen, dass es gerade meine vermeintliche Empathie war, die mich immer wieder Dinge hat tun lassen, die mich gar nix angingen und meine Grenzen überschritten. Inzwischen schalte ich öfter mal auf stur, wenn mir einer sagt: Du weißt genau, was ich meine. Nein, weiß ich nicht, weil ich nicht die Gedanken des Anderen denken kann. Er muss sie mir schon erklären und auseinandersetzen. All das, was im „normalen“ Leben als einfühlsam und mitfühlend deklariert wird, war genau das, was mich in meiner Co-Abhängigkeit gehalten hat. Und es gibt genug Menschen, die die Mechanismen kennen, mit denen sie manipulieren und ihre Wünsche und Erwartungen durchsetzen wollen, ohne sie explizit zu formulieren. Aber mein Apel-Ohr ist seit längerer Zeit geschlossen. Auch auf die Gefahr hin, dass der ein oder andere beleidigt den Ar.... rumschmeißt und abdampft.
Ja, ich bin mitunter rigide in meiner Meinung. Ich nehme für mich in Anspruch, auf mich und meine Bedürfnisse zu achten und stelle meine Empathie des Öfteren in die Ecke, weil ich weiß, dass sie mich auf Dauer nicht zufrieden macht. Empathie ist eine wunderbare Gabe – jedoch nicht für Co-Abhängige. Da ist sie eine Aufgabe, die bewältigt werden will um zufrieden leben zu können.
LG
Ette