Beiträge von Ette

    Hallo Margitta,

    ich musste schmunzeln, wegen des Autofahrens. Mir ging es früher ähnlich und auch jetzt noch habe ich immer Herzklopfen, wenn ich unbekannte Wege fahren muss. Bewusst habe ich mir aber kein Navi angeschafft, weil ich es lernen will, mich selbst zu orientieren. Und schließlich - in unseren Breiten sprechen wir ja alle die gleiche Sprache und im Zweifel frage ich einfach nach dem Weg. Nur Mut!

    Was die Suche eines Psychologen betrifft, hat emz recht. Du kannst Hilfe und Adressenbei der Suchtberatung finden. Aber auch deine Krankenkasse hat sicherlich einige Adressen von Psychologen, mit denen sie zusammenarbeitet. Außerdem gibt es bei der Ärztekammer in der Regel ein Verzeichnis der ortsansässigen Psychologen und Psychiater. Allerdings haben sie in der Regel lange Wartezeiten. Wenn du sehr in Not bist, kannst du auch über deinen Hausarzt versuchen, Gespräche zur Krisenintervention zu bekommen. Hier könntest sicherlich du kurzfristig Termine bekommen und dann in Ruhe weitersuchen. Das ist das, wie ich es erlebt habe. Vielleicht ist es auch für dich einen Versuch wert.

    LG
    Ette

    Guten Morgen PapaMUC,

    ja, ich kann mir vorstellen, dass das ein Schlag ins Kontor war. Mir wurde bei meiner Scheidung vorgeworfen, ich würde lose Männerbekanntschaften suchen und mein Kind mit zu Orgien nehmen, weil mir das Sorgerecht aberkannt werden sollte. Ich kenne das Gefühl, ohnmächtiger Wut oder wütender Ohnmacht, weil nichts stimmt, von dem, was einem vorgeworfen wird.

    Die Entscheidung, ob du dagegen angegen willst, wird sicherlich nicht einfach sein. Lies mal im Forum von den erwachsenen Kindern. Vielleicht hilft dir dies bei deiner Entscheidung, wie du weiter vorgehen willst.

    LG
    Ette

    Hmmm...., vielleicht hab ich mich gestern etwas missverständlich ausgedrückt. Mit ganz oben meine ich, dass hier gut Erkenntnisse geschrieben werden könnten. Co-Strukturen, die wir wahrnehmen, um neue oder länger anwesende SchreiberInnen vielleicht ermutigen, auch ihre Co-Verhalten zu erkennen und womöglich zu formulieren.

    Wie dem aus sei, ich werd mich heute des Forums entziehen. Gestern habe ich nämlich gemerkt, dass sie sich von hinten wieder anschleichen, Co-Verhaltensweisen. Zorn über Ignoranz, Kopfschütteln über "the never ending storries", des sich im Kreis drehens.

    Ich werde also heute die Sonne genießen, ohne mich mit Co-Abhängigkeit auseinander zu setzen. Auf mich achten und Dinge tun, die mir Freude bereiten, mir gut tun.

    LG
    Ette

    Zitat von crevette


    Und ich will sehr wohl sein Verhalten beeinflusssen!

    Ja, crevette, das weiß ich wohl!

    Wenn du irgendwann WIRKLICH etwas für dich verändern willst, wirst du auch Wege finden. Bisher schriebst du viele Gründe, warum aus deiner Sicht Veränderung nicht möglich ist. Ich nehme an, deine Not ist noch nicht groß genug.

    Gruß
    Ette

    Hallo,

    schade, dass dieser Thread soweit "abgerutscht" ist. Im Grunde sollte der immer ganz, ganz oben anstehen, damit wir immer wieder lesen können, was unsere Krankheit ausmacht. Viel zu leicht wird doch "das Kranke" immer nur im trinkenden Partner gesehen. Illusion,Ignoranz, Opferrolle und das Ausblenden unserer eigenen Krankheit sind ein ganz wichtiger Teil der Co-Abhängigkeit. Ehrlichkeit mit sich selbst hingegen müssen wir erst lernen.

    LG
    Ette

    Hallo Pusteblume,

    ich hoffe, du hast dich in deinem Urlaub letzten Monat gut erholt und hast nun neue Kraft, dich in deiner Situation zurecht zu finden. Magst du nicht mal wieder schreiben, wie es dir geht?

    LG
    Ette

    Hallo Dagmar,

    ich habe bereits an anderer Stelle geschrieben, dass sicherlich irgendwann Postings von dir erscheinen, in denen nicht dein Ex und seine Krankheit das Hauptthema sind. Schade, dein neuestes Posting zeigt mir, dass dies sicherlich noch einen ganze Weile dauern wird.

    Bei der Bearbeitung meiner Co-Abhängigkeit und auch in der Arbeit in der realen SHG fällt immer wieder auf, dass narzisstische Persönlichkeitsanteile Sucht- und Abhängigkeitsverhalten prägen. In einer Definition des Begriffes „Narzissmus“ habe ich auch den Satz gefunden, dass narzisstisch veranlagte Menschen oftmals andere abwerten, um ihr eigenes Ego zu streicheln. Lieben um geliebt zu werden ist ebenso narzisstisches Verhalten und – eines der Hauptsymptome der Co-Abhängigkeit.

    Dagmar, ausziehen, den räumlichen Abstand zwischen dem Alki und uns selbst herstellen, ist ungefähr so, als würde ein Alkoholabhängiger lediglich nicht mehr trinken. So, wie Alkoholkranke lernen, „trocken“ zu denken, müssen wir lernen, dass niemand für unsere Krankheit verantwortlich ist. Wir selbst nur können die Verantwortung dafür tragen, dass wir gesund werden und leben. Auch unserem Leben fehlt der „Stoff“, wenn wir uns vom trinkenden Partner trennen, denn unser Stoff ist er. Und wir sind nicht clean, wenn wir lediglich die räumliche Trennung vollziehen und weiterhin ihn als den Grund unserer Krankheit erachten.

    Für mich war es sehr wichtig, den Fokus auf mich selbst zu lenken. Nicht mehr zu sagen, was hat er mir angetan. Wie krank muss der sein. Sondern, warum habe ich eine solche Beziehung gelebt, was war mein Anteil am System? Was ist daran mein kranker Anteil? Denn nur diese Krankheit ist für mich relevant, weil sie meine eigene ist und die einzige, an der ich arbeiten kann. KEIN Alki hat uns co-abhängig gemacht und auch nicht seine eventuellen narzisstischen Persönlichkeitsanteile. UNSERE EIGENE Krankheit, die ebenfalls nicht zu knapp narzisstische Merkmale aufweist, hat uns in die Beziehung mit einem abhängigkeitskranken Menschen geführt, weil wir selber abhängig sind.

    LG
    Ette

    Im vergangenen Jahr stand ich einmal an einem großen Strom, der gemächlich dahinfloss. Ab und zu ließen Sonnenstrahlen das Wasser leuchtend aufblitzen. Ich hatte das Gefühl, das dieser Strom das Sinnbild für mein Leben ist. Ruhig, entspannt, manchmal auch etwas wirbeliger, aber im Großen und Ganzen friedlich und zufrieden dahinströmend, blitzen immer wieder Glückmomente auf. Glück ist eine Sache von vielen kleinen Puzzleteilen, bin ich der Meinung. Und wir müssen aufpassen, dass wir sie vor lauter warten auf "das große Glück" nicht übersehen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Dagmar,

    es ist wirklich toll, was du in den letzten Wochen auf den Weg gebracht hast. Die Erfahrungen, dass wir unsere Stärke und Energie nicht verloren haben, sondern für UNS einsetzen können, macht zufrieden, habe ich gelernt. Es ist schön zu lesen, wie du vorwärts gehst. Irgendwann werden dann auch sicherlich Postings auftauchen, in denen du nicht mehr von deinem Ex erzählen musst, sondern ganz bei dir bleiben kannst.

    LG
    Ette

    Zitat von crevette


    Aber es geht ja nicht ums Verzichten. Ist ja nicht so, als ob ich die Wahl hätte. Verzichten ist fakultativ. Worum's hier geht ist simpel und einfach schlucken, was passiert. Akzeptieren.

    Wie soll das gehen? Ich kann doch nicht etwas akzeptieren, wenn ich's nicht akzaptiere! Das entzieht sich doch meinem willentlichen Einfluss. Und warum sollte ich es eigentlich akzeptieren? Geht's mir dann besser? Wenn ich zu etwas ja sage, zu dem ich eigentlich nicht ja sagen kann? Huh???


    Guten Morgen crevette,

    ich glaube, du hast das mit den Verzichtsgedanken falsch interpretiert. Wir können nicht loslassen, wenn wir nicht akzeptieren, was Fakt ist, sondern uns als armes Opfer sehen, das auf den Alki verzichten muss. In deinen Postings lese ich bezüglich Verzicht auch überhaupt nix fakultatives. Keiner kann gegen den Alk gewinnen. Auch keine Co-Abhängige und wenn sie noch so sehr will. Klar, kannst du zu seinem Verhalten nicht ja sagen. Weil du ja etwas ganz anderes willst. Es liegt aber nicht in deiner Macht. Geht es dir denn besser, wenn du dauernd versucht, Dinge zu ändern, die du nicht ändern kannst? Sorry, aber das ist tiefste Co-Abhängigkeit, was du hier praktizierst. Solange du nicht akzeptierst, dass du seine Sucht und sein Verhalten nicht verändern kannst, wirst du dich lediglich im Kreis drehen.

    Und du fragst, warum du akzeptieren sollst und dass sich diese Akzeptanz deinem willentlichen Einfluss entzieht. Wenn du nicht akzeptieren WILLST, dann wirst du es selbstverständlich nicht schaffen. Du machst die Augen zu – immer noch. Denn Akzeptanz ist kein Gefühl, sondern ein willentlicher Akt. Allerdings setzt er erwachsenes Denken voraus. Und dein Verhalten erinnert mich eher an ein bockiges Kleinkind, das mit den Füßen aufstampfend herumquengelt: ich will aber nicht akzeptieren.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Samie,

    ja, bei einer Suchtberatung werden einem schon mal Dinge gesagt, die man nicht so gerne hören mag. Da heißt es, sich selbst zu sehen, wie man ist. So, wie du schreibst, denke ich, dass dein Partner für sich selbst seine Krankheit und die Notwendigkeit, etwas dagegen zu tun, nicht wirklich angenommen hat. Auch sehe ich die Verzögerung nicht bei der Dame der Beratungsstelle, sondern bei deinem Partner. Wenn für die Erstellung des Sozialberichtes Gespräche erforderlich sind und er diese nicht bereit ist, zu führen, wie soll sie dann den Sozialbericht erstellen? Darin wird auch mit Sicherheit eine Prognose auf den Erfolg einer Entwöhnungsmaßnahme gegeben. Wie soll diese Prognose aussehen, wenn die Beraterin nichts weiter von dem Patienten weiß und er nicht bereit ist, über sich und seine Situation zu sprechen? Teil des Reha-Antrages ist der Sozialbericht. Und wenn dieser aufgrund mangelnder Mitwirkung des Patienten nicht erstellt werden kann, kann auch über den Reha-Antrag nicht entschieden werden.

    Teil unserer Co-Abhängigkeit ist es, für das Verhalten des Alkis Entschuldigungen zu finden. Alle wollen ihm Steine in den Weg legen. Dass wir dies selbst zum Teil tun, indem wir ihm die Verantwortung für sein Leben abnehmen und absprechen, sehen wir sehr lange nicht.

    Im übrigen ist eine Entgiftung unabhängig von einer Reha, sprich Entwöhnungsbehandlung, da diese erst der zweite Schritt ist. Zur Entgiftung kann sich dein Partner von seinem Hausarzt einweisen lassen. Dazu ist keine Beratungsstelle erforderlich. Begründet dein Partner also sein Weitertrinken mit der „zögerlichen“ Bearbeitung seines Reha-Antrages, habe ich den Eindruck, dass er noch nicht wirklich etwas verändern will.

    Es tut mir leid, wenn ich nun deine Hoffnung reduziert habe. Aber wir Co´s habe die Eigenart, allzu lange die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen.

    LG
    Ette

    Weißt du, Amai, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Co-Abhängigkeit zu einer Art Realitätsverlust führt und wir Co´s in einer großen Illusionsblase leben. Wir meinen, den anderen retten zu können mit dem, was wir für Liebe halten. Das, was du hier schreibst, gibt macht auf mich keinen sehr, nun ja, realistischen Eindruck. Aber vielleicht bin ich einfach so ein Astral-Flucht-Zwerg, weil das alles nichts ist, was ich anfassen kann.

    Womit ich etwas anfangen kann, ist, dass ich Menschen trotz ihrer Schwächen und Fehler annehmen und akzeptieren kann. Wie gesagt, wenn dir diese Art von "Leben" gut tut, dann wird es dein Weg sein. Du wirst deine Gründe haben, dich in dieser Art Welt zu bewegen.

    LG
    Ette

    Hmmmmm.....Du hast von dem, was du Astralsex nennst, in Zusammenhang mit chatten erzählt. Ich kenn das unter Bezeichung CS (cybersex) und halt es für ein, nun ja, mageres Surregat. Allerdings ist gerade dieser Teil der menschlichen Bedürfnisse sehr vielschichtig bis hin zu ungewöhnlich und ich will mir da kein Urteil drüber erlauben, nur weil ich es nicht nachvollziehen kann. Wenn ich jedoch von solchen Dinge träume, dann zeigt mir mein Körper einfach, dass es mal wieder Zeit ist, dies in der Realität zu tun. Daran kann ich dann nix Feinstoffliches erkennen (mir fällt bei dem Wort immer Feinstaub ein - und der hat nu überhaupt nix erotisches).

    Wie wahrscheinlich jeder der irgendwann mit Computern in Berührung kam, habe ich auch meine Erfahrungen mit der Chatterei gemacht. Für mich ist es eine Art von Versteckspiel, ein Ausleben einer Rolle, die sich manche im realen Leben nicht einzunehmen getrauen. Feinstoffliche Verbindung hört sich da natürlich um einiges interessanter an. Dann wünsch ich dir einfach weiterhin viel Spaß beim "feinstoffeln".

    LG
    Ette

    Wochenend-Anfang-Kaffee, Sonnenschein, rauschende Bäume vor dem Fenster und die Gewissheit eines unverhofften Besuches morgen.... schön!

    Gleich werd ich mich auf den Weg in den Garten machen und gucken, was die Natur mir heute zu meinem Abendbrot anbietet.

    Gut hab ichs.... ja, das kann ich nicht anders sagen.

    LG
    Ette

    Tja (sorry Karl, dass ich hier grad mal deinen Thread missbrauche) . Amai, mit Feinstofflichkeit kann ich nicht so viel anfangen. Sturmfest und erdverwachsen wie ich bin. Menschen, und natürlich speziell Männer, sind mir aus Fleisch und Blut, mit Haut und Haaren, Muskeln und blitzenden Augen lieber. Wo sollen bei der Feinstofflichkeit die Hände sein, die zupacken? Oder das Hirn, das Gedanken, realistische und versponnene, denken kann? Aber vielleicht bin ich einfach nicht sensibel genug, Feinstofflichkeit wahrzunehmen. Vielleicht hab ich aber einfach auch genug mit der Realität zu tun, die mir so viel Spaß macht, dass ich für Feinstoffliches keine Zeit habe. Ich finde es schön, wenn jemand einen ganzheitlichen Ansatz hat. Esoterik ist mir aber suspekt. Zu leicht wird sie Ersatz für eine Realität, in der wir Verantwortung übernehmen müssen.

    LG
    Ette

    Freitage sind für mich ein Genuss. Nur noch ein paar Stunden bis zum Wochenende und der Gewissheit, zwei und einen halben Tag ganz nach meinem Gusto verbringen zu können. Die erste Zeit ohne "meinen Alki" waren die Wochenenden immer ein Albtraum, weil mir die Struktur und die Kontakte durch die Arbeit fehlten. Das Erkennen, wie sich meine Wahrnehmung geändert hat, wie ich gelernt habe, MEINE Zeit mit MIR zu genießen, ist ein schönes Gefühl.

    LG
    Ette

    Charlos,

    sollst du dein Licht unter den Scheffel stellen? Das ist fishing for compliments. Manupulatives Verhalten - menno! Da erzählt einer dauernd vom Sporteln und dann "Mein schlaffer Körper" *augenverdreh* - sage mal! Sportoholiker!

    LG
    Ette