Hallo Nexia,
solch tränenüberströmte Gespräche kenne ich aus der Anfangszeit mit "meinem Alki" auch. Nach solchen Gesprächen hab ich dann immer wieder gehofft, dass alles gut wird. Irgendwann wurde es auch gut, allerdings musste ich da dann deutlich härtere Geschütze auffahren.
Achte gut auf dich. Du hast schon so viel geschafft. Und erinnere dich. Wenn dich jemand auf deine Art zu essen angesprochen hat, hast du dann ehrlich erzählt, was du isst? Meine Erfahrung mit Suchtkranken hat mir immer wieder gezeigt, dass das, was zugegeben wird, nur die Spitze des Eisberges ist. Das Trinken verbergen lässt sich ja offensichtlich nicht. Das ganze Ausmaß zuzugeben, würde aber einem Eingeständnis der Sucht gleichkommen.
Du kennst durch deine eigene Krankheit eine Menge über Sucht. Ich denke, es könnte gut sein, wenn du dich an dein eigenes Verhalten zu dieser Zeit erinnerst. Dann wirst du sicherlich sein Verhalten besser einschätzen können.
Du fragst, wie du ihm glauben kannst, dass er nichts trinkt. Ich habe lange Zeit "seinen" Worten geglaubt, obwohl ich anderes empfunden hatte. Zum Schluss fühlte ich mich fast wie verrückt, weil alle Zeichen für ein Trinken sprachen und er mir hoch und heilig versicherte, es wäre nicht so. Dank Wodka war auch wenig Geruch vorhanden. Und so fühlte ich mich ständig unsicher. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass meine Empfindungen richtig waren und seine Worte nicht. Seither habe ich eine ganz andere Art, mit meinem "Bauchgefühl" umzugehen.
Nexia, ich kann dich gut verstehen und finde es gut, das du Konsequenzen im Falle eines Weitertrinken androhst. Es erfordert dann aber auch deine Konsequenz, dies durchzuhalten. Aber das hast du ja hier sicherlich schon mehrfach gelesen.
Ich wünsch dir Kraft, für dich den richtigen Weg zu finden.
LG
Ette