Beiträge von Ette

    Erste Ahnung von Herbst in der regenkühlen Luft. Trotzdem hat es mich nicht in der Wohnung gehalten, da ich einige Pflanzen in die Erde bringen wollte. Immer wieder brach die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Filigrane Gräser im Gegenlicht, eine letzte zuckersüße Erdbeere und Holunderbüsche, die sich unter ihrer Beerenlast gen Boden neigen. Stauden umsetzen, graben in dunkler, duftender Erde und an den Kräutertöpfen aufsteigende Aromen schnuppern. Minze, Salbei, Oregano, Dill, Liebstöckel und wie sie alle heißen geben ein olphaktorisches Konzert. Ringelblumen, Phlox, Rosen und Astern haben den Tisch für Bienen und Hummeln immer noch reicht gedeckt und das Weinlaub glänzt frisch geduscht.

    Zurückkommen und sich matt fühlen von der Buddelei. Erde unter den Fingernägeln, windzerzaustes Haar und jede Menge Sauerstoff in den Lungen, freue ich mich jetzt auf ein heißes Bad bevor es ab geht down town, um eine andere Seite Leben zu genießen.

    LG
    Ette

    Zitat von Ette

    Hi koketterie,

    ich denke mal, das liegt an der SHG.

    LG
    Ette

    Ups - da ist mir doch ein "nicht" abhanden gekommen. Koketterie, im Grunde liegt ALLES in uns. Ratschläge, womöglich noch ungefragt, in SHGs finde ich bedenklich. Hausaufgaben - nun ja, die Gruppenleitung macht so etwas schon mal. Aber ein Mitglied? SHGs können nur so gut sein wie ihre Mitglieder und wenn diese ihre Co-Strukturen auch in der Gruppe ausleben, dann fehlt jemand, der darauf hinweist. Jedenfalls läuft das in meiner Gruppe so.

    LG
    Ette

    Hallo Elo,

    jau, eine interessante Fragestellung. Es eine ganze Weile gedauert, akzeptieren zu können, dass ich mir nicht nur selber meine Würde genommen habe, sondern dies auch mit meinem „Alki“ getan habe. Lange Zeit habe ich mich nach wie vor als Opfer seiner Alkoholabhängigkeit gesehen, ihm vorgeworfen, dass ich dadurch co-abhängig geworden wäre. Dabei habe ich jedoch nicht nur meine eigenen Bedürfnissen auf sein Leben und seine Stimmungen eingestellt. Ich habe mir auch angemaßt, zu wissen, was für ihn das Beste sei. Seine Termine verwaltet, ihn massiv auf seine Defizite aufmerksam gemacht, die es galt zu bearbeiten. Wollte ihn quasi erziehen, so wie ich es mit meinem Sohn gemacht hatte. Hab ihm die Verantwortung für sein Leben und somit auch seine Würde abgesprochen. Erst als er mir ein Vierteljahr nach seiner LZT mitteilte, dass er die Beziehung beenden möchte, weil er mit mir zusammen nicht trocken bleiben könne, bin ich aufgewacht. Nicht gleich natürlich. Ich habe ihm Dinge um die Ohren geschlagen, die alles andere als nett waren und wiederum nur die Schuld bei ihm gesucht. Auch da hatte mein Verhalten wenig mit Würde zu tun, weder mit meiner noch mit seiner. Nach einer psychosomatischen Kur konnte ich endlich begreifen und akzeptieren. Und tolerieren.

    Inzwischen ist er drei Jahre trocken, wir gehen sehr fürsorglich und liebevoll miteinander um. Jeder respektiert Gefühle und Abgrenzungsbedürfnis des Anderen. Als ich meine Würde wiedergefunden hatte, war ich auch in der Lage, ihm seine zu lassen.

    LG
    Ette

    Nachdenklich.....

    ...macht mich, was ich hier im Forum zur Zeit lese. Feindbilder werden aufrecht erhalten, ja sogar noch aufgebaut, wie es scheint. Da werden Ratschläge zum Lügen erteilt, als ob Lügen moralischer wären, wenn sie nicht durch Alkis erfolgen. Trotz Um- und Auszügen gibt es im Grunde nur ein Thema. DER ALKI! Von Selbsthilfe sehe ich im Moment nicht viel. Na ja, vielleicht Hilfe dazu, sich so richtig schön rein zu steigern. Auch eine Art von Suchtverlagerung. Wenn der Alki schon nicht mehr im alltäglichen Leben gegenwärtig ist, wird er wenigstens als Feindbild thematisiert.

    Eine, wie gesagt, nachdenkliche
    Ette

    Guten Morgen,

    dieser Tage hatte ich in meiner Mailbox einen recht verklausulierten Hilferuf, der unter welchen Substanzen auch immer, auf jeden Fall nicht mit klaren Kopf geschrieben schien. Dies hat sich nicht in einem Gedankenkarussel ausgewirkt. Dies hat mich nicht veranlasst, gleich ans Telefon zu stürzen und es mir auch kein schlechtes Gewissen gemacht, dem lieben Menschen lediglich zu schreiben, wenn er Hilfe bräuchte, solle er es einfach sagen. Seither habe ich nichts wieder von ihm gelesen. Nun, ich denke, wenn er bereit dazu ist, Hilfe anzunehmen, wird er auch in der Lage sein, darum zu bitten.

    Mir ist an mir nur aufgefallen, dass ich Abstand wahre, von verqueren Leben, die mir nicht guttun.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    mir fällt dazu nur ein, dass wir manchmal hinter Lachen und humorigen Äußerungen die Dinge verstecken, von denen wir wissen, dass sie noch nicht gut laufen. Aber das ist nur, was mir bei mir selbst aufgefallen ist.

    LG
    Ette

    Bester Kaltblütiger,

    lass dich nicht drängen von entzügigen Co-Mädels hier. Ich wünsche dir schöne Tage, wo auch immer du bist. Ach ja - Schoggi, die müsste es doch da geben. Am liebsten mit Nüssen...... hmmmmm.... hättest du noch ein kleines Plätzchen im Gepäck?

    LG und ich freu mich drauf, wenn du wieder hier bist.

    Ette

    Hallo Gani,

    willkommen hier im Forum.
    Du fragst nach Hilfe. Welche Vorstellung hast du denn von dieser Hilfe? Dein Ex hat dir ganz deutlich geschrieben, dass er eine neue Beziehung hat und nicht mehr mit dir zusammen sein möchte. Welche Hilfe wünschst du dir da nun? Hmmm.... ein Quentchen Akzeptanz, ein paar Ideen, um die freie Zeit nun für dich zu nutzen, eine fröhliche Amsel vor deinem Fenster. Frischen Wind, der dir den Kopf freibläst. Sonnenstrahlen, die dir ins Herz scheinen, ach ja und nicht zu vergessen, freundliche Menschen, die dir im Alltag, einfach so, ein Lächeln schenken. Das würde ich dir in den Erste-Hilfe-Koffer packen.

    Warum interessiert es dich überhaupt, ob der Ex einen Rückfall hat? Sich mit ihm herumärgern, wenn er betrunken ist, für den Job ist doch nun die Nachfolgerin zuständig. Du kannst deine Zeit mit weitaus angenehmeren Dingen verbringen. Nur - machen muss du das schon selbst. ;)

    LG
    Ette

    Guten Morgen Jetztich,

    es wird also umgeräumt, damit jeder Raum für sich hat. Einen Raum oder überhaupt Raum? Und wann machst du dann deinen Namen für dich zum Programm?

    Du schriebst am Anfang, deine Welt zerbricht. Sorry, aber im Gegensatz zu dir sehe ich einige gute Ansätze. Die jedoch von „deinem Alki“ kommen. Ich wollte solche Aktionen früher genauso wenig positiv sehen wie du. Schließlich war er ja der Kranke, den ich betüddeln musste. Dass ich ihm damit auch jegliche Verantwortung und Raum zum Atmen nahm, hab ich gnädig verleugnet. Schließlich hätte ich mir dann zugestehen müssen, dass ohne meine Sorge um ihn ziemlich viel Leere in meinem Leben vorhanden gewesen wäre. Inzwischen habe ich das geändert.

    Codependent – ja hast du etwa wirklich geglaubt, dass Co-Abhängigkeit nur in Deutschland vorkommt? Klar ist es ein internationales Problem, schließlich machen der Alk oder dysfunktionale Familienstrukturen auch nicht vor Staatsgrenzen halt. Du kannst also auf internationalen Erfahrungsschatz zurück greifen, wenn du etwas für dich tun möchtest und dir aus diesem Erfahrungsschatz all das herauspicken, von dem du meinst, es könnte dir helfen. Helfen auf dem Weg auf dem es dann heißt : Jetzt ich..... Ach ja, und ob dein Mann trinkt oder nicht, hat überhaupt keine Relevanz, wenn es darum geht, DICH weiter zu entwickeln.

    LG
    Ette

    Hallo Jetzich,

    gut, dass du dich hier angemeldet hast, da du hier viele Gesichtspunkte zu unserer Krankheit lesen kannst. Die, die für dich passen, kannst du dir zu eigen machen und an dir arbeiten und wachsen.

    Du schreibst, dass ihr quasi getrennt lebt, weil dein Mann sein Leben wieder selber koordinieren will. Ähnliches habe ich auch erlebt. Allerdings ist "mein Alki" vollends ausgezogen, um, wie er sagte, alleine trocken zu werden. Mit mir zusammen würde dies nicht funktionieren.

    Inzwischen haben wir ein gutes, freundschaftliches Verhältnis. Und er ist sein fast drei Jahren trocken. Auch ich habe die Zeit genutzt, um mich weiterzuentwickeln. Denn es hatte schon seinen Grund, dass ich mit einem alkoholkranken Mann zusammen gewesen bin.

    Für uns beide war das Loslassen also nur von Vorteil. Lass dir und ihm die Zeit für eigene Wege, eine eigene Verantwortung und ein eigenes Leben. Dann seid ihr vielleicht irgendwann soweit, auch wieder ein gemeinsames Leben zu führen - ohne Alkohol.

    LG
    Ette

    Hallo esmeray,

    eine Wohnung mit HartzIV ist schwierig, aber nicht unmöglich. In der Regel hat die ARGE Vermieter an der Hand, die auch an HartzIV-Leute vermieten. Diese kann man bei uns auch bei der Stadt erfragen. Dazu übernimmt bei uns die ARGE auch eine eventuell erforderliche Mietsicherheit. Ich weiß nicht, wie das in Hamburg ist. Ein erster Schritt wäre hier für mich, mich beim Sozialamt meiner Stadt schlau zu machen.

    Dich zu informieren, erste reale Schritte einzuleiten, ist auch ein guter Weg, sich gedanklich von der Trinkerei zu lösen. Eigene Probleme lösen und dich nicht mehr mit "seinen" Problemen auseinander zu setzen, bringen dich schließlich vorwärts. Ich wünsch dir Mut und Kraft dazu.

    LG
    Ette

    Hallo Hermann,

    als du über deine Kakteen schriebst, musste ich schmunzeln. Bei mir in der Wohnung ist jede Fensterbank und der Balkon mit viel Grün bestückt. Ständig gibt es irgendwelche Stecklinge oder Saatschalen. Und ich muss gestehen, ich spreche sogar manchmal mit ihnen.

    Das wäre toll mit den Kindeln. Hmmmm.....vielleicht müssten wir Karsten um Vermittlung bitten, denn ich möchte hier nicht meine Postanschrift öffentlich posten.

    LG
    Ette

    Hallo Alex,

    ich kann deine Reaktion verstehen. Du schriebst hier in der Erwartung auf Verständnis und Zuwendung ob deiner schwierigen Situation. Und plötzlich schreiben dir die wild gewordenen Weiber etwas von eigener Schuld und machen dir Vorhaltungen. Alex, ich denke, dass dies ein Phänomen der Co-Abhängigkeit ist. Dass wir unseren eigenen Anteil am Aufrechthalten des Systems nicht gerne sehen wollen. Schließlich ist der Partner krank und wir nicht. Uns geht es in der Regel nur schlecht, weil der Andere trinkt. Der Andere ist aber nicht für unser zufriedenes Leben verantwortlich, noch dazu, da er oder sie krank ist. Ich bin ganz alleine dafür verantwortlich, dass ich zufrieden lebe und mich wohl fühle. So wie du für dein Leben verantwortlich bist. Du hast allerdings auch noch die Verantwortung für deine Kinder.

    Eine SHG ist nicht dazu da, den anderen zu streicheln und zu bedauern. Dazu haben alle Mitglieder selbst genug erlebt. Und teilweise schon begriffen. Wenn du hier also Dinge liest, die dir nicht gefallen, sind es in der Regel genau diese Dinge, die dich betreffen. Sich zurück zu ziehen, ist ein Weg, damit umzugehen. Du kannst dich aber auch mit eben diesen Dingen für dich ganz ehrlich auseinander setzen. Wege suchen für dich. Aus dem System Alki/Co heraus. Leicht ist es nicht, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und mit Schmerzen verbunden. Schmerzen darüber, was ich lange Zeit verleugnet hatte. Das Bild, das sich Co´s von sich und ihrer Welt machen, ist genauso verschoben, wie das, das sich ein Alki macht. Es ist nicht leicht, festzustellen, dass wir Co´s genau so krank sind, wie die, die wir für krank halten, die Alkoholiker.

    LG
    Ette

    Überraschungen genieße ich! Wenn da so ganz unerwartet ein dicker Brief im Briefkasten liegt und ich die Schrift erkenne, beginnt mein Herz schon hüpfen. Ich bezwinge mich, nicht ungeduldig den Umschlag aufzureißen, sondern öffne ihn genüsslich, voller Vorfreude. Und dann sind sie plötzlich da, die Rosen, die es für mich regnen soll. Vorn ganz unerwarteter Seite. Schön! Ein freudiger Genuss, für den ich mich von Herzen bedanke. Dann werde ich mal sehen, wie ich mein Leben so lebe – oder führe?

    LG
    Ette

    Hallo Alex,

    gut, dass du hierher gefunden hast. Herzlich willkommen. Lies dich hier durch und lass das Gelesene nicht nur in deinen Kopf, sondern versuch, nachzuspüren, was es in dir auslöst. Manchmal ist es nicht angenehm, was wir hier zu lesen bekommen. Aber das, was mich am meisten angepackt hat, war in der Regel auch das, was mich am meisten weiter gebracht hat.

    So, wie deine Kinder reagieren, haben sie ja wohl schon einiges mitbekommen. Hast du sie bei deinem Auszug bei der Mutter gelassen?

    Dass du zurück gekommen bist, kann ich nachvollziehen. Schließlich hört jeder Mensch gern, dass er für einen Anderen der „sichere Hafen“ ist. Das wertet uns ja auf, wir sind zu etwas nütze. Außerdem ist selbst eine trinkende Partnerin bei einer körperlichen Einschränkungen hilfreicher als gar keine, also auch für dich eine Art bequeme Unterstützung. Wenn, ja wenn nur das Trinken nicht wäre.

    Du bist weder Schuld, dass sie trinkt, noch bist du unnormal, weil du wieder zurück gegangen bist. Allerdings wird dir auf Dauer keiner die Entscheidung abnehmen können, ob du dies so weiter führen willst. Auch wirst du dich natürlich irgendwann von deinen Kindern fragen lassen müssen, warum du sie nicht aus dem Alk-Umfeld genommen hast. Ich denke, es gibt genug Verantwortung, die du für dich und deine Kinder übernehmen kannst. Deine Frau muss für Leben die Verantwortung ganz alleine tragen, so wie du für deines. Was und ob da nun normal ist oder nicht – normal ist in meinen Augen das, womit du dich wohlfühlst. Wenn du dich in deiner Situation wohlfühlst, kann sie von außen so unnormal wie nur was sein. Aber das ist eben die Kernfrage, ist deine Lebenssituation für dich angenehm? Und für deine Kinder?

    LG
    Ette