Guten Morgen riverdance,
ja, auch wenn „sie“ erst einmal in Therapie oder auf dem Weg dahin sind, finden wir noch keine Ruhe. Ich kann gut verstehen, dass das, was im „Hintergrund“ ist, dir nach wie vor Stress und Druck macht. Allerdings hast du das Recht zu sagen, dass du davon eine Auszeit brauchst. Dies kannst du für dich ganz allein beschließen oder aber auch mit deinem Partner darüber sprechen. Schließlich hast du auch noch für dich und deine Kinder zu sorgen, sodass es durchaus legitim ist, dich darauf zu beschränken.
Sorry, aber die Angst, ihm mit deinem Co-Einfluss zu schaden, ist in meinen Augen schon wieder so was von Co! In erster Linie schadest du dir mit deinem Co-Verhalten selber. Und das wäre der Ansatzpunkt, wo meines Erachtens anzusetzen wäre. Wenn er sich in Behandlung begeben hat, dann gönn ihm doch die Zeit, dies zu tun. Er hat dort genügend Leute, die sich um ihn kümmern. Somit hast du auch Zeit, dich um dich selbst und deine Kinder zu kümmern. Aber vielleicht ist es gerade das, dem du aus dem Wege gehen möchtest, dich um dich selbst zu kümmern. Deine Belange, deine Bedürfnisse, deine Ängste hervor zu holen. Davor bewahrt uns natürlich die Sorge um den Alki. Schließlich ist der ja krank und wir sind so gesund, dass wir uns um alles kümmern können – nur nicht um uns selbst.
Vor gut drei Jahren hab ich Ähnliches durchgemacht, allerdings ohne Kinder. Trotzdem war es ein hartes Angehen, ihn endlich sein und machen zu lassen. Wie er sein Leben gestaltet, geht mich nix an. Er ist nicht mein Kind, um das ich mich sorgen und kümmern muss. Mich um mein Leben zu kümmern, musste ich lernen. Und es genussvoll und zufrieden zu leben, egal, ob er trinkt oder nicht. Für „meinen Alki“ und mich war dies ein guter Weg, wieder ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Keine Paarbeziehung, aber eine tiefe Freundschaft, in der wir uns gegenseitig helfen und unterstützen können. Ohne Anspruch, dass der Andere dafür verantwortlich ist, dass es uns gut geht. Es war ein ganz schön weiter Weg, aber für mich war er gut, denn mein Leben ist endlich meins geworden.
LG
Ette