Beiträge von Ette

    Guten Morgen....

    ...wieder einmal ist ein kleines up date fällig, denke ich.

    Immer noch lese ich öfter hier. Manchmal schreibe ich auch etwas in einem Thread. Aber vor allem ist es das Lesen, das für mich selbst angesagt ist. Immer wieder neu wird hier die Problematik einer Beziehung zu einem alkoholkranken Menschen formuliert. Für mich ist es eine wichtige Hilfe zum Hinterfragen meines eigenen Verhaltens. Ein Schlüsselsatz war gestern einer von Habibi.

    Zitat von habibi


    ich schaue , durch die erfahrung der alkoholischen beziehung mehr hin , wie es bei meinen "nachbarn "ist ...denn oft ist mehr "schein als sein "und vielleicht braucht jemand meine hilfe, wartet nur darauf , angesprochen zu werden ?oder sendet signale !ich meine, wer geht mit der situation "hausieren "?

    Ja, als ich noch so richtig schön fest in meiner Co-Abhängigkeit verwurzelt war, habe ich auch Dinge gespürt, die keiner sagte. Dabei sind solche „Signale“ womöglich nichts anderes als mein eigenes Bedürfnis, das ich in einer Situation empfinden würde. Oder aber das Bedürfnis, mich durch helfen „Liebkind“ zu machen. Inzwischen kann ich mir solche Empfindungen ansehen und mir sagen, dass es mich nichts angeht, wie der Andere mit seinem Leben umgeht. Werde ich jedoch um Hilfe gebeten, kann ich entscheiden zu helfen. Das tue ich auch, aber nicht mehr, so wie früher, weil ICH denke, Hilfe ist erforderlich. Ich kann warten, bis ich um Hilfe gefragt werde. Kleinen Kindern helfe ich ungefragt, weil sie noch nicht selbstverantwortlich handeln können. Erwachsene Menschen aber haben vielleicht eine ganz andere Vorstellung von ihrem Leben als ich von meinem. Und Situationen, in denen ich Hilfe für erforderlich halte, können für eine andere Person durchaus noch in deren Toleranzbereich fallen. Solange ich nicht um Hilfe gebeten werde, gehe ich davon aus, dass der Andere sein Leben selbst auf die Reihe bekommt. Das ist eine der wichtigsten Tatsachen, die aus meiner Genesung von der Co-Abhängigkeit mitgenommen habe.

    Und etwas anderes habe ich gestern abend vor dem Einschlafen festgestellt. Nämlich dass es immer öfter Situationen gibt, in denen ich es richtig genieße, alleine zu sein. Sicher gibt es auch immer wieder sehnsüchtige Momente, in denen ich mit jemanden leben möchte. Aber gestern war eben nicht so einer. Ich genoss einfach die Stille eines Sommerabends und freute mich, dass ich auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Bis nachts um ein Uhr lesen, alle Fenster weit geöffnet, den Geruch nach Erde, der hereinzog. Mich auf einer Lichtinsel unter einer kuscheligen Decke in das Afrika des beginnenden letzten Jahrhunderts lesen und das Licht löschen, wann es MIR gut tut. Ich habe mich einfach gefreut, dass ich diese stillen Alleinmomente genießen konnte. Etwas, was ich früher nie und nimmer geschafft hätte.

    LG
    Ette

    Hallo Habibi,

    ich lese dich immer wieder in Threads von anderen SchreiberInnen hier. Seitenweise... Dein eigener Thread dagegen ist leider ziemlich verwaist.

    Was hast du denn seit deiner Anmeldung im letzten Jahr in Richtung Suche deiner falschen Cluster unternommen? Haben dir die Erfahrungen der anderen Forumsnutzer geholfen, dich mit dir „erhellend“ auseinander zu setzen? Hoffnung dahingehend scheinst du ja gehabt zu haben, da du in deinem Weihnachtsthread deine Postings mit „hope“ unterschrieben hast. Was hat dir denn das neue Jahr für DICH selbst gebracht? Hat sich für dich etwas verändert?

    LG
    Ette

    Hallo Tine,

    willkommen hier im Forum. Hier wirst du viele Dinge lesen, die für DICH hilfreich sein können. Denn du bist der einzige Mensch, dem du wirklich helfen kannst. Dein Partner muss selbst dafür sorgen, dass er sein Trinken hinter sich lassen kann und aus der Sucht kommt.

    Du fragst, ob ihn die Sucht wieder hat. Wenn ich lese, was du schreibst, denke ich, dass er nie heraus war. Meines Erachtens „hat“ ihn die Sucht nicht, sondern er lässt sie nicht los. Eine Entgiftung ist lediglich der allererste Schritt, um den Körper vom Gift zu befreien. Für ein trockenes Leben können dann die Grundsteine gelegt werden. Manchmal reichen regelmäßige SHG-Besuche. Hilfreicher ist jedoch eine Entwöhnungstherapie.

    Aber hier soll es ja in erster Linie um dich gehen. Hast du dir schon einmal die Grundbausteine für Co-Abhängige durchgelesen? Hier kannst du für dich selbst ansetzen. Denn wie gesagt, du bist der einzige Mensch, dem du wirklich helfen kannst. Daran, dass dein Partner trinkt, ist niemand Schuld, weder eine Ex-Frau noch ein 14-Stunden-Tag. Und genauso, wie niemand an seinem Trinken Schuld hat, kann auch niemand ihn davor bewahren. Auch mit noch so viel Liebe wirst du das nicht bewerkstelligen können. Sicherlich wirst du das auch in Suchtberatung erfahren.

    Du kannst aber lernen, ein eigenständiges, selbstverantwortliches Leben zu führen. Noch dazu bist du für einen Säugling verantwortlich. Lies bei den erwachsen Kindern von alkoholkranken Eltern und du wirst erkennen, wovor du dein Kind bewahren solltest. Meiner Meinung nach ist das genug Aufgabe – deinen Partner zu retten dagegen ist eine Art Kampf gegen Windmühlenflügel, wenn er nicht selbst den Willen und die Kraft hat, etwas gegen seine Krankheit zu unternehmen. Deine Baustelle ist deine eigene Abhängigkeit. Ich wünsche dir Kraft und Mut, dich daraus zu befreien.

    Schreibe ruhig, wenn es dich befreit. Aber - schreib am besten davon, wie es dir geht.

    LG
    Ette

    Hallo Sinnesrausch,

    die bewusste Trennung von einem Menschen, der sich noch nicht entschieden hat, etwas gegen seine Abhängigkeit zu tun, ist in meinen Augen die einzig richtige Entscheidung. Bei ihm zu bleiben hat in der Regel mit Sicherheit eine noch längere Leidenszeit für beide Betroffenen zur Folge.

    Diese Angst vor dem Schock, wenn etwas passieren sollte, die kannst du im Grunde in jeder „normalen“ Beziehung auch haben. Dein Mann kann vor die Bahn aufs Gleis fallen, von einem Auto überfahren werden, von einem durchgedrehten Messerstecher aufgeschlitzt werden, oder, oder, oder..... Machst du dir um all solche Dinge auch einen Kopf?

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass Co´s jede nur erdenkliche Möglichkeit nutzen, den trinkenden Partner nicht aus ihrem Kopf zu lassen. Irgend etwas findet sich doch immer, dass gedanklich nicht losgelassen werden kann.

    Warum fährst du hin, um nachzusehen, was er macht, wenn er dich nicht anruft? Seid ihr nicht getrennt? Dann gehen dich weder seine Aggression, seine Promiskuität, seine Moral noch die Leute, mit denen er sich umgibt, etwas an. Es sei denn, du möchtest nach wie vor Kontrolle darüber haben, was er macht und was mit ihm passiert. Und dies ist mein Eindruck. Aber natürlich war es nur Besorgnis darüber, dass er sich etwas antun könnte. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass unsere Freunde und Helfer in solchen Fällen gern nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Das hat dann möglicherweise zur Folge, dass Jammeranrufe endgültig gänzlich ausbleiben.Die Hauptrolle in "Die Liebe und der Säufer" wäre dann jedoch nicht ganz so glamourös.

    Für mich ist das perfide an der Co-Abhängigkeit, dass sie so oft als Mitgefühl, Liebe, Sorgen und Helfen wollen deklariert wird. Die Abhängigkeit von einem Menschen lässt sich nun mal leichter leugnen als die vom Alkohol, auch vor sich selbst. Und der Rausch des Co ist nicht vorbei wenn der Alki ausgezogen ist.

    LG
    Ette

    Hallo Nele,

    Rückfälle gehören zu einer Krankheit. Auch zu unserer. Aber du fängst ja nicht bei Null wieder an, sondern hast schon einige Schritte in Richtung aus deiner Abhängigkeit getan.

    Depressive Schübe, sprich die tiefen Löcher, tauchen bei mir auch immer wieder einmal auf. Dabei habe ich gemerkt, dass ich diese auch vor meiner Beziehung zu einem Alkoholiker schon hatte, nur habe ich sie nicht so wahrgenommen. Zu sehr war ich in Familie und Arbeit involviert. Ich habe sie einfach ertragen und mich selbst dabei immer wieder überfordert.

    Achte gut auf dich, dann wird ein Schritt nach dem anderen machbar sein.

    LG
    Ette

    Hallo Doro,

    ja, du hast recht, es wird zu viel über das Geld geregetl. Und Geld ist hier das schlechteste, aber am einfachsten zu gebrauchende Instrument.

    So kann letztendlich nur jeder Einzelne für sich entscheiden, wie er mit sich und seiner Gesundheit umgeht, um dieses Geld gesteuerte Gesundheitssystem ad absurdum zu führen. Verantwortung übernehmen - eine Tatsache, die immer wieder unser Leben bestimmt. Schließlich sind wir alle mündige Bürger, die ihr Teil zum Funktioneren eines Staates und eines Gesundheitssystems betragen können und müssen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Sinnenrausch,

    es geht nicht nur, sich um sein eigenes Leben zu kümmern, es ist auch ausgesprochen wichtig. Wenn ich lese, dass du meinst, die Liebe entsteht aus der Angst vor dem Tod des trinkenden Partners, dann fallen mir die Zeiten ein, in denen ich ähnlich dachte. Und zwar solange, bis ich mehrfache Suizidandrohungen und die damit verbundenen Aufregungen mitmachen musste. Irgendwann war ich soweit, dass ich sagte, er solle es endlich tun, damit dieser Stress endlich vorbei ist.

    Die Allmachtsphantasien, dass ich meinen trinkenden Partner durch Liebe, Verständnis und in Watte packen davor retten kann, sich zu Tode zu saufen, hatte ich auch. Ich habe sie erst aufgeben können, nachdem ich selbst krank wurde und psychologische Hilfe annehmen musste.

    In meinen Augen ist es keine Liebe, wenn sich die Angst vor dem Tod als ihr Motor darstellt. Sondern dieses „Lieben“ ist Mittel zum Zweck, die dazu dient, den Anderen zu retten in der Hoffnung, er wird dafür ewig dankbar sein und uns dafür lieben und niemals verlassen.

    Ich weiß nicht mehr, wer hier eine solche dysfunktionale Beziehung als eine Art Film bezeichnete. Ein sehr gutes Bild, wie ich finde. In einem solchen dramatischen Film, in dem es um Leben und Tod geht, spielt der oder die Co-Abhängige die Hauptrolle - Retterin durch Liebe. Und wer spielt nicht gerne eine Hauptrolle? Dass der Preis dafür die Aufgabe eines eigenen Lebens ist, wird allzu leicht aus den Augen verloren.

    Aber solange Co-Abhängige sich mit dem Retten und Sorgen um andere beschäftigen, müssen sie sich auch nicht mit sich selbst, ihren eigenen Defiziten und Fehlern auseinandersetzen. In der Regel ist das Chaos, der Thrill, der mit einer Suchtbeziehung einher geht, auch das beste Ablenkungsmanöver, das davor bewahrt, sich um sein eigenes Leben, seine eigene Persönlichkeitsentwicklung zu kümmern. Von der Tatsache, dass man dem trinkenden Partner die Verantwortung für sein Leben abnimmt, ihn quasi auf die Stufe eines unmündigen Kindes stellt, einmal ganz abgesehen.

    LG
    Ette

    Hi Meli,

    nun musste ich aber schmunzeln. Du hast recht, der Garten bzw. das Grün darin wächst auch ohne mich. Vor allem die "Wildkräuter".

    Seltsamerweise kommt mir Gartenarbeit aber gar nicht so sehr wie Arbeit vor. Es ist mir immer eine Freude und deshalb konnte ich es ja so schlecht verknusen, dass ich so schlapp war.

    Heute war ich auch ein paar Stündchen. Zum Gießen und Ernten. Und - das finde ich immer am Tollsten, das ist ein Hobby, von dem ich auch noch richtig etwas habe. Heute zum Beispiel Zucchinipuffer mit Gurkensalat und einige Gläser leckere Johannisbeermarmelade. Alles Marke Eigenbau.

    Und ja, dass ich in meinem Ex einen Schatz habe, das weiß ich wohl. Er ist mir der beste Freund geworden, seit dem er trocken ist.

    LG
    Ette

    Hallo Kuschelchen,

    bevor wir uns die Köpfe heiß reden, magst du vielleicht erst einmal
    hier https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…aid_531135.html lesen. Zudem hatten wir vor gar nicht allzu langer Zeit alle die Möglichkeit, diese Regierung zu verhindern, die nun über zusätzliche Kosten im Gesundheitswesen nachdenkt. Leider haben aber wohl die Falschen von ihrem demokratischen Mitspracherecht Gebrauch gemacht.

    Ich weiß nicht, welche chronische Krankheit, außer der Alkoholabhängigkeit, du hast. Soweit ich informiert bin, gibt es für Chroniker und wirtschaftlich schlechter gestellte Mitbürger auch jetzt bereits Vergünstigungen bei den Krankheitskosten. Auch sind Krebsvorsorgeuntersuchungen von der Praxisgebühr befreit.

    Im übrigen finde ich, dass die Beispiele für häufigere Arztbesuche, die du anführst, keine guten Bespiele sind. Dies wären für mich keine Anlässe, gleich zum Arzt zu gehen. Aber vielleicht kommt das auch davon, dass ich a) einen Arzt habe, der zuerst einmal auf Hausmittel verweist und b) ich aus meinem Elternhaus und von meinen Großmüttern noch eine ganze Menge Wissen mitbekommen habe, um mir selbst zu helfen.

    LG
    Ette

    Hallo!

    Leider kann ich in dem Bereich, in dem dieses Thema gepostet wird, nicht schreiben. Deshalb hier meine Gedanken zu steigenden Krankheitskosten.


    Meines Wissens gibt es bereits eine jährliche Grenze der Zuzahlung bei Krankheitskosten, die man bei der Krankenkasse beantragen kann. Somit wäre eine Überbelastung von wirtschaftlich nicht so gut gestellten Patienten ausgeschlossen.

    Andererseits haben höhere Krankheitskosten vielleicht aber zur Folge, dass jeder Einzelne mit sich und seiner Gesundheit verantwortungsvoller umgeht. Denn viele Krankheiten entstehen durch Raubbau mit der eigenen Gesundheit. Rauchen, Trinken, übermäßiges Essen haben viele Krankheiten zur Folge, die, würden Menschen mit ihrer Gesundheit verantwortungsvoller umgehen, reduziert werden könnten. Es ist ja oft so, dass etwas, das nix kostet, nicht sehr hoch angesehen ist. Vielleicht haben höhere Krankheitskosten hier ein Umdenken zur Folge. Denn kein Arzt, keine Krankenkasse und kein Staat ist dafür verantwortlich für meine Gesundheit zu sorgen, sondern ganz allein ich.

    Meiner Meinung nach herrscht ein viel zu großes Anspruchsdenken gegenüber dem Staat und anderen Institutionen. Verantwortung abgeben ist nun mal einfacher, als selbst aktiv für sich zu sorgen.

    LG
    Ette

    Up date.....

    Hallo liebe Lesende,

    halt nein, erst mal hallo julchen,

    bei mir sind es definitiv nicht die Hormone. Das fühlt sich anders an. Wenn es mir richtig schlecht geht, und das ging es mir vor zwei, drei Wochen, dann fühlt sich diese Sehnsucht eher wie ein Craving an. Ich habe dann ein Gefühl, wie ich mir Saufdruck vorstelle. Als ob ich alleine nicht existieren kann. Dabei weiß ich, dass ich es kann und auch im Großen und Ganzen ganz gern habe. Gott sei Dank geht das auch wieder vorbei. Wenn ich aber mitten drin stecke, ist es einfach fürchterlich.

    So, nun also – up date....

    Nicht immer bin ich zufrieden, aber ich denke, dass das normal ist. Welches Leben läuft schon so, dass sich immer alles rund anfühlt. Das Wetter machte mir sehr zu schaffen. Ich bin kein Mensch für 36, 37 Grad. Zehn Grad weniger kann ich gut ertragen, aber das war einfach zu viel. Und es tat mir nicht gut, dass ich deshalb nicht so viel rauskonnte. Ein paar mal bin ich dann am Wochenende schon morgens um 7 Uhr in den Garten, damit ich wenigstens die nötigsten Sachen machen konnte.

    Eine große Unterstützung hatte ich dabei von meinem Ex-Partner, der sich rührend um mich kümmert, wenn es mir nicht gut geht. Der Einkäufe erledigte und jeden Tag wenigstens anrief, um zu horchen, wie es mir geht.

    Mich hat es währenddessen sehr niedergedrückt, dass ich mich aufgrund der Hitze so schlapp gefühlt habe. Denn meine Lieblingsbeschäftigung, raus in die Natur zu gehen, war dadurch sehr eingeschränkt. Zum Glück sind nun wieder halbwegs vernünftige Temperaturen und ich werde gleich im Garten verschwinden.

    Eines war mir in dieser Zeit aufgefallen. Früher hätte ich mich zur Arbeit gequält, weil ich der Meinung war, dass ich wegen so einem „Pillepalle“ nicht einfach zu hause bleiben kann. Nun aber kann ich meine Schwäche annehmen und dafür sorgen, dass es mir besser geht. Mir ging es besser damit, zu hause zu bleiben und meinen Tag so einzuteilen, wie es meinen Kräften entsprach. Nicht dass ich meine Schwäche toll finde, aber ich überfordere mich nicht mehr, indem ich sie einfach ignoriere und mich zu Sachen zwinge, die ich eigentlich nicht gut schaffen kann. Für mich eines der wichtigsten Zeichen, dass sich in mir und für mich etwas verändert hat.

    LG
    Ette

    Hallo Beluno,

    ich glaub dir sofort, dass du "einig" darüber bist, dass dein Partner nicht mehr trinken soll. Ist er mit sich über diese Tatsache auch einig?

    Und was das Massieren betrifft - hat dein Partner dich denn um Hilfe gebeten, um den Saufdruck auszuhalten? Du fragst hier andere Menschen, ob Massage gegen Saufdruck helfen würde. Hast du denn deinen Partner schon einmal gefragt, was ihm helfen würde, die Situation ohne Trinken zu überstehen?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für einen Angehörigen sehr schwer verständlich ist, was in diesen Momenten mit dem Abhänigigen passiert. Menschen, die selbst alkoholabhängig sind, sind m. E. die besseren Gesprächspartner, wenn es um Craving geht. Jedenfalls habe ich diese Rückmeldung in meiner realen, gemischten SHG bekommen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Kerstin,

    ich kann mich sehr gut erinnern, in welches Gefühlschaos ich stürzte, als mein Ex-Freund das erst Mal wieder trank. Wir kannten uns auch erst relativ kurz, führten eine Fernbeziehung und ich hatte am Telefon den Eindruck, dass er massiv getrunken hat, obwohl er sich als trockenen Alkoholiker bezeichnetet. Ich suchte mir damals bereits eine SHG. Bei meinem ersten Besuch stellte mir eine Frau gleich die Frage, warum ich unbedingt bei ihm bleiben wolle, sie selbst würde seit 20 Jahren versuchen, ihren Alki loszuwerden (O-Ton). Eine weitere Frau erzählte vom Rückfall ihres Mannes nach 18 Jahren Trockenheit. Das hat mich jedoch alles nicht abgeschreckt, an dieser Beziehung festzuhalten. Ich musste erst meine eigenen Erfahrungen machen, meinen eigenen Tiefpunkt in dieser Beziehung erleben, bevor ich für mich etwas veränderte.

    Ein ganz wichtiger Schritt dabei war für mich die Erkenntnis, dass der Grund für eine Beziehung zu einem Alkoholiker in mir selber liegt. Co-Abhängige Strukturen, die ich mein Leben lang gelebt hatte, auch ohne Alki an meiner Seite, musste ich für mich erst einmal anerkennen. Dann war ich in der Lage, an mir zu arbeiten, nicht alleine, sondern mit Therapeuten.

    Die Angst kann dir hier keiner nehmen. Wann sie weniger wird, kann dir auch niemand sagen. Bei mir ist sie weggegangen, als ich mich getrennt habe. Bei der Suchtkrankenhilfe sagte man mir, dass ich in einer solchen Beziehung mein Leben lang eine Art Therapeutenstelle einnehmen würde. Das wollte ich nicht. Ich wollte mich lieber um meine eigene Weiterentwicklung kümmern, als darum, dass er nicht mehr trinkt. Die erste Zeit war sehr hart, inzwischen weiß ich aber, dass es für mich der richtige Schritt war.

    Kerstin, was erhoffst du dir von deinem Leben? Und wie passt dieses Damoklesschwert „Alkohol“ in dieses Leben? Es ist deine Entscheidung, dich darauf einzulassen, mit dieser Angst zu leben.

    LG
    Ette

    Hallo traurige,

    soweit ich informiert bin, kann aus der Entgiftung jeder nach Hause, wenn er es möchte. Es wird dort niemand festgehalten. Ich sehe das, was da passiert, auch nicht als Trockenphase. Es ist eine Trinkpause, um dich in Sicherheit zu wiegen.

    Ich finde es gut, dass du deinen Urlaub allein mit deiner Tochter verbringen möchtest. Inwieweit hast du denn mit ihr über die Alkoholabhängigkeit deines Partners und deine Empfindungen dabei gesprochen? Ich denke, man kann auch mit Kindern über diese Krankheit so sprechen, dass sie sie verstehen können.

    LG
    Ette

    Hallo Ihrs,

    so, langsam komme ich wieder auf einen Level, dass ich mich im Spiegel wieder ansehen kann. Die letzten zwei Wochen war es mir schwierig mit mir. Immer wieder einmal kommen dunkle Wolken, die es mir schier unmöglich machen, mich über IRGENDWAS zu freuen.

    Aber heute konnte ich endlich wieder meine rosigen Augenweiden genießen und den Duft, den sie verströmen.

    Den Richtigen Gotti , ich weiß gar nicht wirklich, ob ich den wirklich suche. Ich bin da sehr ambivalent. Es gibt immer wieder Tage, an denen ich nicht alleine leben möchte und andere, an denen ich mir nichts schöneres vorstellen kann als dieses eigenverantwortliche Dasein. Irgendwann wird sich bestimmt noch mal zeigen, was ich wirklich will. Im Moment weiß ich es noch nicht. Allerdings weiß ich eins - eine neuerliche Beziehung zu einem abhängigtrinkenden Mann - nie wieder!

    Vielleicht ist das der Punkt - ich seh immer und überall Menschen, die zu allen und unmöglichen Zeiten Alkohol konsumieren.

    Mal schauen, was doch noch wird...

    LG
    Ette

    Hallo Engelchen,

    herzlich willkommen hier im Forum. Auf die Tatsache, dass du dich aus einer Alkoholbeziehung getrennt hast und dich auch von deiner Mutter abgrenzen kannst, kannst du stolz sein. Bei Trennung und Abgrenzung nimmst du aber eins mit.... nämlich dich selbst. Hast du dich nur getrennt oder hast du auch an dir selbst, an deiner Persönlichkeitsentwicklung gearbeitet seither?

    Die Tatsache, dass dein neuer Freund ebenfalls trinkt, lässt mich vermuten, dass dein Beziehungsmuster noch das gleiche ist wie bei deiner ersten Beziehung. Kannst du für dich klären, was genau dich wieder in eine Beziehung zu einem Alkoholiker treten lässt?

    LG
    Ette

    Hallo und guten Morgen,

    ich hab grad noch mal meine vorhergehenden Posts gelesen. Und ich habe kürzlich noch einmal recherchiert, was sich unter Co-Abhängigkeit so im Netz findet, da in der Gruppe das Thema wieder einmal diskutiert werden soll.

    Dabei ist mir untergekommen, dass es eine Art Romanzensucht gibt. Hoppla, dachte ich, vielleicht ist es das, was mich immer und immer wieder so jappern lässt nach einer Beziehung. Im Grunde bin ich recht zurfrieden. Wenn mich nicht gerade ein depressiver Schub erwischt, kann ich mit dem Alleinleben gut klarkommen. Aber immer wieder, wie eine Art craving bekomme ich solche Anfälle, dass ich meine, das Leben ohne eine romantische Beziehung halte ich nicht aus.

    Schon verrückt...

    Ich geh jetzt erst mal in den Garten, bevor die Hitze so übermäßig wird.

    LG
    Ette

    Zitat von Olyander

    Ich putze die Wohnung, gehe Einkaufen, koche, stehe jeden Morgen um 5 mit ihr auf, um das Frühstück für die Kinder zu machen.....alle Pflichten als Vater soll ich erfüllen, aber es sind ihre Kinder....sie darf sie erziehen, ich nicht. Ich darf das Geld ranklotzen und sie demütigt mich.....in aller Öffentlichkeit, vor den Kindern, nichts ist Ihr gut genug... sie kann nur noch nett sein, wenn sie getrunken hat. Und nun verdreht sie alles... ich kann gerade nicht mehr, habe das Gefühl zusammen zu klappen. Kraft ist weg!

    Hallo Olyander,

    ja, das kann ich bei dem Arbeits- und Gefühlspensum schon verstehen, dass dir die Kraft abhanden kommt. Welchen Plan, welches Zeitfenster hast du, um für dich etwas zu verändern?

    Ich kann mich meinen Vorschreibern bezüglich emotionaler Trennung und ansonstigem Bleiben nicht anschließen. Für mich war es wichtig, mich zu trennen. Wenigstens zeitweise. Um festzustellen, dass ich alleine klarkomme, dass ich auch einen Wert ohne Beziehung habe, dass mein Leben aus noch mehr besteht als nur dem Kampf gegen Windmühlen. Was bräuchtest du, um zur Ruhe und zu neuer Kraft zu kommen?

    LG
    Ette