Beiträge von Ette

    Hallo Andrea,

    hmmm, so unnormal empfinde ich das Verhalten deines Partners gar nicht. Er merkt, dass sein co-gepflegtes Nest flöten geht. Folglich will er Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit du deinen Part der Suchtbeziehung wieder einnimmst.

    Viel wichtiger finde ich hier die Frage, wie du mit seinem Terror umgehst und was du tust, um dich hier abzugrenzen.

    LG
    Ette

    Hallo Tina,

    ich kann gut verstehen, dass für dich eine Welt zusammenbricht, jetzt, da dein Mann wieder trinkt. Alkoholismus ist eine Krankheit, bei der es immer wieder auch zu Rückfällen kommen kann. Es gibt ein Buch, das heißt „Rückfall muss keine Katastrophe sein“. Vielleicht findet ihr darin Unterstützung für das weitere Vorgehen.

    Positiv finde ich am Verhalten deines Mannes, dass er darüber spricht, dass er schon länger wieder getrunken hat, es also nicht verleugnet. Und dass er sich nun Hilfe sucht. Dass du misstrauisch bist, ob er auch wirklich etwas tut, kann ich nachvollziehen. Aber letztendlich kannst du nur abwarten, ob er tatsächlich etwas tut, um aus der Rückfälligkeit zu kommen.
    Du hast erlebt, dass er eine lange Zeit trocken sein kann. Und er selbst hat es ja auch erfahren, wie es ist, trocken zu leben. Er fängt nicht bei Null an, sich aus der Abhängigkeit zu arbeiten. Dadurch, dass du bei ihm geblieben bist, hast du dich auf das Risiko eines Rückfalls eingelassen. Welches Zeitfenster hast du euch gegeben, in dem sich etwas ändern soll?

    Vielleicht hilft es euch, darüber zu sprechen, wie es zum Rückfall kam. Wenn ich es recht verstanden habe, müsste es ungefähr mit euerem Umzug aufs Land angefangen haben. Zu wenig geredet, zu viel Anderes, um auf erste Warnsignale zu gucken? Zu große Sicherheit? Trockenheit als selbstverständlich angesehen? Vielleicht kann dir dein Mann sagen, was falsch gelaufen ist. Bei uns in der Gruppe sagen mir Mitglieder immer wieder, dass sie die Besuche in der Gruppe brauchen, um sich immer wieder gegenwärtig zu machen, dass sie achtsam mit sich selbst umgehen müssen. Und dass sie nicht „vergesslich“ werden gegenüber ihrer Krankheit.

    Ich halte dir die Daumen, dass er wieder auf den trockenen Weg kommt. Entscheide für dich, wie lange du zuguckst. Du hast nicht nur die schlechten Erinnerungen, sondern auch die, dass er es geschafft hat. Stark sein ist jetzt für dich angesagt und zwar stark sein für dich selbst. Das richtige Maß zwischen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und sich nicht wieder in den Sumpf der Abhängigkeit ziehen zu lassen. Achte gut auf dich.

    LG
    Ette

    Guten Morgen LaChela,

    ich kann gut nachvollziehen, wie es dir mit deiner „Eigenart“ geht. Nachdem ich mehr über Alkoholabhängigkeit erfahren und gelernt habe, sehe ich auch bei vielen Menschen wenigstens missbräuchlichen Alkoholkonsum. Abends, im Supermarkt, die schicke Büromaus, die neben ein paar unwesentlichen Kleinigkeiten die Pulle Sekt oder Wein aufs Band packt, die Rentnerin, die schon mittags im Drogeriemarkt die Flasche Wodka bezahlt, mit einer wortreichen Erklärung, warum sie diese kauft (Besuch, der gerne mal einen trintk) oder, wie du es beschreibst, der Mann, der seinen Stoff in der Stofftüte verbirgt bis er dran ist mit bezahlen und ihn dann schnell wieder versteckt.

    In der Anfangszeit, als ich mich von meinem Ex trennte, habe ich mich ein paar mal verabredet. Einer hat gleich nachmittags, wir waren zum Kaffee verabredet, drei Bier getrunken in der Zeit, in der ich meinen Milchkaffee schlürfte. Da gehen bei mir alle Alarmglocken los.

    Du hast recht, keiner von uns kann die Welt retten. Wenn du nun neue Bekannte suchst, kannst du nur für dich entscheiden, inwieweit du deren Trinken akzeptierst und tolerierst. Mit dem Wissen, das du von Alkohol und seiner Wirkung hast, kannst du so umgehen, wie es für dich gut ist. Sicherlich wirst du dann keine Bekannten finden, die Flatrate-Saufen zum Hobby haben. Ich bin jedoch sicher, dass es auch unter jungen Menschen nicht nur welche gibt, die Alkohol konsumieren. Vielleicht dauert es nur etwas länger, welche kennen zu lernen.

    Allerdings ist dein Empfinden sicherlich nicht verkehrt. Viele Menschen trinken missbräuchlich, da blauäugig. In unserer Gesellschaft ist leider Gottes, der ein toller Typ, der viel vertragen kann. Bei der Arbeit habe ich zur Zeit auch viel mit jüngeren Leuten zu tun, die nach dem Wochenende erzählen, wer und wie am Wochenende wieder wie viel vertragen konnte, ohne abzustürzen. Ich hör mir das an und denke bei mir, dass sie irgendwann die Konsequenzen werden tragen müssen. Teilweise hatten wir dann in der Woche
    auch so Treffen, die als Teambildungsmaßnahme deklariert wurden und bei denen als erstes die Caipies auf den Tisch kamen. Ich konnte am nächsten Tag prima wach sein – die Youngsters sahen dagegen ziemlich verknautscht aus. Deren Problem, nicht meins.

    Lass dich nicht vom Mainstream irritieren. Wenn du Alkohol und seine Konsumenten, aus verständlichen Gründen, nicht mehr gut vertragen kannst, dann lass es einfach. Es gibt auch Menschen, die ähnlich denken wie du. Du wirst sie finden, da bin ich sicher.

    Ich wünsch dir Glück.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Wichtel,

    mir fiele einiges ein zu deinen Postings. Ich möchte es mal auf zwei Fragen konzentrieren, die mir in den Kopf kommen:


    Wird dein Leben dadurch glücklicher, zufriedener und eigenverantwortlich, wenn du diese Fragen beantwortet hast?

    Zitat von wichtel08101


    Trennung erfolgte im Oktober 2009, offiziell nicht wegen Alkohol sondern wegen einer "Fliege an der Wand" (habe angeblich seinen Sohn tödlich beleidigt), seitdem habe ich Gespräche mit der Suchtberatung, dem Kreuzbund und zusätzlich psychologische und ärztliche Betreuung.
    Wichtel

    Welche Hilfe erhoffst du dir nun von uns? All die Profis konnten dich nicht dazu bewegen, dich auf den Weg aus deiner Abhängigkeit zu machen. Allerdings können dir auch hier nur Wege gezeigt werden. Gehen, gehen muss jeder, auch du, den Weg dann schon selbst. Und wenn du ihn gehen WILLST, dann KANNST du es auch. Da bin ich ganz sicher.

    LG
    Ette

    Hallo Melinak,

    Zitat von Melinak

    Das klingt hier mehr nach Eigenschutz als nach Überzeugung. Definitiv sind wir alle Sehnsüchtig nach Partnerschaft. Sich das abzusprechen wäre extrem schade, damit tust du dir nichts gutes! :wink:

    Na klar ist das Selbstschutz! Wenn ich mir nicht Positives und Erklärungen für mein Alleinleben suche, würde ich womöglich verzweifeln daran, mit niemandem zu leben. Ich habe Bereiche, wo ich es durchaus schön finde, allein zu sein. Und mein Misstrauen ist Teil von mir, aus meinen Erfahrungen gewachsen. Um hier neue Erfahrungen zu machen, bin ich vielleicht wirklich noch nicht so weit. Wenn ich das in Betracht ziehe, bin ich auch anspruchsvoll. Denn – es gehört für einen eventuellen Partner schon ein ganzes Teil Stärke dazu, mit meinen Ecken und Kanten klarzukommen. Ich will mich schließlich nicht mehr so verbiegen, dass sie nicht mehr wahrnehmbar sind, meine Facetten.


    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    Fernbeziehungen oder Wochenendbeziehungen sind ein gutes Übungsfeld um den Partner / Lebensgefährden erstmals kennen zu lernen. Es müssen ja nicht gleich die Hochzeitsglocken im Tal erklingen :)

    wenn das mal kein Männer Denken ist :)

    Das, was du schreibst, mag schon stimmen, auch das mit der Männerdenke ;-).

    Gerade Fern- oder Wochenendbeziehungen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen. Denn schließlich bekommt man/frau da Vieles nicht mit, was der Andere so macht. Mit meinem Ex hatte ich am Anfang eine solche Beziehung und da lief ziemlich viel Negatives, wenn wir nicht zusammen waren. Deshalb wäre es für mich wohl kein Weg, eine neue Partnerschaft zu beginngen. Du weißt schon, gebranntes Kind ......

    Wie du schon ganz richtig schreibst, wird wohl einfach die Zeit noch nicht reif sein. Also übe ich mich weiter in Geduld. Denn das habe ich durch die Co-Abhängigkeit gelernt. Ich kann nicht alles bewegen, sondern muss auch die Geduld haben, bestimmte Dinge kommen oder wachsen zu lassen. Der Garten ist mir da auch ein weites Übungsfeld.

    Ich dank euch für euere Rückmeldungen.

    LG
    Ette

    Hallo wichtel,

    vieles, was dir Diandra schreibt, kann ich mit unterschreiben. Wer noch voll im Sucht-Hamsterrad steckt, empfindet diejenigen, die sich daraus befreit haben, oft als hart. Dabei sind es nur Fakten, die von ihnen ohne gefühlsdusseligen Zuckerguss dargestellt werden.

    Für mich ist dabei ein typisches Beispiel dafür ein „ich kann nicht..“....mich nicht lösen, ... ihn nicht loslassen, .... es nicht zulassen. Ein ganz plattes Sprichwort aus meiner Kindheit ist: Ich kann nicht, ist will nicht und will nicht ist Trotz. Jedenfalls hat mir das meine Oma immer wieder mal gesagt. In der Suchtfibel wird „ich kann nicht“ definiert als eine Art „ich kleines armes Opferchen“-Getue, das hinter dem „ich kann nicht“ eine offens „ich will nicht“ versteckt. Und so sehe ich es inzwischen auch. Wenn ich sage, ich kann nicht aufhören mit dem Rauchen, muss ich mir eingestehen, dass ich es auch nicht wirklich will.

    So ist es auch mit unseren Beziehungen zu einem alkoholkranken Menschen. Auch wenn wir es uns um alles in der Welt nicht eingestehen wollen.. Ich wollte mich damals lange nicht trennen. Angst vor dem Alleinsein, eine Art Versagen, weil ich ihn nicht von der Flasche fernhalten konnte und auch weil ich die Anerkennung wollte, mit einem Menschen, trotz seiner massiven „Fehlverhalten“ aufgrund seiner Krankheit auszuhalten. Alles ganz schön ich-bezogene Gründe, nicht loslassen zu wollen. Besser hat es sich aber nach außen dargestellt, wenn ich sagte, ich kann nicht. Hilflos meinen Empfindungen ausgeliefert, ein armes Opfer der Macht, die dieser Mann über mich hatte. Pustekuchen, ich wollte Macht über ihn und sein Verhalten und deshalb hielt ich lange an der Beziehung fest.

    Mit der Überschrift deines Threads, holst du dir doch schon die Bestätigung der Lesenden. Ein Ja zu deiner Uneinsichtigkeit scheint dir wichtiger als ein verantwortungsvoller Umgang mit deinem Leben. Aber das ist nur mein Empfinden beim Lesen deiner Überschrift.

    LG
    Ette

    Update......

    Hallo allerseits!

    Oje, ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal geschrieben habe! Allerdings lese ich immer wieder hier. Manchmal macht es dann immer noch „klick“ wenn ich das ein oder andere bei euch in den Threads finde. Meine Co-Anteile werden wohl nie so ganz verschwinden. Im Zaum halten kann ich sie. Allerdings auch nicht jeden Tag gleich gut.

    Jedoch habe ich es nach wie vor noch nicht geschafft, manches Tun und Handeln einfach zu mir gehörig anzunehmen. Immer wieder überlege ich, ob das jetzt Teile meiner Co-Abhängigkeit sind oder ob es einfach ein ganz gesundes menschliches Verhalten ist.

    Sehnsucht nach einer Partnerschaft zum Beispiel. Ich lebe jetzt 5 Jahre allein und kann mir inzwischen schon vorstellen, mit jemandem zusammen zu leben. Und doch habe ich nicht wirklich Lust, mich auf so etwas einzulassen. Mein Sohn meint, wenn ich alleine bliebe, hätte ich auch nicht die Gefahr, so verletzt zu werden, wie es mal geschah. Er meint, ich wäre ein Schisshase, weil ich mich lieber allein durchs Leben schlage. Hmmmm..... wieder etwas, worüber ich nachdenken muss.

    Wenn ich jedoch weggehe und mir die Leute dann so anschaue, sehe ich viel Alkoholkonsum. Und Menschen, die auch nach etlichen „Gläschen“ noch ziemlich gerade gehen und man eigentlich nicht merkt, dass sie schon ziemlich „getankt“ haben. Dann gehen all meine Alarmglocken los und ich denke, wer so viel ab kann, ist in Übung. Schon vergeht mir sämtliche Lust, solch einen Mann näher kennen zu lernen.

    Na, es gibt auch so einiges Schöne im Leben, auch ohne Partner. Vielleicht sollte ich einfach annehmen, dass ich nicht für eine Partnerschaft geschaffen bin. Zu misstrauisch geworden, zu eigenbrödlerisch, zu anspruchsvoll vielleicht auch.

    Dann werde ich mich mal wieder in mein Gärtchen zurückziehen. Blumen trinken definitv nur Wasser und können mir schon mit ihrer reinen Anwesenheit Freude schenken.

    Ich wünsch euch allen noch einen schönen Sonntag.

    LG
    Ette

    Hallo Welia,

    ich kann nachvollziehen, was du meinst. Allerdings würde ich „meinen Alki“ nicht als Lehrmeister bezeichnen. Aber durch die Beziehung zu ihm kam ich in die Situation, mich mit mir selbst und meiner eigenen Situation, Identität und Entwicklung auseinandersetzen zu müssen. Und das war für mich das Positive hinter all dem Chaos und Durcheinander, das eine Beziehung zu einem nassen Alkoholiker so mit sich bringt.

    Zitat von Welia


    In meinem Fall wäre es also zu einfach, die Schuld auf dem Partner abzuschieben um die eigene Sucht zu verheimlichen.

    Zu dieser Einsucht muss jemand aber erst einmal kommen. Bei mir hat es schon ein Weile gedauert, bis ich soweit war. Zu Anfang war ich der Meinung, dass alles in Ordnung wäre, wenn mein Partner nur nicht mehr trinken würde. Dass bei mir selbst auch etliches im Argen war, habe ich geflissentlich übersehen. Zu stark war der Fokus auf das Trinken und dadurch entstehende Fehlverhalten meines Ex gerichtet. In vielen Postings hier lese ich genau dieses Verhalten und diese Einstellung heraus.

    Inzwischen habe ich, genau wie du, gelernt, dass Co-Verhalten nicht an einen trinkenden Partner geknüpft ist. Es taucht bei der Arbeit, mit anderen Menschen, auch in freundschaftlichen Beziehungen auf. Da hast du recht. Und das ist auch der Punkt, an dem wir anfangen können, gesund zu werden. Ich musste lernen, mich selbst zu akzeptieren und gern zu haben. Mir nicht mehr Anerkennung und Zuwendung nur von außen zu erkämpfen, erklammern, erhelfen. Es dauert, aber es geht, hab ich feststellen dürfen.

    LG
    Ette

    Hallo Welia,

    das mit dem Schuldbewusstsein kann ich gut nachempfinden. Ich glaube, dass es nur menschlich ist, nicht unbedingt Schwächen und Krankheiten anderer mit der Nachbarschaft diskutieren zu wollen.

    Und was die Co-Abhängigkeit betrifft, die ist bei mir nicht dadurch weg gegangen, dass ich mich von meinem trinkenden Partner getrennt habe. Dadurch ist ja meine Persönlichkeit nicht gereift. Da musste ich mich schon mit mir selbst und meiner eigenen „Nachholentwicklung“ auseinander setzen.

    Dass es bei dir ähnlich ist, lese ich aus deiner Frage um das Nein-sagen. In der Regel sind die Co-Strukturen schon in uns, bevor der Partner trinkt oder wenn wir gar keinen trinkenden Partner haben. Nur heißt das Ding dann halt nicht Co-Abhängigkeit sondern Helfersyndrom oder Beziehungsabhängigkeit. Aber der Name ist in dem Fall ziemlich wurscht. Es hat einfach damit zu tun, dass wir uns mit allen Mitteln Liebkind machen wollen und Angst vor Ablehnung haben, wenn wir nein sagen. Unsere eigenen Grenzen geben wir auf für die Akzeptanz, die wir uns erhoffen, wenn wir ja sagen, wo wir öfter mal nein sagen sollten. Folglich ist die Co-Abhängigkeit auch nicht weg, wenn wir uns von unserem trinkenden Partner trennen, sei es nun räumlich oder emotional.

    So habe ich es jedenfalls erfahren.

    LG
    Ette

    Hallo Welia,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich habe dich im Vorstellungsbereich gelesen und auch deine andere Frage hier.

    Deine Fragen finde ich sehr schwierig zu beantworten. Ich kenne deine Situation ja nur sehr punktuell. Was mir aber auf jeden Fall aufgefallen ist, ist dass du danach fragst, wie MAN sich verhalten sollte. Ich habe in der Auseinandersetzung mit meiner Co-Abhängigkeit gelernt, dass es für mich wichtig ist, mich so zu verhalten, wie es mir gut tut. Das ist nicht immer so, wie es von meiner Umwelt gern gesehen wird.

    Die Frage, wie du dich den Nachbarn gegenüber verhalten sollst, kannst du dir meines Erachtens auch nur selbst beantworten.

    Liebe Grüße

    Ette

    Zitat von denise1


    Nun meine Frage. Es heißt man soll ein eigenes Leben verändern, wieder an sich denken. Doch wie soll das gehen, ohne anderen dabei weh zu tun?

    Hallo Denise,

    willkommen hier im Forum.

    Warum ist für dich ein verändertes eigenes Leben gleichbedeutend damit, dem anderen wehzutun? Versteh ich nicht....

    LG
    Ette

    Hallo Vanilla,

    herzlich willkommen hier im Forum. Ein erster Schritt, dich aus deiner Abhängigkeit zu lösen.

    Eine Verständnisfrage hätte ich: Du schreibst, dass du deinen Mann trinkend kennengelernt hast. Also hast du ihn so akzeptiert, wie er damals war. Warum soll er sich für dich nun ändern, sprich mit dem Trinken aufhören?

    LG
    Ette

    Update.....

    Der Traumprinz ist mir immer noch nicht vor die Füße gefallen, aber ich bin trotzdem zufrieden.

    Langsam, aber sicher wird es doch noch Frühling. Im Garten zeigt sich jeden Tag neues Grün. Bei der Arbeit reibe ich mich nicht mehr auf und ich nehme mir die Freiheit, nein zu sagen, wenn mir etwas nicht passt. Wenn mein Gegenüber dann damit ein Problem hat, mache ich es nicht zu meinem eigenen.

    Ich bin zufrieden. Ein Satz, den ich vor der Zeit mit „meinem Alki“ nicht in meinem Sprachschatz hatte, denn es musste immer etwas in Bewegung sein, sich verändern, mir den Thrill bescheren. Nie hätte ich mir vorstellen können, wie schön ein Leben ohne Thrills ist. Entspannt und.... lebenswert.

    LG
    Ette

    Guten Morgen

    Und vielen Dank für euere Postings zur Suchtberatung.

    Für mich waren die Besuche sehr wichtig. Und zwar nicht, weil mich jemand verstand und mich bedauerte. Es wurde auch nicht dergestalt gesprochen, dass sich alles auf die Genesung des Trinkenden fokussieren sollte. Nein, manchmal ging ich da ganz schön zornig raus. Immer wieder wurde mir erzählt, ich solle etwas für mich tun. Therapeuten wurden mir empfohlen und ich verstand die Welt nicht mehr. ER war doch krank. Aber irgendwann etnschloss ich mich, an meiner Abhängigkeit zu arbeiten und dazu war eben therapeutische Hilfe erforderlich. Und ich habe in unserer gemischten SHG eine monatliche Angehörigengruppe installiert.

    Wie Morgenrot schreibt, haben diese Besuche auch bei mir viel in Gang gesetzt. Obwohl ich immer der Meinung war, dass ich recht selbstbewusst bin, merkte ich durch die Gespräche, dass das bei weitem nicht so ist. Ich hätte mich gern selbstbewusst gesehen und als die „Bestimmerin“. Inzwischen habe ich verstanden, dass das Bestimmen wollen auch eine Art Unsicherheit darstellt. Wenn ich bestimme, habe ich die Kontrolle und meine, die Fäden in der Hand zu haben. Muss mich also nicht auf das einlassen, was Andere tun und kann somit das Risiko einer Enttäuschung oder ein Gefühl von Ablehnung umgehen. Inzwischen kann ich ganz gut aushalten, andere bestimmen zu lassen und kann mich auch abgrenzen, wenn mir die „Bestimmerei“ zu viel wird.

    Zitat von Speedy53


    Allerdings habe ich später eine Gesprächs- und Verhaltenstherapie gemacht, die aber nur sekundär mit dem Alkoholismus meines Mannes zu tun hatte.

    Es ging primär um mich und warum ich so bin, wie ich bin!

    Danke Speedy für diese Sätze. Genau den gleichen Effekt hatte ich im Laufe der Zeit auch. Die Abhängigkeit meines Partners hatte nur sekundär mit meiner Co-Abhängigkeit zu tun. Der Dreh- und Angelpunkt meines Verhaltens und meines Leidens in der Partnerschaft mit einem abhängig trinkenden Menschen bin ich selbst. Und um mich daran zu machen, hier für mich etwas zu ändern, waren die Gespräche in der Suchtberatung wichtig. Denn ich stellte dabei fest, dass ich mindestens so abhängige Strukturen habe wie mein alkoholabhängiger Partner.

    Zitat von candygirl7

    Hallo Ette,

    ich war auch schon einmal bei der Suchtberatungsstelle.Genau wie du weil ich meinem Mann helfen wollte,aber auch mir wurde gründlich der Kopf gewaschen.Das ich Co bin wusste ich allerdings schon,doch es wurde mir halt nochmal ins Gesicht gesagt.

    Ich fand es trotz der ganzen Dinge die ich schon im Internet gelesen hatte sehr hilfreich mit jemanden persönlich zu reden.Jemand der sich auskennt und nicht persönlich betroffen ist.

    Ich kann es nur empfehlen.Tut echt gut :D

    LG
    candygirl

    Hallo Candy, schade, dass du nichts darüber schreiben magst, was du letztendlich aus dem Gespräch in der Suchtberatung für dich selbst mitgenommen hast.

    Zitat von Rosa Li


    Ich würde mich an solch einen Mann wohl eher nicht rantrauen weil ich Angst auf eine Abfuhr hätte.Mit solch einem Mann würden meine eigenen Schwächen noch um so mehr hochkochen.Und gar keine Auseinanderstzungen das wäre langweilig.Er darf ruhig ein bischen wild sein,aber frei von Sucht!!!Und die Gemeinsamkeiten wären auch nicht so da,in Form dessen das man den Schmerz gegenseitig versteht.Mehr so in der Richtung.Das wäre wohl ein bischen langweilig!!


    Das fühlt sich so an wie Friede Freude Eierkuchen!!
    Lg Claudia

    Hallo Claudia, entschuldige, dass ich aus deinem Thread etwas hierher kopiert habe. Aber ich finde diese Äußerung bezeichnend für das, was einen Teil unserer Co-Abhängigkeit ausmacht.

    Angst, nicht zu genügen. Also suchen wir uns einen Problem behafteten Partner, damit wir die Guten sind und unsere Schwächen nicht anzusehen brauchen. Auseinandersetzungen und das Chaos, das zum Trinken gehört, damit wir das Gefühl haben, ein aufregendes Leben zu führen.

    Aber auch wenn der trinkende Partner nicht mehr trinkt, ist das Leben nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Denn so ist Leben einfach nicht. Es gibt immer irgendwelche Irritationen oder Probleme. Und trotzdem kann ich jetzt zufrieden leben, mit Freude und ab und zu nem Eierkuchen. Ganz ohne einen Partner. Es ist nämlich MEIN Leben und ich habe es selbst in der Hand, Friede und Freude hinein zu bringen. Von Eierkuchen ganz zu schweigen.

    Und das war etwas, was ich erst lernen musste. Nicht nur zufrieden und glücklich leben zu können, wenn ich Partnerschaft lebe. Ich fühle mich auch vollwertig und ganz, wenn ich mein Leben alleine gestalte. Die Schubser in die richtige Richtung habe ich aber erst durch die Suchtberatung, meine eigene Therapie und die Ausbildung zur Gruppenleiterin einer SHG bekommen.

    Und ich empfinde meine Leben ohne Partnerschaft, ganz für mich allein, alles andere als langweilig.

    LG
    Ette

    Hallo „Mit-Co`s“,

    Mich würde mal interessieren, wieviele von euch denn schon selbst einmal bei einer Suchtberatungsstelle waren, um über ihre Beziehung zu einem allkoholabhängigen Partner zu reden.

    Für mich war es einer der ersten Schritte aus meiner Co-Abhängigkeit. Auch wenn ich zu der Zeit der Meinung war, ich würde es tun, um „ihm“ zu helfen. Dort bekam ich nämlich nach und nach mit, dass ich selbst ein mindestens ebenso großes Abhängigkeitsproblem wie mein damaliger Partner habe.

    Ich bin gespannt auf euere Antworten.

    Lg
    Ette

    Hallo, liebe Lesende ;) ,

    es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update.

    Frühlingsgefühle allenthalben – erste Gartenstunden und dabei die vorwitzigen Frühlingsblüher begrüßen, das erste Mittagessen in der Außenrestauration, wieder bei offener Balkontür schlafen, vom Vogelgezwitscher kurz nach fünf geweckt werden, Morgen- und Abendstunden, die nach Erde und Wachstum duften – herrlich!

    Das Projekt, in dem ich in den letzten vier Monaten gearbeitet habe, ist abgeschlossen. So kann ich mich jetzt ganz auf die Einarbeitung am neuen Arbeitsplatz konzentrieren. Wie bereits erörtert, ist dort immer wieder Grenzziehung angebracht. Ein angenehmes Zielgespräch, in dem genau diese Fähigkeit positiv erwähnt wurde – schön! Die Zusage für meine Ausbildung zur Suchtkrankenhelferin – schön!

    Frühjahrsputz, der ansteht – nicht so schön, aber notwendig. Ruhige Abende mit einem Frühjahrspullover, der grad entsteht – beruhigend und kreativ schön.

    Gerade habe ich mir Gemüsesamen besorgt und habe in Gedanken schon sonnendurchwärmte Tomaten geschmeckt. Die werde ich gleich in kleine Kästchen sähen und auf der Fensterbank platzieren. Wachstum auch in der Wohnung....

    Als ich grad bei Dagmar las, dass sie eine Partnerschaft nicht vermisst, war ich erleichtert. Mir geht es ähnlich. Sicherlich wären manchmal ein paar Kuschelmomente schön, aber es gibt so viele Dinge, die mir jetzt wichtig sind und die womöglich in einer Partnerschaft schon zeitlich gar nicht mehr zu schaffen wären. Ich freue mich über meine Alleinzeit. Sogar so sehr, dass ich mir schon langsam Gedanken um mich machte. Aber vielleicht bin ich einfach die „coole Katze“, wie es vor Jahren ein Gestalttherapeut ausdrückte, die ein wenig einzelgängerisch durchs Leben streift. Wenn der richtige Kater doch noch kommen sollte, kann ich mir das ja immer noch überlegen. ;) .

    Mir geht es gut. Und das, obwohl Abhängigkeiten immer noch mein Thema sind, weil sie mir täglich begegnen. Nicht nur mit einem alkoholabhängigen Partner....

    LG
    Ette

    Guten Morgen martigro,

    Zitat von martigro


    Mir und meinen Kindern, was total wichtig ist, geht es gut. Wir leben glücklich miteinander. Der Alkohol spielt keine Rolle mehr, keine Kontrolle mehr, Offenheit, offener Umgang mit Alkohol, eigenes Leben und eigene Unternehmungen.
    .

    Da kann ich ja deinem Mann nur gratulieren. Er hat es gut getroffen. Ein heimeliges Umfeld, in dem offen mit Alkohol umgegangen wird und er trinken kann, weil der Alkohol keine Rolle mehr spielt – was kann sich ein Alkoholiker mehr wünschen! Und auch du hast dein Suchtmittel wieder zurück und musst dich nicht mehr mit deinen Entzugserscheinungen befassen. So hat eben jeder seine eigene Vorstellung eines glücklichen, zufriedenen Lebens und trifft entsprechende Entscheidungen.

    An einer Stelle schreibst du, du bist noch zu jung zum Sterben – stimmt. Und du bist noch nicht zu alt, um zu lernen und an deiner eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Falls du dazu Zeit hast, jetzt, wo doch dein Mann wieder da ist. Im Gegensatz zu Feuerengel finde ich nämlich nicht, dass es die Hauptsache ist, dass du wieder glücklich bist. Ich finde es auch wichtig zu gucken, worauf sich dieses Glück begründet. Wenn es also dein Glück ist, mit einem nassen Alkoholiker zu leben – deine Entscheidung, dein Leben, dein - Glück?

    LG
    Ette

    Hallo und guten Morgen,

    immer wieder bin ich heute nacht aufgewacht, weil der Regen ans Fenster klopfte. Wenn ich jetzt aus dem Fenster sehe, macht das Wetter mir Lust, nach draußen zu gehen. Kein Regen mehr, ein zaghafter Sonnenschein verspricht einen schönen Spaziergang. Zu dem mach ich mich jetzt auf und werde auf dem Rückweg im Bäckercafe frühstücken. Mich einfach dran freuen, dass Sonntag und Frühling ist.

    LG
    Ette

    Hallo desperateS,

    verzeih mir, dass ich zwischen dein Posting geschrieben habe. Allerdings wäre es sonst sehr schwierig gewesen, mich auf deine einzeln Aussagen zu beziehen.

    LG
    Ette