Beiträge von Ette

    Hallo Vergissmeinnicht,

    ich bin jetzt etwas verwirrt, weil ich den Zusammenhang zwischen ADS und der Alkohol-Probs deines Mannes und seiner Geschwister nicht ganz sehe. Mir war nicht bewusst, dass es da einen Zusammenhang gibt. Kannst du mich diesbezüglich aufklären?

    LG
    Ette

    Kaltblütiger,

    richtig, Schach setzt voraus, dass ich die Züge des Gegners mitdenke, um darauf reagieren zu können. Wenn ich aber FÜR mein Gegenüber denke, dann hat das nichts mit Strategie zu tun, sondern ist für mich rückfällig sein. Das passiert leicht, wenn ich mich selbst schwach und überfordert fühle. Denn in der scheinbaren Lösung fremder Probleme kann ich wieder angebliche Stärke beweisen, die mir in der Bewältigung meiner eigenen Probleme fehlt.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    heute ist also wieder Montag. Wie einen Berg empfinde ich die Woche, die vor mir liegt, weil ich weiß, dass sie hart wird. Aber Tag für Tag werde ich sie schon auf die Reihe bekommen.

    Gestern beim Laufen war ich so in Gedanken versunken, dass ich glatt eine Abzweigung übersehen habe und wieder ein Stück zurück musste. Zulassen, loslassen, sein lassen ging mir durch den Kopf, weil ich das Gefühl habe, dass ich etwas sehe, was der Mensch, den es betrifft, nicht sehen will oder kann. Vorsicht, Ette, Rückfall – schoss es mir ein paar Mal durch den Kopf. Stimmt, Rückfall! Jeder muss für sich selber sehen, was ihm gut tut oder nicht. Und wenn ich sehe, dass etwas nicht gut tut, weil es der Andere so zeigt, kann ich nur zusehen – solange, bis der Andere die Kraft hat, es für sich selber zu sehen und anzunehmen. Es ist nicht meine Aufgabe, ihn darauf zu stoßen. Und doch juckt es, es zu tun und ich kann mich nicht immer bremsen, dann zu sagen, was ich denke.

    Wenn ich meinen „Ex“ treffe, funktioniert das recht gut. Ich habe akzeptiert, dass wir nicht zusammen leben können, weil unsere Bedürfnisse zu unterschiedlich sind. Es gibt ein paar Dinge, die funktionieren gut, wenn wir sie zusammen tun, aber sie wären nicht ausreichend, eine Beziehung zu führen. Es sei denn, ich würde all das wegpacken, was ich mir in einer Beziehung wünsche. Es wäre eine Art Wohngemeinschaft, wenn wir zusammen wären. Jeder wüsste, was der Andere mag oder nicht, schließlich kennen wir uns nun schon etliche Jahre. Wir haben Sympathien füreinander und Zuneigung, aber zu unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben.

    Es hat lange gedauert, bis ich mir das ehrlich eingestanden habe. Immer und immer wieder habe ich versucht, ihn davon zu überzeugen, dass es die richtige Art ist, Beziehung zu leben, wie ich es mir wünsche. Aber es ist eben nur für mich die richtige Art. Ich kann ihm sein Anderssein noch so lassen, mir wird immer etwas fehlen. Wenn ich ihn sein lassen will, muss ich meinen Glauben an eine Beziehung mit ihm loslassen. Es ist kein Versagen, wenn ich das einsehe. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, seit ich akzeptiert habe, dass wir unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben und dazu gestanden habe, bin ich ruhiger und „unangestrengter“ geworden. Aber davor war noch die Anstrengung der Veränderung, das Lernen, alleine klarzukommen und ich glaube, die Angst davor war der Grund, warum ich solange festgehalten habe.

    Puuhhh.... immer und immer wieder geht mir das Thema durch den Kopf. Immer und immer wieder muss ich wachsam sein, weil sich die Helfer-Ette in den Vordergrund drängelt. Co ist nun mal nicht weg, wenn der Alki nicht mehr trinkt.

    LG
    Ette

    Hallo Innocent,

    tust du dir in achter Linie grad selber leid? Jau, das kann ich nachvollziehn! Wenn ich aber sage, ich armes Hascherl, bin so benachteiligt, weil ich so viele Fehler habe, dann komm ich so richtig schön ins Loch. Ich weiß, dass es manchmal ganz schön schwer ist, sich aus solchen Gefühlslöchern wieder rauszuziehen. Vor allem, weil es bei mir auch immer wieder Rückfälle gibt, die wie Flashbacks plötzlich da sind und ich das Gefühl habe, alles fängt wieder von vorne an.

    Zu sehen, wo deine Schwächen sind, ist der erste Schritt. Nur mit dem Erkennen bist du noch nicht glücklich und zufrieden. Es bleibt dir aber die Entscheidung, die Schwächen so zu lassen, wie sie sind oder aber zu versuchen, deine Handlungsstrukturen zu ändern. Mir hilft es dabei, wenn mich aus der Opferhaltung löse. Wenn ich mir sage, dass ich die bin, die so schlimm und schlecht ist, dass sie mit vielen Menschen nicht klarkommt, fühle ich mich auch schlimm und schlecht. Wenn ich aber die Entscheidung treffe, dass ich gar nicht mit allen Menschen klarkommen muss und das Gleiche auch allen anderen zugestehe, bin ich nicht mehr Opfer, sondern übernehme die Verantwortung für meine Gefühle und mein Verhalten. Das ist manchmal ganz schön anstrengend, aber wer sagt schon, dass das Leben leicht sei.

    LG
    Ette

    Guten Morgen allerseits,

    irgendwie bin ich zeitmäßig heute mächtig durcheinander, renne von einer Uhr zur anderen und gucke, wie spät es nun eigentlich wirklich ist. Und vor allem will ich natürlich wissen, ob ich die Stunde mehr Schlaf, auf die ich mich schon im März gefreut habe, auch wirklich genutzt habe. Ich glaube, das hab ich geschafft.

    Geschafft war ich aber auch von der vergangenen Woche, die mir ziemlich viel Stress und schwere Gedanken gebracht hatte. Vor allem über Prävention habe ich sehr viel nachgedacht. Weil sie etwas ist, was ich in erster Linie mit Dingen in Verbindung bringe, die schlecht für mich sind. Gewalt, Krankheiten, Drogen, Alkohol, Krieg, das sind so die ersten Sachen, die mir einfallen bei Prävention. Und dann die Aussage eines Menschen, die mich mit offenen Mund verständnis- und wortlos dasitzen ließ. Denn hier ging es um eine Art „Etteprävention“.

    Ich habe mich sehr verletzt gefühlt, quasi in die Liste all der schlimmen Dinge eingereiht zu werden, vor denen man sich hüten muss und Vorkehrungen trifft, nicht von ihnen betroffen zu werden. Meine Gedanken wirbelten durcheinander und ich fühlte mich sehr daran erinnert, wie es früher einmal war. An eine Zeit, wo ich die „Schuld“ hatte, wenn etwas nicht richtig lief und „mann“ trinken musste. Und es machte mich wütend, dass ich mich davon so treffen ließ.

    Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich mich mit dem Gedanken vertraut machen konnte, dass jemand das Empfinden hat, dass ich nicht gut für ihn sei und deshalb Präventionsmaßnahmen ergreift. Letztendlich ist es aber etwas, was ich selbst für mich auch in Anspruch nehme. Ich habe keinen Kontakt mit Menschen, die mir nicht gut tun. Also hat jeder andere genauso das gleiche Recht, dies zu tun und auch zu formulieren. Meine Aufregung und Verletzung darüber sind mein Ding, nicht seins.

    Allerdings machen solche Gedanken gerade bei so grau-trüben Herbsttagen, wie die letzten waren, nicht unbedingt himmelhochjauchzende Gefühle. Und es war schon ein ziemliches Angehen, mich daraus hervorzuarbeiten. Für gestern hatte ich mir deshalb einen kleinen Ausflug vorgenommen, um mir schon einmal mein Weihnachtsgeschenk zu besorgen. Eine schmale, dunkle Schönheit mit wunderschönem Klang. Na, die Nachbarn werden sich freuen!

    Am Abend dann, als es relativ früh dunkel wurde, habe ich mich entschlossen, endlich zu akzeptieren, dass es Herbst ist und meine Aktivitäten dahingehend gestaltet. Warmes Kerzenlicht, ein Duft nach Zimt und ein wunderschönes, heißes Bad, mit dem Aroma von Kokos und Vanille haben mich mit der dunklen Jahreszeit und all den Dingen, die oftmals belastend in meine Tage und Gedanken dringen, versöhnt. Heute Morgen scheint nun auch die Sonne wieder und ich werde gleich die Laufschuhe schnüren und mich auf meine Runde machen, um die allerletzten traurigen Gedanken Schritt für Schritt loszulassen.

    LG
    Ette

    Wahrheit..... wenn es nur eine einzige gäbe, wäre alles einfach. Jedoch gibt es nicht DIE Wahrheit. Jeder hat seine ganz eigene. Frage drei Menschen über ein bestimmtes Ereignis und jeder wird etwas anderes erzählen, auch ganz ohne Alkohol. Wenn der Alkohol als realitätsbeeinflussende Droge noch dazu kommt, wird’s mit der Wahrheit ganz schräg. Und – Wahrheiten verändern sich immer wieder, weil wir uns selber verändern. Ganz einfach – oder auch nicht.

    LG
    Ette

    Zitat von kaltblut

    ...wenn ich manchmal „Co-frei“ schreibe, dann für den Augenblick, niemand wird „Co-frei“, „Alk-frei“ oder „Gedanken frei“, vielleicht, wenn wir eines Tages in der Kiste liegen, aber das weiß keiner.

    Kaltblütiger, da bin ich anderer Meinung als du. Wir sind nicht als Co zur Welt gekommen. Wir haben Co-sein gelernt. Um Co-frei zu sein müssen wir umlernen. Es ist ein langwieriger Prozess, dass gestehe ich ein. Gedanken-frei dürfen wir dabei nicht sein, denn aus unseren Gedanken entstehen neue Überzeugungen und neue Verhaltensmuster. Und unser nicht Co-sein wird nicht ohne Rückfälle vonstatten gehen. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir auch wieder umlernen können. Lernen, uns frei zu machen von dem Co-Dasein.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Äpfelchen,

    klar ist es schwer, zuzugeben, dass wir uns ganz viel vormachen, wenn wir mit einem Alki leben. Wir finden tausend Entschuldigungen für sein Verhalten, so wie dieser tausend Gründe findet, zu trinken. Wir ignorieren, verleugnen, reden schön und machen uns selbst vor, dass wir ihn lieben. Allerdings lieben wir ihn nicht so, wie er ist. Nein, wir hoffen und bangen und wollen helfen, dass er trocken wird, dass er so wird, wie wir ihn uns vorstellen. Wir wollen unsere Machtlosigkeit, unser Kämpfen gegen Windmühlenflügel nicht sehen, weil es uns auf uns selber zurückwerfen würde.

    Aber Apfel, wenn du dir solche Gedanken machst, wie du sie hier schreibst, deine Verleugnung merkst, dann ist das schon ein guter Weg, gesund zu werden. Denn es ist nicht gesund, wie wir uns in der akuten Co-Abhängigkeit verhalten. Wir „ver-sorgen“ unsere eigenen schlechten Gefühle (Verlassensängste, Minderwertigkeit) hinter der Sorge für den Alki, so wie dieser seine schlechten Gefühl „wegtrinkt“.

    Heute sage ich, mein „Suchtmittel“ trägt Hosen und muss sich rasieren, früher sagte ich, ich liebe ihn unendlich. Und diese Erkenntnis, die Ehrlichkeit, die war für mich selbst schon recht schmerzhaft. Diese Ehrlichkeit war auch nicht gleich da, als „mein“ Alki nicht mehr trank. Schließlich dachte ich, wenn er endlich so ist, wie ich ihn mir wünsche, ist alles gut. Wieder eine Verleugnung! Es wird erst gut, wenn wir auch unsere eigene „Sucht“ angehen, eingestehen, ehrlich mit uns selber sind. Unsere „Liebe“ ist allzu oft nur unsere Angst, verlassen zu werden, alleine nichts wert zu sein. Und gegen die anzugehen, dafür muss ich auch erst einmal eine Weile alleine leben, habe ich für mich festgestellt. Erst wenn ich in der Lage bin, alleine zu leben, alleine klarzukommen, werde ich auch in der Lage sein, gesund mit einem Partner zu leben.

    Wenn ich mich dann von einer Beziehung in die nächste stürze, dann vermeide ich diese Entwicklung, will nicht sehen, dass ich hier Defizite habe, die ich für mich ehrlich ansehen muss.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    ja, Apfel, genau das ist das Prinzip! Wenn der Partner trinkt, dann braucht er uns, dann ist die Gefahr, dass er uns verlässt, relativ gering. Schließlich schaffen wir ihm den Rahmen, damit er das relativ ungeschoren tun kann. Deshalb lassen wir uns immer wieder einlullen und erzählen uns und anderen, dass wir ihn grenzenlos lieben (was in gewisser Weise stimmt, weil wir UNSERE Grenzen verlieren), dass wir ihn in seiner Krankheit nicht verlassen, ihm helfen wollen. Dabei geht es nur darum, die Kontrolle zu behalten, damit wir nicht verletzt oder verlassen werden und uns etwas wert fühlen.

    Wenn er nicht mehr trinkt, haben wir quasi keine Daseinsberechtigung, denn wir glauben nicht, dass wir geliebt und angenommen werden, wenn wir einfach wir selber sind. Wenn er nicht mehr trinkt, braucht er uns womöglich nicht mehr und stellt fest, dass er allein, ohne uns, auch ganz gut klarkommt. Wir haben das womöglich so gelernt, als wir noch recht klein waren. „Wenn du nicht das und das tust, hat Mami dich nicht mehr lieb.“, den Satz kennt vielleicht der Eine oder die Andere. Und genauso leben wir mit unserem Alki. Wir lassen uns viel gefallen, tun und machen für andere, weil wir denken, wir werden nicht geliebt, wenn wir unsere eigenen Interessen vertreten, unsere eigenen Bedürfnisse anmelden.

    Wir haben gelernt, stark zu sein, stark genug, auf Alle einzugehen, nur nicht auf uns selber. Denn wenn wir unsere eigenen Belange in den Fokus nehmen, laufen wir Gefahr, verlassen zu werden, denken wir. Und jemand, der trinkt, ist nun einmal mehr von unserer Fürsorge abhängig als jemand, der sein Leben selbst in die Hand nimmt. Wir haben die Kontrolle darüber, was passiert, wenn jemand nicht unbedingt Herr seiner eigenen Sinne ist und Alkis bieten hier in der nassen Phase nun mal einen idealen Resonanzboden dafür. Deshalb weigern wir uns so lange, die Wahrheit zu sehen.

    LG
    Ette

    Sorry, ToiToi, da fällt mir nix mehr zu ein! Du warst mit einem Alki zusammen, suchst dir einen neuen, der schon mal eine Beziehung versoffen hat, fragst, was die Spielchen der Alkis sind und regst dich darüber auf, belogen zu werden. Die Person, die dich am meisten belügt, bist du wohl selbst, indem du dir vormachst, dass es mit dem Neuen vielleicht funktioniert.
    Das mit dem Nein-Sagen, denke ich, wird höchste Eisenbahn.

    LG
    Ette

    Lieber Kaltblütiger,

    vor Jahren ist mir einmal der Spruch begegnet: Everbody´s darling is everbodys´s Depp. Und Plato sagte dazu: Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg - es jedem recht machen zu wollen. Von daher ist es sicherlich klug, sich von den Menschen zurückzuziehen, die einem nicht gut tun. Wir können entscheiden, inwieweit wir Kontakte pflegen. Natürlich müssen dabei auch geschäftliche Interessen mit in Betracht gezogen werden. Allerdings sollten auch Geschäfte immer so abgeschlossen werden, dass wir uns morgens noch im Spiegel betrachten können, ohne das große Würgen zu bekommen. Eine Gratwanderung, wie alles im Leben. Ich bin mir sicher, du wirst spüren, was gut für dich ist. Und das nicht nur, wenn es um die Geschäfte geht.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    boaaah, was ist mir heute morgen kalt! Die ganze Nacht war die Balkontür auf und nun sitze ich hier und bin am zittern. Das Orange der aufgehenden Sonne sieht heut alles andere als warm aus. Mein Vater ist mir eingefallen, der nach seinen Nachtschichten immer erzählte, dass es morgens, wenn die Sonne aufgeht, am kältesten ist. Ich habs ihm nie geglaubt. Heute morgen schon.

    Ansonsten habe ich im Moment das Gefühl, dass ich ein wenig langsamer treten muss, weil mir zu wenig Zeit für mich bleibt. Aber es gibt einfach zu viele Dinge, die ich gern erledigen möchte. In einigen Wochen habe ich aber noch einmal Urlaub und darauf freue ich mich schon. Vielleicht wird mir auch alles ein wenig viel, weil ich seit Wochen Schmerzen in meiner rechten Hand habe. Die ständige Gegenwart des Schmerzes ist schon ganz schön nervtötend. Nächste Woche will ich endlich noch einmal zum Arzt damit. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass der Arm in Gips muss und das wäre natürlich fatal. Keiner da, der dann unterstützend tätig sein kann, wenn ich gehandicapt bin. Da zeigen sich dann die weniger schönen Seiten des Single-Daseins. Da es aber sicherlich noch mehr Menschen gibt, die mit solch einer Situation umgehen müssen, werde ich es wohl auch schaffen.

    @Ayki: Wenn du ähnliche oder gleiche Bücher liest wie ich, hast du mir immerhin 22 Jahre voraus in einer Entwicklung, die ich relativ spät machte. Mir hat auch die Aufstellung meines Inneren Teams geholfen, mit meinen Eigenheiten umzugehen und sie tut es noch immer. Schulz-Von Thun hat darüber auch ein Buch geschrieben. Die Arbeit mit dem Inneren Team heißt es wohl. Ich habs verliehen, so kann ich den Titel nur in etwa schreiben. Ich habe ein großes Plakat, auf dem ich die verschiedenen „Mädels“ in mir benannt habe und mir immer wieder vor Augen führen kann, wer denn grad wieder am Agieren ist. Vielleicht hilft es dir auch.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Ayki,

    wenn ich bei dir lese, habe ich das Empfinden, dass du ein wenig rückwärts gehst. Manchmal haben wir wohl alle unsere Rückfälle. Warum tust du es dir an, die alten Sachen zu lesen? Ich habe für mich festgestellt, dass dann alles wieder hochkommt und mir das überhaupt nicht gut tut. Folglich lasse ich die Finger davon, in alten Tagebüchern zu lesen. Ich bin noch nicht so weit, dass ich dies ohne Schmerzen tun kann.

    Der Schritt, dich bei einem Rechtsanwalt kundig zu machen, ist sicherlich der richtige. Wenn sich dein Mann nicht um die Belange der Kinder kümmert, kannst du auch versuchen, das Sorgerecht alleine zu bekommen. Das kann dir ne Menge Lauferei ersparen. Zudem für dich ein ganzes Teil mehr Ruhe bringen. Ich weiß nicht, ob es ein guter Weg ist, immer wieder zu versuchen, ihn einzubeziehen. Wenn er Kontakt und den Bezug zu seinen Kindern haben möchte, ist es letztendlich seine Aufgabe, dafür zu sorgen. Ein Besuchsrecht nicht zu unterbinden, das steht in deiner Macht. Den Kontakt zu forcieren, ist, denke ich, nicht deine Aufgabe.

    Vielleicht macht dich das in letzter Zeit so unzufrieden. Schließlich möchtest du etwas bewegen, was du nicht bewegen kannst. Es ist deine Entscheidung, wie du damit umgehst, was er tut oder lässt. Du bist schon so weit gekommen. Guck noch mal hin, was da grad mit dir passiert. Vielleicht gilt es wieder einmal, ein Stück loszulassen.

    LG
    Ette

    Ach Charlos Löwen-Herz,

    wenn ich dir Freiraum zum Schreiben verschaffen könnte, würde ich ja zu gern die Susi dafür polieren. Allerdings - habe ich, was derartige Arbeiten betrifft, zwei linke Hände. Folglich wird die Susi es mir danken, wenn ich lediglich meinen, ähmm, naja, wenn ich nur auf ihr sitze und ansonsten die Finger von ihr lasse.

    Jedoch könnte ich alternativ eine Beratungsstunde in Kommunikationspsychologie anbieten, für die du das Beratungshonorar dann "abfahren" kannst.

    LG
    Ette

    Lieber Heiß-Kalter,

    wenn du dir in diesem Zusammenhang das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz-Von Thun genauer betrachtest, wirst du feststellen, dass es nicht unbedingt an DEINEN Signalen liegt, was bei deiner Gesprächspartnerin ankommt. Immer schön sutsche... lediglich bei Selbstgesprächen bist du alleine für die Kommunkation verantwortlich.

    LG
    Ette

    Hi Co,

    ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Zumal du auch noch für deine Kiddies verantwortlich bist. Sieh zu, dass du für die Zeit deines Klinikaufenthaltes einen guten Platz für sie findest und dann sag nicht mehr du SOLLST in eine psychosomatische Klinik, sondern du DARFST...

    Ich war in einer solchen im letzten Jahr und es waren für mich die hilfreichsten sechs Wochen meines Lebens. Stell dir vor - sechs Wochen NUR für dich! Du musst dich um keine Kocherei kümmern, keine Kinder versorgen und kannst wieder heil und gesund werden. Dort hast du immer jemanden, der dir beisteht, wenn es dir schlecht geht und wirst wieder lernen, dich zu freuen.

    Nimm es als Chance wahr und nicht als etwas, das dir aufoktruiert wird.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    @ Apfel: ich denke, du hast mich verstanden.

    @ Kaltblut: sicherlich ist alles richtig und alles falsch. Es ist eben alles eine Frage des Maßes und der Einstellung. Und des Andersseins. Da ich weder Löwe noch Gazelle bin, muss ich nicht bei Tagesanbruch beginnen, zu rennen. Ich kann jeden Morgen neu für mich entscheiden, ob ich rennen oder rasten möchte, grad so, wie es mir gut tut.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    gestern Abend hatte ich ein interessantes Gespräch. Es stand die Frage im Raum, woran wir merken, dass wir uns lebendig fühlen und wann wir das Gefühl haben, zufrieden zu leben. Seltsamerweise äußerten die meisten Anwesenden, dass sie dieses Gefühl am stärksten empfinden, wenn sie sich mit Menschen vergleichen, denen es schlechter geht als ihnen selber. Sei es nun gesundheitlich oder wirtschaftlich. Diejenigen, denen es schlechter geht, versetzen also manche Menschen erst in die Lage, dass sie sich ihres doch recht guten Lebens bewusst werden. Nur zwei, drei Leute konnten dieses positive Gefühl ohne den Vergleich empfinden und für sich auch explizit schöne Momente und damit Zufriedenheit schaffen.

    Für mich stellte sich die Frage, was passiert, wenn jemand, der sich nur im Vergleich mit Menschen, denen es schlechter geht als ihm, gut fühlt, wenn er nur noch solchen Menschen begegnen würde, denen es besser geht als ihm?

    Mir fielen dabei wieder die Monate, ja Jahre, meiner tiefsten Co-Abhängigkeit ein. Zeiten, in denen ich mich nur gut fühlen konnte, wenn es auch meinem Alki gut ging. Wenn der schlecht drauf war, ging es mir selber auch grottenschlecht. Und in denen ich auch manchmal dachte, na ja, wenigstens ist er nicht gewalttätig. Diese oder Jene bezieht auch noch Prügel, eigentlich geht’s dir doch gut. Zeiten, in denen ich nicht in der Lage war, aus mir selbst heraus ein positives Lebensgefühl zu entwickeln, sondern mich lieber nach unten verglichen habe, um meinem Leben so etwas Ähnliches wie Qualität abzugewinnen. Auf die, denen es besser ging als mir, habe ich vorsichtshalber nicht geguckt, denn ich hätte es vermutlich nicht ertragen, zu erkennen, dass ich im Grunde gar nicht mein Leben lebte, sondern nur der Satellit meines Alki bin.

    LG
    Ette

    Hallo Äpfelchen,

    ich glaube, die Kunst ist, MEINEN eigenen Bedürfnissen erlauben, sich einen Weg zu bahnen und vom Kopf her die Sorge und Bedürfniserfüllung für Andere einschränken. Dann kann sich das auch erst einmal wie verbiegen anfühlen, weil wir es gewohnt waren, eher auf Andere als auf uns zu achten. Es ist, denke ich, eine Frage des Standpunktes und des Maßes. Wenn ich mich selbst in den Fokus nehme und darauf achte, was mir gut tut, brauche ich auch nicht mehr so viel darauf zu achten, was mein Umfeld tut oder tun sollte, damit es mir gut geht.

    Und du hast recht mit dem Wissen, was ich will. Wenn ich es weiß und es nicht in meiner Macht liegt, es zu bekommen, dann heißt es loszulassen, sich anderweitig zu orientieren oder einfach zu akzeptieren, dass manche Dinge nicht gehen. Ich habe dann oftmals das Empfinden, dass mir, vollkommen unkontrolliert, genau die Dinge oder Menschen für die Füße fallen, die mich meinen Wünschen einen Schritt näher bringen.

    Kontrolle begegnet mir immer wieder, jeden Tag. Eine Kollegin von mir, bei der ich aufgrund ihrer Familiensituation auch ein großes Kontrollpotential sehe, kümmert sich beispielsweise um alle möglichen Belange bei uns im Büro, auch um Dinge, die letztendlich gar nicht in ihren Tätigkeitsbereich fallen. Aber sie muss einfach über alles informiert sein, damit sie für sich wohl die Sicherheit hat, dass alles rund läuft. Leider vergisst sie dabei manchmal, sich um ihre eigenen Tätigkeiten ausreichend zu kümmern. Genau so geht es uns Co´s. Alles im Blick, sodass wir uns selber daraus verlieren.

    LG
    Ette