Beiträge von Ette

    @ Spedi:
    Auf den Punkt, mein Lieber, voll auf die Zwölf.

    @ Kaltblut:
    Ich kann nur von mir sprechen.

    @ Innocent:
    Unheilbar sind wir nur, wenn wir uns so einstufen und als Opfer unserer Krankheit betrachten.

    Und nu geh ich mich anhübschen und aufn Zwutsch.

    LG
    Ette

    Innocent,

    wenn ich hier lese, habe ich manchmal das Gefühl, dass loslassen mit fallen lassen verwechselt wird. Loslassen heißt für mich, ohne Groll und ohne Wut- und Frustgedanken, den Anderen seinen Weg gehen zu lassen, weil es für ihn wichtig ist und ich nichts beeinflussen kann, ich machtlos bin. Ich kann andere Menschen nicht verändern, nur mich selbst. Beim Fallenlassen, denke ich, wird einfach der Kontakt abgebrochen, die emotionale Bindung aber bleibt unverändert weiter bestehen. Es wird genauestens geguckt, was der Andere tut und somit Frust und Wut am Köcheln gehalten. Wenn der Andere dann endlich so funktioniert, wie man sich das immer vorgestellt hat, wird er gnädig wieder aufgenommen.

    Ich habe für mich festgestellt, dass es für mich ungleich befreiender ist, ohne jegliche Bedingung den Anderen seinen Weg gestalten und gehen zu lassen. Ihn einfach anzunehmen, so wie er ist. Dann kann ich das, was von ihm zurückkommt, annehmen ohne mich davon abhängig zu machen. Und ich fühle mich auch wohl, wenn gar nichts von ihm kommt.

    Innocent, ich kann auch verstehen ,dass dir das Thema Alk irgendwann über ist. Mir geht es da ganz ähnlich. Allerdings ist es mir nicht über, darüber nachzudenken, was mich dazu geführt hat, mich derartig auf einen anderen Menschen einzulassen.

    LG
    Ette

    Hermann,

    du hast ohne Zweifel recht und ich denke nicht, dass du spinnst. Allerdings bin ich der Meinung, dass es den Angehörigen schon schwerer fällt, sich mit ihren Verhaltensweisen, die die Trinkerei forcieren, kritisch auseinander zu setzen. Schließlich sind es genau diese Eigenschaften, die von unserer Gesellschaft als mitfühlend, menschenfreundlich und fürsorglich eingestuft werden. Dass diese Eigenschaften dann irgendwann kippen, sich quasi verselbständigen und keinen Raum mehr für ein eigenes Leben der Angehörigen lassen, ist Folge sowohl der Alkoholabhängigkeit als auch der Beziehungsabhängigkeit, die in der Regel Cos im Griff hat.

    Sich darüber klar zu werden, dass Beziehungsabhängigkeit ebenso schwierig, ja fast noch schwieriger in den Griff zu bekommen ist, ist schon ein mächtiger Schritt. Schließlich ist beim Alkohol das Suchtmittel recht einfach zu definieren, während das beim Angehörigen ein wenig, nun ja, verschwommener ist.

    Die Schuldfrage sollten wir sowieso ganz schnell ad acta legen, denn die bringt keinen der Beiden vorwärts. Und loslassen heißt nicht den Anderen links liegen zu lassen, sondern ihm die Möglichkeit und die Zeit zu geben, sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Genau wie auch Angehörige ihr Leben eigenverantwortlich gestalten müssen, um sich aus ihrer eigenen Abhängigkeit zu befreien.

    Du hast recht, wenn du anmerkst, dass eine 90:10 Schuld dem Alkoholabhängigen zur Last zu legen, zu einfach ist. Trinken und Co-Abhängigkeit bedingen sich gegenseitig und das in beiden Richtungen. Und es nützt nichts, wenn nur einer etwas tut. Soll eine Partnerschaft wieder funktionieren, müssen sich beide bewegen. Unter Umständen auch soweit, dass sie akzeptieren, dass sie eben nicht das Traumpaar sind, sondern schlicht und ergreifend, eher wie zwei hungrige Kinder, die nicht in der Lage sind aufgrund ihrer eigenen Krankheit, sich gegenseitig zu füttern.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Innocent,

    genau wie Doro, denke ich auch, dass dich deine Frau springen lässt und prompt springst du. Ich kenne solche Situationen noch von früher, wenn genau das gesagt und getan wurde, was mich wieder schön co-mäßig agieren ließ. Vor allem dann, wenn ich Flaschen gefunden hatte oder "er" getrunken hatte und mir die schönsten Geschichten erzählt hat, um mir zu erklären, warum ich Betrunkenheit wahrnahm, die angeblich garnicht gegeben war.

    Im Gegenteil zu Doro halte ich es jedoch nicht für einen Fakt, dass derjenige, der von Suizid spricht, es nicht tut. Das halte ich sogar für ziemlich dünnes Eis, auf das ich mich nicht begeben möchte. Ich habe Suiziddrohungen immer ernst genommen, denn ich kann dem Menschen, der sie äußert, nicht hinter die Stirn gucken. Allerdings habe ich mich davon nur insofern unter Druck setzen lassen, dass ich die Polizei verständigt habe und den Menschen, der sich mit Suizid-SMSen gemeldet hat, suchen ließ, um sicherzustellen, dass auch wirklich nichts passiert. Denn, wie gesagt, ich kann nicht beurteilen, ob es ihm damit nur um eine Erpressung geht oder ob es der letzte Hilfeschrei ist, damit ihm aus einer verzweifelten Lage geholfen wird, aus der er alleine nicht kommt.

    LG
    Ette

    Moin, moin!

    @ Doro: Gestern Abend hat es dann auch funktioniert. Vielleicht war einfach der Server von denen am Mittag in den Knien. So etwas passiert schon mal. Ich habe ein wenig auf der Site gestöbert und sie erst mal auf Favoriten gelegt. Bestimmt werde ich sie noch einmal nutzen.

    Ansonsten fühle ich mich im Moment so etwas von wohl, dass es mir schon fast wieder unheimlich wird. Alles um mich herum scheint mir wohlgesonnen. Ein schönes Gefühl.

    Heute morgen habe ich etwas über Verdrängung gelesen. Dass sie oftmals die Funktion einer weichen, warmen Decke hat, weil wir die Realität womöglich nicht aushalten würden. Und dass es eine Art Gratwanderung ist, zwischen gesunder Verdrängung, das heißt loslassen, und einer Verdrängung, die uns in einer Illusion leben lässt, zu unterscheiden.

    Ich glaube, dass es jeden Tag ein Angehen ist, zu gucken, ist das, was um mich herum passiert, jetzt „echt“ oder ist es etwas, das ich sehen möchte, quasi eine Wunschvorstellung von mir, sodass ich die Realität nach meinen Wünschen modifiziere - nur das wahrnehme, was ich sehen möchte und den Rest verdränge, weil er mir nicht gefällt. Im Kontext mit anderen Menschen fällt mir oft auf, dass ich eine vollkommen andere Sicht der Dinge habe, weil ich gefühlsmäßig nicht so involviert bin. Da kann ich ganz realistisch Fakten erkennen, die mir vielleicht für meine eigenen Belange manchmal fehlen und die auch dem Anderen fehlen, weil es womöglich für ihn zu schmerzhaft wäre, die Realität wahrzunehmen oder auch zu unbequem.

    Gestern, ganz real, ist mir so etwas begegnet. Aber es ist nicht meine Aufgabe, dem Anderen seine „Kuscheldecke“ der Verdrängung wegzuzerren. Womöglich ist er dann schutzlos dem ausgeliefert, von dem er noch nicht in der Lage ist, es zu ertragen. Ich kann nur Signal geben, dass ich meinem Gegenüber weder mit noch ohne „Kuscheldecke“ verurteile und verstehen kann, dass sie nur ganz, ganz langsam gelüftet werden kann. So langsam, wie wir in die Lage kommen, die Realität zu ertragen. Denn die Realität sind auch unsere eigenen Fehler und Schwächen, die wir oft verdrängen, weil wir allzu gern ein bestimmtes Bild von uns zeigen möchten und uns so sehen, wie wir gerne wären.

    Da werde ich wohl heute einfach mal meine Aufmerksamkeit ganz explizit auf meine eigenen Verdrängungsmechanismen richten, um zu gucken, wo ich was verdränge.

    LG
    Ette

    Hallo Doro,

    danke für die Tipps. Leider funktioniert der Link nicht. Auch über Google ist die Site nicht mehr erreichbar. Aber ich werde mir den Namen der Räucherstäbchen mal notieren und das nächste Mal, wenn ich in der Stadt bin, in einem Esotherik-Laden gucken, ob es die dort gibt. Die Geschichte, es sich vorzunehmen, sich an die Träume erinnern zu können, habe ich schon mal gehört, allerdings immer nicht so recht die Veranlassung gesehen, mich unbedingt erinnern zu wollen.

    Seitdem jedoch mein Sohn weiter weg wohnt und ich nicht einfach mal so nach dem Rechten sehen kann, denke ich ganz oft an ihn. Das kann sich dann ja durchaus bis in die Träume ziehen. Ihn habe ich heute morgen auch gleich angemailt, ob alles in Ordnung ist und die Bestätigung bekommen. Na, dann muss ich es eben hinnehmen, dass ich nicht weiß, um wen ich Angst hatte. Vielleicht fällt es mir ja auch beim Laufen ein, weil ich da immer recht entspannt bin und mir viele Gedanken aufsteigen.

    Auf jeden Fall nochmals Danke und einen schönen Tag für dich.

    LG
    Ette

    Stoffelchen,

    wir sehen immer ganz klar, was richtig ist oder nicht wenn es um unser Gegenüber geht. Nur was mit uns selber passiert, sehen wir ganz zum Schluss, müssen bestimmte Erfahrungen machen, weil uns immer wieder die Gefühle von den Beinen holen. Alles und jeder braucht seine Zeit, seinen ganz eigenen Rhythmus. So ist Abhängigkeit nun mal.

    LG
    Ette

    Innocent,

    ich denke, Elle hat recht. Am meisten macht uns wütend, wenn wir sehen, dass wir unvernünftig handeln und nicht in der Lage sind, daran etwas zu ändern.

    Ich habe in der ersten Zeit, in der ich begann, mich emotional zu trennen, viele aushäusige Termine vereinbart. War so gut wie jeden Tag verabredet. Hab mich um neue Kontakte gekümmert, die überhaupt nichts mit Liebe und Beziehung zu tun hatten. Verschiedene Dinge ausprobiert, um festzustellen, was ich noch machen möchte, was meinem Leben Sinn geben kann und was mich ausgefüllt leben lässt. Es macht Spaß, sich auf die ganz eigenen Möglichkeiten zu konzentrieren. Schließlich wird es immer wieder Zeiten geben, in denen ich auf mich alleine zurückgeworfen bin und dann wird mir weder eine neue Beziehung noch allzu viel Beschäftigung im Außen helfen, zufrieden zu sein. Ich muss schon in mir selber gucken, achtsam mit mir sein, um die Ruhe zu finden, die für mich gesund ist.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Ihr Lieben,

    da hatte ich doch gestern so einen vollen Tag, dass ich noch nicht einmal Zeit zum Schreiben hatte. Habe gearbeitet, Spaß gehabt, bin laut gröhlend (Honkydonk woman von Jaggers Michel) mit dem Auto durch die Gegend gefahren und habe mir Gedanken darüber gemacht, wie ein neues Projekt aussehen könnte. Pläne für das Wochenende geschmiedet und Dates ausgemacht und natürlich meditiert in Form von Bewegung, d. h. – gelaufen! Plötzlich war es spät Abends und mir fielen fast die Augen zu.

    Vorher habe ich noch was gelesen – über „Glücksängste“ und über Selbstvertrauen. Das Vertrauen in unsere Fähigkeit zu denken und das Vertrauen mit den grundlegenden Herausforderungen des Lebens fertig zu werden. Es tut gut, sich mit Möglichkeiten auseinander zu setzen, zu wachsen und zu sehen, welche Schritte ich schon gemacht habe und welche ich zur Zeit gehe. Ganz ohne Kritik mich daran zu freuen, was ich auf die Reihe bekommen habe und mir sagen, dass ich das gut gemacht habe. Nicht den Fokus darauf zu richten, was nicht perfekt ist.

    Heute morgen, als ich aufwachte, hatte ich Angst. Ich wusste aber, dass es ist nicht Angst um mich ist, sondern um einen anderen Menschen. Ich sah ganz deutlich etwas vor mir und jetzt, wenn ich darüber nachdenke, ist es nicht mehr vor meine inneres Auge zu bekommen. Weiß vielleicht von euch jemand, wie man es anstellt, dass man sich an seine Träume erinnern kann?

    LG
    Ette

    Hallo Innocent,

    klar, so wie es aussieht, türmen sich bei dir die Probleme. Hast du denn schon eine Strategie, wie du an all das herangehen möchtest? Eins nach dem Anderen, wäre ja kein ganz schlechter Weg. Aber dazu müsstest du für dich definieren, was du in welcher Reihenfolge bearbeiten und erledigen möchtest. Ich glaube auch nicht, dass du irgend etwas davon abhängig machen solltest, ob deine Frau trinkt oder nicht. Ich habe damals einfach versucht, so zu tun, als wäre ich schon alleine, wenn es um das Treffen von Entscheidungen ging, die ausschließlich mich selbst betrafen.

    Meiner Meinung ist es auch der denkbar schlechteste Zeitpunkt, sich zu verlieben. Aber danach fragt ja die Liebe nicht immer, schon klar. Wobei ich festgestellt habe, dass in einer Zeit, in der der Andere noch trinkt, ein neue „Liebe“ oftmals nur eine Art Flucht aus dem ist, was die Alternative zu hause wäre. Eine Art Euphorie, die recht bald wie ein schlapper Luftballon in sich zusammenfällt, weil wir einfach noch nicht so weit sind, uns wieder auf einen anderen Menschen einzulassen. Aber vielleicht ist das bei dir ja ganz anders.

    Zwischen deinen Zeilen lese ich noch eine ganze Menge Frust, Wut und Ärger. Auf wen oder was eigentlich? Ich glaube, diese Gefühle müssen wir genauso loslassen wie die Anstrengung, den Anderen „trockenzulegen“. Denn auch mit Wut und Ärger bekommen wir das mit dem Leben nicht leichter hin. Im Gegenteil, mich hat die Wut oftmals gebremst, weil ich blind wurde für die Dinge, die mich vorwärts gebracht hätten. Somit hat meine Wut das ganze Procedere nur verlängert.

    LG
    Ette

    Nexie,

    ja, der Bauch und der Kopf – wir müssen uns schon die Freiheit nehmen, das wahrzunehmen, was wir fühlen und spüren und danach zu leben. Und nicht danach, was wir meinen, fühlen, denken und spüren zu müssen, weil „es sich so gehört“, man „das so macht“.

    Dadurch werden wir sicherlich manchmal als egoistisch bezeichnet, aber für uns selber ist es wichtig und gut. Da du noch Einiges vorhast, ist es sicherlich richtig und wichtig, dich erst einmal darauf zu konzentrieren. Genau wie Alkoholabhängige ihre Trockenheit in den Vordergrund stellen und den dafür erforderlichen Egoismus entwickeln müssen, müssen wir auch lernen, uns und das, was uns gut tut und vorwärts bringt, in den Fokus zu nehmen.

    Suche keine Entschuldigung, dafür dass es schwierig sei, mit dir zu leben. Du bist, wie du bist. Und wenn dich selbst dein Hang zum Chaos stört, dann wirst du ihn ändern. Wenn nicht, nun, dann ist er ein Teil von dir, die jeder, der mit dir leben möchte, einfach akzeptieren wird, genau wie du ihn an dir akzeptiert hast.

    Ich wünsch dir Kraft für deinen Weg, denn die braucht es, immer und immer wieder.

    LG
    Ette

    Zitat von Spedi


    Karl, so lange Du weisst was Dir gut tut - go ahead! Sonst: runter vom Gas...

    Spedi, heute könnte ich dich für diesen Satz umknuddeln. Denn genau das ist die Schwierigkeit. Ich habe ganz, ganz lange gebraucht, um zu spüren, was mir gut tut. Viel zu oft hat mir die Dramatik von Achterbahngefühlen das Gefühl von Lebendigkeit gegeben. Ohne zu bemerken, dass es letztendlich gar nicht mein Leben war, was ich lebte. Langwierig und zeitraubend ist es für mich gewesen, ein Gespür dafür zu bekommen, was ICH SELBER will. Und dazu gehört auch, wie Herrmann schreibt, zu gucken und zu unterscheiden, was ich ändern kann oder nicht.

    LG
    Ette

    Elle, danke dir für deine lieben Worte. Wobei – ich glaube, manchmal müssen wir uns durch einen Wirbel einfach hindurch tragen lassen. Nachgiebig sein, bis es von alleine wieder in ruhiges Gewässer geht. Aber es dauerte seine Zeit, bis das halbwegs bei mir funktionierte. 5 oder 6 Jahre, Rückfälle eingeschlossen, bin ich bestimmt schon im Gange und jedes wird besser als das vorherige. Das ist der Vorteil von gelebtem Leben, denke ich.

    Und es gibt auch so schöne Tage – wie heute zum Beispiel. Obwohl nicht alles rosarot war, kommt doch heute Nachmittag, ganz unverhofft, einer unserer Herren aus der oberen Etage bei mir im Büro vorbei. „Frau Ette, WO waren Sie im Urlaub?“ Verständnislos erkläre ich ihm, dass ich schon vor Wochen Urlaub hatte. „Das kann nicht sein, so strahlend und entspannt, wie Sie aussehen, können Sie nur direkt aus dem Urlaub kommen.“ Hmmmm.... dabei hatte ich DEN noch nie als Charmeur empfunden, also muss es wohl gestimmt haben. Und es zeigt wohl, dass Gefühle auch die Ausstrahlung beeinflussen. Schön!

    Klein-Ettchen wollte trotzdem nach der Arbeit noch ein wenig lachen und folglich habe ich mir jemanden gesucht, von dem ich weiß, dass ich gut mit ihm lachen und quatschen kann, tiefschürfend und auf keinen Fall platt. Aber nach einem Stündchen wars genug, denn schließlich musste ich auch noch meine Morgenrunde nachholen.

    Also nach hause, ab in die Laufklamotten und losgedüst. Und irgendwie scheint mir dieser Tag, trotzdem er lang war, ungeahnte Energie geschenkt zu haben. Fast die ganze Runde konnte ich heute joggen, anstatt mich mit meinem „Ältere-Damen-Walking“ über die Runde zu quälen. Vorbei an einem Garten, aus dem es herrlich nach frischer Pfefferminze roch, trabte ich durch die Dämmerung, die sich wie eine dicke, blaugraue Katze in den Straßen breit machte und die Straßenlaternen immer heller scheinen ließ.

    Ein wunderschönes Gefühl ist es, wenn die von der abendlichen Kühle klammen Finger prickelnd erwärmt werden vom Blut, das lebendig durch den ganzen Körper pulsiert. Einen Nachteil hat es aber, das abendliche Laufen – ich habe im Moment das Gefühl, die ganze Nacht aufbleiben zu können.

    Und schmunzeln musste ich vorhin, als ich mir Bücher ansah in einem Online-shop. Obwohl ich gar nicht danach suchte, hatte ich plötzlich ein Buch auf dem Bildschirm mit dem Titel „Wer loslässt, hat die Hände frei. Ein Buch, für Frauen, die noch viel vorhaben.“ Na, konnte ich da widerstehen?

    LG
    Ette

    Tja, Kalli Kaltblut, that´s life! Die Achterbahn ist nicht vorbei nur weil der Rivale eliminiert ist. Ich hätte bedenkenlos meinen ... hmhm...vier Buchstaben...als Wetteinsatz geben können, ich hätte ihn nicht verloren und könnte weiter bequem sitzen.... aber das kann ich so ja auch, ganz entspannt und bequem zurückgelehnt.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir für deinen Neustart alles, alles erdenklich Gute. Zurück auf Los und was wird die Miete? Wie sagt Kai immer? Nur die Liebe zählt und wir zahlen dafür mit schlaflosen Nächten und hohlen Birnen und geben dem Mond dafür die Schuld. Not money makes the world go around.. sacht Ette. Die Liebe schlägt Purzelbäume und lässt die Achterbahn in Loopings koppheister kreisen..... Und steht manchmal hinter jedem Stopp.

    Genieß sie, deine Liebe und hör auf so kluge Frauen wie Ayki.

    LG
    Ette

    Guten Morgen ihr Lieben,

    heut hab ich doch glatt verschlafen! Folglich muss ich heute Abend durch die Botanik, weil ich mir die nachdenklichen Minuten am Morgen nicht nehmen lassen will. Warnmelder gingen mir heute morgen durch den Kopf, die ja wichtig sind, wenn es um Gefahren geht.

    Und doch sind Warnmelder nicht nur solche Teile, die heulend rote oder blaue Lichtzeichen in die Dunkelheit schicken. Manchmal sind sie plötzlich auftauchende Zorngefühle, Unsicherheiten und das Gefühl, eigene Grenzen zu überschreiten, die eigentlich schon lange als gesichert angesehen wurden.

    Der Gegensatz zu früher ist jedoch, dass ich die Warnsignale wahrnehmen, benennen und damit umgehen kann. Es ist ein gutes Gefühl, diese Signale zu bemerken. Sie halten mich nicht davon ab, mit anderen Menschen umzugehen, mitfühlend und liebevoll umzugehen. Vielleicht weil ich weiß, wie elend es sich anfühlt, in dieser Achterbahn zu sitzen, die einen Tag himmelhochjauchzend sicher scheint und am anderen alles wieder in Frage stellt. 180 Grad-Drehungen, die sowohl alles neu und schön machen als auch einfach wieder alles von vorne anfangen lassen können.

    Zwar nicht täglich, aber in doch recht regelmäßigen Abständen, hat bei mir das Murmeltier früher gegrüßt. Das Murmeltier, das mir in Aussicht stellte, dass alles gut würde. Inzwischen grüßen mich täglich Spinnen, Schnecken, Eichhörnchen, Weberknechte und was da sonst noch so kreucht und fleucht. Und die versprechen gar nix, nur das es eine Freude ist, zu leben. Und das ist es, auch wenn es nicht nur immer himmelhochjauchzend ist. Im Gegenteil, je weniger Achterbahn, desto besser. Zufriedenheit ist keine Frage der Höhe der Gefühlsauschläge, sondern eher der lange, ruhige Fluss.....

    LG
    Ette

    Elfriede,

    ich wünsch dir ein schönes Partnerseminar und dass ihr viel daraus mitnehmen könnt.

    Ach, Telefonat.... mein erster Gedanke war, na, wenigstens kannst du davon ausgehen, dass er nicht vor lauter trinken das Anrufen vergessen hat. Ist doch auch was wert, oder? ;)

    LG
    Ette

    Kalli Kaltblut,

    nu ma gaaaanz ruhig Blut. Das ist alles normal, alles im grünen Bereich. Verlier dich selber nicht aus den Augen, das was DIR gut tut, ist wichtig. Wir müssen alle ein paar Schleifen fliegen, bevor wir ruhig in uns selber landen, irgendwo im zweiten, dritten Stock und die Zeiten vorbei sind, in denen wir zwischen dem Dach, von dem wir am kiebsten springen wollen und dem Keller, in dem man sich am besten verkriecht, hin und her rennen.

    Ruuuuhig, Braune.... sagte mein Kind bei solchen Gelegenheit. Und der ist ganz schön schlau, das muss er von der Mama haben. ;)

    LG
    Ette

    Liebe Chopin,

    und selbst wenn du hier nur schreiben würdest, um loszuwerden, was dir durch den Kopf geht und auf der Seele brennt, ist das auch in Ordnung. Das ist der Sinn dieser Plattform hier. Mach dir also keinen Kopf. Auch Co´s dürfen einfach mal in Anspruch nehmen, was ihnen gut tut. Nämlich hier alles loswerden, was drückt.

    Ich kenne die Achterbahn, über die wir fahren, bis wir endlich soweit sind, dass wir sagen, es reicht. Bei mir hat es einige Jahre gedauert, in denen ich mich immer wieder der Hoffnung hingegeben habe, dass alles gut wird.

    Und immer wieder lese ich, dass es Anderen genauso geht. Jeder hat da seine eigene Zeit, bis er sich selber und sein zufriedenes Leben in den Vordergrund stellt. Schönes und Angenehmes müssen wir erst lernen, wir haben zu lange anders gelebt.

    Liebe Grüße
    Ette