Beiträge von Ette

    Hallo ihr alle,

    heute morgen beim Laufen musste ich das erste Mal ein Sweatshirt überziehen, denn ein richtiger Sommermorgen war das nicht mehr. Nachdem gestern den ganzen Tag Regenschauer und Windböen die Bäume gezaust hatten, lag viel Laub auf den Wegen und mir wurde ein wenig bang, weil mich all die Blätter daran erinnerten, dass bald die dunkle Zeit kommt. Auch wenn vorher natürlich noch ein Farbenfeuerwerk aus all den Ästen und Zweigen aufsteigen wird, kamen mir die grauen Tage in den Sinn.

    Und ein Tag im vergangenen Oktober fiel mir ein, als ich von meiner Kur zurückfuhr, voll von Energie, guten Vorsätzen und Werkzeugen, die helfen sollten, auch die schweren Tage zu meistern. Rechts und links der Straße jede Menge herbstgefärbter Bäume und strahlender Sonnenschein. Ich hatte den Eindruck, als wäre die Straße extra für mich in Gold gefasst, um mich zurück im Leben zu begrüßen und ich machte mich zuversichtlich auf den Weg. Meine Zuversicht hat zwischendurch immer einmal wieder einen Dämpfer bekommen, weil ich dachte, ich schaffe es nicht, jemals wieder zufrieden und entspannt zu leben.

    Inzwischen, in der Rückschau, stelle ich fest, dass meine Straße wohl mit Gold gefasst ist, schon immer, nur glänzt es nicht immer und ich nehme es nicht sofort als Gold wahr. Alles, was mir passiert ist und jeder Mensch, der mit begegnet ist, hat mich wieder einen Schritt weitergebracht. Hat mich liebevoller werden lassen, mit mir selbst, und den Menschen um mich herum. Ich wünschte, ich könnte davon abgeben - Andere an diesem Gefühl teilhaben lassen. Aber jeder hat da seine eigene Straße, die er gehen muss, um dieses Gefühl zu finden und ich kann niemandem sagen, wo es langgeht, auch wenn ich es noch so gerne wollte.

    LG
    Ette

    Noch was, Teaser.

    Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie es mit deiner eigenen Nähefähigkeit aussieht? Ich habe für mich das Empfinden, aus einer Angst vor richtiger Nähe, mir immer solche Menschen auszusuchen, bei denen ich genau dieses sich nicht einlassen wollen finde. Dann brauche ich keine allzu große Nähe zulassen, muss mich nicht soweit öffnen, dass ich verletzt werden könnte. Nur mal so, als Denkansatz....

    Ette

    Ette

    Moin, moin,

    Teaser, du schreibst: Der Begriff Co wird ja auch viel weiter gefasst. Das "Spiel" funktioniert auch mit Bindungsunfähigen, -unwilligen Partnerinnen. Emotional, geistig gestörten Persönlichkeiten, Depressiven usw.

    Ich gebe dir unumwunden recht, wenn ich betrachte, was mir so partnertechnisch passiert. Also habe ich mich, wie Skye, dazu entschlossen, das Beste aus meiner Situation zu machen. Schließlich bringt es mich nicht weiter, wenn ich lamentiere, dass ich niemanden finde, der mit mir leben will. Mein Leben ist schließlich nicht nur etwas wert, wenn ich es mit jemandem zusammen verbringen kann. Genau wie Skye, rede ich mir mein Singledasein nicht schön, aber ich habe mich entschlossen, zu akzeptieren, dass es eben so ist. Sonst würde ich womöglich mein ganzes Leben mit dem Warten auf Mr. Right verbringen. Ab und an begegnet mir jemand, der es sein könnte. Doch dann greift wieder das, was du über Co schreibst und weg und gut ist. Nein, gut ist es dann nicht, aber nicht zu ändern.

    Menschen sind so konzipiert, dass sie in der Regel nicht alleine leben möchten. Als soziale Wesen sind wir auf die Welt gekommen und unsere Sozialisation hat uns eben manche Päckchen mitgegeben, die es uns schwer machen in Beziehung zu kommen, sie zu leben. Alleine mit uns selbst müssen wir schon klären, warum wir ticken, wie wir ticken. Und in Partnerschaft, im Spiegel unseres Gegenüber quasi, können wir noch mehr über uns und unsere Gefühle erfahren. Dinge, die wir vielleicht alleine nicht erfahren können, da hast du recht, Teaser. Aber solange, bis vielleicht irgendwann der richtige „Spiegel“ für uns auftaucht, so lange können wir doch nicht so tun als wäre unser Leben nichts wert.

    Genau wie du, finde ich es wunderschön, zusammengekuschelt einzuschlafen, schöne Momente zu teilen und schwere gemeinsam zu tragen. Aber, verflixt noch mal, wenn es nicht möglich ist, muss ich doch trotzdem zufrieden leben können und möchte nicht ständig das Gefühl von Mangel haben. Eher so ein Gefühl, wenn einer kommt, mit dem es passt, ist es eine Art Sahnehäubchen. Glück ist sowieso kein Dauerzustand, sondern eher ab und zu ein Funkeln, ein Lichtstrahl, ein Glitzern. Und um das zu empfinden, braucht es eine ruhige Zufriedenheit, ganz ohne Dramatik. Finde ich jedenfalls.

    Den emotionalen Hunger kann auch niemand außer uns selbst stillen. Wenn wir uns nämlich darauf verlassen, dass uns irgend jemand so liebt, wie wir es uns wünschen und wie wir es uns selbst gegenüber nicht hinbekommen, solange laufen wir Gefahr, in co-abhängigen Strukturen zu leben.

    LG
    Ette

    Hallo Tecki,

    klar, dass du erst einmal unsicher bist wie das hier alles läuft. Aber wie meine VorschreiberInnen, kann ich dir nur sagen, nutze diese Möglichkeit, dir von der Seele zu schreiben, was in dir vorgeht.

    Im übrigen gehe ich nicht damit konform, dass wir Co´s alles klar sehen. Wir haben schon unsere eigene Sicht der Dinge und wollen gern das ein oder andere nicht wirklich sehen, weil es uns unsere Illusionen zerstören würde. Da fand ich persönlich es ganz besonders schwer, mit mir selber ehrlich zu sein und mir dies zuzugeben. Du hast recht, es ist schwer, es ist manchen Tag hart und es schmerzt, eine ganze zeitlang sogar.

    Aber ich kann dich trösten. Alle, die hier schreiben, machen das durch und es wird leichter, wenn du es zulässt.

    Schreib einfach, wenn es dir nicht gut geht, wenn du durcheinander bist. Aber natürlich auch, wenn du dich freust und du schöne Dinge erlebst oder Fortschritte an dir feststellst. Wie Kaltblut schon schreibt, es dann irgendwann wieder zu lesen, hilft.

    Ich wünsche dir Mut, Kraft und Durchhaltevermögen für den Weg aus dem Co-Sein...

    LG
    Ette

    Hallo,

    ganz schön tiefschürfend, der Thread hier. Teaser, sorry, dass ich zu Anfang so katzig war. Hab noch mal nachgelesen, was du bei den Kindern geschrieben hast.

    Ich glaube schon, dass der erste Weg, den wir gehen müssen, der zu uns selber ist. Und vielleicht mal zurückliegende Beziehungen ansehen, was da aus welchen Gründen gelaufen ist. Sehr aufschlussreich war das für mich. Und dann plötzlich jemand, der so ähnlich tickt wie ich, stark ist, was auf die Beine stellt und mir quasi die Kontrolle aus der Hand nimmt, die ich mein Leben lang hatte. Eine ganz schöne Herausforderung, weil dann mein ganzes Co-Gehabe nix, aber auch gar nix mehr bringt. Wachstumschance, denke ich.

    Partnerschaftlich wünsche ich mir eine Beziehung, gleichberechtigt und gleich stark alle beide. Dann muss keiner der Retter, der Sorger sein, sondern jeder kann sich mal fallen lassen und dann wieder den anderen auffangen. Schließlich begründet auch das das Wesen einer Partnerschaft. Und Skye hat schon recht, mit einem Partner gibt es einfach Dinge, die ich alleine nicht habe – aber hallo! Trotzdem möchte ich meine Identität nicht aufgeben für einen anderen Menschen. Das habe ich lange genug getan.

    Allerdings brauche ich in meiner Partnerschaft keine Dramatik, um mich wohlzufühlen oder um ein gewisses Feuer am Züngeln zu halten. Das Feuer kann durchaus auch eine wärmende Glut sein, die durch ihre Kontinuität mehr Wohlbehagen und ein befriedigenderes, tieferes Miteinander gewährleistet als dies eine himmelhochjauchzend – zu Tode betrübte Achterbahnfahrt sein kann. Wenn ich eine Achterbahnfahrt brauche, um mich und meine Partnerschaft zu spüren, ist irgend etwas falsch. Das Leben legt uns genug Stolpersteine in den Weg, die müssen wir uns mit verqueren Co-Strukturen nicht noch selber schaffen. Normalität zu leben und zu genießen, das ist für mich etwas, was eine gesunde Partnerschaft auszeichnet. Das empfinde ich auch überhaupt nicht als langweilig.

    Und Kaltblut, die Betonpfeiler, die uns aus der Bahn werfen, die gibt es immer wieder mal. Gerade da empfinde ich dann aber eine funktionierende Partnerschaft als hilfreich. Denn genau dann kann ich auch einmal schwach sein und um Hilfe bitten, ohne Gefahr zu laufen, über den Tisch gezogen zu werden. Meine Schwächen zugeben, ohne Angst, mein Gesicht zu verlieren, denn lieben heißt nicht immer nur sorgen und stark sein, sondern auch manchmal loslassen, Zeit lassen, zulassen, mich auffangen lassen, um auszuruhen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen ihr Lieben,

    ja, so schnell wechseln oftmals immer noch die Gefühle. Wobei bei mir die Achterbahn inzwischen deutlich abgeflacht ist, worüber ich sehr froh bin. Nach dem Magenkuhlenschlag habe ich mich recht schnell wieder gefangen und konnte gut nachvollziehen, was in meinem Gegenüber passiert, da ich vor einiger Zeit ganz ähnliche Gefühle hatte. Sofort kam natürlich wieder die Frage in mir hoch, ob ich wieder einmal aus meiner Co-Abhängigkeit heraus die alles Verstehende und alles Verzeihende mime. Aber es ist definitiv nicht so. Ich kann stehen lassen, was der Andere mir sagt, ohne meinen eigenen Wert daran festzumachen. Kann die positiven Gefühl für diesen Menschen trotzdem zulassen, weil sie da sind und nicht weil sie aus verletztem Stolz in Hass oder Rache verwandelt werden. Das ist für mich eine schöne Erkenntnis. Traurig bin ich zwar, aber nicht auf eine Art und Weise, dass ich den ganzen Tag nur noch in meinem Kummer bade.

    Gestern Morgen, als ich zum Büro ging, kam ich an einer Wiese vorbei und aus den Augenwinkeln nahm ich eine Bewegung wahr. Ich blieb stehen, um zu gucken, was sich da regt. Erdkrumen rutschen von einem Maulwurfshügel herab, denn Herr Grabowski war wohl schon früh morgens im Gange. Der Hügel war noch recht klein, wuchs aber mit jeden Schub Erde, der von unten herauf kam. Spontan fielen mir Gefühl ein, die auch im Untergrund arbeiten. So wie ein Maulwurf Erde ans Tageslicht schafft, graben wir oftmals in unseren untergründigsten Gefühlen und nicht immer ist es nur lockere, fruchtbare Erde, die dabei zu Tage kommt. Aber Gänge graben wir dann in unseren Untergrund. Gänge, die vielleicht ein Einfließen von neuen, schönen Gefühlen in uns möglich machen, wenn genug „Erde“ an die Oberfläche geholt wurde. Und für das Graben hat jeder seine eigene Geschwindigkeit und in die Gänge, die dadurch frei werden, muss jeder das einfließen lassen, was ihm gut tut. Die Idealvorstellung ist halt, dass zwei Maulwürfe zugleich ihre Gänge freigeschaufelt haben, damit sie gegenseitig schöne Empfindungen zulassen können.

    Mal gucken, wann ich den Maulwurf finde, dessen Grabegeschwindigkeit zu meiner passt.

    Liebe Grüße

    Ette

    Guten Morgen ihr Lieben,

    es ist doch wie verhext. Manchmal frage ich mich wirklich, ob Leben gerecht ist. Kaum denke ich, alles ist wunderschön und stimmig, da kommt etwas vorbei und spuckt mir in die Suppe. Da habe ich meinen Schutzwall der Stärke und „ich schaff das schon“ ein wenig geöffnet, kommt doch genau durch diese Öffnung die Hammer-Faust. Trifft voll den Solarplexus, dass mir die Luft weg bleibt und mein Herz sich in einer eiskalten Faust schmerzhaft windet. Das einzige, was ich daraus lernen kann, ist, den Schutzwall wieder hochzuziehen, dicht zu machen und all die Gefühle, die sich dahinter verbergen, einfach zu ignorieren.

    Aber so ist das mit Geschenken. In noch so guter Absicht gegeben, muss der Beschenkte sie auch annehmen, sonst ist das Geschenk vertane Liebesmüh. Und wenn ich selbst denke, ein Geschenk zu erhalten, vom Himmel vielleicht oder einer höheren Macht, ist es, schwupps, wieder weg. Wahrscheinlich war die Zeit einfach noch nicht reif. Also vergrab ich das, was ich schenken möchte, einfach wieder in mir. Da wird es liegen und warten, bis jemand kommt, der es haben möchte. Denn Geschenke, die niemand haben will, sind nichts wert.

    Liebe Grüße
    Ette

    Hallo Teaser,

    bist selber co-abhängig oder möchtest du mit deinen Fragen nur herausbekommen, wie COs "funktionieren? Erzähl doch mal, warum du all diese Fragen stellst. Was möchtest du hier anreißen? Suchst du Hilfe, Erklärungen? Möchtest du etwas über dich selbst erfahren oder nur über uns? Erzähl doch mal....

    LG
    Ette

    Dia und Lavendel,

    ja, es ist ein gutes Gefühl, sich keine Sorgen machen zu müssen. Es erfordert Vertrauen und Loslassen. Dann wird auch irgendwann die Angst vor der Nähe verfliegen. Jeden Tag ein wenig mehr. Und die Sicherheit, dass es gut ist, was passiert und richtig. Ein Empfinden von angekommen sein, wie nach Hause kommen.

    Zu Hause ankommen, die Wohnungstür aufschließen, von einem voll erblühten Rosenstrauß begrüßt werden und in die Ruhe eintauchen nach einem wunderschönen, harmonischen Wochenende. In den Ohren noch das Rauschen des ICEs, ein paar Minuten auf dem Balkon sitzen und in den Bäumen die Gedanken auf den Blättern wippen lassen. Mich erinnern an das Frühstück auf dem anderen Balkon, mit dem laut-melodischen Glockengeläute und einem kleinen, schwarz-weißen Vierbein-Energiebündel, das noch nicht ganz wach ist und etwas von meinem Brötchen erbetteln will.

    Ein junger Mann, den ich vor etlichen Jahren geboren habe, der mir in ruhigem Erwachsensein gegenübersitzt und mit dem ich mich unterhalten kann, ohne dass es ständig um Arbeit geht. Hat ganz von alleine seine Ruhe gefunden. Die Unruhe verändert, vor der ich ihn schon vor Monaten gewarnt hatte. Seine Entscheidung fiel später als ich es gerne gesehen hätte, aber so wie es aussieht, richtig. Ich fühle mich wohl, rundum zufrieden, in seiner Nähe, wenn ich ihn betrachte. Mein Sohn, längst erwachsen, freue ich mich über ihn und das warme Gefühl für ihn lässt sich so schwer in Worte fassen. Lächelnde Erinnerung....

    Dann die Laufschuhe schnüren und dem Phlegma, das sich bei langen Bahnfahrten im Körper manifestiert, einfach davonlaufen. Muskeln, die auch nach zwei Morgen ohne Runde kraftvoll loslaufen. Laub- und Gräserduft, ein paar vereinzelte Tropfen wie ein zärtlicher Fingerzeig der Wolke über mir, dass sie ihre Regenfracht nicht mehr allzu lange halten kann. Ehe ich mich versehe, ganz in Gedanken eingesponnen, stehe ich wieder vor meiner Haustür. Der Atem geht schneller und die Haut scheint zu dampfen.

    Prasselnd der Duschstrahl, der einige Grad kühler ist als mein erhitzter Körper und mir wie Wellen kleine Schauer über die Haut wandern lässt. Eingekuschelt in den Bademantel kommt sie dann, diese Woge wie von allumfassender Liebe, Lebendigkeit und Zufriedenheit. So mächtig, dass ich sie gerne teilen möchte, jemanden umarmen, singen, jubeln. Keiner da, macht nix! Irgendwann ist auch dafür die Zeit reif.

    LG
    Ette

    Noch schnell vor dem Wochenende,

    an dem ich sicherlich keinen I-Net-Zugang haben werde, bzw. auch gar nicht die Lust darauf.

    Jedenfalls ist mir dieser Tage wieder mal ganz bewusst geworden, dass ich das schon alles richtig gemacht habe, was die letzte Zeit so passiert ist. Da begegnet mir ein Mr. Ein bisschen vielleicht der jetzt ein Dr. Allwissend auf dem hohen Ross ist und ich denk mir, mich tritt ein Pferd. Die gleiche Großkotzigkeit in knochentrocken? Mir wurscht, nicht mehr meine Baustelle.

    Ich habe auch festgestellt, dass es ein unheimlich beruhigendes Gefühl ist, wenn ich jemanden nicht erreiche, mir keine Kopf darum machen zu müssen, ob der jetzt vielleicht irgendwo abgefüllt in der Ecke liegt und sich an seiner eigenen K.... verschluckt oder nicht. Es gibt wirklich Leute, die schlafen einfach, weil sie viel zu tun gehabt haben und ich kann mich ganz beruhigt zurücklehnen und genauso ruhig einschlafen. Diese Wander- und Qualmnächte, in denen ich durchs Haus und vor die Tür gestreift bin, um zu gucken, ob er wieder zurück ist und sich irgendwo betrunken versteckt hat, gut, dass sie vorbei sind. Und die Alpträume, in denen er als Wasserleiche vor der Tür stand, weil er betrunken in einen Teich gefallen sein könnte, vorbei!

    Ruhig kann ein Tag um den anderen vergehen. Manche mit viel Arbeit, andere mit weniger. Mit kleinen Lebenszeichen, mit größeren und manche mit echtem Sonnenschein.

    Jetzt pack ich meine Tasche, damit ich meinen Zug nicht verpasse. Ich freue mich auf den Besuch, den ich dieses Wochenende vorhabe. Hab ihn schon lang nicht mehr gesehen.... meinen Filius.

    LG
    Ette

    Kaltblut!!!! *kreisch*

    Wenn du erst ein Kärtchen am Zeh hängen hast, dann bist du tot! Kennste das nich ausm Fernsehen? Ist ja bei deinen Topwerten eher unwahrscheinlich, oder? Du wirst bestimmt Hundert! Ob du dann wohl auch noch so beweglich bist?? Im Kopf, mein ich jetzt.

    Ansonsten würd ich sagen, Regenwetter hat auch was, allerdings nicht im Schlafsack. Ich schmeiß dann schon mal den Staubsauger an, denn ich reite ja voll motorisiert durch die Welt und natürlich auch zu der kaltblütigen Schlafsack-Stoffel-Fete.

    Bis dann.... in stoffelchens Vorgarten....

    *hexhexundwech*

    Ette

    Zitat von sammy

    ....... und was für einen :oops: der traum einer jeden schwimu und auch meiner- ich suche immer noch den haken :roll:


    Ja, ja, Sammy, manchmal laufen einem solche über den Weg. Such keinen Haken, genieße einfach. Das haste dir verdient..... :wink:

    LG
    Ette

    Hallo Anna-Isabella,

    ich kann mir vorstellen, wie es in dir aussieht. Schließlich ist da eine große Hoffnung zerschellt. Ein Rückfall muss aber nicht zwangsläufig ein Weitertrinken zur Folge haben. Wenn dein Mann sich wieder Hilfe sucht, hat er doch gute Chancen, da wieder rauszukommen. Er muss sich natürlich möglichst kurzfristig neu auf den Weg machen. Und überlege, er fängt ja nicht ganz von vorne an. Schließlich war er schon ein Jahr trocken. Rückfälle können bei jeder Krankheit passieren und erst recht bei Alkoholabhängigkeit. Wichtig ist, wie gesagt, nur, wie er nun damit umgeht.

    Lass dir nicht einreden, dass du an seinem neuerlichen Trinken schuld seiest. Wenn er meint, dass ihr nicht ausreichend zusammen redet, dann liegt es genauso in seiner Verantwortung wie in deiner, dies zu ändern. Und das wird er nicht damit, dass er wieder trinkt. Allerdings ist das der bequemste Weg, denn er erfordert keine Anstrengung, keine Veränderung.

    Wie du nun mit ihm umgehst, diese Entscheidung wird dir jedoch nicht erspart bleiben. Du musst für dich entscheiden, ob du mit diesem Rückfall leben möchtest. Der wievielte ist es? Ich kann auch dein Mitleid mit ihm nachvollziehen, denn schließlich suchen wir immer wieder, genau wie die Abhängigen selbst, nach Gründen, warum die Armen wieder trinken mussten. Es gibt aber KEINE Gründe zu trinken, es sei denn dein Mann möchte trinken und dann wird er immer welche finden, dies zu tun.

    Achte auf dich selbst, was dir gut tut und wie du in Zukunft dein Leben gestalten möchtest. Unter Umständen musst du dann einfach durch diesen Schmerz, damit es irgendwann möglich ist, zufrieden und froh zu leben.

    Ich wünsche dir Kraft und Mut für deine Entscheidung und den Umgang damit.

    LG
    Ette

    Ayki, der war ja vollkommen auf den Punkt - der Vergleich mit dem dritten Kind. Ich hab früher auch immer gesagt, mein Bengel ist groß (so alt wie du) und mein Typ kommt mir vor, als würd ich nie vom Mutterstatus entbunden werden.

    Dia, deine Geduld ist wirklich bewundernswert. Vergiss nicht, darauf zu achten, was dir gut tut. Mir fiel bei deiner Beschreibung des Mr. Irr-und-wirr spontan „nass“ ein. Aber ich möchte niemandem etwas unterstellen.

    Mein Herr Ein-bisschen-vielleicht hat sich inzwischen endgültig erledigt, da ich mich entschlossen habe Frau Ganz-oder-garnicht zu sein. Ausgeduldet, ausgehofft und somit fühl ich mich ganz leicht und frei.

    Deine Signatur finde ich übrigens wunderschön... hab ich dir das schon mal geschrieben?

    Alles Liebe
    Ette

    Guten Morgen!

    Also wenn heute jemand in meiner Wohnung gewesen wäre als ich aufwachte, der hätte wahrscheinlich gesagt, die Ette spinnt. Noch nicht richtig wach und lacht schon! Im Aufwachen sind mir schon Gedanken durch den Kopf gegangen und ein Gespräch, in dem von Haushalt die Rede gewesen ist. Und da fielen mir die drei Hs ein und ich musste laut auflachen.

    Ansonsten quält es mich, nicht zu rauchen. Und dabei fiel mir auf, dass ich den Wein überhaupt nicht vermisse, den ich früher doch öfter mal getrunken habe. Selbst letztens, als ich mit einer Freundin gegessen habe, mit der ich IMMER Wein zum Essen getrunken habe, war Wasser für mich überhaupt keine Frage.

    Nur an diesem Von-den-Beinen-geholt-werden-Sonntag, da hatte ich ein unbändiges Verlangen, mich zu betrinken, damit ich dieses ängstliche, erschreckende Gefühl nicht mehr spüren müsse. In dem Moment konnte ich Alkoholiker sehr gut nachempfinden. Es hat mir aber auch die Erkenntnis gebracht, warum der Alkohol eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit verhindert. Man geht nicht mehr durch Gefühle, deren Bewältigung auch Wachsen bedeutet. Nein, die werden mit Alk vermieden und haben so gar keine Chance, einen Wachstumsprozess zu durchlaufen. Und das womögich über Jahre oder Jahrzehnte. Da kann, selbst ohne Alk nach einer Therapie, erst mal gar nicht alles wieder "normal" sein. Da sind zig Jahre Persönlichkeitsentwicklung nachzuholen.

    Ich werde es jedoch jetzt nicht vermeiden, mich in die Laufschuhe zu schnüren und mich auf meine Morgenrunde zu machen. Der Himmel sieht nicht aus, als ob es noch lange trocken bliebe. Und duschen möchte ich lieber hinterher, schön warm und mit Schaum. Kühlen Regen würde ich mir gern ersparen.

    Bis dann!
    Ette

    Kaltblütiger,

    du hast es wieder einmal geschafft! Mich wegtauchen lassen in deine Sprache, in deine Gedanken, die ich gut verstehen kann. Manchmal müssen wir be-greifen um zu begreifen und manchmal ist das Nahe örtlich weit entfernt und das real Nahe so weit weg wie der Mond.

    Ohne deine Verrücktheit wärst du nicht du und lass dir nicht einreden, dass du dich erst profilieren musst. Vielleicht hast du deinem Profil in der letzten Zeit mehr Hintergrund gegeben, das mag sein. Nicht mehr so viel von Außen geholt, sondern in dir selber deine Ressourcen gesucht und gefunden.

    Genau wie du, mag ich auch manchmal etwas von dir in mich aufnehmen und nachspüren, be-greifen, das leicht schwebend Bunte, Schöne, Starke. Und einfach das Sein zulassen, die Leichtigkeit ganz ohne Anstrengung. Die jedoch voraussetzt, dass wir zu fühlen lernen. Und das lernen wir nicht unbedingt durch Bücher. Wir können tausende von Büchern lesen, wenn wir ihr Wissen nur in den Kopf lassen und nicht in die Seele oder in unser Fühlen, dann können wir uns die Zeit des Lesens schenken. Leeres Wissen nützt uns nicht.

    Du Wortzauberer, so ein Appenzeller-Frühstück mit Quittengelee ist, neben hoffnungsgrünen Kiwis, im übrigen genau der richtige Start für so einen Tag. Eiweiß, Vitamine und ein paar Kohlehydrate für die Ausdauer, gut gewählt, Löwe.

    Ach.... und so zierliche Geschöpfe können deshalb so schnell laufen, weil sie noch kein plusplus auf die Waage bringen. Wobei.... bei dir sind das sicherlich nur die neu erwachten Muskeln, die sollen ja schwerer sein als kleine Rettungsringe. Falls es denn doch zuviel wird mit dem Gewicht, dann muss du dich eben noch ein wenig mehr bewegen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Kaltblut,

    die Sabinerinnen, die alles in der Hand hatten, ich beneide sie nicht. Alles in der Hand zu haben, heißt auch für alles verantwortlich zu sein. Mir genügt es, in einer Hand mein Leben, meine Zufrieden, die Verantwortung für mich zu haben. Die andere habe ich dann immer noch frei, sie zu reichen. Jemandem, der sie vielleicht eine zeitlang braucht, dem ich damit helfen kann oder jemandem, der meine gereichte Hand einfach als Geschenk annimmt und das gleiche Geschenk zurückgibt, weil es manchmal einfach schöner ist, Hand in Hand zu gehen.

    Und mit einem hast du recht, gesunde Vögel musst du nicht in einen Käfig sperren. Sie werden von ganz alleine immer wieder dahin fliegen, wo es ihnen gut tut, wo sie sich wohlfühlen, auch wenn in ihren Köpfen und Herzen vielleicht noch ein wenig von dem ist, was war. Denn das was war, wird uns immer begleiten. Wir müssen es einfach akzeptieren und weiterleben, so gut es eben geht.

    LG
    Ette

    Guten Morgen ihr Lieben,

    es beruhigt mich, dass ich mit meinen Empfindungen nicht alleine bin. Als ich gestern morgen ins Büro ging, nachdem ich meinen Text gepostet hatte, fühlte ich mich nicht so recht wohl. Hatte das Gefühl, zu weit aufgemacht, einen zu tiefen Blick in mich gewährt zu haben. Andererseits erscheint es mir für mich wichtig, bestimmte Dinge nicht nur mir gegenüber einzugestehen, denn dies birgt die Gefahr, es weiter zu verdrängen, zu verleugnen, sie wieder hinter dem blinden Fleck verschwinden zu lassen und somit aus dem Bewusstsein.

    Ganz bewusst nahm ich heute diesen furiosen Sonnenaufgang wahr, als ich meine Morgenrunde drehte. Wunderschöne, aprikosenfarbene Schleierwölkchen umspielten die dicke Apfelsinensonne, die sich über den Horizont schob und der ich entgegentrabte. Wie ein Sinnbild erschien sie mir für ein leuchtendes, helles Leben. In dem, genau wie am Himmel, auch manchmal dunkle Wolken aufziehen können, die jedoch auch wieder weiterziehen, sich auflösen oder mit sanftem Regen, der rinnt wie erlösende Tränen, die ausgetrocknete Erde tränken.

    Kalt war die Luft und ich musste mich ordentlich bewegen, um nicht fröstelnde Gänsehaut zu entwickeln. Denn sie sind schon herbstlich, die Morgenstunden. Zwischendurch hatte ich das Gefühl von Erderschütterung und mir fiel die Androhung des Kaltblütigen ein, mit mir laufen zu wollen, damit ich auf andere Gedanken komme. In der Bewegung bewegen sich nicht nur die Muskeln und Gliedmaßen, sondern auch die Gedanken, ging mir dabei auf. Früher hatte ich das Bedürfnis, zum Laufen Musik zu hören, um mir die Zeit zu verkürzen. Inzwischen genieße ich diese Zeit, um im Rhythmus meiner Schritte die Gedanken kommen und gehen zu lassen wie in einer Art Meditation.

    Gedanken, ja, sie sind es wohl, die uns immer wieder in einer Art Kopfkino die Realität anders wahrnehmen lassen als sie ist. Manchmal, wenn ich mit Menschen kommuniziert habe und sie schweigen, habe ich die Befürchtung, sie vielleicht verletzt oder mit meinen Äußerungen ihre Zuneigung verspielt zu haben. Dann muss ich mich disziplinieren, mir sagen, dass ich an die Geschichte mit dem Hammer denken solle, die Herrn Watzlawick schrieb. Dann kann ich mich wieder entspannt zurücklehnen und dem Anderen die Möglichkeit geben, in seiner Geschwindigkeit zu antworten. Ohne mich zu sorgen.

    Die Leichtigkeit des Seins - manchmal ist sie unerträglich schwer, weil sie so ungewohnt ist.

    LG
    Ette

    Hallo Lonely,

    dieser Thread war mir bisher gar nicht so aufgefallen und als ich ihn heute las, kam mir in den Sinn, warum du dich wohl nach wie vor damit auseinandersetzt, ob er abhängig ist oder nicht. Ich kann verstehen, dass du zum Beispiel darauf achtest, dass dein Mann nichts getrunken hat, wenn er Kontakt zu den Kindern hat. Aber alles andere ist meiner Meinung nach ganz allein sein Ding. Es ist wohl Teil unseres Co-Daseins, dass wir immer mehr auf den Anderen schauen als auf uns. Wenn du dir gegenüber ständest, dich selbst betrachten und deine Art, über SEINE Abhängigkeit nachzudenken, was würdest du dann von dieser Lonley annehmen?

    LG
    Ette