Beiträge von Ette

    Hallo,

    inzwischen sind wieder einige Wochen vergangen, in denen ich feststelle, dass ich immer besser alleine zurecht komme. So ganz alleine bin ich jedoch nicht, weil ich weiß, dass da immer jemand ist, der mir zuhört oder mir zur Seite steht, wenn es mir schlecht geht. Nämlich mein Ex- oder Noch-ein-bisschen-Partner. Wenn wir uns sehen, geht er sehr fürsorglich mit mir um und manche Dinge handhabt er überhaupt nicht so, als wenn wir kein Paar wären. Ich hätte gerne die ein oder andere Rückmeldung von Betroffenen, wie sie selbst ihr Trocken werden im Kontext zur Beziehung und einem eventuellen sich daraus zurückziehen empfunden haben. Vielleicht hilft mir das, zu verstehen, was hier die ganze Zeit läuft.

    Liebe Grüße

    Ette

    Hallo Maxie,

    ich sehe das so ähnlich wie Spedy, was du hier machst. Mich würde auch interessieren, was du dir von deinen Postings hier erhoffst. Bei mir kommt nichts an davon, dass du in irgend einer Weise selbst etwas tun möchtest, deine Verhaltensstrukturen zu verändern oder Hilfe und Unterstützung suchst. Dann wäre es meiner laienhaften Meinung nach nämlich erforderlich, sich professioneller Hilfe zu bedienen. Das, was du hier schreibst, erweckt in mir eher den Eindruck von Koketterie mit dem Elend anderer. Denn auch wenn „deine“ Alkoholiker immer noch halbwegs „funktionieren“, unterstützt du mit deiner Art Beziehungen in meinen Augen dieses Funktionieren und somit die Krankheit dieser Menschen.

    Mir scheint, du möchtest deine eigene Krankheit hätscheln und dazu brauchst du Menschen, die du als „Minus-Männer“ bezeichnest. Menschenverachtend ist das für mich. Ich habe dann ein Empfinden von Instrumentalisation, so als ob du diese Menschen, deine Klienten wohl teilweise, dazu benutzt, dir ein gutes Gefühl zu verschaffen. Ich muss dir ganz ehrlich sagen, da ist mir ein Alkoholiker, der seinen Stoff in sich kippt, noch sympathischer. Er gaukelt seiner Schnapsflasche keine Gefühle vor, um seinen Rausch und den Kick zu bekommen. Denn Schnaps hat ja bekanntlich keine Seele, wohl aber die Menschen, mit denen du so umgehst. Auch, oder gerade, weil die Seele dieser Menschen krank ist, empfinde ich das, was ich von dir hier lese, als etwas, was mir ein ganz ungutes Gefühl macht. Da ich mich solchen Gefühlen jedoch nicht aussetzen mag, wenn es sich einrichten lässt, wird dies das letzte Mal sein, dass ich hier in deinem Thread gelesen und geschrieben habe.

    Zitat Maxie: Auch meine Alkis schienen mir immer so lustig und stark zu sein, mittlerweile weiß ich natürlich, daß ohne Alkoholkonsum dieses ganze Schein Gebäude zusammenkrachen würde.

    Du verliebst dich, wie es scheint, also in ein „Bild“, eine Fassade. Nun, vielleicht ist dein Bild, was du hier von dir zeichnest, ähnlich. Wie ein Kind im dunklen Keller, das aus Angst vor sich hinpfeift, erzählst du von deiner Stärke und kaum vorhandenen Defiziten. Im Kontext mit der von dir geschilderten Art, mit Beziehung umzugehen, erscheint mir das nicht sehr authentisch. Aber letztendlich ist es recht menschlich, dass jeder ein bestimmtes Bild hat, von dem, wie ihn andere Menschen wahrnehmen sollen. Es ist jedoch hilfreich, für sich selbst dieses Bild zu hinterfragen.

    Maxie, wenn mir jemand erzählt, er hätte kaum Defizite, dann werde ich recht hellhörig. Die Tatsache, dass du nicht mit jemandem klarkommst, der selbstverantwortlich mit sich umgeht und sein Leben im Griff hat, ist etwas, was zu überdenken wäre. In deiner Antwort an Ernie zeigst du doch womöglich deine Motivation schon auf. Aber es ist deine Entscheidung, wie du damit umgehst.

    Zitat Maxie:
    Hallo Erni,

    es geht darum, daß Leute, die ein Helfersyndrom haben, sich unbewußt Partner suchen, die ihnen unterlegen sind, um sich selbst besser und stärker zu fühlen.


    Wenn du von den schönen Augen deines Flirtpartners, der Alkoholiker ist, schwärmst, dann frage ich mich, wie Augen schön sein können, in denen der Alkohol seine Spuren hinterlässt.

    Im übrigen finde ich „Alkoholiker“ kein hässliches Wort. Es ist die Bezeichnung für jemanden, der eine chronische Krankheit hat. Findest du Diabetiker oder Rheumatiker auch als hässliche Wörter?

    Zu aller erst fiel mir in deinem Posting auf, dass du die Männer, die du dir suchst, als Minus-Männer bezeichnest. Heißt das, dass du kranke Menschen als defizitär empfindest und bezeichnest? Im Umkehrschluss würde das dann jedoch bedeuten, dass alle die Frauen, die sich mit Alkis einlassen, Minus-Frauen sind. Denn ich habe für mich festgestellt, dass mir etwas ganz Entscheidendes gefehlt hat. Etwas, das hinter so mancher attraktiven und taffen Fassade fehlt. Selbstbewusstsein und Eigenliebe nämlich. Eine Leere, die das Chaos und die Unwägbarkeiten im Zusammensein mit einem Alkoholiker ausfüllt. Etwas, das oftmals mit einem „Helfersyndrom“ konform geht und dadurch kompensiert werden soll.

    An anderer Stell in diesem Forum las ich, dass wir immer das suchen, was wir kennen. Vielleicht hast du in deiner Vergangenheit ähnliche Strukturen, wie die, die du dir mit den alkoholkranken Männern einhandelst.

    Ich denke nicht, dass es ausreicht, hier gemeinsam zu reflektieren, an was es liegen könnte. Das wären Spekulationen, die niemandem wirklich helfen. Wir sind keine Psychologen. Wir können uns hier als virtuelle SHG nur gegenseitig unterstützen, wenn es uns schlecht geht.

    Wenn du feststellst, dass du dich immer wieder in nasse Alkis verliebst, wäre es an sich doch ein Leichtes, diese Beziehungen im Keim zu canceln. Es sei denn es steckt etwas Ähnliches dahinter wie bei den von dir als „Minus-Männern“ bezeichneten Menschen. So nach dem Motto: Was dem Einen seine Wodkaflasche ist der Anderen ihr Alkoholiker?

    Einen schönen Sonntag noch!
    Ette

    Hallo Blume,

    ich glaube nicht, dass irgend jemand hier "unreflektiert plattgebügelt" wird. Deine Empfindung kann ich jedoch nachvollziehen. Für mich, als es mir ähnlich ging, habe ich diese Tatsache so interpretiert, dass ich mich deshalb angegriffen gefühlt habe, weil mir etwas gespiegelt wurde, was ich selbst wusste, mir jedoch nicht eingestehen wollte.

    Vielleicht ist es aber wirklich besser, dass du deinen eigen Thread aufmachst. Schließlich ging es hier um Tom.

    Gruß
    Ette

    Hallo Evi,

    dass du hier schreibst, ist sicher schon der erste Schritt auf dem Weg, etwas zu ändern. Willkommen hier im Forum.

    Wenn du jedoch schreibst, du willst oder kannst dich nicht trennen, wird es schwer sein, etwas zu ändern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du argumentativ deinen Mann dazu bewegen kannst, mit dem Trinken aufzuhören. Wenn er die Situation für sich in Ordnung findet, warum sollte er auch etwas ändern wollen? Damit, dass du weiter dafür sorgst, dass Geld in die Haushaltskasse kommt und er nicht vollends abstürzt, hältst du das System aufrecht, das ihm erlaubt, zu trinken und noch halbwegs vernünftig zu leben, d. h. einen Platz zum Schlafen zu haben, saubere Wäsche und etwas zu essen, falls er denn doch neben all der Trinkerei mal Hunger hat und sich ansonsten um nichts zu kümmern braucht, weil da eine starke Frau ist, die schon alles regelt.

    Ich kann verstehen, dass die Trennung wie ein Berg vor dir liegen mag mit Problemen, mit denen du im Moment vielleicht nicht in der Lage bist, dich auseinander zu setzen. Du schreibst, du seiest eine starke Partnerin. Diese Stärke wird dir sicherlich auch helfen, dich alleine zurecht zu finden. Du musst dann allerdings dich selbst in den Vordergrund stellen und nicht mehr deinen trinkenden Mann. Ich weiß auch, dass dies sehr schwer ist, weil du, genau wie wir alle, die hier schreiben, es über Jahre so gewohnt bist, den trinkenden Partner immer vorne an zu stellen.

    Die Entscheidung, deine Stärke für dich selbst einzusetzen und ihn in die Situation zu bringen, für sich alleine verantwortlich zu sein, musst du ganz alleine treffen. Du musst es dir wert sein, zufrieden zu leben und dich nicht vom Alkoholkonsum deines Mannes „leben zu lassen“. Das lässt sich, solange wir in dem System leben, schwer nachvollziehen. Es ist auch bestimmt keine leichte Zeit, die nach einer Trennung entsteht, aber für mich war sie es wert, denn heute lebe ich viel zufriedener und entspannter. Nicht jeden Tag, aber jeden Tag ein wenig mehr.

    Liebe funnie,

    ich lese hier ganz oft, ohne dass ich etwas schreibe.

    Mir fällt auf, dass du dich immer wieder daran scheinbar aufreibst, was er macht. Das Zauberwort bzw. der Zaubersatz in solchen Situationen war für mich "Ein Kranker kann mich nicht kränken."

    Loslassen in Liebe, so sagen die AA´s und da ist meiner Meinung nach etwas Wahres daran. Loslassen, des Ansatzes, etwas verändern zu wollen, was wir nicht verändern können und loslassen auch des Zorns und der Wut. Denn auch Zorn und Wut bringen UNS nicht weiter und befreien uns auch nicht. Wenn wir den Groll loslassen und die Wut, lassen wir auch die Macht hinter uns, die die Menschen, die noch trinken müssen, über uns haben.

    Wir selber haben es in der Hand, wie wir uns fühlen und wie es uns geht. Funnie, überlege dir, ob es Sinn macht, böse und zornig auf ihn zu sein. Er kann nicht anders. Es ist ein Teil seiner Krankheit. Ändern wirst du weder seine Krankheit noch ihn selber. Ändern kannst du nur die Art und Weise, wie du damit umgehst. Und glaub´ mir, es befreit, nicht mehr zornig zu sein. Er kann nicht.... vielleicht NOCH nicht anders! Und vielleicht auch NIE anders, aber du reibst dich auf, wenn du nicht loslässt. Glaub´mir!

    Es ist schwer zu begreifen, ich weiß! Aber es ist, wie es ist. Und WIR könne n SIE, die noch trinken müssen, nicht ändern. Nur uns und unsere Einstellung dazu, die können wir überdenken, verändern, loslassen und heil werden.

    Ich habe auch manchmal den Eindruck, du drehst dich im Kreis. Du kämpfst.... allerdings gegen Windmühlenflügel! Sie drehen sich mit dem Wind und du kannst sie nicht aufhalten. Lass´ ihn sein, wie er ist. Veränderungen für DEIN Leben kannst nur DU für DICH bewirken.

    Ich weiß, dass diese Machtlosigkeit schmerzt, ja machmal rasend macht. Funnie, du änderst aber nichts damit. Du machst dir nur selbst das Leben schwer. Loslassen kann ausgesprochen befreiend sein. Gönn´ dir diese Freiheit.

    Gruß von der Ette, die auch nicht nicht immer einfach loslassen kann.

    SEINE Nähe ist mir immer noch wichtig. Und es ist sehr, sehr schwer für mich, dass ER nicht mehr mit mir leben mag. Er möchte nur mit mir befreundet sein. Ich versuche, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, alleine klar zu kommen und vielleicht so genug Stärke zu entwickeln, irgendwann nicht mehr voller Sehnsucht an ihn zu denken. Und irgendwann werde ich auch stark genug sein, eine Entscheidung zu treffen nach dem Motto: ganz oder gar nicht.

    Ich habe das Gefühl, dass ER mich immer noch „in Besitz“ hat, trotzdem er von mir als Frau nichts wissen will. Vielleicht ist es seine eigene Angst oder Unfähigkeit, Beziehung zu leben, die ihn in Distanz gehen lässt. Aber genauso, wie ich ihn nicht vor dem Saufen bewahren konnte, kann ich ihm nicht beibringen, wie man herzlich und liebevoll miteinander leben kann. Also wieder einmal loslassen... Und es ist wie verhext, jeden anderen Mann vergleiche ich mit ihm. Und ich finde immer etwas, bei dem ER besser abschneidet.

    Mein Blick ist auch sehr, sehr kritisch geworden. Haut, Augen, Geruch, wie Menschen trinken, wie „echt“ ich sie empfinde, dauernd finde ich Hinweise, Kleinigkeiten manchmal, die mir das Gefühl geben, dass in meinem Gegenüber ein ähnliches Problem versteckt ist, wie in dem Mann, mit dem ich zusammen war. Gebranntes Kind? Oder sehe ich nur Negatives, um mich nicht umorientieren zu müssen?

    Co-Abhängigkeit ist nicht vorbei, wenn der Mensch, der getrunken hat, nicht mehr trinkt oder geht. Sie ist in uns, in mir und ich wünsche mir nichts mehr als diese Unbeschwertheit zurück, die ich vor ihm hatte, die mich voller Zuversicht hat leben lassen und die mir im Zusammenleben mit ihm abhanden gekommen ist. Ich weiß, dass ich stark genug bin, alleine zu leben. Trotzdem habe ich immer das Empfinden von Mangel. Für mich ist ein Leben zu zweit einfach schöner. Reden, lachen, spüren, zusammen etwas unternehmen, sich einfach nach einem schweren Tag aneinander kuscheln oder sich nach getrennt verbrachter Zeit auf einander freuen. Es fehlt mir.

    Für mich ist Partnerschaft ein ständiges Projekt. Ich bin der Meinung, man kann lange miteinander glücklich sein, wenn man es nur in Angriff nimmt und die Beziehung nicht aus den Augen verliert. Dabei habe ich gerade bei IHM das Gefühl, dass es immer nur nach IHM geht. Ich habe nicht das Empfinden, dass es ihm etwas bedeutet, miteinander klarzukommen. Vielleicht muss das sein, damit er trocken bleiben kann. Es ist nur schrecklich anstrengend, Hoffnung und Zuneigung loszulassen. Noch schwerer, finde ich, als loszulassen, weil er trinkt.

    Wenn ich hier lese, dass es Betroffene gibt, die froh darüber sind, dass ihre Partner und Partnerinnen sie nicht endgültig verlassen haben, könnte ich weinen, weil ich genau die gegenteilige Erfahrung machen muss.

    Ette

    Guten Morgen Funnie,

    Enttäuschungen kenne ich nur allzu gut. Irgend jemand hat einmal zu mir gesagt, wenn wir enttäuscht werden, haben wir uns vorher vielleicht getäuscht. Ich glaube nämlich, wir Cos haben so unsere Vorstellungen, wie wir in der Beziehung mit einem Alkoholkranken leben wollen. Wir wollen ihn retten vor der Sucht und das klappt nicht. Das muss er selbst und ganz allein schaffen. Wenn er es dann nicht tut, wo wir ihn doch so sehr lieben, dass wir alles für ihn tun, sind wir enttäuscht.

    Meine Freundin musste sich, als „er“ hier weg war, Vieles anhören. Meinen Zorn und meine Hasstiraden und meine Enttäuschung. Eines Tages sagte sie mir, dass ich vielleicht ungerecht sei, denn schließlich hätte ich mich irgendwann mit diesem Mann zusammengetan. Und er muss ja wohl auch irgend etwas haben, das mich zu ihm hingezogen hat. Es könne ja nicht sein, dass er jetzt nur noch der Fürchterliche wäre. Das hat mich ganz schön nachdenklich gemacht. Denn sie hatte ja recht. Es gab ja Gründe dafür, dass ich ihn toll fand und letztendlich immer noch finde. Nur waren mir diese Gründe abhanden gekommen in meiner Enttäuschung und meiner Verletztheit. Es schien, als ob der Alkohol, den „er“ trank, auch meine Gedanken vergiftet hat.

    Es ist mir im Laufe der Zeit immer leichter geworden, die destruktiven Gedanken loszulassen. Denn sie ändern auch gar nichts. Sie lähmen mich, fressen meine Energie, die ich viel besser dazu verwenden kann, vorwärts zu gehen, etwas für mich und meine Belange zu tun.

    Funnie, du hast recht. Dies ist ein Selbsthilfeforum für Alkoholkranke und Angehörige. Das kann meiner Meinung nach aber nicht bedeuten, sich daran festzubeißen, was alles falsch und schlecht läuft. Ich kenne das, wenn scheinbar nichts mehr in Ordnung ist und es nur mit Schmerzen vorwärts gehen will. Das Festhalten an Zorn und Hass, an Wut und Verbitterung, haben MICH immer gebremst, etwas für mich selbst zu tun. Erst als ich nach und nach den Groll losgelassen habe, ging es mir besser. Und da ist es wie mit der Trinkerei, das konnte keiner für mich tun. Ich ganz alleine bin schließlich für meine Gedanken und für meinen Umgang mit mir selbst verantwortlich.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und zufriedene 24 Stunden.

    Ette

    Hallo Funnie,

    genau wie Elki ist mir auch aufgefallen, dass du noch sehr, sehr viel an deinen Ex denkst und dich damit beschäftigst, was er denn so macht. Nicht nur den Menschen loslassen, damit er gesund wird, sondern auch die Gedanken, damit DU gesund wirst.

    Ich kenne das auch aus der Anfangszeit, als "er" weg war. Meine Gedanken wollten und wollten nicht aufhören, um ihn zu kreisen. Mit der Zeit wurde es besser, das hieß aber auch, dass ich nicht mehr so viel über ihn sprach und mich wieder mehr mit anderen Sachen befasste. Sachen, die MIR wichtig waren oder MIR Spaß machten.

    Dass du den Jungen erst mal nicht mit ihm alleine sein lassen magst, kann ich verstehen. Vielleicht wäre aber eine Möglichkeit, eine Vereinbarung zu treffen, dass dein Ex ihn nur nüchtern und in Gegenwart Dritter besuchen darf. Ich finde es trotz allem schlimm, wenn die beiden keinen Kontakt mehr zueinander haben sollen.

    Gruß
    Ette

    Kaltblütiger, deine Texte packen mich an! Es ist die Liebe, die uns ein Bein stellt! Und die es uns schwer macht, loszulassen - loszulassen, das, oder die/den, wir lieben, weil es uns sonst beide umbringen würde. Das Festhalten macht uns krank und das Loslassen schmerzt wie die Hölle. Und doch habe ich erfahren, dass das Loslassen und das Erleben, wie "er" alleine klarkommt nd genauso ist, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe, wenn "er" nicht trinkt, ein wunderschönes Erleben ist - auch wenn er nun nicht mehr mit mir leben mag. Er kann scheinbar nur ohne mich und wenn ich will, dass er lebt, gesund lebt, dann muss ICH ohne "ihn" leben. Eine bittersüße Freude....

    Funnie, ich habe mal irgendwo gelesen, dass das Lügen zur Alkoholkrankheit gehört wie die roten Flecken zu Masern. Für mich war das eine Erklärung, die es mir möglich gemacht hat, damit umzugehen. Ich würde auch einen Masernkranken seine roten Flecken nicht zum Vorwurf machen.

    Ich habe inzwischen auch gelernt, dass ich nichts an "seinem" Verhalten ändern kann. Und meine Wut oder mein Groll auf und gegen ihn nützt auch nichts. Zumal ich im Groll nur Vorwürfe mache, die wiederum nichts bewegen. Also hab ich ihn irgendwann machen lassen und versucht, meinen Kram so weit als möglich auf die Reihe zu bekommen. Inzwischen verstehen wir uns wieder recht gut. Er ist, wenn er nicht trinkt, wirklich und immer noch der Mann, mit dem ich mir vorstellen kann, bis ans Ende meiner Tage zu leben. Vielleicht mag er sich selbst inzwischen ein wenig mehr, denn ich hatte immer das Gefühl, dass ich ihn lieber habe als er sich selbst.

    Vielleicht ist das oft der Grund, dass "sie" trinken, das Gefühl, dass "sie" sich selbst nicht sehr viel wert sind und auch nicht verstehen können, dass wir sie lieben - trotz alledem, was sie anstellen und wir immer noch den lieben Kern in ihnen meinen, sehen zu können. Wobei das vielleicht unser Fehler ist. Den Menschen zu sehen, der "sie" sein könnten, wenn sie nicht nicht tränken. Wir können diesen Menschen, der in "ihnen" steckt jedoch nicht ans Tageslicht holen. Das müssen "sie" ganz alleine tun. Mir jedenfalls tut es unheimlich gut, zu sehen, dass da wirklich ein liebenswerter, zärtlich-fürsorglicher, intelligenter und eigenständiger Mensch ist hinter dieser Maske, die ihm oft der Alkohol und seine eigene Unsicherheit übergestülpt haben.

    Mr. Vielleicht - die Bezeichnung bringt mich jedes Mal zum Schmunzeln. Ja, so einen kenne ich auch. Mit Vornamen heißt er "ein Bisschen". Ich sehe im Moment recht gelassen zu, ob mein "Mr. Vielleicht" eines Tages sich zu einem "Herrn Bestimmt" entwickelt bzw. sich zu einer klareren Stellungnahme durchringen kann. Bis dahin gehe ich einfach weiter mit offenen Augen durch die Welt.

    Diandra, ich wünsche dir viel Glück - und halte die Augen auf! Vor allem beim Blick auf mich selber muss ICH mich dazu immer wieder zwingen.

    Einspruch, Kaltblütiger! Wir werden mit all unseren Erfahrungen, die wir mit "Freund" Alkohol machten, auch wenn er nicht UNSER Freund war, nie mehr sein wie wir einst waren. Zudem denke ich, dass es fatal wäre, wenn wir so wie einst wären, denn dann wäre doch die nächste Beziehung mit einem Menschen, der einen Hang zum Alkohol hat, schon vorprogramiert. Schließlich gibt es nicht wenige COs, die nicht zum ersten Mal mit einem Abhängigen zusammen waren oder sind.

    ...meint die Ette, die schon gern mal widerspricht 8)

    Ein wunderschöner Sonnen-Sonntag war gestern und überall sind sie unterwegs gewesen, die Pärchen. Natürlich weiß niemand, wie Beziehungen funktionieren. Vielleicht habe die, die so Hand in Hand gehen, auch ihre Pakete, mit denen sie jonglieren müssen. Trotzdem werde ich ganz wehmütig, wenn ich mich an die Zeit erinnere, als "er" noch da war und mit mir lebte. Er hat schließlich nicht nur getrunken, sondern es gab auch viele schöne Augenblicke und Situationen. Schließlich waren wir nicht umsonst ein Paar.

    Immer wieder überlege ich, ob ich vielleicht mit ihm zusammen war, weil ich mit einem gesunden Menschen nicht klar käme. Wenn ich ihn jedoch treffe, ist er mir viel lieber, trocken wie er nun ist, als früher.

    Liebe - stellt sie uns ein Bein, damit wir in die Co-Abhängigkeit stolpern? Oder aber sind wir co-abhängig, weil wir sie suchen? Bis zur Selbstaufgabe manchmal?

    Jedenfalls hat mich dieser Frühlingstag sehr, sehr nachdenklich gemacht und traurig, obwohl ich weiß, dass Trauer nichts nützt. Ich werde nichts damit ändern. Doch das zu akzeptieren, ist ziemlich schwer.

    Zitat von funnie


    Ich verhalte mich zur Zeit ihm gegenüber wie geühlsamputiert,
    das ist garnicht meine Art....

    Liebe Funnie, das Gefühl kenne ich auch. Nach einigen Selbstmorddrohungen seinerseits war ich irgendwann so weit, dass ich dachte, hoffentlich schafft er es endlich, damit Ruhe einkehrt. Es hat mich ziemlich erschreckt, dass ich so dachte und doch war es wahrscheinlich einfach nur die Folge des ewigen "alles dreht sich um ihn". Voll Zorn und Groll, voller Hass und Verachtung war ich. Allerdings.... das sind auch Gefühle, nur halt keine positiven. Als ich lernte, die negativen Gefühle loszulassen und zu sehen, dass er mich wohl gar nicht verletzen wollte, sondern aufgrund der Sucht vielleicht nicht anders konnte, konnte ich wieder mit ihm sprechen und Kontakt haben. Allerdings nicht aus Mitleid, sondern weil ich sah, dass er etwas tat, um aus der Sucht heraus zu kommen.

    Hallo Larissa, ja, Gefühlsrausch ist ein guter Ausdruck dafür. Oftmals kann ich im nachhinein nicht mehr verstehen, warum ich mich so habe gehen lassen, meinen Kopf nicht dazu nutzen kann, aus dem Sch.....gefühl heraus zu kommen. Manchmal hilft nur abwarten, na ja, und ein wenig herumjammern. Es sind manche Dinge so, dass ich mir immer wieder sagen muss, so geht es nicht.

    Das Lauschen auf den Unterton, wenn "er" anruft oder, aber das ist wird recht selten in letzter Zeit, das Registrieren seines Atems. Bewusst ist mir das oftmals erst im Nachhinein. Und dann merke ich, dass ich doch noch nicht so weit bin, wie ich gerne wäre. Ich habe allerdings nicht mehr die Ängste, dass er sich Alkohol kauft, wenn er abends irgendwo zur Tanke geht. Da habe ich meine Machtlosigkeit schon lange eingesehen.

    Allerdings sehe ich auch Vieles, was in mir wieder Vertrauen wachsen lässt. Zuverlässigkeit, Engagement in der Suchthilfe und Widerspruch, das Einfordern seiner eigenen Grenzen.

    Für mich selbst stelle ich fest, dass ich mich richtiggehend auf das Alleinsein freuen kann, wenn ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun habe. und dass ich auch zufrieden sein kann, ohne ständig auf Achse zu sein. Eine Zeit lang hatte ich auch sehr viele private Termine und war dauernd unterwegs. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass ich damit weglaufe. Weglaufe vor der Auseinandersetzung mit mir selbst, dem Alleinsein. Inzwischen, wie gesagt, mag ich es ganz gern, in der ruhigen Wohnung so vor mich hin zu wurschteln. Dinge zu sortieren, zu lesen oder zu spielen, mich mit MEINEN Angelegenheiten zu beschäftigen.

    Allerdings stelle ich fest, dass ich es mir wieder bewusst machen muss, dass es mir nicht automatisch gut geht. Aber ich denke, ich bin auf dem Weg.

    Jetzt sind schon etliche 24 Stunden vergangen seit meinem "Rückfall". Seltsamerweise kann ich im Moment gar nicht mehr verstehen, dass es mir vor gut 4 Wochen so schlecht ging. Ich versuche herauszufinden, warum ich manchmal so derartig von der Rolle bin, dass ich das Gefühl habe, nichts geht mehr, habe aber noch keinen richtigen Hinweis dafür gefunden.

    Sehr nachdenklich bin ich in letzter Zeit auch, was meine Ursachen für die Co-Abhängigkeit betrifft. Vor allem, weil es mich immer wieder zornig macht, wenn ich irgendwo "nasse" Strukturen entdecke. Ich bin sehr empfindlich geworden gegenüber Menschen, bei denen ich ein so etwas bemerke oder meine, zu bemerken. Vielleicht sind das immer noch die Verletztungen, die Narben, die sich dann melden. Oder ich habe noch nicht genügend daran gearbeitet, andere Menschen so sein zu lassen, wie sie sind, weil ihr Verhalten ja nicht unbedingt mit mir zu tun, sondern mit ihnen selbst.

    Es scheint ein sehr langer Weg zu sein, mich aus den gefühlsmäßigen Verstrickungen zu befreien. Vom Kopf her habe ich viel verstanden und akzeptiert und doch scheint sich manches dann einfach zu verselbständigen. So, als ob tief drin das Verständnis und die Akzeptanz noch nicht angekommen seien.

    Celine, wenn du meine Freundin wärst, wären wir längst keine Freundinnen mehr.

    Meine beste Freundin tröstet mich, wenn ich traurig bin, aus welchem Grund auch immer. Jedoch akzeptiert sie, dass ich mit wem auch immer zusammen oder auseinander bin. Manchen Tag sagt sie mir, dass sie über bestimmte Themen oder Menschen mit mir nicht sprechen möchte, grenzt sich ab von Dingen, die sie nicht als gut empfindet, für sich. Aber sie würde sich nicht wertend einmischen und mir gute Ratschläge, die, wie wir alle immer wieder mitbekommen, auch Schläge sein können.

    Hilf ihr, wenn sie dich darum bittet. Ich glaube, das ist das, warum beste Freundinnen solche sind.

    Meiner Meinung nach müsstest du darüber informiert sein, dass Co-Abhängigkeit, sprich Beziehungsabhängigkeit, nicht zwangsläufig mit einer Alkoholkrankheit des Partners einhergehen muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich jeder, der mit einem Abhängigen zusammenlebt genauso in einer Scheinwelt bewegt wie der Abhängige selbst. Aktivitätslevel, Beeinträchtigung der Beziehung, sorry, aber als Psychologin, denke ich, dass du darüber informiert bist, dass Alkohol ein Nervengift ist und die Persönlichkeit verändert. Wenn du natürlich an anderer Stelle schreibst, dass er recht lieb ist, wenn er etwas getrunken hat, nimmst du diese Änderung seiner ansonssten vielleicht nicht so lieben Persönlichkeit billigend in Kauf. Folglich verstehe ich nicht, warum du zweifelst. Wenn er getrunken hat, ist er so, wie du ihn magst - anscheinend. Warum also deine Fragen? Denn wenn du ihn so lassen willst, wie er ist, dann musst du für dich ganz alleine entscheiden, ob für dich sein "so sein" in Ordnung ist oder nicht. Und diese Entscheidung kann niemand treffen außer dir.

    Kennst du eigentlich den Film "Das Experiment"? Ich fühle mich hier in letzter Zeit öfter daran erinnert.