Beiträge von Ette

    Hallo Hartmut,

    danke für die Frage. Allerdings kann ich dir keine allgemeine Antwort darauf geben, sondern nur, wie ich es für mich selbst merke, dass ich mich gesünder verhalte als noch vor ein paar Jahren. Wobei ich nicht sagen möchte, dass ich mein neues Leben ohne gefühlsmäßige Rückfälle erlebe. Immer mal wieder erwischt mich eine Situation, in der ich mich so fühle wie früher. Allerdings kann ich heute besser damit umgehen. Und natürlich entwickele ich mich immer noch weiter. So, als würde ich immer noch "erwachsener" werden.

    Hier nun ein paar Punkte, an denen ich merke, dass ich gesünder geworden bin:

    Ich kann......

    ... gut alleine sein.
    ... fühle mich auch „vollständig“, wenn ich keine Beziehung habe.
    ... kann akzeptieren, dass meine Sicht der Dinge nicht für andere Menschen gelten muss.
    ... Anderen ihre eigene Fehler machen lassen und die Konsequenzen tragen.
    ... meine Mitmenschen als eigenständig akzeptieren und versuche nicht mehr, für sie zu denken oder zu handeln.
    ... es aushalten, wenn ich nicht mit jedem klarkomme.
    ... nein sagen.
    ... meine Bedürfnisse vorne anstellen.
    ... mir ohne schlechtes Gewissen Gutes tun und Ruhe gönnen.
    ... Hilfe einfordern.
    ... still sein und muss nicht mehr überall meinen „Senf“ dazugeben.
    ... gelassen sein.
    ... gut leben, ohne ständige Impulse von außen.
    ... ruhig sein und Ruhe genießen.
    ... ohne ständige Aktivitäten sein.
    ... mich wohlfühlen, ohne ständiges „Bauchpinseln“ durch mein Umfeld.
    ... es aushalten, anzuecken mit meiner Lebensauffassung.
    ... es aushalten, zu warten, bis ich um Hilfe gebeten werde.
    .... mehr Verständnis für meine Mitmenschen aufbringen.
    ... Andere einfach „sein lassen“, wie sie sind.
    ... Verantwortung delegieren oder auch loslassen.
    ... Verhaltensweisen anderer Menschen von mir selbst abkoppeln (nicht mehr auf mich als Person beziehen).


    Sicherlich ist diese Aufzählung nicht vollständig. Aber auf jeden Fall setzt sie voraus, dass ich mich selbst immer wieder achtsam behandele und auch reflektiere. Ja, ich glaube die Achtsamkeit ist der Schlüssel. Meine eigenen Empfindungen wahrnehmen und zu hinterfragen, warum ich mich in bestimmten Situationen nicht wohlfühle. Und dieses Unwohlfühlen dann auch zu formulieren.....

    LG
    Ette

    Hallo Blubb,

    willkommen hier im Forum. Du wunderst dich, dass niemand antwortet. Vielleicht fehlen die Worte. Vielleicht hat keiner hier Erfahrung mit Kosakow. Vielleicht hatte keiner Zeit.

    Was würde dir in deiner Situation denn helfen? Auch dann, wenn niemand etwas über Korsakow sagen kann?

    Ich wünsche dir Kraft.

    LG
    Ette

    Guten Abend,

    ich musste mal einen Thread an die Oberfläche holen, der schon etliche Zeit zurück entstand. Aktuell ist er meines Erachtens immer noch. Immer wieder finde ich Überschriften und Fragen, die nach außen den Anschein erwecken, als wären die Co´s die ganz armen Opfer, die vom trinkenden Partner nur manipuliert, untergebuttert, ausgenutzt und krank gemacht werden.

    Andererseits lese ich dann aber wieder, dass überlegt wird, wie der Partner manipuliert werden kann. Oder dass ohne die finanzielle Unterstützung des „bösen“ Alkis womöglich Hartz IV beantragt werden muss, da ohne das Gehalt des trinkenden Partners kein wirtschaftliches Auskommen gegeben ist. Sorry, aber da bedauere ich in erster Linie euere Männer. Aber halt....ihr bleibt ja bei ihnen weil ihr sie so liebt.

    Ich habe am eigenen Leib erlebt, dass man als Co schon mal gern äußert, dass der Alki einen krank gemacht hat. Hab ich auch getan....und mich irgendwann kürzlich bei ihm dafür entschuldigt. Er hat mich nämlich gar nicht krank gemacht. Er hat auch nicht unser Leben zerstört oder mich ausgenutzt.

    Schließlich hab ich selbst so lange an ihm rumerzogen, bis es meine eigene Kräfte überstieg, weil ICH einfach WOLLTE, dass er sich so verhält und so lebt, dass es zu meiner Vorstellung von Leben und Beziehung passt. Ich habe alles und alles dafür getan, ihm alle Steine aus dem Weg geräumt, dass er nicht mehr trinken sollte, bei mir bleibt und mich toll findet. Als es nicht geklappt hat – siehe oben – habe ich reklamiert, dass er mich ausgenutzt hat. Im nachhinein weiß ich, dass ich all das FREIWILLIG gegeben und getan habe, weil ich wollte, dass er bei mir bleibt und mich toll findet.

    Und unser Leben zerstört? War es überhaupt UNSER Leben? Ich weiß inzwischen, dass es nur MEINE VORSTELLUNG von Leben war, die ich ihm aufzwingen wollte. Seine Vorstellung war eine ganz andere. Er hat mir meine Illusion zerstört. Ja, das kann hinkommen. Aber das hat für mich den Vorteil, dass ich nun endlich, endlich auf dem Weg bin, mein Leben erwachsen zu führen. Mit Verantwortung nur für mich selbst. Ich bin in der Lage, mich zu ernähren, für mich zu sorgen und mein Leben zu gestalten. Ein Partner, ein gleichberechtigter, nicht einer, den ich zum Kind mache, indem ich immer besser weiß, was für ihn gut ist, kann dann das Sahnehäubchen für mein Leben sein. Ein Genuss, nicht eine Lebensnotwendigkeit.

    Aber dafür musste ich mir erst einmal klar werden, dass ich mich in einer Opferrolle gesuhlt habe. Ist ja auch bequem, wenn der Andere der Böse ist, der alles kaputt macht. Er kann mir aber mein Leben gar nicht kaputt machen, weil es in meiner eigenen Verantwortung liegt, dass es zufrieden ist.

    Im Grunde sind viele von den Postings hier eine Fortsetzung des Co-Verhaltens. Jetzt wird nicht mehr der Alki betüdelt, sondern andere arme Opfer von trinkenden Partnern.

    Ich würde mir wünschen, dass jeder mehr auf sich selbst achtet. Sein eigenes Verhalten reflektiert und die Ratschläge, die für andere so munter sprudeln, für sich selbst in Anspruch nehmen wollte. Hmmm.... eine Illusion – ich weiß. Aber das Forum ist ja dafür da, ganz ureigene Gedanken zu formulieren.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Hartmut,

    diesen deinen Thread finde ich sehr interessant. Wenn ich mich mit diesem Thema nämlich richtig auseinandersetze, habe ich plötzlich überhaupt keinen Grund mehr, mich über das Verhalten „meines Alkis“ auszulassen. Mein ganz eigenes Verhalten und Empfinden rücken in den Mittelpunkt. Aber genau das ist es, was vielen Co´s noch fehlt. Auch nach einer räumlichen Trennung bleibt die emotionale Bindung in hohem Maße bestehen. Die Aussagen „tu etwas für dich“ und „bleib bei dir“ mutieren zu leeren Floskeln, wenn ihnen keine Taten folgen. Du hast recht, sie sind dann nicht mehr als eine Art Stammtischparolen nur ohne Alkohol.

    Die, die mir zu Anfang diese „Parolen“ immer wieder herunterbeteten, waren der Meinung, nicht mehr co-abhängig zu sein, weil ihr Partner nicht mehr trinkt oder sie sich von ihm getrennt hatten. Pustekuchen!

    Ich habe für mich festgestellt, dass dann die Arbeit erst anfängt. Nämlich die Arbeit an MIR! An meinem Verhalten, meinem Selbstbewusstsein.

    Lange ausgehalten habe ich in meiner Suchtbeziehung nicht. Nicht verheiratet, keine gemeinsamen Kinder, keine gemeinsamen Schulden – so waren einige „Begründungen“ eines Ausharrens gar nicht erst gegeben. Trotzdem konnte ich meine Androhung, mich zu trennen, wenn „er“ wieder trinkt, nicht gleich in die Tat umsetzen. Im Laufe von vier Jahren ließ ich mich immer wieder „belatschern“ weil ich es ganz einfach wollte. Ich wollte der Welt beweisen, dass wir beide es schaffen. Für bestätigtes Trinken hatte ich immer eine gute Erklärung parat und wenn ich nur das Gefühl hatte, dass er trank, glaubte ich ihm gern, wenn er mir das Gegenteil erzählte. Er war Spiegeltrinker und nie so zugeknallt, dass es offensichtlich war. Eine Fahne ist bei Wodka relativ gering und wurde mit Heringssalat oder Zwiebeln und Knoblauch überdeckt. Und ich glaubte ihm gern – und eine ganze Weile.

    Hätte ich ihm nicht mehr geglaubt, hätte ich schließlich etwas verändern müssen. Meine Drohung wahrmachen. Und das hätte geheißen, mich allein durchs Leben zu schlagen. Eine Vorstellung, die mir zu dieser Zeit Angst machte. Aus verschiedenen Gründen. Angefangen mit so ganz pragmatischen Überlegungen, wer denn dann die kleinen Reparaturen im Haushalt machte bis hin zu der Tatsache, dass womöglich meine Umwelt sagen könnte, wir haben es ja gleich gewusst.

    Aber eines Tages war es eben doch genug. Er hatte sich, um in Ruhe trinken zu können, in eine andere Wohnung in einer anderen Stadt zurück gezogen. Das fand ich aber erst durch die Polizei heraus, die ich bei seinem Verschwinden alarmiert hatte, da schon mehrfach Suiziddrohungen und auch –versuche stattgefunden hatten. Da war für mich dann der Punkt erreicht, an dem ich handelte. Umzugskartons organisierte und seinen ganzen Kram einpackte, seine Möbel zerlegte und alles in den Keller schaffte, damit er es irgendwann abholen konnte.

    Trotzdem konnte ich die erste Zeit nur mit Beruhigungsmitteln überstehen. Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. An manchen Tagen dachte ich, ich könnte nie wieder aufhören zu weinen. In mir war ein Gefühl von Verlust und Sehnen, das, so sehe ich es im nachhinein, dem Craving eines Alkis sicherlich nicht unähnlich war. Ich hatte das Empfinden, dass ich dieses Gefühl alleine nicht mehr in Schach halten konnte und ging zum Arzt. Natürlich auch in meine reale SHG, in der ich dann die o. g. „Stammtischparolen“ zu hören bekam.

    Inzwischen habe ich für mich diese „Parolen“ mit Leben gefüllt. Und das ist eine Arbeit, die mich womöglich mein Leben lang begleiten wird. Im Laufe einer eigenen Therapie habe ich nämlich festgestellt, dass das, was ich mit „meinem Alki“ erlebt und gelebt habe, nur die Potenzierung einer bereits lange vor seiner Zeit vorhandenen Konditionierung war. Ich habe schon mein Leben lang besser für andere als für mich gesorgt, mir Bestätigung über Leistung und der dadurch entstehenden positiven Rückmeldung meines Umfeldes gesucht. Und ich wusste immer, was für jeden das Richtige war, nur für mich wusste ich das nicht. Wie denn auch? Schließlich verwandte ich meine ganze Energie darauf, auf andere zu schauen, für andere zu sorgen, für andere zu denken – kurz Verantwortung für alles mögliche zu übernehmen. Nur dann hatte ich das Gefühl, wichtig und anerkannt zu sein, „Etwas“ dar zu stellen .In der Therapie habe ich gelernt, mich auf mich selbst zu beschränken und auch dann zu mögen, wenn mich keiner mag, wenn ich nichts leiste, wenn ich mein Leben „entschleunige“ und nur einfach „bin“.

    Ich lebe inzwischen mehr als 4 Jahren alleine und kann es genießen. Eine Tatsache, die ich mir ein paar Jahre vorher nicht hätte vorstellen können. Jahre, in denen mich immer einmal wieder die Depression heimsucht, in denen ich mich immer wieder einmal totsterbenstraurig fühle, weil meine Leben anders ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Und – anders als es uns die Medien und die Gesellschaft immer wieder erzählen wollen. Ich bin nicht unvollständig, weil ich alleine lebe. Ich bin nicht weniger wert, weil ich mich nicht mehr vor jeden Karren spannen lasse und ich bin auch dann liebenswert, wenn ich mir die Freiheit nehme, nicht zu „funktionieren“. Jedenfalls für mich und das macht mich souveräner. Und seltsamerweise nimmt mich meine Umwelt dadurch ernster als zu der Zeit als ich mich immer Liebkind machen wollte.

    So gesehen war mein Zusammenleben mit „meinem Alki“ trotz all des Negativen, das ich erlebte, auch etwas Gutes. Ansonsten wäre ich nie auf die Idee gekommen, an meiner eigenen Entwicklung zu arbeiten. Zu sehr war ich ja mit Anderen beschäftigt.

    LG
    Ette

    Hallo Lolli,

    was „man“ darf, weiß ich nicht. Ich weiß aber, was ICH darf. Und ich darf mir die Freiheit nehmen, mein Leben so gut als möglich zu leben. Ich habe auch die Freiheit, dem Anderen, auch wenn er trinkt, die Verantwortung für SEIN Leben zu lassen.

    JEDER Mensch darf so leben, wie er will. NIEMAND ist verpflichtet, einem nassen Alkoholiker die Verantwortung für sein Leben abzunehmen. Und niemand kann einer Co-Abhängigen die Ratschläge geben, die sie sich wünscht.

    Was bist du denn bereit, für DEIN Leben und das deiner Kinder zu unternehmen? Dein Mann ist ein erwachsener Mensch. Er ist nicht dein sechstes Kind, für das du sorgen musst und für dessen Leben du verantwortlich bist. Wenn er trocken werden will, wird er sich dort um Hilfe kümmern, wo er sie wirklich, da professionell, finden kann. Als Angehörige war ich nicht in der Lage, zu helfen. Denn ich bedurfte der Hilfe genauso wie „mein Alki“.

    Auch du machst mir eher den Eindruck, als ob du professioneller Hilfe bedarfst. Und die kann dir hier niemand geben. Wenn du es selbst willst, kannst du natürlich aus all dem hier Geschriebenen Hilfe finden. Aber dazu musst du erst einmal bereit sein, den Fokus auf dein eigenes Verhalten zu richten.

    Und vor allem..... diese Drängelei auf Antwort! Sorry, aber das ist wie das kleine Kind, das sich im Supermarkt an der Kasse auf die Erde schmeißt, weil es nix Süßes bekommt. Es sitzen hier nicht alle Menschen am PC, nur um dir zu antworten, sobald dir danach ist.

    Das mit dem einen Thread geht übrigens so: Du scrollst einfach ganz nach unten und findest dort auf der linken Seite ein Antwortfeld. Dort geschrieben, bleibt dein Posting im gleichen Thread und die, die dir antworten möchten, müssen nicht erst im halben Forum nach deiner Geschichte suchen.

    Ich wünsch dir einen entspannten Restsonntag.

    Gruß
    Ette

    Zitat von Rosa Li

    Ich hab schon mehrere Themen eingestellt bzw. Einträge.


    Guten Morgen Rosa Li,

    ich fände es deutlich einfacher, deiner Geschichte zu folgen, wenn du in einem einzigen Thread schreiben würdest. Sicherlich gibt es immer einmal Themen, die gesondert diskutiert werden können. Aber wenn es um dich und deine Geschichte geht, wäre es hilfreich für die Lesenden, dies in einem Thread zu tun.

    LG
    Ette

    Hallo und guten Morgen,

    grad, beim Aufstehen, ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie sich mein Leben und meine Sicht darauf verändert haben.

    Damals, als ich „meinen Alki“ vor die Tür gesetzt hatte, waren mir Wochenenden ein Gräuel. Ich wusste mit der freien „Allein-Zeit“ nichts anzufangen. Ich war froh, wenn mir die Arbeit Tagesstruktur und das Zusammensein mit Menschen gab. Und doch empfand ich sie als Druck und Anstrengung.

    Heute morgen freute ich mich auf einen Tag, der nur mir allein gehört. Genauso wie gestern. Fast sind mir die Wochenenden zu kurz, weil ich so viele Ideen habe, was ich tun möchte. Trotzdem gehe ich gerne ins Büro.

    Damals hatte ich Angst vor den Wochenenden, weil sie mir mein Alleinsein vor Augen führten. Das Büro fand ich nur anstrengend, weil es mich in ein Korsett aus Aufgaben und Pflichten zwang. Seit ich jedoch mit mir allein gut klarkomme, habe ich auch den Mut entwickelt, im Büro zu manchen Dingen nein zu sagen und so den Zwang zu relativieren. Manche nennen mich deshalb zickig. Na und? MIR tut es gut.

    LG
    Ette

    Hallo verflixt,

    dein Thread heißt "Manipulation". Hmmm..... also ich kann nur von mir sagen, dass ich richtig stur und bockig werden kann, wenn ich merke, jemand möchte mein Verhalten nach seiner Befindlichkeit zurechtbiegen.

    Wenn ich selbst möchte, dass jemand etwas für mich tut oder mich ein Verhalten stört, dann formuliere ich klar, was mir nicht gefällt oder was ich mir vom anderen wünsche. Wenn es dann nicht funktioniert, akzeptiere ich einfach, dass der andere anders ist als ich oder etwas anderes möchte. Warum sollte ich denn "kreative Möglichkeiten zur Manipulation" erarbeiten? Wer sagt denn, dass das, was ich mir vorstelle, wie der Andere sein oder sich verhalten soll, richtig ist?

    LG
    Ette

    Hallo Prof. Schröder,

    was hat sich für dich persönlich denn seit dem 10.09.2008 geändert? Noch immer lese ich viel von den Eskapaden deines Mannes. Du bist so sehr damit beschäftigt, über ihn zu erzählen, dass du selbst nicht davor zurückschreckst, persönliche Dinge über ihn ins Netz zu stellen.

    Ich habe versucht, deinen Thread zu lesen. Allerdings habe ich es nach ca. 20 Seiten aufgegeben, weil mir einfach zu viel die Rede von deinem Mann war. Was tust du denn, um deine Co-Abhängigkeit, sprich deine Sucht, in den Griff zu bekommen?

    LG
    Ette

    Zitat von Lolli00

    Danke!!!!!Irgendwie liest keiner etwas vom mir

    Hallo Lolli,

    hmmm.....den Tonfall empfinde ich als nicht angemessen. Vielleicht konnte dir niemand eine Antwort schreiben, weil Menschen auch anderweitig beschäftigt sind. Dass du keine Antwort bekamst, heißt nicht, dass dein Posting nicht gelesen wurde. Jedoch gibt es hier keinen Anspruch auf Antwort, zumal dir auch niemand sagen kann, was du tun sollst. Denn niemand lebt dein Leben und kann deshalb für dich Entscheidungen treffen. Es kann dir auch niemand sagen, ob dein Mann es ernst meint oder nicht.

    Du hast dich fünfmal für ein Kind entschieden. Vielleicht musst du nun auch endlich für dein übriges Leben eine Entscheidung treffen. Ich weiß, dass das schwer ist und habe fast den Eindruck, du erwartest hier, dass dir jemand schreibt, du solltest bei ihm bleiben und ihm das gewünschte Zuhause geben. Aber wie gesagt, wie du und ob du überhaupt diese Beziehung weiterleben willst, ist ganz alleine deine Entscheidung. Wenn du etwas verändern und bewirken möchtest, kannst du dies nur für DICH und natürlich deine Kinder. Dein Mann muss seine Sucht schon alleine, d. h. natürlich auch mit professioneller Unterstützung, in den Griff bekommen. Du kannst dies für ihn nicht tun.

    Aus dem, was du schreibst, geht auch wenig hervor. Ich musste eine ganze Weile suchen, um mehr von dir zu lesen. Vielleicht schreibst du einfach in einem einzigen Thread, dann fällt es auch leichter, dir zu antworten.

    LG
    Ette

    Hallo Melanie,

    ich kann dein Verhalten gut verstehen, weil ich die erste Zeit nach der Trennung genauso reagiert habe. Neuer Typ – neues Glück. Denkste! Selbst mit einem neuen Typen konnte ich meine Gedanken nicht von „meinem Alki“ lassen. Zu tief saß er mir in Herz und Hirn. Zudem hab ich mir mit jedem neuen Typen nur wieder das Alibi dafür besorgt, mich nicht mit mir selbst auseinander setzen zu müssen. Das begann erst, als ich mir sagte, ich hab keinen Bock mehr auf das ganze Beziehungsgetue, bei dem ich mich doch immer wieder verbiege, um so zu sein wie ich denke, dass er mich will. Ich musste erst einmal lernen, alleine klar zu kommen, mich selbst wahrzunehmen, mich selbst gern zu haben.

    Sicherlich denkst du, dass dies bei dir alles anders ist. Auch das kenne ich. Niemals hätte ich Ratschläge diesbezüglich angenommen. Schließlich waren all die Männer, mit denen ich mich über den jeweils vorherigen hinwegtröstete, ganz besondere Menschen. Klar, jeder Mensch ist besonders und einzigartig. Und ich suchte mir immer die „nicht ganz einfachen“, die ich als etwas ganz besonders Besonderes empfand, weil ich mich selbst so absolut „unbesonders“ gesehen habe.

    Aber..... du wirst sicherlich deine eigenen Erfahrungen machen. Ich wünsch dir Glück, glaube aber nicht, dass du es auf diesem Weg findest.

    LG
    Ette

    Hallo liebe Lesende ;-),

    die Abstände in denen ich schreibe, sind länger als zu der Zeit, als meine Co-Abhängigkeit noch sehr nah war. Ich denke, das hat damit zu tun, dass sich mein Fokus nicht mehr auf Abhängigkeit, Verlassenheit und IHN richtet. Mein eigenes Leben und Wohlfühlen stehen für mich jetzt im Mittelpunkt. Natürlich muss ich mich im Beruf und im Privatleben auch auf andere Menschen einstellen. Aber schon lange nicht mehr gebe ich Anderen den Vorzug vor mir selbst, so wie ich es in der Zeit getan habe, in der ich mit einem trinkenden Partner lebte.

    Noch immer schmerzt es mich aber, wenn ich lese, wie wenig sich die, überwiegend weiblichen, Poster ernst nehmen. Und alles unter dem Mäntelchen der Liebe. Ich bin inzwischen überzeugt, dass es NICHT Liebe ist, die Frauen aushalten lässt. Beschimpfungen, Abwertungen bis hin zur körperlichen Gewalt und die Aufgabe ihres eigenen Seins zu ertragen – nein, das ist für mich keine Liebe, das ist Sucht. Ein Buch hat den Untertitel „Die Sucht gebraucht zu werden“. Ja, ich weiß aus meinem eigenen Erleben, dass das Leben in einer derartigen Beziehung eine eigene Sucht ist. Die Sucht, sich durch das Aushalten, das bis zur Selbstaufgabe für den Anderen da sein, Bestätigung zu holen. Nicht nur von außen, auch von mir selbst. Ich war stark, wenn er schwach war. Ich brauchte keine Hilfe, schaffte alles alleine. Und ich wollte es natürlich auch schaffen, IHN vom Alk fernzuhalten. In meiner Überheblichkeit, die ich Liebe nannte, dachte ich, mit mir und dieser Liebe wird er trocken und gesund werden. Hinter dieser meiner Überheblichkeit verbarg sich jedoch nur ein recht kleines Ego, das sich durch die „Rettung“ anderer, insbesondere meines abhängigen Partners, Bestätigung und Größe erhoffte. Natürlich nicht bewusst, denn vor lauter Helfen und Retten wollen, hatte ich gar keine Zeit, auf mich und meine eigenen Defizite zu gucken. Schließlich ist es auch schmerzhaft, die eigenen Fehler anzuschauen. Einfacher und weniger schmerzhaft war es, trotz all des Chaos´, mich auf ihn, seine Anhängigkeit und seine „Schandtaten“ zu konzentrieren.

    Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich meine eigene Sucht diesbezüglich erkennen und akzeptieren konnte. Wahrscheinlich hätte ich sie nie erkannt, wenn ich nicht an einen abhängigen Partner geraten wäre. In der Rückschau konnte ich aber erkennen, dass ich die Co-Strukturen mein Leben lang gelebt hatte. Auch ohne Alkoholiker neben mir. Mich von einer Beziehung in die nächste werfen. Nicht in der Lage sein, alleine zu leben. Mich viel zu sehr durch Anerkennung und dem Erfolg im Außen zu definieren. Meine Meinung entweder gar nicht oder aber ohne jegliche Toleranz für die Meinung anderer zu vertreten – alles Dinge, die mir heute zeigen, dass ich in meiner Persönlichkeit nicht so weit entwickelt war, wie ich es immer gern gesehen hätte. Andere sollten sich ändern, damit ich mich wohl fühlte.

    Inzwischen habe ich gelernt, zu akzeptieren, dass ich weder die Welt noch einzelne Menschen verändern kann. Aber mich selbst. Das größte Kompliment in der letzten Zeit diesbezüglich war die Aussage eines Kollegen, der mir sagte, dass ich ein prima Teammitglied sein und doch darüber meine eigenen Grenzen nicht aufgäbe, meine eigenen Dinge nicht aus den Augen verlöre. So etwas sei selten.

    Früher hätte ich gedacht, ich sei nur anerkannt und akzeptiert, wenn ich so wäre, wie andere mich wollen. Ich lege es längst nicht mehr darauf an, verdrehe mich nicht mehr, damit mich alle mögen. Und habe dadurch, ganz ohne Anstrengung, Akzeptanz erfahren.

    Das ist ein sehr schönes, zufriedenes Gefühl, nach meinen EIGENEN Bedürfnissen zu leben. Ich wünsche allen, die noch tief in ihrer eigenen Sucht verwurzelt sind, dass sie endlich lernen zu lieben. Und zwar sich selbst, denn nur dann kann eine gesunde Liebe auch zu anderen Menschen entstehen. Die dann auch da sein kann, wenn der geliebte Mensch nicht so ist, wie man ihn selbst gerne hätte. Selbstliebe – mich selbst lieben und den Anderen auch um seiner selbst und nicht, weil er so ist, wie ich ihn gerne hätte.

    LG
    Ette

    Zitat von elke1961

    Das Leid mitteilen zu können und sich mit jemanden auszutauschen, hat mir unheimlich geholfen und nach und nach die Augen geöffnet. Hier ist ein Ort, an dem sich die noch "Leidenden" verstanden fühlen und Unterstützung bekommen.

    Ja, es ist wichtig, sich auszutauschen. Als ich diesen Austausch suchte, ging ich in eine reale SHG. Und nach meinen tränenüberströmten Erzählungen, war das erste, das ich zu hören bekam: Du erzählst ja nur von ihm und was er tut. Was ist denn mit dir?

    LG
    Ette

    Hallo Fliegender Stern,

    mich schocken die Details deiner Geschichte nicht. Es ist eine typische Co-Geschichte. Der/die eine lässt sich mehr gefallen, der/die andere weniger.

    Viel interessanter an solchen Geschichten finde ich die Frage, WARUM sich der oder die Co-Abhängige das alles gefallen lässt. Warum hast DU dir das gefallen lassen? Konntest du das für dich schon klären?

    LG
    Ette

    Zitat von Skye

    Hallo Ette,

    mein Glück ist, zum Glück :wink:, nicht mehr von anderen abhängig. Ich bin glücklich wenn ich mit mir und meiner Welt zufrieden bin. Wenn ich sagen kann, es ist gut so wie es jetzt genau in diesem Moment ist. Ich kann immer nur für den Augenblick glücklich sein, nicht auf Vorrat und nicht für die Zukunft. Diesen Augenblick bin ich glücklich. :D

    Gruß
    Skye

    Hallo Skye,

    du schreibst mir aus der Seele.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    ja, Dagmar, das ist eine sehr traurige Geschichte und sicherlich KEIN Einzelfall. Sie zeigt uns einmal mehr, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist, die tödlich endet, wenn der Abhängige nichts dagegen unternimmt. Und dieses „tödlich enden“ ist nun einmal nicht nur auf den körperlichen Verfall gemünzt. In einer solchen Situation wird der Betreffende sehr wohl an seine Familie gedacht haben. Vielleicht wollte er sie einfach von sich selbst und seiner Abhängigkeit befreien. Jedenfalls habe ich das so erfahren in meiner Beziehung, in der der Schritt aber, Gott sei Dank, nicht vollzogen werden konnte. Die von mir gerufene Polizei war schneller.

    Eines rechne ich dem Mann in deiner Geschichte hoch an. Er hat, um sein Leben zu beenden, keinen anderen Menschen dazu benutzt, einen Lokführer beispielsweise. Dies hat im vergangen Jahr jemand getan, um den dann die ganze Nation getrauert hat. Aber das war ja auch kein Alkoholiker soweit man weiß.

    Weißt du, Dagmar, wenn jemand seinem Leben selbst ein Ende macht, finde ich das sehr traurig. Und ich nehme auch jede Androhung diesbezüglich ernst. Denn ich habe einen Menschen, der mir nahe steht, schon einmal in einer Situation gefunden, in der es nur noch eine Frage der Zeit war, den letzten Schritt zu tun. Im ersten Moment habe ich auch Wut empfunden, dass er sich davon machen wollte, weil es meiner Meinung nach der leichtere Weg war. Inzwischen aber denke ich, dass hinter solch einem Tun eine tiefe Not und Verzweiflung stecken muss, um den Mut für diesen allerletzten, endgültigen Schritt zu finden.

    Deinen Sarkasmus kann ich ebenfalls verstehen. Ist es vielleicht Wut auf „die“ Alkoholiker? Mir fällt immer wieder auf, auch wenn du über deinen Ex-Partner schreibst, dass da wohl noch ziemlich viel Wut zu sein scheint. Für mich ist auch die Wut auf jemanden etwas, mit dem ich mich an ihn binde, ihn nicht loslassen kann. Diese Wut loszulassen war für mich einer der wichtigsten Schritte, mit mir selbst in Einklang leben zu können.

    LG
    Ette

    Hallo,

    immer wieder kommen mir die Begriffe Glück und glücklich vor die Augen. Was ist denn für EUCH Glück? Wann seid IHR glücklich?

    LG
    Ette

    Guten Morgen!

    So, freiwillig aufgewacht und aus dem Bett gefallen, will ich mal die Gunst der frühen Stunde für eine neues update nutzen.

    Der Grundtenor ist, es geht mir gut. Der erste schöne Moment am Morgen ist zur Zeit schon der, aus der Tür zu treten und diese herrliche Winterlandschaft zu sehen. Oft könnte ich schon frühmorgens einen großen Sparziergang machen, weil mich einfach die kaltklare Luft und der viele Schnee locken. Geht natürlich nicht, denn die Arbeit ruft. Und auch deren Ruf klingt gut für mich, denn ich habe durch ein Projekt nun die Möglichkeit, das zu tun, was ich mir schon 10 Jahre wünsche. Nämlich Seminare zu halten und Kollegen zu schulen. Es sind anstrengende, aber sehr erfüllende Tage. An denen ich auch froh bin, nach hause zu kommen und mir keine Sorgen machen zu müssen, was mich dort erwartet. Denn es gibt keine unliebsamen Überraschen mehr. Na ja, nicht ganz. Schließlich ist ein tropfendes Heizungsrohr im Keller nicht toll, aber etwas was relativ einfach zu reparieren ist.

    Beim Morgenkaffee lese ich noch immer häufig hier im Forum. Und ich kann all die Postings nachvollziehen. Die Ängste, die Zweifel, die Bemühungen, einem abhängigen Menschen vom Trinken abzubringen. Die Hoffnung, wenn der Trinker nicht mehr trinkt, wird alles gut. Ich kann meine eigenen Gedanken, Hoffnungen und Träume eins zu eins wiederfinden. Schreiben kann ich dazu nur mehr selten. Denn meine Erfahrungen wird jemand, der selbst noch so tief in seiner Co-Abhängigkeit steckt, nicht annehmen wollen. Und ich bin es leid, immer und immer wieder die gleichen Fakten zu schreiben. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen.

    Heute weiß ich für MICH, dass all die damals empfundene Liebe und das helfen wollen in erster Linie meine egozentrischen Bemühen waren, Menschen und Umstände nach meinen Wünschen zu gestalten. Verändern und gestalten kann ich aber nur mich selbst und mein eigenes Leben. Das war und ist für mich ein ständiger Lernprozess. Nie hätte ich mir vorstellen können, zufrieden alleine zu leben. Immer habe ich außerhalb von mir selbst nach dieser Zufriedenheit gesucht. Heute kann ich sie empfinden – schon mit kleinen Dingen manchmal. Mich nach einem erfüllten Tag im Bett ausstrecken zu können (und dabei auch noch warme Füße zu haben) – ein gottvoll-heimeliges Gefühl!

    Nie wäre ich auf die Idee gekommen, im Beruf Erreichtes einfach aufzugeben und zwei, drei Schritte zurück zu gehen. Status zeigt schließlich nach außen, was ich erreicht habe. Dabei habe ich dafür meine Gesundheit und Zufriedenheit verkauft. Ständig war ich eingespannt im Rad, um immer mehr zu schaffen, damit dieser Status nicht gefährdet ist. Leisten muss ich jetzt auch etwas, aber ich habe die Kraft und die Fähigkeit entwickelt, anzunehmen, wenn mir etwas zu viel ist und dies auch zu formulieren.

    Loslassen, sein lassen und Toleranz für das Andersein der Anderen habe ich für mich als die Dreh- und Angelpunkte meiner Zufriedenheit entdeckt. Nur die Dinge verändern, die ich auch wirklich verändern kann. Und das sind eine ganze Menge. Nur hatte ich sie in der Zeit, als ich mit einem trinkenden Partner lebte, gar nicht wahrgenommen. Viel zu sehr war ich darauf fixiert, ihn und sein Verhalten zu ändern. Letztendlich haben auch meine ganzen Bemühungen nicht dazu geführt, dass er trocken leben wollte. Das hat er irgendwann für sich ganz allein entschieden. Genauso wie er sich entschieden hat, dass er dazu nicht mehr mit mir zusammenleben kann.

    Also haben damals meine ganzen Anstrengungen und Interventionen, ihn so zu verändern, dass wir eine, nach meinen Vorstellungen, glückliche Beziehung leben können, nicht zu meinem gewünschten Ergebnis geführt.

    Es hat für mich lange gedauert, das Schöne im Single-Leben zu finden. Abends niemand da, der auf mich wartet. Niemand, mit dem ich mich in unsere Pärchengesellschaft einfügen kann. Denn in meinen Augen gab es damals nur Paare, die am Sonntag spazieren gehen oder Kino und Theater besuchen. Oft kam ich schweren Herzens von einem Spaziergang zurück, weil ich unterwegs nur Paare wahrgenommen hatte, die mir mein „unvollkommen Sein“ vor Augen führten. Letztes Wochenende, als ich ganz selbstvergessen durch den Schnee stapfte und mich am gleißenden Sonnenschein freute, begegneten mir wieder viele Paare. Und irgendwann fiel mir auf, dass ich kein bisschen Bedauern und Trauer über die Tatsache empfand, dass ich alleine gehe. Das war für mich ein Zeichen, dass ich einen großen Teil meiner Co-Abhängigkeit hinter mir gelassen habe.

    Ich kann ohne schlechtes Gewissen hier sitzen und schreiben. Und den Tag über muss ich nicht wie auf dünnem Eis balancieren, um nur ja kein falsches Wort zu sagen, das womöglich provoziert und so eine neue Trinkphase einläutet. Ich habe ein schönes Leben. Dazu gehört für mich auch, dass ich nicht mehr zu Allem meinen „Senf“, meine vermeintlich klugen Ratschläge geben muss. Natürlich finde ich es nach wie vor schön, positives Feedback zu bekommen. Aber ich gebe mich nicht mehr auf, nur um ein solches zu erhalten.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    etwas verspätet, aber trotzdem von ganzem Herzen, wünsche ich Allen, die mich hier lesen, ein ganz tolles 2010 mit Zufriedenheit und Gesundheit. Glück brauche ich nicht mehr zu wünschen, denn das ist dann ja von alleine da ;-).

    Julchen , ja, in meinem Thread ist es etwas ruhig geworden, denn inzwischen gibt es Vieles, was mich vom Schreiben hier abhält. Es ist nett, dass du meine "Schreibe" vermisst.

    Die nächsten Tage werde ich mal wieder ein update schreiben.

    Bis dahin

    LG
    Ette