Beiträge von Hartmut

    Hallo Dieter,

    danke für deinen Rückblick/ Rückfall. Deine Rückfallgeschichte ähnelt vielen Geschichten, die ich hier in den letzten 15 Jahren lesen durfte. Das unabhängig, ob jemand nach dem 1., nach dem 5, oder nach dem 10 Jahren rückfällig geworden ist. Ablauf ähnelt. Alkoholkrankheit ist zeitlos.

    ich darf nicht trinken, das ging nach einigen Monaten über in: ich will nicht trinken,

    und irgendwann war das gute Gefühl da: ich brauch nicht mehr trinken, und das war einige Jahre so!

    Mir hat damals ich meinen Anfängen ein Langzeit Trockener mit auf den Weg gegeben.

    "Ich kann keinen Alkohol mehr trinken, egal ob ich möchte, darf oder brauch. Ich kann es nicht mehr "

    Hallo Dieter,

    willkommen hier im Forum. 30 Jahre sind eine Ansage und ich finde es gut, dass du ähnliche Erfahrungen mit dem "trocken streicheln" sammeln konntest.

    Für den weiteren Austausch müsstest du dich nur noch kurz hier für den offenen Bereich bewerben und ich schalte dich frei. Gleichzeitig verschiebe ich dann deinen Thread in den zugehörigen Bereich.


    (In der Bewerbung kurz schreiben "ich bitte um Freischaltung" reicht aus.)

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich lese oft, dass ein Rückfall passiert, wenn die Nachsorge vernachlässigt wird oder ein Verhaltensrückfall vorangegangen ist - was genau bedeutet das?

    Alle Veränderungen, die ich zu Trocken werden umgesetzt habe, wieder aufzuweichen oder rückgängig zu machen, ist ein Verhaltensrückfall.

    Ein gedanklicher Rückfall ist da weit umfangreicher. Verharmlosen, etwas bewusst außer Acht lassen, sich schönreden und vieles mehr.

    Nachsorge ist wie Zähneputzen. Richtig putzen und du hast deine Zähne ein Leben lang. Vernachlässigst du das Putzen fallen sie raus.

    Wenn ich einen Rückfall kategorisch ausschließe und er kommt dann doch, ist das dann das Ende der Welt?

    Ende der Welt nicht, eventuell dein Ende?

    Nun schließe ich keinen Rückfall aus, er bleibt immer ein Teil der Krankheit. Dieser Teil verblasst (leider) jedoch mit der Zeit, besonders mit der Vernachlässigung seiner eigener „Sorgfaltspflicht“

    Ich hatte mal längere Zeit Forums Pause (meine einzige SHG) eingelegt und fiel schleichend in ein altes Verhaltensmuster zurück, was mich wieder zurück in das Forum trieb. Ich glaube die ständige, jedoch unverkrampfte Auseinandersetzung mit der Krankheit hat einen sehr großen Teil dazu beigetragen, das ich in den letzten ca 14,5 Jahre ohne Rückfall auskam.

    Was ich damit sagen möchte. Ein Rückfall setzt einen Verhaltensrückfall voraus. Gedanklich sowie in der Umsetzung.


    Bleib am Ball.

    Ich befinde mich gerade in eine Klinik, deswegen kann es auch zu Verzögerungen mit den Antworten kommen

    Ich selber wollte erstmal nichts beitragen, weil ich für meine bisherige Vorgehensweise hier sehr kritisiert wurde.

    Für mich kommt es darauf an was ich mit der Kritik mache. Sehe ich es als persönlicher Angriff, dann wäre jeder Erfahrungsaustausch umsonst. Kritik ist auch keine Einbahnstraße. Es geht um gegenseitige Hilfe und nicht um verletze Eitelkeiten.

    Was meinst du wie viel Gegenwind ich in den Jahren hier schon bekommen hatte, weil gerade mein kompromissloser Weg aus der Sucht für viele als nicht umsetzbar erschien. Es ist jedoch wichtig, dass jeder das schreibt, wie er es macht. Sonst könnten wir den Laden hier schließen.

    Zum Thema. Bei meinen Trinkpausen in den nassen Jahren war ich auch nicht bei einem Arzt oder habe mir Gedanken darüber gemacht was alles passieren könnte. Warum auch? Es ging fast immer gut. Einmal, hatte ich dermaßen Schüttelfrost, Unruhe, Tremor, Schweißausbrüche das ich es auf grippalen Effekt geschoben hate. Hatte verdammtes Glück.

    Durch das Forum und den Erfahrungen von den Langzeitrockenen weiß ich es jetzt das es ein absoluter Bullshit war, sowas auf eigene Faust zu machen. Geschweige denn andrer es zu empfehlen. Da bin ich auch schnell zum Arzt und dieser hatte mir für einen ambulanten Entzug, Distra..... zur Selbsteinnahme verschrieben.

    Durch die berechtigte Kritik im Austausch hier, bin ich den nächsten Tag nochmals zum Arzt und hatte nachgefragt, ob er es vertreten kann. Hat sich kurz um mit einem Suchtspezialisten unterhalten und ich wurde überwacht.

    Es war mir in diesem Moment auch egal. Ich wollte ja größtmöglich unbeschadet aus der Nummer Saufen raus. Ich hatte Glück. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt meines Lebens keine andere Chance mehr.

    Also, langsam runterdosieren und dann zum Arzt gehen, sobald man dazu fähig ist, das scheint mir auch ein guter Tip zu sein.

    Nein, nicht runterdosieren, sondern moderat weiter trinken. Das ist ein Unterschied. Wenn sich jemand am Wochenende hier anmeldet und keinen Termin beim Arzt/Krankenhaus/ Entgiftungsstation bekommt, dann soll er in seinem Tempo (moderat) weiter trinken.

    Runter saufen ist ja nichts anderes als ein verzögerter kalter Entzug.


    Ich finde es Klasse das du dir Gedanken machst.

    Ich finde aber, die Ratschläge könnten noch etwas konkreter sein, was das Organisatorische betrifft

    Vielleicht könntest du uns dabei unterstützen? Welche Ideen hast du dazu? Was wäre zu ergänzen?

    Wie können wir jeden der vor Entgiftung steht, in Form der Selbsthilfe, erreichen?

    Da ist man zum sozialen Umgang gar nicht fähig, dann ist vielleicht noch Wochenende, und wer geht mit zwei Promille oder mehr zum Arzt und steht da seelenruhig die Zeit im Wartezimmer durch?

    Wir sind ja eine Selbsthilfegruppe die Tipps gibt und keine Suchtberatungsstelle. Wir schreiben aus eigener Erfahrung, wie es der Einzelne erlebt hat. Bis zum Gang zum(Not) Arzt, Klinik, Suchberatungsstelle, empfehlen wir auch moderat weiter zu trinken. Mehr können wir auch nicht tun.

    Hintragen zum Arzt muss der Alkoholiker sich selbst. Und mir ist es lieber, einer fällt ins Delir im Wartezimmer, als alleine zu Hause auf der Couch.

    Wenn der einfache Weg nicht geklappt hat, wie sah denn dann der schwierige Weg für Dich aus, was waren die Unterschiede?

    Der einfache Weg war ohne Veränderung, nur Wissen angeeignet und alles was hier geschrieben wurde, für mich als unnötig angesehen. Weiterhin auf Veranstaltungen, Biergärten, (Sauf) Freunde besucht. Nur temporär hin und wieder mich etwas zurückgezogen. Größere Risiken eingegangen und dann hatte mich die Sucht wieder. Ganz grob. Einfach nur das Glas weggestellt.

    Der vermeintlich, schwierige Weg, zumindest am Anfang, war an den Grundbausteinen angelegt. Ohne Kompromisse, Schwarz-Weiß Denken angeeignet. Alkoholfreies Umfeld mit Entsorgen, zwar alles, was mit meiner Saufzeit zu tun hatte oder mich ansatzweise in Gefahr bringen konnte.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Ich verstehe mich selbst nicht. Nach allem, was ich mit Alkohol erlebt habe, habe ich jeden Grund, dieses Teufelszeug zu hassen. Und doch gibt es noch irgendwo einen Winkel in meinem Gehirn, der über das kontrollierte Trinken nachdenkt

    Gratulation zu einer Schnapszahl?

    Sucht schläft nicht. Sucht, sucht den Augenblick. Nun kenne ich es von meinem ersten Versuch trocken zu werden. Ging nach 12 Wochen in die Hose. Ich war ja vorher nie so lange ohne Suff. Ich hatte es auf einen einfachen Weg probiert, und ging mächtig in die Hose

    Wie weit siehst du dich schon vor einem Rückfall? Wie nahe warst du schon am Glas? Kennt mich ja mittlerweile, dass ich nicht lange herumrede. Ist auch nicht provokativ gemeint, sondern rein aus meinen Erfahrungen heraus.

    Wenn Saufgedanken aufkommen, gehöre ich zu dem Verfechter, sie einfach zu ignorieren und nicht zu Ende zu denken. Beim zu ende Denken. könnte sich die Sucht in Vordergrund schieben. „Na ja, es war ja doch nicht ganz so schlimm“ „Ich hatte es ja schon mal geschafft wieder aufzuhören“

    Manchmal hilft auch nur auf die Zähne zu beißen, um weiter trocken zu bleiben.

    Wenn ich es so richtig verfolgen scheint es mir so, das sehr gute Ratschläge von dir gibt.


    Nun welchen Ratschlag würdest du gerne lesen?

    Welchen Ratschlag würdest du jemanden geben der in selbigen Zwickmühle steckt? Was würdest du mir empfehlen?

    Wenn ein nasser Alkoholiker es nicht einsieht, dann ist ihm auch nicht von außen zu helfen. Und das unabhängig, ob nun jemand CO oder Angehöriger ist. Das ist wurscht. Soweit denke ich hast du es auch verstanden. Oder?

    Sollte es zu Gewaltausbrüchen oder Beschädigungen deines Eigentums kommen, dann ist die Polizei der Ansprechpartner. Um dich selbst zu schützen, gibt es noch weitere 3 Möglichkeiten. Er wird trocken, was unwahrscheinlich scheint. Du ziehst aus oder er sucht sich eine andere Bleibe.

    Jahrelanges Saufen verändert das Wesen eines Menschen. Nur erkennt es der Alkoholiker im trinkenden Zustand nicht. Er säuft so lange bis es in seine Welt passt, hat zwar auch hin und wieder ein paar lichte Momente, eventuell Selbstzweifel, sauft aber dann weiter, weil er saufen muss. Es ändert sich nichts, bis er von sich aus was ändert.

    Hallo Sunny

    ich habe dich freigeschaltet . Hier geht es nun weiter.

    Du hattest mir eine persönliche Nachricht geschrieben. Der Austausch findet jedoch nur im Forum statt. Deswegen beantworten wir grundsätzlich, was den Austausch betrifft, nur im Forum.

    Kannst es ja nochmal hier reinkopieren, wenn du magst.

    Hallo Daniel,

    ich bin zwar kein Mensch für einen Halbkreis. Aber ich finde deine Einstellung mit dem offenen Umgang der Krankheit gut. Wenn ein Alkoholiker nicht klar und deutlich zu seiner Krankheit steht oder herumeiert, wenn er gefragt wird, stimmt er insgeheim der Stigmatisierung zu.

    Wie soll denn ein "Nichtsüchtiger" den Alkoholismus ernst nehmen, wenn es bekennende Alkoholiker verharmlosen?