Beiträge von Hartmut

    Hallo Kossi,

    wir sprechen hier auch immer von Kapitulation und geistiger Loslösung vom Alkohol. Deswegen schaue ich auch rückwirkend , wenn ich da überhaupt schaue, emotionslos auf die Auswirkungen der Krankheit zurück. Ich habe die Krankheit gestoppt und mir erschließt sich nicht, was da eine negative Betrachtungsweise bringen soll. Soll es abschrecken? Mich hat Abschreckung auch nicht in der nassen Zeit abgehalten weiter zu Saufen .

    In einer rückwirkende Betrachtungsweise kann es ja auch passieren " Es war nicht gut aber auch viele Sachen waren nicht schlecht" Da würde ich der Sucht zu viel Raum geben. Natürlich kommen da immer wieder mal Erinnerungen auf. Das darf es auch. Es belastet mich heute nicht mehr.

    Ich kann mir zwar vorstellen das gerade ganz am Anfang es eine Stütze sein kann das Negative hervorzuheben aber nicht bei einer stabilen Trockenheit.

    Nun etwas am Thema vorbei. Nach meiner jahrelangen Erfahrungen wissen die meisten Alkoholiker warum sie rückfällig werden . Das liegt nicht in der Vergangenheit , nicht in der Zukunft, sondern nur im Hier und Jetzt.

    Gruß Hartmut

    Hallo zusammen,

    nun angelehnt an vielen Post aus dem Forum kommt immer wieder mal bei Quartalstrinker ein Querdenken auf, was das eingestehen Alkoholiker zu sein betrifft oder gar Alkoholismus nicht als Krankheit anerkennen wollen oder können.

    An was liegt das? Was macht es so schwer es zu akzeptieren?

    Ist es die Zeitspanne zwischen der Suff und Trocken-Phase die es schwer macht ?

    Würde mich mal freuen es aus der Sicht von Quartal Trinker (Quartal Alkoholiker ;) ) zu lesen.

    Gruß Hartmut

    Hallo Hull

    aus meiner jetzigen IST Situation ist mein Anspruch nie wieder zu trinken(müssen) Diese IST Situation hält auch schon über 11 Jahre. Ich weiß nicht wie morgen diese Situation ist. Wenn ich wieder Saufe dann ist es auch Shit egal welche Begründung ich dazu habe. Ob Charakter, Krankheit oder weil Schmitz Katze einen Unfall hatte. Denn wenn ich wieder Saufe wollte ich es in diesem Moment. Das Handeln ist bei einem Suchtkranken nicht nur vom Verstand abhängig.

    Gruß Hartmut

    Hallo Hull,

    es war keine Antwort in der Frag. . Nur weil der eine Alkoholkrank wird und der andere nicht, hat das nichts mit Charakterschwäche zu tun. Das dieses weitläufig unter „Nichtsüchtigen“ angenommen wird ist mir bekannt.

    Würde ja im Umkehr heißen , wenn ich mein Charakter verändere, wieder saufen zu können.
    Da Charakter aus Gedanken, Verhalten, Gefühlen und Prägungen besteht müsste ich ja nur meine Persönlichkeit ändern und wäre geheilt.

    Siehst du dich denn als geheilt an? Was zwar deiner Logik nach nicht machbar ist da, wie ich es verstanden habe, du Alkoholismus nicht als Krankheit ansiehst . Oder ist das von mir eine Fehlinterpretation?

    Gruß Hartmut

    Hallo Hull

    Zitat

    im Prinzip habe ich die Thematik "Alkohol" für mich abgeschlossen und bin mir sicher, nie wieder in meinem Leben Alkohol zu trinken

    Herzlichen Glückwunsch , ich kann es nicht.

    Zitat

    Alkoholismus ist in meinem Modell nur die Folge aus bestimmten Charaktereigenschaften und der Umwelt - dass die Medizin dies als "Krankheit" behandelt, ist eine andere Definitionssache.

    Charaktereigenschaften ? Liest sich das es eine Charakterschwäche wäre. Natürlich sind äußere Einflüsse mit verantwortlich Alkoholiker zu werden. Nur warum wird der Eine Alkoholiker und der Andere mit den selben Voraussetzungen keiner?
    Einsicht Alkoholiker zu sein ist nichts anderes, das es kein zurück zu normalen Trinkverhalten kommen kann. Es ist definiert als Krankheit. Ob das nun für mich negativ oder anders besetzt ist , ändert nichts an der Situation in der ich mich befinde. Einsicht ist der Anfang um dem Selbstmord auf Raten entgegen zuwirken.

    Zitat

    Was bringt es, Alkoholiker zu sein?

    Das Selbe wie die Erkenntnis kein Alkoholiker zu sein.

    Gruß Hartmut

    Hallo

    Zitat

    Mein sonst trinkender Elternteil, hat bei einem Besuch nicht getrunken, auf meiner Bitte hin.

    Warst du auf Besuch oder waren sie bei dir?

    Zitat

    Denke dass ist die Co Abhängigkeit die sich da meldet? Oder der verzichtende Teil von mir?


    Wenn du eine Katzenhaarallergie hättest, würdest du es zu lassen, das sich eine Katze auf deinen Schoss setzt oder hättest du ein schlechtes Gewissen wenn du jemand bittest die Katze ,solange du da bist, weg zu lassen ? Wenn du bestimmte Lebensmittel nicht essen kannst würdest du sie trotzdem essen wenn sie diese dir auf den Teller legen? Bei dem Besuch hast du ja nichts anderes gemacht. Du hattest dich geschützt.

    Solange mich Schuldgefühle wegen einer Krankheit quälen solange habe ich ein schlechtes Wissen.

    Gruß Hartmut

    Hall Mario,

    leider hat Martin dein 200. Tag nicht mehr lesen können. Er hätte sich gefreut, denn was er auch immer geschrieben hatte, darauf hat man sich auch verlassen können. Ich verfolge dich ja auch schon fast von Anbeginn und bin positiv überrascht das du es bis dahin geschafft hast. Gratulation. Ich hatte da hin und wieder schon meine Bedenken aber nun denke ich das du sich auf eine guten Weg befindest. :) Weiter so!!

    Gruß Hartmut

    Hallo

    wenn ich lese das irgendwo Alkohol beinhaltet ist oder sich die Sinne an Alkohol erinnern, dann lasse ich es weg. Warum sollte ich was probieren was mir schaden könnte? Was will ich mir damit beweisen oder was will mir das Suchtgedächtnis dadurch beweisen? Wie Karsten schon schreibt. Es gibt Alternativen und ich habe auch noch von niemanden gehört das er ohne Balsamico seine Lebensqualität verliert.

    Gruß Hartmut

    Nachruf

    Traurigkeit erfüllt unser Herz und hilflos versuchen unsere Gedanken das Unbegreifliche zu ergründen. Sie fragen nach dem Sinn und wollen diese Endgültigkeit nicht fassen.

    Wir trauern um unsern langjährigen Moderator

    Martin

    Plötzlich und unerwartet ist Martin von uns gegangen. Martin war nicht nur unermüdlich hier dabei um das Forum zu unterstützen. Er hatte durch seine fürsorgliche Art und Weise vielen Menschen aus der der Sucht geholfen und war durch seine Herzensgüte die Seele des Forums.


    Wir werden Martin ein ehrendes Andenken bewahren

    Die Forenleitung und Moderatoren

    Hallo

    Zitat

    ich habe "erst" 3 voll

    Besser als 3 Jahre voll :wink: Kleines Wortspiel . Dann zu deine 3 Jahre + Gratulation.

    Nun weiß ich noch meine Anfänge. Die ersten Stunden,Tage, Monate waren da immer aufregend und ich war gespannt was alles noch so passiert. Das es ganz normal ist ohne Alkohol zu leben wurde mir erst mir der Zeit bewusst.

    Es passierte eben nichts mehr außergewöhnliches und das musste ich erstmal verinnerlichen. Es ist ein Leben ohne aktive Sucht . Nicht mehr und weniger. Für alles andere bin ich verantwortlich.

    Ob ich, am Leben aktiv teilnehme oder in meine Kämmerlein verkümmere liegt immer an mir. Ob ich der „nassen Zeit“ nachtrauere oder mir Vorwürfe mache alkoholkrank geworden zu sein, das neue Leben annehme und mich danach richte.

    Es liegt alles an mir.

    Gruß Hartmut

    Hallo

    Zitat

    "Mein Haus, meine Regeln, die anderen sind mir egal.

    warum muss denn in deinem Haus Alkohol sein . Sind deine Frau oder Kinder süchtig ?

    Zitat

    Ich suche nach Grauzonen, die für mich risikofrei und die anderen in Ordnung sind.

    Gibt es nicht risikofrei.

    Was würde deine Familie sagen wenn du wieder Saufen würdest? Da du dich ja so sehr um die Verköstigung von Alkohol für deine Familie sorgst müssen sie auch die Konsequenz mit tragen. Oder ?

    Gruß Hartmut

    Hallo kamarasow,

    nun kann ich das ja alles nachvollziehen und weiß auch das es nicht immer einfach ist. Es wird immer jemanden geben der sich auf meine oder andere Kosten lustig macht um sein tristes Dasein einen Anstrich zu geben. Es wird auch immer welche geben die es nicht verstehen und es wegdiskutieren wollen. Es müssen auch in meinem trockenen Weg immer wieder emotionale Entscheidungen getroffen werden.

    Ich muss jedoch wissen was passiert, wenn ich durch „Erwartungen“ anderer meine Trockenheit auf Spiel setze und die Konsequenzen daraus sind. Egal welche Gründe auch angeführt werden, warum, wieso oder weshalb. Wenn ich nur einen Arm breit am Glas sitze und wieder saufe bin ich ganz Alleine mit mir. Nicht der Alkohol der vor mir am Tisch steht macht mir was. Es ist die Sucht die mich veranlasst das ich den Saufe.

    Gruß Hartmut

    Hallo kamarasow

    Zitat

    D.h., selbst bei dem Geburtstag deiner Frau oder Kinder im eigenen Hause bist du verschwunden?

    da musste ich nicht verschwinden, da mein Haus alkoholfrei ist und es eben keinen Alkohol gab.

    Zitat

    Hast während der Feier nichts geholfen und alles, wie bspw 25 Gäste, der Frau überlassen?

    Natürlich habe ich geholfen , ich koche sogar und war auch in der nassen Zeit dafür zuständig. Aber anhand der Frage sehe ich schon, das du dir im Moment oder überhaupt kein fest ohne „Alkohol“ vorstellen kannst. Oder irre ich mich da?

    Heute besuche ich auch Feste, Geburtstage und bin reichlich in Meetings unterwegs. Wenn es zuviel mit dem Saufen wird, verschwinde ich. Das ist bekannt. Wenn es im Vorfeld schon bekannt ist das es nur um das Saufen geht, geh ich nicht hin. In den 11 Jahre die ich nun schon trocken bin ist das auch ganz normal wie beim Bäcker Brötchen zu holen.

    Gerade weil ich am Anfang sehr akribisch war macht es mir heute nichts aus.

    Gruß Hartmut

    Hallo Maria

    ich gehöre nicht zu der Fraktion alles und jedes mit den Kinder bis zu einem gewissen Alter zu diskutieren. Für mich gibt es auch nicht immer ein Kompromiss sondern eine Ansage. Ich halte auch nichts von einer „Waldorf Mentalität“ Aber das ist eine andere Geschichte ;)

    Wenn ICH , eine Feier für meine Kinder ausrichte, dann schon so das es Ihnen gefällt aber nicht so das es mich in Gefahr bringt. Hatte in den Anfangszeiten auch Familienfeste gemieden, unabhängig von Kindern, Geschwister oder Eltern. Wenn da gesoffen wurde war ich eben nicht dabei oder nur begrenzt.

    Wäre ich bei so einem Familienfest aus falsch verstandener Rücksichtnahme rückfällig geworden wäre es für alle Beteiligten eine Belastung und nicht nur für mich gewesen.

    Gruß Hartmut

    Hallo

    Zitat

    In deinem Fall hätte ich es wahrscheinlich so gehalten und erstmal mit dem Sohn gesprochen, wie er die Sache gesehen hätte. Ob aus seiner Sicht (denn es war ja seine Feier) es mit Alkohol stattfinden MUSS oder es ihm egal gewesen wäre oder ihm es sogar lieber gewesen wäre, ganz ohne Alk.

    Ich stelle mir da die Frage wieso der Sohn über meine Trockenheit entscheiden soll? Ich bin für mich verantwortlich und ziehe auch keine damit ins Boot. Zudem die Erfahrungen auch zeigen das die Kinder dann nach dem Mund der Eltern sprechen obwohl sie eventuell was anderes wollen. Sie stehen ja da auch unter emotionalen Druck.

    Ich muss mit dem umgehen das ich krank bin. ich muss für mich Abwegen was ich mir zutraue und die daraus folgende Konsequenzen tragen .

    Nun ist es ja nicht so, daß das nahe Umfeld es nicht weiß das ich Alkoholkrank bin und erfahren es ja nicht erst wenn ein Fest ins Hause steht.

    Gruß Hartmut

    Hallo kamarasow,

    Zitat

    Auf der einen Seite gilt es, das Risiko zu minimieren, auf der anderen Seite kann ich nicht völlig losgelöst als Einsiedler leben. Soll ich dem Sohn sagen: "Entschuldige, ich bin Alkoholiker, deine Gäste dürfen nichts trinken?".

    Es kommt drauf an wo deine Prioritäten stehen. Es geht nicht um dein Sohn, es geht nicht um die saufende Gäste, es geht einfach mal um dich. Du kannst ja wieder saufen und alles ist gut. Bist wieder lustiger, die Familie freut sich und deine ehemaligen Mittrinker klopfen dir auf die Schulter. Oder? Mal überspitzt formuliert.

    Ich fühle mich nur in einem nassen Umfeld als Einsiedler, die ja nichts anderes versuchen durch Sprüche(früher warst du lustiger) wieder ins Boot zu ziehen um ihre Sauferei zu rechtfertigen. Ich lebe trocken nicht als Einsiedler und habe keinen gesellschaftlichen Druck trotz Risikominimierung.

    Bin ja schon ein paar Tage Trocken und kann jedoch deine Gedankengänge in meiner Anfangszeit nachvollziehen. Mein Tipp . Lass dich nicht von deinem Weg abbringen und lasse dich nicht suggestiv ins nasse Umfeld reinziehen.

    Alternativen gibt es genug wenn ich sie sehen will.

    Gruß Hartmut