Beiträge von IceGirl

    Hi, hier bin ich schon wieder!

    Gestärkt von Euren Antworten und meinem eigenen "Kopf" - (das Herz hatte kurzfristig sprechverbot :) - habe ich meinen Freund angerufen und ihm gesagt, dass ich am Freitag meine Sachen bei ihm abholen werde und dass er sie zusammenräumen soll.

    Ja, das hört sich jetzt vielleicht sehr schnell an, aber ich muss um wirklich alles verarbeiten zu können, mich quasi verabschieden, einen Schlussstrich ziehen. Und da er die Fronten ja wohl sehr klar definiert hat, werde ich ganz tapfer durchhalten.

    Die fixe Idee mit dem Anruf beim Therapeuten hab ich eh schnell wieder verworfen. Es wäre doch nicht nur in den Rücken fallen, sondern die eigentliche Intension wäre doch wieder gewesen, ihm etwas abnehmen zu wollen. UND DAS WILL ICH NICHT! Er muss ganz alleine den Weg einschlagen, und ich wünsche ihm von Herzen, dass er den rechten Weg findet.

    Liebe Grüße
    IceGirl
    .... die sich im Moment fast vor sich selber erschreckt, weil es so klar ist.....

    Danke Euch für Eure ehrliche Anworten!

    Wisst Ihr, das schlimmste ist, dass ich diese Antworten eigentlich selber weiß. In meinem Kopf ist es ganz klar, aber in meinem Herzen arbeitet es noch ganz anders.

    Es ist gerade mal 14Tage her, als mein Freund die neuen Laborwerte hatte. Und die Leberwerte sind so viel besser geworden. Er war so stolz. Und dann nur ein paar Tage später vergisst er das alles und greift zur Flasche...Das versteh ich einfach nicht. Ich war so guten Mutes, dass er es schafft und jetzt komm ich mir vor, als ob ich in einem Vakuum stecke...

    In eine Co-Abhängigkeit möchte ich mich nicht stürzen. Ich hatte vor meinem Freund noch nie Kontakt zu einem Süchtigen gehabt, will eigentlich auch nicht zusehen, wie sich derjenige, der einem im Herzen so viel bedeutet, sich kaputtsäuft... aber ich werde es wohl lernen müssen, da ich zu viel Respekt vor mir selber habe und zu viel Verantwortung für meine Kids. Und doch ist es so schwer zu akzeptieren, dass eine Beziehung, von der ich dachte (vor allem nach meiner gescheiterten Ehe) dass sie es ist, so vor die Hunde (bzw. vor den Alkohol)geht.

    Aber so deutliche Worte von Euch sind glaube ich für mich im Moment genau das was ich brauche, damit ich nicht an mir selber anfange zu zweifeln.

    IceGirl

    Hallo zusammen!
    Ich habe mich heute morgen hier angemeldet, weil ich fix und fertig bin.
    Das Forum habe ich schon eine Weile bei meinen Favoriten gespeichert und darin gelesen.. und jetzt brauch ich Unterstützung:

    Ich bin geschieden, alleinerziehende Mutter von einer fast 18jährigen Tochter und einem 14jährigen Sohn. Seit 4 Jahren führe ich eine sehr liebevolle Beziehung mit einem Alkoholiker, der sehr kontrolliert (also nur abends - und so, dass es ersteinmal nicht auffällt... er wird nich ausfällig oder so) trinken kann. Dass er Alkoholiker ist, habe ich wenn ich so zurückblicke, schon recht früh vermutet - es aber erfolgreich lange verdrängt. Vor einem Jahr war dann das große Comming Out. Und es war wie eine Erlösung. Mein Freund war froh, dass es endlich zur Sprache kam und hat dann nach kurzer "Mit-sich-selber-Ausseinandersetz-Phase" sich um eine ambulante Therapie bemüht und diese auch im Sommer angefangen. Nachdem er das 1. Mal trocken werden wollte, gab es nach kurzer Zeit einen Rückfall - aber das hat er gut hinbekommen und es jetzt bis Anfang Februar über ein halbes Jahr geschafft gehabt.

    Wie gesagt, bis Anfang Februar.. jetzt ist er wieder voll drauf. Als ich am Wochenende ihm zeigen wollte, dass ich ihn deswegen nicht verachte oder gar verstoße hat er mir sehr, sehr schmerzhaft klar gemacht, dass er sich von mir trennt, da er mir nicht gut tut und ich nur wegen ihm leide. Jeder Versuch, mich an ihn ran zu lassen ist gescheitert. Zum Schluss hat er dann sogar als letzten Messerstich sozusagen behauptet, er hätte eine "andere kennengelernt". Das glaube ich ihm nicht. Und doch habe ich die Heftigkeit des "Verstoßes" bemerkt. Und glaube auch, dass ich tatsächlich ihn in den "Sumpf des Alkohols" gehen lassen muss.

    Wenn er es einfacher findet, mich von sich abzuweisen, obwohl er Gefühle für mich hat, dann ist "sein Freund Alkohol" wohl doch viel stärker. Ich denke, dass ihn diese ambulante Therapie nicht weiter bringt. Ich glaube er müsste eine stationäre machen, die einfach viel intensiver in ihrer Behandlung ist. Aber, das kann ich ihm ja wohl schlecht befehlen!!!

    Jetzt weiß ich nicht, ob ich seinen Therapeuten anrufen soll... Fall ich meinem Freund in den Rücken?? - Oder muss ich wirklich mit mir kämpfen und ihn lassen??? - was ich mir fast nicht vorstellen kann......

    Ich danke euch für´s Lesen und freu mich auf eine Antwort..

    IceGirl

    PS: Vielleicht noch ein paar Fakten: mein Freund ist schon sehr, sehr lange Alkoholabhängig (15 Jahre) - hatte vor unserer Beziehung schon einmal einen Entzug gestartet. Er ist geschieden und hat Kinder, die bei der Mutter leben....