Guten Morgen Terwara,
ich habe 20 Jahre zwischen Trinkpausen und Rückfällen zugebracht. (als Leben, so wie ich es heute verstehe, kann ich diese Zeit nicht bezeichnen.)
Jeden Rückfall kann ich heute nicht mehr analysieren, aber einige sind mir noch deutlich vor Augen.
Sie liefen immer nach dem selben Verhaltensmuster ab:
Von Außen wurden Wünsche oder Forderungen an mich herangetragen, die mir in diesem Moment gar nicht in meine persönliche Planung oder Stimmungslage passten.
Ich hätte NEIN sagen können, tat es aber nicht, weil ich mich dem folgenden "Konflikt" nicht stellen wollte.
Also ging ich den Weg des geringsten Widerstands.
Hatte ich eine Aufgabe übernommen, bemühte ich mich, diese perfekt zu Ende zu bringen.
Natürlich merkte ich zwischendurch, dass meine "Energie" nicht ausreichte...
Irgenwann war dann der Gedanke da:
ich brauche jetzt ganz schnell etwas, damit ich weiter machen kann...
Etwas - das hatte ich von Jugend an gelernt - war Alkohol.
Der erste Schluck brachte die gewünschte Wirkung - war aber immer der Anfang vom Ende, dem totalen blackout.
Auf dem Weg in den Rückfall hatte ich so viele Möglichkeiten!
Um diese zu nutzen hätte ich mir aber eingestehen müssen, dass ich nicht stark bin, dass ich nicht perfekt bin,...
Ich hätte mir Schwäche, Fehler... erlauben müssen.
Warum hatte ich keinen aus meiner Gruppe angerufen, bevor ich den 1. Schluck trank?
Ganz ehrlich: in diesem Augenblick WOLLTE ich trinken! Ich wollte mir von niemandem "meine Flasche" wegnehmen lassen.
Gruß
Sweety