Beiträge von sweety15

    Guten Morgen Nikita,

    schön, dass du jetzt weißt, wie es in der nächsten Zeit weiter geht.
    Du wirst sicher selbst merken, wie lange diese Hartz 4 - Phase dauern soll.

    Wie heißt es so treffend: die Hälfte der Arbeit ist, angefangen zu haben!

    Hier im Norden scheint die Sonne, es ist kalt, aber eine schöne Luft.
    Jetzt schnappe ich mir meinen Hund und gehe raus.

    Vielleicht überwindest du deinen inneren Schweinehund ja auch!

    Einen schönen Tag wünscht dir
    Sweety

    Hallo Nikita,

    wenn du auch im medizinischen Sinne keinen Entzug mehr hast, so würde ich doch sagen, dass in deinem Kopf ein heftiger psychischer Entzug rast!

    Ich kenne dies Chaos im Kopf auch aus meiner Gechichte.

    Lass dir Zeit!

    Du bist krank geschrieben, das hat schon seinen Grund!

    Versuch erst mal, den Kopf frei zu bekommen, indem du etwas für deinen Körper tust.
    Spaziergänge an der frischen Luft (egal, wie das Wetter ist) Rad fahren, Schwimmen...alles tut gut - hauptsache es powert dich aus und du kannst besser schlafen.

    Mir hat dieses am Anfang sehr geholfen.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Guten Morgen Terwara,

    ich habe 20 Jahre zwischen Trinkpausen und Rückfällen zugebracht. (als Leben, so wie ich es heute verstehe, kann ich diese Zeit nicht bezeichnen.)

    Jeden Rückfall kann ich heute nicht mehr analysieren, aber einige sind mir noch deutlich vor Augen.

    Sie liefen immer nach dem selben Verhaltensmuster ab:

    Von Außen wurden Wünsche oder Forderungen an mich herangetragen, die mir in diesem Moment gar nicht in meine persönliche Planung oder Stimmungslage passten.

    Ich hätte NEIN sagen können, tat es aber nicht, weil ich mich dem folgenden "Konflikt" nicht stellen wollte.
    Also ging ich den Weg des geringsten Widerstands.

    Hatte ich eine Aufgabe übernommen, bemühte ich mich, diese perfekt zu Ende zu bringen.

    Natürlich merkte ich zwischendurch, dass meine "Energie" nicht ausreichte...

    Irgenwann war dann der Gedanke da:
    ich brauche jetzt ganz schnell etwas, damit ich weiter machen kann...
    Etwas - das hatte ich von Jugend an gelernt - war Alkohol.

    Der erste Schluck brachte die gewünschte Wirkung - war aber immer der Anfang vom Ende, dem totalen blackout.

    Auf dem Weg in den Rückfall hatte ich so viele Möglichkeiten!

    Um diese zu nutzen hätte ich mir aber eingestehen müssen, dass ich nicht stark bin, dass ich nicht perfekt bin,...

    Ich hätte mir Schwäche, Fehler... erlauben müssen.

    Warum hatte ich keinen aus meiner Gruppe angerufen, bevor ich den 1. Schluck trank?

    Ganz ehrlich: in diesem Augenblick WOLLTE ich trinken! Ich wollte mir von niemandem "meine Flasche" wegnehmen lassen.

    Gruß
    Sweety

    Hallo Cathleen,

    Zitat

    es gab einen punkt in meinem leben, an dem mir klar wurde: der alkohol ist stärker als ich. er wird mich umbringen. wenn ich ihn nicht loslasse, wird er mich holen. bis zum ende.

    als ich das erkannt habe, hat es "klick" gemacht:
    ich wollte nicht mehr. das war meine kapitulation.


    Dito!
    Besser als Petter hätte ich es nicht ausdrücken können.

    Unangenehme Gefühle gehören für mich zum Leben dazu.
    Sie sind ja nicht nur bei uns Alkoholikern vorhanden.

    Mir geht es auch nicht jeden Tag blendend, und ich muss manchmal Dinge aushalten, die ich absolut nicht mag.

    Aber Eines weiß ich ganz sicher: ES GEHT WIEDER VORBEI!

    Wenn ich den Mund nicht aufmache, muss ich leiden.
    Also fange ich an zu reden - ob in der Gruppe oder mit Menschen, die mir nahe stehen.
    Das kostet manchmal Überwindung, aber es ist für mich der Weg, um trocken zu bleiben.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Tina,

    Zitat

    ich habe ihm ja auch schon die Pistole auf die Brust gesetzt, habe mich ein paarmal von ihm getrennt. Er hat geheult, Besserung versprochen, wollte eine Therapie machen.

    Irgendwie eierst du genauso rum wie dein Mann.

    Wenn du nicht konsequent das tust, was du sagst, bestärkst du nur deinen Mann darin, dich nicht ernst zu nehmen.

    Du erwartest, dass der Arzt diagnostiziert, dass dein Mann Alkoholiker ist.
    Diese Diagnose kann er nicht stellen - das kann der Betroffene nur selbst.
    Der Arzt kann nur die körperlichen Auswirkungen der Sucht feststellen. Daraus zieht er natürlich seine Schlüsse.

    Du kannst deinem Mann nicht helfen, wenn er nicht selbst will.
    Da helfen weder Anrufe beim Chef noch irgendwelche Aktionen.

    Du kannst dir aber selbst helfen, indem du jetzt an dich denkst.
    Nimm DEIN Leben in die Hand, tu etwas für DICH!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Tina,

    Zitat

    Ja, ich bin ganz sicher, das er morgens nichts trinkt. Er ist in einem höheren Arbeitsverhältnis, hat ein paar Leute unter sich und funktioniert dort.

    ... so hätten mein Mann und meine Mitarbeiter das vor mehreren Jahren auch geschrieben.

    Wir Alkoholiker sind an Erfindungsreichtum nicht zu übertreffen!

    Gruß
    Sweety

    Hallo Roberto,

    Zitat

    Nur wenn einem immer wieder ein Bein in den weg gestellt wird finde ich ist wird es schwer

    Wach auf!!
    Im Moment stellst du dir selbst "ein Bein" in den Weg.
    Du suhlst dich im Selbstmitleid, anstatt nach vorn zu schauen.

    An welchem Punkt stehst du gerade?
    Moni ist in der LZT.
    Deine LZT kann im Oktober beginnen, wenn die Kostenübernahme geklärt ist.

    Beweg dich!
    Warte nicht untätig auf den Bewilligungsbescheid, sondern mach Druck.
    Geh noch mal zur Beratungsstelle, ruf jeden Tag an!
    Zeig den Leuten, dass es dir wichtig ist!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Wolfgang,

    Zitat

    Ist es wirklich wichtig, Kindheitstraumata zu bearbeiten (Heim, Scheidung), d.h. soweit zurückzugehen ?

    Ob es für dich wichtig ist, kann ich nicht beurteilen.

    Auf meinem Weg zu mir selbst war es für mich wichtig zu wissen, warum ich so bin, wie ich bin.

    Durch die Psychotherapie verstehe ich heute meine manchmal so widersprüchlichen Verhaltensweisen.
    Sie hat mir geholfen, mit der Vergangenheit abzuschließen.
    Ich konnte mit den Menschen, die mir seelische Verletzungen zugefügt haben, innerlich Frieden schließen.
    Dadurch konnte ich eine Tür hinter mir schließen und neue Türen vor mir öffnen.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Chitty,

    ich freue mich, dass es dir so gut geht.
    Genieß das sonnige Wochenende.
    Riechst du es auch? die Luft riecht schon nach Herbst!
    Es ist doch toll, ies alles wieder wahrnehmen zu können.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Angi,

    25, nein 27 Tage ohne Alkohol! Gratuliere!

    Mein Körper hat noch sehr lange gebraucht (ca.1/2 Jahr) gebraucht, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

    Die körperlichen Reaktionen auf Gefühle empfinde ich immer noch sehr stark.
    Vielleicht ist das aber ganz normal.
    Ich hatte ja gänzlich verlernt, meinen Körper überhaupt wahrzunehmen.
    Die Gefühle werden jetzt nicht mehr "gefiltert" sonder berühren mich "ungebremst".
    Ich arbeite noch daran, damit richtig umgehen zu können.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Pia,

    Zitat

    Es ist immer das gleiche, ich gebe mehr, als ich zurück bekomme, bin dann enttäuscht, traurig, fühle mich ausgenutzt, ausgelaugt, ausgesaugt, weil man mich nicht liebt, nicht respektiert, oder jedenfalls nicht so wie ich es erwarte.

    Ich habe zwar nicht den Zugang zur Spiritualität so wie du, aber das oben Beschriebene kenne ich zur Genüge.

    Auch ich habe versucht, Liebe zu bekommen, indem ich gegeben und gegeben habe. Ich habe mich "aussaugen" lassen, so lange, bis ich mich nur noch leer fühlte.

    Das ist jetzt vorbei!!!

    Ich habe mich auf den Weg gemacht, um mein ICH wieder zu finden.
    Du hast recht, das ist ein lebenslanger Prozess und ich muss feststellen, dass mir dabei immer wieder Steine in den Weg gelegt werden.

    Es liegt aber an mir, ob ich darüber stolpere und hinfalle, oder ob ich sie wegräume und weiter gehe.

    Die Arbeit an der Trockenheit hört nie auf, aber sie lohnt sich - FÜR MICH!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Arca,

    "die alten Gewohnheiten" - diese haben auch meine Rückfälle meist ausgelöst.

    Die großen "Steine", die im Weg liegen, sehen wir.
    Aber die vielen "kleinen Kieselsteine" lassen uns leicht ausrutschen.

    Gewohnte Verhaltensweisen führten mich zu gewohnten Reaktionen - trinken.

    Deshalb habe ich angefangen, Neues auszuprobieren.
    Ich habe dabei viel Hilfe bekommen und diese dankbar angenommen.

    So wie ich lebte, ging es nur bergab.

    Also konnte es nur besser werden!

    Diesen Weg konnte ich beginnen, weil ich aufgehört hatte zu kämpfen.

    Kapitulation - das ist der Anfang!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Valesca,

    Zitat

    Der Scheintod-ähnliche Zustand am 17.08.07 hat mir zu denken gegeben, es hätte auch schlimmer kommen können.

    Ich habe viel zu viele Rückfälle hinter mir.
    Jeder Rückfall wurde heftiger als der letzte.
    Der Rückfall, der mein Leben änderte, war komatös.
    Er endete auf der Intensivstation des Krankenhauses, beatmet und an tausend Maschinen angeschlossen.
    Wenn mein Sohn mich nicht rechtzeitig gefunden hätte, wäre die Endstation der Friedhof gewesen.

    Alkoholismus ist eine tötlich verlaufende Krankheit!
    Ich denke, du hast das zum Glück rechtzeitig begriffen.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Blizzard,

    Zitat

    Die Souveränität, die Autonomität über mich und mein Leben, mein Empfinden, meine Gefühle und meine Taten zurückzugewinnen - das ist die eigentliche Trockenarbeit.

    Spitzenerkenntnis - meine Gratulation - das ist es!!!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Ich hab jetzt einfach mal aufgeschrieben, was mir Teufel vom Rausch so verspricht:
    1. die Ängste werden fort sein
    2. ich werde mich locker und lustig fühlen
    3. es fühlt sich einfach toll an einen Rausch zu haben
    4. die Langeweile ist fort


    ...
    Die Wirklichkeit:

    1. Die Ängste werden mich fast auffressen!
    2. Ich werde mich nicht mehr fühlen!
    3. Es fühlt sich schrecklich an, auf dem Boden zu liegen! (Falls du das noch merkst.

    Gruß Sweety
    4. Die Langeweile ist fort - stimmt -aber nur weil Ärzte, Sanitäter etc.
    für action sorgen.

    Hallo Leosaar,

    ....du hast recht und ich meine Ruhe - so hört sich für mich deine Antwort an.

    Klar, jeder ist individuell und jeder muss seinen eigenen Weg finden, wenn er die Sucht hinter sich lassen will.

    Die Erfahrungen von Menschen, die schon länger trocken sind, können dabei sehr hilfreich sein.

    Suchst du Hilfe?

    Als es mir richtig dreckig ging, klammerte ich mich an jeden Strohhalm.
    Ich war bereit alles anzunehmen, denn ich selbst kannte meinen Weg nicht mehr.

    Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest.
    Gruß Sweety

    Hallo Blizzard,

    Zitat

    die letzten Tage ging und geht es mir wieder mal nicht so gut. Ich bin ziemlich aufgewühlt. Ich weiß gar nicht, wie ich das genauer beschreiben soll. Mir fehlt einfach irgendwie die Energie und das Selbst-zutrauen, etwas entscheidendes an meiner derzeitigen Situation zu ändern.

    Ich habe mir gerade noch einmal deinen Thread durchgelesen.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass sich deine Gefühlslage (s.o.) wie ein roter Faden durch die letzten Monate zieht.
    Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob es sich dabei um Depressionen im medizinischen Sinne handelt. Deshalb ist es gut, dass du das mit der Psychiaterin abklären kannst.

    Solange ich trank, hatte ich mit Depressionen zu kämpfen. Ich wusste nie, ob ich trank, weil ich mich so schlecht fühlte oder ob ich mich so schlecht fühlte, weil ich trank.
    War ja auch egal - die beiden Krankheiten gehörten zusammen.

    Als ich trocken wurde, verordnete mir meine Ärztin Antidepressiva, die ich ausschleichend bis vor 3 Wochen nahm.
    Irgendwie hatte ich Angst, ohne meine chemische "Krücke" klar kommen zu müssen.
    Es geschah aber gar nichts. Mir ging und geht es genauso gut wie mit Medikamenten.

    Zu deinen beruflichen Vorstellungen:
    Ich denke, dein Plan ist gut. Hilfsjob + Zusatzausbildung - passt doch!
    So kommst du wieder ein Stück voran, ohne zu sehr unter Erfolgsdruck zu stehen.

    Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Hermann,

    in den ersten Wochen meiner Trockenheit habe ich mich von Stunde zu Stunde gehangelt, dann den Tag in Vormittag, Nachmittag und Abend eingeteilt.
    Nach einiger Zeit hieß mein ganzer Tag "Heute"...

    Karsten schreibt:

    Zitat

    Wenn ich gelernt habe, die Situationen des täglichen Lebens zu meistern, akzeptiert habe, dass Alkohol keine Altanative mehr ist, gibt es keinen Zeitfaktor mehr, sondern nur noch lernen, wie ich mein Leben ohne Suchtmittel leben kann.

    Inzwischen spielt der Zeitfaktor auch bei mir keine Rolle mehr, denn ich habe in den letzten 2,5 Jahren hart an mir gearbeitet, um zu lernen, mein Leben ohne Suchtmittel zu gestalten.
    "Der Weg ist das Ziel" ist mein Motto, denn die Trockenheit kann ich mir nur bewahren, wenn ich ständig weiter an mir arbeite.

    Wenn sich das Suchtgedächtnis mal wieder meldet, helfen mir 2 Dinge:

    1. Ich beantworte mir selbst die Frage: Was würde passierten, wenn ich jetzt wieder trinken würde?

    Die Antwort kenne ich ganz genau!

    2. Ich sage mir wieder: Heute trinke ich nichts...

    Der AA - Grundsatz ist dann für mich eine wichtige "Krücke".

    Gruß Sweety