Beiträge von sweety15

    Hallo Claudinchen,
    wenn dein Vater zu Hause ist, wird er ständig in bestimmten Situationen an seine Trinkgewohnheiten erinnert.

    Bestimmte "Verknüpfungen" sind im Gehirn gespeichert:
    z.B. Garage - Bierflasche - trinken.
    Kühlschrank -Wodka - trinken...

    Da hat natürlich jeder so seine eigenen Erinnerungen und Gewohnheiten.

    Im Kopf laufen diese Prozesse ganz automatisch ab: ähnlich wie beim Autofahren.

    Anlassen - Gang - rein - Kupplung kommen lassen...
    Ein Autofahrer denkt darüber nicht mehr nach, es geht ganz automatisch...

    Deshalb ist es in Zukunft wichtig, sich diese automatischen Abläufe bewusst zu machen.
    Wichtig ist auch, die Flaschen wegzuräumen, auch die leeren.

    Bei mir hat sich ein Trick gut bewährt:
    Wenn ich in eine solche Situation komme, (das kommt auch nach über 2 Jahren noch vor) sage ich erst einmal STOP! zu mir. D.h. ich mache erst mal gar nichts:
    Dann frage ich mich, was jetzt los ist. Das reicht eigentlich schon, um die Situation zu klären.
    Ich weiß dann auch, was ich in meinem Haus noch verändern muss.

    Liebe Grüße Sweety

    Hallo Leosaar,

    "wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um..."

    Was ist dir deine Trockenheit wert?
    Es geht allein um dich!
    Die Alkoholkrankheit ist kein Schnupfen.
    Sie ist eine tötlich verlaufende Krankheit, nicht heilbar, sondern nur zum Stillstand zu bringen.

    Hier schreiben dir Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht haben, du kannst daraus lernen.

    Es liegt allein an dir, ob du das annimmst, oder ob du es selbst probieren willst.

    Gruß Sweety

    Hallo Anna,
    Saufdruck - ich weiß, das ist furchtbar!
    Um so besser ist es, dass du dich hier meldest.
    Was soll ich dir nur raten?
    Letztlich fällt mir nichts Anderes ein, als ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe:

    Die Beziehung, in der du lebst, macht dich kaputt!!!

    Du hast aufgehört zu trinken. Gut so!
    Das ist 1 Schritt.
    Der nächste heißt: Was muss ich in meinem Leben verändern, damit ich nicht in meine alten Verhaltensmuster zurückfalle?
    Diese haben mich ja letztlich immer zum Trinken gebracht.

    Saufdruck fällt nicht vom Himmel.
    Er ist ein Zeichen dafür, dass du immer noch wie früher (nass) handelst.
    Da hilft auch keine Ablenkung, er holt dich immer wieder ein - solange bis du nachgibst.

    "Jetzt nur einmal - und dann wieder aufhören..."
    Ich habe das hunderte Male gedacht und zu oft der Versuchung nachgegeben.
    Dabei wäre ich fast auf dem Friedhof gelandet!

    Machs bitte nicht nach!!!

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo,
    ich wollte mit meinem Bericht Mut machen, sich vom Kreis der Alkohol trinkenden "Freunde" zu verabschieden und neue Wege zu gehen - sich auf Neues, Unbekanntes einzulassen.
    (Zur Erklärung: Ich war früher ein richtiges "Luxusweibchen", habe schon fast die ganze Welt bereist.)
    Sweety

    Hallo Lydia,
    am Anfang meiner Trockenheit hat mich auch das ganze Alkoholverniedlichen um mich herum gestört.
    Manchmal bin ich auch schweißgebadet aufgewacht, weil ich geträumt hatte, wieder getrunken zu haben.
    Ich musste mir dann die Zähne putzen, weil ich sogar den Geschmack von Alkohol im Mund hatte.
    Das ist zum Glück vorbei.
    Ich richte mein Augenmerk heute auf die Leute, die alkoholische Getränke ablehnen.
    Es gibt davon viel mehr Menschen, als ich früher geglaubt habe!
    Wenn man seinen Blickwinkel ändert, nimmt man plötzlich ganz andere Dinge wahr!
    Lass doch die Anderen machen, was sie wollen.
    Bleib dir, nur du bist wichtig!!!
    Liebe Grüße Sweety

    Guten Morgen Roberto,

    ein Rückfall ist nicht das Ende.
    Du hast die Chance, heute wieder neu anzufangen!

    Was ist passiert?
    Wenn du darüber sprechen (schreiben) kannst, ist das ein guter Anfang.
    Lad einfach den Ballast ab, der dich bedrückt!

    Ich selbst bin jahrelang von Rückfall zu Rückfall gestolpert, u.a., weil ich nicht den Mund aufgemacht habe.

    Der Weg ist nicht leicht, aber er ist zu schaffen.
    Nicht durch Stärke, sondern durch die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen.
    Du kannst dir erlauben, schwach zu sein! Auch das ist Stärke.

    Ein paar Tipps aus meiner Erfahrung:
    Vielleicht überlegst du dir für heute, was du dir Gutes tun kannst.
    Sei doch einfach nett zu dir.
    Gönn dir was und zieh dich nicht selbst runter.
    Geh in kleinen Schritten vorwärts.
    Nimm dir nicht für den ganzen Tag vor, nichts zu trinken.
    Vielleicht für den Vormitteg, den Nachmittag, den Abend...
    oder wenn es sein muss, für jede Stunde.
    Klopf dir selbst auf die Schulter, wenn du diese Zeitspanne geschafft hast.

    Auch Du kannst es schaffen!!!
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo hallo,

    ich melde mich wieder aus dem Urlaub zurück, will aber nicht von Traumstränden etc. berichten.

    In diesem Sommer sind mein Mann und ich zum ersten Mal mit unserem neuen Freundeskreis verreist, kein Luxus, dafür unberührte Natur.

    Wir hatten einen Bungalow gemietet und uns selbst versorgt.

    Unser Team: 3 Paare, 1 Witwer, 1 Kind (6), 1 Hund.

    Unsere Besonderheit: 3 trockene Alkoholiker (1 pro Paar)

    Zuerst war ich ein wenig skeptisch, ob das Zusammenleben in der "Wildnis" auch klappen würde.
    Schließlich kannten wir uns ja nur von gegenseitigen Besuchen und gelegentlichen Unternehmungen.

    Den Anderen ging es genauso.

    Also war der Umgang miteinander zuerst sehr vorsichtig, doch nach ein paar Tagen hatte sich die Anspannung gelöst.

    Ich war erstaunt, mit welcher Offenheit wir miteinander reden konnten,
    mit wieviel Freude wir jeden Tag erlebten.

    Auch unsere Partner tranken keinen Alkohol.

    Es gab keinen Fernseher, dafür spielten wir Karten und Gesellschaftsspiele.

    Wir schwammen im See oder machten Radtouren in die Umgebung.

    Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Spaß hatte und mal wieder ausgelassen wie ein Kind sein konnte.

    Für mich waren diese 10 Tage Erholung pur: für den Körper und die Seele.

    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Blizzard,
    ich kenne die "psychoanalytischen Ursachen" meiner Sucht, aber was hilft mir das?
    Gar nichts!
    Die Zeit meines Trinkens ist Vergangenheit. An der kann ich nichts mehr ändern.
    Sie ist Bestandteil meines Lebens und hat dazu beigetragen, mich zu dem Menschen zu machen, der ich heute bin.
    Bereuen? Nein! Ich habe kein Verbrechen begangen,
    ich war krank.
    Diese Krankheit hat mir die Chance gegeben, das Leben als ein kostbares Gut zu begreifen und jeden Tag als Geschenk zu empfinden.
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Danni,
    wenn man sich ein Bein gebrochen hat, muss man auch wieder gehen lernen. Zuerst mit "Krücken" und nach und nach immer selbstständiger.
    Nach dem Rückfall ist das ähnlich:
    Die "Krücken" sind Menschen, die deine Probleme kennen und verstehen. Das selbstständige Gehen funktioniert auch nur in kleinen Schritten, aber von Mal zu Mal wird es besser.
    Hab nur Geduld mit dir und setzt dir kleine Ziele, die du auch erreichen kannst.
    Das wird schon!
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Kommal,
    solche Situationen kenne ich auch.
    Beispiel: Mein Mann fährt zum Einkaufen - ich höre das Auto vom Hof fahren....
    Ich gehe in den Keller, nur um Kartoffeln für das Mittagessen raufzuholen.
    Wie ferngesteuert gehe ich nicht in den Vorratsraum, sondern dahin, wo ich früher meine
    Flasche gebunkert hatte.
    Mir läuft es kalt über den Rücken und mein Herz rast.
    Da ist er wieder, der Teufel in meinem Kopf. Einfach so. Ich hatte keinen Saufdruck, und trotzdem.
    Auch ich bin froh, in einem alkoholfreies Haus zu leben!
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Melle,

    Schuldgefühle - die hatte ich immer und immer wieder. Immer und immer wieder bin ich rückfällig geworden.
    Ich hatte meine Gefühlswelt von meinem Umfeld so abhängig gemacht, dass ich gar nicht mehr ich selbst war.
    Ich funktionierte einfach, mein Bestreben war, immer besser zu werden, den anderen zu gefallen, bloß nicht anzuecken.

    Nach meinem letzten Absturz fand ich nach und nach (mit professioneller Hilfe) wieder zu mir selbst.
    Es war ein harter Weg, aber er hat sich gelohnt.
    Meine Trockenheit steht für mich an erster Stelle.
    alles Andere kommt danach.
    Natürlich bin ich nicht immer "pflegeleicht", aber ich denke, mein Egoismus ist gesund. Sonst würde es mir nicht so gut gehen.
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Bordy,
    dein Bericht hat mich tief berührt. Vor allem, weil er mich so sehr an meine eigene Geschichte erinnert.
    Der Gedanke, wie nah ich am Tod war, lässt mein
    Herz - wie gerade jetzt - immer noch rasen.

    Heute freue ich mich über jeden Tag, den ich trocken erleben darf
    Liebe Grüße
    Sweety

    Hallo Mirisa,

    Zitat

    weil es mit meinem Selbstwertgefühl ganz schlecht steht, nach außen bin ich glaube ich ganz cool, ganz gelassen, ich habe es geschafft eine gute Fassade zu bauen, doch innen sieht es oft ganz schlecht aus, und das macht mir in vielen Bereichen Probleme,

    Immer nur lächeln, immer gut drauf sein, immer alles im Griff haben....
    das habe ich auch perfekt beherrscht. Aber letztlich wurde diese Fassade mein Verhängnis, weil ich sie nur künstlich aufrecht erhalten konnte.
    Ich hatte dieses Bild von mir schon so verinnerlicht, dass ich zum Schluss selbst daran glaubte.

    Nach meinem Absturz und dem folgenden Neubeginn stand ich irgendwie "nackt" da. Ich war meinen Gefühlen und der Welt um mich herum hilflos ausgeliefert.
    Wenn ich nicht Therapeuten und Mitpatienten gehabt hätte, die mich gestützt und begleitet haben, würde ich heute nicht hier schreiben!

    Mit professioneller Hilfe habe ich mich auf den Weg zu mir selbst gemacht.
    Das war und ist eine spannende Entdeckungsreise.

    Du wirst in deiner Psychotherapie sicher ähnliche Erfahrungen machen.
    Du wirst sehen, je besser du dich kennen lernst, desto mehr steigt dein Selbsbewusstsein.

    Lieben Grüße Sweety

    Hallo Kelestina,

    Zitat

    Ich möchte nicht meinen Partner verändern, nur um selbst mit mir klarzukommen und zufrieden zu sein

    Du kannst deinen Partner nicht verändern, du kannst dich nur selbst verändern.
    Indem du das tust, ändert sich eine ganze Menge zwischen euch.
    Da bleiben natürlich Spannungen nicht aus.

    Ich muss aber mit mir selbst klarkommen, um trocken bleiben zu können.
    Nur so kann ich zufrieden sein.

    Die Spannungen gehören zu meinem Weg auch dazu, aber damit muss ich umgehen.
    Es ist viel bequemer, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.
    Doch was steht am Ende dieses Weges? - Ich trinke wahrscheinlich wieder!

    Nein Danke!!!

    LG Sweety

    Hallo Michael,
    schön wieder etwas von dir zu hören.
    Es ist sicher eine schwierige Zeit, durch die du gerade gehst, ich traue dir aber zu, dass du das packst und keinen "Tick kriegst".
    Indem du dir die momentanen Gefahren bewusst machst, arbeitest du schon aktiv gegen einen möglichen Rückfall.
    Jetzt, wo du viel zu Hause bist, kommen natürlich die alten Erinnerungen.
    Wenn es mir so geht, verdränge ich diese Situationen nicht mehr, sondern lasse die Gefühle ruhig zu. Das tut dann zwar weh,
    aber danach merke ich, wie schön es doch ist, jetzt mein Leben ohne Alkohol leben zu können.
    Bleib am Ball, mach so weiter, wie du begonnen hast!
    LG Sweety

    Hallo Kelestina,

    so bleiben wie früher, aber ohne Alkhol....das wünscht sich mein Mann auch.
    -Dann wäre ich wieder "lieb", weil ich wegen meines ständig schlechten Gewissens nicht widerspreche.

    -Dann würde ich wieder alles machen, ohne zu meckern, weil ich mir beweisen müsste, dass ich auch mit Alkohol unheimlich tüchtig bin.

    -Dann würde ich mich nicht ums Geld kümmern, weil ich eh keinen Durchblick mehr hätte.

    .... So ließe sich die Reihe beliebig fortsetzen.

    Ich habe nicht aufgehört zu trinken, weil ich noch besser, schneller oder perfekter werden wollte, sondern weil ich einfach nur LEBEN will.

    Dazu gehört für mich auch, dass ich mir Schwächen erlauben kann, dass ich einfach mal alles liegen lassen und mir einen schönen Tag machen kann.
    Ich erlaube mir auch mal total unvernünftig zu sein...

    Mein Mann tut sich noch schwer damit, aber ich gebe ihm Zeit, wenn es mir auch schwer fällt.

    LG Sweety

    Hallo Mirisa,
    solche Tage gibt es mal, besonders oft in der ersten Zeit, aber sei gewiss, die gehen auch vorbei und morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus.

    Die Frage: warum ich? habe ich mir früher auch oft gestellt. Ich fing dann an, mir selbst leid zu tun und zog mich damit immer weiter nach unten.

    Inzwischen sehe ich das anders: ich habe durch meine Alkoholkrankheit und den harten Weg aus dem Schlamassel so viel
    über das Leben und die Menschen gelernt. Ohne diese Erfahrungen wäre ich sicher heute noch oberflächlich und arrogant.
    Ich habe mich die Chance gehabt, mich mit 57 Jahren endlich richtig zu kennen...

    Du siehst, es gibt so viele positive Dinge, die du jetzt ohne Alkohol erfahren kannst.

    Liebe Grüße Sweety