Beiträge von sweety15

    Seit 1/2 Jahr schlage ich mich mit einem Problem herum, für das ich einfach keine Lösung finde.
    Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben!
    Ein wirklich guter Freund von mir (seit 40 Jahren) hat sich vor 10 Jahren als Alkoholiker geoutet und ist (war?) seitdem trocken.
    Er weiß, dass ich auch trockene Alkoholikerin bin.
    Vor 3 Jahren hat er eine schwere Krebserkrankung überstanden.
    Er lebt 500km von mir entfernt, ist verheiratet.

    In der letzten Zeit habe ich am Telefon den Eindruck, dass er getrunken hat. Auch mein Mann hatte nach einem Gespräch mit ihm dieses ungute Gefühl.
    Beim ersten Mal habe ich gefragt: Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung mit dir?
    Die Antwort: na klar, alles roger.

    Ich habe das so stehen gelassen, weiß ich doch aus eigener Erfahrung,
    dass er sowieso alles abstreiten würde.

    So ähnlich verliefen alle anderen Gespräche auch. Wir haben über alles Mögliche geredet, aber nicht über Alkohol.

    Gestern rief er wieder an: er erzählte, dass seine Frau gerade eine Studienreise macht und er allein zu Hause ist.

    Ich hatte wieder das gleiche Gefühl - am liebsten hätte ich mich ins Auto gesetzt und wäre hingefahren.

    Was hätte es gebracht? Gar nichts!

    Jetzt sitze ich hier und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.

    Mein Gefühl sagt mir: anrufen und fragen: Trinkst du wieder?

    Mein Kopf sagt mir: Lass es. Er ist allein, vielleicht bringe ich ihn so in Bedängnis, dass er sich erst recht dicht macht
    Ich glaube, dass ich Angst vor der Wahrheit habe!

    Jetzt habe ich mir selbst eine Frist bis heute Abend gesetzt.

    Gruß Sweety

    Guten Morgen,
    Filmriss - ist DAS euer Problem?
    Ich gebe mal ein paar Infos:
    Alkohol ist ein starkes Nervengift. Wenn eine bestimmte Menge des Gifts im Körper ist kommt es zu Ausfallerscheinungen, ( z.B. schwanken, lallen, doppelt sehen...) die mit der Menge des Gifts immer stärker weden.
    Ein "Filmriss" ist das Zeichen für eine starke Alkoholvergiftung, bei der Unmengen von Hirnzellen absterben.
    Die nächste Stufe ist die Lähmung des Atemzentrums. Das bedeutet den TOD.
    Das Nervengift Alkohol wirkt TÖDLICH!!!
    Komasaufen ist russisches Roulett.
    Soweit die Info.

    Alkohol trinken ist kein Spaß.
    Hier in diesem Forum werdet ihr keine Anleitung zum "gesitteten" Trinken bekommen.
    Wir arbeiten daran, ein zufriedenes Leben ohne Alkohol führen zu können.

    Gruß Sweety

    Hallo Melli,
    herzlich willkommen hier im Forum.
    Was du beschreibst, hört sich nach einem massiven Alkoholproblem an.
    Die Frage, ob du alkoholkrank bist, kannst du dir aber nur selbst beantworten.
    Vielleicht schaust du dich erstmal hier in Ruhe um.
    Aus unseren Erfahrungen kannst du eine Menge Informationen bekommen.
    Wenn du dich entscheiden kannst, dein Leben zu ändern, helfen wir gern.
    Frag einfach, wir sind da!
    LG Sweety

    Hallo Anna,
    sorry, ich will nicht meckern, aber wenn du deinen Text ein bisschen strukturierst fällt das Lesen wesentlich leichter.

    "es fällt mir schwer, meine bedürfnisse zu vertreten ohne dabei andere vor den kopf zu stossen - und ich hasse streit."

    So ähnlich ging es mir auch. Das Ergebnis waren 20 Jahre zwischen Trinkpausen und Rückfällen.

    Was ich da bei dir raushöre ist das Bestreben nach absoluter Harmonie.
    Es fragt sich nur, auf wessen Kosten die "Harmonie" zustande kommt!

    Du bist eine gestandene Frau, die ihr Leben meistert. Lass dich nicht klein machen, das hast du nicht nötig!

    Nur Mut, es lohnt sich!
    Sweety

    Hallo zusammen,
    ich froh, dieses Forum gefunden zu haben und danke Karsten und den Moderatoren für ihre Arbeit.
    In meiner 20- jährigen "Alkoholkarriere" habe ich sehr viele Selbsthilfegruppen kennengelernt.
    Ich habe viele Menschen kommen und gehen sehen... und nicht wenige zu Grabe getragen.
    Deshalb weiß ich die Ernsthaftigkeit in dieser SHG zu schätzen.
    Wer so wie ich erfahren hat, dass es bei unserer Krankheit um LEBEN oder TOD geht, kann Verharmlosung oder Ausreden nicht mehr akzeptieren.
    Die Wahrheit tut fast immer weh, sie aber das Einzige, was letztendlich weiter hilft.
    Sweety15

    Hallo Charlotta,
    Eine Entgiftung in einem "allgemeinen" Krankenhaus dauert in der Regel ca. 1 Woche. Meist ist dann die medizinische Entgiftung abgeschlossen.
    Ca.4 - 6 Wochen dauert eine sog. qualifizierte Entgiftung. Sie wird meist in psychiatrischen Kliniken durchgeführt.Ich halte diese für weit aus besser, weil man dort eine Menge über seine Krankheit lernt und anfängt, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Dort arbeiten nicht nur Ärzte, sondern auch Sozialtherapeuten, Sporttherapeuten und Ergotherapeuten.
    Nach einer Entgiftung sollte der (körperliche)Gesundheitszustand wieder so stabil sein, dass man wieder arbeiten kann.
    Jetzt klinge ich schon fast wie eine Suchtberatungsstelle. Bin ich aber nicht. Ich gebe dir nur mein Wissen aus meiner langjährigen leidvollen Erfahrung wieder.
    Gruß Sweety

    Danke Spedi,
    genau!!! Du triffst den Nagel auf den Kopf.
    Ich habe aber den Humor noch nicht verloren.
    Wir haben eine ziemlich großen Hund 10 Mon.(Rüde).
    Für den bin ich das "Alphatier". Er muss aber immer wieder austesten, wer der Boss ist.
    Sorry, aber ich musste eben ganz spontan an unseren Halbstarken denken.
    Du hast schon recht, Alphas lernen langsam, aber sie lernen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
    "Ausdauer" gehört zu meinen Stärken.
    Gruß Sweety

    Hallo Charlotta,
    Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt.
    Er kann eine Überweisung in ein KH veranlassen. Er schreibt auch krank.
    Auf der Krankmeldung für den Arbeitgeber steht keine Diagnose.
    Zur Entgiftungszeit gebe ich dir meine persönliche Erfahrung weiter: je länger die Entgiftung dauert, um so besser ist sie (sprich die Klinik).
    Ich hoffe, dir erst mal weiter geholfen zu haben
    Gruß Sweety

    Hallo Robi,
    solange du den Teufel Alkohol BEKÄMPFEN willst, hast du schon verloren. Die Sucht ist stärker!
    Du kannst nur kapitulieren.
    Du kannst dir ein neues, anderes Leben aufbauen, in dem der Alkohol keine Rolle mehr spielt.
    In der LZT hast du die Möglichkeit, das zu lernen.
    Nutz diese Zeit für dich selbst!
    Für heute wünsche ich dir trockene 24 Std.
    Sweety

    Hallo Meinolf,
    auch von mir ein herzliches Willkommen!
    Es ist ein guter Entschluss, eine LZT zu machen.
    Meines Wissens nach muss man entgiftet sein, um in einer Klinik aufgenommen zu werden.
    Hier im Forum kannst du Einiges zum Thema Entzug lesen...
    Gruß Sweety

    Guten Morgen,
    danke Elfriede und Heike!
    "Selbstverantwortlich handeln", genau das mache ich jetzt und genau das ist es, was ich jetzt auch von meinem Mann erwarte.
    In seinem Beruf kann er den lästigen Kleinkram deligieren. Da hat er die nötigen Helferlein, die ihm den Rücken für die "wichtigen" Aufgaben freihalten.
    Das ist aber nicht das wahre Leben.
    Da muss sich jeder erstmal um die Gestaltung seines eigenen Lebens kümmern.
    Mein Mann tut sich sehr schwer damit. Zu Hause ist keiner, an den er deligieren kann. (D.h. nicht, dass ich nicht hilfsbereit bin).
    Mit mir muss er auf Augenhöhe kommunizieren. Das ist anstrengend.
    Vielleicht muss es ihm auch schlecht genug gehen, damit er bereit ist, sein Leben in die Hand zu nehmen.
    Gruß Sweety

    Hallo Spätzle,
    du hast eine gute Entscheidung für dich getroffen.
    In der Langzeittherapie kannst du lernen, dein Leben ohne Alkohol zu meistern. Nutze die Zeit!
    Die Gelegenheit, einmal nur an dich zu denken, kommt so schnell nicht wieder.
    Alles Gute für dich
    Sweety

    Hallo,
    ich will mal kurz berichten, wie das Gespräch am Wochenende gelaufen ist:
    zum Glück hatten sich unsere Gemüter wieder beruhigt, so dass wir ruhig miteinander reden konnten.
    Fazit: ich weiß jetzt, wie mein Mann mich erlebt.
    Er hat das Gefühl, dass er gar nicht mehr gebraucht wird. Wenn er nach Hause kommt, gibt es nichts mehr für ihn zu tun, ich habe schon alles erledigt.
    Er meint, dass ich mit meiner Dynamik "alles platt" mache.
    Ich soll auch ihm Zeit geben, mit dem neuen Leben klar zu kommen.
    Zitat (sinngmäß): "Alkoholiker bekommen von überall fachkundige Hilfe, aber wir Angehörigen müssen allein zurecht kommen." "Trockene Alkoholiker denken nur an sich, wie es den Angehörigen dabei geht, ist ihnen wurscht."
    Der übereilte Kauf war eine Art Trotzreaktion: Jetzt bin ICH dran!
    Die Sichtweise über trockene Alkoholiker habe ich erst mal im Raum stehen gelassen.
    Über den Kauf konnten wir eine akzeptabele Lösung für uns beide finden.
    Wie denkt ihr über obige Zitate? Habt ihr Ähnliches zu hören bekommen?
    Ich bin jetzt ganz schön am Grübeln!
    Sweety

    Hallo Bananas,
    jede Therapie, auf die du dich ganz einlässt, ist gut.
    Sie bietet dir auch die Chance ganz neue Seiten an dir zu erkennen.
    Du solltest dankbar sein, eine Therapie machen zu DÜRFEN. Ich habe in Therapien Menschen kennengelernt, die alles wissenschaftlich auseinanderpflücken wollten Auch ich habe einmal zu den Menschen gehört, die "schlauer" als die Therapeuten sein wollten. (Höherer Bildungsgrad = mehr Kompetenz ) Das Ergebnis war: 20 Jahre rumgeeiere.
    Das wünsche ich dir wirklich nicht.
    Ein Therapeut (trockener Alkoholiker) hat mir mal gesagt: Solange du nicht "demütig" sein kannst, wirst du immer wieder trinken müssen!
    Make it better
    Sweety

    Guten Morgen Angie,
    du spielst mit deinem Leben!
    Dein Arzt hat Schweigepflicht.
    "Trocken UND anonym" funktioniert nach meinen Erfahrungen nicht.
    Wenn du hier im Forum liest, kannst du eine Menge von den Erfahrungen trockener Alkoholiker lernen.
    Gruß Sweety

    Guten Morgen Falk,
    meine Erfahrungen aus ca. 20 Jahren vergeblicher Trockenheit und 2 Jahren echter Trockenheit:
    In den 80er Jahren wurde mir bewusst, dass ich ein ernstes Problem mit Alkohol hatte. Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht...1986 machte ich dann meine meine erste Entgiftung im Krankenhaus. Danach war ich körperlich wieder fit, genoss es nicht mehr zu trinken, lebte aber weiter wie bisher. Unser Weinkeller war weiter gut bestückt, ich ging auf Feiern und glaubte, dass es mir nichts ausmacht, wenn andere trinken...
    so stolperte ich von einem Rückfall zum nächsten. Auch wenn ich längere Zeit nichts getrunken hatte bestand mein Leben aus faulen Kompromissen.
    Die musste ich in der Politik machen, aber in Bezug auf Alkohol hätten sie fast mein Leben gekostet. (s. meine Vorstellung)
    Nach diesem "Schuss vor den Bug" war für mich Schluss mit dem ganzen Selbstbetrug.
    Praktisch sah das erst mal so aus:
    - Mein Haus wurde eine alkoholfreie Zone. Mein Mann und meine Kinder trinken in unserem Haus keinen Alkohol. Einige sogenannten Freunde blieben weg, aber wirkliche Freunde blieben und akzeptieren meine "Schutzzone".
    - In der ersten Zeit mied ich öffentliche Veranstaltungen, bei denen getrunken wurde.
    - Auf Familienfeiern suche ich die Nähe von Nichttrinkenden oder beschäftige mich mit den Kindern.
    - Beim Essengehen bin ich wachsam, besonders was Soßen anbelangt. (Ich frage, ob diese mit Alkohol zubereitet wurden.)
    - Von der Politik habe ich mich total verabschiedet.
    (Du glaubst ja nicht, wie viele Entscheidungen unter Alkoholeinfluss getroffen werden.)

    Inzwischen gehe ich wieder mehr aus genieße Konzerte meiner Lieblingsmusik. Dort wird ntürlich Alkohol getrunken, aber für mich steht die Musik im Vordergrund...

    Ich mache keine faulen Kompromisse mehr, weder im Bezug auf Alkohol noch im sonstigen Leben.

    Ich will niemanden "bekehren". Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er durchs Leben gehen wil.
    Sweety