Beiträge von Brigitte

    Hi Od,

    mir ging es auch so wie dir. Habe lange Jahre abends meine Flasche Wein getrunken und mir auch immer so meine Gedanken gemacht und gewusst, dass das nicht o.k. ist. Mein äußeres Leben lief normal weiter.

    Bei Treffen mit Leuten habe ich auch immer nur den ganzen abend an meinem Glas Wein genippt, es sogar noch nichtmals ausgetrunken, aber heftig darauf gehibbelt nach Hause zu kommen, um endlich wieder zu konsumieren.

    Die Gefahr weiter abzurutschen lauert vor der Tür. Bei dem einen so, bei mir dann durch die arbeitslosigkeit, dass ich dann mehr getrunken habe. Garantie hast du nicht, dass es ewig so weitergeht. Du musst damit rechnen, dass es schlimmer wird.

    Den Zahn musste ich mir auch ziehen lassen, es merkt ja keiner, dass ich trinke. Pustekuchen. Ich war entsetzt, wer das alles mitgekriegt hat.

    Und mit dem Runtertrinken kannste auch vergessen. Das funktioniert ein paar Tage, dann sagst du dir, ach jetzt noch ein Glas usw.Das haut nicht hin.

    So eine Entgiftung ist der zweite Schritt. Der erste, so geht es nicht mehr weiter und ich will was verändern, den Wunsch habe ich bei dir rausgelesen.

    Wenn du so weiter machst, wird es nur noch schlimmer werden. Alkohol ist IMMER eine Talfahrt. Aber du bist ja selber ganz unzufrieden mit dir.

    Wenn du Hilfe in Anspruch nimmst, wird dir das ein ganz anderes Gefühl machen. Du wirst schonmal sehen, dass du einen Schritt in den Tunnel gemacht hast und am Ende das Licht sehen.

    Wichtig (zumindest für mich) ist eine SHG. Ich gehe 2x zu den AAs, um trocken zu bleiben. Es verändert sich durch die Gruppe viel in einem, auch die Einstellung dazu, dass man Alkoholiker ist, sieht man nicht mehr als Schande, sondern verarbeitet es so, dass man annehmen kann, das es eine Krankheit ist. Durch die Gruppen bin ich gelassener und ruhiger geworden. Und vor allem, du hängst abends nicht mehr alleine rum. Es ist schön in den Gruppen und du findest auch neue Freunde.

    Hi Sweety,

    es ging mir auch so. Es war etliche Jahre immer so halbe Grenze mit meiner Sauferei. Habe abends meinen Wein getrunken und gut wars. 2003 bin ich dann arbeitslos geworden und fing auch tagsüber an zu trinken bis 2005. Da ging es mir dann auch immer schlechter. Meine Wohnung war nicht mehr sauber. Es machte mir Mühe meine Mutter zu verpflegen (ich wohne mit ihr zusammen, sie ist 87 und hat Parkinson). Auf jeden Fall ging so alles den Bach runter, na ja und von der Psyche, wie man sich so fühlt, will ich gar nicht reden. Irgendwann war ich dann auch an dem Punkt, so geht es nicht mehr weiter. Ich hatte zwar schon immer den Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören, aber ich war wohl nicht weit genug unten. Es lief ja immer.

    Heute sage ich mir, da will ich nicht mehr hin. Diese Quälerei aufhören zu wollen und doch nicht können und so ein Entzug ist ja grade auch nicht ein Spaziergang. Genieße deine Trockenheit. In meiner SHG sagen sie, es wird immer besser. Erst waren es Worte für mich, aber langsam spüre ich es am eigenen Leib.

    Denk dran, du willst auch nicht mehr die Scheiße mitmachen.
    Zufriedene Trockenheit wünsch ich dir.

    Hi Michael und auch herzlich Willkommen,

    jemand aus meiner AA-Gruppe hat das gleiche erzählt. Führerschein weg, MPU stand an und für die MPU trank er auch über ein Jahr keinen Tropfen Alkohol. Dann mit dem Führerschein frisch in der Hand ab in die nächste Kneipe und ganz fürchterlich abgerutscht. Es hat ewig gedauert, bis er wieder aufhören konnte.

    Bei uns in der Gruppe heißt es immer: nur für dich selbst musst du den Wunsch haben aufzuhören, nicht für den Führerschein, nicht für die Freundin etc.

    Und was ist, wenn du wieder säufst. Du wirst keinen Sport mehr machen, wie es sich mit deiner Freundin entwickelt, weißt du auch nicht, die Gesunde Ernährung wird dir egal sein, alles was dir Spaß macht, wird dir gleichgültig werden. Aus den Gruppen weiß ich, dass jeder Rückfall schlimmer werden kann und der Alkohol steigen wird und es schwerer wird, mit dem Aufhören.

    Von 100 werden 95 rückfällig.

    falsch: von 100 werden 98 rückfällig. Sorry, habe ich aus meinen AA-Gruppen.

    Schämen brauchst du dich nicht, denn die Ärzte wissen, das Alkoholismus eine Krankheit ist. Und wer schämt sich, wenn er einen entzündeten Blinddarm hat.

    Und es soll keiner merken, dazu kann ich nur sagen, das ist eine Frage der Zeit, irgendwass wird es deine Familie merken, weil eine Saufkarriere immer schlimmer wird.

    Also, pack es an.

    Nur einer lebt und regelt dein Leben und das bist du.

    Bei dir geht es ja auch äußerlich ganz schön bergab. Mit Alkohol wird es nicht besser sondern schlimmer. Nur ohne Alkohol wirst du in der Lage sein, mit deiner Situation klar zu kommen und sie gegebenenfalls zu verbessern.

    Die Probleme und die Situation, die du dir geschaffen hast, wirst du mit und ohne nicht ändern. Du kannst jetzt nur schauen, wo bin ich, was will ich. Mit Alkohol scheint es ja angenehmer zu sein. Ist auch für ne kurze Zeit, aber auf Dauer macht er alles kaputt, siehe dein Leben und er wird es noch kaputter machen

    Deine Entscheidung. Noch hast du die Möglichkeit, etwas zu machen, trocken natürlich oder nichts zu machen und ganz abzurutschen.

    Keiner wird dich aus der Sauferei rausholen, nur du kannst was machen.

    Hi Alex und Olivia,

    ich bin seit über einem Jahr trocken und kann euch noch gut nachempfinden, wie es euch geht.

    Der Anfang ist nicht leicht, zumindest wenn man nach dem Entzug wieder im Alltag steht. Trotz allem, ist er mir leichter gefallen als ich es mir vorgestellt hatte. Anfangs kommt dann auch öfter der Saufdruck, wo du einfach nur Schmacht hast und dich fragst, was soll das ganze. Aber es hält nicht an und geht vorbei. Und eins kann ich euch versprechen, es wird besser. Es wird mit der Zeit besser und schöner und ich fange jetzt so richtig an mein Leben zu genießen. Es lohnt sich wirklich, nicht mehr zu trinken. Olivia, du gehst ja zu den AA, da gehe ich auch 2 x die Woche hin. So eine SHG ist wirklich ganz wichtig. Kann ich dir nur wärmstens, Alex, ans Herz legen. Dort lernt man andere Leute kennen und je länger man hingeht und sich dort mehr und mehr heimisch fühlt, wird es auch schöner. Wirklich wichtig, denn es ist schwer, alleine trocken zu bleiben.

    Und als Beigabe lernst du dort andere Leute kennen, kannst neue Freunde gewinnen und dort ist auch so manche Ehe geschlossen worden. Aber das hebe dir für später auf. Erstmal musst du jetzt für dich Sorgen.

    Ich wünsche euch wirklich alles gute.

    Hi Micha, hi Heinrich,

    nett, dass ihr euch gemeldet habt. Es hat mir gefallen, wie ihr geschrieben habt.

    Natürlich stehen für mich die SHG an erster Stelle. Denn ich weiß, das es ohne sie wesentlich schwerer ist trocken zu bleiben. Such noch nach einer Möglichkeit für meine Mutter, dass sie in dieser Zeit betreut wird. Aber von offiziellen Stellen her ist es sehr teuer. Will aber mal bei der Kirche anrufen, vll gibt es da eine Möglichkeit.

    Meine Trockenheit steht an allererster Stelle für mich. Ich weiß wo ich herkomme und möchte da auch nicht mehr hin. So ist das Leben einfach schöner und befriedigender, aber ihr werdet das wohl sicherlich auch kennen.

    Danke für Eure Begrüßung. Das erhoffe ich mir auch, einen regen Erfahrungsaustausch und dass mir immer bewusst bleibt, dass ich Alkoholikerin bin, damit man (ich) nicht gleichgültig wird und sich das erste Glas wieder einschleicht.

    Ich werde bestimmt noch mehr von mir schreiben unter anderen Gruppen, aber erst will ich lesen und hier rumstöbern und meine Postings abgeben, was mir halt so einfällt.

    Ich heiße Brigitte und bin 59 Jahre alt.

    Seit über einem Jahr bin ich trocken und gehe regelmäßig 2 x/Woche zu den AAs. Das ist mir jetzt nicht mehr möglich, da ich meine Mutter pflege, sie wohnt bei mir, und ich sie nicht mehr alleine lassen kann.

    Ich habe Angst, dass ich ohne die Gruppen einen Rückfall bekommen kann, deshalb habe ich gegoogelt, dieses Forum hier gefunden und hoffe, dass es mich unterstützen kann.