Beiträge von Brigitte

    Helfen ist nicht schlecht, aber hat auch so seine tücken. Das bezieht sich nicht nur auf den noch trinkenden sondern grundsätzlich.

    Grade die frisch trockenen geraten da anfangs oft in so ein "Helfersyndrom" und wollen die ganze Welt trocken legen. Geht nicht. Letztendlich ist jeder für sich verantwortlich. Viele, die noch mittendrin stecken, wollen gar keine Hilfe, sondern in Ruhe weitersaufen. Für die wärst du sowieso nur ein Störfaktor.

    Helfen sollte man da, wo einer nach Hilfe fragt. Da kann ich von meinen Erfahrungen und meinem Weg erzählen. Ich kann Hinweise geben, was zu unternehmen ist. Da bin ich bereit, die Hand auszustrecken. Aber diese Infos verwerten und annehmen kann nur der andere und es ist seine Entscheidung, was er tut. An dem Punkt ist es mit der Hilfe zu Ende. Der andere muss seinen Weg gehen.

    Da stellt sich auch die Frage, wer bin ich, kann ich die Wege anderer ebnen und vorschreiben und ihn zu einem "richtigen Leben" führen? Wäre für mich ne Nummer zu groß.

    Alkohol ist eine Krankheit. Festgelegt von der WHO, ich glaube 1965.

    Ich muss gestehen, dass ich auch heute noch, nach etlichen Monaten Trockenheit, Schwierigkeiten habe, das zu akzeptieren. Ich - für mich - denke auch immer, es war mein schwacher Wille, der mich dahin gebracht hat und alleine meine Entscheidung zu saufen.

    Aber der Alkohol macht ja was mit uns, er hat uns süchtig gemacht. Andere können trinken und auch viel auch und werden trotzdem nicht süchtig. So erkläre ich mir das als Krankheit. Zu einer besseren Erklärung für mich bin ich auch nicht gekommen und lasse es dabei jetzt auch stehen.

    Mit der Zeit verblasst auch die Frage und ist nicht mehr so relevant. Was zählt ist, dass ich nicht mehr trinke.

    Die Frage nach der Schuld ist nicht mehr wichtig. Es ist halt passiert, es war nicht gut und jetzt versuche ich es besser zu machen.

    Ich glaube, dass man es nicht so ganz vermeiden kann mit Alkohol (in Gesellschaft) in Berührung zu kommen. Den Oldies aus meiner AA-Gruppe scheint es nichts auszumachen. Die können damit umgehen.

    Ich kann es auch nicht immer vermeiden. Hatte letztens ein Familientreffen, wo gerne Wein getrunken wird (Wein war auch mein Getränk), aber es hatte mir nichts ausgemacht. Und eigentlich würde ich die auch als Oldi bezeichnen, aber wie du ja schon vor geschrieben hattest, kommen auch bei dir manchmal noch Anfechtungen hoch (habe ich das jetzt richtig in Erinnerung?).

    Bei solchen Gelegenheiten wappne ich mich vorher. Mache mir ganz klar, dass dort Alkohol getrunken wird und das ich keinen trinken werde und das auch so ein Abend herum geht und so klappt es auch.

    Schön, dass es jetzt mit Ute auch so gut klappt. Ich wünsche ihr wirklich, dass sie jetzt mal endlich die Kurve gekratzt hat und euer Umgang hört sich doch auch sehr entspannt an.

    Wenn ich mich so an deine posts erinnere, was da für Ängste, Probleme und Befürchtungen war, hat es sich doch jetzt ganz schön eingependelt.

    Ich glaube so eine Art Sozio-Phobie hatte ich auch. Auf jeden Fall drückten sie sich äußerlich so aus. Angst unter Menschen zu gehen, phasenweise Angst auf die Straße zu gehen etc. Auf jeden Fall war die Angst immer mit anderen Menschen verbunden.

    Aber letztendlich ist die Angst ja in einem oder das Problem, was sich an einem äußeren Objekt festmacht, sei es Angst vor Plätzen, vor Enge oder sonst was.

    Ich hatte das Glück eine paar Jahre eine gute Psychotherapie zu machen. Dort kam ich an Gefühle ran, die eigentlich so gar nichts mit der äußeren Angst zu tun hatten, aber aus diesen Gefühlen ist die äußere Angst gewachsen. Als ich einige Dinge für mich abklären bzw. bearbeiten konnte verblasste auch immer mehr die äußere Angst, von der ich auch heute noch nicht ganz frei bin, die aber doch wesentlich abgeschwächter ist.

    Als ich noch trank, kam die Angst vor Menschen wieder verstärkt hoch. Wenn ich mich mit Leuten traf, musste ich mir erstmal Mut antrinken. Aber seitdem ich nicht mehr trinke, ist das wieder weg. Meine Feststellung: Alkohol verzerrt schon ganz schön die Gefühle.

    Und dann die Frage, ob ich mir eingestehe süchtig zu sein, kann schon, wie ihr befürchtet, eine Alibifunktion werden, so nach dem Motto, ist doch eh wurscht.

    Eigentlich stellt sich mir nicht die Frage, obwohl ich suchtabhängig getrunken habe. Ich weiß, ich will trocken bleiben und nicht mehr in diese Sucht oder dieses Trinkverhalten reinrutschen. Ich weiß genau, wenn ich wieder trinke, wird es sicherlich kein kultiviertes Gläschen Wein werden, sondern ich werde wieder genau an dem Punkt landen, an dem ich aufgehört habe, wenn nicht sogar schlimmer. Das habe ich immer wieder von Leuten aus meiner realen SHG, denen es so mit Rückfällen ergangen ist, gehört.

    An dem Punkt, wo ich aufgehört habe, war ich absolut unzufrieden und mein Leben lief nicht mehr so, wie es sollte. Also, da nicht wieder hin.

    Es gibt Bereiche, wo ich weiß, der Arzt weiß es besser als ich. Es gibt aber auch Bereiche, wo ich der Chef bin.

    Wenn der Doc einen entzündeten Blinddarm diagnostiziert, wird er es besser wissen als ich. Was aber meine Verstandes- und Gefühlswelt anbelangt, da bin ich verantwortlich, was nicht heißt, dass ich mir nicht andere Meinungen anhöre und darüber nachdenke.

    Letztendlich kannst nur du alleine wissen, ob du abhängig bist. Dafür gibt es ja genug Hinweise. Ich kann dir nur sagen, wann du nicht abhängig bist, und zwar dann, wenn du deinen Tag besser noch mehrere ohne Alkohol verbringen kannst und ohne den Wunsch, jetzt würde ich gerne.

    Ärzte wissen, wie man mit Alkoholsucht und Entzug umgeht, medizinisch, aber menschlich wissen sie nicht, solange sie es nicht selber erlebt haben, was tatsächlich dahinter steckt.

    Ich hatte jetzt wieder ein Erlebnis, an dem ich merkte, wie sich der Bezug zum Alkohol verändert mit der Zeit.

    Vorweg muss ich sagen, dass ich so gut wie kaum mich unter Leuten bewege, die Alkohol trinken.

    Also: wir haben am 31. Oktober unser jährliches Familientreffen, bei dem schon in fast ritueller Weise Wein getrunken wird (ich war selber Weintrinker). Voriges Jahr, als der Wein kredenzt wurde, dachte ich nach dem köstlichen Essen, mensch, jetzt auch ein Gläschen, das wäre schön.

    Dieses Jahr hat das Weintrinken gar keine Gelüste in mir ausgelöst. Irgendwie dachte ich, ich entferne mich doch weiter von dem Alkohol. Allerdings habe ich genau nachgesehen, wer Wein und wer Wasser getrunken hat. So ganz ohne Registrierung geht es wohl noch nicht.

    Vll. wird es im nächsten Jahr anders sein und ich achte auch darauf nicht mehr.

    Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten und nur von einer realen SHG.

    Als ich im Krankenhaus zur Entgiftung war, bin ich dort auch zur AA gegangen. Mir wurde auch Anfangs empfohlen, mir mehrere und verschiedene Gruppen anzusehen, so dass ich eine oder auch mehrere Gruppen finde, wo ich mich zuhause fühle.

    Ich bin in der AA-Gruppe geblieben, weil ich mich da wohlfühlte und habe keine anderen mehr ausprobiert. Wie schon vor erwähnt läuft es bei AA etwas anders ab als bei anderen, aber ich denke auch letztendlich spielt es eine Rolle, welche Menschen man dort findet und wie man sich halt innerhalb der Gruppe fühlt.

    Kurz zur Struktur der AA. Es wird dort nicht wild rumdiskutiert, sondern jeder kann ausreden. Anfangs viel es mir schwer, weil ich mir merken musste, was ich selber dazu sagen wollte. Jetzt gefällt es mir gut, weil mein Kopf einfach wieder besser funktioniert. Ich kann in Ruhe meine Sachen/Probleme auf den Tisch legen, ohne unter Druck zu stehen, dass ich unterbrochen werde.

    Ist halt alles geschmackssage. Letztendlich kommt es auf deine Gefühle an.

    Empfehlen würde ich dir, zu einer Gruppe zu gehen und erstmal ein paarmal das ganze auf die wirken zu lassen. Es dauert (zumindest bei mir) schon einige Zeit, eh man sich da zuhause fühlt.

    Als ich Anfangs so ab und zu meinen Saufdruck bekommen hatte, habe ich auch wie paralysiert in meinem Sessel gesessen, nur nicht wackeln, aber mit der Zeit machte ich die Erfahrung, die Abstände wurden größer und der Druck kürzer.

    Ich habe schon das Gefühl, dass sich was im Leben verändert. Die eine Veränderung hast du ja selbst gesagt, dass man wieder alles auf die Reihe kriegt. Das andere - bei mir zumindest - läuft sehr subtil ab. Es kommen langsam und vorsichtig Gefühle hoch, die ich während meiner Saufzeit nicht hatte. Nicht unbedingt nur positive Gefühle auch negative, aber ist doch auch o.k., denn jetzt kann ich sie wahrnehmen und was damit machen vll. verändern. Denn auch die sind in mir und verschwinden nicht mit der Sauferei, sondern werden nur irgendwo in einen Kellerraum gelegt, der dann überquillt.

    Jetzt kann ich diesen Raum wieder lüften und vll. auch ein bisschen aufräumen. Mit der Sauferei klappt das nicht, denn Saufen ist Stagnation.

    Ein Alkoholiker hat 1000 Gründe zum Saufen. Stress, Langeweile, Einsamkeit, Belohnung. Im Grunde will er immer nur saufen und jedes momentane Gefühl ist ein Grund dafür.

    An dem Punkt, wo du jetzt stehst, fühlt sich die Trockenheit so an, also das Verhältnis zum Alkohol. Er ist noch ganz nah. Nach einem Jahr, fühlt sich dein trockenes Leben schon ganz anders an und das Verhältnis zum Alkohol hat sich geändert usw.

    Das mit der Flasche Bier war einfach Saufdruck. Da musst du dich durchbeißen. Der Saufdruck wird weniger und verblasst mit der Zeit. Du musst (es bleibt dir nichts anderes übrig) Geduld haben. Vor allem habe die Hoffnung, dass es mit der Zeit leichter wird. Glaub mir, ist meine Erfahrung und die vieler anderer auch.

    Ich bin ein richtiger Suchtraucher und genieße auch meine Zigaretten und ich wäre dazu ein absoluter Liebhaber der Zigaretten, wenn nicht a) meine arme Gesundheit, b) das liebe Geld und c) ich müsste mal unbedingt wieder anstreichen.

    Ich gehöre nicht zu den Allen-Car-Fans. Fand das Buch super und es hat auch zwei Tage bei mir funktioniert und das wars. Also jetzt wieder bei 471.

    Ein Tipp von mir:
    Wenn du mit deinem Kreuz am Kiosk vorbeigehst würde ich mir noch eine Kette aus Knoblauch umhängen. Wirkt dann alles noch besser.

    Dein Experiment kann ich verstehen. Ging mir auch in der Anfangszeit so. Ich wollte sehen, wie ich reagiere und was es mit mir macht. Tatsächlich will man ja nur sehen, wie stark man ist. Aber Vorsicht, kann auch in die Hose gehen. Dein Verhältnis zum Alkohol wird sich im Laufe der Zeit verändern und du wirst stärker und sicherer dem Alkohol gegenüber. Du wirst mit der Zeit auch wissen, was gut für dich ist und was nicht. Solche Experimente sind wie ein Sprung ins kalte Wasser, du weißt letztendlich nicht, was dabei herauskommt.

    Dann zum Rauchen. Ich habe mal mit dem Rauchen aufgehört. Also saß ich dann so abends gemütlich vor dem TV und hatte mächtig Schmacht. Machte mir dann so richtig klar, ne, ist nichts. Der Schmacht ließ auch nach und verlagerte sich dann auf Gier nach was Süßem. Ich bin mir da auch nicht so sicher, ob sich da nicht dann was verschieben würde und evtl. Saufdruck aufkommen könnte. Ich (meine Meinung) würde jetzt in der Anfangszeit nicht mit dem Rauchen aufhören. Erstmal abwarten bis eine gewisse Zeit der Trockenheit vergangen ist.

    Glaub mir es ändert sich wirklich viel zum Verhältnis zum Alkohol. Anfangs ist er irgendwie immer noch präsent und das verblasst mit der Zeit. Für mich wäre da der richtige Zeitpunkt die nächste Sucht in Angriff zu nehmen.

    Da ich mich kenne und weiß, wie ich reagiere, kann ich das Einschätzen. Kann ja bei dir auch ganz anders sein.

    Ich stelle mir das Alkoholisiert sein so vor, mit einem Zimmer und einer Tür. Im alkeholisierten Zustand schiebe ich alle Gefühle in das Zimmer und schließe die Tür. Also Gefühle wegsaufen. Sie sind aber nicht weg, sie sind nur weggeschoben.

    Jetzt bist du nüchtern und dieser Trick funktioniert nicht mehr. Leider ist das Zimmer proppenvoll, die Tür ist offen und die Gefühle überrennen dich. So stelle ich mir die Anfangszeit der Trockenheit vor. Da muss sich erstmal mit vielem geballt auseinandergesetzt werden. Später wird es ruhiger, weil das Zimmer leer ist und nur noch die aktuellen Sachen an einen herantreten. So geht es jedem Menschen, sei er Nichtalkoholiker oder trockener.

    Vor seinen Gefühlen kapitulieren, finde ich gut. Du kannst sie verdrängen, es gibt genug Wege und mittel es zu tun. Du kannst sie auch einfach für sich stehen lassen und sie anschauen. Das ist der harte Weg, aber nur das kann Veränderung bewirken. Da kann was bewusst werden und wachsen und sich verändern. Da hat jeder seinen eigenen Gefühlsberg, mit dem er sich auseinander setzen muss.

    So ist das Leben. Sehe es doch mal als deinen Lebenssinn an.

    Das erste Jahr als ich nicht mehr trank, dachte ich überhaupt nicht an Alkohol. Danach ist er wieder näher gerückt und jetzt - gottseidank - sind die Gedanken wieder weg.

    Vll. hängt es mit deiner momentanen Situation zusammen, dass du wieder mehr daran denkst. Es war ja in den letzten Monaten sehr viel Umbruch und Veränderung. So ein Neuanfang braucht wohl auch einiges an Zeit um sich zu sortieren. Da ist Trauer und Schmerz und Abschiednehmen von altem und von auch lieben Gewohnheiten. Gib dir einfach Zeit. Ist jetzt halt so, dass die Gedanken auftauchen, hauptsache du greifst nicht zum ersten Glas. Ich glaube für dich, dass, wenn du so erstmal in deinem neuen Leben so richtig zuhause bist, sich das auch wieder legen wird.

    Ich glaube, dass es müßig ist zu fragen, ob es gut ist, wenn du dich weiterhin mit Ute triffst. Tu das, was dir guttut. Auch das wird sich mit der Zeit irgendwie auf ein Maß, was für dich richtig ist, einpendeln.

    Das ist ein verdammt schwieriges Thema, was du da aufwirfst. Irgendwie begreifst du schon, dass Alkoholiker einfach anders ticken. Du kannst versuchen, dich in sie hineinzuversetzen, aber ich denke nicht, dass du es letztendlich verstehen kannst, weil du kein Alkoholiker bist. Aber ich finde deine Fragen gut, weil du sie in deinem Beruf verwerten willst.

    Wie schon vor erwähnt, kommt ein Rückfall nicht so mir nichts, dir nichts, sondern er baut sich langsam auf. Das ist einer der Gründe, warum ich zu einer realen SHG gehe. Alkoholiker sind ganz sensibel in diesem Bereich und sie kriegen es mit, wenn mein Denken eine schiefe Bahn einnimmt und machen mich darauf aufmerksam.

    Ich glaube nicht, dass ein Nichtalkoholiker das im Vorfeld mitkriegt. Geht, glaube ich nicht, weil die Sauferfahrung fehlt. Hinzu kommt, dass Alkoholiker 3 mal chemisch gereinigt sind. Das heißt, sie kennen alle Tücken und Schleichwege um es vor der Außenwelt zu kaschieren. Alles was mit der Sucht zusammenhängt und gelebt werden will, wird sehr gekonnt verschleiert. Da ist es für einen Außenstehenden ganz schwer so richtig dahinter zu blicken.

    Wenn ich wieder Saufen möchte, hat sich in mir schon sehr viel abgespielt, ist eine Entwicklung (zum Negativen) abgelaufen. Wenn ich dann mein erstes Glas nehme, würde ich mich an niemanden mehr wenden. Es ist deshalb wichtig, diesen Prozess im Vorfeld zu erkennen.

    Ich habe gesoffen, weil meine Gefühle nicht stimmten, weil ich Langeweile hatte oder weil ich mich belohnen wollte. Es gibt 1000 Gründe zum Saufen und es kommen mit der Zeit immer mehr dazu.

    Aber ursächlich denke ich, dass es Gefühle waren, die ich nicht aushalten konnte oder wollte.

    Hilfe würde ich mir insofern wünschen, dass ich mit diesen Grundgefühlen arbeiten kann, also eigentlich Psychotherapie. Aber nicht jeder bekommt sowas. Also versuche ich selber damit zu arbeiten und natürlich ist es schön, wenn Menschen da sind, die einen auf diesem Weg unterstützen. Dies ist mein Weg und ich weiß nicht wie er für andere aussieht.

    In meiner SHG heißt es zum einen, nicht jeder wird genesen. Habe ich selber oft genug erlebt, die sogenannten Drehtürpatienten. Solche die mittlerweile jahrzehnte rumkrebsen und doch nicht die Kurve kriegen.

    auch heißt es, ich kann niemanden trocken legen. Vll. kann ich unterstützend wirken, aber ich spüre auch ganz schnell als Alkoholiker, wo jemand noch nicht die Kurve kriegt.

    Das ist leider so, dass die Wartezeit auf einen Therapieplatz in der Regel 1 bis 2 Jahre dauert. Finde ich auch sehr frustierend.

    Gehe doch mal zur Caritas, soweit ich gehört habe, machen die auch in dieser Richtung Behandlungen. Fragen kostet ja nichts.
    Und wie ist es mit einer Suchtberatung, da mal nachhören, welche Möglichkeiten es gibt.

    Letztendlich hat der gute Mann ja (leider) Recht. Irgendwie sind wir immer auf uns alleine gestellt und müssen gucken, wie wir klar kommen. Kopf hoch, ist jetzt halt deine Aufgabe dich da durchzuwursteln.

    Ich habe es vor Jahren mit Meditation versucht. Nicht mit dem Hintergedanken Esoterik oder Spiritualität. Meditation war für mich eine Auseinandersetzung meiner Gefühle. Da kolmmen auch Sachen hoch, die einem so nicht bewusst sind. Soll aber keine Empfehlung sein und ist auch nicht jedermanns Sache. Vor allem ist es auch kein Spaziergang sich mit seinen dunklen Schattenseiten auseinander zu setzen. Viel mir jetzt grad mal so ein.

    Armer Bernd. Du weißt ja, manche Tage sind arg wolkig. Vll. geht es dir jetzt schon wieder besser. Wünsche ich dir.

    Mit deiner Bandscheibe würde ich aber auf jeden Fall zum Arzt gehen. Ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn das Bein taub wird. Hört sich so wie nervenabklemmen an. Also fackel nicht..

    Mit Momo ist es natürlich traurig, wenn du immer wieder Abschied nehmen musst.

    Ich weiß jetzt nicht, wie alt dein Sohn ist. Kenne mich auch nicht aus, wie es rechtlich damit aussieht. Ich denke mir nur, dass, wenn er 18 ist, für sich selbst verantwortlich sein sollte. Aber keine Ahnung.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Bei uns scheint die Sonne und es ist auch nicht ganz so kalt. Mach mal einen strammen Spaziergang oder was anderes draußen.

    Wirklich toll, Chitty, wie du jetzt deinen Weg gehst.

    Ich bin mal gespannt, wie es dir heute in der Tagesklinik ergangen ist. Erzähl uns doch mal, was da so gemacht wird.

    Die Euphorie hatte ich auch kurz nach meiner Entgiftung. Ich habe sie genossen. Es war ein schönes Gefühl. Vll. hat mir dieses Gefühl es auch leichter gemacht, dem Suchtdruck zu wiederstehen.

    Der Saufdruck ist einfach da in der Anfangszeit. Der Körper und die Psyche wollen einfach die gewohnte Dröhnung haben. Aber glaub mir, das schwächt sich mit der Zeit immer mehr ab. Bei mir war es so, dass ich ganz fürchterlichen Saufdruck hatte mit all den Gedanken, die mich zum Trinken verführen wollten. Ich habe die Zähne zusammengebissen und wollte da nur durch.

    Ich habe dann auch immer an mein "letztes Glas" gedacht und dass ich nicht mehr dahin wollte. Mit der Zeit werden die Abstände größer und die Zeit kürzer, wo der Saufdruck einen quält. Heute habe ich schon lange keinen Saufdruck mehr.

    Und dass jetzt alles bei dir chaotisch ist, ist doch klar. Woran du eine lange Zeit gewöhnt warst, ist aufeinmal nicht mehr da und das ist auf jeder Ebene eine immense Umstellung. Auch da musst du mir/uns glauben wird sich alles wieder auf ein Normalmaß einpendeln.

    Ich schlafe gut, mir geht es gut und ich bin froh nicht mehr saufen zu müssen. Dir wird es auch so gehen. Hand drauf.

    Schön, dann hast du ja den ersten Schritt hinter dir.

    Jetzt kannst du die weiteren tun und die hast du ja auch vor und alle Chancen, trocken zu bleiben. Du wirst sehen, mit der Zeit wird es auch leichter und einfacher, also es bleibt nicht mehr so quälend.

    Neben dem Forum gehe ich noch zu realen SHG's, auch die helfen mir viel. Mich immer wieder mit Leuten auszutauschen und auch zu hören, wie es den Oldies geht, oder was sie in der Situation, die ich grade durchmache oder die für mich momentan ein Problem ist, machen und wie sie damit umgegangen sind.

    Ganz wichtig ist es für mich auch, am Ball zu bleiben. Nicht zu vergessen, woher ich komme und dass ich Alkoholikerin bin.

    Jeder ist individuell.

    Hat das Individuum einen entzündeten Blinddarm, so muss dieser entfernt werden und das bei jedem. Ist egal wie individuell derjenige ist.

    Bist du Alkoholiker so kannst du nur mit ganz bestimmten Schritten trocken werden und bleiben. Auch da ist es egal wie individuell ist. Krankheiten kann man nur mit bestimmten Maßnahmen heilen oder stoppen.

    Mir ist schon klar, dass es gesellschaftlichen Druck geben kann und man für sich einem Mittelweg suchen muss, um damit zufrieden zu sein. Erst kommt mein Wunsch, was ist gut für mich, was kann ich lassen.

    Ich bin jetzt etliche Monate trocken und erlebe auch Situationen, wo getrunken wird in Maßen. Ich kann mit diesen Situationen umgehen und sie machen mir kein schlechtes Gefühl.

    Aber dort wo der Hauptsinn ist, zu saufen, das brauche ich nicht und das will ich mir nicht ansehen. Wo ist da der Spaß für mich. Ganz im Gegenteil, ich würde mich da so unwohl fühlen und käme ich dann nicht vll. sogar auf die Idee, scheißegal, komm ein Bier geht doch. Soll ich mich da auch noch gefährden. Oder den ganzen abend da sitzen, mir das versoffene sinnlose Gelaber anhören und ständig damit kämpfen, ne bloß keinen Alkohol. Ne, das tue ich mir nicht an.

    Für mich wäre ein Oktoberfest so wichtig wie ein Kropf.