Hallo Weitsicht,
ich geh in eine SHG für Angehörige. Leider war ich lange Zeit das einzigste Kind.
Mit Aufarbeitung der Kindheit gabs da nichts. Ich habe mein Problem geschildert und die Erfahrungen der anderen Mitglieder zu hören bekommen. Trost gehörte und gehört natürlich auch dazu. Jetzt ist noch eine junge Frau dazugekommen, die ebenfalls einen Alk-kranken Pa hat.
Es sind überwiegend Frauen, das stimmt schon, aber auch vereinzelt kommen ein paar Männer. Da sind es meist die Kinder, die abgerutscht sind. Auch traurig, da sie meist erwachsene Kinder haben und sich nun wieder Sorgen machen...
Vom Alter her ist es recht gemischt...beginnt bei ca. Mitte 20 und geht bis 85. Ist schon recht abwechslungseich. Man hört von Alki und trockenen Alkis und deren Weg dahin. Jeder hat so seine eigenen Erfahrungen gemacht und gibt dies nun weiter.
Ich fand es bisher immer recht interessant. Es gibt auch mal Einzelgespräche mit dem sogenannten Gruppenbetreuer, wo nur auf mein Problem eingegangen wird. Da werden dann auch mal meine Fortschritte ausgewertet. Ich z.B. bekomme immer gesagt, ich brauch mehr Zeit für mich, was aber bei meinem Wochenprogramm schlecht einzurichten ist. Ich ziehe mir wohl zu viele Sachen an Land. Stimmt schon, kriege ich hier auch gesagt, aber... man ist wie man ist...
Gebracht hat mir die Gruppe aber auch dieses Forum, das ich manches gelassener nehmen kann. Früher bin ich bei jeder Kleinigkeit meines Vater aber auch so in meinem Leben explodiert. Heute kann ich mir sagen, er ist krank und will sich nicht helfen lassen - akzeptiere was Du nicht ändern kannst. Ich habe auch nicht mehr so ein schlechtes Gewissen wenn ich nicht jede Woche nach ihm sehe... Er lebt sein Leben wie er will und ich habe mich nicht einzumischen. Ich kann allein sowieso nichts ausrichten auch wenn ich gerne würde.
Ich hoffe ich habe nicht allzu durcheinander geschrieben. Es gibt wohl aber recht unterschiedliche Gruppen. Ich wollte eigentlich mal verschieden durchprobieren, bin dann aber gleich bei der ersten hängengeblieben. Die Leute waren einfach so nett und ich habe mich von Anfang an wie in einer Familie gefühlt...
Wünsche Dir weiterhin viel Kraft!!!
LG Katrin