Hallo Alle ![]()
Dani du schreibst es passend. Mir waren die Worte, die hier gefallen sind, egal von wem sie kamen, eine grosse Hilfe. ![]()
LG Tanja
Hallo Alle ![]()
Dani du schreibst es passend. Mir waren die Worte, die hier gefallen sind, egal von wem sie kamen, eine grosse Hilfe. ![]()
LG Tanja
Hi Feelein,
ja das kenne ich wirklich nur zu gut. Ich hatte Angst, dass ich keine Kontrolle hab, wenn ich nicht bei ihr bin. Wenn ich da war, konnte ich ja die Flaschen suchen und ausschütten. Aber gebracht hat das alles gar nix. Mir ging es dadurch noch schlimmer. Ich hab mich da richtig reingesteigert und hatte für mich gar keine Zeit oder Gedanken mehr. Alles kreiste um sie. Erst mit meinem Mann habe ich den Abstand und den Absprung geschafft. Dann folgte die Therapie und dann irgendwann auch der innere Schweinehund, den ich bekämpfen musste und auch immer noch muss. Aber es wird irgendwie immer besser hab ich das Gefühl. Mir ist wichtig gewesen, dass ich ihr meine Grenzen klar abstecken konnte. Das habe ich getan. Ich habe sie zum Gespräch gebeten, bevor mein erster Sohn geboren wurde. Habe ihr da schon klipp und klar meine Meinung gesagt. Das musste ich zwar noch ein oder zweimal wiederholen, aber ich fühlte mich danach jedesmal befreit. Meine Mutter will von Sucht ja auch nix hören oder wissen. Sie gibt nur zu in der Vergangenheit getrunken zu haben, weil es da täglich war. Dass sie heute phasenweise trinkt, das streitet sie nach wie vor ab oder behauptet es wäre nur ein Gläschen gewesen. Mir hat aber - wie schon geschrieben - meine Therapie wirklich sehr viel geholfen. Meine Therapeutin ist wirklich spitze, ich konnte mich ihr voll und ganz öffnen. Sobald ich hier mit den Kids bissel mehr Routine habe und nimmer stille werde ich meine Therapie auch fortsetzen, sie ist momentan wegen der Schwangerschaft nur unterbrochen. Bei uns in Saarbrücken gibt es ein Ausbildungsinstitut für Psychologen. Dort habe ich einen Therapieplatz bekommen, das ging schneller als bei einer normalen Praxis. Die Psychologen stehen da entweder kurz vor Abschluss ihres Studiums oder sind gerade fertig. Mein Neurologe hatte mich dorthin geschickt. Vielleicht gibt es bei euch auch so was in der Nähe???
LG Tanja
Hallo Feelein,
ja ich kann es auch nachvollziehen, wie es dir geht. Ich empfehle dir auch eine Beratungsstelle oder Therapie und sicherlich empfehle ich dir auch Abstand. Abstand, damit du für dich sein kannst, abschalten kannst und nicht immer siehst, was dir so zu schaffen macht. Für mich ist Abstand das Allerbeste. Ich hatte da auch oft Angst, dass ich mich zurückziehe und es noch schlimmer wird und ich dann Schuldgefühle hab usw. Die hatte ich auch, aber ich weiss, dass ich nicht Schuld daran bin.
Auch von mir viel Kraft. Auch wenn ichs elbst noch viel Kraft brauche, so gebe ich dir von dem was ich hab gern was ab.
LG Tanja
Hallo Feelein,
ich melde mich heute auch mal wieder. Wenn du schreibst, dann denke ich, dass du über mich schreibst, nur dass ich mit meiner Mutter nicht mehr zusammen wohne. Aber ich kann mich Tanja da anschliessen, denn ich könnte das nicht. Ich habe drei Wochen bei meinen Eltern gewohnt. Doch wenn ich von der Arbeit heim kam war sie immer besoffen. Damals trank sie aber auch noch täglich. Da kommste müd und schlapp heim, willst nur bisschen entspannen und überlegen wie s überhaupt in der Zukunft weiter geht und dann steht sie entweder torkelnd im Hausflur, den Schnaps in ein Tetrapack Eistee oder Saft umgefüllt und lallt mir irgendwas vor, was ich eh nicht versteh. ....
Wir waren mal auf einem Geburtstag, ne grosse Feier, Die Tante wurde 50. Jedenfalls trank meine Mum schon mit Vorankündigung "ein Gläschen" Wein. Ich war damals der Meinung, dass ich ihr das Zeug wegtrinken kann und sie dann nimmer so viel davon hat. Ich war nach drei Gläsern schon jenseits von gut und böse. War total behämmert, aber irgendwie wollte ich damals nix unversucht lassen.
Zu Hause hatte sie immer die schrägsten Verstecke. Im Wäschekorb, unter der Schmutzwäsche, unter den Kissen des Sofas, im SChrank ganz hinten irgendwo oder halt umgefüllt in andere Gefässe. Mein Vater und ich haben mal die ganze Wohnung abgesucht, jedoch nix gefunden. Mum wurde nämlich in viertelstündlichen Abständen immer betrunkener. Da wohnte ich aber nimmer dort, ich fuhr am WE immer zum saubermachen hin. Wir haben gesucht und gesucht. Irgendwann bin ich dann nach Hause gefahren. Zwei Stunden später hat mein Vater mich dann angerufen. Sie hatte die Flasche im Kühlschrank stehen.......
Tanja, ich drück echt ganz ganz fest die Daumen. Aber ich drück dir die Daumen, dass du dich auch auf dich konzentrierst und mal bissel abschalten kannst. Einfach ist das nicht, das weiss ich aus Erfahrung. Mich halten echt meine kleinen Jungs über Wasser, aber wenn ich auch nur den geringsten Seelenschmerz hab, warum auch immer und sie ruft dann an und ich höre schon an ihrer Stimme was los ist, dann sacke ich nochmal bissel ab. Es fällt mir dann schwer meine Gedanken in meiner eigenen Familie zu lassen und darüber zu stehen...
LG Tanja
Hallo Ette,
dein letzter Satz hat mich sehr nachdenklich gemacht, gerade da ich mich ja so schwer tue den Alkoholismus als Krankheit zu sehen. Aber ich werde mir diesen Satz vor Augen halten, vielleicht fällt mir in Zukunft so manche Situation leichter.
LG Tanja
Hallo Ihr Lieben,
ich melde mich heute auch mal wieder zu Wort. Ich habe mir lange Gedanken über das gemacht, was hier alles geschrieben wurde - auch von mir. Ich habe auch endlich mal angefangen meine Bücher zu lesen "Um die Kindheit betrogen" und "Ich befreie mich von deiner Sucht".
Niemand soll sich hier im Forum angegriffen fühlen. Das Forum dient ja uns allen zu helfen. Und mir hat es in der Tat schon geholfen. Du hast mal angesprochen Karsten, dass ich noch einen weiten WEg vor mir habe, weil ich das Alkoholproblem meiner Mum nicht als Krankheit ansehen kann. Mir fällt das in der Tat schwer, ich glaube ich sträube mich richtig mit Händen und Füssen dagegen, weil ich jemandem der krank ist helfen will und wenn die Hilfe nicht ausreicht, mir der Mensch dann leid tut. Wenn ich das so bei meiner Mum sehe, die gar keine Hilfe will, weil sie ja "nicht krank" ist und nix trinkt, dann fange ich wieder damit an,d ass sie mir leid tut und ich mir wieder Schuldgefühle einrede. Davon will ich ja weg kommen, also halte ich mir alles fern, was in Richtung Krankheit geht. Ich versuche in meiner Mum zwei Menschen zu sehen. Die Mutter und die Trinkerin. Bei einem fremden Menschen hätte ich damit sicher keine Probleme, aber bei der Mutter....! Das einfach so zu akzeptieren fällt mir schwer, weil ich mit ansehen muss, wie sie immer mehr zerfällt und leugnet und abstreitet und die Flaschen versteckt und unter Vorwänden ins Geschäft rennt und dann ihre Handtasche schwer über die Schulter hängt usw.
Na ja, was ich sagen will ist, dass ich durch euch lernen kann, damit zu leben und für mich meinen Weg geradeaus zu gehen und nicht vor und zurück wie jetzt momentan. Eure Offenheit tut mir unendlich gut, auch wenn ich euch gar nicht kenne.
Ich werde mich jedenfalls nicht zurückziehen, hatte das auch nicht vor. Ich brauchte aber ein paar Tage Abstand und meine eigenen Gedanken und Gefühle noch einmal zu sortieren. Zudem sind meine Kinder krank und mein Mann weiss nicht, ob er seinen Arbeitsplatz behält, also kommen da ja noch andere Probleme hinzu, die gelöst werden müssen und wofür ich stark sein muss. Das sollte ja für mich erstmal im Vordergrund stehen. Aber ich bin sicher, mit meinem positiven Willen und eurer Unterstützung gehe ich meinen Weg nach vorne - geradeaus ![]()
LG Tanja
Ich hoffe, ich hab nicht nur Kauderwelsch geschrieben, hab nur getippert wies mir gerade eingefallen ist.
HHmm, ich möchte es gerne nochmal neu ausdrücken. Ich möchte hier niemanden beschuldigen, den ich gar nicht kenne. Wenn ich hier etwas geschrieben habe, dann war das ganz allein auf meine Mum bezogen. Ich möchte auch niemanden beleidigen oder jemandem ins Gesicht schlagen. Sollte das so angekommen sein, so entschuldige ich mich hiermit.
Mein Problem ist, dass ich nicht nur in der Vergangenheit wühle, sondern dass meine Mum jetzt in der Gegenwart eine Alkoholikerin ist. Natürlich habe ich Wut und Hass auf das was früher passiert ist, aber es passiert heute ja noch genau so. Und ich versuche einen Weg zu finden, damit ich in Zukunft weder Wut noch Hass aufbaue, wenn es Konflikte zwischen Mum und mir gibt. Wo Hass ist, ist auch Liebe, das darf man nicht ausser Acht lassen. Ich liebe meine Mum, aber ich hasse den Alkoholiker in ihr. Aus Liebe zu ihr schaffe ich es nicht, den Kontakt zu brechen. Denn ohne KOntakt hätte ich keine Probleme mehr!!! Ich versuche mich doch dem zu stellen und ich versuche somit ja auch sie zu akzeptieren. Respektieren kann ich sie nicht mehr!
Ich wünsche euch einen schönen Abend, ich werd emich jetzt erstmal zurückziehen. Bin gerade leer im Kopf!
Ja, ich sehe das genau so wie du, Dinchen. Alles was du schreibst, kann ich voll und ganz unterschreiben.
Hallo Karsten,
ich persönlich finde, dass man mit dem Ausdruck von Wut und Hass über genau das spricht, was einem weh tut, was einen bewegt. Jedenfalls geht es mir persönlich so. Immerhin werden wir von Menschen seelisch verletzt, die wir einmal geachtet haben, die uns das Leben geschenkt haben und vor denen wir Respekt haben sollten. Ich persönlich habe den Respekt meiner Mutter gegenüber verloren. Dass Alkoholsucht eine Krankheit ist, das weiss ich, aber ich habe ein Problem das zu akzeptieren. Und ich denke ich spreche für alle hier. Wir sind hier um was für uns zu tun. Wir lassen unsere Wut raus, wir lassen das frei, was uns bewegt und verletzt. Würde ich auf der Arbeit gemobbt werden, dann würde ich auch darüber genau so schreiben. Ich persönlich will niemandem auf die Füsse treten, ausser meiner Mutter. Ich würde ihr viel lieber in den Allerwertesten treten, damit sie endlich aufwacht und begreift, dass SIE KRANK IST! Jeder Mensch hat eine andere Art sich auszudrücken, jeder hat eine andere Art mit Problemen klar zu kommen.
Du trinkst offenbar ja nicht mehr, da kann ich meinen Hut nur vor dir ziehen. Aber ich würde es schade finden, wenn dieser Thread geschlossen würde. Denn - auch wenn du das nicht verstehst - ich fühle mich hier verstanden.
LG Tanja
Hallo Loreen,
es ist schwer, seiner Linie treu zu bleiben, wenn irgendwer immer dazwischen funkt. Die Co´s sind echt krass drauf.
Ich kann es gar nicht glauben, dass ich auch so war/teilweise auch noch bin!!!
Lass dich nicht unterkriegen. Du gehst deinen Weg und das ist auch das beste, was du tun kannst.
Ich kenn dich zwar nicht, bin ja noch neu hier, aber ich drück dich auch mal hier. ![]()
LG Tanja
Hallo Koko,
ich schreibe dazu auch mal was. Ich glaube nicht, dass sich hier irgendwer auf den Schlips getreten fühlt, wenn du was dazu schreibst. Immerhin bist du eine derjenigen, weswegen wir so unsicher sind, weswegen wir so viel Wut aufgebaut haben. Ich finde es sogar auch irgendwie wichtig, dass ein Alki hier schreibt, weil wir vielleicht so auch das ein oder andere besser verstehen und für uns umsetzen können. Jedenfalls geht es mir so.
Ich find es toll, dass du trocken bist, ich wünsch dir, dass du es bleibst.
Ich wäre froh, meine Mum wäre so weit wie du!
LG Tanja
HHmm, bei uns läuft das alles doch ein bisschen anders ab. Mum hat keine finanziellen Engpässe, weil mein Vater ja ein braver Co ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mum eine beste Freundin hätte. Es gibt ein Paar mit dem meine Eltern alle 14 Tage Karten spielen. Dafür wird auch immer Wein gekauft, weil "denen" muss man ja Wein anbieten. Wortlaut der Mum, Vater schaut zu. Wenn ich aber dann mal dort bin während des Kartenspiels trinkt das Paar Mineralwasser oder Cola. Der Wein steht nur vor Mums Nase.
Heute morgen war sie da. Sie war mit Papa kaufen und die beiden haben mir ein Brot gebracht. So brauchte ich nicht mit den zwei Kiddis in den Regen. Als sie gegangen sind, meinte sie, der grosse würde sie so traurig anguggen und er würde sicher gerne mit ihr gehen. Und baaaald würde sie ihn dann mitholen, damit ich meine Hausarbeit in Ruhe machen kann. HARHAR, dass ich nciht laut lache. Soll der dann schon jetzt beigebracht bekommen, wie man richtig trinkt??? Als wir letztes mal dort waren hat sie ihm zum spielen eine Tablettendose gegeben. Als ich sie daraufhin zusammenschiss sagte sie, das wäre nur Kalk! HALLOOOOOOO??? GEHTS NOCH??? Ich sagte ihr heut morgen dann, dass das nicht passieren wird, dass sie ihn mitnimmt. Sie guggte dann doof und ich sagte, das Thema ist doch wohl durch oder? Oder soll ich das nochmal alles wiederholen. Da ist sie dann einfach gegangen. WAS ERWARTET SIE DENN??? DASS ICH IHR MEINE KINDER ANVERTRAUE??? SIE HAT SICH NICHT IM GRIFF UND WILL DANN ZWEI KLEINE KINDER BEHÜTEN??? Nie im Leben!!!
Mir hat das so lange gedauert mit dem Meinung sagen, weil meine Eltern über 10 Jahre etwa 800 km weit weg wohnten. Wir haben uns sehr selten gesehen. Alles lief eher per Telefon ab und da kriegt man zwar mit, dass Mum besoffen ist, aber man nimmt es noch nicht so wahr. Es hat lange gedauert, bis ich dann mal mit meiner Schwester darüber geredet habe. In unserer Familie wird immer alles erstmal vertuscht, alles ist tabu. So sind wir aufgezogen worden. Deshalb haben wir da erstmal lange still gehalten, bis wir wahrgenommen haben, was passiert und als wir es wahrnahmen, haben wir erstmal nicht darüber geredet, weil man ja nicht offenüber Probleme spricht.
Erst seit die Eltern wieder hier im Saarland wohnen und der Alkoholkonsum immer offensichtlicher wurde und wir die Flaschen an unmöglichsten Stellen gefunden haben, sprechen wir auch mit ihr offen darüber. Allerdings losgelöst haben sich nurmeine Schwester und ich.
Hallo Nolitangere,
wir sitzen alle im gleichen Boot. Mir fehlt es oft auch an Selbstwertgefühl. DAs ist nicht immer so. Denn meine Kinder geben mir schon sehr sehr viel.
In meiner Psychotherapie lief es so, dass ich erstmal nur erzählte. Wobei es zu dem Zeitpunkt, als die Therapie begann gar nicht so klar war, dass es hier mal um die Trinkerei meiner Mum gehen wird, weil ich eigentlich dachte, ich käme damit klar. Je tiefer wir jedoch ins Detail gingen und auch in die Vergangenheit und Kindheit gingen, wurde das glasklar! Da gab es so viel aufzuarbeiten, da gab es so viel, was ich früher nie verstanden hab. Geschehnisse, die als Kind passiert sind, wurden auf einmal ganz deutlich.
Wenn ich zur Therapie kam, konnte ich immer sofort loslegen mit erzählen. Ich habe über meine aktuelle Gefühlslage, meine Beziehung, über das was in der vergangenen Woche passiert ist gesprochen.
Also ich kann definitiv sagen, dass ich dort riesige Fortschritte gemacht habe. Ich habe dort angefangen mich aus dem Co-Kreis zu entfernen. Ich kann gar nicht sagen, wie gut das getan hat. Ich war stolz, richtig stolz auf mich, als ich meiner Mum zum ersten Mal die Stirn bot. Als ich ihr so richtig vorn Latz knallte, dass sie ne Säuferin ist und ich ihr da nimmer gross reinreden werde, weil es ihr Leben ist und ich jetzt anfange mein Leben zu leben. Dass ich nix dagegen tun kann - weil sie es nicht will - wenn sie sich ins Grab säuft. Und dass sie vor allem aufhören soll überall herum zu erzählen, sie würde aufs Baby aufpassen, damit ich arbeiten gehen kann. Das war damals nämlich ganz akut, bevor mein erster Sohn geboren wurde. Das ist jetzt etwa 18 Monate her. Und mir war klar, bevor der Kleine geboren wird, muss ich ihr das mal noch klarmachen, dass ich ihr im Leben nicht meinen Sohn anvertrauen werde.
Nach diesem Gespräch - auch wenn sie wieder mal alles abstritt - fühlte ich mich besser. Ich fühlte mich befreit. Klar, ich hänge da heute auch noch irgendwie drin, was Schuldgefühle anbelangt oder so. Aber ich habe die Fronten geklärt. Bei mir gibts nix zu Saufen für sie, mich braucht sie danach nie mehr zu fragen und wenn sie besoffen ist, mache ich sofort kehrt, wenn ich bei ihr bin oder ich schicke sie sofort heim, wenns ie hierhin kommt.
Klare Grenzen abstecken ist ein grosser Schritt in Richtung Selbstwertgefühl. Du löst dich aus einem Teufelskreis damit.
Mir tut das Schreiben hier unsagbar gut. Ich habe noch einige Therapiestunden zugute. Wegen der letzten SChwangerschaft - mein Sohn wurde im Juni geboren - habe ich sie unterbrochen. Momentan fühle ich mich zeitlich jedoch überfordert, Termine zu vereinbaren. Der kleinste wird noch gestillt und der grosse versucht sich gerade so halbwegs im Laufen. Mir fehlt es noch etwas an der Routine hier im Haushalt. Und solange ich diese Routine nicht habe, schaffe ich es rein geistig eh nicht abzuschalten. Hier kann ich das ganz gut, wenn die Kids schlafen.
Ich jedenfalls bleibe euch erhalten, weil ihr mir Mut und Kraft gibt und mir auch offen sagt, was andere sich nicht trauen zu sagen. Ihr fühlt wie ich, empfindet wie ich. Wer könnte es besser als ihr?
Aaaaaach TH,
die Grimassen kennei ch alle und noch viele viele mehr! Schönheitswahn ist bei uns nicht ganz so übertrieben. Meine Mum sammelt eher das, was andere Leute nimmer wollen. Kleider von anderen. Irgendwelche ***cremes, die wirklich ätzen oder so, Fingernägel anmalen? Das gabs schon Jahre nimmer. Das Stochennest, das gibts seit Jahren, ab und an mit neuer Farbe. Frisur Marke Prinz Eisenherz. Sieht total be*** aus, sie sagt, sie trägt die Haare so, damit sie sie wachsen lassen kann. Komischerweise werden die aber nie länger, sondern beim nächsten Frisörbesuch gekürzt. Seltsam!!!
Und das soziale Engagement hab ich ja schon angeschnitten. Dort kann sie aufgehen. Dort kann sie auch sagen, ich war heut so fleissig, ich hebe einen!!! Denn vor einigen Wochen - als ich in geistiger Umnachtung zustimmte mit den Eltern zusammen ein Haus zu mieten - kam sie betrunken von der Tafel zurück. DEM HIMMEL SEI DANK!!! kann ich da nur sagen. Denn an dem Tag hatten wir das perfekte Haus gefunden. Aber meine geistige Umnachhtung verging sofort, als ich ihre Fahne roch und merkte, dass sie nimmer richtig reden kann. Vor allem die Vergesslichkeit. 12 mal glaub ich, hat sie gefragt, ob ich einen Blumenkohl will! ÄTZEND!!!
Ihr werdet sicher denken, dass ich nimmer alle Tassen im Schrank hab. Freiwillig mim Alki wohnen! Ja, ja ich weiss. Heute seh ich es auch wieder mit anderen Augen. Aber zum damaligen Zeitpunkt kam ich nachm Kaiserschnitt gerade mim Baby nach Hause und war völlig überfordert mit zwei kleinen Kiddis. Mein Vater wäre mir die totale Hilfe gewesen. Ausserdem schwebte da der Gedanke im Raum, ob sie vielleicht dann ne Aufgabe hätte und dann nimmer..... na ja ihr wisst schon!
Egal, Thema iss vom Tisch, auch wenn sie immer wieder davon anfängt, weil sie ja so verliebt in die Kinder ist. Und auch immer wieder sagt, wie lieb sie die Kinder hat und für die Kinder ja alles tun würde! WIE WÄRE ES BEISPIELSWEISE MIT EINER THERAPIE???
So Leute, ich hab mich wieder aufgerappelt. Hab dem grossen was vorgelesen, mit ihm gespielt, ihn dann bettfertig gemacht. Dann kam der Mini an die Reihe, den hab ich gestillt und die Ruhe mit ihm einfach nur genossen. Ich habe vorm Aquarium während des stillens gesessen und das hat unglaublich gut getan. Mein Mann ist an unserem Wochenendgrundstück, da muss einiges gearbeitet werden. Da unser grosser aber ne Erkältung hat ist mir das zu kühl und feucht draussen, um im Wohnwagen zu übernachten. Ich vermisse ihn, obwohl er erst seit gestern dort ist. Morgen fahre ich mit den Kids zu ihm, wenn das Wetter es zulässt.
Nichtsdestotrotz geht es mir wieder gut. Es war ein kurzer Anfall von Krise, die ich aber ganz ganz schnell vertrieben habe.
Ich bin euch sehr sehr dankbar und ich bin froh, dass ich irgendwann mal im letzten Jahr auf dieses Forum gestossen bin, auch wenn ich jetzt erst kürzlich angefangen habe daran teilzunehmen.
Na ja, ich schau jetzt mal was so im TV läuft, esse was kleines und gehe dann früh schlafen.
Ich wünsch euch einen schönen Abend, ich melde mich morgen in alter Frische. ![]()
Ja, Dinchen, danke schön *zurückumarm*!
Ich weiss das alles, aber mir fehlt es oft an der Umsetzung der Gedanken. Ich habe in meiner Psychotherapie gelernt, dass ich wohl als erste aus dem Teufelskreis ausgebrochen bin. Dass ich die erste Co-Abhängige bin, die keine mehr sein will. Ich habe mich als erste gegen ihre Trinkerei aufgelehnt, habe ihr als erste angedroht, nix mehr zu vertuschen oder geheim zu halten. Ihr angedroht, wenn sie es nächste mal bewusstlos herum liegt, die schlaftabletten ins klo zu drücken und den Notarzt zu rufen. Denn Selbstmordandrohungen gabs ja auch schon genügend. Natürlich treffend in den Momenten, in denen ich selbst gerade so am Ende war. Es gibt Tage, da hasse ich sie, es gibt Tage, da weiss ich nicht ob ich sie lieb hab, aber irgendwas gutes fühl ich doch. Es ist echt einfach nur alles mies und gemein. Sie bringt sich in eine Abhängigkeit, Krankheit, wie auch immer "die Gesellschaft" es nennt und ich bade es aus.
Ich wollte ihr irgendwann mal zeigen, wie es ist und hab ihr erzählt, ich wäre tablettenabhängig (stimmte nicht). Da hat sie nur abgewunken. Da haben wir aber auch zu dritt auf sie eingedonnert. Papa, meine Schwester und ich. Klar, dass sie sich dagegen wehrte und es abstritt. Auch als wir alle am Tisch sassen und weinten hatte sie noch so viel Hass in sich.....
Warum kann ich mich nicht einfach von ihr loslösen? Warum kann ich nicht einfach den Kontakt komplett abbrechen? Mir fehlt es da an Kraft hinterher nicht total in Schuldgefühlen zu versinken.
Oh Mann, ich hab für nen Moment voll das Tief. Könnte grad losheulen, mag es aber den Kindern nicht zumuten. Mum war heute wieder ehrenamtlich tätig. Danach ruft sie immer an und will mir ihren Kram andrehen, der übrig war. Vielleicht ist es gut gemeint, mich nervts.
Sie hat mal irgendwann meiner SChwester gegenüber erwähnt, dass sie bei mir früher viele Fehler gemacht hätte und auch ein schlechtes Gewissen hat. Was genau sie damit gemeint hat, hat sie jedoch nicht gesagt. Ich weiss es bis heute nicht. Mich würde es schon interessieren. Mich würde auch interessieren, warum sie immer mich so nieder macht, wenn sie besoffen ist. Dann bin ich immer wie ein Magnet für sie. Ehe gescheitert, dadurch viele Schulden gehabt usw. so was wirft sie mir dann vor. Und immer stellt sie sich dann dahin, als wär sie das Opfer, als wäre sie in der schlimmen Lage. WÄRE SIE BLOSS MAL FÜR MICH DA GEWESEN; ALS ICH IN DER SCHLIMMEN LAGE WAR!!! Da hätte sie mal ganz Mutter sein können.....
Heute sind fremde Menschen mehr Mutter als meine eigene!
ja gerne
ich hätte da noch ne nette geschichte auf lager! als ich mich von meinem ex trennte, hatte ich gar nix ausser meinen klamotten! ich musste also erstmal bei meinen eltern unterschlüpfen. dort war es dann wirklich so was wie die hölle auf erden, denn damals hat sie noch jeden tag nur hartes zeug getrunken. also sie war jeden tag volltrunken!
ich war in einer schlimmen phase. ich hatte mit mir selbst so viel zu kämpfen, wusste nicht, wie es für mich weiter gehen sollte. ich wusste nicht, ob ich es schaffe von vorne anzufangen, also wirklich nicht leicht!
ich hatte jemanden, der für mich sozusagen das sprungbrett war, aus der ehehölle zu entkommen. er gab mir den mut und die kraft klammheimlich abzuhauen.
na ja jedenfalls wollte ich für besagten "jemanden" ein abendessen kochen, weil wir das wochenende miteinander verbringen wollten. ich hatte alles eingekauft und im kühlschrank meiner eltern in einer separaten tasche deponiert. ich hatte sicherheitshalber sogar einen zettel dazu getan und es ausdrücklich nochmal erwähnt.
als ich am späten nachmittag des samstages, an dem das abendessen stattfinden sollte, heim kam, hatte mein vater besuch von einem arbeitskollegen. sie sassen im wohnzimmer. mit dabei, miss schnapsdrossel, augen rollend, weil keine kontrolle darüber, lallend, weil auch darüber keine kontrolle mehr usw. und die damen und herren speisten feine tortellini. ich dachte, die hätten beim italiener bestellt, es roch und sah aus wie tortellini flambiert. als ich fragte, erzählte mir das ding, das mim schnaps im körper meiner mum lebt, dass sie noch tortellini im kühlschrank gefunden hätte, die sie mal vor tagen gekauft hätte und das hätte sie dann alles gekocht. NA DANKE!!! da bin ich geplatzt, hab sie vorm besuch angeflaumt, hab mich bei ihr herzlich bedankt, dass sie mir einen so schönen tag kredenzt hat und mir den abend, auf den ich mich so freute, so herrlich verdorben hat. sie verstand gar nicht, um was es mir ging. mir ging es nicht mal um die ***tortellini, sondern um die tatsache, dass ich mir so verloren vorkam, so vergessen! es tat richtig weh! zu allem übel hatten damals samstags die läden noch nicht bis 20.00 h geöffnet, also nachschub gabs keinen.....
Hey Totes Herz,
ich freu mich schon richtig auf deine nächsten Punkte. Die versüssen mir jeden Tag. Auch wenn die Hintergründe tragische Erlebnisse sind, so schaffst du es trotzdem durch deine Art zu schreiben mich täglich aufzumuntern und du machst mir Mut einfach weiter zu machen. Du machst mir Mut hart zu bleiben. Denn Härte ist es, was bei mir im Umgang mit Mum zählt. Wäre ich nicht hart und konsequent wäre ich schon längst untergegangen und wäre wahrscheinlich wieder die beste Freundin meiner Antidepressiva.