Beiträge von Sleepless72

    Na ja, ehrlich gesagt, wollte ich meine Mutter auch gar nicht einladen. Aber wie sollte ich das machen? Papa einladen, Mama ausladen? War für mich auch nicht wirklich leicht.

    Trotz allem hat sie mir an dem Tag geholfen, Tisch abräumen, Spülmaschine füllen usw. bin ich zwar nicht mehr gewöhnt, aber sie hats getan. Das war dann wieder so ein Moment, bei dem ich abends dann wieder an mir selbst zweifelte und mir selbst Vorwürfe machte, weil ich so schlecht über sie denke.

    Aber ich schaffe es ja immer wieder selbst, auch dank ihr, wenn sie besoffen anruft und lallt, mich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

    Ja, das kann gut sein. Ich bin jedoch einfach nur genervt davon, weil es immer irgendwie das gleiche ist, bei jedem Geburtstag, der hier bei uns stattfindet. Ich war überrascht, dass sie an der Tauffeier nicht fragte, ob ich Pappteller besorgt habe. Wenigstens hatte sie da mal für einen kurzen Moment den Verstand eingeschaltet.

    Ja, da schliesse ich mich Dinchens Meinung an.

    Natürlich will man nicht immer hören, dass man ein grosses Problem hat, weil man es selbst gar nicht so wahrnehmen will. Aber wenn man sich dann darüber Gedanken macht, merkt man, dass es stimmt.

    Bei uns ist das auch so.

    "Angriff ist die beste Verteidigung" sagt man so schön. Ich finde das passt hier ganz gut!

    Hallo Yuri,

    toll, dass du dich hier anmeldest und so tapfer deine Schwiegermutter erträgst.

    Also mein Mann ist auch für mich da. Er hört mir zu, er sagt mir aber auch genau so offen wie ihr, wenn ich mich gerade nochmal total zum "CO" mache. Da wir keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter haben, weil sie einfach nur doof ist und lieber ihrem Mann die Füsse leckt, als hinter ihren Kindern zu stehen, hat er eigentlich nur noch mich. Von seiner Familie bleibt nicht mehr viel übrig. Sein Vater ist seit 14 Jahren tot. Seine Mutter hat kurz nach dem Tod einen 10 Jahre jüngeren Mann geheiratet und der lehnt die Kinder einfach nur ab. Das ganze ging bei uns soweit, dass wir von den Schwiegereltern vor Gericht gezogen wurden. Na ja, ganz andere Geschichte, aber auch nicht schön!!!

    Jedenfalls hält mein Mann zu mir, mir tut es gut, dass er mir zuhört, dass er mich weinen lässt, wenn ich weinen muss. Weinen ist nix schlimmes, sondern der Ausdruck von Gefühlen. Wenn es mir zum weinen zumute ist, dann weine ich halt. Früher war es mir immer peinlich, heute nicht mehr! So wie ein Gewitter die Luft reinigt, so reinigt Weinen heute meine Seele.

    Sei für deine Frau da, halte ihr die Stange, hilf ihr, wenn sie gerade wieder abstürzt, nochmal hoch und bleib standhaft gegenüber deiner Schwiegermutter.

    LG Tanja

    Hihi, ich finds Klasse.

    Warum sind die Alkis nur alle so komisch? Können die nitt für sich entscheiden was sie tun und alle anderen in Ruhe lassen??? Mein Alki mischt sich auch immer in alles ein. Das schlimme ist, dass sie wirklich nur dummen *** von sich gibt. Muss ich grad so sagen.

    Bei jedem Geburtstag den wir hier bei uns feiern fragt sie, ob ich auch Pappteller hab. Bei jedem!!! Das nervt so dermassen ab. Und sie will immer einen ganz kleinen Teller für sich haben. Da ist der Tisch gedeckt, alles steht parat, sie will nen ganz kleinen Teller. Warum?? Ich hab keinen Plan.

    Beim letzten Geburtstag von meinem Mann sagte sie mir den ganzen Tag über, dass ich mir so viel Arbeit gemacht hätte und dass ich so viel Zeit investiert hätte usw. und dass im schwangeren Zustand und sie hätte mir ja helfen können, blablabla!!! Als dann das Essen angerichtet war, alles schön hergerichtet war, da sagte sie doch allen Ernstes: Wir gehen jetzt heim!!! Da bin ich geplatzt. Sie wollte heim, weils keinen Alk für sie gab. Das war der Grund. Hätte ich Wein hingestellt, wäre sie sicherlich als letzter Gast heim gegangen.

    Ehrenamtlich arbeitet sie für die Tafel. Weiss nicht, ob ihrs alle kennt. Die Leute, die wenig Geld haben, bekommen dort kostenlos die Lebensmittel, die die Supermärkte nimmer verkaufen können, also Ware, die kurz vorm Verfallsdatum ist o.ä. Dort geht sie auf. Dort geht sie jedoch liebevoller auf, als bei ihren eigenen Kindern. Sie brachte mir und meiner Schwester ihre Wäsche, bzw. mein Vater brachte sie. Mum wurde am Handgelenk operiert und konnte nicht bügeln. Zur Tafel konnte sie jedoch rennen und einen ganzen Tag von früh morgens bis abends stehen und Essen verteilen. Ist ja schön und gut und auch "eigentlich" toll, dass sie das ehrenamtlich macht, aber veräppelt fühlten wir uns trotzdem. Denn von Samstag bis Donnerstag wurde gejammert wegen Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen. Freitags jedoch war alles wie ganz neu.

    Punkt 38 läuft bei uns ganz anders. Zu Familienfesten rennt meine Mum gern. Dort kann sie überall heile Welt vorgaukeln. Und es wird schon vorm Fest angekündigt, dass sie dort mal "ein Glas Wein" trinkt. Meist lässt sie sich schon am Nachmittag abholen, auch wenn das eigentliche Fest erst am Abend stattfindet. Denn dann kann sie schon genug vorglühen, ohne am Abend als der Alki da zu stehen. Ausserdem haben wir dann nicht gesehen, was sie alles geballert hat. Genauso schlimm wie dann zu sehen, dass sie sternhagelvoll ist, ist die Tatsache, dass sie dann meistens total peinliche Auftritte hinlegt, entweder durch das total schräge Outfit, irgendeinen total doofen Hut oder allein durch die Tatsache, dass sie sich einfach nicht mehr pflegt. Die Haare werden nicht gewaschen, am Hinterkopf sieht man noch das Schlafnest usw.

    Und zum Thema Alki und Haushalt kann ich folgendes beitragen. Meine Mum jammert ja tagtäglich, dass sie den weltgrössten Haushalt hat (man bemerke, sie ist mit meinem Vater allein, ich habe einen Mann, zwei Kinder plus Hund)! So viel Wäsche wie sie hat, hab ich niemals. Und wenn man hinkommt und der Boden ist schmutzig (und man sieht, dass der schon ewig nimmer geputzt wurde), dann war das mein Vater, weil der im Garten war und den Dreck reingeschleppt hat. Egal was schmutzig ist, sie hat es immer einen Tag zuvor geputzt. Auch wenn das Badezimmer einen ansschreit, weil es endlich mal ordentlich geschruppt werden will.

    Zum Kochen fällt mir auch eine Story ein. An einem Geburtstag von meinem Vater hatte mein Patenonkel mit mir geplant das Essen zu richten. Wenigstens wir wollten meinem Vater einen halbwegs schönen Tag bereiten. Es sollte Hackfleischpizza geben, weil wir nicht wussten, wieviele Personen genau kommen. Die Zutaten lagen im Kühlschrank, ich hatte alles besorgt. Hatte die Wohnung sauber gemacht und war auf dem Weg meinen Patenonkel abzuholen um dann loszulegen. Als wir ankamen, roch es ganz seltsam in der Wohnung. Der Backofen war an, sie lag blau aufm Sofa und schnarchte. Sie hatte dann Frikadellen geformt, alles an Zutaten in einen Bräter geworfen und gebacken. Das war so eklig. Das hätte kein Mensch essen können. Also hiess es für uns, ab ins Geschäft und auf die Schnelle was anderes basteln. Abends hat keiner was gemerkt, ausser das Mum am Tisch fehlte, weil sie noch immer aufm Sofa lag. ECHT ÄTZEND! Für euch mag das sich vielleicht alles harmlos anhören, weil ihr viel schlimmere Dinge erlebt habt, aber für mich ist das schon grausam. Aber es gab auch viel viel schlimmere Erlebnisse. Dies war ja nur das Thema Kochen.

    Ach ihr Lieben,

    wäre es doch so schön, wenn meine Mum diese Punkte lesen würde und würde sich mal ernsthaft Gedanken über ihr Verhalten machen. Aber sie trinkt ja ihrer Auffassung nach nichts und somit würde sie das sowieso ganz anders lesen. Ich b in sicher, sie würde sogar sagen, dass das ja ganz schlimme Verhältnisse sind und so was bei uns ja nicht vorkommt oder so.

    JoeDoe mit dem humoristischen Unterton lese ich die Punkte auch. Aber nicht, weil ich dann über das Erlebte von Totes Herz schmunzle, sondern weil ich so besser damit umgehen kann, dass meine Mum säuft. Ich schreibe bewusst "säuft". Ich kann auch - jedenfalls überwiegend in meinen Gedanken - nur noch zynisch an die Sache herangehen. Aber damit komme ich dann einfach besser klar. Ich versuche so wenig Gefühl wie möglich in die Richtung meiner Mum zu lassen, weil ich einfach nimmer enttäuscht werden will.

    Die Sätze "ich hab dich sooo lieb" wenn sie besoffen ist, die haben mich eine ganze zeitlang noch tiefer reingezogen und mich immer mehr zum Co werden lassen. Hass ist aber leider auch ein Gefühl, somit hab ich auch den Hass versucht abzustellen.

    Ist Wut ein Gefühl? Kann ich momentan gar nicht einschätzen. Aber Wut ist es, was mich hierher treibt, Wut ist es, was mich überhaupt darüber reden lässt. Grenzenlose Wut ist tatsächlich der richtige Ausdruck dafür. Totes Herz hat es ganz zu Anfang ihrer Punkte geschrieben, Alkis sind krank. Ich kann es auch nimmer als Krankheit auffassen. Auch wenn es 1000 mal so ist, aber für mich ist es keine Krankheit.

    Ähm, ich steigere mich da gerade rein, ich lass es mal einen Moment sacken und meld mich wohl später erst wieder. Ich fahr jetzt mit der Familie ins Ikea, wird mich ablenken.

    LG Tanja

    hi totes herz,

    also zynisch finde ich deinen stil überhaupt nicht. du hast deine art, deine wut auszudrücken. die hat wohl jeder irgendwie.

    ich ertappe mich ab und an dabei, dass ich witze über den suff meiner mutter mache. wir haben gerade erst vor ein paar wochen die taufe meiner söhne gefeiert. als wir die tütchen für die taufbonbons verpackten sagte ich, dass wir für mum eine tüte mit kleinen flachmännern packen müssen. alle guggten mich erstmal entsetzt an und als ich lachte, lachten sie auch, fanden es jedoch makaber. ich fand es nicht makaber. makaber fand ich es, als mum in der kirche beim abendmahl stand (nach der taufzeremonie) und sich einen kelch wein die kehle runterlaufen liess und mich dabei anguggte als wollte sie sagen, dass sie doch macht was sie will. der blick sprach jedenfalls bände.

    und mein alkie ist auch euer alkie :)
    lg tanja

    hallo totes herz,

    deine worte, in jedem beitrag von dir, berühren mich. ich muss dir echt danken. du hast die hass-punkte aufgezählt. die werd ich mir ausdrucken und immer dann lesen, wenn ich von selbstzweifeln zerfressen bin, weil ich schlecht über meine mutter denke und dann schuldgefühle bekomme.

    ich habe selbst gerade erst ein baby bekommen und mein ältester sohn ist gerade erst 15 monate alt. ich hatte anfangs angst, dass ich ihnen keine gute mutter sein kann, weil ich es selbst ja nicht so schön erlebt habe. aber ich kann dir eins sagen, ich werde die fehler meiner mutter nicht wiederholen und ich werde meine kinder liebevoll aufwachsen lassen. und das wirst auch du tun, da bin ich ganz sicher. schenk deinem ungeborenen und später deinem geborenen kind alle liebe, die du geben kannst. denn es gibt nichts schöneres, als wenn dich ein süsser kindermund anlächelt. egal wie schlecht es dir an dem tag erging, dein kind wird dich aufmuntern. :)

    liebe grüsse

    tanja

    Hi Dani,

    danke auch für deine Worte. Das Muster, das ein Alkoholiker hinterlässt, ist immer gleich. Ich gehe ja, so gut ich kann meinen Weg alleine. Aber immer ist das nicht leicht. Zumal es ja halt auch die klaren Phasen gibt. Wenn ich mal registriert hab, dass wenn sie nüchtern ist, ihr Denken nass ist, dann bin ich einen grossen Schritt weiter. Aber das ist noch nicht da. Ich hoffe, dass es überhaupt irgendwann kommt.

    Ich bin mal auf die Bücher gespannt. Vielleicht machen die mir den Weg dorthin auch noch deutlicher.

    LG Tanja

    Hallo Tanja, hallo Caro,

    ich danke euch herzlich für eure Worte. Ich habe Tränen in den Augen beim lesen. Es tut so gut. Ihr habt vollkommen recht. Er hat nicht nach Hilfe gefragt, also lasse ich ihn auch in Ruhe. Er muss damit ja auch auf seine Weise klar kommen. Ich schreibe den Brief und schaue dann, ob ich ihn erstmal behalte oder nicht. Ich werde mich heute voll und ganz auf meine Kinder konzentrieren. Sie sind knapp 16 Monate und 2 Monate alt. Zu sehen, wie die beiden wachsen, was sie schon alles können, stärkt mich auch ungemein.

    Meine Eltern waren eben da. Sie haben sich total liebevoll um die beiden gekümmert. Schade, dass es nicht immer so sein kann. Aber das sind genau die Momente, die mich immer so zweifeln lassen. Wenn Mama klar ist, dann kann sie da sein und auch ganz Mama und Oma sein, leider sind diese Momente sehr rar. Aber wenn so ein Moment da ist, dann fühle ich mich nochmal so böse, weil ich sie ja weit von mir stosse und auch nicht wirklich liebevoll mit ihr umgehen kann. Ich neige dann auch dazu, ihr alles zu verwehren, was sie mit den Kindern unternehmen will. Wenn sie den grossen füttern will, dann verweigere ich ihr das usw. Nur aus Boshaftigkeit und weil ich ihr die Kids auch nicht dann anvertrauen will, wenn ich dabei bin. Und dann fühle ich mich wieder schlecht. Aber genau das darf ich nicht.

    Na ja, mir geht es jetzt jedenfalls schon viel besser. Wenn ich mich nachher meinem Mann in die Arme werfe und ihm das auch noch erzählt habe, geht es mir noch besser. Er stützt mich sehr und das tut gut. Aber ihr seid ja auch da und auch das tut gut. :)

    LG Tanja

    Huhu,

    ich hab mich grad geärgert und muss das jetzt hier loslassen.

    Letztes Jahr irgendwann hatte meine Oma Geburtstag, meine Mutter hatte sich eine Flasche in einer Brotpapiertüte mitgebracht und im Schrank im Schlafzimmer versteckt. Sie lief immer wieder hin und kam nach und nach betrunkener zurück. Als sie irgendwann wohl ihren Level erreicht hatte begann sie mich niederzumachen. Sie erzählte jedem wie fett ich doch in meiner Schwangerschaft geworden sei (ich war da im 8. Monat) und was ich für nen dicken Hintern bekommen hätte, das wäre doch unnormal usw. Ich habe mich darüber geärgert, war verletzt und traurig. Ich bin irgendwie immer das Opfer, das sie sich raussucht wenn sie besoffen ist. Ich habe daraufhin 3 Wochen nicht mit ihr geredet, allerdings wusste sie nicht warum. Als dann Ostern kam, bin ich auch nicht zur Familienfeier hingegangen. Am Ostermontag hab ich mir dann ein Herz gefasst und ihr das alles an den Kopf geknallt, auch dass sie wenn sie bei mir zu Besuch ist nie wieder nach Alkohol fragen soll usw.

    Mein Vater sagte mir damals, wenn nochmal so was ist, soll ich zu ihm kommen, damit ich drüber reden kann.

    Heute morgen habe ich ihm gesagt, dass ich mit ihm unter vier Augen reden will. Er wollte wissen um was es geht. Ich sagte, es geht um Mama. Er dann: "schon wieder???" so richtig genervt war er :(

    Ich wollte ihm eigentlch nur sagen, dass wenn er will, dass Mama aufhört zu trinken, dass er dann nitt dulden darf, dass sie auch mal ein oder zwei Gläschen Wein trinkt, wenn sie essen gehen.

    Ich wollte das Gespräch doch um ihm zu helfen... :(

    Ich fühl mich grad einfach nur mies. Vielleicht werde ich genau diesen Moment zum Anlass nehmen, den Brief den ich schon fast fertig geschrieben habe abzuschicken oder ihnen in die Hand zu drücken. Mal sehen was daraus wird.

    Wie mein Papa das schafft, weiss ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich an seiner Stelle wäre sicher schon längst auf und davon. Aber er sagt, er kann sie nicht fallen lassen, er kann es nicht ertragen, dass sie auf der Strasse landet. Er droht ihr oft mit Scheidung und sagt ihr auch, sie solle abhauen, wenn sie wieder mal knülle herumliegt, aber mehr passiert auch nicht. Er sagt ja selbst, ihn stört es nicht, wenn sie "mal" beim Essen ein Gläschen Wein trinkt. Und da ist dann auch der springende Punkt. Solange er das duldet, wird niemals was passieren.

    Ja, das mit dem Brief werde ich auch so halten. Ich schreibe alles, was mir so auf der Seele drückt. Entweder gibt es einen passenden Moment, wo ich ihn ihr bzw. meinen Eltern gebe oder er bleibt einfach hier bei mir. Papier ist ja geduldig. :)

    Es ist echt doof. Immer wenn ich meine Mutter mal gebraucht hätte, war sie nicht da. Sie hat mir dann noch Vorwürfe gemacht. Ich lag schwanger mit Blutungen bei iihr im Gästezimmer (ich hatte schlimmen Streit mit meinem Mann und es war nicht sicher, ob wir uns trennen). Ich durfte nicht aufstehen wegen der Blutungen. Meine Mum kam auf allen vieren die Treppe hoch und lallte mich zu. Ich lag da wie gefesselt, wie eine Gefangene. Meine Mum hat mir nur Vorwürfe gemacht, was sie falsch gemacht hätte, dass ich so geraten wäre. Sie hat mir dermassene Schuldgefühle eingeredet, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich tun sollte. Ich bin dann am nächsten Tag nach Hause gefahren. Ich begab mich lieber wieder in den Streit mit meinem Mann, als meiner Mum beim "saufen" zuzuschauen. Dabei hätte ich sie gerade zu diesem Zeitpunkt dringend gebraucht. Ich hätte ihren Zuspruch gebraucht, ihre Nähe, hätte es gern gehabt, dass sie mir Mut macht.....

    Na ja, ich denke, abgesehen von der Schwangerschaft, hat jeder so eine Situation durchgemacht und jeder hätte seine Mutter gebraucht und sie war nicht da.

    Ich habe mir heute zwei Bücher bestellt. "Ich befreie mich von deiner Sucht" und "Um die Kindheit betrogen"! Ich bin schon sehr gespannt.

    LG Tanja

    Hallo Tanja,

    meine Mutter macht keine Therapie oder Entgiftung, weil sie ja nix trinkt. Sie steht sternhagelvoll vor einem, kann nicht in die Augen schauen, hat aber nix getrunken....

    Ich versuche den Kontakt so reduziert wie möglich zu halten, aber es ist auch schwer. Meine Schwiegereltern wollen nix von uns wissen, also hab ich nur eine Oma für meine Kinder und die trinkt dann zu allem Übel auch noch. Wäre mein Vater nicht, hätte ich den Kontakt sicher schon ganz abgebrochen (genau weiss ich es aber auch nicht)! Mein Vater hilft mir so gut er kann. Ansonsten schlagen wir - mein Mann und ich - uns allein durch mit den Kids. Also wir haben keinerlei Betreuung für die Kinder. Einen fremden Babysitter hab ich mir noch nicht ins Haus geholt, dazu fehlt mir das Vertrauen gegeüber fremden Menschen. Ich brauche eh sehr lange, bis ich jemandem vertraue.

    Also, eure Familie ist genau so. Null Respekt irgendwie. Wenn es bei einer Familienfeier bei uns mal keinen Alkohol gibt (bei der Oma väterlicherseits beispielsweise, die trinkt nämlich selbst nix), dann bringt meine Mutter sich was mit, versteckt es in der Handtasche oder sonstwo und rennt dauernd raus. Irgendwie hab ich dann das Gefühl, dass das keiner spannt. Ich weiss genau was sie macht. Ich kenn sie mittlerweile besser als sie sich selbst glaub ich. Es hört sich vielleicht krank an, wenn ich mit meiner Mutter telefoniere, dann höre ich am Einschenkgeräusch, was sie sich ins Glas giesst.

    Und mit dem runterziehen lassen ist so ne Sache. Ich glaube es wäre leichter wenn sie ständig trinken würde, weil es dann keine klaren und auch lieben Momente zwischendurch gibt. Irgendwie sind es Aufs und Abs für sie und mich. Wenn sie klar ist, dann ist sie wieder ganz die Mama, die ich immer wollte und wenn ich mich dann gerade mal bissel wohlfühle, dann säuft sie wieder....

    Unternehmen können wir wirklich nix. Das ist ja das grausame daran. Ich habe einen Brief angefangen, wie ich oben schon irgendwo mal schrieb. Fertig ist er noch lange nicht. Ob ich ihn abschicke steht auch noch in den Sternen. Aber vielleicht gibt es irgendwann den passenden Moment in dem ich ihr den Brief in die Hand drücken kann. Mal sehen. Ich lasse es einfach auf mich zukommen und versteife mich nicht darauf.

    Danke übrigens für deine Antwort... :)

    LG Tanja

    Huhu,

    Dani, ich hab mal ne Frage an dich. Du sagst du gehst weniger zur Familie und deine Mum siehst du fast gar nicht. Ich versuche meiner Mum auch aus dem Weg zu gehen, aber das gelingt mir nicht immer, weil ich sehr an meinem Vater hänge. Er trinkt ja Gott sei Dank nicht. Da meine Mum nur phasenweise trinkt ist es irgendwie auch schwer dauerhaft auf Distanz zu bleiben. Wie klappt das bei dir?

    LG Tanja

    Bei uns war Alkohol immer präsent, bei jeder Feier, bei jedem Fest. Mein Großvater - der Vater meine Mutter - hat sich vor über 20 Jahren das Leben genommen. Auch er hat viel getrunken. Seit dem Selbstmord sind alle irgendwie durchgedreht. Die Geschwister meiner Mutter trinken auch alle, aber nicht so massiv, also ich weiss eigentlich gar nicht mal so genau, ob die regelmässig trinken, bei den Geburtstagen oder so fliesst jedoch genug Bier, Wein, Sschnaps usw. Erschreckend! Die wissen alle von Mamas Problem, wenn sie nicht dabei ist, reden sie auch offen darüber. Wie schlimm das doch alles sei usw. Aber anbieten tun sie ihr trotzdem immer was. Wie soll sich denn dann jemals was ändern?

    Hallo zusammen,

    bei mir isses ja auch die Mutter, die phasenweise trinkt. Es ist einfach ätzend, Alkohol ist echt ein böses Zeug. Ich finde es erschreckend wie gleich sich die Alkoholkranken verhalten. Ich dachte, meine Mutter wäre einfach ganz besonders seltsam. Aber ich lese ja hier, dass eure Mutter meine sein könnte und umgekehrt. Es ist schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

    Meine Mutter jammert tagtäglich übers Wetter, über ihre wehen Knochen usw. Ich kann das Gejammer nimmer hören. Das nervt.

    Wie verhält sich eigentlich eure Familie gegenüber eurer Mutter? Meine Familie schaut weg. Das schlimme ist, wenn sie dort zu Besuch ist, wird ihr noch der Alkohol hingestellt. Das ist ganz schlimm. Ich weiss dann gar nicht wie ich mich verhalten soll. Aber für die Zukunft hab ich mir vorgenommen den Mund aufzumachen.

    huhu caro,

    mir geht bzw. mir ging es heute super gut. ich hab einen schönen tag erlebt. hatte heut ein bisschen die aufräumwut bzw. die umräumwut.

    gestern hab ich hier im forum auch mal noch die beiträge von anderen gelesen. da gleicht sich so viel. das ist echt wahnsinn. irgendwie richtet der alkohol überall das gleiche an. also das verhalten der alkoholiker ist irgendwie immer gleich. ich hatte gestern dann erstmal den wunsch meiner mutter einen brief zu schreiben und mir nochmal alles von der seele zu schreiben. andererseits hab ich ihr das alles schon gesagt. da sie sowieso abblockt, wenn ich mit dem thema anfange und meistens dann auch direkt laut wird, hat es aber doch keinen zweck. ich hab es gelassen. es wühlt nur wieder auf und wenn ich dann auf den brief hin nicht die reaktion bekomme, ich ich gerne hätte, dann ärgere ich mich nur und steigere mich vielleicht nochmal in etwas rein, was ich eh nicht ändern kann.

    wie geht es dir denn?

    lg tanja