Hi Lefty,
wie ich sehe hast Du es geschafft, hier im offenen einen Thread zu eröffnen
.
Ich seh jetzt Deine Aussagen (noch
) nicht so kritisch. Am Anfang war zumindest bei mir auch viel Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Pessimissmus ... aber vor allem auch viel Angst. Angst und Fragen, wie "was kommt da mit dieser sogenannten Trockenheit alles auf mich zu?", "kann ich es dieses mal wirklich schaffen oder beweise ich mir nur wieder, dass ich es eben nicht kann?", "lohnt es sich überhaupt?", "kann mir die Trockenheit überhaupt gefallen oder ist das so ein langweiliges Dahinsiechen mit Dauerverzichtsgefühl?", "werd ich dann zum totalen Aussenseiter der Gesellschaft?", "was werden andere von mir denken?" ... .
Ich kannte ja den Zustand "trocken sein" nicht. Klar hab ich mal Trinkpausen eingelegt (musste mir doch hin und wieder beweisen, dass ich es doch könnte
), aber mir hat es da an viel Information gefehlt, obschon ich schon meine Sucht nach harten Drogen und Tabletten überwunden habe. Ich habe hier gelernt, dass es mir leichter fällt trocken zu bleiben, wenn ich gewisse Dinge befolge. Das sind unter anderem die "Grundbausteine" und der rege Austausch mit ebenfalls Betroffenen. Am Anfang war ich täglich stundenlang hier. Das hat mir geholfen, Tag für Tag trocken zu bleiben. Und es ist einfach so, die Zeit arbeitet da für uns. Mit zeitlichem Abstand und Arbeit an uns selber, lässt der Druck nach. Es wird definitiv einfacher, anders halt.
Ich schätze, Dein Alter ist hier so der (eher untere) Durchschnitt. Also keinesfalls bist Du ein alter Mann, für den es sich eh nicht mehr lohnt
. Lass Dich ganz auf das Abenteuer Trockenwerden ein. Früher stellte ich mir das staubtrocken, todlangweilig und zermürbend vor - es ist aber die bunteste, interessanteste Zeit, seit Jahrzehnten.
Ich wünsche Dir alles, alles Liebe und grüsse Dich, simi
PS: Hab gerade den letzten Eintrag von Lil gelesen. Sie hat schon recht, was Du keinesfalls gebrauchen kannst, ist dieses (uns wohl allen wohlbekannte) Selbstmitleid. Das klingt böser, als es gemeint ist. Sich gedanklich im eigenen Elend zu suhlen, verhindert uns irgendwie die Sicht auf mögliche Lösungen unserer Probleme.