Beiträge von liv

    Hi Berta,

    auch ich freue mich, wieder von Dir zu lesen. Und dann kommst Du gleich mit Deinem ersten Trockengeburtstag im Gepäck - doppelt schön!
    Ich gratuliere Dir ganz herzlich zum ersten Jahr ... auf dass noch viiiiiele folgen mögen!

    gruss simi

    hi Hartmut :wink: ,

    ich besuche ja auch gelegentlich eine reale Selbsthilfegruppe. Meine Trockenarbeit aber leiste ich fast ausschliesslich hier (und natürlich in meinem Alltag). In die Gruppe gehe ich gerne, um die Leute zu treffen, um zuzuhören, mich geborgen zu fühlen. Ich bin aber der Typ Mensch, der nicht so gerne spricht (da fehlt es mir noch immer arg an Selbstbewusstsein). Und von daher ist dieses Forum für mich an erster Stelle, wenn es um meine Trockenheit geht. Hier kann ich mir Zeit lassen und verhasple mich nicht, wie beim sprechen. Ich kann, wenn mich was trifft, erstmal darüber schlafen, bevor ich reagiere. Ich kann mich dann und in dem Masse mit einbringen, wie es mir passt (und wie ich gerade in der Lage bin).

    Hier öffne ich mich ganz anders. Hier kann ich mich mitteilen, und keiner ist gezwungen mir zuzu"hören". Ich stehle keinem die Zeit :oops: (Jaja mein Selbstbewusstsein ... :roll: ).

    Ich finde, es soll jeder selber entscheiden, welche SHG er sich aussucht und welche er wann und wieoft besucht. Ich sehe für mich auch keinen Grund, mich für eine einzige zu entscheiden.

    Gruss simi

    Hi Hartmut :lol: ,

    ich mag ja grundsätzlich diese "Weisheiten" nicht besonders. Sie sind zwar in ihrem Kern wohl alle richtig, aber sie werden zu oft einfach hingepfeffert, oft von Leuten, wo ich das Gefühl habe, sie wissen selber nicht genau, was damit gemeint ist. Oder sie verstehen es theoretisch, spüren es aber nicht (schwer zu erklären :oops: ) - ganz böse gesagt kommt es mir manchmal etwas klugscheisserisch, platt und nachgeplappert vor :oops::oops: .

    Diesen zum Beispiel

    Zitat

    Wir alle sind gleichweit vom Glas entfernt.

    glaube ich oft zu lesen, wenn neue getröstet werden sollen, dass sie ja auch schon ganz schön weit sind. Habe ich selber manchmal gemacht. Seit meinem Rückfall sehe ich den Satz aber etwas anders. Natürlich kann jeder rückfällig werden, aber man kann da einen Abstand dazu bekommen. Wie man bei mir sehen konnte, hat das nichts mit einer Anzahl Trockentage/Jahre zu tun, sondern geistig. Ich war, sagen wir nach einem halben Jahr Trockenheit weiter vom ersten Glas entfernt, als eineinhalb trockene Jahre später. Seit meinem Abschiffer, habe ich auch einen ganz anderen Blick auf folgende Weisheiten "achte auf Deine Gedanken" oder "ein Rückfall beginnt im Kopf".

    Ich hoff, ich bin nicht gerade am Thema vorbeigesaust ... :wink: .

    gruss simi

    Hi Hartmut,

    bist etwas neugierig momentan, was? :wink::lol: Du bist in Kur und wir dürfen Dir hier schwere Fragen bewantworten ... :lol: .

    Ich frage mich nur gerade, ob wohl auch das Alter mit den "Erwartungshaltungen an Lebensqualität" zu tun hat? Ich könnte mir gut vorstellen, dass es jüngeren Betroffenen schwerer fällt, auf Partys und Feiern zu "verzichten" als älteren Trockenen. Ich zähle mich hier ausnahmsweise zu den jüngeren :wink: . Also ich habe noch so manches mal das Gefühl, der Trockenheit zuliebe VERZICHTEN zu müssen. Ich spüre den Wunsch, feiern zu gehen, dazuzugehören.

    Mir fällt es auch wesentlich leichter "ältere" Bekannten über meine Alkoholsucht aufzuklären, als jüngere. Die Reife, Vernunft, Mitverantwortungsgefühl und Lebenseinstellung ist einfach meist nicht dieselbe. Und somit sind auch die Reaktionen absehbarer. Ich würde ja wirklich gerne am Wochenende an eine Abschiedsfeier gehen. Das wurmt mich diesesmal wirklich. Aber ich kann das Risiko nicht einschätzen, wenn ich mit all den "lockeren, flippigen" jungen Menschen zusammen bin. Wird wohl die Tagesform entscheidend sein.

    Ich empfinde meine Lebensqualität durch meine Sucht schon manchmal als etwas eingeschränkt. Ich habe in meiner Jugend durch meine schwere Drogensucht viel verpasst. Ich hab noch immer den Drang nach geselligem, übermütigem Feiern. Kann ich nicht abstreiten. Dadurch hadere ich aber auch oft mit meiner Trockenheit. Oft habe ich das Gefühl sie macht mich einsam.

    Huch, bin ich jetzt vom Thema abgerutscht?

    Natürlich ist mir meine Trockenheit viel wichtiger als Partys und oberflächliche Freunde. Aber irgendwas fehlt mir da halt schon manchmal ... :oops: .

    gruss simi

    Hi 7lives,

    ich finde es immer ganz besonders tapfer und mutig, wenn es jemand schafft, sein Hin-Fallen als dieses und nicht als Totalversagen zu sehen und sich erneut auf den Weg in die Trockenheit macht. Ich kenne Rückfälle von mir selber und ich weiss, wie zermürbend das sein kann.

    Hast Du denn heute auch getrunken?

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Kraft, Mut und Zuversicht um wieder aufzustehen.

    Liebe Grüsse, simi

    Hi birdman,

    Zitat

    und danke für die Ratschläge. es müsste mir klar sein, nach 6 monaten, stimmt, ist es aber leider nicht.

    ..........

    es geht mir heute auch nicht besser und deswegen gehe ich heute in die Klinik, in der ich schon mal behandelt wurde. vielleicht hilft mir ja der Aufenthalt, um wieder ein paar klare gedanken fassen zu können, denn momentan kann ich es nicht.

    ich finde, das stimmt so nicht zusammen :wink: . Wenn Du den Schneid und die Konsequenz hast, für Dich zu entscheiden, in die Klinik zu gehen, finde ich, weisst Du ganz gut was Du willst: Du willst nicht saufen! Du weisst vielleicht im Moment nicht, wie Du langfristig trocken bleiben kannst und hast den Mut etwas verloren. Aber dass Du in die Klinik gehst, anstatt das Spiel zuhause weiterzuspielen mit dem Risiko wieder zu saufen, finde ich bemerkens- und bewundernswert. Gerade das zeigt mir persönlich, dass Du besser weisst, was Du willst, als viele andere.

    Ich bin jetzt 19 Monate ohne Alkohol und auch ich bin eine Kandidatin, die immer mal wieder in so Löcher fällt. Auch ich weiss manchmal nicht, wie ich trocken bleiben kann. Aber ich habe eben auch diese Einstellung; bevor ich saufe, gehe ich zum Arzt und wenn der mir nicht helfen kann, gehe ich notfalls auch in eine Klinik. Ich will nicht wieder saufen! Ich weiss nicht, ob ich für immer trocken bleiben kann, aber ich tue mein Bestes, dass es nicht wieder soweit kommt, dass ich aufgebe und saufe. Und bei Dir lese ich ähnliches heraus.

    Und das ist doch der wichtigste Gedanke, den wir haben müssen. Weisst Du, wir gehen vielleicht Umwege und es fällt uns schwerer trocken zu bleiben, als andern. Das hat aber nichts damit zu tun, wie sehr wir "wollen", sondern ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, inwieweit sich die Alkoholsucht in unserem Leben bereits eingenistet hatte. Manchmal beneide ich Leute, die hier ankommen und zwei Wochen später scheinbar soweit sind, wie ich nach 19 Monaten. Aber ich denke, das ist nicht dasselbe. Es ist mein Leben und mein Weg aus der aktiven Sucht heraus. Und ich brauche meine Zeit, muss mich nicht an der "Trockenheit" oder wasdennauchimmer der andern messen.

    Hatte gerade in den letzten Tagen wieder einen totalen Durchhänger, wo ich auch wieder an mir zweifelte. Dann lese ich, dass es den anderen scheinbar immer so leicht fällt. Ich muss da lernen, drüber hinwegzusehen. Wir sind nicht weniger trocken, weil bei uns noch grössere Ängste und Zweifel da sind. Es muss auch nicht jeder superschnell knochentrocken im Kopf werden. Ich finde Leute, die auch mal mit sich und ihrem Weg hadern natürlicher, als solche, die anscheinend null Probleme und die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Ich spiele da auf niemanden an, das möchte ich noch deutlich gesagt haben. Aber es ist doch so, dass gerade wir Verunsicherten uns dann noch gerne fertig machen mit so Gedanken "bei den anderen läufts so prima. Warum nur bekomme ich das nicht auf die Reihe?"

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht und hoffe wieder von Dir zu lesen.

    gruss simi

    Hi Jenny,

    So, ich jetzt mit vollem Bauch halt auch nochmal :D

    Mein Eintrag vorher war wohl etwas zu emotional und ich möchte mich entschuldigen, falls der Dich Jenny verletzt hat. War nicht meine Absicht.

    Ich finde es einfach schade, wenn hier jetzt ein Co-Alki-Kleinkrieg entsteht. Es ist doch gerade das tolle an diesem Forum, dass wir hier alle gemeinsam an uns und unserer Zukunft arbeiten wollen.

    Ich frage mich heute einfach, wie wir hier, jeder mit seinem eigenen Frust, seinen eigenen negativen Erfahrungen, aber auch Ressourcen und Ideen wieder zusammen finden. Wie können wir hier zusammen weiterkommen?
    Natürlich ist es Deine Sache, ob Du das Forum verlässt oder nicht. Ich kenne auch Co-Verhalten zu wenig, aber ich kenne das Alki-Verhalten und das ist gerne, sich hochschaukeln (lassen), reinsteigern, vom Gegenwind eine kalte Nase bekommen und sich deshalb umdrehen und davonrennen. Aber ich kann als Alki nur wirklich am Ball bleiben, wenn ich eben auch mal dahin gucke, wo es weh tut. Mich auch einfach nackt hinstelle und mich entschuldige, wenn mir bewusst wird, dass ich über`s Ziel hinausgeschossen bin. Aber eben, ich bin über Co-Verhalten zu wenig informiert.

    Wir sind hier einfach Menschen mit vielen negativen Erfahrungen (ob selberschuld oder "fremdverschuldet") und haben alle dasselbe Ziel: eine zufriedene, selbstbestimmte Zukunft. Da sollten wir uns nicht von Klischees und Vorurteilen treiben lassen. Wir sollten auf unser Recht pochen, aber da wir eine Gemeinschaft sind, muss halt jeder auch Rücksicht auf den anderen nehmen. Ich finde, wir sind hier alle noch sehr zarte Pflänzchen, die noch geschützt werden wollen. Dein Auftreten hier kam mir eher vor wie der einer Dampfwalze :lol: . Kann passieren. Nicht tragisch, wenn man die Grösse hat, sich das alles nocheinmal genau anzugucken, sacken zu lassen, vielleicht auch mal auf den Mund sitzen und weiterarbeiten. Schlimm wird es nur, wenn man sich so hochschaukelt, dass es zu hoch wird, um wieder umzukehren. Wäre schade für alle hier!

    Liebe Grüsse, simi

    Jenny,

    wie ist das mit dem Schuld aufladen? :wink:

    Ich ziehe mir den Schuh nicht an, mitschuld zu tragen an Deinem Abgang hier. Es ist alleine Deine Entscheidung und ich kann mich unterdessen gut abgrenzen vom trotzigem Davonlaufen hier aus dem Forum. Kommt immer wieder vor.

    Tschuldigung, das soll nicht beleidigend rüberkommen. Ist halt einfach das, was es gerade bei mir ausgelöst hat :wink: .

    Gruss simi

    Hi zusammen

    Mich macht es gerade etwas traurig, denn es kommt mir hier vor, als würden Fronten künstlich aus dem Boden gestampft. Fronten zwischen Akis und Co`s. Kann ich nicht nachvollziehen.

    Wenn Mieken um die Änderung eines Titel bittet, macht sie das bestimmt nicht aus Jux und Dollerei oder um zu gucken, ob die Co`s manipulierbar sind :roll: . Es ist kein Test, sondern versuchter, vernünftiger Selbstschutz. Mieken ist nicht die Person, die Dir Jenny bei Dir zuhause, Verantwortung und Schuld aufladet oder aufgeladen hat. Ist so eine Bitte für einen Co wirklich so unverschämt und gefährlich? Mieken ist eine Frau, die hier versucht trocken zu werden ... und nicht irgendein Alki, der Dich verändern und Dein Leben einschränken möchte. Ich finde, sie muss nicht Deine Wut und Enttäuschung abkriegen.

    Sind wir hier nicht ein Selbsthilfeforum? Eine Gemeinschaft? In einer Gemeinschaft ist es doch wichtig, dass man guckt, dass es allen gut geht. Rücksichtnahme und Respekt. Und wenn eine Gefahr durch 10 Sekunden studieren und ein paar Mausklicke gebannt werden kann, verstehe ich die Sturheit nicht, sowas nicht machen zu wollen. Das heisst auch nicht, dass die Co`s in ihren Threads nicht mehr Tacheles reden dürfen ... davon war gar nie die Rede. Es ging einfach darum, dass ein Titel (und Titel sind dazu da, dass sie einem ins Auge springen) Mieken Unbehagen ausgelöst hat.

    Liebe Grüsse, simi

    Hi zusammen,

    Ich frage mich, ob der Verlauf gleich gewesen wäre, wenn die "um-Änderung-Bittende" eine Co gewesen wäre.

    Ich finde es gut, das Mieken die Bitte ausgesprochen hat. Es war ein Versuch von Selbstschutz und nichts weiter als eine Bitte. Dass die Bitte von einem Alki gekommen ist, ist wohl das Problem. Oder täusche ich mich da?

    Liebe Grüsse, simi

    PS: Eine ernstgemeinte Frage: Müssen sich Co`s auch im Alltag so intensiv schützen? Also Bitten von Bekannten, Freunden und Fremden bestenfalls immer ablehnen? Vielleicht eine doofe Frage ... aber ich weiss es wirklich nicht :oops: .

    Ach und noch was: So ein Titel löst auch bei mir nach mehr als 19 Monaten Trockenheit noch was aus. Vielleicht zu vergleichen, wie wenn ich meinen Thread "lass mich jetzt nicht einfach hängen" nennen würde ... würde vielleicht bei Co`s auch was auslösen ... ich weiss es nicht!?!

    Hey Yvonne,

    finde ich eine klasse Idee mit dem Thread hier im offenen Bereich. Würde ich glatt nachahmen, wenn ich momentan mehr Zeit hätte.
    Und wie gesagt, teil Dir das "aufräumen" ein - viele kleine Schrittchen lassen sich besser angehen (es braucht weniger Überwindung dazu), als einen 10-Meter-Sprung.

    Liebe Grüsse, simi

    Beim Nachschubkaufen an der Kasse fluchen "das nächste mal können sie ihr Bier selber schleppen" :oops:

    Warum ist der Schnaps so hell? Liegt sicher am Flaschenglas ... ist doch ein bisschen milchig .... :wink:

    So jetzt habe ich vier Wochen nichts getrunken - wenn ich heute trinke, ist das doch ein guter Schnitt (einmal in vier Wochen) .... :roll:

    Geht hier die Diskussion nun in die heisse Phase? :roll: Oder können wir alle wieder etwas runterkühlen? Keine Angst, ich will keinen runterkuscheln oder runterprügeln, sondern nur mal kurz bitten anzuhalten, durchzuatmen und sich zu besinnen, worum es hier geht.

    Ich habe keine Mühe, Namen zu nennen. Spedi zum Beispiel finde ich hier im offenen Bereich sehr wichtig. Ich kann mich auch mehr mit den klaren Worten anfreunden, als mit irgendwelchem Gekuschel. Selber bin ich aber nur selten in der Lage, das zu machen. Daher bin ich sehr froh, dass Spedi noch hier ist. Seine Einträge sind manchmal schon an der Grenze, aber da sind ja dann auch meistens Leute von der anderen Seite, die das wieder auffangen. So hält sich doch die Waage. Finde ich gut!

    Ich bin auch der Meinung, man sollte Leute da abholen, wo sie stehen. Aber wir müssen sie auch wieder stehen lassen können, wenn sie nicht weiterlaufen wollen. Da muss ich mich abgrenzen und nicht mit Engelszungen arbeiten.

    Der Eintrag, der mich echt zum Handeln gebracht hat, war, als mir jemand schrieb, er werde sich nun aus meinem Thread zurückziehen, da ich eh bloss rumeiere. DAS kam bei mir an und brachte mich zum nachdenken. In einem anderen Forum, wo ich vor diesem aktiv war (da gings um Drogenprobleme), musste ich mich zurückziehen, weil dort eben dieses Ding lief "Rückfall - och Du arme - komm ich reich Dir die Hand - huch auch ausgerutscht - aber wenigstens sind wir gemeinsam gefallen - wir armen, armen Dinger, warum werden wir bloss nicht clean?". So im Stil: Ich verharmlose Deine Rückfälle, dafür verharmlost Du meine". Gestern habe ich da wieder einmal ein bisschen gelesen - die sind alle noch am genau gleichen Punkt und noch immer sind sie die ärmsten. Ich war ihnen dort zu hart - ICH war zu hart :lol: .

    gruss simi

    Hi Jean :D ,

    schöööön, mal wieder was von Dir zu lesen!! Habe mich manchmal gefragt, wie es Dir wohl so geht.

    Es freut mich unheimlich, Deine positiven Nachrichten zu lesen. Ach, mehr fällt mir gerade nicht ein ... habe einfach Freude :oops::wink: .

    Ich hoffe, wieder hier von Dir zu lesen.

    So wünsche ich Dir noch einen schönen Abend und grüsse Dich herzlich, simi

    Hi Koko,

    ich kann jetzt wirklich auch noch nicht sagen, dass ich mich selbst "liebe". Ich lerne mich zu akzeptieren und langsam auch zu respektieren. Das ist für mich schon ein grosser Schritt.

    Ich erinnere mich an Zeiten hier im Forum, wo ich so böse Sachen über mich selber geschrieben habe, dass ich ungern daran zurückdenke. Ich habe von mir bloss das schlechteste gedacht. Ich schrieb, ich sei verlogen, führe hier wahrscheinlich neben mir auch noch alle anderen an der Nase herum, wenn ich in den Spiegel gucke, schaut mir eine echte Hackfr.sse entgegen, alle anderen hätten die Hilfe mehr verdient, ... . Nein wirklich, ich sabotierte mich selber massiv.

    Was ich einfach mit zunehmender Trockenheit lerne, ist Gelassenheit, Geduld und Sanftheit. Gutmütigkeit und Verständnis. Und langsam schleicht sich das auch in Bezug auf mich selber ein. Ich bin nicht mehr so dermassen hart mir selber gegenüber. Ich bin ausgeglichener und rase gefühlsmässig nicht mehr von unten nach oben und zurück. Das gibt mir eine gewisse Beständigkeit, die Ruhe und eben ein gewisser Seelenfrieden mit sich bringt.

    Ich glaube, das ist wirklich eine Sache der zunehmenden Trockenheit. Meine Einstellung zum Leben hat sich so massiv geändert. Ich war schon früher als Kind ein "verschupftes Huscheli", habe nie gewagt, den Mund aufzumachen, alle anderen waren toller und besser. Heute interessiert es mich nicht mehr, ob andere besser und ich schlechter bin. Ich haushalte mit meinen Möglichkeiten und wem das nicht reicht, den kann ich nicht zufriedenstellen. Es ist seine Wahl, ob er trotzdem mit mir zu tun haben möchte oder nicht. Ist nicht (mehr) mein Problem. Ich zerreisse mich nicht mehr für andere. Ich muss nicht allen gefallen ... mir gefallen auch nicht alle :wink: .

    Letzte Woche musste ich in diesem Jahr zum zweiten mal wegen "Brustkrebsverdacht" ins Krankenhaus. Sowas holt mich jeweils ganz heftig auf den Boden zurück. Es ist einfach eine andere Dimension der Probleme und Sorgen. Seither esse ich seltsamerweise fast wie ein "normaler" Mensch. Es wurde mir wieder deutlich klar, wie zerbrechlich das Leben ist. Und ich möchte leben - und nicht meine Kinder aufgrund einer Essstörung oder anderen Sucht alleine zurücklassen. Das Leben hat viel zu viele positive Momente, wenn man offen (und klar) ist, diese zu beachten.

    Ich kann Deine Angst gut verstehen, wieder voll in die Bulimie zurückzurutschen. Dieser Wechsel von einer in die nächste Sucht ist extrem zermürbend. Leider kann ich Dir hier auch keinen Ratschlag geben. Ich selber habe versucht immer ein Problem nach dem anderen anzugehen.

    Früher konzentrierte ich mich dermassen auf`s negative, dass ich das positive eigentlich immer übersehen habe. Heute entdecke ich so viel wunderschönes, dass ich wohl das erste mal im Leben sagen kann "das Leben ist schön".

    Ich kann Dir leider dieses Gefühl der Gelassenheit nicht rüberreichen - aber ich bin sicher, dass auch Deine Einstellung zum Leben und Dir selber sich mit zunehmender Trockenheit zum positiven verändert.


    Zitat

    Ich bin nunmal ich und muss mich akzeptieren , lieben lernen, aber wie soll ich das? Auf was soll ich stolz sein?

    Wie lange trinkst Du jetzt nicht mehr? Zwei Tage? Drei Wochen? 10 Jahre? Auf jede dieser Antworten alleine könntest Du total stolz sein! Ein Alkoholiker, der die Finger vom Alk lässt, kann darauf stolz sein ... das können nur wenige. Hier im Forum entsteht für mich manchmal der Eindruck, dass es jeder schafft - das Problem ist einfach, dass man von all den anderen nichts liest. Höchstens im Vorstellungsbereich, aber den siehst Du halt nicht.

    Ich nutze die Sucht diesbezüglich positiv, indem ich eben lerne, das Leben, andere und mich sanfter zu beurteilen. Ich mache regelmässig sowas wie "Standortbestimmungen", ich wurde dankbar für jeden Tag, an dem ich nicht trinken muss. Sowas wäre mir, ohne meine Sucht nie in den Sinn gekommen. Ich kann Momente besser geniessen, weil mir bewusst ist, wie schnell man unten sein kann und wie schwer es ist von unten nach oben zu klettern. Ich habe den Vorhof der Hölle kennengelernt ... dass ich heute hier wieder zurück auf der Erde sein darf, das alleine löst bei mir Dankbarkeit und Demut aus.

    Ich finde Deine Gedanken gut! Sie gehören zum Weg aus der Sucht.

    Huch, das wurde länger als geplant :oops::lol: .

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und grüsse Dich, simi

    Hi Koko,

    das mit der Selbstliebe ist wohl bei vielen Alkoholikern, die eine Trockenheit anstreben, ein grosses Thema. Ich habe mir ja all die Jahre immer wieder selber bewiesen, dass ich nichts wert bin, dass ich nichts auf die Reihe bekomme. Mein Äusseres ... puoh, damit fange ich jetzt erst gar nicht an. Ich messe mich auch mit ganz anderen Massstäben, als andere. Bei anderen bin ich viel nachsichtiger und liebevoller.

    Langsam, mit zunehmender Trockenheit und der inneren Veränderung, lerne ich mich aber auch immer besser kennen und entdecke, ganz zu meiner Überraschung :wink: , viele positive Seiten. Die negativen kenne ich schon lange ... aber gute Eigenschaften habe ich mir gar nicht zugestanden. Ist auch total typisch für mich: ich kann Kritik besser wegstecken, als ein Lob. Fällt mir viel einfacher zu verstehen und zu akzeptieren. Bei Lob fühle ich mich oft, wie ein Olympiasieger, der seinen Sieg bloss durch Doping erreicht hat. Also so dieses Gefühl, dass die anderen mich bloss loben, weil sie mich nicht kennen und nicht wissen, wie schlecht ich eigentlich bin. Aber wie gesagt, langsam ändert sich das bei mir. Ich weiss, dass das, was ich jetzt tue echt ist und ich dies bei vollem Bewusstsein tue. Es ist nicht, wie ich früher oft dachte, einfach Zufall und Glück, dass ich gut gehandelt habe.

    Durch meine Arbeit (in einem Heim für Mehrfachbehinderte) lerne ich mich auch sehr positiv kennen. Ich darf merken, dass ich eigentlich der Mensch bin, den ich mir immer vorgestellt habe ... aber in den letzten Suffjahren, habe ich gedacht, dass das bloss ein Wunsch ist. Also so die ehrliche gerne gegebene Fürsorge für diese behinderten Menschen. Ich dachte früher immer, sowas wäre mein Ding - aber ich glaubte irgendwie selber nicht daran, sowas schaffen zu können. Jetzt aber, trocken, bin ich dazu total in der Lage.

    Ich kann jetzt auch über meine Fehler grosszügiger wegsehen. Ich liebe Menschen, die Macken haben ... warum sollte ich nicht selber welche ausleben dürfen. :lol:

    Ich drifte ab, sorry!

    Liebe Grüsse, simi


    PS: Habe auf dem PC auch fast alle Alben der Böhsen Onkelz ... manchmal ziehe ich mir das gerne rein. Hat viele gute Texte ... aber so die ganz alten Alben ... neee

    hi torben,

    ganz herzlich willkommen bei uns im Forum! Schön, dass Du hier bist! :D

    Deine Vorstellung hier hat mich gerade sehr betroffen gemacht und ich wünsche Dir ganz besonders, dass Du den Weg in eine zufriedene, trockene Zukunft findest.

    Ich denke, bei mir war es auch Glück, dass ich vor einem Jahr genau in dieser Phase, in der ich in dem Moment steckte, hier aufgeschlagen bin und gerade bereit war, Hilfe anzunehmen. Es hat einfach gerade total gepasst ... so hoffe ich nun, dass auch für Dich der Augenblick stimmt, und Du bereit bist, in eine tolle Zukunft zu starten. Die wichtigsten ersten Schritte hast Du ja schon prima hinbekommen ... stationärer Entzug, Planung einer LZT, Beschäftigung/Betreuung, .... klasse! Auch dass Du Dich im Internet nach so einem Forum wie diesem hier umgeschaut hast. Alles zusammen, zeigt doch, dass Du bereit bist, an Dir und Deinem Verhalten zu arbeiten und nicht, wie leider viele, nur darüber sprichst. Ich finde es immer sehr bemerkenswert, wenn jemand bereit ist, den Weg aus der Sucht gründlich und konsequent zu gehen!

    Dieses Forum war, und ist noch immer, für mich eine gaaaanz grosse Stütze. Ich war zwar vorher schon gut informiert und so, trotzdem habe ich die Infos hier richtiggehend aufgesogen wie ein Schwamm. Dieser Austausch im Forum ist für mich auch heute noch die wichtigste Hilfe. Zwar besuche ich noch eine reale Selbsthilfegruppe .... aber meine wichtigste SHG ist dieses Forum hier.

    Hui, nein sorry, ich bin heute total konfus im Kopf. Ich wollte Dich eigentlich nur kurz begrüssen und Dir ganz viel Kraft, Geduld, Mut und Zuversicht wünschen!

    Ganz liebe Grüsse, simone