danke Dir, Schneemann, für Deine Worte.
Das wird wohl eines der Posts sein, welche ich mir regelmässig immer wieder durchlesen werde .... .
Witzig, dass Du von dem Telefonat erzählst - hatte auch gerade ein, für mich äusserst unangenehmes Telefonat. Meine "Freundin" (eher Kollegin und doch, neben meiner Familie, meine Vertrauteste reale Person :-/ ) hatte mich vor zwei Tagen eingeladen, mit ihr zusammen heute abend eine Handels-und Gewerbe-Ausstellung zu besuchen. Schon als ich das hörte, wurde mir schwammig zumute, weil dort halt ohne Ende die verschiedensten Sorten Alkohol degustiert wird. Aber ich konnte (wie immer) nicht nein sagen.
Seither schwankte ich extrem zwischen "ich will absagen, aber wie erkläre ich ihr das?" und "ach, xxxx drauf und geh hin" (typisch Sucht - es wäre für heute bestimmt der einfachere Weg gewesen ... aber der nächste Morgen kommt ja auf den Fuss). Vorher nun habe ich mir ein Herz gefasst und ihr abgesagt (ich habe ihr genau erklärt, wieso ich da nicht hin möchte). Sie war daraufhin sehr kurz angebunden und leicht schnippisch ... aber eigentlich ist das nun ja nicht mehr mein Problem. Ich war ehrlich und entweder kann sie damit umgehen oder lässt es. Auf alle Fälle ist mir jetzt viel leichter ums Herz. Aber ich denke, wenn ich nicht diese paar Tage, die ich jetzt dabei bin, hier mitgelesen und mich mitgeteilt hätte, hätte ich das so nicht hinbekommen und mich hinreissen lassen, den Willen anderer über mein (physisches und psychisches) Wohl zu stellen.
ZitatIst nicht jeder, der sich von Abhängigkeiten lösen möchte, zunächst und -letztendlich auch immer -
auf sich selbst angewiesen ?
Ja. Man kann sich Hilfe und Unterstützung holen, aber die Schritte vorwärts muss man selber gehen. Und vor allem, kann man sie nicht für jemand anderen tun.
ZitatIch habe begriffen, es wird mich niemand loben, wenn ich einen Schritt tue,
doch wird man es nicht für gutheissen, wenn ich wichtige Schritte unterlasse.
Wie wahr ... .
ZitatHabe mir bis zuletzt eingeredet, ist zwar teurer aber besitzt eine "Rechtfertigung wegen Geschmack".
Kann ich gut nachvollziehen - und finde es klasse, dass Du dem heute so ein Ende gesetzt hast!
ZitatEs reicht zu sagen, dass ich wegen eines Fahrraddiebstahls meinen besten Freund verloren habe
Sorry, das verstehe ich nicht ganz.
ZitatIch glaube, es war gut, diese Freundschaft zu verlieren. Es sollte doch schon reichen, wenn er mir sagt"hier trink mal was, reicht doch noch fürs Autofahren".
Tja, in dem Fall, war die Einstellung Deines Freundes Dir und Deiner Sucht gegenüber wirlich nicht toll. Wieso versuchen Leute einen überhaupt zum trinken zu animieren? Weil sie sich dann selber weniger schlecht vorkommen müssen, wenn sie selber saufen? Bei mir ist das auch immer so eine Sache; da höre ich schnell mal Sachen, wie: "ach liv, gönn Dir doch ein Bier, Du hast ja mit allem aufgehört - ein Laster braucht doch der Mensch ..." und solches Palaver. Viele denken, weil ich mit allem anderen aufgehört habe, könne doch sowas (legales) wie Alkohol mich nicht mehr gefährden.
ZitatIch hänge so gesellschaftsmässig "unten drin im Netz" und möchte wieder Fuss fassen können. GottseiDank ist da meine Partnerin, die mich in allen
Lebenslagen versteht und unterstützt. Auch werde ich von meiner Familie sehr geschätzt.
Wie meinst Du das "gesellschaftsmässig unten drin im Netz hängen"? Vom Beruf her, von Freundschaften her, ...? Bei mir ist es so, dass ich kaum mehr Freunde habe. Das ist natürlich absolut mein Problem. Ich habe Mühe Freundschaften am Leben zu erhalten, weil es mir sehr schwer fällt, jemanden anzurufen. Bei Bekannten einfach so mal schnell vorbeigucken, geht für mich gar nicht. Ich habe immer Angst, jemandem lästig zu sein und möchte nicht, irgendwo reinschneien, und die Leute in die Situation bringen (wie ich immer) nicht nein sagen zu können. Ich schliesse da von mir anscheinend zu schnell auf andere.
ZitatDoch ich will nicht meine Lebensgeschichte erzählen, sondern Mut machen.
Ersteres fände ich spannend und zweiteres hast Du gemacht, danke!
Ich grüsse Dich herzlich, liv