Beiträge von liv

    Huhu,

    ich möchte nur kurz klarstellen:

    Zitat

    Gefühle sosehr nachfühlen, mich sosehr einfühlen, dass ich die Gefühle übernehme das schon

    Das liegt für mich im Bereich des Vorstellbaren. Alles was darüber hinaus geht, übersteigt das. Ich wollte damit nicht sagen, dass ich das tue, nur dass ich mir das vorstellen kann.

    gruss liv

    Guten Tag,

    auch auf die Gefahr hin, dass meine "Eingebungen wieder völlig ins Leere laufen" und ich das Thema "null, nix " treffe, wage ich es trotzdem nochmal mich zu Wort zu melden :wink: .

    Ich denke, wir machen oft vieles zu kompliziert, denn ich glaube, grundsätzlich reden wir alle in etwa von demselben. Ich bin bereit, Hilfe anzunehmen. Unter Hilfe hier verstehe ich das Angebot Informationen zu bekommen. Ich bin jedoch frei zu entscheiden, was mir hilfreich erscheint. Das Angebot trifft dies natürlich nicht immer 100%ig. Da wähle ich gerne für mich aus. Daher kann ich mit mahnenden Worten im "Du musst" -Stil nichts anfangen. Es macht einfach einen Unterschied, ob jemand sagt "hier ist mein Kuchen, wenn Du magst, nimm ein Stück" oder wenn jemand mir einhämmert "iss sofort von meinem Kuchen, oder Du verhungerst". Daher hat eindringlich angebotene (aufgedrängte) Hilfe, meiner Ansicht nach, nichts mit "mehr einfühlen" zu tun - im Gegenteil, das empfinde ich als selbstsüchtig und arrogant; der Empfänger wird zu eigenen Zwecken benutzt.

    Ebenfalls glaube ich, dass jeder, der hier jemand anderem schreibt mitfühlt. Ich bin überzeugt, jeder Mensch fühlt immer was. Sich einfühlen läuft zumindest bei mir immer ab, was nicht heisst, dass ich alle verstehen kann und will!!
    Wenn ich jemandem schreibe, dann denke ich mir ja was dabei. Durch mein Mitfühlen, überdenke ich meine eigenen Erfahrungen dazu, wähle eine passende und biete die dann an. Dies hilft mir, durch das "erinnern" und "nicht vergessen" und dem anderen eventuell, da er sich verstanden fühlt und vielleicht sogar mit meinen Erfahrungen was anfangen kann.

    Aber so läuft`s ja hier im Forum tagtäglich in jedem Thread ab.

    Gefühle anderer zu übernehmen und für sie zu tragen, ist mir jedoch suspekt. Sowas habe ich noch nie erlebt ... zumindest nicht auf gesunder Ebene. Gefühle sosehr nachfühlen, mich sosehr einfühlen, dass ich die Gefühle übernehme das schon, aber dem anderen gänzlich abnehmen ... das übersteigt meinen Realtiätssinn.

    gruss liv

    Zimbo,

    eine Frage ... wie nimmt man jemandem seine Gefühle ab und trägt sie für denjenigen? Hattest Du denn, als Deine Mitpatienten Deine Gefühle an Deiner Stelle getragen haben, diese Gefühle nicht mehr gehabt? Einer trug Selbstmitleid und der andere Schuldgefühle oder wie kann ich mir das vorstellen?

    gruss liv

    hallo,

    Ich denke es ist ganz einfach hier. Es erscheint mir schnell ersichtlich, wer hier (im Forum) bei sich bleibt und wer gerne kluge Ratschläge erteilt. Mir ist es lieber, wenn jemand seine Erfahrungen mit mir teilt und mir damit anbietet, etwas daraus mitzunehmen (oder auch nicht), als wenn jemand sich einbildet zu wissen, wie ich mich zu verhalten habe. Auch Ratschläge "denk mal über meine Worte nach" lösen bei mir sofort den hier aus :roll: . Diese Überheblichkeit geht mir sowas von gegen den Strich. Es geht auch um eine realistische Selbstwahrnehmung, die manchen abgeht. Ich lese oft aufgebauschte, wortgewaltige und zeigefingerschwangere Einträge, oft gerade von Leuten die noch nicht lange trocken sind (und da zähle ich auch Leute dazu, die ein/zwei Jahre trocken sind!), wo ich mich frage, woher die dieses übersteigerte Selbstbewusstsein wohl bloss her haben.

    Ich will nicht gerettet werden - denn, was mache ich, wenn dann mal keiner da ist und mich wie gewohnt rettet? Dann sauf ich ab, weil ich das alleine schwimmen nicht gelernt habe. Bei mir bleiben heisst für mich auch nicht (wie es gerne von Leuten, die es einfach nicht richtig verstehen wollen, gerne verdreht wird), dass mir die anderen am Hintern vorbei gehen oder ich ihnen nicht schreibe, wenn mir was auffällt. Es heisst für mich einfach, dass ich von mir schreibe, mir nicht anmasse besser als andere zu wissen, wie sie sich verhalten sollten, dass ich meine Erfahrung und nicht meine hellseherischen Fähigkeiten anbiete. Wenn ich jemanden immer trage, lernt er das Laufen nicht.

    Ich glaube auch nicht, dass User, die bei sich bleiben, nicht auch nachfühlen oder besser sich einfühlen/erinnern. Das eine schliesst ja das andere nicht aus.

    gruss liv

    Huhu Franky,

    find ich gut, dass Du hier in diesem positiven Thread weiterfährst und nicht im Rückfallthread. Nach genau zwei alkfreien Jahren hatte ich im 2009 ebenfalls einen Rückfall (auch wenn`s nur ein Tag war nenn ich es Rückfall und nicht Vorfall). Das wurmte schon ganz schön. Noch heute denke ich manchmal ... och würde doch jetzt gut klingen 4einhalb Jahre trocken. Aber ist nun mal nicht so.

    Ich habe schlussendlich aus meinem Rückfall versucht soviel rauszuziehen wie möglich. Mir gings bei diesem Rückfall so mies, ich fand das wattige Gefühl so unangenehm, dass es schauderhaft war. Vor dem Rückfall hatte ich wochenlang Saufdruck und ich stellte mir den Moment, wo der erste Schluck den Hals runterrinnt so unheimlich beruhigend, wohltuend und ein Gefühl der Geborgenheit schenkend vor. Und was war. Nichts. In keinem Momenten vom ersten Schluck an war irgendein Moment gut - ich fühlte mich durchgehend bescheiden. Diese Erkenntnis habe ich daraus gezogen; mir jegliche Illusion genommen. Zudem setze ich mich schon zu lange mit meiner Krankheit auseinander, so dass ich nie wieder ungezwungen und sorglos werde trinken können.

    Also auch wenn`s abgedroschen klingt. Mein Rückfall ist zwar ärgerlich, ich versuchte aber einfach das beste draus für mich rauszuziehen. Etwas was ich seither nie wieder hatte war Saufdruck und damit quälte ich mich vorher jahrelang herum.

    So, hm, bissi viel von mir gelabert :oops: . Ich wollte Dir nur aufzeigen, dass der Weg auch nach einem Rückfall wieder sehr gerade und angenehm werden kann. Es ist möglich und wenn ich das schaffe, schaffst Du das schon lange :wink: . Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht!!

    gruss liv

    Hey Leopold,

    auch ich kenne diese Gedanken sehr, sehr gut. Nur, dass sie bei mir am Anfang nicht innerhalb von ein/zwei Sekunden weg waren :wink: .

    Doch sie lassen auch bei mir immer mehr nach. Unser Unterbewusstsein ist so gut auf`s Saufen trainiert, dass es sehr seltsam wäre, wenn diese Gedankenblitze schon nach einer Woche weg wären. Da brauchst Du wohl noch etwas Geduld mit Dir. Diese Wunsche ich Dir von Herzen.

    Gruss liv

    Huhu Dennis,

    schade, aber nun gut. Ich wurde im 2009 rückfällig und bin sofort wieder aufgestanden. Darum geht es jetzt. Nimm, wie Silberkralle sagt, diesen Rückfall dazu zu erkennen, woran Dein Trockenheits-Vorhaben eventuell gescheiter ist. Bei mir war`s vielleicht zu viel Grübelei, bei Dir vielleicht zu viel Leichtsinnigkeit/Überheblichkeit der Sucht gegenüber. Ich weiss es nicht, aber Du kannst daraus viel erkennen, wenn Du denn willst.

    Wie ist es heute gegangen? Konntest Du sofort wieder aufstehen, oder hast Du "nachgetankt" (die Gefahr ist ja gross)?

    Ich wünsche Dir gute Entscheidungen und Kraft.

    gruss liv

    Huhu Klabund

    ich freu mich auf Dich im geschützten Bereich. Ich bin sicher, es wird Dir dort passen.

    Ich war auch ein Jahr "trocken" bevor ich mit Arbeiten begonnen habe. Mir hat dieses Jahr bestimmt irgendwie gut getan, da ich mich in dieser Zeit auch sehr intensiv mit der Sucht auseinandergesetzt habe. Jetzt arbeite ich schon 3.5 Jahre und es passt ja soweit auch. Aber der Job, der heute ausgeschrieben war, wär ein echtes Zückerchen gewesen (wahrscheinlich zumindest ... man weiss ja nie).

    So, ich flitz ins Bett.

    Schlaf wieder gut!! Gruss liv

    So auch mal wieder hier :lol:

    hatte heute echt Stress, obwohl ich nur herumgesessen bin und gewartet habe, gewartet auf Telefonanrufe bezüglich einer Job-Bewerbung meinerseits. Das ganze hat sich von 10 bis 18:30 Uhr hinausgezögert. Hab dann eine nette Abfuhr bekommen und obwohl es zu erwarten war, hab ich erstmal kurz etwas geflennt. Die Warterei liess mich mürbe werden. Aber es ist ja nicht viel verloren; ich habe weiterhin meine sichere Anstellung, die mir hin und wieder noch immer Spass macht :wink: .

    Klabund, hast Du Dir das mit dem geschützten Bereich nochmal durch den Kopf gehen lassen? Ich bin sonst nicht so der Typ, der jemanden deswegen bedrängt, aber bei Dir habe ich schon das Gefühl, dass Dir das viel helfen würde. Hast Du darüber mal ernsthaft nachgedacht? Karsten ist ja jetzt wieder da .... :wink: aber ich will Dich keinesfalls drängen.

    Es ist nicht nötig, dass ich hier heute viel zu Deinen letzten Einträgen schreibe ... ich find Du machst Dir sehr gute Gedanken und das Handeln das daraus entspringt ist prima. Bleib weiter auf dem Weg! Ist schön bei Dir zu lesen!! :D

    gruss liv

    huhu klabund,

    Zitat

    Ich denke ich nehme Eure Hilfe sehr einseitig in Anspruch, aber aus eigener Erfahrung habe ich ja auch noch nix beizutragen

    Das sehe ich ebenfalls ganz anders. Durch den Austausch hier mit Dir, nehme z.B. ich auch vieles für mich mit. Es ist die Erinnerung wach behalten, das Bewusst-und Achtsambleiben, aber hier ... muss ich gestehen ... auch einfach Freude über die schöne Entwicklung :D . Es ist auch wichtig so gerade Wege, aber auch Sorgen und Nöte ehrlich aufzuzeigen. Das kann Mitleser ebenfalls motivieren.

    Für mein Empfinden bist Du erstaunlich gut und konsequent "unterwegs".

    Was Dein Freund betrifft, denke ich auch, dass es Sinn macht, erstmal kein Treffen auszumachen.

    Ich bin auch ein Mensch, der nüchtern sehr unsicher ist, der Konflikten üblicherweise ausweicht, sich vor Beurteilung durch andere "fürchtet". Das ist eines meiner Themen ... . Wenn ich dabei irgendwann weiter kommen sollte, leite ich das an Dich weiter ... aber das könnte noch dauern .... :lol: .

    Dir noch einen schönen Tag und Gruss liv

    Hi Old Flatterhand,

    ich schätze, ich setze mich jetzt massiv in die Nesseln,
    aber es brennt mir echt unter den Nägeln.

    Ich empfinde so einen Eintrag

    Zitat

    Du warst keiner Zeit beteiligt.
    Und damit Schlusstrich

    als etwas unverschämt in einem fremden Thread. Sobald ich namentlich irgendwo aufgeführt werde und als Beispiel herhalten muss, fühle ich mich schon etwas beteiligt, wenn auch überhaupt nicht aus freien Stücken. Egal ob jetzt 2, 18 oder 27 Monate trocken.

    Zitat

    Bitte lies ihn antworte wenn du willst,
    aber dann erst morgen.

    Du stellst die Regeln auf, wann der andere hier antworten darf? :shock:

    Anscheinend bin ich einfach nocht nicht (oder nicht mehr?) soweit, alles jederzeit schlucken und wortlos akzeptieren zu können oder zu wollen.

    gruss liv

    hey klabund,

    kurz nachdem ich hier aufgeschlagen bin, "riet" mir ein alter Hase in den geschützten Bereich zu wechseln. Ich war ganz verblüfft, weil ich eben auch dachte, dass ich dort noch überhaupt nichts verloren habe. Aber dem ist überhaupt nicht so. Also daran soll`s nicht liegen ... .

    Und sonst kann ich nur sagen "Schritt für Schritt". Erwarte und verlange nicht zuviel von Dir. Die ersten Tage denke ich gehts hauptsächlich ums nicht-trinken, steht das im Mittelpunkt. Das hinzubekommen ist am Anfang oft schwierig genug. Das tiefere Bohren, das Festigen, etc. kommt dann von alleine, falls Du im Austausch bleibst. Ich will damit nicht sagen, sauf nicht und lass alles andere schleifen. Nur einfach, mach Dir nicht zuviel Druck. Druck bekommt zumindest mir auf Dauer meistens nicht gut.

    Ich finde es sehr wichtig, im Austausch mit anderen Süchtigen zu sein. Sei das nur hier oder auch in einer realen Selbsthilfegruppe.

    gruss liv

    hey klabund,

    ja komm erstmal runter :lol: .

    Hier ist ein guter Platz, um sowas loszuwerden.

    Das ist wirklich ärgerlich. Schliesslich hast Du diesen Termin, wenn auch nervös, ersehnt. Wenn Du es aber genau betrachtet, ist ja nicht viel schlimmes passiert. Es war ein Missverständnis. Wenn Du das Deinem Umfeld so erzählst, wird Dir da wohl keiner etwas "unterschieben".

    Was hast Du Dir denn von diesem Gespräch erhofft? Es ist ja eigentlich auch "nur" eine Begleitung und Beratung. Der wichtigste Schritt, die Entgiftung und der Arztbesuch hast Du ja geschafft. Jetzt geht es darum nüchtern zu bleiben und da kann dieses Forum hier schon eine grosse Stütze sein. Ich bin damit trocken geworden.

    Im geschützten Bereich ist der Austausch wesentlich intensiver. Es gibt viel mehr zu lesen und durch die grössere Anonymität wird da etwas offener geschrieben. Vielleicht wäre das ja auch für Dich eine Möglichkeit ... .

    Ich würde eine Woche warten, oder siehst Du Punkte, die Dir Sorgen machen? Etwas konkretes, wo Du Hilfestellung brauchst? Etwas, das Du gerne dort angesprochen hättest und sonst nirgends kannst?

    gruss liv

    PS: Morgen sind meine Ferien vorbei, dann hast Du vor mir auch mal etwas mehr Ruhe :lol: .

    Guten Morgen klabund,

    Gratulation zum 8.Tag!!

    Ja, dadurch, dass Du zu Deiner Sucht stehst und das offen angesprochen hast, ist es jetzt natürlich nicht mehr so einfach möglich, vor diesen Leuten zu trinken ohne, dass Dich jemand darauf anspricht. Eine grosse Hintertüre hast Du damit geschlossen. Gut!

    Zitat

    Aber ist das wahr? Ich will nicht mehr trinken. Mehr weiß ich nicht. Was da alles auf mich zu kommt, weiß ich doch gar nicht. Ich weiß auch nicht, wie es wird und es macht mir Angst.

    Es muss Dir keine Angst machen :wink: . Es kommen ja nicht alle Veränderungen gleichzeitig. Es ist ein langer Weg ... wir alle gehen ihn hier gemeinsam. Jeder in seinem Tempo, jeder mit "seinen Themen", aber keiner alleine. Die Hauptsache sind die Grundbausteine, den Rest nehmen wir peu à peu.

    Ich wünsche Dir ein gutes Gespräch auf der Suchtberatung! :D

    gruss liv

    hey klabund,,

    ich glaube editieren geht hier in diesem Bereich nicht.

    Es ist seltsam, gerade vor wenigen Tagen habe ich in meinem Tagebuch (im geschützten Bereich) zwei Vorfälle festgehalten, wo ich heute noch nicht akzeptieren kann, wie ich mich damals verhalten hatte. Ich bin wirklich eine zurückhaltende Person, aber zu meinen Zeiten auf der Strasse war ich mehr als einmal in Schlägereien (sowohl mit Frauen, wie auch Männer :shock: ) verwickelt - ich! Heute undenkbar!! :lol:

    Mich schockiert noch heute ein Abend, wie ich mich da verhalten habe. Ich habe gekämpft, als ginge es um`s überleben, dabei ging`s grundsätzlich um ein Obdach für eine Nacht. Ich habe da für mich auch noch keinen Weg gefunden, das für mich einzuordnen.

    Ich wünsche Dir für morgen alles Gute. Wenn`s schwierig wird und Dich verunsichert, denk an den Abend, dann kannst Du Dir hier Luft verschaffen und Sicherheit tanken.

    gruss liv