Beiträge von liv

    Huhuu Pittchen

    Du schreibst

    Zitat

    Ich muss feststellen, dass die konsequentere Haltung weniger mit Verzicht zu tun hat, als das kontrollierte konsumieren ...

    Das ist, finde ich, eine ganz wichtige Erkenntnis. Für mich eine der wichtigsten überhaupt. Mit dem konsequenten NEIN erspare ich mir täglich unzählige schwere Entscheidungen (wann trinkt ich was, wievieo und wie oft, wann darf ich, wann darf ich nicht ... ). Ich habe so mehr Klarheit für mich selber und muss mich durch mein NEIN nicht mehr mit diesem Thema auseinandersetzen (wieoft/wieviel) und habe den Kopf frei, mein neues Leben in Angriff zu nehmen. Ich weiss, woran ich bin.

    gruss liv

    Huhu Ulrike,

    entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Danke es geht mir gut. Bin nach wie vor rauch- und alkoholfrei (und der ganze Rest sowieso :wink: ). Betreibe momentan etwas PC-Flucht :lol: .

    Ich freu mich, Dich dann im geschützten Bereich anzutreffen ... dabei fällt mir ein, dort habe ich mich auch schon lange nicht mehr blicken lassen - ich flitz gleich mal hin ... .

    Bis bald!

    gruss liv

    Huhuuu esmi,

    mir geht`s recht gut. War gerade eine dreiviertel Stunde "stramm marschieren" :lol: - uff bin ganz schön ins Schwitzen gekommen, aber das erwartete Keuchen blieb aus ... wohl nichtmehrrauchen-sei-Dank. Heute ist mein elfter rauchfreier Tag. Klappt seit vorgestern recht gut. Aber ich schätze, es wird wieder schwierigere Tage geben ... , aber auch die gehen vorbei.

    Gestern hatte ich den ganzen Tag über eigentlich kein spezielles Verlangen zu rauchen. Am Abend dann hat mich mein Sohn sooo wütend (weil ich mich ihm gegenüber oft irgendwie macht- und hilflos fühle) gemacht und da war augenblicklich der Gedanke "und jetzt eine rauchen!!". Wie das vor einer Weile mit dem Alk war, ist es jetzt mit den Zigaretten. Es braucht nur winzigkleine Auslöser und schwupps ist die "kranke Verbindung" und das Verlangen nach dem Suchtmittel da. Ärgerlich ... aber verständlich! Wie ich ja bei den Drogen und zuletzt beim Alk merken durfte, ist, dass sich die Gewohnheiten ändern. Dass in Situationen, wo früher mein Inneres nach "Beneblung" schrie, jetzt andere Strategien automatisch zum Vorschein kommen. Das finde ich eine beruhigende Sache. Die Verknüpfungen können "überschrieben" werden.

    Hm, ich tue mich, glaube ich, gerade etwas schwer, meine Gedanken in sinnvolle Sätze zu verpacken :lol: . Daher flitze ich jetzt eins weiter!

    gruss liv

    hi Manfred,

    der Nick "liv" begleitet mich schon über viele Jahre und durch verschiedene Foren. Es sollte kurz und ohne Bezug auf irgendwas sein. Also bedeutungslos, nichtsaussagend und einfach -> liv :wink: .

    gruss simi

    Hey Bianca,

    machmal hatte ich auch den Eindruck, dass niemand ausser mir, so einen Krampf hat. Was habe ich vor meinem Rückfall im April herumgeschimpft. Ich habe den Leuten subtil vorgeworfen, sie seien doch alle nicht ehrlich, wenn sie schreiben, sie hätten nie Saufdruck. Ich dachte, wenn ich gleichviel "Trockenarbeit" betreibe wie die anderen, dass ich dann auch gleichweit in der Sucht"aufarbeitung" sein muss. Nur war das halt leider (oder zum Glück?) nicht so. Jeder hat seine eigenen Päckchen zu tragen. Die einen sind schwerer und die anderen halt leichter.

    Unterdessen kann ich mich recht gut damit abfinden, dass bei mir halt Saufdruck immer mal wieder aufkommt (hm, zwar wenn ich überlege ... seit ich mir das zugestehe, hatte ich gar keinen Saufdruck mehr ... hm). Dass ich mich schwerer tue. Es ist nicht so, dass wir uns weniger Mühe geben ... im Gegenteil, bei Dir habe ich das Gefühl, Du gibst Dir besonders viel Mühe ... es ist einfach so, dass unser Weg wohl etwas steiniger oder verwachsener ist. Das ist ok. Wir müssen uns einfach zugestehen, dass wir in unserem Tempo gehen dürfen; dass wir nicht alles gleichschnell im Griff haben müssen, wie "die anderen".

    Sei nicht zu hart zu Dir! Das Wichtigste hier im Forum ist für mich, dass ich gnadenlos ehrlich mir selber gegenüber bin und mir somit die Chance biete, dass die anderen mich darauf aufmerksam machen können, wenn ich auf Abwege gerate. Und ich habe das Gefühl, dass Du auch einer der recht ehrlichen Nasen hier bist :wink: .

    Ich möchte nicht, dass mein Eintrag jetzt so rüberkommt wie "Rückfall ist nicht schlimm" - ich weiss, dass ein Rückfall furchtbar ist. Ich finde, wir dürfen auch nicht die Einstellung haben "kann ja mal passieren" ... aber das wichtigste ist, wieder aufzustehen und aus den Fehlern zu lernen!!! Nicht jeder Rückfällige kann das ... .

    Ich wünsche Dir viel Spass im Kino!

    gruss liv

    Hi Kerstin,

    danke für Deinen Eintrag. 6 Jahre: Respekt!! :D

    Im Moment habe ich noch das Gefühl, ich seh rauchfrei noch viel mieser aus als rauchend :lol: - aber ich denke, das hat mit meiner inneren Unruhe zu tun. Bei mir gehts stimmungsmässig rauf und runter. Einen Moment fällt es mir leicht, nicht zu rauchen und im nächsten frage ich mich "wieso tust Du Dir das an?". Aber eben, bin ein Sturkopf und ich möchte mindestens wissen, wie es sich anfühlt, wenn der Druck zu rauchen wirklich nachlässt. Und dann bin ich hoffentlich schlau genug, um nicht wieder anzufangen :roll: .

    Bei mir ist es der erste ernsthafte Versuch mit dem Rauchen aufzuhören. Heute als ich feststellte, dass ich kein Geld für mein Nicht-raucher-Kässeli habe, ging meine Tochter ins Zimmer und kramte 6 Franken aus ihrem Sparschwein ... natürlich habe ich es nicht genommen; aber ich spüre schon, wie sehr sich auch die Kinder darüber freuen, dass ich nicht rauche. Die Bilder und Aussagen auf den Zigarettenpackungen sind, vor allem für Kinder, schon sehr beängstigend. Ich kann verstehen, dass da doch ein Brocken an Last von ihnen abfällt, wenn sie nicht dauernd lesen müssen, dass ich mich gerade totqualme ... .

    Was ich jetzt oft mache, ist so ganz tief einzuatmen. Mir fehlt das Gefühl, wie der Rauch die Lunge füllt und dieses Einatmen ersetzt das irgendwie recht gut - aber ich komm mir schon doof vor dabei :oops: .

    Alles Liebe und herzliche Grüsse, liv

    ___________

    hi esmi,

    mir geht`s, wie gesagt ganz passabel. Kann nicht jammern. Übermorgen muss ich wieder arbeiten und ich schätze, da kommt dann aus, wie stur ich in Sachen Rauchen bin. Es ist schon verrückt; ich frage mich, was ich denn mit all der Zeit machen soll, wenn ich nicht rauche. Vor der Arbeit bin ich immer eine halbe Stunde zu früh da. Bisher habe ich mich in den Raucherraum gesetzt, Musik auf die Ohren getan und geraucht, geraucht, geraucht ... . Und was mach ich jetzt nach dem Rapport ohne Zigipause? Mittag, drei Stunden rumkriegen ... ohne Rauchen? Geht das überhaupt? Keine Ahnung! Ich versuch`s auf alle Fälle!

    Wo ich mich manchmal frage, ist die Tatsache, dass das Thema Alkohol gerade durch das Thema nichtrauchen verdrängt wird. Ich frage mich dann, ob ich jetzt dem Thema Alkohol zu wenig Beachtung schenke und mich somit rückwärts bewege. Ob ich nur mit dem Rauchen aufgehört habe, um mich neu herauszufordern, neu zu testen, abzulenken ... . Und ob mir das das Genick brechen könnte. Aber ich denke, dass das mein Nikotinteufelchen sein könnte, der mir das Nichtrauchen einfach madig machen möchte ... .

    Karsten hat viele gute Threads eröffnet. Werde mich da mal dahinterklemmen und was dazu schreiben.

    gruss liv

    Hui,

    heute nachmittag kam ich mit dem nichtmehrrauchen das erste mal so richtig ans Limit. Meine Gedanken spielten mir Streiche, ich suchte nach Ausreden und Rechtfertigungen. Genau wie damals mit dem Alk ... zum Teil die haargenau gleichen doofen selbsttäuschenden Gedanken ... einfach auf Nikotin bezogen. So blöd aber auch. Ich bin nach wie vor rauchfrei - aber bloss weil ich so ein Sturkopf sein kann :P .

    Alkbezogen geht`s mir sehr gut. Bin von dem nichtmehrraucen-zeugs so abgelenkt ... . Etwas gutes hat es auch: meine Frei-Tage schleichen nur so dahin - die (rauchfreien) Tage sind unheimlich lang :lol: . Und wieder einmal durfte ich merken, alles kommt und geht. Jeder Suchtdruck, jede Schmacht, jedes Genervtsein, alles hat irgendwann ein Ende. Zum Glück!! :lol:

    gruss liv

    Hi Pittchen,

    also ich für MICH verstehe den Satz, dass ein Rückfall mein Tod bedeuten kann so, dass ich ja nicht weiss, ob ich je wieder mit dem trinken aufhören kann. Und ich daher auch wieder riskiere mich zu Tode zu saufen. Das muss nicht am ersten Abend eine tödliche Alkoholvergiftung sein - es kann auch der langsame schleichende Tod durch wieder-saufen sein ... . So verstehe ich das für mich.

    gruss liv

    Danke Gotti und Ulrike, ich bin einfach dankbar, dass es bei mir immer noch rechtzeitig "klick" gemacht hat, bevor noch schlimmeres passiert ist.

    hi Esmi,

    jetzt lach nicht ... ich habe seit gestern morgen um 11 Uhr nicht mehr geraucht :lol: . Mit dem Gedanken habe ich schon ein Weilchen gespielt; aber mir erschien es unerreichbar auch nur 6 Stunden ohne Zigarette zu überleben. Ich bin da gestern so reingeschlittert ... erst Zigarette etwas rausgezögert, noch etwas, noch etwas, dann ist etwas Kampfeslust und ein Gefühl der Herausforderung und Sturheit dazugekommen :lol: . Ich weiss noch nicht, was daraus wird .. wie lange ich das schaffe. "Für immer" klingt in meinen Ohren gleich unrealistisch, wie damals beim Alkohol, als ich noch getrunken habe und mir Trockenheit vorstellte. Aber ich merke, dass es auszuhalten ist. Das Problem sehe ich einfach darin, dass Rauchen so automatisch funktioniert bei mir. Wenn der Wecker klingelt greife ich automatisch zur Zigarettenschachtel. Beim Gang aus dem Haus, geht der erste Griff von alleine in die Jackentasche um zu gucken, ob ich Zigis dabei habe .... . Am PC guck ich immer neben die Tastatur, um nach meiner brennenden Zigarette im Aschenbecher zu gucken ... . Läuft alles so automatisch ab. Ich denk, das wird schwierig ... und doch merke ich, es ist möglich.

    So, ich geh wieder Sockenstricken ... das beschäftigt die Hände ganz wunderbar :lol: .

    gruss liv

    Hi Esmi,

    ich tue mich noch etwas schwer mit dem Einpendeln zwischen dem Geschützten und dem Offenen Bereich. Fast jeder Eintrag, egal wo ich ihn schreibe, gilt ja genauso auch für den anderen Bereich. Heute mach ich es mir ganz einfach und kopier den Text einfach vom Geschützten hierhin, denn es nützt ja nichts, das ganze nochmals mit anderen Worten schreiben zu wollen. Also mache ich heute mal einen auf faul :lol: :

    Irgendwo habe ich was von der Doku "trocken oder tot" (oder so ähnlich) gelesen und sie nochmal angucken wollen. Dabei bin ich dann abgeschweift und habe über eineinhalb Stunden eine Doku über eine Heroinabhängige gelesen. Sie wurde seit sie 15 ist, begleitet und gefilmt. Die Doku war in 10 Teilen. Und sie sah von Teil zu Teil schlechter aus, auch innerlich schien sie zu sterben. Am Ende des 9.Teils ist sie dann tatsächlich mit ca. 28 Jahren gestorben. Das war für mich echt ein Trip in die Vergangenheit ... die Gedanken und Sorgen, die Verschätzung der eigenen Situation ... die Gleichgültigkeit sich selber gegenüber und eine gewisse Todessehnsucht, das Sinnieren über den Goldenen Schuss, die Anklagen und Freisprüche, das Binden an Männer, um nicht ganz abzusaufen und nicht alleine zu sein. Besonders ältere Männer, die einen auf Vater und Retter machen wollen. Das Venen-suchen und die Abszesse. Methadon und andere Medikamente. Heroinprogramm kommt in Frage. Krankenhaus rein, Krankenhaus raus. Entzug beginnen, Entzug abbrechen. Sich und seine Seele verkaufen für einen einzigen Schuss. Eltern und Geschwister immer und immer wieder enttäuschen. Hoffnung und Verzweiflung. Und diese Hilflosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins der eigenen Gier gegenüber.

    Ich sass da und konnte es gar nicht fassen, WO ich sass. Hier in einer schönen Wohnung, habe einen Garten, zwei gesunde Kinder, eine tolle Mutter, eine (meist) erfüllende Arbeit, einen Ausbildungsplatz ... . Meine Güte, warum ich? Ich möchte nicht wissen, wieviele "Freunde" gestorben sind. Warum bin ich heute lebend hier; habe keine HIV-Erkrankung, meine HepatitisC ist von alleine ausgeheilt. Ich hier mit allen Chancen der Welt. Das macht mich gerade sprachlos.

    Dies meine Gedanken.

    gruss liv

    Hi Pittchen,

    da ich mich nicht aus Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit zurückhalten möchte, muss ich auf

    Zitat

    noch weniger zu trinken als 2009 – ... ich hör schon die Aufschreie – GAR NICHT MEHR!

    eingehen. Ich schreie nicht; es ist ja nicht mein Leben mit welchem Du spielst. Nicht meine Energie, die Du in den Wind schiesst. Trotzdem fühle ich mich verpflichtet, das nicht einfach so stehen zu lassen.

    Wenn ich sagen/schreiben würde, dass ich mir vornehme in diesem Jahr weniger zu trinken, hiesse das für mich, dass ich Rückfälle einplane und mir "gönne" - das kann ich nicht mal "Hintertörchen offen lassen" nennen, denn das ist schon mehr. Also ein paar Trinkpausen starte. Und meine Güte, was will ich mit Trinkpausen!?! Da kann ich die Selbstquälerei ja gleich lassen und weitersaufen, denn wenn ich Rückfälle (die dann meiner Ansicht keine wirklichen Rückfälle sind, sondern nur Phasen meiner Trinkerkarriere) einplane, versuche ich ein "kontrolliertes Trinken" und das gibt`s für Alkoholiker, meiner Meinung nach, nicht.

    Es ist Dir selber überlassen, wie Du Deine Zukunft planst. Aber für mich wäre es nicht erstrebenswert, mich weiter mit "wann gönn ich mir wieviel Alkohol?" auseinanderzusetzen; Das kostet mich weitaus mehr Kraft und Energie, als die konsequente Haltung "Null Alkohol".

    Meine Ansicht. :wink:

    gruss liv

    Liebe Mieken,

    ich habe jetzt wirklich zwei Jahre gebraucht, um den Mut zu finden, diesen Thread mal wieder zu lesen. Zu peinlich erschienen mir meine Anfänge. Aber ich denke, genau das ist der Weg, meinen Weg hier nun auch im Offenen offen und ehrlich anzugehen. So kann jeder nachlesen, dass ich auch nicht besser war/bin und mich ebenso quer gestellt habe :lol::lol: .
    Ich kann meine geschriebenen Dinge zwar noch gut nachfühlen und auch verstehen; aber ich sehe viele Dinge heute natürlich anders. Wäre ja auch traurig wenn ich mich nicht weiterentwickeln würde :D .


    Liebe Ulrike,

    Ja danke, mir geht`s gut :D . Und Dir?

    Jetzt sind die Kinder wieder da und ich bräuchte schon wieder eine Pause :wink: . Nein, so schlimm ist es natürlich nicht.
    Beim Missgeschick meines Sohnes, erstarrten alle für einen winzigen Augenblick und ich spürte, entweder kippe ich das jetzt ins Lustige oder mein Partner tickt aus. So begann ich mit lachen und meine Mutter auch - so konnte dann mein Partner auch nicht mehr anders :wink: .

    Ich denke auch, dass da bei mir noch viel Unverarbeitetes aus meiner Drogen- und Alkzeit da ist. Als ich ca. 19 war, war ich mal 10 Monate in einer Drogen-Langzeittherapie. Da hatte ich viele Gespräche. Auch hatte ich danach ... da bin ich erst so richtig deftig abgestürzt ... unzählige Gespräche mit Ärzten, Therapeuten, Psychologen, Drogenberater, Sozialamt, Heiler, Gassenarbeiter, .... . Und weitergebracht hat mich wohl alles nicht. Dieses Forum ist der erste Ort, wo ich das Gefühl habe, ich kann Ballast abwerfen, indem ich meine Gedanken aufschreibe und sie dann auch versuchen kann loszulassen. Ich besuche noch hin und wieder eine reale Selbsthilfegruppe - aber da kann ich nicht soo gut über meine Probleme und Sorgen sprechen; ich rede einfach nicht gerne vor Leuten. Ich geh da eher hin, um etwas menschliche Wärme zu spüren.

    Ich danke und grüsse Euch zwei. liv


    Hi Esmi,

    Ich bin ja kein besonderer Freund von Aussagen wie "bei mir ist es anders". Trotzdem merke ich jetzt, dass ich anfange zu akzeptieren (und das nach bald 3 Jahren Forum :shock: ), dass ich und nur ich MEINEN Weg gehen lernen muss. Das Grundgerüst ist wohl bei allen auf dem Weg in die Trockenheit gleich, aber ich habe - wie alle - andere Schlaglöcher, andere Umwege, Steigungen und Kurven. Und ich muss lernen diese meine Schlaglöcher zu erkennen. Ich habe lange gehadert und geschimpft, dass ich mir genauso viel Mühe in meiner Trockenarbeit gegeben habe, wie alle anderen und trotzdem immer wieder in Saufdruck verfallen bin. Ich fragte "was mache ich, im Gegensatz zu Euch, falsch?", "wieso klappt es bei mir nicht wie bei den anderen?", "wo war ich nachlässig?" .... . Heute denke ich, es ist MEIN Weg. Ich muss nicht darauf gucken, wie es anderen geht und mich an ihnen messen. Mein Weg ist, vielleicht auch durch meine schwere Drogenvergangenheit, nunmal nicht haargenau gleich. Es nützt mir nichts, wenn ich die total identische Trockenarbeit leiste, wie User X. Der Weg muss auf mich, meine Erfahrungen, Erlebnisse, auf meine Charaktereigenschaften, Schwächen und Stärken abgestimmt sein. Einfach für MICH gehbar; was bei mir heisst, mit viel Geduld und Zuversicht :wink: .

    So, ich schmeiss mich jetzt ins Bett. Schlaf gut! gruss liv

    Hi Mieken [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.forum-alkoholiker.de/userpix/6256_11_2.gif],

    schön, Dich hier wieder anzutreffen! Ich habe mich jetzt drei Jahre beschämt von diesem Thread ferngehaltn. Ich dachte, er ist durchwegs peinlich :lol: ... aber ganz sooo schlimm ist es ja nicht ... auch wenn ich vielleicht bei gewissen Themen etwas bockig, respektive schwer zu überzeugen war :roll: . Aber das gehört ja auch zu meinem Weg und ich kann jetzt dazu stehen.
    Hab gesehen, Du hast jetzt auch einen Thread im Offenen; werde da morgen bestimmt mal vorbeigucken.

    Dir noch einen schönen Abend, gruss liv

    ______

    Liebe Ulrike,

    nenee, mir geht`s eigentlich recht gut. Danke! :D

    Ich denke ich weiss, was mich etwas bedrückt hat: Ich hab jetzt einfach meine Kinderchen seit dem 27.Dezember nur einmal ganz kurz gesehen, weil ich ja viel arbeitete und sie dann (wenn sie gerade Ferien haben) jeweils bei meiner Mutter zuhause sind. Irgendwie war das Gerenne um Weihnachten und gleich darauf waren sie dann bei meiner Mutter. War vielleicht der Schnitt etwas zu krass. So von möglichst festlicher Stimmung rüber zu einer Woche nicht-sehen.

    Ich muss wohl auch meine "Weihnachts-Vergangenheit" loslassen. Da war`s immer ganz festlich. Mein Götti (und lange auch noch meine Schwester mit Familie) kam. Der Tisch wurde hübsch gedeckt. Es wurde unterm Baum gesungen und die Weihnachtsgeschichte aus einer uralten Bibel (noch so mit alter Schrift) vorgelesen. Die Wunderkerzchen wurden bestaunt und die Geschenke von uns Kindern verteilt. Jedes Geschenk wurde herumgereicht. Dann gab`s noch Dessert, bevor ich mit meiner Mutter und meinem Götti durch die Kälte zum Mitternachtsgottesdienst ging. Dort hatten wir "unser" Plätzchen ... so alte Holzsessel, jeder verziert mit zwei geschnitzten Holzköpfen, mit hoher Lehne ... man konnte sich richtig drin verstecken. Mein Götti (der in einer Religiösen Gemeinschaft lebt) ist dann regelmässig eingeschlafen, was uns natürlich sehr amüsiert hat. Es war einfach durch und durch festlich.

    Unser Baum dieses Jahr hatte nicht mal Kerzen und einen Spitz. Der Baum an und für sich ist wunderschön ... die Kinder durften ihn schmücken und ... naja .... er ist ... speziell :lol: . Dabei fällt mir ein, dass mein Sohn im letzten Jahr den Weihnachtsbaum bei meiner Mutter zuhause umgenietet hat. Er war dabei die Kerzen auszupusten, ist dafür auf das Sofa hochgeklettert, dort ausgerutscht, hat sich am Baum festgehalten und alles donnerte auf den Boden. Spitz kaputt, Kugeln kaputt, Geschenke zertreten, Wasserlache aus dem Baumständer ... ach war das lustig :lol::lol: .

    Ich glaube wir müssen für uns zuhause einfach noch einen Weg finden, UNSER Weihnachten zu gestalten.

    Das mit dem Schlitteln wurde zumindest für morgen gestrichen ... nene danke! 8)

    Ich tue mich schwer, herauszufinden, wie ich diesen Thread hier gestalten soll. Tagebuch führe ich im geschützten Bereich. Gewisse Dinge schreibe ich auch nur dort. Trotzdem möchte ich hier diesen Thread führen ... ich möchte aber nicht, dass sich jemand verpflichtet fühlt, hier auf meine Einträge einzugehen. Ich nenn mein imaginäres Thread-Gegenüber jetzt einfach Esmi. Ich kann ganz schön kompliziert sein :oops::lol: .

    Also hi Esmi,

    seit Tagen habe ich nachts diese Drogen-Rückfall-Träume, wo ich ganz locker auf die Szene spaziere und versuche mir was zu besorgen. Ich kenn das aber auch beim Alk. Da träume ich oft, dass ich an einer Flasche nuckel und mir plötzlich klar wird, dass ich doch eigentlich trocken bin/sein sollte. Dann wird mir im Traum bewusst, dass ich ja schon ein Weilchen wieder trinke und ich total vergessen habe, dass ich Alkoholikerin bin. Oft überlege ich mir dann in den Träumen, wie ich hier im Forum damit umgehen soll - glaubt mir ja keiner, dass ich vergessen habe, dass ich keinen Alk trinke.

    Ist immer gut aus solchen Träumen (ob mit Alkohol oder Drogen) wieder zu erwachen und festzustellen, dass ich nüchtern und clean bin.

    So, ich husch dann mal weiter.

    gruss liv

    Ach neee, jetzt ist mir durch ein falsches Fingerzucken der ganze Text flöten gegangen :roll: .

    Nun gut, nochmals (gekürzt) von vorne:

    Mir geht`s gut. Nicht übermässig super, aber ... und das zählt bei mir ... es geht mir nicht schlecht. Bin einfach gerade hundemüde. Die Arbeit heute war streng. Nicht körperlich aber so für den Kopf und die Nerven :lol: . Arbeit mit Menschen halt :wink: .

    Meine Weihnachten waren irgendwie komisch. Zuhause kam nur spärlich festliche Stimmung auf. War irgendwie so ein Programm das durchgezogen wurde mit all den Besuchen etc.. Und zuhause hat sich dann jeder ein bisschen verkrochen. Hier im Forum und dem Weihnachts-Chat jedoch spürte ich ganz stark so ein Gefühl von Zusammenhalt, Akzeptanz und Wärme - das was ich mir eigentlich für zuhause gewünscht hätte :roll: . Nun gut, ich hab`s dann halt hier genossen und hoff, dass nächste Weihnacht zuhause irgendwie besinnlicher wird.

    Wenn ich frei habe, komme ich oft in ein Dilemma. Ich sehne mich dann ganz stark nach Ruhe und "für-mich-sein". Doch dabei habe ich immer gleich ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber. Ich weiss zwar vom Kopf her, dass ich meine Pausen brauche ... trotzdem erwarte ich von mir selber, dass ich als berufstätige Mutter doch jeden freien Moment mit meinen Kindern verbringen wollen sollte (uff, was für ein Deutsch :lol: ). So kann ich dann meine Auszeit auch nicht geniessen.

    Jetzt arbeite ich noch morgen und dann habe ich vier Tage frei. Die Kinder wollen unbedingt Schlitteln gehen und ich ... wenn ich nur daran denke, möchte ich mich gleich ins Bett verkriechen. Ist auch eklig kalt draussen - und dann noch freiwillig in den Schnee?! 8) Na mal gucken.

    So, ich geh jetzt echt ins Bett - 19 Uhr und liv zieht sich heute die Bettdecke bis zum Kinn.

    tschüss, liv

    Danke Ulrike

    Da ich heute noch arbeiten muss und leider keine Zeit mehr habe, hier vorbeizukommen, wünsche ich allen hier im Forum einen guten Start in ein hoffentlich zufriedenes, gesundes und erfreuliches Neues Jahr!

    Gruss liv

    Liebe Ulrike,

    Zitat

    Vielleicht sollte ich dich das jetzt nicht fragen , denn wir befinden uns hier ja im offenen Bereich .

    Du darfst alles fragen, denn grundsätzlich habe ich nichts zu verbergen; mein Arbeitgeber kennt meine Geschichte, meine Familie und meine Bekannten auch ... . Trotzdem gibt es sicher auch Punkte in meinem Leben, die ich hier nicht im Offenen besprechen würde.

    Oft werde ich gefragt, was ich denn schlimmes erlebt habe, dass ich dermassen abrutschen konnte. Meine Kindheit und Jugend war aber einwandfrei, ich war gut in der Schule, war sportlich, hatte gute Freunde ... das einzige, was passiert ist, ist dass mein Vater sehr früh (als ich 5 war) verstorben ist, aber ich denke, das hat mich nicht dermassen belastet, dass das ein Grund für mein Weg war. Ich rutschte einfach richtiggehend rein. Ich kam einfach Schritt für Schritt der Szene näher. Mal einen Partner der gefixt hat, dadurch war ich öfters mal mit auf der Szene. Lernte dort Leute kennen und wurde gut akzeptiert. Und je öfter man dabei ist, wenn Leute Drogen konsumieren, desto mehr verliert man die Angst und natürliche Abscheu davor. Es wird "normal" und erscheint nicht mehr sonderlich bedrohlich. Zu dieser Zeit habe ich ja auch schon öfters mal getrunken ... . Ich fühlte mich auf der Szene wohl. Es war spannend und cool :roll: . Obwohl ich viele Leute kannte, die daran gestorben sind, hielt mich auch das nicht vor dem Konsumieren ab. Gewisse Tode (von Partnern) gaben mir, im Gegenteil, wieder einen Grund zum mich zudröhnen ... .

    Was ich hier im Offenen einfach möchte, ist, den Leuten Mut zu machen, den Schritt zu wagen, trocken zu werden. Es lohnt sich unheimlich. Ich stellte mir immer vor ein cleanes und trockenes Leben muss ja soooowas von langweilig sein. Aber durch meine Nüchternheit und Klarheit im Kopf habe ich jetzt auch viele Möglichkeiten, mein Leben interessant zu machen. Ich merk auch heute, mein totales Hoch lässt wieder nach, aber das ist ok, solange es nicht gleich wieder total unten einschlägt :wink: .

    So, muss wieder vor die Kiste ... Eishockey gucken! :lol:

    gruss liv

    So, jetzt habe ich den PC nochmal angestellt, weil`s mir keine Ruhe liess :lol: .

    Es tut mir leid, ich wollte jetzt hier nicht auf Dich einquatschen. Co-Abhängigkeit ist für mich wohl genauso schwer zu verstehen, wie für einen Co die Alkoholabhängigkeit.

    Ich denke, wichtig für Dich wäre, dass Du das

    Zitat

    Ich bin so einsam zu Hause

    angehst. Arbeitest Du? Was tust Du für DICH? Nur für Dich? Ich denke, wenn Dein Alltag so ausgefüllt ist, dass DU Dich wohl fühlst - auch mal ohne ihn-, hängt Dein Lebenssinn nicht mehr bloss daran, wie ER sich verhält. Aber eben, ich bin Laie bei dem Thema :oops: .

    So, aber jetzt geh ich wirklich schlafen und lass den PC aus ... ausser ... :lol: . Bis bald!

    gruss liv