Beiträge von henri

    Hallo Werner

    Wenn er auf nichts reagiert und sein Problem nicht sehen will, dann könnt ihr ihm mit gut zureden nicht helfen. Du schreibst, dass deine Mutter an eine Trennung denkt. Das sollte sie ruhig durchziehen, es muss ja nicht für immer sein. Wenn er auf sich allein gestellt ist, alles selbst machen muss, kann es sein, dass er zu einem Einsehen kommt. Jedenfalls solltet ihr auf euch aufpassen, denn auch das Zusammenleben mit einem Abhängigen kann krank machen. Das eigene Leben wird oft zu sehr dem des Abhängigen angepasst. Dabei geht die eigene Lebensqualität verloren und dem Abhängigen nützt es doch nichts.

    Wünsche euch alles Gute

    Henri

    Hallo gwen und herzlich willkommen

    Da kann ich mich den Worten Chiara’s nur anschließen. Wenn du mit ihm sprichst, dann lasse dich nicht auf ein anderes Thema ein. Wie es aussieht, macht er dir die Vorwürfe, nur um von dem eigentlich Thema abzulenken. Es geht aber nicht um deine Faulheit, oder was auch immer er dir vorwirft, sondern um seine Abhängigkeit. Erst das Thema Abhängigkeit ausdiskutieren und danach seine Vorwürfe an dich, wenn die dann noch zur Debatte stehen.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Werner und herzlich willkommen

    Alkoholismus ist eine Krankheit, die man nicht heilen sondern nur zum Stillstand bringen kann. Nach einem Rückfall ist der Abhängige wieder sehr schnell in seinem alten Verhalten und viele trinken noch mehr als früher. Von einem Tag auf den anderen wird er nicht die Menge wie früher wieder trinken, aber doch in allerkürzester Zeit. Wie es aussieht war die Arbeit der Hauptgrund, weswegen dein Vater nicht getrunken hat. Nachdem er nun pensioniert ist, ist auch der Hauptgrund weggefallen um trocken zu bleiben.

    Wenn du etwas erreichen willst, dann rede mit ihm wenn er nüchtern ist, ohne ihm dabei Vorwürfe zu machen, aber mit Bestimmtheit. Teile ihm mit, wie gut du dich in den letzten drei Jahren gefühlt hast und wie es dir jetzt geht. Deine Mutter scheint sehr zurückhaltend zu sein, bzw. sie unterstützt ihn ungewollt in seiner Abhängigkeit. Sie sollte sich klar darüber werden, ob sie ihn durch ihr Verhalten auch noch unterstützt oder ihm hilft von der Sucht wegzukommen.

    Es gibt keinen Grund, dir Vorwürfe zu machen. Er ist für sich verantwortlich und er ist es doch der trinkt.

    Viele Grüße
    Henri

    Hallo Lin

    Bis jetzt hast du alles richtig gemacht. Durch den Brief, weiß er, dass du zu ihm stehst und das ist eine sehr große Hilfe für ihn. Alleine das Wissen, dass jemand auf ihn wartet, macht es für ihn noch lohnenswerter, sein Vorhaben durchzuziehen. In der Entgiftung wirst du ihn die erste Zeit nicht besuchen dürfen. Diese Zeit braucht er um mit sich selbst klar zu kommen, da würde jeder Besuch nur stören. Wenn es dir auch schwer fällt, du kannst im Moment nichts weiter tun als abzuwarten. Nur er kann sich helfen und nur er kann seinen Weg aus der Abhängigkeit finden.

    Wenn von einer längeren Zeit danach die Rede war, dann wird es sich vermutlich um eine Langzeittherapie handeln, die er mitmachen will. Es scheint ihm also sehr ernst zu sein. Du solltest also nicht beunruhigt sein, sonder ganz im Gegenteil sehr froh sein, dass er das alles macht. Lass ihn erst einmal aus der Klinik zurück sein, denn im Moment werden seine Gefühle auch Achterbahn fahren. Zurzeit kann er noch nicht wissen, ob er es schafft trocken zu werden, hat noch kein Gefühl dafür entwickelt und ist deshalb unsicher, wie es weitergehen wird. Also Geduld, Geduld, Geduld. In ein paar Wochen wisst ihr viel mehr.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Chriz und herzlich willkommen

    Du hast es richtig erkannt, deine Großmutter unterstützt das Trinken deiner Mutter. Nicht nur, dass sie ihr Geld gibt, sondern es sieht auch so aus, als ob sie das Trinken auch noch nach außen hin vertuschen will. Sie übernimmt Verantwortung für deine Mutter. Genau das macht es aber so leicht für deine Mutter, weiterhin sorglos zu trinken und die Größe ihres Problems zu unterschätzen. Deine Großmutter muss sich die Frage stellen, ob sie durch ihr Verhalten deiner Mutter hilft, die Krankheit zu erkennen oder ob sie beim vertuschen und verleugnen hilft.

    Deine Mutter muss mit den negativen Folgen ihres Trinkens konfrontiert werden. Sie muss die Folgen ihres Trinkens sehen und auch die Verantwortung dafür selbst übernehmen, sonst wird sie ihre Krankheit weiterhin bagatellisieren. Aber nicht nur sie, sondern auch deine Großmutter muss erkennen lernen, dass deine Mutter abhängig ist und sie sich nur selbst helfen kann. Die beste Hilfe ist hier das Nichthelfen. Das heißt aber nicht, dass sie deine Mutter ganz fallen lässt, sondern erst dann wieder hilft, wenn sie vom Alkohol wegkommen will.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Uli

    Was mich anbetrifft, hatte ich angenommen, dass ihr beide abhängig wärt. Das kam wahrscheinlich dadurch, weil du von „gemeinsam seit drei Monaten“ geschrieben hattest. Aber trotzdem gilt auch dir die Gratulation, denn ohne dein Zutun hätte es dein Mann vielleicht erst gar nicht probiert. Da du deinen Mann kennen gelernt hast, als er schon getrunken hat, ist deine Leistung noch viel höher zu bewerten. Ich wünsche euch von Herzen, dass er trocken bleibt. Alleine wegen deiner jahrelangen Mühe hättet ihr dieses Happyend verdient.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Faran und herzlich willkommen

    Die erste Möglichkeit ist, mit deiner Mutter zu reden, dass sie es schafft, ohne Alkohol auszukommen. Versuche in einer Zeit, wenn sie nüchtern ist und wenn das nicht klappt, wenigstens wenn sie möglichst wenig getrunken hat, über ihr Problem zu reden. Das Vernünftigste ist, wenn sie zum Hausarzt und zur Suchtberatung geht. Alles Weitere wird man ihr dort sagen.

    Die Durchführung der BQL fällt in den Bereich der einzelnen Bundesländer. Möglicherweise gibt es auch regionale Programme bei denen es Zuschuss gibt. Auskunft wird dir die Industrie- und Handelskammer geben können.

    Gruß Henri

    Hallo soistesleider und herzlich willkommen

    So ist es leider? Es ist sicher nicht von selbst geschehen, sondern du hast es so gewollt. Wenn du ernsthaft mit trinken aufhören willst und davon gehe ich von aus, dann solltest du dich als erstes deiner Frau anvertrauen. Sie ist die Bezugsperson, die dich am meisten unterstützen kann. Jedenfalls wird sie es nicht verstehen, wenn du sie nicht ins Vertrauen ziehst.

    Die Herzschmerzen können mit dem Alkohol zusammenhängen, müssen aber nicht. Klarheit kann es da nur durch eine Untersuchung eines Arztes geben. Dabei solltest du ihm auch von deinem Alkoholproblem erzählen.

    Gruß Henri

    Hallo Lisa

    Mein Beileid zum Tode deines Mannes

    Liebe Lisa, mache dir jetzt bitte keine Vorwürfe. Du hast oft genug versucht ihm zu helfen, er hat deine Hilfe nicht angenommen. Selbst jetzt in den letzten Tagen hast du dich sogar überwunden dir hier Rat und Hilfe zu suchen und das wird auch nicht eben einfach für dich gewesen sein. Er ist tot und sein Leiden ist zu Ende. Lass es also gut sein, und nimm es so hin wie es ist.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Uli und herzlich willkommen

    Glückwunsch zu den ersten drei Monaten. Vieles, was mir im laufe der Jahre zur Gewohnheit geworden ist, wird mir wieder bewusst, wenn ich lese, wie jemand sich fühlt, der seit kurzem trocken geworden ist. Aus diesen Erfahrungen versuche ich heute noch immer für mich zu lernen, um dann zu versuchen, dieses Wissen wieder an andere weiterzugeben. Es ist also immer ein Geben und ein Nehmen, egal wie lange jemand trocken ist und lernen können wir auch von denen, die es nicht auf Anhieb schaffen.

    Diese Ungewissheit, von der du schreibst, wird sicher noch lange bleiben. Du kannst auch nicht erwarten, dass nach drei Monaten wieder alles so ist, wie es vor Jahren einmal war. Aber mit der Zeit wird das Vertrauen immer großer werden.

    Wünsche euch weiterhin soviel Zufriedenheit und ich hoffe, dass wir noch oft von dir lesen werden.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Lupo

    Wenn deine Mutter wieder arbeiten geht und wieder einmal versucht aufzuhören, dann ist zumindest der Wille noch da. Aber wie soll sie es schaffen, wenn dein Bruder ihr den Alkohol praktisch aufzwingt, soviel Unverstand kann es doch nicht geben. Wenn sie überhaupt eine Chance hat, dann doch nur, wenn sie möglichst keinen Alkohol sieht. Rede mit deinem Bruder, was er macht, ist doch schon fast Totschlag auf Raten. Da deine Mutter jetzt eine Phase hat, in der sie nicht trinken will, wäre das auch ein günstiger Zeitpunkt, um mit ihr über eine Therapie zu reden. Wenn sie über ein Jahr weg war, dann war das keine normale Therapie. Ich war 12 Wochen in einer Therapie und ich habe nichts Schlimmes dabei empfunden, habe auch von keinem Klagen gehört.

    Wünsche euch alle Gute
    Henri

    Zitat von kaltblut

    Wie kann denn jemand um 11h nüchtern wirken und über 6%o haben?

    Es funktioniert, indem man die Widmark-Formel um den Faktor „Resorptionsdefizit“ ergänzt, Wein mit 10% rechnet und alle anderen Faktoren auf einen idealen Wert setzt. Da es sich hier um eine Gewohnheitstrinkerin handelt, können andere Faktoren zugrunde gelegt werden als bei einem Normalo.

    Diese Rechnung habe ich nur gemacht um zu zeigen, wie unsinnig es ist, sich auf solche Formeln oder auch auf Promillerechner zu verlassen. Es kann also nur bei normalem trinken ein ganz grober Anhalt sein, wie hoch die BAK sein könnte. Einzelne Werte können auch in der Praxis so hoch sein, sind aber nicht die Normalität.

    • 2800 ml * 10% * 0,79 = 221 g Alkohol, dann
    • Resorptionsdefizit = 30%, (normal 10 – 20% je nach Getränk und Person unterschiedlich, bei Gewohnheitstrinker in Ausnahmefällen 30%)
    • Gewicht = 49 kg
    • Reduktionsfaktor = 0,7 (normal bei Frauen 0,6, bei Männern 0,7. Bei 49 kg Körpergewicht dürfte der Fettgewebeanteil nicht hoch sein)
    • Alkoholelimination = 0,35‰/h, (normal zwischen 0,10 – 0,20‰, bei Gewohnheitstrinkern ausnahmsweise bis zu 0,35‰/h
    • Zeit = 11 h)
    • Ergebnis = Restalkohol nach 11 Stunden = 0,66‰


    Bei ungünstigen Faktoren = Person an Alkoholvergiftung gestorben

    Diese Formeln und Promillerechner können alle nur bei „normalem Trinken“ angewendet werden und selbst dann sind sie noch immer sehr ungenau. Bei so extremem trinken stimmt keine Formel auch nur annähernd. Deshalb wird auch immer der Hinweis gegeben, dass man sich nie an eine bestimmte Promillegrenze heran trinken kann. Es kommt immer auf die jeweilige Person, die Tagesform und nicht zuletzt die Getränke an, wie viel letztendlich an BAK vorhanden ist.

    Gott sei Dank haben wir nix mehr damit zu tun

    Henri

    Hallo angara

    Die ersten 100 Tage ohne Bier und Apfelwein geschafft, super.

    Du hörst dich so zufrieden dabei an, da habe ich keine Zweifel, dass du die nächsten 100 auch schaffst.

    Dir einen lieben Gruß
    Henri

    Hallo Lupo und herzlich willkommen

    Wenn sie schon einmal ein Therapie mitgemacht hat und danach lange Zeit trocken war, dann sollte es für sie möglich sein, es wieder zu schaffen. Zurzeit lassen ihre Gefühle und Gedanken es nicht zu, dass sie es von sich aus versucht. Die Tatsache, ihren Mann an eine andere verloren zu haben, ist nicht einfach wegzustecken und es wird auch noch lange dauern, bis sie das verkraftet hat. Der Alkohol ist für sie ein Mittel, ihren Schmerz für einige Stunden zu betäuben.

    Versuche zu einer Zeit, in der sie möglichst nicht ganz so betrunken ist, vernünftig und in aller Ruhe mit ihr zu reden. Alkohol hilft ihr nicht. Ihr Problem bleibt ihr erhalten und letztlich bestärkt sie ihren Mann doch nur, dass es richtig war sie zu verlassen. Erinnere sie daran, wie es zu der Zeit war, als sie nicht getrunken hat. Sie hat sich und euch bewiesen, dass sie ohne Alkohol auskommt, sie kann es auch jetzt, wenn sie will.

    Du wirst sie, glaube ich, nicht überreden können, alleine aufzuhören. Es könnte auch wegen den Entzugserscheinungen (Krampfanfall/Delir) gefährlich werden. Du könntest sie aber soweit bringen, dass sie professionelle Hilfe annimmt. Versuche sie soweit zu bringen, dass sie zur Suchtberatung geht und sich dort beraten lässt. Damit ist ihr schon viel geholfen und du hättest auch alles dir mögliche getan. Eine Therapie ist jedenfalls angebracht, denke aber, dass bei der Suchtberatung davon gesprochen wird.

    Falls du aber nichts erreichst, musst du auch ein bisschen an dich selbst denken. Du kannst ihr helfen, bist aber letztlich nicht für sie verantwortlich. Es kann für dich sogar so belastend werden, dass du nachher selbst Hilfe brauchst. Lass es also nicht zu einem „Muss“ für dich werden.

    Mit deinem Bruder könntest du das alles auch besprechen. Er kann doch ebenfalls mit ihr reden, könnte auch bei dem Gespräch mit dabei sein. Nur Vorsicht, nicht den Alkohol plötzlich absetzen, weil dann die o. g. Entzugserscheinungen eintreten können.

    Viele Grüße
    Henri

    Hallo laetitia und herzlich willkommen

    Weder Herz noch Verstand aber beides in einer gesunden Mischung. Es fällt ihm schwer trocken zu werden. Da er ab und zu doch noch trinkt, braucht er noch einige Zeit um dauerhaft trocken zu bleiben. Eine feste Bindung würde ich deshalb an deiner Stelle vorerst keinesfalls mit ihm eingehen. Das könnte sonst zu einem Rückfall in alte Verhaltensweisen führen und das dürfte weder für ihn noch für dich gut sein. Erst wenn er gefestigt ist, kannst du daran denken, die alte Beziehung wieder aufzunehmen. Ein Treffen mit ihm sehe ich nicht als nachteilig für euch an, wobei es jedoch darauf ankommt, wie du es für dich persönlich einschätzt. Es könnte ihm auf seinem Weg helfen, aber deine Bedingung muss nach wie vor seine Alkoholabstinenz sein. Es lässt sich natürlich nicht einschätzen, ob er später nie mehr rückfällig wird. Dieses Risiko wirst du bei einer Partnerschaft mit ihm immer eingehen müssen.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo lisaa und herzlich willkommen

    Er hat zwar Recht, Alkoholismus ist eine Krankheit, aber nur er kann etwas dagegen tun und er kann sie auch nur selbst zum Stillstand bringen. Wie es aussieht, will dein Mann aber nichts gegen sein trinken unternehmen. Eine Trennung ist immer eine schwere Entscheidung und will gut überlegt sein. Aber, machst du es nicht, wird der nervliche Druck für dich immer größer und du wirst selbst krank, hältst es psychisch nicht durch. Da er überhaupt keine Anstalten macht, das Trinken sein zu lassen, bleibt dir nichts anderes übrig, als ihn vor die Tür zu setzen. Dadurch entsteht sogar eine geringe Chance, dass er sich doch Gedanken über sich und seine Zukunft macht.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo helpless

    Du bist im Moment dabei, voll in eine Co-Abhängigkeit hineinzurutschen. Durch sein trinken manipuliert er dein Verhalten. Du richtest dein Leben entsprechend danach ein, ob er trinkt oder nicht und da machst du dir Gedanken, ob du ihm eine Trennung ankündigen darfst. Machst du so weiter wie bisher, wird er immer mehr und immer häufiger trinken. Durch eine Trennung, die nicht für immer sein muss, oder auch nur deren Ankündigung, wird er sich Gedanken über sich machen müssen und auch entscheiden, ob er lieber trinken oder mit dir zusammen leben will. Falls er sich aber fürs trinken entscheidet, ist es für euch beide besser, wenn ihr euch trennt, denn dann hast du dir viel Kummer erspart. Da es dabei nicht nur um ihn, sondern auch um dich geht, kann beim besten Willen nicht von einer Erpressung gesprochen werden.

    Lieben Gruß
    Henri