Beiträge von henri

    Hallo Belladonna

    Es zeigt, dass die Mutter deines Freundes das Alkoholproblem noch immer nicht verstanden hat. Sie ist es seit Jahren gewöhnt, dass Leute um sie herum trinken und sie sieht das als normal an. Deshalb kann sie es auch nicht einsehen, dass ihr Sohn abhängig ist. Für sie, wie für viele andere übrigens auch, hat ein Alkoholiker etwas mit „asozial“ zu tun. Das zeigt sich auch in ihrem Satz, “Pass auf, dass er nicht heimlich trinkt“. Für sie scheint es unmöglich, dass ein Alkoholiker z.B. einer ganz normalen Arbeit nachgeht. Sie müsste noch einmal erklärt bekommen, dass ihr Sohn abhängig ist und was die Folgen sein können, wenn sie ihm Alkohol schickt.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Halgrim

    Ach ja die MPU, da war ich von ausgegangen, dass da alles klar war, habe mich allerdings gewundert. Die Leberwerte könnten vielleicht nach den drei Wochen wieder in die Nähe vom Normalwert gekommen sein aber es gibt doch auch eine Beurteilung durch einen Psychologen. Da habe ich allerdings meine Zweifel, ob dein Partner überzeugend genug gewirkt hat. Aus deinen wenigen Sätzen schließe ich als Laie doch schon, dass es ihm nur des Führerscheins wegen geht und nicht um mit trinken aufzuhören. Ein Psychologe, der tagtäglich mit solchen Fällen konfrontiert wird, merkt auf Anhieb was los ist. Er wird die MPU auch nur bestehen, wenn er glaubhaft macht, dass er sich geändert hat und man davon ausgehen kann, dass er nicht mehr alkoholisiert fahren wird. Wenn es aber so rüberkommt, dass er jetzt nur zeitweise abstinent lebt, um den Führerschein zurückzubekommen, hat er sehr schlechte Karten.


    Vorsicht mit dem tschechischen Führerschein. Er wird diesen Führerschein machen können, ist kein Problem, aber fahren darf er in Deutschland trotzdem nicht, da er nicht nur den Führerschein entzogen bekommen hat, sondern auch die Fahrerlaubnis und die bekommt er nicht automatisch durch den ausländischen Führerschein zurück

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Halgrim

    Oh je, das ist kontrolliertes trinken, was er machen will und das geht nicht. Das kann anfangs erfolgreich aussehen, aber nach Tagen, Wochen, spätestens nach ein paar Monaten wird er wieder unmerklich jeden Tag etwas mehr trinken, bis er wieder auf seiner heutigen Menge angelangt ist. Du hast jetzt nur die Möglichkeiten, entweder auf sofortige absolute Abstinenz zu bestehen oder du lässt ihn die Erfahrung machen, dass er es nicht schafft. Im zweiten Fall wird es für dich schwer werden, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann du wieder eingreifen musst.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo maryanne

    Die Initiative wirst du ergreifen müssen, wenn sich etwas an seinem Trinken ändern soll. Er wird von sich aus, nichts ändern. Warum auch, da er sein Bier haben kann, ohne dass er sonst einen Verlust spürt. Du hast gemerkt, wie es ihn getroffen hat, als du von Scheidung geredet hast, da konnte er plötzlich auf das Bier verzichten. Nur, nach zwei Tagen hat sich wieder alles eingespielt. Das ist kein böses Verhalten von deinem Mann, sondern er kann nicht anders und er geht bis an die Grenze dessen, was du zulässt, macht übrigens jeder Abhängige.

    Er wird jetzt so weitermachen mit trinken, bis der Leidensdruck für ihn zu groß wird, Das kann geschehen, wenn er es körperlich nicht mehr aushält, oder ihm droht, etwas für ihn wertvolles zu verlieren. Das kann durchaus auch seine Arbeit sein, denn wenn er abends 5 l Bier trinkt, kann er am nächsten Morgen noch nicht nüchtern sein. Es wird also auch von seinen Kollegen bemerkt. Es wird auch nicht bei seinem abendlichem trinken bleiben, sondern es wird in Zukunft so kommen, dass er auch schon morgens etwas haben muss, um ruhig zu werden. Wie es dann bei der Arbeit aussieht, kann sich jeder ausrechnen.

    Da ist es durchaus sinnvoll, wenn du an eine vorerst zeitliche Trennung denkst. Stelle ihn vor die Entscheidung, dass er zu seinem Hausarzt und zur Suchtberatung geht, eine Therapie mitmacht oder du trennst dich von ihm. Eine Therapie kann auch durchaus ambulant gemacht werden, sodass er weiterhin arbeiten gehen kann. Du musst allerdings auch bereit sein, diesen Schritt zu tun, hast ja gesehen was passiert, wenn du nachgibst. Deshalb musst du dich auch auf eine Trennung vorbereiten, wo kannst du wohnen, wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt usw. Es besteht auch für dich als Angehörige die Möglichkeit, dich bei der Suchtberatung zu erkundigen.

    Wünsche dir, dass es nicht zum Äußersten kommen muss.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Halgrim und herzlich willkommen

    Deinem Vorgehen ist nichts mehr hinzuzufügen und besser kannst du es kaum machen. Die drei Wochen hat er nur wegen seines Führerscheines aufgehört. Jetzt, wo dieser Grund nicht mehr vorhanden ist, gibt es keine Veranlassung für ihn, nicht doch wieder zu trinken. Ohne Druck von außen, wird er auch nicht aufhören. Deshalb ist es richtig, dass du ihm die Folgen seines Trinkens ankündigst und das ohne Vorwürfe. Die schriftliche Form unterstreicht dabei nur deine Ernsthaftigkeit und Unnachgiebigkeit in dieser Angelegenheit.

    Mich macht nur ein wenig bedenklich, dass du, sollte er sich dennoch für den Alkohol entscheiden, doch noch mit ihm in einem Haus leben willst. Das kann zu unangenehmen Situationen für euch führen und die Gefahr besteht, dass du doch nachgibst.

    Anlaufstellen sind für ihn, sein Hausarzt und/oder die Suchtberatung (Caritas oder Diakonie, entsprechend wo du wohnst), weiterhin auch Selbsthilfegruppen sowie nicht zu vergessen, dieses Forum.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Hallo Kaltblut

    Über eines sind wir uns sicher einig, wenn sie weiterhin so viel trinkt, wird der nächste Infarkt ganz bestimmt kommen. Es sieht so aus, als ob sie nur noch wenig Lebensmut hat und sie auch keine Kraft hat, etwas gegen ihre Abhängigkeit zu tun. Sie muss jetzt schnellstmöglich aus dieser Lethargie heraus, denn je länger sie sich an dieses Selbstmitleid gewöhnt, desto schwerer findet sie aus diesem Teufelskreis heraus. Du kannst ihr zwar gut zureden, aber ich glaube, du wirst sie nicht umstimmen können, nicht weil dir dazu die Fähigkeiten fehlen, sondern weil ein Außenstehender das anders angehen kann. Daher denke ich, ist es das beste, dass sie zu einem Therapeuten geht. Versuche unter allen Umständen, sie dazu zu bewegen.

    Wenn hier im Forum oft von Trennung die Rede ist, wäre ich in diesem Fall allerdings äußerst vorsichtig, denn da sie wenig Lebenswille zeigt, könnte es eine gegenteilige Wirkung haben.

    Um nun auf deine Frage zu kommen. Ich stelle die umgedrehte Frage, gibt es einen Grund, nicht mit dem trinken aufzuhören? Trinkt sie weiter, ist ihr Leben bald zu Ende, hört sie auf, kann sie noch lange leben. Hat sie das Nichttrinken einmal überwunden, wird sie merken, was ihr in all den Jahren entgangen ist und sie kann ihr Leben auch noch lange genießen. Bei gesunder Lebensweise muss es eben nicht zwangsläufig wieder zu einem Herzinfarkt kommen. Wenn sie dich liebt, dann müsste sie doch auch alles versuchen, noch lange bei dir zu bleiben.

    Wünsche ihr gute Besserung und dir viel Kraft

    Henri

    Nein, nicht versagt, sondern es geschafft 10 Tage ohne Alkohol zu leben. Dann hast du Termine bei der Suchtberatung und bei einem Therapeuten gemacht.

    Okay, du hast getrunken. Jetzt hörst du wieder auf und machst wieder so weiter, wie du es dir vorgenommen hast. Von versagen kann nur die Rede sein, wenn du jetzt weiterhin trinkst.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Daniela

    Du musst auch hier nicht alle Einzelheiten schreiben, was er gemacht hat. Es ist erst einmal wichtig, dass eine einstweilige Verfügung vorliegt. Hält er sich nicht daran und das ist offensichtlich der Fall, dann macht er sich strafbar. Es reicht natürlich nicht, dass er das macht, sondern es muss ihm auch bewiesen werden. Das wäre vielleicht für dich machbar, wenn es auch nervenaufreibend ist. Erreicht hast du damit aber auch weiter nichts. Eine Strafe wird ihn vermutlich nicht abhalten, dich weiterhin zu belästigen, er wird es nur geschickter anstellen.

    Ich denke, ein besseres und wirksameres Mittel ist, ihn zu ignorieren, einfach nicht beachten. Er will doch nur, dass du auf sein krankhaftes Tun reagierst, dich mit ihm beschäftigst. Wenn das aber bei dir ausbleibt, er keinen Erfolg sieht, macht es für ihn keinen Sinn, dich weiterhin zu verfolgen. Ich weiß, es wird dir schwer fallen, aber probier es einfach aus. Es kann doch nicht sein, dass du dich verstecken oder weglaufen musst.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Daniela

    Hast du super hinbekommen und kannst stolz darauf sein, es alleine geschafft zu haben. Nach 14 Tagen ist die Entgiftung beendet und du hast bereits gemerkt, dass du dich besser fühlst. Jeder neue Tag ohne Alkohol wird dir ein Gefühl der Zufriedenheit geben. Leider wird es trotzdem Tage geben, an denen du gerne wieder etwas trinken würdest, geht wohl jedem so. Nur, wenn du darauf vorbereitet bist, ist die Gefahr halb so schlimm und du überstehst dann auch solche Phasen.

    Hast du dich wegen des Stalkers bei der Polizei erkundigt, ob du da etwas machen kannst? Wenn es auch hier in Deutschland kein spezielles Gesetz gegen Stalker gibt, so gibt es doch andere Gesetze, die auf solche Belästigungen anwendbar sind. Es gibt die Möglichkeit ihm zu verbieten, sich dir oder deiner Wohnung auf eine bestimmte Entfernung zu nähern. Sonst hast du nur die Möglichkeit, ihn einfach zu ignorieren. Das ist zwar hart für dich und nervt ungemein, aber nach einiger Zeit wird er doch aufgeben.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Haldir

    Wenn die Leber geschädigt ist, dann kann sie das Blut nicht mehr aufnehmen, es entsteht ein Druck und das Blut wird in das Gewebe gepresst. Dadurch entsteht der „Wasserbauch“ und die Flüssigkeit kann auch in die Beine absacken.

    Es wird die letzte Chance sein, die er bekommt. Mit der reinen Entgiftung wird es nicht getan sein. Er muss lernen, ohne Alkohol zu leben und dafür wird er seine Lebensweise umstellen müssen. Wen es sich nur um eine reine Entgiftung handelt, wird er dort nicht viel über die Krankheit lernen. Es wäre also angebracht, anschließend eine Langzeittherapie zu machen.

    Wünsche deinem Vater gute Besserung und dass er lernt, ohne Alkohol auszukommen

    Gruß
    Henri

    Hallo kleines Krokodil

    In dem anderen Thread habe ich von dir und deinem Schicksal gelesen. Als erstes möchte ich dir mein Beileid zum Tode deines Vaters aussprechen.

    Für dich gab es keine Chance, deinem Vater zu helfen. Du hast alles dir mögliche getan und eine Trennung hätte nichts bewirkt, da gebe ich dir Recht. Es gibt keinen Grund, dass du dir Vorwürfe machen müsstest, im Gegenteil, du hast mehr getan, als gut für dich war. Es geht nicht nur darum, dem Abhängigen helfen zu wollen, sondern es besteht auch die Verpflichtung, an sich und seine eigene Gesundheit zu denken.

    Nochmal, du konntest nicht mehr für deinen Vater tun. Und, bleib so wie du bist, du bist in Ordnung.

    Wünsche dir alles Gute
    Henri

    Hallo Peter und auch von mir herzlich willkommen

    Eine Woche ist ein sehr guter Start und du kannst auch stolz auf dich sein. Aber, jetzt nicht euphorisch werden. Den Alltag kannst du schaffen, aber in besonderen Situationen, wenn dir z.B. jemand etwas zu trinken anbietet oder gar hinstellt, ist es sehr schwer abzulehnen und genau darauf musst du gefasst sein.

    Mach weiter so, wie in dieser Woche, es lohnt sich.

    Henri

    Hallo Krokodil

    Bei der Alkoholkrankheit kommt es sowohl bei dem Abhängigen als auch bei seinen Bezugspersonen zu einer allmählichen Änderung des Verhaltens. Zuerst wird der Angehörige sich dagegen wehren, ihn als abhängig zu sehen. Er wird nach außen hin alles tun, das trinken zu vertuschen oder zumindest zu verharmlosen. Dabei bleibt es nicht aus, dass er immer mehr Verantwortung des Betroffenen übernimmt und das als selbstverständlich ansieht. Es entsteht nach und nach das so genannte Co-Verhalten. Er wird sein Leben immer mehr nach den Wünschen und Bedürfnissen des Abhängigen einrichten. Das Verhalten des Co wird genauso zwanghaft, wie das des Betroffenen. Das alles geschieht anfangs von beiden unbemerkt.

    Der Abhängige wird sich jetzt nur ändern können, wenn er wieder mit seinen ursprünglichen Aufgaben konfrontiert wird und er die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss. Das ist aber jetzt nicht mehr möglich, weil auch die Bezugsperson das Problem unbewusst verdrängt und herunterspielt. Unweigerlich wird dieses Verhalten weitergehen, bis bei einem der beiden die Schmerzgrenze erreicht ist. Entweder hält der Abhängige es körperlich nicht länger aus oder der Co-abhängige hält es psychisch nicht mehr durch. Spätestens jetzt muss der Co sich mit der Krankheit befassen und er muss lernen, dass seine gut gemeinte Hilfe genau das Gegenteil von dem bewirkt, was er eigentlich will. Wenn jetzt von einer Trennung die Rede ist, dann wird damit die Voraussetzug geschaffen, dass der Abhängige seine Probleme sieht, selbst anpacken und lösen muss. Es ist gleichzeitig die Basis, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Nun erst kann auch der Co ihm wieder behilflich sein, darf dabei aber nicht mehr in seine alten Verhaltensmuster fallen.

    Die Trennung ist also kein fallenlassen des Betroffenen, sondern ein „Helfen durch „Nichthilfe“. Wenn hier im Forum von Trennung die Rede ist, dann ist damit meistens auch nur eine zeitliche und/oder räumliche Trennung gemeint.

    Es kann allerdings keine Garantie geben, dass eine Trennung immer zum Erfolg führt. Deshalb kann auch niemand ein Vorwurf gemacht werden, der eine Trennung nicht in Betracht zieht. Wenn der Betroffene an den Folgen seines Trinkens stirbt, werden die Angehörigen sich immer vorwerfen, Fehler gemacht zu haben. Ob es durch ein anderes Verhalten nicht zu diesem Ende gekommen wäre, bleibt dabei aber immer reine Spekulation. Die Einsicht, machtlos gegen diese Krankheit gewesen zu sein hilft, sich selbst keine Vorwürfe zu machen, aber einen lieben Menschen an den Alkohol verloren zu haben, macht doch sehr traurig.

    Gruß Henri

    Hallo Chrissy

    Wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist dein Verhältnis zu deinem Vater ganz in Ordnung. Den Gedanken von Weibi, Urlaub zu machen, will ich deshalb noch mal aufgreifen. Wenn du in dieser Zeit bei deinem Vater unterkommen könntest, wäre das ideal. Ihr könntet dein Problem in aller Ruhe besprechen. Es ist zu deinem alleinigen Problem geworden, weil du es zugelassen hast. Dein Vater und dein Bruder haben sich von ihr getrennt, weil sie eingesehen haben, dass sie ihr nicht helfen können. Nur du hast zu ihr gehalten, musst aber auch einsehen, dass du so nicht weitermachen kannst, sonst zieht sie dich mit runter und dir wird es noch schlechter gehen als bereits jetzt. Damit ist weder deiner Mutter noch dir geholfen.

    Lass sie ruhig mal ein paar Wochen alleine. Vielleicht merkt sie dann, wie weit es mit ihr bereits gekommen ist und du kannst danach vielleicht vernünftig mit ihr reden. Es hätte den Vorteil, dass du für ein paar Wochen zur Ruhe kämst und dich ein bisschen erholen könntest. Eines sollte dir allerdings klar werden, du bist nicht für deine Mutter verantwortlich, das ist und bleibt sie selbst und wenn sie nicht will, dann kannst du ihr nicht helfen.

    Wünsche dir alles Gute und denke etwas mehr an dich selbst.

    Lieben Gruß
    Henri

    Hallo Sungold

    Zitat: "…reduzieren... bis auf Null, oder zumindest nur an Wochenenden, also gelegentlich."

    So wirst du es nicht schaffen. Entweder du willst aufhören oder du machst weiter wie bisher, aber was du vorhast sind halbe Sachen. Du willst versuchen, nur am WE zu trinken, also kontrolliertes trinken praktizieren, das aber auf lange Sicht noch niemand geschafft hat.

    Grade deshalb, weil du vermutest, dass deine Werte schlecht sind, solltest du zum Arzt gehen. Bei dieser Menge die du trinkst, kann es gefährlich werden, plötzlich das trinken einzustellen, da es zu lebensgefährlichen Entzugserscheinungen kommen kann. Aus diesem Grunde ist es unbedingt zu empfehlen, zu einem Arzt zu gehen. Er kann dir Medikamente geben, die den Entzug erleichtern und auch den Druck zu trinken erleichtern. Ein herunter trinken ist zwar nicht ganz unmöglich, aber sehr, sehr schwer und es bedarf einer sehr großen Disziplin und ob du das schaffst?

    Das Argument, aus beruflichen Gründen keine Kur/Entziehung zu machen, wird spätestens dann hinfällig, wenn dein Arbeitgeber nicht mehr mitspielt. Deine Kollegen haben das bereits längst gemerkt, auch wenn niemand bis jetzt ein Wort davon zu dir gesagt hat. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es dort zum Knall kommt. Gebraucht wirst du in der Firma, aber unentbehrlich ist niemand, auch du nicht.

    Die einzige vernünftige Vorgehensweise ist zum Arzt zu gehen, dann eventuell eine Entgiftung im Krankenhaus und anschließend eine Therapie machen. Die Therapie kann auch ambulant sein, du würdest dadurch auch nicht soviel Zeit in der Firma versäumen.

    Überleg es dir, das schwerste dabei ist, zuzugeben dass du es nicht alleine schaffst. Wenn du das überwunden hast, ergibt alles andere sich fast von selbst.

    Wünsche dir alles Gute
    Henri

    Hallo xXxFrageNxXx und herzlich willkommen

    Soviel mir bekannt ist, wird hier keine Statistik geführt, wer wann einen Rückfall hatte und wer trocken ist. Von einigen weiß man es, von anderen eben nicht. Außerdem ist das hier ein noch junges Forum und deshalb könnten eh keine langjährigen Daten zur Verfügung stehen.

    Rückfall. Als erstes müsste man klar definieren, was ein Rückfall ist. Zählt es bereits dazu, wenn ich in der ersten Woche meiner Abstinenz ein Bier trinke oder wie viel muss ich trinken oder wie lange muss ich trocken gewesen sein? Dann gibt es die, die von heute auf morgen nicht mehr hier schreiben. Liegt ein Rückfall vor oder nicht?

    Zum Erfolg des Forums lassen sich auch keine genauen Zahlen nennen. Ist es als Erfolg für das Forum zu werten, wenn jemand eine Therapie durch anraten im Forum gemacht hat? Ist es ein Erfolg des Forums, wenn jemand längst trocken war und das auch hier geblieben ist? So lässt sich noch manches nennen, das nicht mit Zahlen greifbar gemacht werden kann.

    Es lässt sich nur pauschal sagen, dass dieses Forum jedem Abhängigen die Möglichkeit gibt, Hilfe und Rat zu bekommen. Wie viele es bis heute mit Hilfe des Forums geschafft haben, lässt sich, wie bereits oben beschrieben nicht beziffern.

    Für uns ist es aber nicht so ausschlaggebend, wie viele und wie lange trocken sind, sondern wir freuen uns über jeden, der es durch unsere Hilfe auch nur versucht, von seiner Abhängigkeit wegzukommen. Wenn es dann jemand schafft, dann freuen wir uns umso mehr.

    Gruß Henri

    Hallo Sebo und herzlich willkommen

    Dein Freund scheint von niemand eine Lehre annehmen zu wollen, selbst von dir, seinem besten Freund nicht. Du hast schon soviel für ihn getan, ohne dass es etwas genutzt hat. Fahren nachdem der Führerschein entzogen wurde, zieht eine Freiheitsstrafe nach sich. Vielleicht kommt er in dieser Zeit zum Nachdenken und kommt auf den richtigen Weg. Jedenfalls hast du für dich alles Machbare getan, um ihm zu helfen.

    Für jeden gibt es einen persönlichen Tiefpunkt, an dem der Leidensdruck so groß ist, dass er nicht mehr anders kann, als sich zu ändern. Durch deine vermeintliche Hilfe kann es viel länger dauern, bis er diesen Tiefpunkt erreicht hat. Keine Hilfe kann also durchaus die bessere Hilfe sein.

    Gruß Henri

    Hallo Fritzi und herzlich willkommen

    Es sind leider schon ein paar Tage her, seit dem du den Beitrag geschrieben hast und ich hoffe nur, dass ich dich noch erreiche. Es ist nicht einfach, dir eine Antwort zu geben, die dir auch helfen könnte.

    Es ist nur in den Phasen, in denen er nichts trinkt möglich, mit ihm vernünftig zu reden. Anscheinend hast du das schon getan, schreibst allerdings nur, dass du von dem Bekannten geredet hast, der gestorben ist. Hast du auch mit ihm über sein trinken geredet? Ob seine Blutwerte in Ordnung sind oder nicht, spielt keine große Rolle, sein Verhalten ist das eines Alkoholikers und das müsst ihr euch nicht bieten lassen. Wie gesagt, du kannst nur mit ihm reden, wenn er nüchtern ist. Links liegen lassen, wenn er getrunken hat, ist eine Möglichkeit, ist natürlich nicht einfach für dich das durchzuziehen, da kann ich dich verstehen. Von der Mutter schreibst du nicht viel. Ist sie in der Lage, Druck auszuüben? Besteht die Möglichkeit, ihn notfalls vor die Tür zu setzen?

    Eine andere Möglichkeit wäre, euch bei der Suchtberatung zu erkundigen (Caritas, Diakonie). Mit „euch“ meine ich vorerst nur deine Mutter und dich. Dort werden nicht nur Betroffene sondern auch Angehörige beraten.

    Eine Zwangseinweisung wird kaum möglich sein und würde auch letzten Endes nichts bringen. Er muss freiwillig aufhören wollen, er muss es für sich tun, alles andere ist zwecklos.

    Tut mir leid, dass ich dir keine bessere Auskunft geben kann.

    Gruß Henri