Hallo Arielle, wenn auch verspätet, so doch ein herzliches Willkommen von mir.
Sie hat dir zwar versprochen weniger zu trinken, aber sie will es nur für dich und die Kinder tun, nicht für sich und so wird das nichts. Ich bin überzeugt davon, dass sie ihre Worte auch ernst gemeint hat. Ihr ist nur noch nicht bewusst, dass sie bereits abhängig ist. Solange sie das aber nicht erkannt hat, wird es immer wieder solche Szenen geben, Wenn sie anfängt, kann sie nicht mehr aufhören, bis sie betrunken ist. Es ist das Heimtückische an der Krankheit, dass man sie hat ohne es zu merken.
Das soll aber jetzt nicht heißen, dass du dich damit abfinden sollst. Im Gegenteil, wenn du sie nicht an den Alkohol verlieren willst, dann mach genauso weiter wie du angefangen hast. Mache ihr klar, dass du ihr trinken in Zukunft nicht akzeptieren wirst. Der Brief ist genau das richtige Mittel, ist sogar noch besser als ein Gespräch, denn den kann sie sich immer wieder durchlesen. Lass dich nur nicht auf ein Versprechen ein, dass sie nur noch ab und zu trinkt. Das wird sie nicht einhalten, denn sie kann es nicht, kein Abhängiger kann das auf Dauer. Es gibt nur für sie die Möglichkeit, ganz vom Alkohol wegzukommen oder solange zu trinken, bis sie nicht mehr kann. Es wird auch nicht bei der jetzigen Menge bleiben, sondern es wird immer mehr werden.
Du kannst nur versuchen, vernünftig mit ihr zu reden und ihr deinen Standpunkt zu erklären. Für dich wird es sonst zuviel, denn mit deinen zwei Kindern bist du ausgelastet, ohne dass du dir auch noch um deine Freundin Sorgen machen musst.
Wünsche euch alles Gute und ihr, dass sie ein Einsehen hat.
Lieben Gruß
Henri