Beiträge von henri

    Zitat von vanillivi


    Schon etwas Wahres dran; aber den Geschmack (um den es ja wohl hauptsächlich geht) hatte ich dann eh schon im Mund. :(

    Schlage vor, uns in einem Restaurant zu treffen, Schwarzwäder-Kirch zu bestellen, und dann geht die allgemeine Spuckerei los. *grübel*

    Hallo Manuela

    Auch von mir herzlich willkommen.

    Ich kann mich meinen Vorposterinnen nur anschließen, wenn sie von „loslassen“ schreiben. Es nütz deiner Mutter nichts, wenn sie merkt, dass du Angst um sie hast. Sie wird dann das Gefühl haben, du traust ihr nicht zu, trocken zu bleiben, was wiederum nicht eben gut für ihr Selbstwertgefühl/Selbstsicherheit ist. Aber diese Selbstsicherheit im Umgang mit ihrer Trockenheit ist wichtig, um auch kritische Situationen leichter zu überstehen.

    Sie hat es jetzt zwei Jahre geschafft und das Risiko eines Rückfalls ist lange nicht mehr so hoch wie anfangs. Warum machst du dir so große Sorgen? Trau ihr zu, dass sie es schaffen wird. Es wird dadurch für euch beide einfacher werden.

    Gruß Henri

    Hallo Lyn

    Das hört sich alles nicht so besonders gut an. Eventuell geht es hier nicht nur um deine Mutter, sondern auch um deinen Vater. Es wird sehr, sehr schwer für deine Mutter sein, mit trinken aufzuhören, wenn dein Vater weiter in die Kneipe geht. Also müssten beide gleichzeitig aufhören. Da du schreibst, dass er in die Kneipe geht, um zu Hause dem Stress mit deiner Mutter zu entgehen, sollte es aber kein Thema für ihn sein.

    Auf deinen jüngeren Bruder kannst du dich nicht verlassen, weil er noch zu jung ist. Bleibt dir also nur dein älterer Bruder, der dich unterstützen kann. Es bleibt aber dabei, wie in den Posts vorher bereits erwähnt, mit der Mutter reden. Zuerst muss bei ihr der Wille zum Aufhören da sein und sie muss es auch für sich wollen. Sie davon zu überzeugen, dürfte allerdings für euch sehr schwer sein. Deshalb rate ich dir, dich bei der Suchtberatung zu erkundigen, macht meistens die Caritas. Es könnte dir auch helfen, wenn du dich in einer Selbsthilfegruppe mal erkundigst. Es gibt diese SHG’s allerdings im ländlichen Raum nicht ganz so häufig wie in größeren Städten. Schau mal in den amtlichen Mitteilungsblättern oder auch bei Googl nach Begriffen wie AA, Anonyme Alkoholiker, Kreuzbund, Blaues Kreuz, Freundeskreis. Wenn du nichts findest, was ich fast nicht glaube, kannst du mir auch eine pn mit deinem Wohnort oder der nächsten Stadt in deiner Gegend schicken. Dann werde ich mal versuchen, ob ich nicht doch etwas finde.

    Eines solltest du dir allerdings bewusst machen, wenn sie nicht will, kannst du weiter nichts machen. Du bist auch nicht für sie verantwortlich, das ist immer noch sie selbst. Deshalb mache dir bitte kein Vorwürfe, wenn du nichts erreichst.

    Auf den nachfolgenden anklickbaren Links findest du Infos über Alkohol

    Alkohol Folgen Krankheit
    Erläuterung Begriffe Delier, Krampf, usw.
    Net Doktor

    Gruß Henri

    Hallo Lyn, Hallo Chrissyta

    @Chrissyta
    Okay Chrissyta, du hast mich überzeugt, dass das Gespräch von Lyn mit ihrer Mutter sinnvoll sein kann.

    Lyn
    Wenn das Verhältnis zu deiner Mutter noch recht gut ist, probiere mit ihr zu reden. Wenn es nichts bringt, kann dein Vater immer noch ein Gespräch mit ihr führen. Es wird aber für dich auch wichtig sein, da du dir sonst Vorwürfe machen könntest, nicht alles versucht zu haben.

    Gruß Henri

    Hallo Rolf Karl

    Willkomen im Forum.

    Wie ich aus dem Thread „Alkohol und Depressionen“ entnehme, ist heute bereits dein 4. Tag im kalten Entzug. Gewöhnlich treten Krampf und Delir bis zum 3. Tag, aber auch noch bis zum 5. Tag auf. Die größte Gefahr wird deshalb vorbei sein. Trotzdem bitte kein Risiko eingehen. Wenn möglich soll immer jemand in der Nähe sein, falls doch noch Krampf/Delir eintreten sollte.

    Wünsche dir viel Glück bei deinem Vorhaben

    Henri

    Hallo Lyn

    Erst mal willkommen hier im Forum.

    Als Tochter wirst du bei deiner Mutter nicht viel erreichen. Du bist und bleibst ihr Kind, egal wie alt du bist. Und von einem Kind Ratschläge annehmen, na ja. Mit Schimpfen oder streiten könnt ihr nichts erreichen. Es kann nur gehen, wenn sie einsieht, dass sie etwas unternehmen muss. Deshalb rede mit deinem Vater. Er soll mit deiner Mutter das Thema einmal allein besprechen und zwar dann, wenn sie nüchtern ist. Er ist derjenige, der den größten Einfluss auf deine Mutter hat.

    Da sie schon lange Zeit so trinkt, ist anzunehmen, dass sie abhängig ist. Sie wird also Hilfe benötigen. In jeder Stadt gibt es eine Suchtberatung, meistens hat die Caritas diese Aufgabe übernommen. Dort kann sie sich beraten lassen. Das sind die ersten Schritte die ihr unternehmen solltet.

    Wenn das aber nichts nützt, dann poste noch mal hier. Schreibe aber auch bitte, ob noch mehr Personen zu eurer Familie gehören. Ich lese nur von dir und deinem Vater.

    Wünsche dir viel Erfolg

    Gruß Henri

    Hallo Goldfield

    Willkommen hier im Forum.

    Prima Goldfied, wieder jemand der es bis heute geschafft hat.

    Bei den Anzeichen hätten auch ein Krampf oder/und Delir kommen können. Glück gehabt, knapp daran vorbeigeschrammt. Es kann nur davor gewarnt werden einen kalten Entzug durchzuführen. Die Entzugserscheinungen Zittern, Brechreiz, starkes Schwitzen, Schlafstörungen, Angst, Unruhe, können fast unmerklich mit Schwächegefühlen beginnen und sich bis zum Delirium steigern. Das Schlimme daran ist, dass der Betroffene diesen Vorgang selbst nicht bemerkt. Daher ist von einem kalten Entzug abzuraten, zumindest sollte aber eine andere Person dabei sein, um gegebenenfalls einen Notruf zu veranlassen. Es muss natürlich nicht so weit kommen, aber warum unnötig ein Risiko eingehen.

    Gruß Henri

    Hallo Sophie

    Es freut mich, dass du wieder hier postest. Ich hatte schon befürchtet, ich wäre dir mit meinem Beitrag zu nahe getreten, sodass du vom Forum nichts mehr wissen willst. Das hätte mir sehr Leid getan. Es ist schon öfter von dem Tritt in den H…, geschrieben worden. Mein Beitrag sollte in etwa auch so etwas sein. Wenn meine Wortwahl für dich verletzend war, dann möchte ich mich jetzt dafür bei dir entschuldigen. Ich habe mich geirrt, als ich schrieb, dass du dich nicht ändern willst. Wie ich aus deinem letzen Beitrag sehe, bist du auf dem besten Weg und das freut mich.

    Dich bei deiner Therapeutin zu outen, wird dir sicher nicht leicht gefallen sein. Aber wie bei so vielem, der erste Schritt ist immer der schwerste. Danach wird es dir schon leichter fallen den zweiten und dann die nächsten Schritte zu tun. Jetzt aber nicht ungeduldig werden, viele kleine, aber sichere Schritte, führen ans Ziel. Du bist auf dem besten Weg dazu. Weiter so, du schaffst es.

    Gruß Henri

    Hallo Pusteblume

    Noch etwas zu der SHG. Wenn du die Möglichkeit hast, dann suche dir eine Gruppe aus, bei der du unter Umständen auch außerhalb der Gruppenstunden mit jemand reden kannst. Du kannst gerne hier posten und dir Tipps und Anregungen geben lassen, aber es kann oft ein persönliches Gespräch nicht ersetzen.

    Wünsche dir einen schönen Tag

    LG Henri

    Hallo Laurina

    Auch von mir ein Willkommen

    Du schreibst leider nicht, wie lange ihr schon getrennt lebt. Bis eine Trennung richtig verkraftet ist, können einige Jahre vergehen. Sicher werden Überlegungen bei dir vorhanden sein, ob du alles richtig gemacht hast, ob du ihm die richtige Hilfe angeboten hast und so weiter. Auch wenn dein Verstand dir sagt, dass du alles getan hast, was für dich machbar war, so kann ich mir doch vorstellen, dass du ein Gefühl hast, als ob du mehr hättest machen müssen. Du schreibst: „Ich liebe ihn noch …“. Wenn ich das Wort „liebe“ durch „Mitleid“ ersetze, könnte das nicht eher dein Gefühl beschreiben? Jetzt, wo es ihm immer schlechter geht, könnte ich mir das durchaus vorstellen.

    Ich meine, es ist richtig, dass du dich von deinem Mann getrennt hast und brauchst dir auch in keiner Beziehung Vorwürfe zu machen. Versuche jetzt, etwas für dich zu tun.

    Hier noch ein Link, der die Zeit nach der Trennung beschreibt. Kannst ihn dir mal durchlesen. Hilft dir vielleicht ein bisschen.

    klick mich

    LG Henri

    Hallo

    Sorry Karsten, aber diesmal bin ich nicht ganz deiner Meinung. Ich gebe dir Recht, ohne Führerschein wäre eine Gefahr weniger auf der Straße. Was passiert aber, wenn sie ihn wegen Trunkenheit im Straßenverkehr anzeigt. Erst einmal gar nichts, weil es nicht bewiesen werden kann. Auf Aussage der Ehefrau hin, werden die ihrem Kollegen den Führerschein nicht wegnehmen, kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Eines hat sie aber dadurch erreicht, wenn es dort noch nicht bekannt ist, wissen alle Kollegen ihres Mannes sofort über sein Problem Bescheid. Wirkt sich nicht unbedingt günstig auf das Arbeitsklima aus. Es wird auch für das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Mann nicht von Vorteil sein. Jedenfalls wird er ihr Verhalten erst verstehen können, wenn er trocken geworden ist.

    Wenn ich mit meiner Meinung falsch liegen sollte, revidiere sie gerne.

    Gruß Henri

    Hallo Pusteblume

    Ein Gespräch mit seinem Chef wird nicht viel nützen. Soviel ich lesen kann, ist er im Dienst nicht betrunken. Dementsprechend hat auch sein Chef keine Handhabe gegen ihn, Er kann zwar mit ihm reden, aber nützen wird es wenig.

    Ein Alkoholabhängiger wird immer bis an die Grenze dessen gehen was man zulässt. Du hast zugelassen, dass er bereits nach ein paar Tagen wieder zurück durfte. Warum sollte er sich also ändern, da er doch beides haben kann, seinen Alkohol und seine Familie. Wenn du dich schon von ihm trennst, dann warte doch erst einmal ein paar Monate ab, bis du sicher bist, dass er sich geändert hat. Auf keinen Fall darfst du dich auf seine Versprechungen einlassen.

    Für dich solltest du aber auch etwas tun. Versuche mit einer Selbsthilfegruppe, nach Möglichkeit eine für Angehörige, Kontakt aufzunehmen. Es ist immer hilfreich wenn du dich mit anderen Leuten unterhalten kannst, die das gleiche Problem haben wie du.

    Wünsche dir viel Kraft auf deinem sicher nicht leichten Weg


    Gruß Henri

    Hallo Mulambo

    Auch von mir willkommen im Forum

    Da du momentan es doch auch an manchen WE schaffst, nichts zu trinken, sollte es dir doch auch möglich sein, an einem anderen Tag nichts zu trinken. Warum probierst du es nicht gleich heute noch? Fang sofort damit an, denn jetzt hast du noch den festen Willen dazu, sonst hättest du ja hier nicht gepostet. Die paar Stunden wirst du sicher schaffen. Morgen ist dann der erste richtige Tag „ohne“. Und dann immer wieder „heute trinke ich nicht“, du wirst sehen dass es nicht so schwer ist, wie du dir das vorstellst.

    Dein Selbstwertgefühl wird auch wieder zurückkommen. Du meinst, durch den Alkohol würdest du dich sicherer fühlen? Es ist aber doch eher so, dass du dadurch nur ungehemmter bist. Ich denke, die Selbstsicherheit wird sich sehr schnell wieder einstellen.


    Gruß Henri

    Hallo Nadja

    Verrat an deinem Mann ist es sicher nicht, wenn du hier schreibst. Verrat bedeutet für mich auch gleichzeitig eine Schädigung oder Benachteiligung des anderen, und hier ist genau das Gegenteil der Fall, da du ihm helfen willst. Deshalb mach dir mal keine Sorgen.

    Von Konsequenzen ankündigen halte ich nicht besonders viel, weil es sich so halbherzig anhört. Ein Alkoholiker geht immer bis an die Grenze dessen, was man zulässt. Das heißt, er wird sich nicht ändern und erst einmal abwarten was du weiter unternimmst. Deshalb sag ihm klipp und klar was du von ihm erwartest und was du machst, wenn er nicht mit dem Trinken aufhört. Allerdings musst du dann auch bereit sein, deine Ankündigung in die Tat umzusetzen. Dazu gehört aber auch, dass du dich auf diesen Fall vorbereiten musst. Deshalb kann ich mich Souls Meinung nur anschließen, dass du alleine zur Suchtberatung gehen solltest. Auch eine SHG für Angehörige empfehle ich dir, da du dort Leute mit gleichen Problemen findest.

    Ich wünsche dir, dass du für euch den richtigen Weg findest

    Gruß Henri

    Hallo Gast

    Eine Lösung habe ich auch nicht. Ich denke da an die Möglichkeit, dass du dir eventuell Tipps bei der Suchtberatung holst. Die sollten jedenfalls die Möglichkeiten vor Ort kennen. Nur fürchte ich, dass die dich wieder an das Jugendamt verweisen. Ein Versuch sollte es trotzdem wert sein.

    Es ist nur traurig, dass es so etwas geben kann, und das auf Kosten von Kinder.
    Da ist es schön zu wissen, dass es auch noch Leute mit Zivilcourage gibt.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Bemühungen.

    Gruß Henri

    Hallo Mara

    Serdecznie witamy

    In eurer Familie hat ja jeder ein Problem. Das größte Problem jedoch hast du. Zum einen mit Borderline, zum anderen machst du die Probleme deiner Eltern zu den deinigen. Zuerst solltest du einmal für dich klären, ob du in der Lage bist, deinen Eltern zu helfen. Mehr als mit ihnen reden, kannst du nicht. Wenn du auch eine erfolgreiche Therapie hinter dir hast, so denke ich, ist dein Zustand doch immer ein bisschen labil. Was hast du davon, wenn du vergeblich versuchst, deinen Eltern zu helfen, dich dabei aber selbst überforderst. Ich bin der Meinung, du solltest auf dich selbst aufpassen. Es gibt eben auch Situationen, in denen du nichts tun kannst. Es ist zwar schwer, aber du musst versuchen, es zu akzeptieren.

    Bitte Mara, pass auf dich auf

    Gruß Henri

    PS und bitte, nicht alle Polen saufen

    Salü Beatrice

    Ist ja prima, dass du dich entschlossen hast, ohne Alkohol auszukommen.

    Ich weiß aber nicht so recht, ob du dir dabei nicht so einige Hintertüren offen lässt? Wenn du schreibst „ich versuche“, höre ich da so ein leises „wenn’s klappt ist das okay, und sonst auch nicht schlimm“ heraus?

    Eine neue Flasche in der Bar. Es wird für dich bei Trinkdruck ganz leicht sein, diese zu öffnen und nachher in deinen Schrank zu stellen. Wie es dann weitergeht, brauche ich nicht zu schreiben. Ob es leichter für dich ist, wenn eine volle Flasche da ist? Da zweifle ich dran.

    Wein aussuchen soll demnächst auch jemand anders machen. Was du da machst mit den zwei kleinen Schlückchen, ist so eine Art von kontrolliertem Trinken, das ich für fast unmöglich halte. Jedenfalls machst du dir das Trockenbleiben äußerst schwer damit

    So, hab jetzt genug genörgelt, wünsche uns 24 trockene Stunden.

    LG Henri

    Hallo Tina

    Willkommen hier im Forum.

    Irgendwie verstehe ich die Zusammenhänge aus deinem Schreiben nicht so richtig. Ich versuche mal, alles ein bisschen anders zu schreiben und entsprechende Fragen dazu zu stellen.

    Mutter trinkt seit 20 Jahren, immer mal wieder.
    Sie trinkt also nicht täglich. Wenn sie trinkt, ist sie dann auch betrunken, oder hält es sich in Grenzen? Hast du den Eindruck, dass sie abhängig ist?

    Wenn du damals 16 warst, bist du heute also 36 und hast eine Tochter von 7 Monaten.
    Irgendwann bist du von zu Hause ausgezogen, schon mit 16, oder später?

    Mutter wurde depressiv, also schon vor 20 Jahren oder später? Wurde etwas gegen ihre Depression getan? Sie konnte nicht loslassen, weil du erwachsen wurdest oder weil du ausgezogen bist?

    Dann schreibst du von Liebe zu deiner Mutter, aber auch von Abneigung. Den Punkt verstehe ich so, wenn sie trinkt hast du das Gefühl des Hasses nicht nur gegen den Alkohol, sondern auch gegen sie.

    Ignoranz, Streit und Versöhnung. War ihr Trinken der Anlass dafür oder gab es andere Gründe.

    Vater hält sich da raus. Hat er vielleicht Gründe sich nicht einzumischen, oder kann/will er nicht?

    Dann zum Schluss noch deine Frage: „Was kann ich tun, was kann mein Vater tun?“ Meine Frage dazu: Was wollt ihr/du erreichen?

    Du siehst, ich habe noch einiges nicht verstanden oder kann es nicht so richtig zuordnen. Bitte poste noch mal, damit ich den Zusammenhang besser verstehe. So würde ich dir sicher unter falschen Annahmen antworten.

    Gruß Henri

    Hallo Klickklack

    Kleine Brötchen backen, oder kleine Schritte machen, damit hat dein Psycho schon Recht. Nicht alles auf einmal wollen. Dabei geht es nicht nur allein um dich, sondern auch um deine Familie. Auch für deine Frau und deine Kinder ist es eine neue Situation mit dir. Unter Umständen kommt ihnen dein Verhalten jetzt fremd, ungewöhnlich oder neu vor. Es wird sicher einige Zeit dauern bis ihr euch aneinander gewöhnt habt. Daher gilt auch dabei, nicht alles auf einmal wollen, sondern kleine Schritte machen.

    Aus deinen Schreiben geht nicht hervor, ob dein Frau auch in diese Beratung mit eingebunden ist. Wenn nicht, überlegt es euch. Sie wird auch manchen Situationen gegenüberstehen, die für sie fremd sind, und sie nicht weiß, wie sie sich verhalten soll. Überlegt euch, ob ihr nicht gemeinsam in eine SHG gehen könnt. Deine Frau würde mehr von der Krankheit Alkohol kennen lernen, und du hättest jemand, der dich in die Gruppe begleitet. Ich denke, es wird dir anfangs schwer fallen, dorthin zu gehen. Gleichzeitig würdest du auch damit etwas gegen deine Soziophobie tun.

    Um Kneipenbesuche wirst du nicht drum herumkommen, da deine Schwiegereltern eine Kneipe haben. Da du dir der Gefahr eines Rückfalls bewusst bist, wird das Risiko eines Rückfalls sicher nicht allzu groß sein. Die Gefahr wird darin bestehen, dass du unverhofft in eine Situation gerätst, auf die du nicht vorbereitet bist. Du fragst uns, wie wir damals damit umgegangen sind? Von mir kann ich sagen, dass ich in meiner nassen Zeit jeden Abend in der Kneipe mein Bier getrunken habe und mich gut unterhalten habe. Nach der Therapie, wollte ich das fortsetzen, natürlich ohne Alkohol. Aber bereits nach kurzer Zeit bin ich nicht mehr hin, weil es mich genervt hat, an einem Abend zum wiederholten Mal, dasselbe Gelaber zu hören. Wenn du dich mit deinem Freund in der Kneipe triffst, warum musst du länger als ein Stunde bleiben. Es zwingt dich doch keiner. Wenn es dir nicht mehr gefällt kannst du doch gehen, bist doch keinem Rechenschaft schuldig, auch deinem Freund nicht.

    Thema Beschäftigung. Wie wäre es, wenn du mit deinen Kindern, oder mit deiner ganzen Familie etwas unternimmst? Das muss ja nicht stundenlang sein, also auch hier kleine Schritte machen. Schau dir doch mal dein Haus an, gibt es da keine Arbeiten die du machen kannst? Mach dir einen Zaun um den Hof, kannst anschließend ungestört am Moped basteln. Es gibt sicher genug Beschäftigungen für dich.

    Gruß Henri