Hallo Eleniell
Herzlich willkommen im Forum.
Eines verstehe ich nicht, wenn dein Vater auszieht, warum nimmt er euch beide nicht mit? Warum ist er nicht aktiv geworden, schließlich hat er doch auch die Verantwortung für euch beide gehabt und hat sie auch heute noch, zumindest für deinen Bruder. An dem ganzen Schlamassel hat er sicher durch seine Passivität einen sehr großen Teil beigetragen. Okay, das dazu, nützt dir jetzt aber wenig.
Du solltest jetzt einfach auch mal an dich denken. Letztendlich hast du nicht die Verantwortung für deine Mutter, sondern die hat sie selbst. Sie muss einsehen, dass du nicht für sie da bist. Bis jetzt waren es doch vertauschte Rollen, du hast sie bemuttert, statt umgedreht. Als Kind konntest du dich nicht dagegen wehren, aber jetzt in deinem Alter musst du es einfach schaffen. Ich will dir ganz sicher keine Vorwürfe machen, aber war es nicht genau das Falsche, was du die zehn Jahre getan hast, tun musstest? Dadurch hat sie doch keine Verantwortung gehabt, hat sich nicht einmal das Bier selbst holen müssen. Was für einen Sinn hatte also ihr Leben? Ist es möglich, dass hier auch ein Grund für ihre Trinkerei liegt?
Du hast dich in die Rolle drängen lassen oder hast sie mit der Zeit einfach übernommen, für alle die Verantwortung zu tragen. Auch wenn es dir schwer fällt, gib Verantwortung ab und denk jetzt einmal an dich. Wenn deine Mutter es nicht kann, dann muss sie es wieder lernen für sich selbst zu sorgen, hat es ja früher auch gekonnt. Dein Bruder wird auch nicht mehr so jung sein. Auch für ihn musst du nichts mehr tun. Ich vermute dass du in seinem Alter schon längst selbständig warst, also gib ihm auch die Chance dazu.
Wenn du das geschafft hast, kannst du daran denken, wie du deiner Mutter helfen kannst. Dazu empfehle ich dir auch wie meine Vorposter, die Hilfe einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen. Gegen das Alkoholproblem deiner Mutter kann die Suchtberatungsstelle dir helfen. In vielen Orten hat die Caritas diese Aufgabe übernommen. Auch die verschiedensten Selbsthilfegruppen sind sehr hilfreich.
Wünsche dir viel Kraft für deinen weiteren Weg
Gruß Henri