Beiträge von kommal

    Hallo Anke,

    Zitat

    Immer wenn ich in einen Supermarkt gehe, werde ich daran erinnert und der Saufdruck kommt hoch. Nur kann ich ja nicht nie mehr einkaufen gehen

    Wie wär´s mit einem Einkauf auf dem Markt oder beim Bauern? Wird´s doch nahe Köln geben.

    LG kommal

    Hallo Spedi,

    das ist ja ein unerhofftes Ergebnis. Aber es gibt ja noch einen Versuch.

    Ansonsten...

    Zitat

    Wenn das nicht klappt, bleibt nur die Lösung Bypass

    ...hat ein naher Verwandter von mir mit über siebzig Jahren vier Umleitungen auf einmal gelegt bekommen. Nach der Reha war er wieder fit.

    In den Herzzentren ist das heute eine Routineoperation.

    Wenn ich nicht wüsste, dass Du die nötige Gelassenheit hast, würde ich sie Dir wünschen.

    Schönes Wochenende wünscht

    kommal

    Noch zwei Wochen, dann sollte die Arbeit wieder losgehen. Einkaufen, Besuche (auch in der Firma), auf- und ausräumen der Wohnung, ankommen…

    Ich freute mich auf den Arbeitsbeginn, wurde ich doch von meinen Vertretern sehnsüchtig zurückerwartet. Als “Dienstleister” machte ich ja keinen Job von der Stange, sondern musste mich täglich auf neue Situationen und Personen einstellen. Eine Arbeit, bei der eins immens wichtig, aber nicht zu lernen ist: Erfahrung. Die hatte ich und darauf baute ich.

    NEIN sagen, wenn´s sein muss. Eine wichtige Voraussetzung für trockenes Leben. Für Leben. Alkoholfreies Umfeld. Darauf hatte ich von Anfang an in meinen Gesprächen gepocht, zudem wir wie viele Firmen mittlerweile eine Vereinbarung zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat haben, die diese Dinge regelt.

    Nun, zunächst mal galt es, den Einstieg zu bewältigen. Ich wurde allseits freundlich, oft herzlich begrüßt, alle wussten ja, wo ich die letzten Monate verbracht hatte.

    In meiner Abwesenheit hatte sich schon einiges zum Besseren gewendet, dass ich gerne übernahm. Der Unkenntnis über meine Krankheit, bzw. der daraus folgenden gelebten Konsequenzen für mich versuchte ich mit Aufklärung zu begegnen. Daraus ergaben sich natürlich viele Gespräche. Wohlgemerkt ohne missionarischen Charakter. Heute noch geschieht es oft, dass das Thema Alkoholismus unvermittelt zum Zentrum eines Gespräches wird, dass ganz anders begann. Fast jede (r) kennt Eine(n)…

    Ein Erlebnis ist mir noch in Erinnerung, dass mir zeigte, wie auch versucht wurde, meine Situation auszunutzen: Einem Kollegen, der oft und gerne auf meine Dienste zurückgriff hatte ich erzählt, wie wichtig es für mich ist Grenzen zu ziehen. Auch durch “Nein” sagen. Genau der hatte mal wieder “plötzlich und unerwartet” das Bedürfnis, sich meiner Dienste zu bedienen. Da ich aber zu der Zeit mit anderen, wesentlich wichtigeren Dingen beschäftigt war, sagte ich ihm ab.

    Kurz darauf verkündigte er mir freundlich, dass er in der nächsten Abteilungsleiterbesprechung meine Absetzung verlangen würde, da ich ja offensichtlich in alte Verhaltensweisen zurückfalle (die Formulierung hatte er von mir übernommen).

    Alsbald wurde ich zu einem Gespräch mit meinem Abteilungsleiter gebeten, der mir genau das vortrug. Ich erklärte ihm, dass der Kollege offenbar nicht verstanden habe, dass mein “Nein” eben diesem galt, weil er wieder einmal selber Dinge verschlafen hatte und dann meinte, jederzeit und ohne zu fragen auf mich zurückgreifen zu können. Alternativ hätte ich anderweitige Zusagen nicht einhalten können- wie früher.

    Die Luft war raus, doch die Geschichte hat mich bei näherer Betrachtung darauf gebracht, dass ich diese Arbeit gar nicht mehr machen wollte. Zu unstrukturiert war der Arbeitstag, zu unregelmäßig die Zeiten und letztlich zu nahe am Alkohol. Wenn auch verpackt und nicht allgegenwärtig.

    Ich erwähnte das auch in diesem Gespräch und das Thema sollte sich in den nächsten Wochen etablieren.

    Mittlerweile war auch die “erste Stunde” Nachsorge vorbei. Die Gruppe bestand aus zwei Polen (nein! Wie Nordpol) und einem Kern. Pol eins waren zwei ganz alte Hasen, von denen jede Rückmeldung messerscharf war und Pol zwei war ein Neuzugang und eben ich. Dazu kamen weitere acht Personen, die aus verschiedenen Gründen seit ein paar Wochen teilnahmen. Natürlich stellten wir Neuen uns vor, was bei meinem erhöhten Mitteilungsbedürfnis a) kein Problem für mich darstellte und b) die anderen fast um die wohlverdiente Pause brachte.

    Danach stellte sich der zweite Frischling vor. Er käme gerade aus der Therapie und sei es nicht gewohnt, vor so vielen Menschen zu reden. DAS hat mich dann doch fast vom Stuhl gehauen: “Wo kommt der denn her???” DACHTE ich. Manchmal kann ich nämlich auch den Mund halten. Aber dezent nachgefragt habe ich dann doch, ob er eine Gruppentherapie gemacht hat.

    Die Arbeit lief weiter, ich frönte meinen Hobbies, versuchte mich in der Nachsorge einzubringen und von dort mitzunehmen, ich erfreute mich meines trockenen Lebens.

    Die Zeit verging… und eines Tages merkte ich:

    MORGEN IST DER 19. MAI

    Hallo koko,

    Zitat

    ich moechte irgenwann einmal wissen wo ich hingehoere und "zu Hause" ankommen, wo immer das auch ist

    Das ist sicher ein Grundbedürfnis jedes Menschen.

    Zitat

    ich wohne in einem Kaff, da sind die Moeglichkeiten nicht so

    Es gibt immer einen Weg. Sicher auch einen, der dich da herausbringt. Wohin? Allein? Aus einen Worten spricht viel Einsamkeit, die ich selbst empfunden habe. Wenn auch nicht unter diesen Umständen.

    Du weißt, dass Du einiges ändern solltest, aber die Voraussetzung ist Stabilität und da beißt sich die Katze ein wenig in den Schwanz. Denn da, wo Du bist, scheinst Du dich zu verkriechen.

    Könntest Du nicht vorübergehend "irgendwo" unterkommen?

    LG kommal

    Hallo koko,

    beim rückwärtslesen blitzte etwas auf:

    Zitat

    Seit ich aus Deutschland zurueck bin, komm ich nicht mehr voran.

    und gleich danach:

    Zitat

    warum versage ich auch, wenn ein Tag gut verlaufen ist?

    Wo bist Du? Wo möchtest Du sein?

    Wie erwähnt, war so ein flash- back.

    LG kommal

    Hallo Roberto,

    Zitat

    Ich wechsel übrigens in den geschlossenen Bereich.

    Da war ich ein bisschen überrascht. Kurz nur, denn es scheint mir die konsequente Fortsetzung deines Weges zu sein. Du bist sehr viel offener geworden und das tut Dir gut. Das steht nicht nur zwischen den Zeilen. Viele Grüße an alle Bekannten im park fermee :wink:

    LG kommal

    Hallo Lütze,

    an die neunmontas- Glückwünsche hänge ich mich gerne dran und gratuliere zu deinem staubfreiem thread! Es ist eine Freude, Dich zu lesen! Deine Skaterei hat mich übrigens neugierig gemacht. Gibt´s auch Gelände- Inliner? (für innen Wald :wink: )

    LG kommal

    Hallo Monida,

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    trotzdem würde ich am liebsten euer forum und meine gedanken vor ihm verstecken

    Versteckt haben wir uns doch alle- in unserer nassen Zeit. Wovor hast Du Angst? Vor dem, was in Dir steckt, was Du vor DIR versteckst? Das ging mir ähnlich, aber ich habe damals erkannt, dass mich Ehrlichkeit und Offenheit befreit. Und Reden. Als ich mit der Grübelei aufhörte, mit den Selbstvorwürfen und der Maskerade fühlte ich mich geradezu befreit. Erst so konnte ich meinen Weg beginnen. Schritt für Schritt.

    So kam ich immer mehr mit mir ins Reine- und mit meinen Mitmenschen.
    Das wünsche ich Dir auch.

    LG kommal

    Danke für eure Wünsche und Grüße, die ich natürlich weitergegeben habe. Für kommaline überraschend: Persönlich :)


    Zitat

    Darf ich mal so unwissend fragen wer "Kommaline" ist ?

    Rose : Kommaline begleitet mich seit einem Jahr... ich war ja auch in Herzensangelegenheiten unterwegs. Du weißt schon: Die Kraft der zwei...

    LG kommal

    Noch´n Jahrestag...

    Heute vor einem Jahr haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Meine Fluchtversuche waren zwecklos. Kommaline war stärker :wink: . Seitdem bin ich nicht mehr alleine unterwegs. Trocken, zufrieden, :D GLÜCKLICH :D

    Viel Glück euch allen- trocken

    LG kommal

    Hallo Lori,

    Zitat

    Ich fange mit 40 Jahren an zu leben,alles neu,mit Job, andereWohnung ,neuen Patrner

    Ähnliche Veränderungen gab es bei mir ja auch und ich erinnere mich noch gut an die Zeit: Nervosität, Angst. Wo kam das her?

    Ich musste nicht mehr funktionieren, um meine Sauferei zu tarnen. Ich konnte jetzt offen und ehrlich mit meinen Mitmenschen umgehen (und mit mir!), Fehler machen und dazu stehen ohne zu befürchten, aufzufliegen- entdeckt zu werden. Das war ungewohnt. Tief drinnen saß die Angst, dass diese ungewohnte Situation umkippt. Ich musste NEIN sagen, Grenzen ziehen. Für mich. Gesunder Egoismus war gefragt. Bis wo...

    Ich musste lernen, diese für mich ungewohnte Situation ("alles in Ordnung") als das zu akzepzieren, was sie war: Als Normalzustand. Den ICH herbeigeführt habe und durch meine Trockenheit erhalten kann. Auch, wenn´s mal Tage gibt, wo es nicht so gut läuft. Auch das ist normal

    Und wenn´s unterwegs Probleme gibt: REDEN! (oder schreiben :wink: ).

    Ich wünsche Dir eine rasche "Umgewöhnung".
    LG kommal

    Hallo Monida und herzlich willkommen.

    Das klappt ja schon ganz gut mit der Texterei. Wenn ich da an meine Anfänge hier denke. Ich war auch das erste Mal in "sowas" :wink:

    Im Vorstellungsbereich habe ich schon ein wenig von Dir gelesen. Du lebst ganz schön gefährlich. Aber dazu liest Du heute abend sicher noch mehr. Nicht vorwurfsvoll, sondern hilfreich. Wir sind hier nämlich alle füreinander da!

    Bis bald

    LG kommal

    Unterwegs…

    Die letzten drei Wochen vergingen schnell. Wenngleich ich sie nicht auf die leichte Schulter nahm. Bei vielen Mitpatienten hatte ich erlebt, dass sie hier noch einmal tief eintauchten.

    Zwei Dinge sind mir noch gegenwärtig:

    Das Abschlussgespräch mit unserem Teamleiter: “Sie sind ein Patient im Endstadium”…”haben alles auf dem Monitor, was sie brauchen”… und die üblichen Wünsche. Meinen Suchtbericht sprach er nur am Rande an.

    Und das Gespräch mit meinem Bezugstherapeuten. Es war klar, dass mir die Zeit in der Gruppe gut getan hatte. Ich deutete an, evtl. auch das Internet zu nutzen, um neue Bekanntschaften zu machen. Und da kam als Antwort: “WARUM DENN NICHT!?”

    Schließlich hatte mir das Net ja vor ungefähr acht Monaten geholfen, eine ziemlich schnelle Einsicht in meine Krankheit zu bekommen.

    Abschied. Von de ERGO, der Schwimmhalle, dm Speisesaal, den Therapeuten, den Mitpatienten, dem Ort und nicht zuletzt von “meinem” Wald. Ich wusste damals schon, dass ich wiederkommen würde, zu sehr hatte es mir die Landschaft angetan.

    Ich habe niemandem etwas versprochen. Kontakte habe ich heute noch zu meinem Zimmerkumpan und vier weiteren Weggefährten und Gefährtinnen.

    Die Rückfahrt (ich wurde abgeholt) gestaltete sich recht aufregend. War doch am Vorabend “Kyrill” über das Land gefegt. Aufräumarbeiten allenthalben. Die Vielfalt der Eindrücke kannte ich ja noch aus meinen externen Tagen, trotzdem wirkten sie intensiv. Aber ich war neugierig auf das, was kommt.

    Die nächsten zwei Wochen hatte ich ja Urlaub genommen und ich nutzte die Zeit um meine Wohnung weiter umzuräumen. Genauer gesagt begann ich auszumisten. Denn hier wollte ich ja nicht bleiben. Ballast abwerfen sozusagen. Abschied vorbereiten.

    Wiedersehensfreude allenthalben. Kurzbesuche in der Firma, bei den Nachbarn. Kein Getuschel, keine Häme. Alle wussten ja, wo ich gewesen bin. Ich wurde herzlich begrüßt.

    Bei meinem Hausarzt. Bei Freunden: “Jetzt guckst Du mir wieder in die Augen, wenn wir reden!” Rückmeldungen, die die Seele streichelten. Verpflichtung? Ja. Für mich. Nur für mich!

    Und Erstgespräch für die Nachsorge, die in Kürze beginnen sollte. Ebenfalls über die Beratungsstelle, aber mit anderer Leitung. Eine neue Gruppe sollte sich finden. Teils aus älteren Mitgliedern, teils aus “Frischlingen” wie mir, die gerade erst aus der Therapie kamen. Es hörte sich spannend und interessant an, was unser Gruppenleiter mir erzählte. In drei Wochen sollte es losgehen.

    Der Alltag. Alltag? Wie soll es weitergehen? Kontakte knüpfen? Wohnungsmäßig? Auf der Arbeit? Hier sollten noch etliche Gespräche folgen.

    Schon in der Therapie hatte ich mich für ein paar Kurse bei der Volkshochschule angemeldet. Einer kollidierte terminmäßig mit meiner Nachsorge. Ein weiterer hätte mich fünf Stunden Fahrt gekostet (ÖPNV) und fiel damit auch raus. Zu einem bin ich tatsächlich gegangen.

    Ein Mitbringsel aus der Therapie war ein neues Hobby: Das Fotografieren. Hatte ich doch etwa 800 Fotos mitgebracht. Große Bilder auf kleiner Karte- digital eben. Der Vorteil dieser Technik war für mich, dass ich Material “schießen” und zuhause speichern konnte und bei schlechtem Wetter daheim nachbearbeitete. Das nötige Werkzeug lieferte mir wiederum das weltumspannende Netz.

    Für die Wochenenden hatte ich eine Idee, die ich auch umsetzte. Jeden Samstag und Sonntag, morgens zu einer bestimmten Zeit, fuhr ich zu einem bestimmten Park. Ich hoffte auf diese Weise Bekanntschaften zu machen, aus regelmäßigem sehen und gesehen werden, über einen kurzen Gruß, mit der Zeit mit “jemand” in´s Gespräch zu kommen. Ein Langzeitversuch sozusagen, der mir aber Spaß machte, da ich mich auch für die Sache selber, den Park nämlich, interessierte (auch digital).

    Mich hatte ich ja mittlerweile gefunden, jetzt aber suchte ich kommaline. Ich wusste nicht ihren Namen, nicht wie sie aussah und auch nicht ihre Adresse.

    Ich war auf der Suche…

    …unterwegs…

    Hallo Manfred,

    Zitat

    Nach Daun gehen zu möchten ist im ersten Moment reiner Zufall. Es war eines von zwei Prospekten, die ich über die Beratungsstelle bekommen habe. Da ich naturverbunden bin, hat mich dieser Ort schon mal angesprochen.

    Der Hintergrund meiner Frage war der, dass Du dich nicht an eine bestimmte Klinik festdenken solltest. Die Barrierefreiheit kann bei der Antragstellung berücksichtigt werden- sie muss!

    Ich war auch für eine bestimmte Klinik "vorgesehen" und zwei Wochen vorher kam es ganz anders. Dabei kannte ich die Klinik X schon sehr gut. Ich hatte mich im www. informiert. Heute bin ich froh, da gewesen zu sein wo ich war.

    Mein Fazit: MEINE Therapie hätte ich überall machen können.

    LG kommal