Heute vor einem Jahr…
Die letzte Gruppenstunde- vorbei
Das letzte gemeinsame Mittagessen- vorbei
Ich hab´ frei bekommen, um mich vom Ort zu verabschieden. Ich lief durch die Stadt, ziellos, aber doch bestimmte Ziele ansteuernd, die mit intensiven Erinnerungen an die letzten 16 Wochen verbunden waren.
Ich wurde klatschnass
: Es regnete in Strömen, “Kyrill” kündigte sich an…
Gedanken… damals wie heute.
Fragen: Was wird werden?
Mit der Arbeit? Der Wohnung? Wie finde ich aus meiner Einsamkeit heraus? Kann ich die Ergebnisse der Therapie umsetzen? Die gesteckten Ziele erreichen?
Und letztlich: Wie wird´s mir gehen, nach einem Jahr?
Antworten: Ich habe einen neuen Arbeitsplatz,
bin umgezogen (raus aus meinem selbst gewählten Gefängnis mit den vielen nassen Erinnerungen)
wobei ich viel Hilfe bekam, weil ich sie suchte und annahm.
Ich habe über neue Wege kommaline gefunden
und dank meiner Nachsorgegruppe auch den Mut gehabt dranzubleiben.
Ich kann mich aufregen und wieder abregen. Ich finde die Ruhe, auch den Moment zu genießen, habe neue Interessen. Ich kann entspannen, ich FÜHLE.
Ich bin trocken, zufrieden und frei, ja- glücklich!
Damit das so bleibt, will ich auch nicht stehen bleiben. Meine Krankheit verlangt tägliche Beschäftigung mit mir- Trockenheitsarbeit. Großen Anteil daran hat dieses Forum und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich hier sein darf.
Ich habe Pläne...
Auf meinem Weg habe ich viele liebe Menschen kennen gelernt- teilweise erschütternde Schicksale- und mit manchen habe ich auch heute noch Kontakt. Nicht allen geht es so gut wie mir, auch das hält mich wach.
Ich bin unendlich dankbar allen, die mir geholfen haben, aber ein klein bischen stolz bin ich auch, dass ich meine Chance gesehen und genutzt habe.
Ich wünsche allen, die noch zweifeln oder gestrauchelt sind, dass sie ihren Weg erkennen und erfolgreich gehen!!!
Heute vor einem Jahr:
Kyrill kam, kommal ging (und ist seitdem “unterwegs”…)
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende
LG kommal
(mit Glückstränchen im Auge- und morgen kommt mein
Schatz)