Hallo ihr Lieben!
Ja, Dani... Ich wär auch fast wahnsinnig geworden bei den ganzen Querelen mit meinem Internetanbieter. Aber heut Morgen waren dann die Techniker tatsächlich endlich da und jetzt funktioniert's!! Jippieh!! Nur das Telefon geht noch net, aber das wird auch schon noch klappen!
Jaaaa... Also, nachdem ich hier hingezogen bin, kam irgendwann ein Brief von meinem Vater. Ich hatte ja bis zuletzt immer versucht, vernünftig mit ihm über das Thema Unterhalt zu sprechen, das hat ja wahnsinnig "viel" gebracht und dann hatte ich ihm zum Schluss einen Brief geschrieben und gesagt: Ich hätte es gern auf die freundliche Tour, aber wenn nicht, dann müsste ich es halt einklagen. Und das war echt noch ein netter Brief.
Ganz im Gegensatz zu seinem. Er schrieb mir dann so sinngemäß, dass er mir kein Geld geben würde, ich könnte das auch nicht einklagen, weil er Beamter wäre oder so ein Blödsinn und dann könnt ich halt sehen wo ich bleibe. Und unten drunter dann noch so was Nettes: "Für mich bist du jetzt jedenfalls nicht mehr existent". Und im nächsten Satz: "Was schade ist, denn du warst immer mein ein und alles...blablabla". Na, merkt ihr was? Manipulation, oder wie?
Nach dem Brief war ich jedenfalls erst mal ziemlich geschockt, hab Rotz und Wasser geheult. Aber danach war's dann auch rum. Irgendwann kam dann der nächste Brief, der noch ne Ecke härter war. Da hat er mir quasi gedroht, er könnte mich psychisch total fertig machen. Und hat geschrieben, er würde nicht mal mehr auf meine Beerdigung gehen, geschweige denn auf irgendwelche anderen Feierlichkeiten... So was halt. Aber das hat mich gar nicht mehr so getroffen. Dahinter hab ich eher das arme kranke Würstchen gesehen, das er nun mal ist.
Ja, und jetzt fahr ich halt gar nicht mehr "heim" (ich hab ja jetzt schließlich ein neues Heim), sondern am Wochenende nur mal zu meiner Mutter oder so. Und dann kommen auch meine Geschwister gerne hin, weil sie mich sehen wollen und so, das klappt eigentlich super. Nur mein Opa ist scheinbar sauer auf mich, weil ich mich gar nicht mehr blicken lasse und mich bisher auch noch nicht wieder bei ihm gemeldet hab. Aber geht ja auch noch nicht, ohne Telefon und so. Und das Haus werd ich sicherlich so schnell nicht wieder betreten, zumindest nicht, solang mein Vater noch krank geschrieben und immer daheim ist. Das muss er eben akzeptieren. Aber naja, Familienkrankheit heißt eben auch immer, dass alle anderen am Rad drehen. So wie mein Opa einerseits sagt, er würde meinen Vater kein Stück mehr unterstützen und auf der anderen Seite fährt er dann los und holt ihm kistenweise Bier... Der ist eben auch nicht ganz gesund.
Jo, seitdem hab ich dann jetzt keinen Kontakt mehr zu meinem Vater, zumindest keinen direkten, sondern ich hör nur mal was über meine Mutter oder meine Geschwister. Und ich bin auch sehr dankbar dafür, mir gehts besser denn je. Und dabei hab ich im Moment noch nicht mal wirklich Grund dazu, denn in den letzten Wochen ist auch echt viel Mist passiert. Erst der ganze Umzugsstress, dann die Briefe (sobald noch einer kommt, werd ich übrigens was dagegen tun), dann wurd mir noch mein Geldbeutel geklaut und ich muss mich jetzt immer noch drum kümmern, dass ich meine ganzen Papiere wiederkrieg. Dann musst ich mich um Bafög und Unterhalt kümmern. Mein Vater zahlt übrigens. Hat mir so einen blöden Brief geschrieben und dabei hatte er den Dauerauftrag schon lang gemacht. Aber Bafög krieg ich auch schon und das relativ gut, deshalb hab ich gesagt, er muss mir nur noch das Kindergeld überweisen, den Rest kann er sich an den Hut stecken. Dann hab ich wenigstens nicht das Gefühl, ihm irgendwas schuldig zu sein.
Seit dem Wochenende hab ich jetzt auch noch Stress mit meinen besten Freundinnen. Wir wollten zusammen weggehen, in meinem neuen Heimatort. Ich dachte, wir würden vorher zu mir gehen und dann los, sie wollten ja auch mal meine Wohnung angucken und so, ich dachte, das "würde man so machen - unter Freunden". Naja, das Ende vom Lied war dann, dass es total spät geworden ist und sie meinten "wir treffen uns dann einfach da" - sie kamen zu viert oder fünft, ich hätte ganz allein hingehen müssen. Und da war ich irgendwie total enttäuscht, dass sie nicht mal für ein paar Minuten gekommen sind, eben mal gucken. Oder mich zumindest abgeholt haben, dass wir zusammen hingehen konnten, immerhin wohne ich nur ein paar hundert Meter von der Kneipe. Naja, deshalb bin ich dann nicht mitgegangen, weil ich echt enttäuscht war, gerade, wenn ich mir überlege, was ich in letzter Zeit alles für meine beste Freundin getan habe, seitdem ihr Freund Schluss gemacht hat - war für mich immer alles selbstverständlich. Und dann kommt so wenig zurück. Sie haben dann gemerkt, dass ich sauer war und gemeint ich sollte sie nicht so dumm anmachen. Daraufhin hab ich mich dann entschuldigt, gesagt, dass ich einfach nen blöden Tag hatte und nicht allein gehen wollte. Tja, seitdem kam nichts mehr zurück. Gar nichts. Ich hab dann heute ne längere E-Mail verfasst und versucht mich zu erklären. Aber ich muss ehrlich sagen, im Moment überwiegt noch die Enttäuschung. Ich hatte das Gefühl, so unwichtig für sie zu sein. Während ich immer da war, immer ein offenes Ohr hatte, mich jedes Wochenende stundenlang in den Zug gesetzt habe, um für sie da zu sein... Aber wenn ich sage, dass es mir schlecht geht, kommt nichts? Mein Freund meinte nur, das wär kein Wunder, ich hätte schon immer mehr in die Freundschaft investiert, als ich zurückbekommen hätte. Ich weiß nicht ob, das stimmt... Ich fühle mich genau so. Nämlich ausgenutzt. Aber das ist ja auch ein typisches Co-Problem und vielleicht sollte ich einfach mal weniger die Bedürfnisse der anderen beachten, sondern mehr auf meine eigenen aufmerksam machen. Ich weiß es nicht. Für mich ist irgendwie - so kommt es mir vor - vieles in der Freundschaft selbstverständlich, was es für meine besten Freundinnen gar nicht ist (außer, wenn sie nehmen). Dazu kommt, dass ich merke und auch weiß (haben sie mir früher mal gesagt), dass sie manchmal neidisch auf mich sind. Ich hab den höheren Abschluss, studier auch noch, ne ewig lange Beziehung und ich schaff meist alles, was ich mir vornehme. Ich würde mir wünschen, dass sie es mir einfach gönnen, aber stattdessen halt ich oft mit Erfolgen hinterm Berg, nur damit sie nicht denken, ich würde vor ihnen angeben und so. Das ist doch bescheuert, oder? Als erwachsene Menschen sollte so was unter Freundinnen doch eigentlich kein Thema sein? Ich hab schließlich auch mein Päckchen zu tragen und würde mich nicht unbedingt als beneidenswerte Person betrachten...
Das nächste Thema, das mich im Moment beschäftigt, ist die Arbeit beim Radio. Nach dem Praktikum war ich noch ein paar Mal da. Schön ist, dass mir ständig gesagt wird, dass ich gut bin und echt Talent hätte und so (wobei ich mit so viel Lob nur schwer umgehen kann
). Blöd ist, dass sie so viele Mitarbeiter haben, dass sie mir nichts direkt anbieten können. Stattdessen müsste ich mich ständig anbieten, Themenvorschläge bringen, immer mal wieder aufkreuzen, quasi den Finger heben, sich hervortun... Aber so ein Mensch war ich nie. Ich bleib lieber brav im Hintergrund bis mich jemand bittet. Grrr... Ja, in der freien Wirtschaft wär ich verloren. Aber irgendwie gefällt mir das auch ganz gut. Also, ich kann ja auch durchaus Nein sagen, oder Themenvorschläge machen, wenn sie mir grad einfallen und so. So ganz schüchtern bin ich ja auch nicht mehr. Aber so ein Ellenbogen-Mensch werd ich wahrscheinlich auch nie. Dazu kommt, dass ich für so viel Engagement im Moment weder Zeit noch Kraft hab. Aber demnächst hab ich erst mal ein Gespräch mit dem Chef, da kann man ja auch darüber noch mal reden. Aber im Prinzip weiß ich ja auch, ich bin selbst schuld, wenn ich so zurückhaltend bin.
Ach naja. Ich glaub, ich bin im Moment einfach auch in so einer Umbruch-Phase, es hat sich in kurzer Zeit so viel verändert, das meiste absolut positiv und den Rest krieg ich auch schon gemeistert. Ich merke immer mehr, dass ich eine viel positivere Einstellung zum Leben bekomme und das ist toll. Aber ich kann halt nicht alles auf einmal wuppen. Aber sobald ich Telefon hab, ist eine der ersten Taten (neben sämtliche Freunde und Verwandte anrufen), mir einen neuen Therapeuten zu suchen. Ich dachte erst, ich schaff's jetzt auch so. Aber es ist ja nicht nur die Anwesenheit der Familie, die belastet, sondern auch das, was sie einem mit auf den Weg gegeben hat.
So, jetzt habt ihr aber erst mal einen Roman hier zum Lesen, aber ich bin ja auch lang nicht zum Schreiben gekommen. Aber jetzt! YEAH!