Beiträge von Steffi1301

    Naja, aber es ist besimmt gut mal rauszukommen und sich für andere Dinge zu engagieren und nicht nur für deine Mutter. So würd ich es jetzt sehen. Allerdings sollte es wirklich nicht zu viel werden. Ich denke wir Kinder müssen unser eigenes Leben erst mal auf die Reihe bekommen.

    Also, das schlechte Gewissen kenn ich nur zu gut. Aber ich glaube, da muss man irgendwann einfach mal einen Schlussstrich ziehen. Sagen, ja, du hättest ein guter Vater/eine gute Mutter sein können. Aber du bist alkoholabhängig, was du auch tust, hat nichts mit mir zu tun. PUNKT. All diese kleinen Dinge, die einem ein schlechtes Gewissen machen, sollte man gar nicht an sich heranlassen.

    Hey!

    Also, einer aus unserer Nachbarschaft hat es ganz allein geschafft. Aber ich glaube, das ist echt selten, dass es jemand wirklich allein schafft. Und nur durch eine SHG soll wohl auch nicht so gut sein. Aber ich denke, wenn es jemand wirklich schaffen will, dann schafft er es auch.

    Hm... du machst dir immer so viele Sorgen um deine Mutter, deinen Vater etc. Mach dir doch mal Sorgen um dich. Bleibe nicht wegen deiner Mutter, sondern gehe wegen dir! Oder bleibe wegen dir! Wie DU willst. Deine Mutter ist erwachsen, SIE ist die Mutter. Sie ist eine erwachsene Frau und sie kann selbst entscheiden, was sie macht, so wie summerdream schon gesagt hat. Du bist nicht dafür verantwortlich, wie sie sich fühlt. Du musst nicht da bleiben, nur damit es ihr besser geht. Sie ist doch für ihr eigenes Leben verantwortlich. Du hast jetzt selbst eine Familie. Oder zumindest sehr bald.

    Auch eine gute Idee ;-).

    Hey!

    Also, wenn du ja öfters mit der Hündin rausgehst oder deine Schwester besuchst, dann hängst du wenigstens nicht den ganzen Tag nur bei deinem Vater, das ist doch schon in Ordnung. Aber solange es dich belastet, solltest du dir wiklich überlegen, ob du die Besuche nicht doch ein wenig reduzierst. Aber die Entscheidung liegt natürlich bei dir.
    Und zur Therapie: Also, wir hatten mal im Pädagogik-Unterricht die Frage, wann man weiß, ob man eine Therapie machen sollte. Und der Lehrer meinte halt, dass man eine Therapie machen sollte, sobald man darüber nachdenkt und meint, dass andere - der Therapeut - einem helfen könnten. So nach dem Motto: Ein gesunder Mensch würde nicht mal über eine Therapie nachdenken. Das hieße in etwa, dass man sich erst mit dem Gedanken beschäftigt, wenn man auch eine Therapie nötig hat.
    Das ist vielleicht ein bisschen zu einfach und ich weiß es natürlich auch nicht so genau, aber du bist dir schließlich selbst nicht sicher, ob das stimmt, was man dir gesagt hat. Ich finde es auch komisch, dass man dich einfach so abgelehnt hat, so nach dem Motto "ach, das schaffst du schon allein". Ich meine, auch wenn man schon mal eine Therapie hinter sich gebracht hat, heißt das ja nicht gleich, dass man jetzt den Rest seines Lebens gesund ist.

    Hey summerdream!

    Du hast Recht, ich sollte meinen Freund einfach gehen und wiederkommen lassen. Das tue ich ja im Prinzip auch. Aber nicht ohne komisches Gefühl. Und da weiß ich auch nicht so unbedingt, wie ich das mal loswerden soll. Ich hatte das Gefühl schon so oft, immer war es unbegründet, immer kam er wieder und alles war toll. Aber ich scheine nicht daraus zu lernen. Denke wahrscheinlich noch zu negativ. Ich sag ja, verdammt viel Arbeit, die da vor mir liegt.

    Iiiih, du magst Techno :shock:. Nee, schmarrn, jedem das Seine. Ich hatte ehrlich gesagt auf der Party mal kurzzeitig Lust, richtig übel zu tanzen, richtig abzugehen, auch um den Menschen, die mich "kennen" zu zeigen, dass ich in mir auch eine andere Steffi steckt, mehr als das ruhige nette Mädchen. Aber natürlich hab ich mich nicht getraut. Grauenhaft. Vielleicht wird man weniger aggressiv, wenn man alles beim Tanzen rauslässt...

    Der Termin beim Therapeuten war eigentlich ganz in Ordnung. War aber halt mal wieder nur so ein Vorgeplänkel, was ich hab, wo meine Probleme liegen etc., richtig gearbeitet wird wohl erst ab dem nächsten Termin, den ich noch nicht hab. Ich bekomm ja immer nur die Termine, die übrig bleiben. Das ist totaler Mist. Ich werd mir mal in den Kalender schreiben, dass ich den Therapeuten dann anrufen muss, sonst vergess ich das eh wieder. Oder lass es einfach sein. Ich kenn mich ja. Naja, jedenfalls hab ich wohl eine mittelschwere Depression, mit Stimmungsschwankungen und Ängsten.

    Diesmal hab ich auch noch ein bisschen mehr erzählen können. Ich dachte erst, das sei nicht so wichtig, aber scheinbar ist es das doch. Ich wurd in der Schule mal gemobbt, ziemlich mies über ein Jahr lang, weiß gar nicht mehr genau, wie lang das war. Trägt natürlich auch nicht so wirklich zu meinem Selbstwertgefühl bei. Und das war das einzige Thema, bei dem mir wirklich die Tränen kamen. Nicht bei meinem Vater oder bei irgendetwas anderem, nein, sondern bei dem, was schon sechs Jahre zurückliegt. Oh mann, wenn ich die Arschlöcher von damals fertig machen könnte, ich würde es tun.

    Oh, anstatt Techno hab ich gestern was Tolles entdeckt. Der Sänger und Pianist meiner Lieblingsband hat noch eine andere Band. Wow... Endlich noch mal ein musikalisches Erfolgserlebnis ;-).

    Ich denke, es wäre wahrscheinlich auch zu naiv, wenn wir unseren Eltern bei der kleinsten positiven Andeutung wieder voll vertrauen würden. Das geht nicht und das sollte auch gar nicht möglich sein. Damit enttäuschen wir uns doch immer wieder nur selbst und machen uns weiter kaputt. Eine gewisse Distanz wird wahrscheinlich auch weiterhin gut sein. Auch wenn das heißt, dass wir nie wirklich einen Vater oder eine Mutter haben werden. Ich meine, auch wenn wir das wirklich durchhalten müssen, bis unsere Eltern irgendwann - aus welchen Gründen auch immer - sterben. Manche unserer Eltern werden es wahrscheinlich nie wirklich schaffen, andere schon. Da steckt man nicht drin.

    Deshalb ist es wichtig, dass wir an uns denken. Das tun, was wir tun wollen und nicht das, was wir angeblich tun müssen.

    Kastration! Na, okay... eine angemessene Strafe gibt es wahrscheinlich gar nicht. Die Leute werden halt mal für ein paar Jahre weggesperrt und dann ist alles wieder in Ordnung. Aber wahrscheinlich haben sie auch einfach nur psychische Probleme und man muss ihnen helfen. Täter können ja auch Opfer sein. Und wenn sie halt den Rest ihres Lebens in einer psychiatrischen Klinik verbringen müssen, Hauptsache man tut etwas. Naja...

    Also, Eva... Wenn du wirklich schon körperliche Symptome davonträgst, dann solltest du wirklich mal darüber nachdenken, den Kontakt zu deinem Vater zu reduzieren, da muss ich summerdream Recht geben. Und wenn du über eine Therapie nachdenkst, dann mach es. Auf jeden Fall. Ich hab auch schon so ewig lang gezögert, hab schon seit Jahren gedacht, "vielleicht solltest du mal...", und jetzt ärgere ich mich, dass ich damit nicht früher angefangen habe. Es kann nur helfen. Hast du mal "Familienkrankheit Alkoholismus" gelesen? Ich mache hier irgendwie überall Werbung für das Buch, aber ich denke, das könnte dir auch noch mal die Entscheidung für eine Therapie erleichtern.

    Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute (und gute Besserung).

    Hey anna!

    Schon klar, dass du dir viele Gedanken machst, du bist schließlich nicht mehr nur für dich selbst verantwortlich, sondern auch für deinen Kleinen...

    Zitat

    Mein Vater würde das jedenfalls nicht so hinnehmen. Aber kann mir das egal sein?

    So hart das ist, aber das sollte es. Wie dein Vater sich verhält, wie er darüber denkt, sich dabei fühlt etc., das kann er selbst bestimmen, dafür bist du nicht verantwortlich. Du bist nur für dich (und natürlich dein Ungeborenes) verantwortlich und solltest tun, was für dich/euch das Beste ist. An mehr solltest du nicht denken.

    Zitat

    Könnte ich den dann kommenden Absturz nicht doch aufhalten wenn wir hierblieben?

    Dafür solltest du dich wirklich auf keinen Fall verantwortlich fühlen. Wie gesagt, dein Vater entscheidet, wie er sich dabei fühlt, und wie er damit umgeht. Wenn er dann wieder trinkt, dann bist nicht DU schuld. Allein er ist dafür verantwortlich.

    Und ich finde, du musst deinem Vater nicht unbedingt Zeit geben. Er muss nicht für euch aufhören zu trinken, sondern für sich selbst. Und wenn er es wirklich will, dann tut er es für sich selbst, und dann zieht er es auch durch, egal ob du wieder ausziehst oder nicht.

    Und ich würd mich summerdream anschließen. Fragen würde ich ihn nicht, ob er in der Gruppe seinen Rückfall zugegeben hat. Wenn er es nicht zugibt, bescheißt er sich selbst. Aber wenn du davon weißt, dann machst du dir doch wieder nur mehr unnötige Sorgen. Du hast selbst gesagt, ein trinkender Vater würde dich mehr belasten als ein eventueller Auszug. Wenn du das wirklich so siehst und in unmittelbarer Nähe keine Änderung siehst, dann solltest du dir wirklich Gedanken machen, zusammen mit deinem Mann. Dieser innerliche Stress kann schließlich nicht gut sein für dein Kind. Und dass dein Mann nicht unbedingt immer Lust hat, dich wieder aufzubauen, kann ich mir auch vorstellen, dann wäre es doch weitaus entspannter, wenn ihr wieder für euch allein wohnen würdet. Ich weiß, wie blöd man seinen Partner schon mal anmacht, wie oft man sich streitet, obwohl er gar nichts dafür kann, einfach weil man so unter Strom steht. Das ist unfair und kann auf lange Sicht wahrscheinlich nur zur Trennung führen.

    Jedenfalls bist du da in keiner leichten Situation. Aber du solltest auch das Positive sehen. Wie du schon gesagt hast, zum Glück habt ihr noch nicht komplett ausgebaut, das heißt, es wäre nicht so arg schlimm, wenn ihr wieder gehen würdet. Und du hast einen Mann, bald eine eigene kleine Familie. Die braucht dich und du brauchst dich selbst. Das sollte dein erster Gedanke sein.

    Oh, ich hab irgendwie schon wieder nichts Richtiges zu berichten. Also, erzähl ich einfach mal von meinem Wochenende.

    Samstag hab ich zum ersten Mal mein Buch in den Händen gehalten - und hab mich gleich wieder komisch gefühlt. Argh! Vielleicht sollte ich einfach stolz sein und mich gut dabei fühlen, aber irgendwie... komisch. Hab Angst vor Kritik, davor, dass es schlecht ist und so weiter. Meine Schwester hat es scheinbar schon zur Hälfte durch und meinte, es wäre richtig gut. Da ist mir schon mal ein Stein vom Herzen gefallen.

    Hatte auch ein tolles gemeinsames Wochenende mit meinem Freund. Hatten vor ein paar Wochen einen größeren Streit und jetzt haben wir uns noch mal zu einem "Neuanfang" durchgerungen und der läuft richtig gut. Samstag ist er sogar mit mir zu einem Zeitungstermin gefahren, nachmittags waren wir auf dem Mittelaltermarkt in der Nähe und abends noch zusammen auf einer Feier, zu der ich mich überreden lassen hab. Das war richtig gut. Alle waren nett zu mir, auch Menschen, die ich noch gar nicht kannte. Die Musik auf der Technoparty war zwar mal gar nicht mein Ding, aber ich kenne einen der DJs und es waren eigentlich fast nur Menschen da, die eigentlich kein Techno hören. Schon komisch.

    Ja, und gestern Abend bin ich dann wieder zu meinem Freund gefahren, wir haben schön Tatort geguckt (bzw. er hat die ganze Zeit gepennt, das Dornröschen). Jupp... Bin wieder richtig verknallt, das ist schon fast eklig. Aber trotzdem ist da immer noch die Angst, dass er eine andere lieber mag, mir fremd geht etc. Es ist völlig unsinnig, aber die Angst ist da. Heut fährt er z.B. mit einigen Freunden nach Köln zu einem Konzert, bleibt da auch über Nach bei einem Bekannten. Da macht sich dann schon wieder so ein komisches Gefühl breitö. Warum kann ich ihn nicht einfach gehen lassen und wieder empfangen ohne mich schlecht dabei zu fühlen? Oh, das könnt ich heute Mal dem Therapeuten sagen.

    Jaja... also, mein Vater ist scheinbar immer noch trocken. Mal sehen, wie lange er es diesmal schafft. Meine Mutter sagt zwar, sie wolle weiterhin nach Wohnungen schauen, aber da geb ich erst Mal nicht viel drauf.

    Meine Schwester hab ich vorhin an die Schule gefahren, die fährt von heut bis Freitag nach Hamburg auf Klassenfahrt. Und das mit ihren Kopfschmerzen... Hoffentlich macht es ihr trotzdem Spaß und sie kann vielleicht mal abschalten. Will auch heut mal einen Termin für sie beim Therapeuten vereinbaren.

    Hm... Ja, mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Ich lebe so vor mich hin und es geht mir auch eigentlich ganz gut dabei.

    Hey Nelly!

    Ich muss mich da mal an einen vorherigen Beitrag anschließen: Ich hatte vorher einen anderen Eindruck von dir und jetzt erzählst du von den ganzen tollen Dingen, die du auch machen kannst und ich denke, da bist du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Beneide dich auch ein bisschen. Denn scheinbar wohnst du in einer Stadt und kannst da sooooo viele tolle Sachen machen. Das solltest du auf jeden Fall ausnutzen und beibehalten. Dein Freund und du ihr seid im selben Semester, selber Studiengang. Das hat doch was. Ich kann mir vorstellen, das schweißt schon zusammen. Ach, wenn da nicht deine Familie wäre, dann würde sich dein Leben absolut traumhaft und perfekt anhören. Wow.

    Du wohnst 50 km von deinen Eltern entfernt. Du sagst zwar selbst, dass das nicht undbedingt viel ist, aber ich finde, das ist auch nicht gerade wenig. Meine Oma wohnt gerade mal 15 km weit weg und trotzdem besucht meine Mutter sie höchstens ein Mal pro Woche. Also, ich finde, du hängst dich da auch ganz schön rein und ich glaube, dass es jeder verstehen könnte, wenn du bei der Entfernung deine Besuche auch mal zurückschrauben würdest. Aber natürlich nur wenn du das willst... Das liegt ja in deinem Ermessen.

    Ich glaube, du solltest auf jeden Fall eine Therapie machen. Wie ich schon mal gesagt habe: Ich denke, es kann auch deinem Freund nur zu Gute kommen, wenn du ein bisschen an dir arbeitest, auch wenn er davor vielleicht erst mal Angst hat (kann lavendel da verstehen). Aber im Endeffekt ist es doch eben etwas, das du für dich tust und nicht für ihn. Und deshalb solltest du es auch nicht wegen ihm sein lassen. Vielleicht ist das auch nur so ein typisches Männergehabe. Die halten ja oft nichts von Psychotherapeuten. Quacksalber und so. Männer brauchen niemanden, der ihnen hilft. Zumindest sind viele Männer noch so. Die Evolution hinkt da wohl noch etwas hinterher ;-).

    Ich hab heut z.B. meine erste richtige Therapiesitzung, letztes Mal war ja nur eine Probesitzung, und ich hab schon wieder einen halben Zettel voller Dinge, die ich dem Therapeuten noch sagen will. Ich freu mich eigentlich schon drauf und bin auch ganz wissbegierig und gespannt, was heute wohl passieren wird.

    Es ist gut, dass du weiterhin her kommst und schreibst. Nach allem was ich hier schon gelesen habe, kommt bei dir ja echt einiges zusammen. Und dann ist es gut, wenn man sich den ganzen Mist einfach mal von der Seele schreiben kann. Aber wie summerdream schon gesagt hat: Du scheinst ein kreativer Mensch zu sein. Hab mal irgendwo gelesen, dass kreative Menschen auch besser darin sind, Dinge zu verarbeiten, z.B. beim Malen, Schreiben und und und.

    Da kann ich nur sagen: Respekt!

    An so vorbildlichem Verhalten kann ich einfach nur sehen, wie ernst es dir ist und wie viel Einsatz du zeigst, um deine Krankheit weiterhin unter Kontrolle zu haben.

    Und ich muss summerdream Recht geben: Einige unserer Eltern werden wohl nie an den Punkt kommen.

    Vielen Dank für deine lieben und ermutigenden Worte. Alles Gute für dich und deine Tochter. Mach weiter so!

    IM BIKINI DRAUSSEN GELEGEN? Na, toll... Bei uns reicht es gerade mal zum T-Shirt. Tztztz...

    Hey Caro!

    Wenn dir die Telefonate mit deiner Mutter zu oft sind, dann solltest du ihr das wirklich sagen, denn das gehört doch auch dazu, wenn man erst mal an sich denken soll. Tu nichts, was dir nicht wirklich gefällt. Wenn es dich nervt, dann kannst du ihr das ja freundlich sagen. Das ist verdammt schwer, ich weiß, meine Mutter ist dann auch immer gleich beleidigt, aber das ist in erster Linie egal. Erst mal zählt doch das, was du möchtest.

    Dass du dich mit deiner Mutter mal richtig ausgesprochen hast - über DICH - ist wirklich super. Du hast ihr mal all das erzählt, was so eine Alkoholabhängigkeit mit uns anstellt, und das finde ich richtig. Hab ich bei meinem Vater auch ein paar Mal gemacht und ich hab gemerkt, wie es ihn mitgenommen hat. Er zeigt seine Gefühle zwar nie wirklich, aber ich sehe die Tränen in seinen Augen.

    Außerdem hat er genau wie deine Mutter behauptet, es mache ihm nichts aus, nichts zu trinken. Komisch, warum dann die Rückfälle? Natürlich macht es ihnen was aus. Am Anfang hab ich meinen Vater für stark gehalten, jetzt weiß ich, dass er einfach nur zu schwach ist, um sich selbst einzugestehen, dass er schwach ist. Und er hat auch keine besonders gute Einschätzung davon, wie lang er schon trinkt. Er hat was von fünf Jahren gesagt. Aber ich wusste es schon mit elf oder zwölf und das ist immerhin mehr als sieben Jahre her. Außerdem hat er uns als Kinder immer im Auto mitgenommen und dabei Bier getrunken. Also trinkt er eigentlich schon eine halbe Ewigkeit. Du siehst also, dass du kein schlechtes Gewissen haben musst. Das ist erst mal nur typisches Verhalten. Ich finde es gut, dass du auch erst mal etwas von deiner Mutter sehen willst. Sie soll Einsatz zeigen und damit hast du Recht. Denn ich glaube, wenn ein Alkoholiker wirklich mal die Einsicht hat, wirklich alles verstanden hat, dann tut er auch was. Wenn mein Vater Einsicht hätte, dann würde er auch nicht weiter seinen Suchtberater belügen, und etwas gegen seine psychischen Probleme tun, die doch wahrscheihnlich die Ursache für sein Trinken sind. Da geht es uns beiden wohl ähnlich. Auch mein Vater muss erst mal zeigen, dass es ihm ernst ist.

    Hey anna!

    Es ist natürlich eine schwierige Entscheidung, ob ihr schon wieder ausziehen wollt, oder ob ihr bleiben wollt. Du denkst allerdings auch sehr viel über deine Mutter nach, dabei kommt sie scheinbar mit der Situation besser klar als du. Woran auch immer das liegen mag, sie ist auf jeden Fall beneidenswert. Sie unterstützt dich, wenn du ausziehen willst, anstatt dich mit aller Kraft dabehalten zu wollen. Sie sagt, du sollst dir keine Sorgen machen. Sie erfüllt noch die Mutterrolle, die die meisten Cos einfach nicht mehr erfüllen können. Und wirklich co scheint sie auch nicht zu sein. Wie bereits gesagt wurde, sie lässt sich keine Schuld zuschieben, macht allerlei Aktivitäten. Das spricht schon für sie.

    Wenn du weiterhin im Haus deiner Eltern wohnen bleiben willst, dann könntest du dir einfach was von deiner Mutter abschauen. Naja, so einfach ist das bestimmt nicht. Aber du hast deinen Mann bei dir und ihr bekommt bald Nachwuchs. Das muss doch ein ganz tolles Gefühl sein! Auf dieses schöne Gefühl würde ich mich erst mal konzentrieren. Das gibt dir schließlich viel mehr als die ewigen Sorgen um deinen Vater.

    Hey!

    Danke für eure lieben Beiträge. Hab heute Morgen leider nicht viel Zeit. Am Wochenende bin ich immer für die Zeitung unterwegs, deshalb sind die Wochenenden bei mir immer viel stressiger als der Rest der Woche, schon komisch.

    Also, ich bin seit 3 1/2 Jahren mit meinem Freund zusammen und ich muss sagen, dass ich durch ihn auf jeden Fall schon ein ganzes Stück weiter gekommen bin, ich hab schon mehr Selbstbewusstsein. Die weiten Klamotten sind auch Vergangenheit, nicht zuletzt dank ihm. Ich finde es gruselig sich selbst immer so schlecht zu machen, aber ich komme da auch so schnell nicht raus. Montag habe ich allerdings meine erste richtige Therapiesitzung (weil er mich so schnell drangenommen hat, bekomme ich jetzt immer nur die Termine, die "übrig bleiben"), und ich hab ihm beim letzten Mal auch schon gesagt, dass ich da auf jeden Fall dran arbeiten will und muss.

    So, ihr Lieben. Ich wünsch euch ein wundervolles Wochenende. Hab heut Morgen sogar mit meinem Vater zusammen gefrühstückt. Scheinbar hat er es immerhin seit Dienstag geschafft nichts zu trinken. Wow... Dafür hat er ja mal einen Orden verdient. Naja, mal schauen wie es weitergeht.

    Fertig gegessen.

    Ui, hab ganz schön wirr geschrieben. Also, erstmal musste ich ins Bad und nicht ins Band.

    Ja, und diese ständigen Minderwertigkeitsgefühle, dieses ständige Eifersüchtigsein auf alles und jeden (anscheinend ja auch schon auf Schauspielerinnen - wie hirnlos) das geht mir auf den Keks. Vor allem weil ich nicht den geringsten Grund dazu habe. Mein Freund kann es schließlich auch akzeptieren, wenn ich Johnny Depp anhimmel, oder sonst irgendnen Kerl. Es hat ja auch nicht das Geringste mit ihm zu tun. Und so muss ich wohl auch lernen, dass das nicht das Geringste mit mir zu tun hat, dass ich so gut bin, wie ich bin. Aber das ist ja soooo verdammt schwer! Wenn man von allen nur das super Heidi-Klum-Schönheitsideal eingetrichtert bekommt... Dabei mag ich Heidi Klum nicht mal. Trotzdem - minderwertig! Andere scheinen meine eine Million "Problemzonen" ja gar nicht aufzufallen. Da sagt mir jemand, ich solle mal öfter engere Klamotten tragen, säh gut aus, dann bekomm ich irgendwann von jemandem ein Kompliment etc. etc. Also warum fällt es mir selbst so schwer? Ich hab das Gefühl, ich KANN mich gar nicht akzeptieren, bevor ich nicht ausseh wie ein Model, dabei WILL ich gar nicht so aussehen. Uiuiui, ich glaub ich sollte mich gleich einweisen lassen. Multiple Persönlichkeitsstörung oder so :lol:

    Hmpf... Hin- und hergerissen ;-).

    Naja, ich weiß nicht ob der Schornsteinfeger hübsch war, ich hab ihn ja nicht gesehen. Wäre ja noch peinlicher gewesen, wenn er mich nicht nur gehört hätte, sondern auch noch gesehen, in meinen Schlafklamotten und den "Schlafhaaren" etc. :lol:

    Also, die "Stadt", in der ich studiere, ist nicht weit weg von hier. Deshalb hab ich mir die Uni eigentlich auch ausgesucht. Ist zwar insgesamt eine recht gute Uni, vor allem auch was Medien angeht, aber ich wollt einfach auch in der Nähe bleiben. Das ist schrecklich. Ich hab mal gehört, dass Kinder von Alkoholikern sich dann im Endeffekt doch wieder schwer tun, wenn sie von daheim wegsollen. Aber ich hätt schon gern eine eigene Wohnung, aber dann hier. Ich will weder weg von meinem Freund, noch von meiner besten Freundin. Früher wollte ich immer weggehen, nach Köln oder so, meine Familie war mir da eigentlich relativ egal. Nur mein Freund, der ist es nicht. Mit dem studiere ich dann jetzt zusammen. Und zur Uni zu ziehen würd wahrscheinlich genau so wenig bringen, weil es da immer noch total ländlich ist. Ich wohn wahrscheinlich in der miesesten Gegend Deutschlands. Die nächste wirkliche Stadt ist Köln und da fährt man mit dem Zug knapp drei Stunden hin :roll: . Ach ja, irgendwie hänge ich hier an allem und dann doch wieder nicht. Ich will weg, aber ich komm nicht raus.

    Dabei ist die Beziehung zu meinem Freund wahrscheinlich sowieso zum Scheitern verurteilt. Er will gerne hier bleiben, auf dem Land, er hasst die Stadt und er liebt die Landschaft hier. Ich will und muss aber irgendwann in die Stadt. Einfach weil das hier nicht mein Leben ist und vor allem weil ich nicht ewig bei einem Provinzblatt schreiben will. Hm... Ich hab nur die Hoffnung, dass er seine Meinung vielleicht irgendwann ändert, oder wir uns während des Studiums "einfach" auseinanderleben. Komische Gedanken, vor allem weil ich ihn wirklich sehr liebe, aber deshalb habe ich eben auch so große Angst vor einer Trennung. Er ist meine erste wirklich ernste Beziehung, ich hätte ja nicht gedacht, dass das jetzt schon so lang hält, ich hab null Erfahrung mit Trennungen. Außerdem will ich mich ja gar nicht trennen. Ach je, das ist alles so doof.

    Meinem Vater habe ich eigentlich schon immer die Meinung gesagt. Ich war diejenige, die ihm schon früher immer alles an den Kopf geworfen hat, während meine Mutter einfach still daneben saß. Ich war aber auch meistens die erste und oft die einzige, die wirklich an meinen Vater herankam und mit der er vernünftig reden konnte. Wir hatten schon immer irgendwie eine besondere Beziehung, und deshalb finde ich es so schade, dass wir die nicht weiterhin ausleben können. Aber gut... es hat nicht sein sollen.

    Gestern hab ich gar nicht geschrieben, weil ich gestern so viel gemacht hab. Und so viel für mich. Ich hab jetzt in diesem "Gefühle verstehen, Probleme bewältigen" Buch das Kapitel über Depressionen gelesen und dachte nur "Wow! Da hat jemand ein Kapitel über mich geschrieben". Fand ich schon heftig. Deshalb kann ich das jetzt auch nicht weiterhin auf mir sitzen lassen. Ich arbeite jetzt jeden Tag mit dem Buch (zumindest habe ich mir das vorgenommen) und an mir. Gestern Morgen habe ich als erstes mal Sport getrieben. Das soll auch dabei helfen, aus den Depressionen und der Antriebslosigkeit rauszukommen. War auch recht gut. Hab mir vorgenommen in Zukunft mehr Sport zu machen. Dann hab ich den Rest des Vormittags mit dem Buch verbracht, Übungen gemacht und gelesen. Ja, und den Rest des Tages hab ich Lieblingsserien geguckt und Besuch bekommen und war bei meiner besten Freundin. Ein ganzer Tag, voller Dinge, die ich tun wollte. Das war schön. Ich hoffe, ich halte das durch. So, muss jetzt mal wieder meine "Probleme bewältigen" ;-). Ist aber ganz schön schwer.

    A propos ganz schön schwer: Mittwoch gab's mal wieder eine Situation... Ich war bei meinem Freund und es war auch alles ganz toll, BIS... bis wir einen Film anschauten, in dem es - KATASTROPHE, KATASTROPHE - zwei Frauen gab, die er hübsch fand. Mit Katastrophe wollte ich mich übrigens über mich selbst lustig machen. Ich versteh mich ja selbst nicht. Ich fand die Frauen auch nicht sonderlich hübsch, sein Geschmack eben. Und TROTZDEM: Sofort fühlte ich mich wieder schlecht, minderwertig, klein und hässlich. Und dick, natürlich. ARGH! Und es wird auch irgendwie immer schlimmer, dieser ganze Mist. Ich kam da gar nicht mehr raus. Mein Hirn ist dann wie ausgeschaltet. Als mein Freund dann mal wieder merkte, was los war, bin ich ins Band gegangen, brauchte etwas kaltes Wasser ins Gesicht und dann hab ich einfach mal in den Spiegel gesehen. Nach dem ersten "Oh je - schon wieder ein Pickel"-Gedanken ging es dann wieder. Jetzt hab ich den gerade am Telefon. "Hallo Schatzebobbes" sagt er. Aber jetzt sagt er mir ab. Toll. Naja. Macht einen neuen besseren Vorschlag. Ja, jedenfalls.... Ich bin doch eigentlich ganz okay, also warum muss ich mich immer minderwertig fühlen, sobald er mal sagt "die ist hübsch". Sag ich ja auch dauernd. Aber... ACH EGAL! Ich muss jetzt zu allem Überfluss auch noch den Tisch decken und essen.

    Oh je, du wohnst auch noch in der Nähe von Hannah? Das ist natürlich hart. Und was mich dann immer am meisten aufregt sind die Strafen. Weiß nicht, kenn mich da nicht so aus, aber das verdiente lebenslänglich wird er wohl nicht bekommen, oder? Neulich hab ich in der Zeitung gelesen, dass da jemand ein Kind missbraucht hat, der vorher schon einige Anzeigen hatte wegen Kindesmissbrauch und im Gefängnis gesessen hat etc. Warum tut man nicht mehr für die Leute und lässt sie nach ein paar Jahren einfach wieder raus? Naja, aber das hat hier natürlich nichts verloren...

    Die Trennung deiner Freunde ist natürlich schlimm. Und du kannst natürlich mitfühlen und ihnen Beistand leisten, wie auch summerdream schon gesagt hat, aber im Endeffekt kannst du wirklich nichts für sie tun und du solltest ihre Probleme auch irgendwann wieder hinter dir lassen und dich um dein eigenes Leben kümmern. Du siehst doch, was du sonst davon hast... Du streitest dich mit deinem Liebsten. Das ist doch Unsinn! Wir sind leider immer wieder zu schnell dabei, die Probleme anderer Leute zu unseren eigenen zu machen.

    Guter Spruch. Bzw. zwei gute Sprüche.

    Zitat

    mama sagte wohl darauf das sie davon jetzt genug hätte..sie spricht ganz locker drüber.irgendwie fehlt mir da die ernsthaftigkeit(verwirrt mich n bisschen).aber egal!sie weiss jetzt wie sie sich verhalten sollte...

    Heißt das, deine Mutter hat genug von Alkohol, oder wie soll ich das verstehen? Ich stehe da gerade ein bisschen auf dem Schlauch... Aber das "locker drüber sprechen" kenne ich von meinem Vater. Er hat auch immer sehr locker und wenig ernst darüber gesprochen, Witzchen darüber gemacht etc. Anfangs dachte ich, dass das vielleicht nun mal seine Art sei, damit klar zu kommen. Aber mittlerweile denke ich, dass das seine Art ist, es nicht an sich ranzulassen. Wenn er es wirklich verstanden hätte, dann würde er ernsthaft darüber sprechen. Ich weiß nicht, wie es bei deiner Mutter ist, aber das hört sich schon ähnlich an. Auch, dass sie gesagt hat, sie würde dir zu Liebe zum Arzt gehen. Das sagt mein Vater auch. Und solang sie es nicht für sich machen, machen sie es einfach nicht richtig. Ich will jetzt nicht alles schlecht machen, aber die Erfahrung habe ich nun mal gemacht.

    Deshalb ist es wahrscheinlich besser, wenn du jetzt wirklich an dich denkst. An dich und dann an deine eigene kleine Familie. Ich finde es super, dass du mit deinem Mann gesprochen hast und ihr euch wieder einig seid. Es ist war wirklich verdammt schwer, sein eingefahrenes Verhalten zu ändern (merke ich auch immer wieder), aber man muss seinen inneren Schweinehund einfach überwinden. Wir wollen doch auch mal glücklich sein (wenn auch nicht glücklicher als die anderen :D ).

    Hey Nelly!

    Dass du ein Problem damit hast, deine Probleme in ihrer ganzen Fülle vor deinem Freund einzugestehen, kann ich vestehen. Ich fühle mich dabei auch immer noch ein bisschen komisch, aber ich habe jetzt trotzdem eine Therapie angefangen. Das ist doch schließlich etwas, das man für SICH tut. Du kannst doch die ganzen Probleme nicht weiterhin mit dir rumschleppen und immer sich immer weiter vertiefen lassen, nur weil du es deinem Freund nicht eingestehen willst. Tu das einfach für dich. Und er wird es verstehen. Wenn er dich wirklich liebt, dann wird er dich darin unterstützen und nach einer Zeit merken, dass er im Endeffekt wahrscheinlich auch davon profitieren wird. Du sagst ja, dass es ständig Streit gibt, wenn ihr deine Mutter besucht habt. Kenne ich. Aber das MUSS ja nicht sein. Mir ist das einfach zu viel geworden und ich gehe da jetzt einfach vehement gegen an. Du hast doch auch das Recht glücklich zu sein, eine glückliche Beziehung zu führen etc.
    Und die anderen hier haben vollkommen Recht. Tue mehr für dich. Und was deine Verwandtschaft angeblich über dich denkt oder auch nicht, das sollte dir einfach mal sonstwo vorbeigehen. Was denkst du selbst über dich? Das ist doch viel wichtiger! Du bist doch bestimmt stolz auf dich, weil du das Studium durchziehst! Dann hör einfach nicht drauf, was andere dazu sagen.

    Ach ja, aber ich will nicht wiederholen, was die anderen schon alles gesagt haben. Dass deine Mutter immer triumphierend alles erzählt, was sie dir gekauft hat, oder was ihr zusammen gemacht habt, nur um deinen Vater zu provozieren oder als die tolle Mutter dazustehen (Opfer-Rolle und so...), das stresst bestimmt unheimlich. Ich kann dir nur sagen, dass mich das auch stören würde. Ich weiß aber auch nicht, was du dagegen tun könntest. Mit ihr reden wäre eine Möglichkeit, die man ausprobieren sollte (falls du das noch nicht getan hast), aber die zweite Frage ist, ob das etwas bringt. Ansonsten vielleicht einfach wieder die Ohren auf Durchzug schalten.

    Jetzt mach ich schon wieder einen zweiten Eintrag. Aber mir ist noch was zum Erzählen eingefallen. Kleines Anekdötchen, Lachen soll ja auch mal erlaubt sein.

    Mir ist heute Morgen was Peinliches passiert. Oh, Mann... Ich bin irgendwann gegen kurz vor neun aufgewacht, weil hier auf einmal totaler Krach war. Da war ich natürlich sauer! Woher kommt denn so ein Krach mitten in der Nacht (naja...)? Ich hatte gestern irgendwas mitbekommen, mein Bruder sei krank, also war ich heute Morgen der festen Überzeugung, mein Bruder hätte sich durchgesetzt, sei von der Schule zu Hause geblieben und würde jetzt Krach machen. Fußball spielen, oder was kleinen Jungs sonst so morgens einfällt. Also, ich reiße die Zimmertür auf, motze schläfrig: "Was ist denn hier los?" und prompt kam die trällernde Antwort: "Schornsteinfeger - Guten Moooorgen!", ich: "Oh!". Schnell Tür zu, ab ins Bett, Decke über den Kopf und erst aufgestanden, als er wieder weg war. Ach du je... peinlich!

    Hm... hab das Buch jetzt meiner Mutter zum Lesen gegeben, weil ich hoffe, dass es sie vielleicht doch noch mal umstimmen könnte. DENN:

    Das Familiengespräch war ziemlich schwachsinnig. Es gab schon einige vernünftige Ansätze und es wurden auch Dinge besprochen, die sicherlich wichtig sind, aber die Voraussetzung war völlig falsch. Ich habe einfach gemerkt, dass mein Vater es noch nicht richtig verstanden hat. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Therapie für ihn zu früh kam. Er war noch nicht weit genug unten, er hat noch nicht genug Einsicht. Er hat halt verschiedene Persönlichkeitsstörungen. Deshalb kann er keine Probleme zugeben, Geschweige denn darüber reden, er ist perfektionistisch, zeigt keine Gefühle, wirkt oft total kalt. Mit all dem kann kein normaler Mensch durchs Leben gehen, da würde ich wahrscheinlich auch anfangen zu trinken, vor allem wenn ich dann noch solche Schulden im Nacken hätte, aber mit niemandem darüber reden könnte. Das hab ich ihm auch alles gesagt und ihm gesagt, dass ich nicht glaube, dass er trocken bleiben kann, solange er diese Störungen hat.

    Da fing er auf einmal an zu lachen und ich wurde schon fast wieder wütend. Aber er lachte nicht über mich sondern deshalb, weil ihm das in der Klinik auch immer gesagt wurde und er fragte sich, wo ich das auf einmal her hätte. Na, toll. Er hat jedenfalls gar nicht wirklich darauf reagiert, nicht gesagt, dass er etwas daran ändern will, er begreift einfach den Ernst der Lage nicht. Er befindet sich da auch in einem Teufelskreis mit diesen scheiß Persönlichkeitsstörungen.

    Jedenfalls ging das Gespräch dann wieder mal in die Richtung, dass wir Schuld sind, dass er trinkt, wir würden ihn erpressen und kontrollieren und und und. Und dann hab ich zu viel bekommen. Ich hab lange versucht, vernünftig mit ihm zu reden, aber er hat es einfach nicht verstanden. Dann bin ich wütend geworden, hab mit der Hand auf den Tisch geschlagen (nicht bildlich gemeint... hab ich ernsthaft gemacht!) und ihm alles noch mal gesagt. Er verstand immer noch nicht. Dann hab ich ihm gesagt, er könne mich mal und habe die Familiensitzung verlassen. Als ich dann in meinem Zimmer war, wurde ich auf einmal wieder ganz ruhig. Ich konnte den Fernseher einschalten, die RAF-Doku gucken und ein paar Chips dabei knabbern. So als wäre nichts gewesen. Das verbuche ich jetzt einfach mal als Fortschritt.

    Später war ich dann kurz bei meiner Mutter (ich musste durchs Wohnzimmer, um auf dem Balkon eine zu rauchen...) und natürlich sagte sie mir, sie hätte ihm noch eine Chance gegeben. Ach je, ich will mich gar nicht darüber aufregen, wie blöd sie ist, das bringt ja eh nichts. Sie meinte, dass das Gespräch nachdem ich weggewesen wäre, wieder ganz gut gelaufen wäre (war ja auch klar, es hat ihm dann wahrscheinlich niemand mehr widersprochen). Sie hat einfach nicht gesehen, dass mein Vater noch keine richtige Einsicht hat. Er hat sie schlicht und ergreifend nicht und ich bin sicher, dass aus seinen guten Vorsätzen jetzt auch wieder nichts wird, er wird wieder trinken.

    Das Mieseste daran ist eigentlich, das plötzlich alles vergessen zu sein scheint. Die Kopfschmerzen meiner Schwester, die Tatsache, dass mein Bruder nicht redet (gestern Abend hat er auch nichts gesagt, obwohl ich ihn extra dazu aufgefordert habe), ist ja alles egal, solange wir wieder happy family spielen können. Aber ich nicht mehr. Ich werde weiterhin so wenig wie möglich mit meinem Vater zu tun haben, meine Mutter hat kein Recht mehr, sich bei mir auszuheulen, das kann sie vergessen.

    Ich habe mal wieder darüber nachgedacht, allein auszuziehen. ABER ABER ABER. 1. immer noch kein Auto, 2. kein Geld für Möbel, Küchenutensilien, vielleicht brauche ich sogar noch eine Küche UND UND UND. Das bisschen Geld, das ich habe brauche ich doch für mein Studium. Scheiß Studiengebühren. Aber naja, solang ich hier bleibe werde ich einfach das beste draus machen.

    Ehrlich gesagt, geht's mir sogar ziemlich gut. Das komische Gefühl im Bauch lässt deutlich nach, ich denke so wenig wie möglich über die Situation hier nach... Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich denke, das Forum hier hilft mir sehr. Würd am liebsten mit euch allen in eine WG ziehen ;-). Ja, irgendwie hab ich hier schon alle Menschen lieb gewonnen, obwohl ich niemanden wirklich kenne.