Hey Fallout!
Ok, da hast du schon mal eine ganze Menge geschrieben und dir bestimmt auch viel von der Seele geschrieben (eine wunderbare Funktion beim Forum
). Mir sind auch ein paar Sachen aufgefallen.
Als mein Vater im Entzug war und auch vorher schon, habe ich gelesen und auch selbst bemerkt, dass Alkoholiker - und wahrscheinlich Suchtmittelabhängige im Allgemeinen - während des Entzugs und der Therapie verdammt grantig werden können! Die sind regelrecht verändert, egoistisch, verletzend... Aber da muss man sich auch mal überlegen, welche Veränderung sie gerade durchmachen! Vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben achten sie wirklich auf sich selbst! Und tun was für sich persönlich! Viele von ihnen konnten sich ihr halbes Leben selbst nicht leiden (sonst muss man sich so etwas wie eine Abhängigkeit nicht antun), kein Wunder, dass sie vielleicht erst mal ins andere Extrem umschlagen. Aber das ist auch wichtig für ihre Therapie, zumindest glaube ich das. Mein Vater war trotz allem so gut wie nie egoistisch, und zwar, weil er seine Therapie gar nicht für sich selbst gemacht hat! Von daher würd ich das erst mal als ein gutes Zeichen sehen.
Außerdem finde ich es ganz wunderbar, wie du deine Freundin unterstützt und dich mit dem Thema auch auseinandersetzt. Das zeigt ihr, wie viel dir an ihr liegt, du kannst sicher sein, dass sie das weiß.
Noch besser finde ich es, dass du dir selbst Hilfe suchst. Ich glaube, solche Situationen sind besonders für Partner und Angehörige ganz ungeheuer schwer und belasten. Also brauchen sie auch Hilfe und Unterstützung, besonders auch zugeschnitten auf Partner/Angehörige von Alkoholikern, weil man ja doch oftmals nicht weiß, wie man in einer bestimmten Situation reagieren soll, was meint der/die andere jetzt etc.
Ich merke auch, dass du dir viele Gedanken über dich selbst machst und dich ein wenig analysierst. Ich neige ja auch gern mal zu Hobbypsychologie und da ist mir auch was aufgefallen:
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sonst würde ich nicht immer wieder solche oder so ähnliche Partner haben
Zitat
Obwohl - ich hatte davor eine echt normale Beziehung mit einem lieben Menschen, die ich aber nach 5 Jahren und vor einem Jahr beendet habe da sie "schal" geworden ist.
Also, ich will da nicht zu viel hineininterpretieren, aber du suchst dir scheinbar öfter schwierige Partner. Hattest mal eine "normale" Beziehung, die du beendet hast, weil sie "schal" geworden ist. Mir persönlich fällt das auf... Ich kenn's auch einfach von mir selbst. Wenn eine Beziehung keine Aufregung und ständige Spannung hervorruft, dann wird sie einfach irgendwann langweilig.
Aber Beziehungen können natürlich auch einfach "schal" werden und ich will mich hier jetzt wirklich nicht psychologisch versuchen. Ist mir eben nur aufgefallen.
Aber empfehlen kann ich auch immer wieder eine Verhaltenstherapie! Also, seitdem ich meine habe, finde ich sie ganz wunderbar und vor allem fällt mir ständig auf, dass normalerweise ein Großteil der Menschheit eine brauchen würde. Ich seh ständig andere Menschen Dinge tun, die mein Therapeut versucht mir auszutreiben ;-). Und einer meiner Lehrer hat mal gesagt "Eine Therapie ist meist dann richtig, wenn man selbst glaubt, dass man Hilfe braucht". Aber oftmals sagen wir Menschen ja "ach, so schlimm ist es nicht", "andere brauchen das dringender" etc. Und bei Psychotherapie denkt man ja auch immer gleich an extrem gestörte Menschen... Ist ja gar nicht so.
So, langer Rede kurzer Sinn: Was ich dir auf jeden Fall erst mal empfehlen würde, wäre, dich auch um dich selbst zu kümmern und den Abstand zu deiner Freundin ruhig erst mal auch für dich selbst zu nutzen. Ich merke, dass du im Moment einfach nicht richtig schlau aus ihr wirst und vielleicht hat sie da momentan auch selbst Probleme mit.
Ich wünsch dir jedenfalls erst mal alles Gute für die Zukunft, freu mich, dass du hier bist und fordere dich auf, immer zu schreiben, wenn dir danach ist ;-)!