Beiträge von Innocent

    Hallo Pitato,
    das was du schreibst, schildert meine Gedanken vor ein paar Wochen.
    Selbstmitleid, jammern sich der eigenen Ohnmacht stellen.

    Ich weiß das tut weh.
    Aber glaube mir es kommen auch andere Zeiten. Frage dich nicht warum er säuft, oder warum er dies oder das tut.Es ist im auch egal, was du gerade tust, seine liebe ist der Stoff. Du bist in seinen Augen eh nur zweite Wahl. Oder das Vehikel zum stoff.
    Frage dich lieber, warum tust du das eine oder andere.Wie konntest du in diese Situation kommen, was sind deine Anteile? Nicht wo ist deine Schuld das er trinkt, sondern warum hast du dir das solange gefallen lassen?
    Ich habe mir mal, die Geschichten einiger ehemaligen Partnereschaften aus unserem Freundeskreis angesehen. Viele haben sich getrennt. Warum? Tausendgründe! Für keinen ist die Welt zusammen gebrochen. Sie alle waren nur bereit, einzusehen dass es so nicht mehr geht. Als Co versucht man alles, um den Laden zusammen zu halten. Da wo andere eine Partnerschaft aufgeben, weil die Birne nun wirklich geschält ist.
    Versuchen wir Co`s doch noch das Wasser bergauf fliesen zu lassen.
    Was hat es für einen Zweck?
    Meine Frau säuft seit mind. 15 Jahren, weißt du wie oft ich, sie angefleht, angeschrienen, gedroht oder angebetet habe? Ich kann es nicht mehr Zählen.
    Es ist, als wenn du einen Berg anbrüllst, er soll sich doch nun endlich bewegen…

    Ein Wochenende, sind 2 Tage von 365 eines Jahres, mehr nicht! Geh vor die Tür und atme die Luft der Freiheit.

    @ Lavendel

    , ich warte das Ultimatum ab und dann gibt es für mich kein zurück mehr. Zu viele enttäuschte Hoffnungen. Die nächsten 14 Tage, werde ich meine Entschlossenheit zum ihr noch mal zum ausdruck bringen. Wenn nötig gebetsmühlenartig meine Forderungen wieder holen. Therapie oder weg.

    Ich zweifel natürlich oft an mir, bin mir nicht sicher ob dieser harte Schritt sein muß. Weiß aber doch das es anders nicht geht. Ich denke das ist auch normal, wenn man sich hinterfragt, wobei die Antwort schon klar ist. Die nächsten oder besser die letzten 14 Tage die vor uns liegen sind der Anlauf zum Sprung in ein neues Leben, ob sie dabei sein wird hängt von ihr ab.
    Vor etwa einer Woche, als mir klar wurde, dass mein verhalten an trainiert ist, wie bei einem Pawlowschen Hund. Ist es mir wie schuppen von den Augen gefallen.
    Bei meiner Mutter hatte ich als Kind keine Chance der Situation zu entfliehen. Als Kind geht das nun mal schlecht. Aber ich habe mir geschoren, heute habe ich eine Wahl.
    Die Angst was dann kommt ist nicht mehr übermächtig, obgleich sie natürlich vorhanden ist.
    Schwer wird es aber nicht unmöglich.
    Mein verantwortliches verhalten immer alle Löcher stopfen zu müssen, das –auf mich kannst du dich verlassen .Will ich nun rumdrehen, wenn ich wirklich das beste für sie will muß ich diesen Schritt tun sonst gehen wir beide vor die Hunde.
    Das Forum hier, unterstützt mich hier bei so sehr das ich es nicht für möglich gehalten hätte das ich nach so kurzer Zeit solche Entwicklungssprünge mach. Weiter hin bin ich überzeugt, dass dies so schnell nicht enden wird.
    Ich weiß es klingt alles etws konfus aber ich gehe meinen Weg. Danke Euch

    Hallo an Alle
    Nachdem ich ihr das Ultimatum gestellte habe, hat sie es fertig gebracht bis heute nichts mehr zu trinken.Sie ist damit etwa drei Tage trocken. Erstaunlich!
    Jetzt kommt das, worauf ich mich innerlich eingestellt habe, aber dennoch mit mir ringe.
    Sie sagt: Sie doch ich trinke nicht mehr. Also wozu soll ich Hilfe annehmen,ich schaffe das doch alleine. Höre auf mich zu erpressen in dem du mich in eine Suchthilfe schickst. Du siehst doch das ich es so schaffe.
    Ich bin bis her hart geblieben, und habe abermals meine Forderung bekräftigt. Das sie sich hilfe suchen soll, sonst bin ich in 14 Tage weg.
    Sie hat darauf trotzig reagiert, und sagt, gut wenn du das willst, dann mach das.
    Der Trick, den sie dabei anwendet, ist dass sie die Verantwortlichkeit wieder mir in die Schuhe schiebt.
    -Ich will ja gehen, sie kann nichts dafür, sie hat meine Forderungen sind erfühlt.
    Wenn ich ihr dann sage, nein. Ich will dass du dich wenigstens beraten läst. Blendet sie das völlig aus, und tut so als wäre das nicht nötig.

    Ich erkenne zwar das Spielchen das sie mit mir treibt.Kann jedoch nur begrenzt dagegen halten, weil sie meine Forderungen nur um teil annimmt. Gleichzeitig sehe ich wie Sehe sehr sie sich bemüht.
    Also, das sind im Moment ganz schwere Situationen, bei denen ich immer auf passen muß nicht als zweiter Sieger da zu stehen.

    Es ist eine Abrechnung mit sich selber. Wenn einem Co- Abhängigkeit bewusst wird. Ist es oft der erste Moment seit Jahren, in dem man seinen Fokus nicht auf den Trinkenden richtet, sondern auf sich selber. Wenn ich mich heute frage, was ist geschehen, wie konnte dies oder jenes, so oder so laufen. Bleiben diese fragen unbeantwortet, obwohl ich alle Antworten bereits bessen hatte. Nichts von dem hat heute noch Gültigkeit. Selbst meine Emotionen erscheinen mir fragwürdig. Ob gleich sie in diesem Moment echt waren.
    Ich war in meinem Leben auf vielen reisen, habe all möglichen Länder gesehen, und bin jetzt auf die spannendste auf gebrochen. Ein Abenteuer in dem ich zwar der haupt Protagonist, die Regie haben andere übernommen. Natürlich will ich jetzt nicht ein knicken, ich weiß das wäre das ende meiner Selbstachtung, und würde alles versauen. Es tut gut meine und eure Beiträge zu lesen. Es kommt mir zum Teil vor, als wäre es schon Jahre herdas ich den ersten geschrieben habe…

    Hallo an Euch,

    nachdem das Ultimatum endlich gestellt habe, fühle ich mich wirklich besser.
    Ich weiß jetzt, dass es wie auch immer zu einem neuen Anfang kommt, ende will ich nicht sagen.
    Ich glaube nicht das sie Hilfe annehmen wird, daher hätte ich ihr auch weniger Zeit geben können.
    Die noch verleibenden 17 Tage, will ich aber auch für mich nutzen, um mich auf den Showdown vor zubereiten.
    Mal mit einem Auge, auf die Wohnungssuche begeben, und dann habe ich ja noch diesen Therapie Termin.
    Von dem ich erwarte, dass mir für die nächste Zeit soweit weiter geholfen werden kann, dass ich eine gewisse Kontinuität in meiner Selbsterfahrung Reise bekomme. Es ist noch viel zu lernen und auch durch zu stehen.
    Eine gewisse Vorfreude oder eher ein Gefühl des Bereitseins bestärkt mich im Moment.
    Aber auch die Frustration, dass meine beinahe 20 Jährige Ehe, nun im Eimer ist.

    Puh, ich schon wieder!
    Ich habe ihr gerade ein Ultimatum gestellt.
    Wenn sie sich bis zum 13.nächsten Monat sich nicht aktiv um Hilfe bemüht hat suche ich mir eine andere Wohnung und werde am gleichen Tag unseren Vermieter in Kenntnis setzen das ich ausziehe. Das hat sie getroffen wie ein Blitz!

    Anschließend gab es wie immer Beteuerungen das sie sofort alleine aufhört. Darauf habe ich mich aber nicht eingelassen. Sie sträubt sich wie eine Katze die ins Wasser soll gegen eine Beratung oder eine SHG oder was auch immer. Eben habe ich ihr noch die Telefonnummer einer Beratungsstelle gegeben. Also wenn sie will, kann sie nun alles einleiten was zu einem verbleib in dieser Wohnung nötig ist.
    Ich bin irgend wie total erleichtert, das ich es nun raus gebracht habe, um ihr ein Ultimatum zu stellen. Gleichzeitig weiß ich aber auch dass ich mich nun um eine Wohnung bemühen sollte…

    Hallo Anitram,
    man geht gar nicht damit um man kann es nicht. Ich mußte bis hier her lernen das der Niedergang meiner Frau ein von ihr gewolltes Ergebnis ist.
    Ich bin Raucher, tausende von Spots weißen mich täglich darauf hin das es tödlich ist, höre ich deswegen auf? Nein, zum einen hält man sich selber für unsterblich( mir kann es nicht passieren) zum anderen ist es weit weg.
    Mit dem Alk ist das noch viel schlimmer, meine Frau würde auf dem Boden liegend mit 3 Promille im Blut tausend Eide schwören das sie nichts getrunken hat.
    Ich sehe mir nun schon seit einiger Zeit ihre Sauferei an(Meine Geschichte kannst du ja nachlesen) der körperliche Verfall, ist nun auch langsam zusehen. In ihrem Fall ist es die Figur, dünne Beine dicker Bauch. Regelmäßiger Würgereitz wie bei einem Asthmatiker. Zittern, vergessen. Nie würde sie auf die Idee kommen, das es am Stoff liegt niemals. Ach wenn ich es Ihr schon hundertmal gesagt habe.
    Nein, unbelehrbar, teil der Erkrankung. Das Forum ist voll mit Beschreibungen, in den sich angehörige Körperlich zersetzen.
    - lernen musst du, wie ich übrigens auch. Dein eigene Krankheit das Co Sein zu erkennen.
    Nur wenn im der Boden weg bricht, und das bist du wird er überhaupt reagieren.
    In der jetzigen Situation, ist doch für ihn alles okay! Dein Gejammer steckt er schnell weg, König Alkohol tröstet ihn da schon.
    Das du hier im Forum schreibst ist dein erster Schritt, ein großer wie ich finde.
    Er ist der Anfang von einem neuen Leben, vielleicht für euch beide?
    Schön das du da bist und Kopf hoch! Innocent

    Ihr werdet es nicht glauben, jetzt nach mehr als 10 wöchiger Suche, habe ich endlich einen Psychotherapeuten gefunden der mit mir einen Termin vereinbaren will.
    Meine Bemühungen eine SHG aufzuspüren sind kläglich gescheitert. Im Umkreis von 30 km nichts zufinden. Scheinen hier alle keine Alkoholprobleme zu haben.
    Madame, ihr Dämon und ich, reden seit ein paar Tagen nicht mehr.Ich versuche so lange wie möglich aus dem Haus zu bleiben damit ich sie nicht sehen muß.
    Ich überlege meine Möglichkeiten, was sage ich ihr, stelle ich ein Ultimatum?
    Bin nun bereit um es auch ein zuhalten?
    Wie sage ich es ihr?
    In meinem Kopf herrscht nicht mehr das Chaos wie beim letzten Rückschlag, ich sage mir immer und immer wieder, wenn du jetzt nicht hart bleibst und deinen Weg gehst, dreht sich die Spirale nur noch länger. Aber ihr wißst ja, verstehen ist dass eine, Handeln ist das andere. Ich ertappe mich dabei, wie ich der eigentlichen Konfrontation aus dem Wege gehen will. Ich meine damit das ich ihr noch kein Ultimatum gestellt habe ,- wenn du in 14 Tagen keine Bereitschaft zu einer Therapie gezeigst, SHG, AA oder so was, gehe ich , suche mir eine Wohnung und kündige diese hier sofort.
    Ich bin mir sicher wenn ich das sage, gibt es für mich kein zurück mehr. Daher habe ich genau davor Angst. Wenn ich dann die Ankündigung nicht wahr mache, würde ich jeden Respekt vor mir selber verlieren ,- Nein. Wenn ich es sage mache ich es auch.
    Ich werde auch nicht, wie vor drei Wochen in aller eile meinen Koffer packen, um dann wieder zurück zu kehren, weil sie sich suizidirren will. Wenn dann mache ich es richtig wie bei einer ganz normalen Trennung.
    Naja, das ist der Plan.

    Gerade toben die Dämonen in Ihr und sie mit Ihnen.
    Schuld bin ich, an allem, weil ich so ein Arsch bin. Mit Vorwürfen überschüttet, sitze ich an meinem PC.
    -Gleich kommt die Fremdgeh Geschichte und das nicht mehr mit mir reden. Die Tür zu meinem Arbeitszimmer hat sie schon zugeschlagen.
    Ich habe mich entschlossen, mich heute soweit es geht von Ihr fern zuhalten. Damit ich mich nicht in weitere Diskussionen wie –„Ich habe nicht getrunken“- verstricken muß.
    Das macht sie meist noch rasender.
    Gut so!
    Die Therapie zeigt Wirkung.
    Grüsse von Innocent

    Mit ihr hatte ich am Wochenende wieder nur Zoff, darum ist schon klar.
    Aber es war ein Wochenende, bei dem ich mich völlig neu gesehen habe und auch neue Seiten an mir entdeckt habe. Mein verhalten ihr gegenüber wird nun langsam gleich gültig. Einer meiner Lieblingssätze ist nun" tu was du willst" oder "das mußt du selber wissen". Ich versuche so nicht mehr für alles die Verantwortung zu übernehmen. Immer hat sie mich gefragt, und wenn es dann nicht nach ihrem willen ging oder es ihr im Ergebnis nicht gepaßt hat. Ich war schuld.
    Ihr stinkt das ganz gewaltig, sie merkt, dass ich mich nicht mehr mit ihr beschäftigen will.
    Ich habe mir ein paar Bücher zum Thema Co Alkis geholt. Das macht sie noch wütender, weil ich ihr sagte: es geht nicht um Dich, sondern um mich.
    Ihren Gesicht war, dass Unverständnis anzusehen.
    Immer ging es um sie und den Suff, ich, ich ich.
    Und nun ?!
    ist sie nicht mehr der Mittelpunkt. Glaubt sie. Natürlich beschäftigt sie mich noch total, aber mit jedem Hallo für mich kommt die Distanz zu ihr.
    Wie ein quengelndes Kind, das ein Geschwisterchen bekommen hat, und sich nicht mehr ausreichend geliebt fühlt kommt sie mir vor.

    @ Ette
    -genau ich laufe immer noch in der gleichen Spur. Gegenlenken, das muß ich lernen.

    @ Kaltblut

    ich kenne einen Ort der heißt "Ungedanken"
    Ungedanken ist das was ich lernen muß.

    Ich weiß ich wiederhole mich, aber die Anzahl der Hallo`s , die ich beinahe jeden Tag habe nimmt nicht mehr ab.
    Es ist als würde ich in der fremde wandern, jede Minute neue Eindrücke, manchmal will ich mich setzten, die Augen schließen und so tun als wäre alles gut, als währe ich wieder in meinem alten leben.
    Doch dann geht es weiter und weiter.
    Die Reise zum Zentrum des Alkohols und zu meiner Frau ist längst eine Reise zu mir selber geworden.
    Ihr werdet es nicht glauben aber erst jetzt nach dem ich 42 Jahre alt geworden bin, und meine Mutter schon seit 16 Jahren tot ist. Beschäftige ich mich mit ihrer Trunksucht, wie es war wenn sie besoffen unter dem Weihnachtsbaum gelegen hat. Vieles habe ich vergessen, manches kommt erst nach und nach wieder. Unglaubliches hat sich damals abgespielt, schmerzhaftes, traumatisierendes, zu viel für ein Kind bzw. eines heranwachsenden.
    Immer und immer wieder habe ich gedacht was für eine arme Frau, sie doch war, so allein mit mir als Kind ohne Vater die ganze Verantwortung für mich. Schuldgefühle, das Gefühl des Komplizen, die Sucht der Mutter verheimlichen zu müssen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie sehr ich mich geschämt habe, wenn sie besoffen war. Einmal das sie ein Junge aus der Nachbarschaft nachhause bringen musste, weil sie besoffen auf der Wiese vor unserm Haus lag. Welche Ängste ich hatte wenn sie frei hatte und ich von der Schule kam, wusste nicht wie betrunken, sie heute sein würde. Es fällt mir schwer ihr heute dafür keine Vorwürfe zumachen. Sie ist tot und ich habe sie geliebt. Wie ein Junge seine Mutter liebt. Aber was hat sie mir damals angetan? Herrgott!
    Jetzt sehe ich die ganze Scheiße.
    In Wahrheit hat sie ihren ganzen Sauffrust bei mir abgeladen, mein Vater war tot, also habe ich mich schon in die Rolle des Co-Alkoholikers reinwachsen lassen. Ein Ersatz Partner zur Systembefriedigung.
    Als Kind hat man keine Chance sich der ganzen Scheiße zu entziehen. Es gibt Kindheitserlebnisse, die würde ich heute als emotionale Vergewaltigung bezeichnen. Ein Junge, der mit 10 Jahren versucht hat das sinkende Boot seine Spiegeltrinkenden Mutter zu retten. Es hat etwas süsses und scheinbar lächerliches. Auf jeden Fall etwas auswegloses.
    Jetzt, auch wo ich das gerade hier schreibe, wird mir klarer, dass ich zum Co erzogen wurde oder eher vergewaltigt wurde.
    Es war für mich lange Zeit eine Ironie des Schicksals, dass meine Frau genauso säuft wie meine Mutter es tat. Das ich die gleichen Emotionalen Verstrickungen erlebe, wie ich es als Kind tat. Ich sah es als Schicksal an, als Lebensaufgabe Alki`s unter die arme zugreifen.
    Wie soll man den, als Erwachsener mit so einer Kindheit, sich normal verhalten?
    Ich stelle fest, ich erkenne die ersten Ursachen meiner Krankheit, die ich selber erst vor ein paar Wochen kennen gelernt habe.

    Freunde ihr im Forum
    Ich danke euch für die gegenseitige Therapie, ich weiß ich schreibe manchmal etwas Quer, und oft gehe ich auch wieder Schritte zurück. Aber glaubt mir ich lerne jeden Tag, den Typen mehr kennen, der sich scheinbar zufällig den Namen Innocent (unschuldig, ahnungslos) gab. Jetzt weiß ich es gibt wohl keine Zufälle.

    Danke für´s lesen!

    Hallo,
    der Kaltblütige hat recht, erst wenn ich meine eigenen Wünsche definiere, und weiß was ich will. Kann ich mich an die Umsetzung machen, erst dann. Sonst ist alles ein Irrweg ohne Sinn und Verstand.Durch die ganze Co Abhängigkeit, bin ich jahrelang in der defensive, verteidige was zu verteidigen war.Ob es ihre sucht oder meine Scham war.
    Die einfache was willst Du? – ist für mich zur Zeit nicht zu beantworten. Man könnte sagen ich habe die frage nicht verstanden. Weil alles was ich will bzw. wollte mit dem aufhören ihrer Sauferei zutun hatte. Meine Ziel Definition für mein eigenes Leben war, immer an ihr Seelenheil geknüpft.
    Mit ihr untergehen, volle Kraft voraus. Egal wie. Das hat etwas heroisches eine art Held sein. Sie war die mir Schutzbefohlene, mein Auftrag war das ihr gut geht.
    Jetzt stellt der Kaltblütige, eine simple frage… was willst du?
    Und ich kann nicht sagen, was ich für mich will? Weiß nicht. Vielleicht das ich nach hause kommen will, ohne Angst zuhaben das sie voll ist. Aber nach hause kommen ohne das sie da ist? Will ich das? Eijeijei. Wie soll man den diese Burg erklimmen?
    Wenn ich die anderen lese, die die Trennung schon hinter sich haben. Denke ich mir, dass ist es nicht wo vor ich angst habe, nein. Eher vor den Tagen davor. Aber soweit bin ich noch nicht.
    Ich werde mich erstmal mit den einfachen Fragen beschäftigen.

    Hallo an Euch,
    wir waren ein paar Tage fort, da sie ihren Geburtstag nicht zuhause feiern wollte.
    Nun ja, was ist zu sagen?
    Eigentlich waren es ein paar nette Tage.Dadürch das sie die ganze Zeit im Auto neben mir gesessen hat, hatte sie keine Chance an Stoff zu kommen. –Schweißnasse Hände, ein wenig Zittern gesteigerte Unruhe, und eine art Husten, der in einen Brechreiz überging.Später als wir Essen waren und sie sich ein grosses Bier bestellte und trank ging es ihr deutlich besser.
    Wenn ich noch Zweifel an der Sucht hatte, so sind sie nun verschwunden.
    Erstaunlich ist, dass sie sich nicht total abschießt, nur bis die Symptome sich bessern. Ich finde es deswegen merkwürdig, weil ich immer lese wie sich die Partner abschiessen.
    Wenn ich also jetzt ein Schlussfolgerung ziehe so, würde ich sagen, sie ist eine Spiegeltrinkerin und der Absturz dauert noch eine Weile. Vielleicht sogar Jahre.
    Es klingt vielleicht Schizophren, aber ein total Absturz würde mir irgend wie gut in den Kram passen, dann hätte ich Gewissheit, und wüste so geht es nicht weiter.
    Wenn ich sie dann verlasse hätte ich nicht mehr das Gefühl, sie sitzen zulassen.
    Das macht es mir zur Zeit halt auch so schwer, einer Seitz will ich die Trennung und neu beginnen, anderer Seitz, will ich sie nicht sitzen lassen. Mich nicht einfach davon stehlen wie irgend ein Arsch. Ihre besten Jahre hat sie mit mir verbracht und ich die meinigen mit Ihr.
    Ach, -ich weiß wirklich nicht wie es weiter gehen soll.

    Fast ein philosophischer Gedanke
    Al sich eben auf dem Friedhof am Grab meiner Tochter war kam mir ein Gedanke der mich nun beschäftigt.

    Wir alle hier haben unseren Alkoholabhängigen Partner, manche haben ihn verlassen, manche stehen davor oder werden es irgendwann tun.
    Wir beschäftigen uns mit der Krankheit in Ihm und mit dem Codasein in uns.
    Basis unseres tun`s ist die liebe zu ihm. Das glauben wir, ich zumindest.
    Frage ist also, wie entlieben wir uns oder Befreien uns vom Suff bzw. ihn.
    Wenn ich mir aber die Frage stelle, was ist wenn es ein Morgen nicht gäbe, oder anders ich an ein morgen nicht denken müsste.Ich meine Frau NUR als meine Frau sehen würde, nicht als Mutter meiner Tochter, nicht als Partner, die mit mir in einem Haushalt lebt, die alles von mir kennt und ich von ihr. Ich also alles trenne was mich und sie ausmacht, keine Familienkonstruktion, keine zwänge, wie was sagen die Nachbarn, Kollegen, oder sonst wer bei einer Trennung sagen, keine Finanziellen oder sonstige Gründe.
    Und wenn ich dann die emotionalen Gründe trenne, wie meine eigene Eitelkeit(Ich mag es wenn sie über meinen Humor lacht)Das sie mich in ruhe lässt, wenn ich Ruhe brauche.Wenn ich nicht faul und bequem wäre, um mir ein neues Leben einzurichten, die gewohnheit mir fehlen würde und ich nicht gerne alleine bin.Was würde bleiben, wenn Würde ich dann bleiben? Bleibt dann liebe?

    Hallo Tecki,

    du sitzt den ganzen Tag, und wahrscheinlich auch die ganze Nacht und zermürbst dir den Kopf, was er die ARMESEELE nun macht.

    Ich kann es dir sagen,Er denkt an sich. Kein gedanke an dich, nichts was man mit ehrlicher Zuneigung erklären könnte. NICHTS.

    Ich habe mal gesagt, liebe ist es dann, wenn der andere sein wohl unter meines stellt. -also mich wichtiger nimmt als sich selber.

    Glaubst du er sieht dein Wohl? Stellt er seine interssen hinten an, damit es dir gut geht?
    Ich glaube nicht.

    Hey Tecki,

    allein bist du nicht, hier sind wir und du bist eine von UNS.

    Viel Kraft und sag hurra zu deinem neuen Leben.
    Versuche deinen Tag zu sortieren, jede Stunde zu verplannen,.Auch Zeit für dich einzuplannen.
    UND DANN GEH RAUS!
    Gehe hin wo Menschen sind, jde Stunde, jedes Gespräch hilft dir dich von ihm zu trennen.
    Stell ihn dir nicht in seinem besten Anzug vor, sondern wenn er breit in der Ecke liegt.Das ist das Bild das du in dier manifestieren mußt, nicht den treusorgenden netten Mann, sondern den besoffenen der dich anmacht und dich belügt.
    In einem Jahr wirst du daran gereift sein und dir wird bewust werden, was du in diesen wilden Tagen geleistet hast.
    Bravo.
    Voller bewunderung
    Inncent

    Nüchtern betrachtet:
    Wenn wir, wie ihr sagt, den Abhängigen mit seiner Krankheit, seiner Sucht, und dem ganzen anderen Mist so Akzeptieren, wir er ist.
    Was bedeutet das dann?
    Dann ist es doch so als hätten wir einen Partner, der auf einmal eine andere Augenfarbe hat oder besser der eine Charaktereigenschaften hat, die wir nun ertragen oder ihn des wegen verlassen müssen oder sollen.
    Es ist dann ein Leben mit Mängeln, ähnlich einer reklamations- würdigen Ware. Bei der man nach dem auspacken zuhause feststellt, dass irgend ein defekt vorliegt. Also zurück an Absender.
    In der Vertragswelt gibt es den Spruch: Gekauft wie gesehen. Was zum Ausdruck bringt; Rückgabe ausgeschlossen.
    Einen solchen Vertrag habe wir nicht unterschrieben, aber wir verhalten uns so, als hätten wir. Ich allen voran.
    Was ich euch hier sagen will: Es fällt mir unendlich schwer mich emotional von ihr zu distanzieren. ich bin in ihren Gedanken und Gewohnheiten gefangen wie ein Fisch im Netz, wohin ich mich auch drehe, stehen mir neue Blockaden im Weg.
    Alle Vorsatze, lösen sich in Rauch auf, auf ein lächeln von ihr.
    Ich kann es drehen wie ich will, ich schaffe es nicht ihr böse zusein, ihr die schuld für den ganzen Mist zugeben oder sie einfach nicht mehr zu lieben.
    Ich habe ihr immer noch kein Ultimatum gestellt, weil? Tchja..
    Sie nächste Woche Geburtstag hat, einen Runden und wir gemeinsam ein paar Tage weg fahren wollen.
    Weil ich ein Ultimatum selber nicht ein halten werde.
    Oder anders, ich habe mir noch kein Ultimatum gestellt. Weil.
    Sie ist besoffen vom Alk, ich bin es von ihr.

    Hallo Euch,
    Ich fahre Karussell immer wieder, dass gleiche vergeben, vergessen, gekränkt, schlecht fühlen, schlafen, vergeben, vergessen.
    Jeden Tag schon mal gelebt, einen gebrauchten Tag erwischt. Wie immer !
    Ich warte auf den Knall, dass nun endlich mein Schmerz, mein Druck so groß wird, dass ich endlich einen Schlussstrich ziehe.
    Ich habe meinen Blick auf mich gerichtet, warte und beobachte diesen Kerl, und frage mich was muß passieren das er endlich handelt.
    Der Leidensdruck ist Groß, aber ein Instinkt sagt, nein, aufgeben kommt nicht in frage. Aufgeben ist ein schlechtes Wort.
    Aber ist es wirklich aufgeben oder ist es Bequemlichkeit? Lieb gewordene Gewohnheiten oder Dinge des täglichen Lebens los zulassen?
    Was verlasse ich, wenn ich sie verlasse?
    Das ist mehr als einen Menschen zu verlassen,
    Ich verlasse mein Leben, mit allem schlechten, aber auch mit allen guten.
    Alles was ich bin ist dieses Leben.Warum soll ich alles aufgeben um an einem anderen Ort den ich nicht kenne, wieder geboren zu werden?
    Wir Menschen sind sozial Wesen, ohne das drum herum können wir nicht sein.Ich habe keine verwandten,bin der letzte meiner Art.Alle Tod.
    Sie gab mir mit dem ganzen Rattenschwanz auch eine Identität. Quasi inklusive.
    Wenn ich gehe, ist eines klar, -keiner da.
    Also was will ich?
    Jede Minute rasen mir neue Gedanken durch den Kopf. Mal richte ich meine neue Wohnung ein, eine imaginär versteht sich.
    Dann bin ich voller Selbstmitleid unerträglich voller zweifel erschüttert, über mein Leben. Zum nächsten fühle ich die Kraft, sachlich über ein emotionales Thema zu reden und zu denken.
    Was ist mit Ihr?
    Nichts!
    Sie sitzt da mit gläsernen Augen. Für sie ist die Welt in Ordnung, alles hat seinen Platz alles funktioniert. Allen voran, ich.
    Nichts versteht sie, nichts weiß sie, von meinem Kampf mit mir selber, dem Leben und all der ganzen anderen Marmelade, die mich nachts nicht schlafen lässt.
    Danke fürs lesen.

    Hallo Ette,

    nicht ganz, ich will ihr garnicht die schuld für irgend etwas geben.Wirklich nicht. Ich sehe meine Eigenanteile.
    Schuld, ist nicht das Thema, wenn das Kind im Brunnen liegt.Das habe ich immer gewußt.
    Ich habe verstanden, dass sie sich nicht ändern wird, egal was ich tue.
    Ich weiß ich wie lang der Weg noch ist, bis ich mein neues leben beginnen kann. -Aber im Grunde habe ich es schon begonnen.

    Ja, schon. Wenn ich mich hier mitteile, geht es mir meistens besser. Aber Hauptsächlich mache ich es um mich selber zu strukturieren. Meine Gefühle kann ich nur begrenzt wieder geben bzw. beschreiben. Wut Zorn Angst wie will man das beschreiben? Ich glaube das es kein, einzelnes Gefühl, ist sondern ein Cocktail mit seinem ureigenen Geschmack. Insgesamt bin ich hier so ehrlich wie ich es zur Zeit sein kann, soviel wie man selber gerade für sich entdeckt und so wahrhaftig ist man halt sein kann.
    Ich habe wenig Angst vor der Zukunft, keine mehr vor dem Tod. Nicht das ich mich morgen suizidieren will, oder ich in einer Dauerdepression mit meinem Leben abgeschlossen hätte. Ganz und gar nicht, die hälfte ist rum die andere soll besser werden.
    Als meine Tochter starb, und ich den grössten Teil meiner Trauer arbeit hinter mir hatte, wusste ich, was immer ich in meinem weitern Leben erleben werde. Es kann mir nicht so emotional weh tun wie der tod meines Kindes. Selbst mein eigener Tod, ob lang und schmerzvoll oder kurz und schmerzlos, wird mich nicht so zerreißen, wie der Tod meiner Tochter.
    - Deshalb mein Rat an die Eltern unter Euch.
    Rettet eure Kinder! Sie sind das Beste, was euch in eurem Leben passiert ist.

    Du denkst ich bin stark? Nein, weder stark noch schwach!
    Wenn wir zurückblicken, auf die Summe, der Teile unseres Lebens. Werden wir sehen, dass wir zu keinem Zeitpunkt unserer Tage so schlau und reif sind, wie an dem heutigen Tag. Leben ist Entwicklung auch unser Leben, Stillstand gibt es nicht wirklich, auch wenn es uns manchmal so vorkommt.
    Ich habe mich auf den Weg gemacht, weil ich wusste mit meiner Frau stimmt etwas nicht. Heute weiß ich, auch mit mir stimmt es nicht. Ich werde lernen mich zu begreifen.
    Sie steht nicht mehr in meinem Fokus. Ich bin kein Kaninchen mehr, das auf die Schlange starrt.
    Wohin mich das alles führt? Ich weiß es nicht.
    Aber ich weiß, es bringt mich wieder ein Stück weiter, auf dem Weg zu mir selbst.
    Wenn sie am ende dabei verloren geht, ist es ihre Sache, auch sie wird sich irgendwann ihren Problemen stellen müssen. Ich kann es nicht für sie tun.
    Wir haben alle unsere Dämonen. Ich habe den Kampf mit meinen aufgenommen.
    Ich hoffe du auch.