Beiträge von Tabaluga

    Hallo Lilly,
    bei mir ist das etwas "geteilt".
    Vor meinem Mann brauchte ich mich nicht zu outen, wir haben uns "zusammen geoutet" und gemeinsam aufgehört zu trinken.
    Meine Eltern trinken bis heute und mein "Outing" kam nicht so gut...sie wollen es nicht wahrhaben, dass ihre ach so liebe und brave Tochter eine Alkoholikerin ist und haben mir selbst nach dem Outing noch etwas angeboten :twisted: . Heute nicht mehr :wink:
    Meine Schwiegereltern unterstützen uns sehr.
    Am Anfang habe ich mich sehr schwer getan, offen zu sagen, dass ich Alkoholikerin bin. Mittelweile finde ich es öfters als Erleichterung, wenn ich klar sage, dass ich Alkoholikerin bin oder zumindest klar stelle, dass ich gar keinen Alkohol trinke.
    Ich erspare mir immer wiederkehrenden Situationen, in denen ich es wieder und wieder sagen muss....
    Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich so weit war...bis ich es mir erst einmal eingestehen konnte.
    Ich denke, das Bauchgefühl entscheidet, wem man sich öffnet und wem besser nicht.
    Ich habe bislang fast nur positive Erfahrungen damit gemacht.
    LG
    Tabaluga

    Hallo Sophia,
    habe noch einmal darüber nachgedacht.
    Gründe für das "Nichttrinken":
    Ich fühle mich frei!
    Ich kann hin gehen wohin ich möchte, wann ich möchte und womit ich möchte, ich kann klar denken, kann meine Probleme lösen, bin ruhiger geworden, gesünder an Körper, Geist und Seele, habe Achtung vor mir und fühle mich wertvoll (war ich auch vorher, habe ich aber nicht gesehen), bin selbstbewusster, mag mich leiden, sehe besser aus, fühle mich jünger und fit, kann mit Wut und Aggressionen besser umgehen, bin nicht mehr so emotional impulsiv, Lebenslust ist eingekehrt, Lachen und Fröhlichsein, depressive Stimmungen sind nicht mehr dauerhaft angesagt, Scham- und Schulgefühle weichen, ich traue mir etwas zu und kann neue Dinge anfangen, mein Mut kehrt zurück, es gibt so viele Gründe für mich, nicht zu trinken, aber ich denke ein ganz wichtiger Grund ist, dass ich erkannt habe, dass ich Alkoholikerin bin, somit gibt es keine wenns und abers, es gibt nur eins, wenn ich leben möchte: Die völlige Abstinenz!
    Und wenn ich abstinent lebe, brauche ich mir keine großen Gedanken um Gründe zu machen, ich möchte das erste Glas stehen lassen, jetzt, in der nächsten Stunde, Heute, Morgen, Dienstag............
    Es geht mir viele besser mit der Abstinenz, das ist der Grund, warum ich nicht mehr dahin zurück möchte, wo ich vor über vier Monaten war...ich möchte es nicht aufs Spiel setzten und werde es nicht aufs Spiel setzten.

    Für mich ist mein Trinkverhalten zur Sucht geworden, mein Grund für das Nichttrinken ist demnach, meine Freiheit wieder gewonnen zu haben.
    Und aufmerksam und wach zu sein und zu bleiben, diese Freiheit zu behalten und nicht aufs Spiel zu setzten!
    In dem Sinne, das erste Glas stehen lassen....
    Dir gute 24 Stunden
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo Sophia!
    Das war gut, dass mit den Wochentagen! :wink:
    Schade, irgenwie verpasse ich die interessanten Filme..vielleicht kann mich jemand "vorwarnen", wenn er etwas gutes entdeckt?

    Gründe fürs "Nichttrinken"...
    ...ich habe immer mehr Gründe dafür gefunden, warum ich trinke :oops:

    Der Grund für das Nichttrinken:
    Ich trinke keinen Alkohol mehr, weil ich keinen mehr trinken möchte.

    Nicht am Montag, nicht am Dienstag, nicht am Mittwoch, nicht am Donnerstag, nicht am Freitag, nicht am Samstag, nicht am Sonntag, nicht am Geburtstag, nicht zu Weihnachten, nicht auf einer Party, nicht zum Trost, nicht zur Freude, nicht bei Stress, nicht bei Anspannung, nicht bei Wut, nicht bei Frust....einfach nie mehr!

    Liebe Grüße
    Tabaluga,
    die sich freut, dass wir hier auf einem Weg sind,
    egal, wie die Gründe auch ausssehen mögen!

    Liebe Chrissyta!
    Nun habe ich zwar „schon“ ein drittel von einem Jahr trocken hinter mich gebracht, aber bis zum ersten „Geburtstag“ dauert es noch ein wenig....
    Da Du geschrieben hast, dass ich meine Gedanken einbringen kann, werde ich das tun, weil mich Deine Frage nicht mehr los lässt und gerade im Moment sehr beschäftigt.
    Warum fühle und bin ich so anders geworden, seit dem ich nicht mehr trinke...
    Ich denke, dass ich mich weniger verändert habe, weil ich nicht mehr trinke, sondern mich eher mehr und mehr verändert habe, als ich angefangen habe zu trinken!
    Der Alkohol hat mir die Achtung vor mir genommen, mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein abgenommen, schleichend, ganz leise, ohne dass ich es bemerkt habe....
    Und da es doch relativ lange gedauert hat, bis ich diese Veränderung bemerkt habe, es ebenso lange gedauert hat, bis ich mir das eingestehen konnte und es dann noch mal gedauert hat, bis ich trotz der Spirale nach unten handlungsfähig genug war, endlich etwas zu tun, habe ich eine Menge negativer Erfahrungen sammeln können, auf die ich nicht stolz bin und auf die ich hätte verzichten können...aber genau diese Erfahrungen ermöglichen es mir vielleicht heute, mein Denken zu ändern.

    Die Veränderungen, die ich und auch andere an mir bemerken, sehe ich gar nicht so sehr nur die Abstinenz vom Alkohol bezogen. Wenn ich keine Alkoholikerin wäre, hätte ich es wahrscheinlich geschafft, die Veränderungen, das Reifen und Erwachsen werden, das Loslösen vom Elternhaus (emotional), das Setzen von Grenzen und die Planung und Zielsetzung für mein Leben früher geschehen zu lassen.
    Ich konnte es nicht, weil meine Sucht, Krankheit oder wie wir es auch immer nennen mögen, alle klugen Gedanken und Energien auf sich gezogen hat...betäubt, des Lebens müde und unfähig zu leben.
    Für mich war es nur noch ein dahin vegetieren und funktionieren.
    Und seit dem ich keinen Alkohol mehr trinke, ist so viel Platz für andere Dinge in meinem Kopf, und genau das bringt die Veränderung bei mir.
    Ich kann in die Zukunft schauen und Pläne machen, ich kann Gelerntes umsetzten, ich setzte Grenzen....und das ist für mich Neuland und spannend, auch ein wenig beängstigend.
    Ich kauere nicht mehr in einer dunklen Ecke, passiv, sondern strecke mich und gehe los, werde aktiv, auch gegen Angriffe wehre ich mich...und was der Alkohol nun nicht mehr schafft, weil ich keinen mehr trinke, soll auch kein anderer Mensch mit mir machen können.
    Und genau das gefällt meinen Mitmenschen oft nicht!
    Ich habe früher immer gemacht und getan, hab mich rumschubsen lassen...ohne „Nebel“ in meinem Kopf bin ich wachsam für meine Gefühle und Empfindungen, ich merke, was mit mir ist und in dem Moment, wo ich sonst zum „Vernebler“ gegriffen habe und still wurde, mache ich heute den Mund auf!
    Und das ist es, denke ich, was die Menschen um mich herum merken, oftmals leider nicht positiv weil für sie von Nachteil!
    Aber mir geht es sehr gut damit, ist zwar anstrengend und kräftezehrend, auch unbequem und unangenehm, aber für mein Wohlbefinden überlebenswichtig.

    Und Therapie ist für mich, an mir zu arbeiten. Die eigentliche „Therapie“ ist das, was in mir geschieht. Meine Therapeutin kann keine Veränderung bei mir bewirken, wenn ich nicht mit arbeite. Sie gibt Denkanstöße und Erklärungen, „Klick“ machen muss es bei mir. Sie zeigt mir, dass es auch andere „Blickrichtungen“ gibt, es nicht nur schwarz-weiß im Leben gibt sondern unendlich viele Grauschattierungen, sie hilft mir dabei, mich anzunehmen, meine Stärken und Schwächen zu erkennen und anzunehmen. Sie hilft mir, mich zu „sortieren“ und meinen anfangs leisen Gefühlsäußerungen und Empfindungen eine „Berechtigung“ zu geben, mir die Erlaubnis geben zu dürfen, so zu fühlen wie ich fühle und so zu denken wie ich denke. Und genau hier Sicherheit zu bekommen und lauter und bestimmter...und dann gibt es keinen Grund mehr, etwas vernebeln, ertränken oder wegspülen zu wollen!
    Und genau das ist für mich der Punkt, warum diese große Veränderung stattfinden kann, wenn ich nicht mehr trinke – ich werde frei, so zu sein, wie ich mich haben möchte!

    OH! Ist lang geworden, ich hoffe, nicht allzu sehr abgeschweift zu sein vom Thema... :oops:
    Tat grad gut, Deiner Frage nach zu gehen und ich mich rein zu horchen. :wink:
    Nun hast Du mir mit Deiner Frage geholfen....geholfen, indem ich die Veränderungen, die zu Zeit bei mir geschehen, positiv zu sehen und die Angst vor den Veränderungen wieder auf ein „normales“ Maß zurück zu fahren!
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo Tinka!
    Schön, dass Du den Mut gefunden hast, hier zu schreiben.
    Ich denke nicht, dass Du das " zu eng" siehst.
    Nur leider kannst Du da nicht viel machen. Wenn Dein Freund es nicht selber einsieht, dass er zuviel trinkt, wirst Du ihn wahrscheinlich nicht dazu bekommen, dass er seine Meinung ändert.
    Er muss etwas an sich ändern...
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo Flieder!
    Ja, es gibt sie, die guten Therapeuten!
    Ich möchte Dir auch Mut machen, einen Anlauf zu starten.
    Mir hat die Therapie sehr geholfen, mich kennen zu lernen, meine Vergangenheit aufzuarbeiten (Tiefenpsychologie) und zu verstehen, warum ich bin, wie ich bin und so die Chance zu haben, Änderungen vorzunehmen.
    Auch der Hausarzt hat mir sehr geholfen.
    Liebe Grüße
    und Dir und uns allen gute 24 Stunden
    Tabaluga
    die doch besorgt hofft,, dass die Flasche zu bleibt

    Hallo Fox!
    Du scheinst wohl sehr fit in Mathe zu sein!
    Finde Deine Ausführungen dazu wirklich interessant.

    Mein Gefühl sagt mir, das sich in Deinem Denken etwas ändert, wenn ich Deine Zeilen lese.... :roll:

    Ich trinke kein alkoholfreies Bier, noch nicht einmal dunkles Bier!
    Die Gefahr ist mir zu groß. Geruch, Geschmack und Aussehen ist nicht weit von einem "richtigen" Bier weg ..... :wink:

    Freu mich, weiter von Dir zu lesen!
    Gute 24 Stunden
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo Elisa!
    Schön, dass Du hier her gefunden hast! :D
    Ja, nur heute, nur das erste Glas stehen lassen....und Morgen ein neues Heute! :wink:
    Ich wünsche Dir, dass die Kämpfe aufhören können.
    Schreib Dir den "Druck" von der Seele, dann brauchst Du ihn nicht "wegtrinken"!
    Liebe Grüße und Dir gute 24 Stunden
    Tabaluga

    Hallo Fox!
    Ich finde es schön, wenn Du für Dich einen Weg gefunden hast und zufrieden damit bist.
    Auch interessiert mich, wie es bei Dir weiter geht.

    Leider kann ich mein "Programm" Alkoholiker nicht aus meiner Festplatte Gehirn löschen....
    Scheint irgendetwas in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass es nicht zu löschen geht. :wink:
    Hast sich "eingebrannt"...aber meine PC Erfahrungen sind nicht besonders.

    Ich finde es nicht "stressig", meinen Weg zu gehen.
    Für mich ist ein "Deinstallieren" nicht machbar.

    So benutzen Menschen verschiedene Bilder und mit einigen kann ich etwas anfangen, mit anderen weniger :wink:
    Ich mag mich nicht mit einem PC vergleichen.
    Ein PC macht das, was ich ihm auftrage und spielt die Programme ab, die ich ihm aufspiele.
    Ein PC ist so schlau wie sein Benutzer. :wink:
    Und deswegen mag ich mich nicht mit einem PC vergleichen.
    Ich mache meine Programme selber und bin nicht von der Schlauheit eines anderen abhängig. Und ich spiele Nicht die Programme ab, die mein Benutzer mir "aufdrängt", sondern die Programme, die ich für mein Leben schreibe! :wink:
    Jedem so, wie es ihm gefällt und er es brauchen kann!
    Schönen Tag wünsche ich Dir und uns allen gute 24 Stunden!
    Tabaluga

    Hallo Firefox!
    Ich bin Alkoholikerin,
    und obwohl 11 Wochen trocken, 77 "Heute", werde ich immer eine Alkoholikerin bleiben!
    Eine, die sich irgendwann einmal "trockene Alkoholikerin" nennen kann. :roll:
    Und ich möchte bestimmt NIE wieder ein Bier trinken!
    Und setzte alles daran, dass ich es auch nicht tue! :wink:
    Gute 24 Stunden :wink:
    Liebe Grüße
    Tabluga

    Hallo Maria!
    Ein spätes "Herzlich Willkommen" auch von mir!
    Als den Entschluss gefasst habe, dass es so nicht weiter gehen kann, bin ich auch zu meinem Hausarzt. Hatte großen Bammel davor...
    Es war ein sehr gutes Gespräch und ich habe Hilfe erfahren, so wie auch hier im Forum!
    Und mir hat es sehr geholfen, darüber reden und schreiben zu können.
    Du bist nicht allein und auch Du kannst es schaffen!
    Mutmachende Grüße
    Tabaluga

    Hallo kleiner Prinz!
    Auch von mir ein herzliches Willkommen hier!
    Gut, dass Du den ersten Schritt gegangen bist!
    Gib mal bei einer "Suchmaschine" "nicht krankenversichert" ein.
    Da gibt es einige Informationen zu dem Thema.
    Anders kann ich Dir dazu im Moment nichts sagen und nicht helfen.
    Aber es gibt bestimmt einen Weg!
    Schön, dass Du hierher gefunden hast!
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo zusammen!
    Jetzt habe ich mir lange Gedanken über das Wort „Saufdruck“ gemacht.
    Auch mit meinem Mann darüber gesprochen.
    Was genau ist das, ja, die Frage habe ich mir vor einiger Zeit schon mal gestellt. :roll:
    Ich denke, bei Saufdruck käme bei mir jede Hilfe zu spät. Ich bringe dieses Wort mit einem „es ist kaum aufzuhalten“ Gefühl in Verbindung.
    In meinen ersten trockenen Tagen drehten sich meine Gedanken sehr um Alkohol. :(
    Es sind die eingefahrenen Muster. Nachher konnte ich gar kein „Muster“ mehr erkennen für den Gedanken an Alkohol... :?
    Und diese Muster galt es zu überwinden. Zuerst mit viel Ablenkung und nach und nach mit Veränderung. Schritt für Schritt...
    Ich habe mir viele Dinge überlegt, damit ich nicht trinke.
    Es war sehr anstrengend. Doch habe ich gemerkt, dass mir die Ablenkung sehr gut getan hat. Im Gegensatz zum Trinken von Alkohol.
    Von einem Heute zum nächsten habe ich mich gehangelt. Aber mit jedem trockenen Heute fühlte ich mich ein wenig besser. Und die Gedanken an Alkohol wurden weniger und wenn sie da waren, konnte ich sie annehmen und vorbei ziehen lassen.
    Dies ging immer schneller. Und es war nicht mehr so anstrengend in mir, mich von diesen Gedanken zu lösen. :wink:
    Wichtig war und ist bei mir, dass ich ausreichend und genügend esse, besonders „gesunde“ Dinge und viel trinke. Literweise.... :wink:
    Das schwierigste waren „Krisensituationen“.
    Diese Muster war bei mir das, was am schwersten zu knacken und zu verändern war. Ich habe mir in dem Moment, wo ich so eine Situation auch nur im Anflug bemerkte, sofort eine Flasche Wasser geschnappt und sie leer getrunken.
    Und ich muss sagen, dass mir das sehr geholfen hat. Danach war es meist besser.
    Wenn nicht, half schnelles Gehen, laute Musik hören, Musik machen, Putzen, ...
    Auch heute tauchen die Gedanken auf, aber dann befinde ich mich in einer extremen Situation. Aber meine Angst vor diesen Gedanken ist nicht da. Respekt vor den Gedanken, ja, ein großes „Vorsicht“ und „Achtung“ erscheint vor meinen Augen. Ein warnendes "Aufpassen"!
    Aber ich werde nicht trinken, ich werde das erste Glas stehen lassen, ich werde mein Heute schaffen. Und es geht vorbei und ich brauche keinen Alkohol, um durch die Situation zu kommen. Es geht ohne viel, viel besser!

    Ich habe mich bis heute fest an mein Heute gehalten und werde es so lange tun, wie ich es brauche...und wenn meine ganze Zukunft aus lauter „Heute“ besteht. :wink:
    Nur heute trocken bleiben, nur heute das erste Glas stehen lassen!

    Ich wünsche allen, die an einer Weggabelung stehen, dass sie sich für ein Leben mit einem täglich neuen trockenen Heute entscheiden und sich die nötige Hilfe suchen, die sie dafür benötigen!
    In dem Sinne
    Euch allen gute 24 Stunden
    Tabaluga
    Alkoholikerin
    67 trockene Heute
    :D

    Hallo Brandnew day!
    Welcome back!

    Doch, gelernt hast Du etwas!
    Nämlich das der „Vorsatz“ alleine nicht ausreicht.
    Und das ist doch schon mal ein Schritt. Und das Du wieder hier her gefunden hast!
    So kann es nicht weiter gehen, und das Du es hasst, schreibst Du.
    Und was wirst Du nun tun?
    Liebe Grüße
    Tabaluga

    Hallo Sara!
    Ich brauche keine „Toleranz“, um Dich zu mögen, ich tue es einfach so! :D
    Und Deine ernsthaften Überlegungen, Dich so anzunehmen, wie Du bist, ist eine sehr gute Überlegung, die Du in die Tat umsetzten solltest.
    Dies ist aber nicht so einfach und es reicht nicht die bloße Entscheidung dazu.
    Eine Willenserklärung sich selbst gegenüber macht noch nicht das Gefühl, sich selbst zu lieben!

    Was ist schon „normal“ sein? Wer bestimmt, was „normal ist und was nicht?
    Die Gesellschaft?
    Du kannst auch selbst entscheiden, was bei Dir und für Dich normal ist.
    Und was für Dich und mich normal ist, muss nicht zwangsläufig für andere normal sein!
    Dafür brauchst Du keine „Pillen“!

    Übrigens habe ich ADS und nehme R......! Aber ich nehme es nicht, um mich ertragen zu können, besser zu funktionieren oder für die anderen Menschen „normal“ zu wirken!
    Ich nehme es, weil ich damit ein Defizit bei mir ausgleichen zu kann, damit ich für mich besser leben kann und meine Stärken entfalten kann.
    Ich nehme es nicht, um anderen damit besser zu gefallen.
    R...... ist für mich wie eine Brille, durch die ich besser schauen kann.
    Wie ein Gehstock, mit dem ich besser laufen kann.
    Warum sollte ich mir diese Hilfe verwehren?
    Niemand käme auf die Idee, seine Brille weg zu werfen und halb blind durch die Gegend zu laufen!
    Das nur am Rande.... :wink:

    Das „Lächeln“, obwohl mir zum weinen war, ist bei mir eine Maske.
    Ich habe gelernt, das ich stark sein muss, keine Schwäche zeigen darf.
    Es ist nicht so einfach, diese Maske ab zu nehmen, aber es geht.
    Langsam lerne ich, meinen Gefühlen nach zu spüren, sie zu äußern und mich so zu geben, wie ich bin.
    Ich darf hilflos und schwach sein, es ist okay!

    Je mehr ich mir erlaube, „Ich“ zu sein, desto mehr mag ich mich und kann mich annehmen.
    Desto weniger brauche ich die Anerkennung der anderen Menschen und um so mehr merke ich, dass mich Menschen auch mögen und annehmen, wie ich bin.
    Und ich kann unterscheiden, wer mich mag um meinetwillen oder nur mag, wenn ich so bin, wie andere Menschen mich haben wollen!
    Und Gott nimmt uns so an, wie wir sind! Ohne wenn und aber! Einfach so, weil wir „sind“!
    Und darum dürfen wir uns so annehmen, wie wir sind. Weil Gott uns so gedacht hat.

    Leider können das nicht alle Menschen für sich annehmen und glauben. :(
    Wie stehts mit Dir? :roll:
    Einen Versuch ist es jedenfalls wert, oder nicht? :wink:

    Liebe Grüße
    Tabaluga
    Alkoholikerin
    46 Tag trocken
    mit Gottes Hilfe