Beiträge von JoeDoe

    Hallo Blizzard,

    auch ich kenne Dein ‚Problem’, obwohl ich zugeben muss, dass sich bei mir doch noch einige Dinge nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit entwickelt haben. Jedoch habe ich nicht das Gefühl, dass diese Dinge sich negativ auf mein Bewusstsein als Alkoholiker und meinem Wunsch nach einem alkholfreien, nüchternen Leben auswirken. Mein ‚Leid’ hier zu klagen wäre also nicht im engsten Sinn und Zweck dieses Forums (Was mich aber auch nicht immer abhält :wink:). Trotzdem finde ich das Lesen und Schreiben hier immer wieder spannend und interessant – Es hält meine Erinnerung an die alten Zeiten lebendig und verhindert dass sich eine gefährliche Staubschicht des Vergessens über meine Trinkerei legt.

    Auf jeden Fall schön zu lesen, dass es Dir weiterhin gut geht und Deine Zufriedenheit mit Dir und Deiner Trockenheit offenbar zu einer sicheren Feste gewachsen ist.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Deine Gedanken zum Thema 'Wollen oder nicht' finde ich sehr gut. Nicht zuletzt habe ich mir vor einiger Zeit ja auch so meine Gedanken dazu gemacht und sehe die Sache sehr ähnlich. Niemand hat mich gezwungen, also wollte ich es so - auch wenn dieser Wille auf einem Selbstbetrug, einer krankhaften Fehlverknüpfung beruhte.

    Zitat

    Ich wollte trinken. So einfach war das.


    dito! :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lori,

    schön, so positive Zeilen von Dir zu lesen. Ich möchte Dir auch nichts madig machen, trotzdem wünsche ich Dir, dass Du nicht eines Tages aus welchem Grund auch immer deprimiert vor dem Weinregal stehst und dann durch einen Mangel an Offenheit im Glauben 'Es weiß ja eh keiner!' beherzt zugreifst. Wie gesagt, ist nicht böse gemeint :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo live2008,Hallo live2008,

    Noch einmal kurz zum Thema Kampf:

    Zitat

    Aber Krebs-mit der Krankheit muss man kämpfen!


    Nun, den Krebs kann man allerdings auch besiegen, den Alkoholismus leider nicht. Dieser bleibt in Dir – Dein Leben lang und wann immer Du Dich stark und überlegen fühlst, riskierst Du ganz schnell, wieder im alten Sumpf zu landen.

    Die Zuckerkrankheit ist noch aus einem anderen Grund ein guter Vergleich. Niemand nimmt einen Zuckerkranken an die Hand und wählt die Speisen und Getränke aus, die seiner Gesundheit am Besten bekommen. Niemand wird täglich seinen Insulinspiegel kontrollieren und gegebenenfalls Medikamente verabreichen. Dafür ist der Zuckerkranke ganz allein verantwortlich. Das gleiche gilt auch für uns Alkoholiker: Die Verantwortung für eine gesunde und alkoholfreie Lebensgestaltung tragen wir ganz allein. Das gilt übrigens auch für die Damen und Herren vor Deinem Supermarkt. Wer nicht will, will eben nicht und Hilfe für diejenigen, die es alleine nicht schaffen, gibt es zur Genüge. NUR: Wer nicht will, der wird früher oder später auch genau dort enden.

    So gesehen liegt es an Dir, ob Du Deine Krankheit für Dich annimmst. Das ist kein Kampf, sondern Deine freie Entscheidung :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Gigi,

    ich persönlich habe in meiner Alkoholikerkarriere nie das ‚Vergnügen’ gehabt, eine Partnerin mit einer ausgeprägten Co-Abhängigkeit an der Seite zu haben, von daher fehlt mir tatsächlich die Erfahrung, was ein Co so alles anstellen kann, um eine Partnerschaft mit einem Trinker aufrecht zu erhalten. Letzteres wird mir insbesondere dann immer recht deutlich, wenn ich hier im Co-Bereich lese, welche Strapazen und Demütigungen so manch einer von Euch so über sich hat ergehen lassen :cry:.

    Auf der anderen Seite frage ich mich auch, ob das überhaupt so wichtig ist, mit dem gegenseitigen Verständnis? Damit meine ich natürlich nicht, dass man das ‚Problem’ des Gegenübers als nicht existent klassifizieren sollte, sondern eben nur, dass man die entsprechenden Handlungsweisen einfach nicht nachvollziehen können muss. Ich denke doch, dass auch ein Co sich sehr häufig fragt, ob der trinkende Partner nicht irgendwann mal merkt, wie ‚balla-balla’ sein ganzes Verhalten ist und entsprechende Kurskorrekturen vornimmt.

    Ich kann die Co-Abhängigkeit respektieren, aber leider nicht verstehen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo live2008,

    zu den Etappen und Zwischenschritten:

    Selbstverständlich wirst Du nicht in zwei oder drei Wochen zu einem zufriedenen und glücklichen Menschen nur, weil Du nicht mehr trinkst. Da gehört natürlich auch eine Menge Arbeit dazu, die Du an Dir zu leisten hast. Hier warten die kleinen Etappen und die Zwischenschritte. Was aber ganz sicher nicht funktioniert: In Etappen und Zwischenschritten in die Trockenheit, also hier mal eine Woche abstinent, da mal zwei Wochen.... Dadurch wird es nicht leichter oder einfacher!

    Zur Kapitulation:

    Ich habe mich jüngst auch noch einmal damit beschäftigt und feststellen müssen, dass sich da einfach keine einheitliche Sicht finden lässt. Für mich bedeutet Kapitulation: Ich kann mein Trinkverhalten nicht kontrollieren und diese Tatsache erkenne ich ohne Einschränkungen an. Daraus ergeben sich diverse Konsequenzen, wie z.B. keine alkoholhaltigen Speisen oder keine Kneipenbesuche. Letztendlich bedeutet Kapitulation die Einsicht, dass ich selbst zu schwach bin und meine Sucht immer die Oberhand gewinnen wird, wenn ich ihr die Möglichkeit dazu gebe. Das Kämpfen macht keinen Sinn, weil die Sucht eben ein Teil von mir ist und ich einen Kampf gegen mich selbst immer verlieren werde! Ich hoffe, Du konntest mir folgen :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Oliver,

    Dies hier:

    Zitat

    … sagte der Leiter einer der Gruppen, dass ich es auf Grund meines Alters ja ganz besonders schwer haben würde nicht mehr zu trinken, da ja immer viele Parties usw. anstünden.


    sagt glaube ich mehr über den Leiter der Gruppe aus, als über die ‚Chancen’ bereits in jüngeren Jahren vom Alkohol loszukommen.

    Ich persönlich bin überhaupt kein Freund von solchen Pauschalaussagen. Wie sieht das denn mit den vielen Fußballfreunden aus? Oder mit den Handwerkern? Ich glaube, da könnte man neben dem Alter noch viele andere Attribute finden, die einen vermeintlich erschwerenden Charakter beim Erlangen einer zufriedenen Trockenheit haben.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    ja, dieser absolute und unerschütterliche Glaube (oder besser das Wissen) ist doch das, was auch wir Trinker brauchen, um uns vor einem Rückfall schützen zu können. Dabei spielt es dann auch gar keine Rolle mehr, ob eine ‚objektivere’ Sicht auf unser Verhalten eine andere Einschätzung von Gefahren oder Fallen ergibt, als eben die eigene. Wenn es dann dazu kommt, auch mal anzuecken, dann ist dies lediglich eine Konsequenz unserer, die eigene Krankheit berücksichtigende, Lebensgestaltung. Fertig!

    Zitat

    Ich behalte mir vor, grundsätzlich alles was ich tue in Frage stellen zu lassen ...


    Fehler in der Formulierung? Ich jedenfalls behalte mir vor, alles was ich tue, in Frage zu stellen (also aktiv), aber von Dritten erlaube ich mir, nur ausgewählte Meinungen mein Bewertungssystem betreten zu lassen :wink: .

    Soweit mal.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lori,

    das mit dem ‚Müssen’ hat Dir Andreas schon gut beschrieben. Als ich ganz am Anfang stand, habe ich auch von mir gesagt, dass ich nun keinen Alkohol mehr trinken darf (und wurde darauf hin von der Gruppe, in der ich dies äußerte, auseinander genommen :wink:). Dabei wollte ich damit eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass mir mein Trinkverhalten beim Erreichen meiner persönlichen Ziele massiv im Wege steht. Aber diese Ziele sind eben auch Wünsche, die mir niemand aufgezwungen hat, sondern, die ich völlig freiwillig entwickelt habe. Und genau so sollten auch alle notwendigen Maßnahmen, die ich auf dem Weg zu meinen Zielen ergreifen ‚muss’, eine gewisse Freiwilligkeit mitbringen.

    Diese Freiwilligkeit, also dieses ‚Ich möchte…’ ist gerade bei Suchterkrankungen von immenser Bedeutung. Mit der Faust in der Tasche sind die wenigsten erfolgreich.

    Lass mal wieder von Dir hören.

    Liebe Grüße

    J.

    … kleines Add-On:

    Wollte noch einmal kurz betonen, dass ich nichts gegen Tierschutz habe – im Gegenteil, ich finde das schon eine sehr wichtige und ehrenvolle Tätigkeit. Aber manche verlieren sich leider völlig in dem Thema und dabei eben auch ein wenig den Bezug zur Realität. Nun denn.

    Gestern habe ich noch ein kurzes, aber weiterhin viel versprechendes Gespräch mit meinem möglichen, zukünftigen Arbeitgeber geführt. Klingt weiterhin sehr positiv und für die nächste Woche haben wir dann das finale, persönliche Gespräch vereinbart. Bin mal gespannt :D!

    Soweit.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    … Ich empfinde das aber so und damit basta :wink:


    Das ist es doch, was uns Menschen auszeichnet und interessant macht: Die unterschiedlichen Empfindungen und Reaktionen auf die Eindrücke unserer Umwelt. Warum solltest Du an Aktivitäten teilnehmen, die Dir unangenehme Gefühle bescheren und die dazu auch noch recht unbedeutend sind. Regelmäßige Stadionbesuche transformieren das Leben nun auch nicht in ein stetes Lustwandeln – Die Unfähigkeit, sich eine Küchenmaschine kaufen zu können, ist dagegen doch eine ziemlich fiese Einschränkung. Aber an diesen wirklich störenden Problemen arbeitest Du ja konsequent. Also immer schön dranbleiben und nie aus den Augen verlieren, was für Dich wichtig ist, und was eben nicht.

    Wünsche Dir einen schönen Tag :D!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ein kleines Update zum Thema ‚neuer Hund’ (keine Bange, ich halte mich kurz :wink:)

    Wir haben soeben entschieden, das Tier nun doch nicht zu uns zu nehmen. Prinzipiell ein vom Wesen her sehr angenehmer Hund, der auch die gewünschte Portion ‚Pfeffer’ mitbringt, aber leider auch eine noch nicht näher qualifizierte Hüftproblematik :cry: . Letzteres war aber nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung, sondern vielmehr das ganze Übernahme-Brimborium, welches die Damen und Herren ‚Tierschützer’ veranstalten wollten. Nun ja, ich will das jetzt gar nicht weiter ausführen (so ganz grob habe ich das ja auch schon vor einigen Tagen mal getan), aber vor einem ganz anderen Hintergrund war es wieder eine sehr lehrreiche Erfahrung:

    Gerade bei den Menschen, die erst kurze Zeit abstinent leben, kommt so häufig das ‚Problem’ mit der Offenheit bezüglich ihrer Alkoholerkrankung zu Tage. Nicht zuletzt habe ich selbst vor einigen Monaten meine Zweifel und Ängste vor einem allzu offenen Umgang mit dem Thema hier in meinem Thread angesprochen. Meine ersten Schritte zu einem heute fast selbstverständlichen Umgang waren zugegebenermaßen auch nicht die leichtesten, aber mal ganz ehrlich: Auf dem Weg in ein dauerhaft alkoholfreies Leben sind sie doch mit die wichtigsten. Dabei sind all diese ‚Was denken nur die anderen?’-Gedanken völlig frei von Sinn, denn was die anderen denken, werde ich ohnehin nur erfahren, wenn ich es ihnen sage. Aber selbst wenn der eine oder andere plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben möchte, wen kümmert’s!

    Die Damen und Herren von ‚Tierschutz’ beispielsweise leben auch auf einem völlig fremden Planeten. Und durch mein/unser Hobby ist es nun auch nicht das erste Mal gewesen, dass ich feststellen musste, dass sich so mancher in diesem Metier doch recht weit vom ‚normalen’ Denken und Handeln eines Menschen entfernt hat. Aber: Haben diese Menschen ein Problem damit? Nein! Sie stehen offen und konsequent zu ihren Ansichten – wohl wissend, dass nicht allzu viele ihre Lebensart teilen und sie für bescheuert erklären. Diese Leute gehen einfach geradlinig ihren Weg und bezeichnen z.B. das, was ich eher in die Kategorie Import/Handel stecken würde, immer noch als Tierschutz. Sie gehen eben ihren Weg und lassen sich von Kritik (sei sie nun berechtigt oder auch nicht) einfach nicht berühren. Geradeaus und ohne Rechtfertigungen!

    Tja, so kann man als Alkoholiker lernen, dass auch andere Menschen ihre ‚Eigenheiten’ haben, dazu stehen, und gerne auf Menschen verzichten, die ihre Weltanschauung eben nicht teilen. Auch dies ist ein gesunder Egoismus, der dazu dient, sich sein einmal errichtetes Leben nicht madig machen zu lassen.

    Ich hoffe, ihr habt dieser kleinen Transferleistung folgen können :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lori,

    eigentlich ist Alles schon gesagt, und ich muss Dir ehrlich gestehen, dass meine persönlichen Erfahrungen hier auch ein Ende finden, ich Dir also nicht mehr mit meinem Weg als Vorlage zur Reflexion dienen kann. Aber ich bekomme langsam auch den Eindruck, dass Du "es" nicht alleine schaffst und Du eben auch über dieses Forum hinausgehende Hilfe gut gebrauchen kannst.

    Ich wünsche Dir die Kraft, diese zu suchen und auch anzunehmen!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Freund,

    ich hatte Dich schon verstanden :wink:.

    Ich wollte nur noch einmal meine ‚Lehre’ aus den Eindrücken der Zugfahrt kurz umreißen. Dabei sei erwähnt, dass ich mich grundsätzlich nicht so leicht mit anderen Menschen (selbst, wenn sie z.B. ein T-Shirt meiner Lieblingsband tragen) identifiziere, mich die Eindrücke der Fahrt aber trotzdem schon ein wenig beschäftigt und meinen Gedankenmotor in Gang gebracht haben. Allerdings mit welchem Sinn? Die Menschen sind mir fremd, ich werde wahrscheinlich keinen davon je wieder sehen, warum soll ich mich damit auseinandersetzen, oder gar mich selbst darin erkennen wollen?

    ‚Spiegelbilder’ meiner Trinkerei finde ich viel eher in meinem weiteren Umfeld, z.B. im Freundeskreis meiner Schwiegereltern. Da sehe ich dann die Parallelen zu mir viel deutlicher – nicht zuletzt, weil ich eben auch sehe, dass es sich nicht um einmalige ‚Ausrutscher’, sondern um immer wiederkehrende Verhaltensmuster handelt.

    Der kleinen Trinker-Bande am Kiosk vor meiner Straßenbahnhaltestelle widme ich nun auch seit geraumer Zeit keine Aufmerksamkeit mehr. Es ist eben nicht (mehr) mein Leben und soll mich daher auch nicht weiter mental tangieren.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Zitat von Freund

    Für mich ist so eine Begegnung, die ich aber keinesfalls suche, auch mal ein Spiegelrückblick aus dem ich resumieren kann, wie froh und glücklich ich bin, mich in diesem Suchtstrudel nicht mehr befinden zu müssen.


    Suchen tue ich solche Begegnungen selbstverständlich auch nicht :wink:. Das mit dem Spiegelbild meiner Vergangenheit funktioniert allerdings nicht immer. Ohne jetzt wieder eine Individualitätsdiskussion zum Laufen zu bringen, aber ich kann mich nicht in jedem Trinkenden wieder erkennen. Das betrifft zum Beispiel aggressives Verhalten, welches ich nie an den Tag gelegt habe. Und da ich nicht in die ‚So schlimm war es aber nicht’-Falle tappen möchte, möchte ich einfach grundsätzlich vermeiden, mich selbst in anderen, trinkenden Menschen zu sehen, oder besser gesagt, mich mit ihnen zu vergleichen!

    Würde ich in wirklich jedem, der Alkohol zu sich nimmt, mich selbst und meinen Kontrollverlust erkennen, dann gäbe es doch eine ziemlich große Anzahl von Alkoholikern, wobei ich dann offensichtlich zu der kleineren Minderheit gehören würde, die damit erstaunlicherweise ein Problem haben :roll:. Von daher mag ich die Alkohol trinkende Welt einfach sich selbst überlassen und mich darin nicht einordnen oder widerspiegeln wollen. Ich trinke nämlich nicht, und das soll auch so bleiben!

    Liebe Grüße

    J. (der am WoE auf ein ‚Dorffest’ eingeladen wurde, dankend abgesagt hat und trotzdem eine gute Zeit hatte :wink:)

    Hallo Micha,

    Zitat

    Mir hat es geholfen - und das tut es noch -, hier aus dem großen Pool von Erfahrungen zu fischen und täglich bestätigt zu bekommen: Jeder kann es schaffen!


    Es gibt nichts, was ich diesem Satz hinzufügen könnte!

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinen 2 Jahren :D!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo rohrspatz,

    Zitat

    Diese Frage richte ich auch an alle anderen: Wäre nicht eine Therapie, in der ich mich mit meinen Persönlichkeitsstörungen auseinandersetze sinnvoller?


    Am Anfang stand ich genau vor der gleichen Frage, auch wenn ich mich neben dem Alkohol mehr mit einer Angststörung auseinanderzusetzen hatte. Ich habe damals vor Allem darüber gegrübelt, welcher Weg, welche Therapie für mich am effektivsten zum Ziel führen kann. Zu diesem Zweck habe ich mich natürlich auch über alle Möglichkeiten informiert, war also in einer stationären Einrichtung, habe ein Vorlaufprogramm für eine ambulante Alkoholtherapie durchlaufen und auch individualtherapeutische Sitzungen gemacht. Bei all dem stand immer die Frage im Vordergrund: Was hilft mir am Besten?

    Eine Antwort auf diese Frage habe ich bis heute nicht gefunden, aber über all die Grübelei habe ich es letztendlich versäumt, überhaupt eines dieser Therapieangebote wahrzunehmen. Nun bin ich zwar weiterhin trocken und glaube auch, mich gut zu entwickeln, aber dennoch stelle ich mir heute manchmal die Frage, ob ich nicht schon ein wenig weiter in meiner Entwicklung gekommen sein könnte, wenn ich mich einfach auf eines der Angebote eingelassen hätte!

    Was möchte ich Dir damit jetzt sagen? Eigentlich ist es doch egal, welchen Namen das Pferd trägt, wenn Du reiten möchtest. Ob nun der Alkohol, die Persönlichkeitsstörung oder andere Dinge den Arbeitstitel vorgeben: Im Prinzip arbeitest Du doch an Dir und gibst damit auch die Marschrichtung vor. Professionelle Therapeuten und Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten können Dich dabei unterstützen, aber bewegen musst Du Dich immer selbst.

    Gib Dir ruhig ein wenig Zeit, setz Dich nicht unter Druck und vermeide, das absolute Optimum für Dich suchen zu wollen.

    Ach ja, und Herzlich Willkommen hier im Forum :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    Andreas :
    Schön dass Du ähnlich denkst. Zeigt mir das doch auch, dass dieser Ansatz nicht ganz so verkehrt sein kann!

    Mir geht es ja vor Allem darum, mir meinen Bewegungsspielraum zu erhalten, und in diesem Zusammenhang wird man natürlich auch hin und wieder mit Alkohol trinkenden Menschen konfrontiert. Ganz überspitzt gesagt: Ich werde nicht in den Rhein springen, nur weil mir auf der Brücke jemand mit einem Bier entgegen kommt :wink:. Andererseits muss ich solche Personen natürlich auch nicht in ein lang andauerndes Gespräch verwickeln. Eine Frage der Balance, aber ganz besonders eben auch eine Frage der eigenen Sicht auf solche Menschen. Hier sehe ich eben wenig Sinn darin, wilde Alkoholismusspekulationen durch mein Hirn kreisen zu lassen. Das lenkt mein Denken am Ende doch nur weg von meinem eigenen Problembewusstsein.

    Nun ja. ‚Andere Menschen’ ist ein gutes Thema! Hier im Speziellen meine Partnerin und thematisch geht’s mal wieder um den Hund. Die Geschichte (Tierschutz) habe ich ja vor einigen Tagen bereits zum Besten gegeben und eigentlich war da für mich auch schon ein Haken an der Sache. Für meine Partnerin galt das aber offensichtlich nicht in der gleichen Weise, also werden wir uns das Tier jetzt doch noch anschauen fahren. Hmmm, grundsätzlich würde das jetzt nicht wirklich mehr Arbeit machen und auch die Haare würden uns nicht vom Kopf gefressen, aber trotzdem weiß ich nicht, ob mich dieses Unterfangen wirklich mit Begeisterung erfüllen soll. Wenn sie es wirklich will, dann wird sie es auch mitnehmen, egal, was ich davon jetzt halte. (Kritik würde wie ein Teelicht im Atlantik ersaufen). Hmmm, mal gucken, vielleicht verläuft sich die Sache ja doch noch.

    Soweit mal von mir.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo,

    Zitat von Karotte

    Auch Kliniken sind nicht alle gleichgut und auch hier hat man die Wahl!


    Hmmm, ich glaube, selbst eine 'schlechte' Klinik ist besser, als

    Zitat von live2008

    ... ununterbrochen Wein - Bier zum Frühstück – Wein – Bier ...


    Von daher sehe ich das mit der Wahl ein wenig anders. Wenn man dazu auch noch die Erfahrung machen durfte, selbst auf einer Entgiftungsstation als Patient liegen zu dürfen, dann bekommt man auch ein wenig Verständnis für die Situation der Ärzte. Eine Individualbetreuung ist nicht nur nicht möglich, sondern vor Allem ohne den Willen (zum Trockenwerden!) des Patienten auch gar nicht zielführend. Von daher ist das schon gut so, wie es ist. Ich war auch nicht begeistert von meiner Entgiftung, aber ich habe es doch unterlassen, mich darüber zu beschweren und mit dem gewonnen Abstand von heute sehe ich es als eine sehr wichtige und lehrreiche Erfahrung auf meinem Weg.

    Daher meine kleine Kritik.

    Wenn Du, liebe live2008, konsequent und mit festem Willen weiter an Dir arbeitest, dann wirst Du die vergangenen Tage sicher auch einmal als den Start in Dein neues Leben betrachten. Dabei kannst Du Dich durchaus zurecht mit einem mulmigen Gefühl daran erinnern, wie schwer der Anfang einmal war - es soll Dir eine Stütze sein, nicht wieder an diesen Punkt zurückzukehren.

    In diesem Sinne

    LG
    J.