Hallo zusammen,
ein kleines Update zum Thema ‚neuer Hund’ (keine Bange, ich halte mich kurz
)
Wir haben soeben entschieden, das Tier nun doch nicht zu uns zu nehmen. Prinzipiell ein vom Wesen her sehr angenehmer Hund, der auch die gewünschte Portion ‚Pfeffer’ mitbringt, aber leider auch eine noch nicht näher qualifizierte Hüftproblematik
. Letzteres war aber nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung, sondern vielmehr das ganze Übernahme-Brimborium, welches die Damen und Herren ‚Tierschützer’ veranstalten wollten. Nun ja, ich will das jetzt gar nicht weiter ausführen (so ganz grob habe ich das ja auch schon vor einigen Tagen mal getan), aber vor einem ganz anderen Hintergrund war es wieder eine sehr lehrreiche Erfahrung:
Gerade bei den Menschen, die erst kurze Zeit abstinent leben, kommt so häufig das ‚Problem’ mit der Offenheit bezüglich ihrer Alkoholerkrankung zu Tage. Nicht zuletzt habe ich selbst vor einigen Monaten meine Zweifel und Ängste vor einem allzu offenen Umgang mit dem Thema hier in meinem Thread angesprochen. Meine ersten Schritte zu einem heute fast selbstverständlichen Umgang waren zugegebenermaßen auch nicht die leichtesten, aber mal ganz ehrlich: Auf dem Weg in ein dauerhaft alkoholfreies Leben sind sie doch mit die wichtigsten. Dabei sind all diese ‚Was denken nur die anderen?’-Gedanken völlig frei von Sinn, denn was die anderen denken, werde ich ohnehin nur erfahren, wenn ich es ihnen sage. Aber selbst wenn der eine oder andere plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben möchte, wen kümmert’s!
Die Damen und Herren von ‚Tierschutz’ beispielsweise leben auch auf einem völlig fremden Planeten. Und durch mein/unser Hobby ist es nun auch nicht das erste Mal gewesen, dass ich feststellen musste, dass sich so mancher in diesem Metier doch recht weit vom ‚normalen’ Denken und Handeln eines Menschen entfernt hat. Aber: Haben diese Menschen ein Problem damit? Nein! Sie stehen offen und konsequent zu ihren Ansichten – wohl wissend, dass nicht allzu viele ihre Lebensart teilen und sie für bescheuert erklären. Diese Leute gehen einfach geradlinig ihren Weg und bezeichnen z.B. das, was ich eher in die Kategorie Import/Handel stecken würde, immer noch als Tierschutz. Sie gehen eben ihren Weg und lassen sich von Kritik (sei sie nun berechtigt oder auch nicht) einfach nicht berühren. Geradeaus und ohne Rechtfertigungen!
Tja, so kann man als Alkoholiker lernen, dass auch andere Menschen ihre ‚Eigenheiten’ haben, dazu stehen, und gerne auf Menschen verzichten, die ihre Weltanschauung eben nicht teilen. Auch dies ist ein gesunder Egoismus, der dazu dient, sich sein einmal errichtetes Leben nicht madig machen zu lassen.
Ich hoffe, ihr habt dieser kleinen Transferleistung folgen können
.
Liebe Grüße
J.