Beiträge von JoeDoe

    Hallo zusammen,

    Sabine :
    Auch Dir ein kurzer Dank :D. Es freut mich natürlich, wenn meine Worte auf Anklang stoßen – insbesondere, wenn dies nicht nur die Form, sondern auch den Inhalt betrifft.

    @all:
    Und wieder ist ein Wochenende vorübergegangen. Versprach der Wetterbericht am Freitag noch apokalyptische Zustände, so zeigte sich der Sturm hier doch von seiner sanften Seite. Bei genauerer Betrachtung auch gar nicht so verwunderlich, denn Kyrill hat vor einem Jahr doch sehr effektive Fällarbeiten geleistet und so schnell wachsen Bäume dann nun auch nicht nach :wink: .

    In den letzten zwei, drei Tagen habe ich auch noch einmal ein wenig über mein Konsumverhalten (Alkohol und Drogen) und die daraus resultierenden Auswirkungen für mein Leben nachgedacht. Gerade auch die von mir schon mal beschriebene Zurückhaltung gegenüber anderen Menschen, die phasenweise in regelrechte Angst ausartet, kann ich zumindest zum Teil auch durch mein Konsumverhalten erklären. Ich sehe da zwar keinen auslösenden Charakter, aber dennoch eine ganz klare Unterbindung von notwendigen Kurskorrekturen in meiner Entwicklung. So kann ich diese Zurückhaltung / Schüchternheit grundsätzlich auch viel, viel weiter zurückverfolgen, aber eben auch erkennen, dass der Griff zur Flasche & Co. ein Ausdruck von Überforderung und auch Resignation bezüglich dieser Problematik war. Gerade im Bereich illegaler Drogen schafft man sich ja neue soziale Kontakte, die durch das gemeinsame ‚Geheimnis’ eine spezielle Bindung bieten. Der Oberflächlichkeit dieser Bindung bin ich mir allerdings erst bewusst geworden, als der Rausch zum primären Ziel meines Handelns geworden ist. Dumme Sache.

    Na ja, das Verstehen dieser Entwicklung ist interessant, aber leider auch nur bedingt hilfreich: Es ist ja doch schon einige Zeit vergangen und meine aktuelle Lebenssituation hat sich auch verändert. Tja, die Uhr können wir nicht zurückdrehen, aber die Fehlerhaftigkeit unserer Wege erkennen und andere Richtungen einschlagen, das können wir sehr wohl.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo joya,

    Laufen, Hunde, Natur allgemein ... das sind natürlich alles prima Möglichkeiten, sich selbst wieder ein wenig zur Ruhe zu bringen (ich drehe ja auch jeden Tag meine Runde mit den Hunden :wink:). Wirklich herausfordernd finde ich allerdings tatsächlich solche Situationen, wie sie Dir und mir beim Einkaufen widerfahren sind: Denn im Supermarkt kann man sich ja nicht eben mal schnell die Laufschuhe überstreifen und eine Runde drehen :roll:.

    Glücklicherweise hat mich ein solcher Druck tatsächlich erst einmal ereilt (auch wenn der Gedanke an Alkohol in schwächerer Form durchaus häufiger gekommen ist). Sollte das allerdings noch einmal passieren, dann wäre es natürlich schön, wenn ich etwas hätte, was ich diesem Druck entgegen setzen könnte. Denn diese 'Rahmenbedingungen', die wir früher für ein ordentliches Besäufnis genutzt hätten, die werden uns auch in Zukunft immer wieder mal begegnen. Vielleicht klappt es ja, einen solchen Druck im Supermarkt mit der bloßen Erwartung einer Joggingrunde zu verscheuchen.

    Mal ganz allgemein gehalten: So etwas wie 'Die Sonne scheint, ich hab frei, mein Freund auf Arbeit' sollte bei Dir prinzipiell Handlungsoptionen freudig in Aussicht stellen, die Dir Spaß machen, für die Du im Alltag aber gar keine Zeit hast. (für mich gilt natürlich das gleiche :wink:)

    Der Rest ist dann sicher einfach eine Frage der Zeit.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    ich finde Deine Gedanken wieder mal richtig prima :D. Wo immer etwas schief läuft, da tönt man sofort, dass man das drohende Unglück doch hätte voraussehen können, aber beim übermäßigen Alkoholkonsum, ja da hat doch jeder alles im Griff, solange man sich noch einigermaßen benimmt und seinen Pflichten noch nachkommt :roll:. Wenn man dann aber trotzdem dem Alkohol den Rücken kehrt, damit es eben genau so weit nicht kommt, dann kann man irgendwie kein Verständnis erwarten ... Vielleicht, weil der ein oder andere selbst schon etwas zu nah am Feuer spielt?

    Naja, Du tust das Richtige und Du weisst das auch! Anders herum wäre es bedeutend schlechter, also: Weitermachen und dem Verständnis anderer gar nicht so viel Bedeutung zumessen ... Hast Du ja auch früher schon einmal geschrieben: Du musst mit Dir ein Leben lang zusammenleben und deshalb musst Du Dein Handeln auch nicht anderen erklären, oder Verständnis erwarten.

    In dem Sinne

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    @joya:
    Ich denke auch, dass es eine Reihe von Gründen gibt, warum sich Alkohol etwas massiver in unseren Hirnen verankert hat. Die Verfügbarkeit und natürlich auch die Werbung spielen da sicher eine zentrale Rolle. Ein weiterer Punkt ist dann auch noch das Konsumritual: Beim Trinken begleitet einen der Alkohol den ganzen Abend, die Pille ist schwupps geschluckt und die Line zupp gezogen. Selbst wenn man sich dabei nur unter 'Gleichgesinnten' befindet: Der Konsum der meisten Drogen ist schnell erledigt und man kann sich dann längere Zeit an der Wirkung 'erfreuen' ohne alle 15 Minuten Nachschub zu besorgen. Der Alkohol ist da doch viel präsenter und genau diese Präsenz macht es wohl auch so unglaublich schwer, sich vom Alkohol dauerhaft zu lösen. Natürlich gibt es aber auch andere Substanzen, wie Heroin z.B., die trotzdem ein enormes Suchtpotential haben und die sehr schnell in eine (auch körperliche) Abhängigkeit führen können und damit überhaupt nicht diese über Jahre gepflegten Rituale brauchen.

    Insgesamt finde ich das ganze Thema schon recht spannend ... Also nicht den Konsum, sondern die Unterschiede, die auftreten, wenn man sich von einem Rauschmittel trennt bzw. wie stark und wie schnell sich vorher eine Abhängigkeit entwickelt hat.

    Die Tatsache, dass ich heute völlig frei von Verlangen und auch völlig frei von dem Gedanken an Verzicht bezüglich der Drogen lebe, stimmt mich natürlich grundsätzlich auch positiv, wenn ich über den langfristigen Erfolg meiner Alkoholabstinenz nachdenke. Denn ich weiss ja, dass es geht :wink: .

    @all:
    Der Schornsteinfeger war da, ich aber nicht! Naja, er ist trotzdem reingekommen, weil meine Partnerin zu Haus verweilte. Grundsätzlich finde ich es natürlich immer noch dreist, einfach 12 Stunden vorher einen Zettel an die Tür zu kleben und dabei nicht einmal eine ungefähre Uhrzeit anzugeben, ABER mir ist selbstverständlich auch der alte Hintergrund dieser Verärgerung bewusst geworden: Hätte ich am Abend vorher aus irgendwelchen Gründen mal wieder ein, zwei Bier mehr getrunken und der Mann wäre schon um 0800 auf der Matte gestanden, oder hätte er sich gar erdreistet erst gegen 1600 hier aufzutauchen und damit unter Umständen meinen Trinkstart verschoben, dann wäre das ja schon eine Frechheit gewesen :wink: . Überhaupt hatte hier niemand ab 1800 an der Tür zu klingeln, denn mein Heim war ja meine geschützte Trinkfeste, und in der durfte man mich natürlich nicht einfach und unangemeldet stören! Naja, da bin ich heute doch viel flexibler ... allerdings eine kurze Anmeldung finde ich dennoch immer nett :wink: .

    Soweit mal bis hier.

    Liebe Grüße

    j.

    Hallo Andy,

    na dann lass ich es mir doch nicht nehmen, Dir noch schnell eine schöne und vor Allem eine trockene Reise zu wünschen, bevor Du Dich hier aus dem Staub machst :wink: . Ich meine mich zu erinnern, dass es für Dich gen Osten geht. Also gib auf Dich acht, wenn Dir ein Vodka über den Weg laufen sollte.

    Man liest sich.

    Poka

    J.

    Hallo zusammen,

    @joya:
    Danke für das kleine Kompliment. Freut mich auch, dass Du etwas aus meinem Thread mitnehmen konntest … aber das ist ja irgendwie auch der Sinn von einem Selbsthilfeforum :wink: . Ich habe bei Dir natürlich auch schon gelesen, und da haben wir ja neben dem Alkohol auch noch einige andere Erfahrungen mit rauschbringenden Substanzen gemein: xtc und diverse andere Uppers hatte ich auch einige Jahre in meinem ‚Programm’. Dazu noch ordentlichen Beikonsum von Cannabis und Alkohol (man merkt’s ja eh nicht). 96 wurde es dann auch richtig schlimm: Im Rausch der Megalomanie stand ich kurz vor der Entdeckung der Alles erklärenden Weltformel, konnte mit Tieren telepathisch kommunizieren und wenn mir eine Taube auf die Schulter schiss, dann war das eine von Gott persönlich an mich gerichtete Botschaft :shock:!

    Mittlerweile kann ich schon fast darüber lachen, aber damals war das meine Realität und eigentlich war ich auf dem besten Weg in die Psychiatrie (einige meiner Bekannten aus dieser Zeit sind dort dann auch gelandet). Irgendwie habe ich damals aber doch noch die Kurve bekommen und seit 01 kann ich mich auch als vollständig drogenfrei bezeichnen :D .

    Schon irgendwie komisch: Trotz all dieser Erfahrungen mit Drogen ist Alkohol doch eine ganz andere Baustelle. Die Finger von Pillen und Pulvern zu lassen, fand ich letztendlich wesentlich leichter. Aber das soll mich ja nicht hindern, sondern eher anspornen :wink:. Das siehst Du sicher ähnlich, oder?

    @all:
    Morgen will der Schornsteinfeger kommen. Da hat der Gute heute einfach mal seinen Zettel an die Tür geklebt und war so frei, sich auch nicht weiter auf eine Uhrzeit festzulegen. Find ich irgendwie dreist, kann man ja auch ein paar Tage vorher und vor Allem auch mit einem etwas besser definierten Zeitfenster ankündigen, oder? Naja, mal schauen, ob die Hunde ihn auch hereinlassen :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo joya,

    genau einen solchen Moment hatte ich vor ein paar Wochen auch. Auch die Situation war ganz ähnlich, wie bei Dir: Den Tag über nichts Besonderes zu tun, die Partnerin auf der Arbeit und ja, diese Tage waren auch bei mir immer solche, an denen ich mich ganz ‚gepflegt’ bereits zur Mittagszeit dem ersten Bier gewidmet hatte. Beim Einkaufen kam dann ein wirklich massiver Drang in mir auf, Bier zu besorgen :cry: .

    Tja, ich denke, dass sich da in unseren Köpfen einfach Verhaltensweisen über die Jahre hinweg eingebrannt haben, die nur mit dem Gedanken ‚Trinken tut mir nicht gut!’ nicht zu verscheuchen sind. Sich selbst und die eigenen Mechanismen besser kennen zu lernen ist da sicher ganz nützlich, wirklich wichtig finde ich aber das Etablieren von alternativen Verhaltensweisen. (In der Hoffnung, dass diese sich eines Tages genau so fest eingebrannt haben, wie es dereinst das Trinken tat). Tja, und an dem Punkt bin ich auch noch so ein wenig auf der Suche :roll: .

    Ich habe mir aber erst einmal vorgenommen, demnächst einen Tag früher einzukaufen, wenn mal wieder ein solcher Leerlauftag bevorsteht :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    gestern Abend habe ich erfahren, dass ein Bekannter aus meiner alten Gruppe wohl wieder rückfällig geworden ist. Zwar bestreitet er das Geschehen, aber ich kann mir ehrlich gesagt schon vorstellen, dass an der Geschichte etwas dran ist. Ohne jetzt aus dem Nähkästchen plaudern zu wollen, aber dieses Rückfallgeschehen ist in diesem Falle durchaus leichtsinnig. Ich verwende bewusst das Wort ‚Leichtsinn’, weil ich kaum den Eindruck gewonnen habe, dass es dieser Person ernst mit der Trockenheit gewesen ist, sondern dieser Weg vielmehr aufgrund äußeren Druckes eingeschlagen wurde.

    Mir zeigt das einmal mehr, wie sehr sich der Wunsch nach einem nüchternen Leben aus einem selbst heraus entwickeln muss. Auch wenn sich Konsequenzen durch das eigene Trinken anbahnen, die bloße Androhung von Arbeitsplatzverlust oder Trennung des Partners reicht offenbar bei vielen noch nicht aus. Manch einer muss das Kind wirklich offenen Auges in den Brunnen fallen lassen, um zu begreifen.

    Schon bitter, aber so böse es auch klingen mag: Jeder ist in diesem Punkt für sich selbst verantwortlich!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Kelli, Hallo Blizzard,

    Blizzard :
    Ein grandioser Beitrag! (ist wirklich ehrlich gemeint :D). Die Frage, welche Situationen und welche Reize für mich als Alkoholiker gefährlich werden können, ist sicher immer ganz individuell zu beantworten. Das so häufig gebrauchte Schwarz-Weiss-Denken bekommt an dieser Stelle doch eine ganz persönliche Differenzierung. Ich kann mich daran erinnern, dass ich nach meiner Entgiftung beim Blick in den Kühlschrank ganz deutlich das Fehlen der ansonsten immer reichlich vorhandenen Bierflaschen bemerkt habe. Die Sektflasche, die sich damals noch in dem gleichen Kühlschrank befand, habe ich als Alkoholquelle allerdings gar nicht wahrgenommen. (Mittlerweile ist diese aber auch aus unserem Haushalt ausgezogen :wink: ).

    Kelli :
    Auch wenn ich Blizzards Beitrag eben gelobt habe, so mag ich Dich dennoch ein wenig zur Vorsicht ermahnen. Denn auch, wenn Du in Zukunft sicher die eine oder andere Situation frei von Verzichtsgedanken durchleben kannst, während andere sich ein Glas ‚gönnen’, so ist gerade in der Anfangszeit die eigene ‚Sicherheit’ vor dem Alkohol besonders wichtig. Du machst jetzt neue Erfahrungen -wie zum Beispiel das Ablehnen des Sektes bei der Filmpremiere- und diese müssen für eine wirklich erfolgreiche und dauerhafte Abstinenz für Dich zur Selbstverständlichkeit werden, und sollten Dich nicht mit Stolz erfüllen, so wie Du es geschrieben hast. Wenn Du Dich in dieser Situation so stark und dem Alkohol überlegen fühlst, dann kann Dir die Erinnerung an diese Situation an anderer Stelle, wenn Du Dich mal etwas schlechter fühlst, eben auch suggerieren, dass Du Dich ja doch mal wieder dem Alkohol hingeben könnest, weil Du ja bereits unter Beweis gestellt hast, wie stark und widerstandsfähig Du bist. Daher solltest Du dem Alkohol in Deiner Nähe gerade jetzt wirklich nur mit größtmöglicher Vorsicht begegnen. Niemand kann oder will Dir etwas verbieten, nur auf Dich Acht geben, das solltest Du schon :wink: .

    Liebe Grüße

    J

    Hallo Plejaden,

    also Chemie fand ich immer doof (Habe den Schulunterricht mit zwei Freunden zusammen regelmäßig sabotiert, indem wir wilde Kreaturen aus den Molekülbaukästen gebaut und damit wilde Schlachten geschlagen haben :wink:).

    Zum Ponyhof: Dachte schon, dieser Gedanke hätte etwas mit einer präpubertären Prägung durch die intensive Lektüre diverser Pferdezeitschriften zu tun :wink: . Das hätte dann meinen Horizont gesprengt.

    Und mit dem Rauchen hast Du natürlich recht! Ich laboriere da leider immer noch dran herum ... und die Dinger sind schon wieder teurer geworden. Naja, wird auch noch ... irgendwann!

    Liebe Grüße und Gute Besserung

    J.

    Hallo Plejaden,

    schön, dass Du die Sache mit dem Püh so konsequent angegangen bist :wink: . Belohnt wurdest Du ja mit dem Geschmack des Hausgemachten.

    Zitat

    ja jaa, ich weiß... Ascorbinsäure muss im Vitamin C sein


    Hmmm, ich will ja nicht klugschei###, aber ich glaube, Vitamin C ohne Ascorbinsäure ist auch kein Vitamin C. Zwei Namen – eine Sache :wink:

    Zitat

    Auf dieses "Mir geht es schlecht, also kann ich auch wieder trinken"-Hintertürchen bin ich auch schon gestoßen. Ich hab es für mich geschlossen indem ich mir sage, dass ich eben ohne eigenes Dazutun krank geworden bin.


    Bei meiner gelegentlich auftretenden Schlappheit am Morgen habe ich es eigentlich genau anders herum gelöst: Wenn ich am Vorabend 2 Liter Cola trinke, das Ganze auch noch mit ein paar Chips abrunde und daran anschließend länger als 9 Stunden im Bett verweile, dann trage ich natürlich die Verantwortung, wenn ich morgens nicht richtig aus den Hufen komme :wink: . Aber das ist selbstverständlich auch etwas anderes, als eine richtige Erkrankung, wie bei Deinem Hals! (und trinkenderweise würdest Du Dein Leiden ja sogar noch verlängern).

    Liebe Grüße

    J. (der sich fragt, was eigentlich ein Ponyhof-Gedanke ist, und zweifelt, ob man den als Mann überhaupt ergründen kann :wink: )

    Hallo zusammen,

    heute wird ein bemerkenswert unereignisreicher Tag: Ich werde gleich mit den Hunden in den Wald aufbrechen und wir werden gemeinsam das heimische Terrain per Markierung als unser Eigentum deklarieren. Diesbezüglich suche ich aber noch nach einer griffigen Argumentation, die die Rechtsgültigkeit unseres Handelns unterstreicht :wink: .

    Ansonsten lagern hier noch drei Bewerbungen, die am heutigen Tage ihre Reise antreten möchten, und auch einige Säuberungsarbeiten stehen an. Weitere Tätigkeiten sind nicht geplant, aber dank dieses Forums habe ich bereits eine Anregung für meine Abendgestaltung gefunden: Die kleine Zeile mit den Google-Anzeigen im Kopfbereich (nicht eingeloggt) enthält gerade folgende Surf-Tipps:

    Depression Jugendliche
    Starcraft 2
    Suchttherapie Alkohol
    Berichte Alkoholiker

    Nun ja, SC2 ist zwar noch in Arbeit, aber der erste Teil ist ja auch noch eine Freude. Dann werde ich also mal wieder ein wenig über die Zerg herfallen :wink: . (Auch wenn sich mir der Bezug zum Alkohol nicht wirklich erschließt).

    Wünsch Euch einen schönen, trockenen Tag.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    gleich vorweg: Ich kann meine Kindheit insofern als glücklich bezeichnen, als dass ich weder physisch, noch psychisch misshandelt worden bin, dennoch waren auch meine ersten Jahre kein stetes Lustwandeln :wink: . Und obwohl ich recht früh damit begonnen habe, ‚schräge’ Pfade zu beschreiten, kann ich doch im Rückblick sagen, dass ich in jenen Zeiten (fast) immer im Glauben handelte, dass richtige zu tun.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich von revisionistischen Kindheitsbetrachtungen nicht so wirklich begeistert bin. Denn dieser Hype um das Kindheitstrauma, den Blizzard angesprochen hat, bezieht sich eben nicht nur auf Menschen, die wie wir einen Alkoholismus entwickelt haben, sondern eigentlich auf alle Menschen, die dem ‚natürlichen’ Wunsch nach persönlicher Effektivität und Erfolg nicht in vollem Maße gerecht werden. Das kann man meiner bescheidenen Meinung nach auch daran erkennen, dass heute deutlich mehr Kinder an einer behandlungswürdigen Störung erkrankt sind, als es zu meiner Zeit der Fall war (und so alt bin ich ja auch noch nicht): In der dritten Klasse meines Neffen sind 40 Prozent der Schüler hochbegabt und damit durch Unterforderung auf dem Weg, schwerste psychische Schäden davonzutragen, 50 Prozent leiden an ADS oder ADHS (wobei dabei sicher auch eine behandlungswürdige Form der Hochbegabung steckt) und 3 Kinder haben das Pech, normal zu sein. Ich will mich nicht weiter in dem Thema verlieren, aber man sieht wohl schon, dass sich in der Definition einer glücklichen Kindheit einiges verändert hat.

    Ursachenforschung in der Vergangenheit, wie kommal sie angesprochen hat, ist natürlich sinnvoll, aber selbstverständlich nur, wenn sie mit dem Willen geschieht, eigene Verhaltensmuster der Gegenwart mittels Verständnis zu durchbrechen.

    Die Verantwortung für mein Tun und Handeln, die trage ich ab einem gewissen Alter immer selbst. Mein Leben wäre sicher anders verlaufen, wenn …. wenn … ja wenn … ist es aber nicht! Und daher waren alle Entscheidungen und alle Entwicklungen aus meiner damaligen Perspektive betrachtet richtig. Nur glaube ich kaum, dass sich die heute bei mir entstandene Problematik hätte absehen lassen können, als ich drei, vier oder fünf Jahre alt war, und auch nicht, dass es Möglichkeiten gegeben hätte, zu dieser Zeit problemorientiert auf mich einzuwirken. Von daher gibt es auch keinen Schuldigen.

    Wir sind für uns selbst verantwortlich. Und zwar jetzt!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Leosaar,

    Du liest wahrscheinlich erst hier, wenn Du Deinen Termin heute hinter Dich gebracht hast, trotzdem auch von mir alles Gute für Deine MPU. Ich wünsche Dir, dass Du Dich auf dem richtigen Weg befindest und freu mich, wieder von Dir zu lesen.

    Liebe Grüße

    J.

    Erstmal gute Besserung für Deinen geschundenen Hals!

    Mit folgenden Gedanken

    Zitat

    Es ist Montag, ich fühle mich wie ausgek.... und ich habe nichts getrunken. Das ist unfair!


    habe ich mich in letzter Zeit auch ein wenig beschäftigt. Ich hab mich nämlich auch des Öfteren dabei erwischt, wie ich eine morgendliche Schlappheit mit der Katerstimmung aus alten Tagen verglichen habe. Auch ich fand das jetzt nicht so wirklich fair: Denn immerhin bemühe ich mich doch, ein sinnerfülltes und gesundes Leben zu führen, warum dankt mein Körper mir das nicht mit ungebremster Schaffensfreude? Da hätte ich mir ja auch ein paar Bier genehmigen können! Genau dieser letzte Satz ist da aber der fiese Part, weil er mir in Aussicht stellt, dass ich ja doch etwas trinken könnte, weil meine Leistungsfähigkeit am Morgen nun erfahrungsgemäß nicht so dolle ausgeprägt zu sein scheint. Eine böse Falle des Suchtgedächtnisses! In meinem Falle kann ich gelegentliche Anlaufschwierigkeiten allerdings genau so gut mit mangelnder sportlicher Aktivität und einer zurzeit leider etwas ungesunden Ernährung erklären (Ich vernichte täglich gut 2 Liter einer coffeinhaltigen Brause! Und Ja, ich nehme die mit Zucker :wink: ). Das ist also gar nicht so fies, sondern hat schon so seine Gründe.

    Zum Thema Kartoffelpüh: Kurzanleitung hat Markus ja schon geliefert, aber Du hast Dich leicht zweifelnd angehört, deshalb von mir ein herzliches Tschakka! Du schafft das!

    Liebe Grüße

    J. (der vorsichtshalber schon die Feuerwehr ruft, wenn seine Partnerin sich dem Herd auch nur nähert :wink: )

    Hallo zusammen!

    Nur mal eine kurze Rückmeldung von meiner Wenigkeit. Kurz, weil ich grad viel zu tun habe und mich auch gleich wieder anderen Dingen zuwenden werde.

    Das Gespräch mit meinem neuen Bewerbungscoach war im Grunde genommen sehr positiv :D . Nachdem wir meinen Werdegang, meine Fähigkeiten und meine beruflichen Zielvorstellungen etwas genauer betrachtet haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass da sicher noch etwas geht und mir die Nummer mit dem Ein-Euro-Job oder dem Produktionshelfer in Zeitarbeit für 5,50/Stunde erspart bleiben kann. Ist vielleicht nicht ganz so einfach, aber dafür hat der gute Mann ja Erfahrung und die notwendigen Kontakte. Ehrlich gesagt: Ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht ein paar Tage früher auf die Idee gekommen bin. Denn warum sollte man in Sachen Beruf nicht das gleiche Vorgehen pflegen, wie in Sachen Alkoholismus: Hilfe annehmen! Aber hier gilt natürlich auch: Besser spät als nie.

    Ansonsten hatten wir ein sehr schönes Wochenende: Waren viel unterwegs und ich könnte jetzt auch eine Menge schreiben und meine Meinungen, Erfahrungen und Thesen zur Diskussion stellen, aber da das alles gar nichts mit Alkohol zu tun hat, mache ich das in einem dem entsprechendem Thema gewidmeten Forum :wink:. Thematisch passend allenfalls: Am Samstagabend haben sich auch einige (nicht die Mehrheit! <20%) an der ein oder anderen Flasche Bier ‚erfreut’. Mir fällt beim Anblick leicht angetrunkener Personen immer mehr auf, wie befremdlich dieser Prozess Alkoholkonsum eigentlich ist: Die Augen werden glasig, die Stimme verliert an Klarheit und die Gemütslage des Trinkers fällt in den Zustand ‚fröhlich-blöde’ – ganz zu Schweigen von der sich nach dem dritten Schluck entwickelnden Fahne :? . Solche Eindrücke finde ich recht hilfreich, sollte mein Hirn mal einen ‚Schwipps’ oder gar ein KT-Experiment vorschlagen: Trinken in jeder Form und Dosis ist frei von Sinn und hat mit Belohnung rein gar nichts zu tun!

    Soweit mal bis hierher.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andy,

    na, da hast Du ja ein lustiges Familchen (bis auf die Sache mit dem Krebs natürlich). Tja, die Sache mit dem Spiegel ... ich glaube, die Leute sind viel zu ignorant, um überhaupt im Ansatz zu verstehen, was Alkoholismus oder auch einfach nur sinnlos überzogenes Trinken bedeutet. Ich habe es mit Erklärungen oft genug versucht, aber ich muss am Ende einsehen, dass ich meine Aufklärungsargumente genau so gut einem Sack Kartoffeln erzählen könnte :roll: .

    Whatever. Morgen habe ich mal wieder einen Termin bei meinem (neuen) Bewerbungscoach. Wir nehmen uns auch ein wenig mehr Zeit und werden gemeinsam meine Zukunftsperspektiven ausloten ... bin mal gespannt.

    Und mal so am Rande: Ich glaube, ich habe während dieser Woche (ausser der Zeit, die ich hier im Forum verbrachte) kein einziges mal an Alkohol gedacht. Also nicht positiv oder negativ, sondern einfach gar nicht! Finde ich irgendwie gut, oder besser gesagt: befreiend! Ich deute dies mal als ein Zeichen, mich weiterhin auf einem guten Weg zu befinden.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    ein halbes Jahr bist Du jetzt schon auf dem richtigen Weg, meinen herzlichen Glückwunsch dazu!

    Und wenn Du stetig weiter auf diesem Pfade wandelst, dann wirst Du auch Herr über all Deine anderen Sorgen und Nöte. Da bin ich mir gewiss!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Der Dunstkreis um meine Schwiegereltern hat eine doch sehr schwierige Vorstellung von der Krankheit Alkoholismus. Wie ich schon im Faden von Pappnase geschrieben habe, gehört zu diesem Bekanntenkreis auch ein Mann, der mit einer Leberzirrhose im Endstadium dem Ableben entgegensteuert. Die Schädigung des Organs ist auch eindeutig auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen, da gibt es keine Zweifel im Bekanntenkreis. Dennoch wird hier nicht von Alkoholismus gesprochen! Auch wenn der kausale Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung offensichtlich ist, kann man dem Mann allenfalls eine kleine Persönlichkeitsschwäche attestieren. Ein Hauch einer Tendenz zum Genuss sozusagen :roll: . Denn für eine öffentlich zu brandmarkende Klassifikation als Alkoholiker reicht ein verfrühtes Ableben einfach nicht aus. Schließlich ist (oder besser gesagt war) dieser Mann wirtschaftlich sehr erfolgreich und auch Frau und Kinder klagten nicht ihr Leid ob des stets betrunkenen Partners bzw. Vaters. Das sind aber offensichtlich wesentliche Bedingungen, die erfüllt werden müssen, damit man auch das Gütesiegel ‚geprüfter Alkoholiker’ tragen kann.

    Dazu auch folgende kleine Geschichte: Als meine Partnerin meinen Schwiegereltern im letzten Jahr eröffnete, dass ich im Krankenhaus zwecks Entgiftung verweilte, kamen sehr besorgte Fragen auf: Ob ich denn jeden Abend lallend und pöbelnd durch die Gegend wanken würde, oder ob ich denn gar handgreiflich gegenüber meiner Partnerin werde. Nachdem diese Fragen beruhigenderweise verneint wurden, ist aber auch mein Krankheitsstatus gefallen und deshalb betreibe ich eine mehr oder weniger freiwillige Abstinenz. Denn da ich ja offensichtlich noch eine gewisse Kontrolle über das Ausmaß meines Trinkens verfügte, verfüge ich ja wohl auch über die Kontrolle, das erste Glas stehen zu lassen. Ist ja wohl zu schaffen – in den Nachkriegsjahren aufzuwachsen war ja auch nicht leicht *wunder*.

    Bestes Beispiel für das Nichtbegreifen der Krankheit war am Freitag folgende kleine Szene: Meine Partnerin und ich verweilten auf dem Sofa, während sich die Gesellschaft vor dem Essen in zwei Grüppchen aufspaltete: Die einen wanderten in die Küche, um dort in geselliger Runde die ersten Gläser Wein zu trinken, die anderen versammelten sich in der Bar rund um den Zapfhahn. Als meine Schwiegermutter uns da so sitzen sah, fragte sie, warum wir uns denn nicht zu den anderen in die Bar begeben. Auf meine Gegenfrage, was ich denn bitte in einer Bar suchen sollte, kam dann sehr flapsig die Bemerkung: ‚Ach, das ist doch Blödsinn. Du musst ja nichts trinken.’

    Wie gesagt, ich würde mir solche Veranstaltungen auch lieber sparen, aber das würde mit der Begründung ‚Ich kann nicht, weil ich Alkoholiker bin’ erst funktionieren, wenn ich meinen Kontrollverlust mit dem Verlust des Führerscheins und wenigstens einer Anzeige wegen Körperverletzung belegen kann …. wobei ich dann allerdings auch gar nicht mehr aufzutauchen bräuchte :wink: .

    Alles nicht so einfach.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Leosaar,

    ich denke niemand will hier irgendjemandem etwas Böses, aber beim Thema MPU gibt es eben leider auch viele 'Spezialisten', die sich für die Wiedererlangung des Scheines auch mit einem dem Anlass entsprechendem Besäufnis belohnen. Damit möchte ich Dir nicht unterstellen, dass Du auch zu diesen Menschen gehörst, aber da Du doch eher unregelmäßig schreibst und auch nicht allzu viel über Dich und Dein Trinken bzw. Trockenwerden preisgegeben hast, ist es eben nur sehr schwer zu beurteilen, ob Du Dich auf einem richtigen Weg befindest, oder sich da doch Fallen und Hintertürchen in Deinem Denken befinden. Denn letztendlich wirst Du auch bei der MPU genau auf solche Dinge hin abgeklopft.

    Wie gesagt: Wenn Du auf dem richtigen Weg bist, dann wird das auch bei der MPU so harauskommen. Und ich glaube wohl auch, dass Du nicht der erste Kandidat bist, der eine gewisse Nervösität mit zum Termin bringt, also gehe ich davon aus, dass die Damen und Herren damit auch umzugehen wissen :wink: .

    Also ganz entspannt an die Sache herangehen!

    Liebe Grüße

    J.