Beiträge von JoeDoe

    Hallo zusammen,

    das Wochenende liegt erfolgreich hinter mir und die Ereignisse der letzten Woche habe ich mittlerweile auch recht gut verarbeitet. Wirklich positiv sehe ich dabei immer mehr die eigene Nüchternheit. Immerhin konnte ich so eine klare Entscheidung treffen und auch entsprechend handeln. Dazu gesellt sich natürlich auch der Eindruck, den die Umwelt von einem selbst bekommt: Wäre ich da nach 2,5 Litern Bier aufgeschlagen, hätte ich sicher ein besch#### Bild meiner selbst abgegeben. Ganz zu schweigen vom Eindruck, den meine Partnerin von mir in diesem Moment behalten hätte.

    Mir fällt in dem Zusammenhang auf, dass ich tatsächlich häufig Gesellschaft gemieden habe, wenn ich unter der Woche damit begonnen habe, mir meinen Pegel anzutrinken: Auch wenn es ja ‚nur’ Bier war und auch ‚nur’ abends: Nach der 3 dritten Flasche wollte ich eigentlich keine unerwarteten Überraschungen mehr haben und habe dann auch häufig die Tür nicht geöffnet, wenn es klingelte und bin auch nicht immer ans Telefon gegangen.

    Dem Unerwarteten mit wachem Geist begegnen zu können. Das empfinde ich als einen ganz großen Vorteil meiner Abstinenz.

    In diesem Sinne.

    J.

    Hallo Plejaden,

    Danke für Dein Mitgefühl.

    Auch wenn es doch 'nur' ein Hund war, so ein Tier wächst einem über die Jahre doch ans Herz. Zumal wir auch sehr viel mit unseren Hunden machen. Das eines Tages dann auch die Zeit des Abschieds kommt, das merkt man doch eigentlich immer erst, wenn es wirklich so weit ist. Was dabei so bitter ist, ist das die Wenigsten sanft im Schlaf gehen. Dieser letzte Gang zum Tierarzt mit der Gewissheit, allein wieder zurück zu fahren, ist nicht besonders schön. Aber auch dafür hat man am Ende die Verantwortung übernommen.

    Es ist mir kein wirklicher Trost, aber mir ist schon bewusst, dass ich noch vor einigen Monaten zu dieser Zeit bereits 4 oder 5 Flaschen Bier getrunken hätte. Es war nüchtern sicher nicht schöner, aber ich konnte diese Verantwortung mit wachen Sinnen und in Würde tragen. Das tröstet nicht, aber ist trotzdem ein gutes Gefühl.

    Liebe (immer noch traurige) Grüße

    J.

    Hallo Micha, Hallo Forum,

    es ist wohl tatsächlich am sinnvollsten, wenn man sich nicht mit einer allgemeinen Definition einer Normalität aufhält. Letztendlich bin ich -sowie die allermeisten anderen hier- in allererster Linie darum bemüht, mein Denken und Handeln in eine für mich wert bringende Richtung zu entwickeln. Alles, was darüber hinausgeht, ist sicher interessant für Psychologen, Mediziner und Sozialwissenschaftler, aber ob es uns auf unserem Weg hilfreich ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Zum Suchtdruck: Ich sehe das irgendwie ähnlich. Eine wirklich objektive Definition ist bei all den unterschiedlichen Emotionen, die der Gedanke an oder die Konfrontation mit Alkohol auslösen kann, sicher unmöglich. In meinem eigenen Falle sieht die Sache eben so aus, dass ich aufgrund fehlender Tiefpunkterfahrung keine wirklich tief sitzende Angst vor dem Suchtstoff entwickelt habe. Wenn sich der Gedanke an ein Bier meldet, dann ist er im Grunde genommen daher auch häufig positiv besetzt. Da er aber einerseits meine Handlungen nicht beeinflusst und andererseits auch immer seltener und schwächer wird, mag ich dieses Wort Suchtdruck nicht so wirklich. Ich habe mich allerdings dazu entschieden, es weiter zu verwenden, wenn mich die Erinnerung mal wieder einholt, weil ich glaube, dass es mich zu weiterer Wachsamkeit ermahnt.

    Suchtdruck, also den Gedanken an Alkohol, habe ich heute überhaupt nicht, obwohl es mir ehrlich gesagt nicht so gut geht. Ich mag ein wenig ausholen, und erzählen, was gestern so passiert ist.

    Der Tag begann ganz unspektakulär mit einem recht späten Frühstück und einer entspannten Runde mit den Hunden durch den Wald. Im Anschluss daran habe ich mich an den Rechner gesetzt und an meinen Bewerbungsunterlagen gebastelt. Irgendwie verliere ich nach einigen Monaten meine Identifikation mit dem von mir erstellten Werk und gestalte die Unterlagen dann vollständig neu – was recht aufwändig ist, weil ich da schon viel Wert auf Design und Layout lege. Naja. Später bin ich dann noch zur Bank und habe ein paar Dollar-Noten, die hier noch als eine Art stille Reserve lagerten, umgetauscht. Das hat mich jetzt zwar nicht reich gemacht, aber für den Rest des Monats sollte es eigentlich genügen. Von der Bank ging es dann direkt zu der Orientierungsgruppe, die der ambulanten Therapie vorgeschaltet war. Es war mein letzter Termin in dieser Gruppe und die Runde war dieses mal sogar ganz interessant. Ich fand es fast schade, dass ich dort jetzt nicht mehr hingehen kann. Hmmm … Nach der Gruppe habe ich dann direkt einen Teil des getauschten Geldes in Nahrung verwandelt und bin wieder nach Hause, um weiter zu arbeiten. Irgendwie bin ich ziemlich tief am PC versunken und habe ganz vergessen, die Nahrung zuzubereiten und die abendliche Runde mit den Hunden zu machen. Letzteres habe ich dann mit dem Abholen meiner Partnerin verbunden, und so gegen 22:30 konnte ich dann langsam damit beginnen, ein Abendessen auf die Beine zu stellen. Den verständlichen Ärger meiner Partnerin konnte ich glücklicherweise durch die Tatsache besänftigen, dass ich meine Unterlagen jetzt auch fast druckreif fertig gestellt habe. Noch ein ¾-Stündchen, und es hätte lecker Essen gegeben…

    Irgendwann später wollte unser ‚Senior’ aufstehen, um etwas zu trinken. Mit 15 Jahren hat er für seine Größe ein durchaus beachtliches Alter erreicht und natürlich sind seine flotten Tage auch schon ein wenig vergangen. Wenn er sich also erhebt, dann kann das schon mal ein durchaus schwieriges Unterfangen werden und so manches Mal belässt er es dann auch bei dem Versuch und bleibt noch ein Weilchen liegen. In jenem Moment erschien im die Stillung seines Durstes aber Lohn genug, um sich der mühsamen Prozedur vollständig zu unterziehen. Einmal aufrecht stehend kann er sich noch gut bewegen, doch diesmal versuchte er etwas flink um einen Stuhl herum zu laufen und stürzte auf den Boden. Das ist zwar selten, aber auch noch nicht sonderlich ungewöhnlich. In einem solchen Fall bleibt er dann einen Augenblick liegen, sortiert sich neu und rappelt sich wieder auf. Gestern blieb er aber länger liegen und der folgende Versuch, sich wieder zu erheben, schlug erneut fehl. Wenn man ein Tier hat, dann kennt man natürlich auch all seine Schwächen, und natürlich hilft man in einem solchen Fall. Grundsätzlich sind meine Partnerin und ich auch sehr erfahren, was Hunde betrifft, und in der Regel behandeln wir die meisten Wehwehchen selbst. Aber nachdem wir einen intensiveren Blick auf das Tier geworfen haben, sind wir doch zur Klinik aufgebrochen. Auf der Fahrt haben wir auch nicht viel miteinander gesprochen. Dort angekommen hat die Tierärztin die von uns bereits gestellte Diagnose bestätigt und die Behandlungsalternativen kurz beschrieben. Es gab im Prinzip nur eine Entscheidung und wir haben dann auch sofort die Behandlung eingeleitet. Nach einem schweren Schlaganfall mit vollständig halbseitiger Lähmung hat das Herz unseres Seniors um 23:15 aufgehört zu schlagen.

    Bin traurig.

    J.

    Hallo miteinander!

    Andi :

    Ich finde Deine Aussage nicht unglaubwürdig. Ich habe bei mir eben nur andere Erfahrungen gemacht und von daher habe ich einfach keine Möglichkeit, mich da hinein zu versetzen :wink: . Möglicherweise hat es etwas mit der Intensität des persönlichen Tiefpunktes zu tun: Je stärker man dadurch beeindruckt wird, desto leichter fällt es, die Abstinenz ohne gegenläufige Gedanken anzugehen. (<- Wieder ein theoretischer Ansatz! Ich kann’s nicht lassen :wink: )

    Plejaden :

    Zitat

    … nur der irgendwie diffuse Wunsch, mal wieder "abzuschalten" …


    Genau das ist es, was mich da ereilt hat. Dabei kam dann auch die Erinnerung an die alten Verhaltensweisen an den Tag. Diese Erinnerung hat allerdings weder in diesem noch in früheren Fällen einen wirklich bewussten Trinkwunsch generiert, oder hat eine realistische Alternative für den Fortgang meines Tages dargestellt. Bei manch einem Bericht über Suchtdruck sieht das ja allerdings anders aus. Hmmm, vielleicht liegt das sogar an meinem Angstproblem (welches sich tatsächlich immer weiter bessert *freu*): So ein halbes Auge ist ja ständig mit der Beobachtung und Bewertung interner Vorgänge beschäftigt. Von daher kann es ja auch sein, dass andere Menschen ohne dieses Problem erst viel später auf einen sich anbahnenden Suchtdruck aufmerksam werden. Da hätte die Angst ja auch mal etwas Positives :wink: .

    @Markus:

    Auf der ersten Seite meines Threads habe ich mal so ein paar ‚Eckdaten’ über mein Konsumverhalten aufgeschrieben. Da hätte ich auch Cannabis anzubieten und somit haben wir eine weitere Gemeinsamkeit :wink: . Ich habe mit 16 Jahren damit angefangen und etwa 6 Jahre sehr regelmäßig gekifft (auch viel täglich, sogar zum Frühstück!). Von daher kenne ich mich auch bei diesem Thema recht gut aus. Allerdings habe ich es bisher vermieden, hier vergleichende Erfahrungen niederzuschreiben. Denn obwohl ich natürlich die Unterschiede im Suchtverhalten und im Abstinenzprozess für mich auseinander genommen habe, denke ich, dass diese Gedanken hier nicht so hinein passen. Am Ende ist es doch ein andere Baustelle.

    Zum Thema Suchtdruck und Cannabis aber doch einen kleinen Gedanken: Mein heutiges Verhältnis zu Cannabis definiert so ein wenig meine Zielvorstellung im Bereich Alkohol: Etwa alle 6-8 Wochen fliegt mal so ein Gedanke ‚Jetzt könntest Du aber schön einen rauchen’ durch mein Gehirn. Dieser Gedanke ist allerdings völlig abwegig und stellt auch keinerlei Verhaltensalternative dar. Es ist tatsächlich nur dieser Satz, eine Erinnerung an den Rausch ist damit nicht verbunden. Auch wenn mich des Sommers eine Wolke erreicht, die von kiffenden Jugendlichen im Park produziert wird: Ich erkenne den Geruch, aber den Wunsch, mich dazuzugesellen habe ich nicht einmal im Ansatz. Da bin ich zur Zeit beim Alkohol noch ein wenig entfernt, weil die Rauscherinnerung durchaus noch vorhanden ist. Aber ich habe eine konkrete Zielvorstellung!

    Soweit erstmal …

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Dein ‚Prüfungsbericht’ liest sich doch sehr positiv :D . Ist doch eigentlich komisch, dass man sich im Vorfeld solcher Prüfungen gerne mal selbst verrückt macht :roll: . Aber wie Du ja gesehen hast: Wenn man sich gewissenhaft vorbereitet, dann klappt’s auch mit der Note!

    Auch von mir einen kleinen Glückwunsch zu Deinen fünf Monaten.

    Uuuuund: Nicht so viel Fernsehen gucken. Du erinnerst mich fast an meine Schwiegermutter. Selbst wenn Geldscheine auf der Straße verschenkt werden würden: Tennis, Skispringen, Fussball, Formel 1, Olympia, Schwimm-WM, Springreiten, Bodenturnen … Man muss Prioritäten setzen :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Jane,

    Zitat

    Habe wahnsinnige Angst wenn ich jetzt ein paar Tage in die Entgiftung gehe das ich dann meinen Job verliere.


    Dir ist aber schon bewusst, dass Du während einer Entgiftung arbeitsunfähig bist und auch eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt bekommst. Kein Arbeitgeber darf Dir aufgrund von Krankheit kündigen. Was machst Du denn, wenn Du Dir ein Bein brichst?

    Das Du davor Angst hast, kann ich verstehen, das hatte ich auch. Aber ich fand es für mich notwendig und glaube mir, mir hat es die Augen weit geöffnet.

    Ich wünsch Dir viel Kraft.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Andi :

    Zitat

    Überlege einmal für dich,wo diese Fragestellung herrühren könnte!


    Ich tendiere grundsätzlich dazu, mich immer wieder mit anderen Menschen vergleichen zu wollen. Das geht natürlich auch weit über die Alkoholproblematik hinaus, schließt diese aber definitiv mit ein. In diesem Zusammenhang weiß ich zwar, was bei mir nicht funktioniert, aber ich habe keine Ahnung, was bei einem nicht erkrankten Menschen noch ungefährlich ist, und was eben nicht. Im letzten halben Jahr habe ich vermehrt beobachtet, wie ich anderen Personen gedanklich eine Alkoholproblematik unterstellt habe, aber irgendwie fehlt mir für eine solche Einschätzung die klare Differenzierung zwischen normal und krankhaft.

    Aber ich erkenne natürlich auch die ‚Hintertürchengefahr’, auf die Du mich sicher auch aufmerksam machen wolltest. Frei nach dem Motto: Definieren wir uns die Grenzen des ‚normalen’ Alkoholkonsums, probieren wir es mit kontrolliertem Trinken und schrauben dann so lange an diesen selbst erstellten Grenzen herum, bis wir wieder auf der Entgiftungsstation landen. So betrachtet, ist es vielleicht sogar am Besten egal, was der normale Mensch so in seinem Leben aus welchen Gründen auch immer zu sich nimmt. Hauptsache, ich lass die Finger davon!

    Zitat

    … da ich bis dato noch keinen Suchtdruck hatte …


    Ich habe ja auch bei einigen anderen diese Aussage gelesen, daher mag ich Dich direkt fragen: Hast Du tatsächlich kein einziges Mal seit Beginn Deiner Abstinenz den Vorschlag aus den Reihen Deiner Hirnzellen vernommen, jetzt z.B. ein Bier zu trinken? Hast Du nie wieder seit diesem Zeitpunkt das unterbewusste Bedürfnis nach alkoholischer Wirkung verspürt? Ich kann mir das so gar nicht vorstellen. Wie gesagt, ich habe auch nie ein wirkliches Verlangen verspürt, mehr so eine Art Handlungsoption. Ich finde das eigentlich auch ziemlich normal, da ich ja von einem Tag auf den anderen mit jahrelang eingeschliffenen Gewohnheiten gebrochen habe. Hmmm …

    kommal :

    Zitat

    Wäre interessant und wichtig für dich, diesen Tiefen auf den Grund zu gehen. Gedanken an Alkohol und Saufdruck sind für mich Zeichen für Unzufriedenheit. Das versuche ich zu klären, denn hier fängt mein Rückfall an.


    Unzufriedenheit ist ein gutes Stichwort! In diesem konkreten Fall mussten 200 Euro den Besitzer wechseln, und das eben leider in die falsche Richtung. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass ich weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit in meinem Verhalten gegenüber meiner Lichtmaschine habe walten lassen: Ich habe mich darüber trotzdem geärgert. Und Warum? Weil mir die 200 Euro gerade wirklich fehlen. Das hat wiederum mit meiner momentanen Arbeitslosigkeit bzw. der geringen selbstständigen Tätigkeit zu tun. Um diesen Zustand zu ändern bedarf es allerdings ein wenig mehr Selbstsicherheit und Wertschätzung meiner Leistungsfähigkeit...

    Du siehst, es gibt viel Grund für Unzufriedenheit, aber keinen, um zu Trinken. Denn trinkenderweise könnte ich diese Situation zwar stundenweise ausblenden, aber ich würde nichts ändern! Ich habe es jahrelang auf diese Art und Weise erfolglos versucht und das ist ja auch der Grund für meine Abstinenzentscheidung gewesen: Trinkend kann ich mein Leben gar nicht selbst in die Hand nehmen und an meiner Unzufriedenheit arbeiten. Ein wenig Zeit muss ich aber schon aufbringen. Tja, aber wo es mir allerdings im Moment tatsächlich noch ein wenig mangelt, ist die Fähigkeit, mich beim Aufkommen dieser Unzufriedenheit sinnvoll und effektiv abzulenken, und da kommen natürlich auch die alten Strategien manchmal zum Vorschein. Ich bremse mich zwar immer wieder mit Gedanken, dass andere Menschen Hunger leiden oder an Krebs erkrankt sind - denn im Vergleich dazu geht es mir doch eigentlich recht gut - aber eine Problemlösung ist das ja eigentlich auch nicht. Das braucht eben noch ein wenig konsequentes Arbeiten und damit auch ein wenig Zeit :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander!

    So, das Wochenende habe ich jetzt hinter mich gebracht und auch dieser leichte Anflug von Trinkverlangen ist wieder in den Tiefen entschwunden, aus denen er emporgestiegen ist. Aber es war ja auch nur ein leichter Anflug.

    Allerdings wirft das bei mir doch zwei kleine Fragen auf:

    Erstens: Ist dieser Wunsch nach ein oder zwei ‚Abschaltdrinks’ für einen ‚Normalen’ eigentlich noch legitim, oder beginnt hier bereits ein kritisches Konsumverhalten, welches schleichend im Alkoholismus enden kann? Ich kann für mich natürlich sagen, dass diesem einen Ablenken sofort tägliches Ablenken folgen würde, aber wie sieht das bei jenen mir mittlerweile so fremden Menschen aus, die kein Alkoholproblem haben?

    Zweitens: Was versteht man eigentlich genau unter Suchtdruck? Prinzipiell ist das natürlich eine rhetorische Frage, aber wenn man hier und auch bei anderen Quellen liest, dann stellt man doch fest, das sich da ganz unterschiedliche Empfindungen mit ganz unterschiedlichen Intensitäten finden lassen. Die Gefühle scheinen da doch sehr individuell zu sein. Mein ganz persönlicher Suchtdruck ist jedenfalls von keiner besonderen Intensität. Ehrlich gesagt empfinde ich das Denken an Alkohol als eher lästig, denn als Bedrohung. Ich sehe es zurzeit als eine Anzeige, dass ich wohl noch zu wenig Kompensations- bzw. Belohnungsverhalten entwickelt habe. Früher habe ich natürlich in Allem einen Grund gesehen zu trinken. Nun fehlt es aber doch bei Manchem an einer angemessenen Reaktion meinerseits und so verbleibt nur die Erinnerung an den Alkohol. Muss ich wohl noch ein wenig nachbessern.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ein Gläubiger mehr, aber wieder mobil ... allerdings sind die nächsten kostenverursachenden Problemchen auch schon ausgemacht. Nur eine Frage der Zeit :cry: !

    Ich muss gestehen, dass ich heute abend tatsächlich eine leichte Form von Saufdruck verspüre. Weniger in Form eines intensiven Suchtverlangens, sondern eher als eine Art 'Abschaltwunsch' (versteht das einer hier?). Ist jetzt aber nicht so dramatisch: Das Wissen um die Unkontollierbarkeit meines Trinkverhaltens ist mittlerweile doch schon ziemlich fest verankert, ich fühle mich also nicht in sonderlicher Gefahr.

    Werde mich jetzt mal mit einer Pizza ablenken und heute früh ins Bett.

    Liebe Grüße

    J.

    liv & Karsten:
    Euch beiden auch vielen Dank für die Glückwünsche!

    @M.:
    Das man Lichtmaschinen nicht wieder 'heilesaufen' kann, is ja schon klar :wink: , das mit dem A###tritt und so hatte einen eher metaphysischen Charakter :wink: .

    Klar: Gebrauchtes Material ist günstiger, aber es will ja auch eingebaut werden! Da versagen meine Fähigkeiten aber leider. Ich kann Dir bei einer Materialtextur im Glanzlicht einen Blinn auf einen Phong layern, aber es ist besser, wenn ich mich von Dingen, die sich UNTER einer Motorhaube verbergen, fernhalte!

    Tja, brauche das Fahrzeug morgen mittag, also hab ich mal eben ein wenig herumtelefoniert. Wird mich zu diesem Termin wohl gute 150 Flocken kosten und Rechnung is nich! Nur Bares ist Wahres, also geht's jetzt in die 2. Runde: Geld auftreiben (das ist der eigentlich unangenehme Part)!

    Aber wie bereits gesagt: Heilesaufen gibt's nicht und konstruktives Handeln ohne Saufdruck ist doch auch etwas wert!

    In diesem Sinne

    LG

    J.

    Hallo zusammen,

    erstmal vielen, lieben Dank für all Eure Glückwünsche :D :D :D !
    Bestärkt es mich doch, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Wenn ich dabei so bedenke, dass ich etwa die Hälfte meines Lebens mehr oder weniger viel getrunken habe, und dagegen meine neu gewonnene Abstinenz halte, die jetzt gerade einmal 1/64 meines Lebens ausmacht, dann wird mir bewusst, dass ich ja doch irgendwie immer noch am Anfang stehe. Aber ich da guter Dinge :D !

    Ein wenig getrübt wird die Freude allerdings von meiner Lichmaschine, die nach dem Status 'Ärger machen' nun in den Zustand des finalen Ablebens übergetreten ist :cry: . Das ist insofern sehr ärgerlich, weil wir trotz straßenbahnnahem Wohnen auch auf das Fahrzeug angewiesen sind und der finanzielle Spielraum für Sonderausgaben in diesem und im nächsten Monat sich bei 20 Euro definitiv erschöpft. Zumal unsere Waschmaschine eigentlich das nächste Objekt gewesen wäre, welches ausgewechselt hätte werden müssen!

    Emotional bin ich gerade hoch verärgert und auch ein wenig am Rande der Verzweifelung angesiedelt. Das Leben verliert eindeutig an Wert und Freude, wenn man sich bemüht, seinem Leben einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, und man dafür mit solchen A###tritten belohnt wird *ärger* !

    Nicht einmal die Tatsache, dass mich kein Saufdruck ereilt, tröstet mich an dieser Stelle!

    Liebe Grüße

    J. (der heute keine gute Laune mehr bekommen wird :cry: )

    Hallo zusammen,

    eigentlich ist heute ein Tag, der bisher recht frei von dramatischen Ereignissen geblieben ist (Naja, die Kripo hat heute morgen angerufen, aber keine Angst: Keiner wird hier gesucht oder hat sich etwas zu schulden kommen lassen :wink: ). Und auch sonst wird heute nichts Besonderes mehr passieren.

    Aber trotzdem ist es heute irgendwie ein denkwürdiger Tag. Denn heute Abend vor genau einem halben Jahr habe ich den letzten Schluck aus meinem letzten Bierglas genommen, die leere Flasche zur Seite gestellt, mich zur Ruhe gebettet und mich zugegebenermaßen durchaus mit gemischten Gefühlen auf das 'Abenteuer Abstinenz' eingestimmt.

    Es war nicht immer leicht, und es ist auch noch ein langer Weg, aber ich habe diese Entscheidung mit all ihrer Konsequenz in keiner Minute des letzten, halben Jahres bereut! Ich wünsche mir jedenfalls, dass das auch so bleibt.

    Ich wünsch Euch was!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Björn,

    auch von mir noch einmal Glückwunsch zu Deiner bedingungslosen Konsequenz! Du machst das Richtige!

    Ich kann mich Olivers Worten nur anschliessen: Nimm Dir etwas zu schreiben mit und schreib ein Tagebuch oder notiere Dir einfach all Deine Gedanken, wie sie Dir gerade so in den Sinn kommen. Ich habe das leider viel zu wenig gemacht und heute finde ich das etwas schade :cry: .

    Ansonsten: Alles Gute!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    @Annika&Micha:
    Habe mich dann doch kurzerhand entschlossen, den Bäumen ihren Frieden zu lassen und stattdessen meinen Hund mit einer Apportier-Vorsitz-Übung gequält :twisted: ! Ist natürlich Quatsch: Dem Hund macht das sogar Spaß :wink: .

    Die Dinge des Alltags loben, wenn sie ihren Zweck erfüllen, ist sicher eine gute Idee ... obwohl ... Dem Toaster ein Loblied singen, weil er den Toast nicht verbrannt hat? ... Mit dem Haustürschlüssel knuddeln, weil er artig die Türe aufgesperrt hat und nicht im Schloss abgebrochen ist? ... Dem Lichterschalter einen Dankesbrief schreiben, weil er so folgsam Stromkreisläufe trennt und wieder schließt? … Ich weiß ja nicht? … Wenn das jemand sieht :roll: :D !

    @Currlinger:
    Ich schau mal, was ich da so berichten kann … ist eine lange, eine sehr lange Geschichte und ich weiß auch nicht, ob ich diese so komplett in’s Forum schreiben mag. Ich werde Dir aber auf jeden Fall noch einmal etwas dazu schreiben.

    Ansonsten bin ich gestern noch auf ein Stellenangebot aufmerksam gemacht worden. Das ist natürlich schön, aber leider weiß ich auch aus Erfahrung, dass auf eine Ausschreibung wie diese etwa 600-800 Bewerbungen eingehen werden (das ist kein Scherz!). Aaaaaaber: Die mich auf diese Stelle aufmachende und zu meinem Dunstkreis gehörende Person kennt sowohl den Geschäftsführer, als auch den Ansprechpartner persönlich. Noch besser: Ein Bekannter, für den ich schon mal einige Arbeiten erledige, kennt die beiden sogar noch besser. Nun habe ich die Klüngel-Maschinerie mal angeworfen und bin gespannt, ob sich dabei etwas ergibt. Der Job ist schon mit einer Menge Verantwortung verbunden und in einigen Bereichen würde ich mich in meiner selbst oft viel zu gering schätzenden Art auch als gar nicht ausreichend qualifiziert sehen, aber was man nicht kann, das kann man lernen!

    Drückt mir mal die Daumen.

    Liebe Grüße

    J.

    Oh, Mist!

    Ich glaube, meine Lichtmaschine macht Ärger :( . Das passt mir jetzt aber gar nicht in die Finanztüte!

    Hmmmmmmmm, da hätte ich mir vor einigen Monaten glatt ein Bier aufgemacht (weil das ja ein eine echt gute Lösungsstrategie gewesen wäre :roll: ). Nach einem Bier gelüstet es mich im Augenblick aber überhaupt nicht. Das ist ja schon mal etwas.

    Nun ja, ich packe mir jetzt lieber einen Hund, gehe in den Wald und beiße einen Baum! Vielleicht tröstet mich ein derartiges Unterfangen ein wenig ... mal gucken, ich werde berichten :wink: !

    Liebe Grüße

    J.

    Zitat

    Ich war sehr klein und habe meinen Papa immer mit Bier gesehen. Vielleicht habe ich es deshalb nie in Frage gestellt zu saufen. Weil Papa hat doch auch.


    Bingo!

    Aber ganz ehrlich: Das ist jetzt schon lange her und Du lebst heute mit Deiner Sucht. Genau so musst Du heute für Dich Wege da heraus finden und da ist Dein Plan mit Suchtberatung und Entgiftung ein prima Anfang. Alles andere, das wie und warum wirst Du sicher mit der Zeit immer besser verstehen. Ich bin ein Mensch, der immer versucht, alles gleich verstehen zu wollen, aber bei diesem Thema habe ich gelernt, dass es erst einmal wichtig ist, das eigene Leben zu verändern und später, wenn ich stabil genug bin, mich mit den Fragen der Ursachen zu beschäftigen.

    Schau jetzt gar nicht so sehr in die Vergangenheit, sondern richte Deinen Blick auf das hier und jetzt und vielleicht auch ein wenig in die Zukunft.

    Liebe Grüße

    J.