Beiträge von JoeDoe

    Hallo zilli,

    schön, dass Du beim Arzt warst und die Karten auf den Tisch gelegt hast *daumenhoch*! Da darfst Du zurecht auch ein wenig stolz auf Dich sein!

    Lass Dich mal von der fehlenden Euphorie nicht beirren. Ich habe die Praxis meines Arztes auch nicht jubilierend verlassen, aber heute -nach vielen Wochen- weiß ich, dass es mein erster Schritt auf meinem Weg in die Trockenheit gewesen ist und deshalb sehe ich es mittlerweile als ein sehr positives und befreiendes Ereignis! Wenn Du Deinen Weg auch konsequent weiter gehst, dann wirst Du dieses Empfinden sicher auch eines Tages Dein eigen nennen können!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zeppeline,

    eine zufriedene Ereignislosigkeit ist doch auch mal etwas schönes :D . Es muß ja nicht immer etwas passieren - einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen ist doch echt entspannend!

    Bei den Thema soz.Phobie fühle ich natürlich ein wenig angesprochen :wink: . Also prinzipiell mache ich gerade ähnliche Erfahrungen, wie Du sie geschildert hast. Beim Thema Alkohol unter Gleichgesinnten fällt es mir doch mittlerweile recht leicht, offen zu sprechen und mich auch an Diskussionen zu beteiligen. Das liegt bei mir sicher auch daran, dass die Alkoholthematik natürlich schon länger in meinem Kopf herumspukt, ich den Austausch darüber jedoch bis zu meiner Abstinenzentscheidung konsequent vermieden habe. Ich denke, dass ich über die Zeit durch die Teilnahme an diesen zum Teil sehr dynamischen Gruppengesprächen auch -im Rahmen von Transferleistung- in die Lage versetzt werde, in anderen Situationen selbstsicherer aufzutreten. (Mein Gott, was ein Satz :roll: ). Also immer schön dran bleiben!

    Liebe Grüße

    J.

    Achso:

    Zitat von Vaan

    habe mir u.a die Beiträge von Engel1000 durchgelesen und ohne ihr was Böses zu wollen : Das war nicht nett was sie da geschrieben hat. Gebt ihr einfach noch ne Chance wenn ich das mal so sagen darf :wink:


    Ich denke, Engel hat alle Chancen dieser Welt, sich selbst zu hinterfragen und die Entscheidungen für ihr Leben eigenverantwortlich zu treffen. Ich glaube auch nicht, dass man ihr hier die Tür vor der Nase zugeschlagen hat, aber Schnäpse sind wohl keine Meilensteine auf dem Weg in die zufriedene Abstinenz. Ich wünsche ihr jedenfalls, dass sie sich ein wenig besinnt!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ein langes Wochenende liegt hinter mir und ich mag gerne ein wenig berichten.

    aber zuerst Zeppeline , Plejaden , Brigitte :
    Ja, das ist schon irgendwie spannend mit dem soz.phobischen Erleben, das ich so bei mir beobachtet habe, aber das sich scheinbar mithilfe kleiner Tricks auch recht einfach überlisten lässt! Wahrscheinlich hat es auch etwas damit zu tun, dass ich lerne, mit meinen Problemen etwas selbstbewusster umzugehen. Dieses offene Sprechen in der Gruppe hat bei mir jedenfalls auch einen dicken Knoten gelöst und langsam gewinne ich auch immer mehr Spaß an dieser Sache (wenn man dazu Spaß sagen kann/darf). Und weil ich mir diese irre Hoffnung in solchen Situationen genommen habe, dass ich mit ein paar Bier doch wesentlich lockerer sein könnte, schwindet auch der Gedanke, Hilfe in Form von Alkohol zu benötigen. Ich kann mich also ganz auf mich konzentrieren und Stück für Stück an meiner Selbstsicherheit arbeiten :D !

    Anderes Thema:
    Nun ist es passiert! Das erste gesellschaftliche Großereignis seit meiner Abstinenzentscheidung im Juli! Die Hochzeit eines guten Freundes und bevor jetzt die Alarmglocken überall schrillen: Der Gute ist auch Alkoholiker, aber seit einigen Jahren trocken und dementsprechend sind auch die Feierlichkeiten gestaltet worden 8) !

    Insgesamt eine schöne Veranstaltung und ich habe bei mir auch deutliche Veränderungen beim Wohlfühlfaktor gegenüber Feierlichkeiten meiner nassen Zeit verspürt: Früher hätte ich mich mit einem gewissen Unwohlsein durch die Formalitäten eines solchen Festes geschlagen und sehnsüchtig auf die ersten Drinks gewartet :? . Nun wollte ich jedoch nichts trinken und es hätte auch nicht einmal etwas gegeben! Der Alkohol war also fern und auch der Gedanke daran blockierte nicht meinen Geist. Und obwohl mir gut die Hälfte der Gäste nicht bekannt waren, muß ich ehrlich gestehen: Das war die erste Hochzeit, die mir wirklich Spaß gemacht hat und an deren Ende ich nicht das Gefühl hatte 'Puh, geschafft!'.

    Na, wieder ein erfolgreiches Erleben nach dem Motto: Echten Spaß am Leben gibt's nur ohne Alkohol :D !

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J. (der gestern übrigens nicht gefährdet war, weil er schon seit langem über hochreaktive Antikörper gegen Karneval verfügt, die ihm gestern hier im Epizentrum des Schwachsinns gute Dienste geleistet haben :D )

    Hallo Plejaden,

    Mensch, Mensch, Mensch, da hat sich wohl Dein Suchtmonster glatt mit dem Karnevalszombie verbündet :x ! Ist doch erschreckend, wie heftig sich unterbewusst das Trinkverlangen an die Oberfläche kämpft. Vielleicht liegt es daran, dass all diese Karnevalisten den Eindruck erwecken, dass sie den Spaß ihres Lebens erleben und Du -ausgerechnet DU- bist mal wieder nicht dabei! Aber wie ich gelesen habe, hast Du dem Druck ja durch sinnvolle Beschäftigung erfolgreich widerstehen können. Das ist doch positiv :D !

    Tja, der Alkoholkonsum Deiner Eltern und Dein Umgang damit für die Zukunft? Wenn ich das richtig verstanden habe, dann trinken Deine Eltern durchaus regelmäßig und auch mal ein Glas mehr, aber von den Geschichten, die so manchmal im Kinderbereich zu lesen sind, scheinen sie ja doch noch ein wenig entfernt zu sein, oder? Ich stelle mir letztlich die gleiche Frage, weil meine Eltern auch sehr regelmäßige Trinker waren und auch sind, wobei dort niemand ausfällig wird und gewisse Grenzen auch nicht überschritten werden. Hmmmm, dieses Thema ist auch gar nicht so einfach, neben der eigenen Trockenheit :roll: .

    Also Baustellen gibt es wirklich viele, aber hey: Wenn man diese fertig hat, dann gibt es schöne neue Straßen, Häuser und Gärten :D !

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zilli,

    ein herzliches Willkommen auch von mir :D .

    Schön, dass Du Dich entschlossen hast, Deinen Alkoholkonsum ein wenig kritisch zu hinterleuchten - auch wenn Deine 'Gelage' bislang nur an den Wochenenden stattfinden. Jeder betrunkene Tag ist ein verschwendeter Tag!

    Wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Arzt und bin gespannt auf Deinen Report.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Plejaden :
    Deine Worte tun mir wirklich gut! Im Grunde genommen habe ich ja erst mit Beginn meiner Abstinenz damit angefangen, mich etwas intensiver mit mir und meiner Angstproblematik auseinanderzusetzen - obwohl die Erkenntnis sicher schon einige Jahre alt ist! Aber nach dem dritten Bier kam die Sache dann natürlich immer wieder auf den Stapel mit der Aufschrift 'Nicht so wichtig' :? ! Un da ich mal glaube, dass Du mir in Theorie und Praxis bereits einige Schritte voraus bist, höre ich natürlich gerne, dass Du meine Ansätze zur Problembehebung bestätigst. Fühle mich also auf dem richtigen Weg :D !

    Ist schon irgendwie komisch: Ich habe zwar vieles gelesen und mich auch bezüglich der soz. Phobie bereits ein wenig ausgetauscht, aber in den Foren zum Thema habe ich bis zum heutigen Tag keinen einzigen Beitrag geschrieben oder eine Frage gestellt. Ich habe dort beim Lesen oft den Eindruck gewonnen, dass so mancher sich in seinen Ängsten geradezu wohl gefühlt hat, und häufig beschlich mich das Gefühl, das viele Forenteilnehmer sich gegenseitig in dem Gefühl der Hilflosigkeit bestärkt haben :roll: . Irgendwie so, als wenn sich zwei nasse Alkoholiker gegenseitig die Rechtfertigungen für ihr Trinkverhalten bestätigen würden :? !

    Nun ja, werde meine Erfahrungen und Fragen dann lieber hier stellen. Hier wollen die Menschen an ihren Problemen ja auch etwas ändern :D !

    Und dazu mal auch direkt eine kleine Erfolgsgeschichte:
    Gestern hat die Vorlaufphase für die ambulante Sucht-Reha, die ich dann evtl. im nächsten Jahr starten werde, mit einem Gruppentreffen begonnen. Also mal wieder ein Haufen unbekannter Menschen in unbekannter Umgebung. Und obwohl ich das genaue Procedere in diesem Rahmen noch nicht kannte, habe ich mir für den Fall der Fälle mal im Vorfeld schon ein Thema mental bereitgelegt, welches ich zur Sprache bringen könnte, wenn diese berühmten Stillstandsituationen entstehen, in denen sich alle anschweigen. Ich hasse das! Und mein Hirnkobold weiß es natürlich genau: An diesen Situatonen bin ich schuld! Warum? Weshalb? Wieso?, das verrät der Gute natürlich nicht, hauptsache ich trage die Verantwortung für diese unangenehme Stille!

    Nun ist es während des Meetings zwar nicht zu dieser Situation gekommen, in der ich meinen 'Trumpf' gegen das eigene Unwohlsein hätte ausspielen können, ABER: Allein durch das Wissen, diesen zu haben, konnte ich den Abend recht entspannt in der Gruppe verweilen, konnte mich sehr entspannt vorstellen, und sogar teils sehr aktiv am Diskussionsgeschehen teilhaben. Meine Suchtberaterin (die ihre Krankheit mittlerweile beendet hatte und auch bei dem Treffen zugegen war) muss mich wahrscheinlich für ein bisserl bekloppt halten! Erst erzähl ich ihr von meiner Angst vor genau solchen Situationen und dann bringe ich mich selbst so aktiv in die Gruppe ein 8) .

    Geht doch!

    Dazu noch kurz am Rande: In dieser Gruppe sind auch frisch Entgiftete und auch Menschen, die den Absprung noch gar nicht vollzogen haben. Dabei ist mir erst einmal so richtig bewusst geworden, wie weit ich mich eigentlich bereits entwickelt habe. Und das ganz besonders auch durch die vielen Erfahrungen und Hinweise aus diesem Forum. Daher an dieser Stelle mal ein kleiner Dank an alle, die hier so mitwirken und Leben in dieses Forum bringen!
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    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    das mit der Info-Stunde bei der SHG tut mir echt ein wenig Leid. Da gibst Du Dir Mühe, beschäftigst Dich mit der Problematik -bevor es eben wirklich schlimm wird- und wirst dann mit solchen Einschätzungen konfrontiert :? . Das erinnert mich fast ein wenig an das Gespräch, welches ich vor einigen Tagen mit meinem Therapeuten hatte. Deshalb mag ich auch Deine Worte zitieren, die Du mir dazu in den Thread geschrieben hast: Lass Dich nicht beirren!

    Ich persönlich habe bisher jedenfalls die Erfahrung gemacht, auch von Gruppenmitgliedern etwas mitnehmen zu können, die vielleicht tatsächlich unter die Kategorie 'Schweres Schicksal' fallen. Dabei ist diese Definition 'Schweres Schicksal' natürlich immer auch eine Frage des eigenen Standpunktes. Wo jetzt Grenzen sind, bei deren Überschreitung man keinen Gewinn mehr aus solchen Gruppen ziehen kann, ist sicher ganz individuell. Bei Gewaltexzessen wäre bei mir sicher irgendwo der Punkt erreicht, an dem ich kaum noch in der Lage wäre, mich emotional auf mein Gegenüber einzulassen. Aber vielleicht würde ich auch da noch etwas mitnehmen? Von daher: Einfach mal vorbeischauen und einen eigenen Eindruck gewinnen!

    Und ansonsten natürlich diesem Forum treu bleiben :) !

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo mamama,

    Zitat

    das finde ich ist 1) eine Anmaßung und 2) destruktiv und 3) beleidigend.

    Zitat

    Bin persönlich nicht beleidigt - jeder darf sagen was er meint.


    Das verstehe ich jetzt irgendwie nicht???

    Ich empfinde den Ton hier im Forum manchmal auch ein wenig direkt und sogar zuweilen als etwas scharf, aber letztlich ist das genau der Grund, warum ich mich hier auch gerne aufhalte! Weil es EHRLICH ist!

    Denn -um Dein Zitat von oben aufzugreifen- keine noch so heftig formulierte Meinung kann so destruktiv sein, wie das Trinken selbst.

    Nun mag ich Dir gerne unterstellen, dass Du Deine Abstinenz auch erfolgreich in der Gesellschaft trinkender Mitmenschen ausleben kannst und Dich dabei auch wohl fühlst. Aber ich gebe Dir gerne auch zu bedenken, dass hier bestimmt auch Leser unterwegs sind, die vielleicht nicht die notwendige Selbstsicherheit und Stabilität haben, ihr Leben so einfach vom Alkohol abzuwenden!

    Jetzt mag eine direkte Kritik vielleicht hart beim Kritisierten aufschlagen, ich finde das jedoch immer noch besser, als die vielen unregistrierten Mitleser in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen, wenn von Kneipenbesuchen oder wilden Feiern berichtet wird, die man erfolgreich mit nichtalkoholischen Getränken überstanden hat!

    Just my two cents!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Plejaden :
    Dank Dir für Deinen Beitrag. Du bestätigst damit natürlich den Bewältigungsansatz bezüglich meiner Ängste: Wie soll ich mich in sozialen Situationen selbstsicher bewegen, wenn ich diese eigentlich immer versuche zu meiden? Was nützt all die graue Theorie, wenn sie praktisch nicht angewandt als reine Option eigenen Verhaltens in den Tiefen meines Hirnes verstaubt? Für die Zukunft sollte ich einfach mal nach folgendem Motto agieren:

    Ausprobieren! -> Reflektieren! -> Optimieren!

    Nicht jedes Gespräch, nicht jede Begegnung ist ein richtungsweisendes Ereignis, welches meine Zukunft auf unwiederbringliche Art und Weise beeinflusst!

    Am Beispiel von oben: Warum eigentlich nicht die Unterschrift an der Kasse mal mit Absicht verhauen und gucken, was passiert. Ich denke, es wird sicher nicht auf eine öffentliche Enthauptung hinauslaufen :wink: .

    ...

    Zu der Suchtdefinition: Im Grunde genommen ist es doch völlig unerheblich, ob ich mit meinem Trinkverhalten in diese Schublade passe, oder ob es mir ausreicht, im Alkohol eine Substanz zu sehen, die mir und meinem Leben nicht bekommt!

    Natürlich stand für mich am Anfang das Eingeständnis, die Kontrolle über meinen Konsum verloren zu haben und damit natürlich auch der Gedanke, süchtig zu sein!

    Aber ist es nicht vielleicht viel wichtiger, den eigenen Abstinenzwillen als Basis einer zufriedenen Trockenheit zu fördern, als auf der Tatsache zu verharren, eine Suchtproblematik erkannt zu haben?

    Mal so als Frage: Verleitet dieses reine 'Ich bin süchtig!'-Denken nicht auch irgendwann wieder zum Griff zur Flasche? Letztlich besteht doch genau darin die Essenz einer Sucht: Ich will nicht, ich MUSS! Und ganz ehrlich, mit einem steten Kampf gegen diesen Gedanken mag ich nicht alt werden!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    ich finde es immer wieder erstaunlich, wie häufig man sich hier im Forum in den Geschichten und Emotionen wiedererkennen kann. Dein Suchtmonster und mein Hirnkobold haben bestimmt nebeneinander gesessen, als sie die Dämonenschulbank gedrückt haben :wink: . Aber nun mal ein Ende mit der Scherzerei, ist ja ein ernstes Thema!

    Dieses 'Was wäre wenn'-Denken ist im Bezug auf Alkohol sicher nicht ganz ungefährlich. Was mir in anderen Situationen hilft, über meinen Schatten zu springen um eingefahrene, hinderliche Verhaltensweisen zu überwinden, was mich ermuntert, neue Wege zu gehen und zu fernen Ufern aufzubrechen, das ist natürlich beim Thema Trinken denkbar unangebracht! Optimistisches Denken ist da fehl am Platze!

    Aber schön, dass Du darauf mit einem so ganzheitlichen Kapitulationsgefühl hast antworten können. Ich wünsche Dir, dass Dich dieses Gefühl auch weiterhin begleitet (sollte der Kollege im Kopf sich mal wieder ungefragt zu Worte melden!).

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Brigitte,

    da hast Du natürlich vollkommen Recht mit dem, was Du schreibst! Die Frage, ob ich ein Problem mit Alkohol habe, kann ich mir selbstverständlich nur selbst beantworten - solange ich natürlich noch keine offensichtlichen gesundheitlichen Schäden davon getragen habe!

    Im Grunde genommen hat mein Therapeut mich ja auch nicht zur Wiederaufnahme des Trinkens animiert, sondern schon klar dargestellt, dass ich meinen Weg in die dauerhafte Abstinenz ruhig konsequent weiter gehen soll, wenn ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass mein Trinkverhalten nicht in Ordnung ist! Ferner sind wir natürlich auch übereingekommen, dass Alkohol absolut kontraproduktiv wirkt, wenn man Probleme bearbeiten möchte. Das einzige, was er eben angemerkt hat, ist, dass ich zumindest laut medizinischer Definition zwar einen hochgradig kritischen, in Ansätzen missbräuchlichen, aber eben noch keinen süchtigen Konsum an den Tag gelegt habe.

    Nur diese abgeklärte Sichtweise aus der medizinischen Definitionen heraus, die öffnet meinem Hirnkobold natürlich diverse Türen, und ist in meiner Anfangsphase sicher kein guter Baustein für ein solides Fundament trockener Gedanken.

    Und da kommt dann das zum Tragen, was Du am Ende geschrieben hast: Ärzte können sicher medizinisch diagnostizieren, aber wirklich nachfühlen kann man eben doch nur als Betroffener. Denn dann hätte man eine solche Bemerkung, so wahr sie auch sein mag, sicher nicht so lapidar in den Raum gestellt.

    Liebe Grüße

    J. (dessen Suchtberaterin heute einfach krank geworden ist :( )

    Hallo Sabine,

    ich bin ja auch noch nicht so viel weiter, aber das die Probleme nicht von einem auf den anderen Tag verschwinden, dass kann ich Dir (ohne Dich entmutigen zu wollen!) schon sagen. Das braucht ein wenig Arbeit, Überwindung und vor allem sicher auch ein wenig Zeit!

    Nur für den Anfang einen kleinen Tipp:

    Zitat

    Ich würde ja auch einen langen Spaziergang mit dem Hund machen, aber draußen stümt es und regnet.


    Dafür gibt es Herbstbekleidung :wink: . Ich komme auch grade vom Gassigang und ganz ehrlich: Das tut bei jedem Wetter gut!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    habe mir bezüglich meines kleinen Therapeutengespräches am vergangenen Freitag noch einmal einige Gedanken gemacht und bin eigentlich wieder etwas unsicher in der Frage geworden, ob ich mich jetzt nach einem neuen umschauen soll, oder eben nicht :roll: !

    Vielleicht mal so zur Hintergrundbeleuchtung: Diese psychotherapeutische Behandlung wünsche ich eigentlich nicht wegen meines Abusus und um hierbei Mittel und Wege zu finden, die mich in eine erfolgreiche Abstinenz führen (Dafür habe ich meine Gruppe, Caritas, und vor allem bin ich hier!), sondern vielmehr, um zu ventilieren, ob sich da bei mir auch grundsätzliche Verhaltensmuster finden, die sich soweit von der durschnittlichen Norm entfernt befinden, dass man getrost von einer Störung sprechen kann.

    So beschäftigt mich zum Beispiel das Thema soz. Phobie seit einigen Monaten, weil ich denke, dass viele meiner Probleme in dieses Störungsbild passen (Bsp: Ich habe hier seit drei Wochen eine neue EC-Karte, die ich nicht unterschreibe, weil es mir davor graut, bei künftigen Zahlungsvorgängen diese, meine Unterschrift dann reproduzieren zu müssen :? . Ich warte stets auf den Moment, wo der Kassierer die Unterschriften vergleicht und mich anspricht 'Hä, das aber nicht die gleiche!'. Das ist zwar noch NIE passiert, aber man kann sich da ja ruhig prophylaktische Sorgen machen!). Und da gibt es natürlich noch viele andere kleine Auffälligkeiten, die in eine ähnliche Richtung laufen.

    Aber ich bin natürlich kein Fachmann und irgendwelche selbstausgefüllten Tests sind sicher nicht das probate Mittel, um eine psychische Erkrankung von einer leichten Fehlentwicklung zu unterscheiden! Und in diesem Zusammenhang gefällt mir der Therapeut eigentlich sehr gut, weil er eben nicht mit unendlichem Verständnis auf meine Problembeschreibungen reagiert, sondern sehr deutlich aufzeigt, dass viele meiner Probleme durchaus 'normal' sind, und letztlich nur das konsequente Sammeln von Erfahrungen einem Menschen die notwendige Selbstsicherheit in bestimmten Situationen verleihen kann. Diese 'Ar***tritt'- Mentalität kommt mir vielleicht besser zu Hilfe, als eine gemütlich eingerichtete Praxis, in der mich ein Therapeut im Strickpullover und Gesundheitssandalen erwartet ... :?: ... who knows?

    Warum werden die Menschen eigentlich nicht mit einem Handbuch vom Storchen ausgeliefert :wink: ?

    Werde jetzt mal zu meiner Suchtberaterin fahren und das Thema mit ihr zusammen auch noch einmal ein wenig diskutieren.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Vaan,

    schön, dass Du mal wieder was schreibst - auch wenn Du meine Frage nicht wirklich beantwortet hast :wink: , aber 180.000, da ist doch bezüglich SHG 'real life' mit zu arbeiten. Bleib da mal am Ball!

    Zu den anderen Sachen: Mach Dir mal um die Beziehung des Weinhändlers keine allzu großen Gedanken, auch nicht darüber, ob Alkohol da ein Thema ist. Wichtig ist doch in erster Linie Deine eigene Trockenheit und die damit verbundene Entwicklung. Diesbezüglich rate ich Dir in einem solch vertrauten Rahmen natürlich zur Ehrlichkeit, aber ich glaube das auch so verstanden zu haben, dass Du das genau so handhaben willst. Wünsch Dir da mal den notwendigen Mut und bin gespannt auf den Report!

    Tja, und Urlaub in der Weihnachtszeit ... hmmm, kast Du Dir den Urlaub nicht auszahlen lassen, wenn Du da Sorgen hast, auf dumme Gedanken zu kommen? Wäre so mein Vorgehen, ansonsten ist intensives Sportprogramm (Muckibude, Schwimmbad etc.) natürlich ne klasse Beschäftigung. Gepaart mit Ausschlafen und abendlichen Kinogängen kann man die Tage sicher prima füllen!


    Soweit! ... und ach ja, ich kann mich auch kaum erinnern, jemals ein Vierteljahr ohne Alkohol gelebt zu haben. Das muss so um die Zeit des Mauerfalls gewesen sein :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Zeppeline,

    auch von mir erstmal ein herzliches Willkommen :D !

    Mein Beitrag in Vaan's Thread sollte Dich natürlich nicht daran hindern, ihm hier auch zu antworten. Ich wollte den guten Vaan nur ein wenig animieren, mal wieder ein wenig über sich zu schreiben. Wir sind ja sozusagen alle ungefähr im gleichen Alter ... trockenheitstechnisch gesehen jedenfalls :wink: . Und da gibt es sicher noch die ein oder andere Schwierigkeit, die uns auf unserem Weg in die Quere kommen wird, also noch viel zu lernen für uns 'Frischlinge'!

    Ich würd mich freuen, weiter von Dir zu lesen, vielleicht habe ich dann und wann sogar auch einen kleinen Denkanstoss oder etwas ähnliches für Dich parat. Mal sehen!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Vaan,

    jetzt mag ich Deinen Thread mal wieder ein wenig nach oben prügeln 8) , hast hier ja schon länger nüscht mehr reingeschrieben, obwohl man Dich ja schon ab und an in anderen Threads zu lesen bekommt!

    Und ich mag Dich auch direkt fragen, wie es denn so bei Dir aussieht mit der Trockenheitsarbeit? Wie ist das mit dem Thema 'reale' SHG? Hast Du Dich da mal ein wenig weiter informiert? Ich glaube ganz ehrlich, es macht wenig Sinn, andere über ihre Erfahrungen bei diesem Thema zu befragen, weil es eben doch sehr individuelle Eindrücke sind, die man da bekommt (auch ganz unabhängig davon, ob Trinkmengen, -gelegenheiten, -zeiten, oder -intentionen sich gleichen!).

    Mal zu Deinen Befürchtungen ('Wenn mich jemand da sieht?', 'Wenn mich jemand erkennt?'...): Du schreibst von 2 24h-Tanken in Deiner Umgebung, also wirst Du wohl nicht in Kuhkaffhausen wohnen, sondern in einem grösseren Ort. Eine gewisse Anonymität ist da dann sicher auch gegeben. Aber selbst wenn Dich jemand erkennt: Sch*** die Wand an!

    Du hast sicher bei mir gelesen, dass eine Arbeitskollegin meiner Partnerin plötzlich in MEINER Gruppe aufgetaucht ist! Ich habe mir da echt eine Menge überflüssiger Gedanken gemacht, mittlerweile kann ich damit aber sehr gut leben! Denn ich bin trocken, sie ist es nicht! Wenn mich jemand anspricht: 'Hey, hab gehört Du bist ein Alki!', dann kann ich sagen: 'Jupp, aber ich habe schon vier Monate nix mehr getrunken und dabei bleibt es auch!', die gleiche Frage an sie gestellt würde mit weingeschwängertem Atem wie folgt beantwortet: 'Stimmt doch gar nicht!'. Also, wer steht jetzt besser da? Und selbst, wenn Dein engster Mitarbeiter da in der Gruppe sitzen würde: In einer SHG sitzt man immer noch im gleichen Boot und da rudert man gemeinsam!

    OK, soweit erstmal von mir! Gib Dir mal einen Ruck!!! So, und nun hoffe ich, Dich erfolgreich zurück in Deinen Thread gelockt zu haben :wink: .

    Würd mich freuen, mal wieder was von Dir hier zu lesen!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Engel,

    hier mal die Meinung eines 'Frischlings'!

    Einen Hau hast Du sicher nicht, aber ob Du nach so kurzer Zeit der Abstinenz wirklich einschätzen kannst, welche Situationen für Dich gefährlich werden können und welche nicht, das mag doch ein wenig anzweifeln. Ich selbst sehe mich nach fast vier Monaten jedenfalls noch nicht in der Lage, dies 100%ig für mich sagen zu können.

    Es kann im Leben so viel passieren und Deine momentane Euphorie wird sicher bald in ein Alltagsgefühl zurückschlagen. Wenn Du dann bei beruflichen/persönlichen Rückschlägen so nah am Alkohl verweilst, wie Du es beschrieben hast, dann wird Dir der Gedanke, Alkohol zu trinken (Nur dieses eine Mal!, Nur diesen Abend!, ich kann ja auch wieder ohne!), auch ganz nahe kommen. Ob Du dann in der Lage sein wirst, dem zu widerstehen, wisrst Du dann sehen (oder eben auch schmecken :? ). Sicher ist jedenfalls, dass Du mit einem Verzichtsgedanken auf Dauer nicht zufrieden sein wirst.

    Wie schon gesagt, ich bin auch nicht immer 'straight', aber Kneipe, Karneval und Partys??? Fehlt ja eigentlich nur noch der folgende Satz:

    '... und morgen fahren wir auf eine Brauereibesichtigung, ich werde aber nur Wasser trinken und freu mich schon riiieeeesig! :D '

    Das ist wirklich nicht böse gemeint, aber überleg Dir, was Du tust. Es ist Dein Leben!!!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    schön, dass es bei Dir so beständig vorwärts geht. Gerade beim Thema TV finde ich es schön, dass Du Deinen Konsum jetzt viel gezielter betreibst. Wobei Snooker :roll: ??? Das hab ich ja nur geschaut, wenn ich wirklich hackebreit war, aber das ist natürlich auch eine Frage des Geschmackes bzw. der Interessen. Da darf ja jeder seine eigenen Weg gehen :D .

    Das Thema 'Grenzen ziehen' -so meine Meinung- ist tatsächlich ein sehr wichtiges, zumal es bei Dir ja auch schon das ein oder andere mal im Thread angeklungen ist! Ob nun Aufgaben, die an Dich herangetragen werden, oder Meinungen und Urteile, die auf Dich einströmen, bei all dem ist es wichtig, dass Du Dich selbst mit Deinen Fähigkeiten und Sichtweisen sicher einschätzen kannst. Ansonsten wirst Du ein Spielball der Einflüsse der Dich umgebenden Menschen - und das muss ja nicht sein! Dieses 'sich-selbst-kennen' ist sicher ein Schlüssel für ein zufriedenes Leben und somit auch Bestandteil einer gefestigten Trockenheit! (den Satz schreib ich mir auch selbst hinter die Ohren :wink: ).

    Liebe Grüße

    J.