Hallo zusammen,
Plejaden :
Deine Worte tun mir wirklich gut! Im Grunde genommen habe ich ja erst mit Beginn meiner Abstinenz damit angefangen, mich etwas intensiver mit mir und meiner Angstproblematik auseinanderzusetzen - obwohl die Erkenntnis sicher schon einige Jahre alt ist! Aber nach dem dritten Bier kam die Sache dann natürlich immer wieder auf den Stapel mit der Aufschrift 'Nicht so wichtig'
! Un da ich mal glaube, dass Du mir in Theorie und Praxis bereits einige Schritte voraus bist, höre ich natürlich gerne, dass Du meine Ansätze zur Problembehebung bestätigst. Fühle mich also auf dem richtigen Weg
!
Ist schon irgendwie komisch: Ich habe zwar vieles gelesen und mich auch bezüglich der soz. Phobie bereits ein wenig ausgetauscht, aber in den Foren zum Thema habe ich bis zum heutigen Tag keinen einzigen Beitrag geschrieben oder eine Frage gestellt. Ich habe dort beim Lesen oft den Eindruck gewonnen, dass so mancher sich in seinen Ängsten geradezu wohl gefühlt hat, und häufig beschlich mich das Gefühl, das viele Forenteilnehmer sich gegenseitig in dem Gefühl der Hilflosigkeit bestärkt haben
. Irgendwie so, als wenn sich zwei nasse Alkoholiker gegenseitig die Rechtfertigungen für ihr Trinkverhalten bestätigen würden
!
Nun ja, werde meine Erfahrungen und Fragen dann lieber hier stellen. Hier wollen die Menschen an ihren Problemen ja auch etwas ändern
!
Und dazu mal auch direkt eine kleine Erfolgsgeschichte:
Gestern hat die Vorlaufphase für die ambulante Sucht-Reha, die ich dann evtl. im nächsten Jahr starten werde, mit einem Gruppentreffen begonnen. Also mal wieder ein Haufen unbekannter Menschen in unbekannter Umgebung. Und obwohl ich das genaue Procedere in diesem Rahmen noch nicht kannte, habe ich mir für den Fall der Fälle mal im Vorfeld schon ein Thema mental bereitgelegt, welches ich zur Sprache bringen könnte, wenn diese berühmten Stillstandsituationen entstehen, in denen sich alle anschweigen. Ich hasse das! Und mein Hirnkobold weiß es natürlich genau: An diesen Situatonen bin ich schuld! Warum? Weshalb? Wieso?, das verrät der Gute natürlich nicht, hauptsache ich trage die Verantwortung für diese unangenehme Stille!
Nun ist es während des Meetings zwar nicht zu dieser Situation gekommen, in der ich meinen 'Trumpf' gegen das eigene Unwohlsein hätte ausspielen können, ABER: Allein durch das Wissen, diesen zu haben, konnte ich den Abend recht entspannt in der Gruppe verweilen, konnte mich sehr entspannt vorstellen, und sogar teils sehr aktiv am Diskussionsgeschehen teilhaben. Meine Suchtberaterin (die ihre Krankheit mittlerweile beendet hatte und auch bei dem Treffen zugegen war) muss mich wahrscheinlich für ein bisserl bekloppt halten! Erst erzähl ich ihr von meiner Angst vor genau solchen Situationen und dann bringe ich mich selbst so aktiv in die Gruppe ein
.
Geht doch!
Dazu noch kurz am Rande: In dieser Gruppe sind auch frisch Entgiftete und auch Menschen, die den Absprung noch gar nicht vollzogen haben. Dabei ist mir erst einmal so richtig bewusst geworden, wie weit ich mich eigentlich bereits entwickelt habe. Und das ganz besonders auch durch die vielen Erfahrungen und Hinweise aus diesem Forum. Daher an dieser Stelle mal ein kleiner Dank an alle, die hier so mitwirken und Leben in dieses Forum bringen!
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Liebe Grüße
J.