Beiträge von JoeDoe

    Hallo Nummm,

    erstmal auch ein herzliches Willkommen von mir!

    Ich bin leider auch grad in so einer Situation, in der mich Arbeitslosigkeit belastet und ich mich mühe, meinen Weg in die Trockenheit erfolgreich zu beschreiten ... Und das geht sicher auch vielen anderen hier so, deshalb auch vielleicht nicht so viele Antworten? Aber kein Grund, an einen schlechten Start zu glauben!

    Immerhin bist Du hier, möchtest Deinen Alkoholismus in den Griff bekommen und hast hier eine wirklich verdammt große Menge an Lesestoff, der Dir helfen kann durch Reflexion Dein eigenes Krankheitsbild zu verstehen und der Dir Wege eröffnet, wie Du da wieder heraus kommen kannst.

    Vielleicht magst Du ja auch ein wenig mehr über Dich erzählen? Also wie Du zum Alkohol gekommen bist, oder warum Du glaubst, die Kontrolle über das Trinken verloren zu haben? Was hast Du denn für Ziele? Wo möchtest Du hin? Und vor Allem: Wie fühlst Du Dich?!

    Jedenfalls finde ich es gut, dass Du aktiv wirst und auch schon eine reale SHG aufgesucht hast. Gerade am Anfang ist viel Kontakt mit 'Gleichgesinnten' sehr hilfreich ... vor Allem, wenn man gerade keinen Job hat :cry:

    Soweit erstmal!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lydia,

    damit bist Du Nummer Nummer 472 :wink: !


    Hallo Plejaden,

    dank Dir für die guten Wünsche!

    Ich habe bei Dir natürlich auch ein wenig gelesen und Du hast bei Dir ja leider eine völlig andere Situation, was das 'trinkende Umfeld' betrifft :cry: . Deine Tapferkeit ist da schon zu bewundern. Ich habe jedenfalls keine Ahnung, wie ich auf ein solches Umfeld reagieren würde. Nachdem ich in drei Monaten bis auf Reklame und den 'Jungs vom Kiosk' keinen Kontakt mehr mit trinkenden Menschen gehabt habe, war es aber langsam Zeit, die eigene Gefühlslage mal auszutesten. Und ansonsten ist (und bleibt) mein Zuhause ja auch alkoholfrei. Das ist schon eine Menge wert, wirst Du auch bald merken!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lydia,

    Zitat von phoenix75

    Woran machst du das fest, daß sie "wirklcih zu ihr passen"?


    Das mache ich (und auch andere) daran fest, dass diese Männer sich auch für sie als Person interessieren. Ach dass sich Vorstellungen von Freizeitgestaltung gleichen und diese Männer grundsätzlich auch auf der Suche nach einer langfristigen Partnerschaft sind. Das ist natürlich keine Garantie, aber wenigstens eine Basis. Aber neee, da gibt es ja auch noch diesen Brad Pitt-Lookalike, diesen erfolgreichen Geschäftsmann und Erben eines kleinen Königshauses, der in seiner Freizeit ein verwegener Rennfahrer ist und seit Jahren keusch auf der Suche durch die Lande zieht. Auf der Suche? Na klar: Auf der Suhe nach ihr!

    Also irgendwie hat das doch etwas von den Träumereien einer 16-jährigen und hört sich nicht nach einer 35-jährigen Frau an :roll: ?

    Ob man das nun Torschlusspanik nennen kann oder soll? Keine Ahnung?

    Ein weiteres Beispiel fällt mir gerade noch ein: Eine entferntere Bekannte (mittlerweile auch schon über 50 Jahre alt) hat vor einigen Jahren ihren Ehemann und ihre Kinder verlassen. Warum genau? Keine Ahnung, jedenfalls war ihr Mann Beamter in (relativ) guter Stellung und sie ist nach der Trennung sofort zu ihrer Liebe aus frühereren Zeiten zurückgekehrt. Und das wäre: Ihr ehemaliger Professor! Ein großer Intellekt in gesellschaftlich angesehener Position und natürlich auch einige (20!) Jahre älter. Nun aber bitte nicht glauben, dass der Herr Professor seiner eigenen Familie den Rücken gekehrt hat. Ne,ne, ne! Nur ein Verhältnis und das bleibt auch so. Nun lebt sie in einem 1-Zimmer-Appartment in seiner Nähe und geniesst die wenige Zeit, die sie mit ihm verbringen darf. Tja, also die Sehnsucht nach dem Mann der Wünsche kann seltsame Blüten tragen!

    Aber wie gesagt: Ist nicht böse gemeint! Ich wünsch Dir jedenfalls nur das Beste!

    So, und nun halt ich mich wieder raus :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lydia,

    ich wollte Dir natürlich keine Worte im Munde herumdrehen :wink: .

    Letzlich kenne ich Dich ja auch viel zu wenig, aber es klang für mich schon alles sehr anspruchsvoll, was Du beschrieben hast und es erinnerte mich an eine Freundin, die (obwohl frei von gravierenden psychischen Problemen, nur Standard-Macken ;)) seit Jahren auf der Suche nach dem Vater ihrer Kinder ist. Diejenigen Männer, die sie kennenlernt und die auch wirklich zu ihr passen, die lehnt sie aufgrund ihrer Ansprüche ab. Die anderen, die sie dann begehrt, die sind nicht an einer Beziehung interessiert (Was diese Freundin jedoch nicht hindert, sich das einzubilden, und die Kerle dann mit nach Hause zu schleppen). Das Spiel betreibt sie jetzt schon seit 10 Jahren und mittlerweile schwindet auch die Hoffnung, dass sie da mal etwas ändert ...

    Tja und das mit dem Verheiratetsein ... das ist natürlich immer doof ...

    Aber ich bin mir sicher: Das sind bestimmt auch nicht alle!

    Ich wünsch Dir was!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Blizzard,

    doch, in gewisser Weise schon: Du bist jetzt Nummer 471 der Personen, die mir das Buch von Allen Carr ans Herz gelegt haben :wink:

    Scheint ja wirklich so eine Art 'Wunderwaffe' gegen den Glimmstengel zu sein. Obwohl ich auch gehört habe, dass die gute Frau ein Buch "Endlich ohne Alkohol"geschrieben hat ... Na, ob das auch so einfach mit einem Buch funktioniert :roll:.

    Eines muss ich noch sagen: Ich finde es bewundernswert, dass es Menschen gibt, die tatsächlich Gelegenheitsraucher sind, so wie Du es von Dir beschrieben hast. Wenn ich mir so überlege, wie ich rauche, wenn ich mal ein paar Tage wegen Grippe ausgesetzt habe, dann kann ich das kaum verstehen: Die erste Zigarette schmeckt dann derart widerlich, aber der Körper will NIKOTIN! 3 oder 4 Fluppen später ist es dann wieder der alte Trott.

    Also Gelegenheitsraucher werde ich sicher nicht mehr werden (Auch wenn ich auch andere kenne, die wie Du nur ab und an zur Zigarette greifen).

    Wo ist denn hier der Buchladen?

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lydia,

    ich habe mir bei Deinem letzten Beitrag überlegt, ob ich Dir etwas antworten soll, oder nicht. Nun tue ich denn doch einmal (so aus männlicher Sicht).

    Also was Du an Vorstellungen zeichnest, das würde mich als Partner definitiv überfordern. Mit beiden beiden im Leben, aber doch mit der notwendigen Sensibilität und Erfahrung, Dich mit Deinem 'beschädigtem' Ich in vollem Maße zu verstehen. Seine Erfahrungen sollten dabei selbstverständlich nicht soweit gehen, dass er mit sich selbst beschäftigt ist. Du magst ein reifen, spirituellen Charakter an Deiner Seite haben, aber zu alt darf er natürlich auch nicht sein. Und ein paar gelegentliche 'kindliche' Flapsereien sind für Dich ein Ausschlusskriterium. Mir wären das viel zu viele Ansprüche an meine Person. Könnte ich nicht mit umgehen und das wäre wohl auch der Fall, wenn ich selbst nicht problembehaftet wäre.

    Ich habe auch große Schwierigkeiten mit Nähe und Bindung gehabt (und habe sie heute immer noch). Mir hat es geholfen, mich einfach mal von meinen Ansprüchen (die ich an die Frauenwelt auch gehabt habe) einfach zu lösen und eine Partnerschaft sich langsam entwickeln zu lassen. Besonders wenn die ersten Schmetterlinge verflogen sind und der Alltag langsam Einzug hält. Wenn man sich gegenseitig MIT all seinen Makeln und Fehlern respektiert, dann kann man auch eine lange und intensive Partnerschaft aufbauen. Das klappt bei mir jetzt schon über fünf Jahre und ganz ehrlich: Als wir uns kennengelernt haben, hätte keiner von uns beiden eine Partnerschaft auch nur im Ansatz für möglich gehalten.

    Denn auch wenn viele anders tun, auch Männer können manchmal ängstliche Haserl sein, die Angst davor haben, den Ansprüchen nicht mehr gerecht und verlassen zu werden.

    Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig ....

    Alles wird gut.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Vaan,

    Also Wacken??? .... Naja .... Ich kann Dich da schon verstehen ... würd ich auch .... also ehrlich .... aber Mensch: das ist WACKEN! Das Oktoberfest ist dagegen eine feingeistige Kulturveranstaltung :wink:

    Wie gesagt, ich würde auch gerne, aber ..... lieber nicht!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Brigitte,

    an den Knoblauch hatte ich gar nicht gedacht. Danke für den Tipp :wink: !

    Was den kürzlich vergangenen Abend angeht: Ja, da hast Du recht, das hatte schon etwas von einem Sprung ins kalte Wasser. Habe mich ja aber bemüht, ein Becken zu wählen, das nicht ganz so tief ist.

    Tja und beim Rauchen ist das so eine Sache bei mir: Neben dem Trinken ist das so ziemlich mein einziges 'Laster'. Süßes mag ich z.B. gar nicht. Wenn also Suchtverlagerungsgedanken kommen, dann wohl in Richtung Alkohol. Hmmm, vielleicht hast Du recht, und ich sollte erst noch eine Weile warten bis ich in der Trockenheit ein wenig firmer geworden bin. Andererseits gehen mir die 'Effekte' des Rauchens so langsam ziemlich auf den ####! Kurzatmigkeit, Husten, gelegentliche Stiche im Brustraum ... das ist ja nun auch nicht das Wahre.

    Vaan :

    Jupp, da hatter recht mit der kontrollierten Raucherei :wink:. Geht gar nicht! Wollte mir den 'Absprung' nur etwas erleichtern. Pflaster? Hmmmm, da denke ich immer wieder an ein Buch von Martin Amis: Information (Sehr schönes Buch, aber bitter sarkastisch!). Der Romanheld denkt eines Abends so ein wenig über sich nach "... mit einem Nikotinpflaster, das an seinem Oberarm klebte, einem Nikotinkaugummi, das er kaute, und einer Zigarette, die er rauchte ...". Nun ja :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    heute doch mal wieder ein 'ernstes' Anliegen:

    Der Cowboy auf dem Pferde!!!
    (Der mit dem Lungenkrebs, ihr wisst schon ;)!)

    Im Ernst: Ich hab vor einigen Monaten einen wirklich ernsthaften Versuch unternommen, mir die Qualmerei abzugewöhnen. Es sei dazu gesagt, dass ich etwa 30 Stengel am Tag verqualmt habe und mich dann erfolgreich auf drei Stück/Tag heruntergearbeitet habe. Vor dem finalen Schritt in die Atemfrische kam dann meine Entgiftung. Und was soll ich sagen? Na, klar: Am ersten Tag wieder eine ganze Schachtel vernichtet!

    Grundsätzlich hat mich das jetzt nicht so bedrückt. Parallelentzung schien mir zu riskant und da der Alkohol Priorität hatte .....

    Nun denn! Jetzt sind mittlerweile drei Monate vergangen und so langsam würde ich das auch gerne wieder in Angriff nehmen. Nun brauch ich keine Tipps, wie das am besten klappt, das bekomme ich schon hin, mir geht es eigentlich mehr um den dabei durchaus entstehenden Stress! Zur Zeit nutze ich das Rauchen wirklich schon fast gezielt, um Stresssituationen zu entschärfen: Einfach mal fünf Minuten vor die Tür und eine durchgezogen, schon bin ich ruhiger.

    Dieser Akt der inneren Beruhigung hat mir sicher auch geholfen, dem Alkohol bis jetzt standhaft zu entsagen. Nun bin ich etwas unsicher, wie sich ein Nikotionentzug auf mein Alkoholverlangen auswirkt. Ich mag mir eigentlich nicht vorsätzlich Saufdruck erzeugen!

    Hat da jemand schon Erfahrungen mit gemacht?
    Also frisch vom Alkohol weg und sich nun auch noch ein anderes Suchtmittel entziehen? Ich würde das schon gerne so schnell wie möglich in Angriff nehmen, aber natürlich nicht zu dem Preis, dass es mich dem Alkohol wieder näher bringt!

    Hmmm, wäre dankbar, wenn da jemand schon Erfahrungen mit gemacht hat und vielleicht den ein oder anderen Rat für mich hätte.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Vaan,

    schon etwas Neues bezüglich Eurem Treffen?

    Claudia hat ja schon einiges dazu gesagt. Ich denke auch, dass Du mit Deinem 'Weinhändler' Deine Abstinenzentscheidung besprechen solltest. Scheint sich zum einen ja durchaus um einen Freund zu handeln und zum anderen wird der Gute sicher irgendwann nachforschen, wenn Du künftig keinen 'Stoff' mehr bei ihm beziehst ;)

    Eine andere Sache ist natürlich auch Dein eigenes Befinden: Wenn ihr dann beisammen sitzt und Dein Freund 2 oder 3 Gläser Wein trinkt, dann ist das natürlich so ein Ding (Hast Du ja auch bei mir gelesen). Ich schätze Dich mal so ein, dass Du die Zusammenkunft deshalb nicht sausen lassen wirst. Also wenn, dann achte so ein wenig auf Deine Emotionen, die sicher aufkommen werden, wenn Du im vertrauten Kreise jemandem zusiehst, wie er langehegte Sitten fortführt, von denen Du Dich (richtigerweise!) abgewandt hast. Mir hat das jedenfalls eine Menge über meine Beziehung zum Alkohol aufgezeigt. (Das soll jetzt natürlich keine Aufforderung sein, Deinen Freund dazu zu ermuntern, das ein oder andere Gläschen zu trinken! ... Ist nur ein Rat für den Fall der Fälle!)

    So oder so: Bleib tapfer!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    habe mir noch einmal einige Gedanken gemacht. Einerseits natürlich über die kontrollierte Konfrontation, andererseits aber auch über die Reaktionen aus dem Forum hier.

    Zum "Tatverlauf" habe ich keine neuen Erkenntnisse gewonnen bzw. auch keine weitergehenden Gefährdungspunkte entdeckt. Auch die konstruktiven Kritikpunkte, die vorgebracht worden sind, sehe ich in meinem Fall nicht wirklich mit einer Basis versehen: So ist das Ganze weder aus Übermut, Leichtsinn oder einer immer wieder anzutreffenden "Ich-bin-ja-frisch-trocken-und-soooo-glücklich-und-zufrieden"-Laune heraus entstanden. Insofern war die Sache für mich(!) sehr aufschlussreich und hat mir in der Frage, wie viel Nähe ich dem Alkohol in Zukunft zugestehe, eine deutliche Antwort gegeben.

    Was mich allerdings ein wenig wundert, ist die Tatsache, dass Kritik zu der Aktion erst im Nachhinein geäußert wurde, obwohl ich die Planungen ja bereits einige Tage vorher skizziert habe, oder besser gesagt die Frage in den Raum gestellt habe, ob und in welcher Dimension man sich bei gesellschaftlichen Anlässen der Gefahr alkoholtrinkender Menschen aussetzen sollte. Das ist für mich als Mensch in der "Ersttrocknung" eine wichtige Frage!

    Andererseits: Hätten mich Warnungen oder Kritik von dem Vorhaben abgehalten? Wahrscheinlich nicht. Nun denn: Haken dran!

    Was ich aber noch an Positivem erzählen wollte:

    Habe gestern das schöne Wetter genutzt und die gesammelte Fauna der fünf Kontinente besucht (Nein, nicht mit dem Privatjet, ich war nur im Zoo :wink: !)

    Mit der Kamera bewaffnet ging es dann auf die Jagd nach schönen Motiven und ich muss sagen, ich bin begeistert, ob meiner motorischen Ruhe: Indoor mit über 200mm (>300mm KB) und 1/80s knackscharfe Bilder aus der Hand geschossen 8)! Für die Nicht-Photographen unter Euch: Dafür braucht man ein wirklich seeehr ruhiges Händchen! Und das hätte ich vor einigen Monaten noch nicht gehabt. Klarer KO-Sieg für die Nüchternheit!

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J. (der sich jetzt in PS vergräbt um 622 Bilder zu sichten, auszuwählen und für die Ausbelichtung zu optimieren)

    Hallo Bernd,

    der "Sinn" dieses Experimentes war die eigene Gefühlslage bei der Konfrontation mit Alkohol auszuloten. Und das eben in einem möglichst "harmlosen" Rahmen.

    Wie Du selbst geschrieben hast, werden uns im Leben genug Situationen begegnen, die mit Alkohol zu tun haben werden. Für mich war es aber wichtig, eine solche Situation erstmalig nicht unkontrolliert (also fern von Menschen, die von meiner Erkrankung wissen) durchzustehen. Betriebsfeiern oder ähnliche Veranstaltungen wären mir für diesen "Ersten Kontakt" zu risikofreudig gewesen. Und wie ich ja auch geschrieben habe, war es für mich die letzte Veranstaltung, die ich in dieser Form durchgeführt habe. Eben genau wegen der emotionalen Erfahrung, die ich dabei gemacht habe!

    Vaan :

    Alles eigene Feder :wink: ! Ich versuche nur bei allem Ernst der Sache einen Ansatz von Humor zu behalten. Ist aber auch sicher nicht jedermanns Geschmack.

    Und ja: Bei dem besagten Kiosk hängen auch schon Jugendliche herum ... irgendwie traurig! Aber was mag man da tun? Ich bin jedenfalls zur Zeit noch genügend mit meiner eigenen Trockenheit beschäftigt. Und dabei mache ich mir auch ähnliche Gedanken, wenn ich eine leere Flasche erblicke. Häufig denke ich allerdings auch an mich zurück, wie ich schöne Sonnentage mit ein paar Flaschen Bier im Park vergeudet habe. Meine Flaschen hab ich zwar immer wieder mitgenommen (wär ich auch zu kniestig gewesen!), aber das war eigentlich dasselbe öffentliche Trinken, wie die Damen und Herren das heute an dem Kiosk betreiben! Insofern bin ich froh, dass ich das heute nicht mehr mache!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Karsten,

    ich danke Dir für Deine mahnenden Worte.

    Mir ging es bei diesem Experiment ja auch tatsächlich darum, zu erfahren, welche Gedanken und Gefühle in mir aufkommen, wenn ich mich in eine solche Runde begebe. Dabei stand nicht im Vordergrund, die Situation erfolgreich zu bewältigen (und es bei künftigen gleichzutun), sondern die eigene emotionale Befindlichkeit auszuloten.

    Die Tatsache, das sich im Vorfeld und im Nachlauf der Veranstaltung positive Gefühle zum Alkohol gezeigt haben, ist für mich eine Bestätigung der Aussage, dass ein Rückfall eben nicht erst beim ersten Schluck beginnt. Da ich bisher rückfallfrei bin, fehlt mir die eigene Erfahrung, die diese Aussage begründet. Durch diese "kontrollierte Konfrontation" habe ich da jetzt einiges dazugelernt.

    Ich hoffe natürlich, dass ich mit diesem Beitrag nicht zu sehr an die Grenzen dessen gegangen bin, was Du in diesem (Deinem) Forum noch an Aussagen tolerierst. Ich möchte selbstverständlich auch niemandem zum Leichtsinn animieren!

    Ich geb auf mich acht!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    der Geburtstag meiner Partnerin ist vorüber und ich mag nun gerne berichten, wie der Abend gelaufen ist und welche Emotionen mich dabei überkommen haben.

    Zunächst möchte ich aber eines vorweg schicken: Mich selbst an einem solchen Abend mit alkoholkonsumierenden Menschen auseinanderzusetzen hat nichts mit einer falsch eingeschätzten Belastungsfähigkeit zu tun. Frei nach dem Motto "Das macht mir doch nichts aus!". Auch unbedachter Leichtsinn hat mich nicht dazu getrieben: Alles was ich vor, während und nach der Veranstaltung an Gefühlen wahrgenommen habe, habe ich versucht, so bewusst wie möglich wahrzunehmen.

    Der Hintergrund für dieses Experiment (wenn man es denn so nennen mag) war die für mich notwendige Definition von Distanz, die im Bezug auf eine erfolgreiche Trockenheit gegenüber dem Alkohol bewahrt werden sollte. Nun ist das mit der möglichen Distanz so eine Sache: Ich kann niemandem verbieten, Alkohol zu trinken. Auch kann ich der Industrie nicht verbieten, für ihre alkoholischen Produkte Werbung zu schalten. Insofern werde ich damit leben müssen, dass mich Bier, Wein und Schnaps in einer gewissen Distanz weiter begleiten werden. Nun gilt es herauszufinden, ab welchem Punkt diese Anwesenheit für mich gefährlich wird!

    Sicher: Ich könnte versuchen, ein Maximum an Gefahrenreduzierung zu erreichen, indem ich Alles, aber auch wirklich Alles aus meinem Leben verbanne, was mit Alkohol zu tun hat. Nur könnte das leicht obskure Formen annehmen. An einem kleinen Beispiel mag ich das kurz verdeutlichen:

    Wenn ich zur Straßenbahn möchte, dann muss ich an einem Kiosk vorbei und einen etwa 4 Meter breiten Weg entlang. Dieser Weg bietet die Möglichkeit zur Rast und diverse Mitmenschen (eigentlich immer die gleichen!) bevölkern auch die Sitzplätze. Das umgebende Grün wird dabei von ihnen liebevoll mit zahlreich aus dem Kiosk herbeigeschafften Bier- und Vodkaflaschen dekoriert. Je nach Windlage ist der Ort auch in eine entsprechende Geruchswolke gehüllt. Nun muss ich aber da durch, also was tun? Natürlich könnte ich mir zwei Dachlatten zurecht sägen, diese schwarz bemalen und beim Durchgang dieser Passage ein Kreuz formend vor mich halten! Dazu könnte ich ein paar mächtige Beschwörungsformeln vor mich hin murmeln und die Gefahrenabwehr dadurch weiter erhöhen. Aber ganz ehrlich: Das hilft mir nicht und auf Dauer steigt damit die Wahrscheinlichkeit, eines Tages mächtig auf die Fresse zu bekommen! So what? Ich werde also lernen müssen, diese Konfrontation mit dem Alkohol unkommentiert ertragen zu müssen!

    Vor diesem Hintergrund also nun das kleine Experiment.

    Im Vorfeld habe ich natürlich noch einmal die Thematik mit meiner Partnerin durchgesprochen und letztlich wäre sie auch einverstanden gewesen, gar keinen Alkohol anzubieten. Nachdem ich jetzt seit fast drei Monaten alle Gelegenheiten und Personen konsequent gemieden habe, die mich einem Bier oder Ähnlichem hätten näher bringen können, fand ich es aber nun doch an der Zeit, zu erforschen, wie ich auf Alkoholkonsum in meiner Nähe reagiere. Auch dieser Rahmen erschien mir dafür als durchaus geeignet: Zum einen würde sich niemand in der Runde betrinken, zum anderen wissen alle über meine Erkrankung Bescheid (auch wenn nicht alle ein realistisches Bild vom Alkoholismus haben, aber das ist ein anderes Thema!). Also haben wir uns auf folgendes geeinigt: Es gibt kein Bier, aber Sekt für diejenigen, die danach verlangen.

    Um den Abend jetzt verkürzt wiederzugeben: Von etwa 20 Gästen haben vier einen Sekt trinken wollen. Unter anderen Umständen wäre die "Ausfallquote" deutlich geringer ausgefallen, zeugt also schon von einem gewissen Respekt gegenüber meiner Krankheit und auch meiner Person (wenn auch nicht von allen!).

    Interessanterweise war es gar nicht so sonderlich schwierig, andere beim Trinken zu beobachten: Während die Gäste anwesend waren, hat sich in mir nicht einmal der Ansatz von Verlangen bemerkbar gemacht. Anders war es jedoch im Vorfeld (beim Gläser herausstellen) und besonders nach der Veranstaltung: Die benutzten Gläser suggerierten mir tatsächlich so ein Gefühl von "Hier hat jemand Spaß gehabt!". Unschön! Das hat mich auch dazu veranlasst, alle Spuren des Abends direkt zu beseitigen, nachdem der letzte Gast gegangen war. Dieses leicht mulmige Gefühl wurde dann auch deutlich besser, dennoch erwächst aus dieser Erfahrung die Gewissheit, einen solchen Abend nicht noch einmal zu wiederholen.

    Es mag dem ein oder anderen sicher leichtsinnig erscheinen, überhaupt eine solche Aktion zu starten, ich fand es für mich jedoch wichtig und richtig. Ich glaube auch nicht, dass ich blauäugig oder gar überheblich an die Sache gegangen bin. Trotzdem möchte ich nicht dazu auffordern, so etwas nachzuahmen! Ich habe mich sicher genug gefühlt, mich auf's Eis zu wagen. Aber: Ich habe festgestellt, dass es glatt ist, und werde so etwas sicher nicht noch einmal tun.

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J. (der zwar viel liest und auch glaubt, aber doch manchmal ein wenig zu borniert ist, einfach anzunehmen :wink: )

    Hallo zusammen,

    habe mir Felgen aus Titan besorgt und die sind unverwüstlich!

    Im Ernst: Die Geschichte mit dem Therapeuten sehe ich im Augenblick doch ziemlich gelassen. Zur Zeit bewegen mich eher die bald aufkommenden finanziellen Nöte: Pro Monat mache ich hier grad etwa 200.- minus. Das ist natürlich ein Zustand, der dringend beendet werden muss! Und da hilft leider auch kein Psychologe .... naja.

    Eine andere Sache, die mich gerade bewegt ist folgende: Meine Partnerin wird demnächst den Jahrestag ihrer Geburt begehen. Wir planen zwar kein rauschendes Fest, einen kleinen "Empfang" wird es jedoch geben.

    Nun stellt sich die Frage, ob den Gästen zur Feier des Tages auch ein Glas Sekt gereicht werden sollte :roll: ? Ich habe ja bereits erwähnt, dass meine Partnerin grundsätzlich so gut wie keinen Alkohol zu sich nimmt und ich ja nun für die Vernichtung der Reste auch nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Nun kann ich aus der Erfahrung sagen, dass einige der Gäste durchaus einen Drink erwarten werden (wobei niemand dabei sein wird, der die Tendenz hätte, sich zu betrinken!). Das sind eben die gesellschaftlichen Gepflogenheiten: Wer etwas zu feiern hat, der gibt einen aus! Hmmm....

    Jetzt plane ich aber einen alkoholfreien Abend. Nicht, weil ich glaube, dass Alkohol im Haus bei mir Trinkgelüste wecken könnten, sondern einfach aus meiner neu gewonnen, alkoholfreien Konsequenz heraus.

    Nun ist es aber meine Partnerin, die sich da jetzt mit einigen Zweifeln herumschlägt! Immerhin würden wir damit lang gehegte Sitten durchbrechen. Ich glaube fast, ihre Angst vor Inkonformität ist doch wesentlich ausgeprägter, als die meine! Zumal es mir wirklich wenig ausmachen würde, wenn dort Alkohol konsumiert werden würde (anstrengend wird der Abend aus anderen Gründen, aber das ist ein anderes Thema). Dennoch fände ich es gut, wenn wir weder Sekt, noch Bier anbieten würden. Einfach aus Prinzip!

    Aber es sind ja auch noch einige Tage bis dahin, mal gucken!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    erstmal: Schön, dass Du so konsequent Dein Leben Schritt für Schritt auf die alkoholfreie Bahn bewegst und Dich aus Deinem trinkenden Umfeld löst (auch wenn es in Deinem Fall sogar Deine Eltern sind :cry: ). Das hört sich doch im Ganzen recht positiv bei Dir an.

    Zum Thema TV hat kommal ja schon einiges gesagt, ich mag das aber noch mit einer kleinen Geschichte von mir ergänzen:

    Als ich vor ein paar Jahren mein Studium abgebrochen habe (soz.Phobie), habe ich mich gute zwei Jahre vor dem Fernseher verschanzt. Natürlich immer mit genügend Bier im Kühler. Ich war in dieser Zeit allein in einer fremden Stadt und die wenigen Menschen, mit denen ich Kontakt hatte, die habe ich nur zu Trinkanlässen getroffen. Ansonsten: TV! Ich glaube, ohne den Alkohol wäre ich nach so langer Zeit einfach irre geworden (oder ich hätte mich schon früher um Hilfe bemüht, wer weiss?).

    Jedenfalls habe ich dann doch den Absprung geschafft, die Stadt gewechselt, eine neue Ausbildung begonnen und die neue Wohnung hatte auch etwas ganz, ganz Feines für mich parat: kein Kabel, kein SAT und der terrestrische Empfang durch eine Häuserreihe blockiert! KEIN TV!

    Es war gar nicht so leicht, plötzlich ohne diese Berieselung die freien Stunden zu verbringen, aber nach einer Weile hatte ich mich daran gut gewöhnt. Wenn ich Langeweile hatte, dann habe ich mich nicht mehr vor die Glotze gesetzt, sondern die Schuhe angezogen und bin nach draußen gegangen! Das hat manchmal Überwindung gekostet, aber letztlich hat es mir gut getan.

    Mittlerweile kann ich wieder 50 Programme auf dem Schirm haben, aber gucken tue ich nur ganz selten :wink:

    Gib auf Dich acht, wenn Du Deine eigene Wohnung beziehst. Denn auch wenn Du Dich mit Deinen Eltern im Augenblick eher in unerfreulicher Weise beschäftigst, so sind sie doch in Deiner Lage immer noch wichtige Sozialpartner, die dann erstmal wegfallen. Es wäre schön, wenn Du Deine etwas "vergrabenen" Interessen bis dahin wieder ein wenig ans Tageslicht geholt hast, damit Du nicht in die Gefahr kommst, genauso vor dem Fernseher zu vergammeln, wie ich es dereinst getan habe (denn da käme Dir der Gedanke an Alkohol sicher auch eines Tages wieder ganz Nahe!).

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J.